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“Lasik”

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Therapiemethoden mit einem Laser haben sich in der Augenheilkunde bisher besonders
bei der Behandlung von Kurz- und Weitsichtigkeit bewährt. Erste Zoomlinse für nah und fern.

Über neue Therapiemöglichkeiten in der Augenchirurgie diskutieren 5.000 Experten in Hamburg
   Neue Linsen, Laser und Medikamente, die vielen Menschen wieder besseres Sehen ermöglichen, standen im Mittelpunkt des  Internationalen  Kongresses  der  Augenchirurgen im CHH Hamburg.  Vier Tage lang diskutierten 5.000 Experten über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Therapiemöglichkeiten.
   Dazu zählt auch die Behandlung des gauen Stars (Katarakt) mit dem Femtosekundenlaser, der bisher in der Augenheilkunde zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten genutzt wird. Diesen Laser setzen Augenchirurgen jetzt erstmals ein, um mit einem winzigen Schnitt die Hornhaut zu eröffnen und die getrübte Augenlinse aufzulösen, die dann abgesaugt wird. Anschließend wird die künstliche Linse eingesetzt. Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer aus Fürth, der gestern dieses Verfahren präsentierte, geht davon aus, dass diese neue Technik gute Chancen hat, sich auch im klinischen Alltag zu etablieren.

au-Lasik-Zoomlinse-z  Die neue Zoom-Linse (hellblau) besteht aus zwei Teilen

   Auch bei den künstlichen Linsen, die beim grauen Star eingesetzt werden, gibt es eine Neuentwicklung: eine Kunstlinse, die sowohl das Fern- als auch das Nahsehen ermöglicht. Im Vergleich zu bisher schon auf dem Markt befindlichen Multifokallinsen hat sie den Vorteil, dass der Patient auch im Bereich zwischen Fern- und Nahsehen scharf sieht und im Dunkeln Kontraste besser wahrnimmt. Das Neue an der sogenannten Zoom-Linse: Sie besteht aus zwei Linsenteilen, die hintereinander platziert und mit den Muskeln verbunden sind, die die Linse umgeben. Wenn der Patient diese Muskeln anspannt - wie beim Sehen in der Nähe - vergrößert sich der Abstand zwischen den beiden Linsenteilen. So hat die Zoomlinse die gleiche Wirkung wie eine natürliche Linse, die sich zum Sehen in der Nähe krümmt. Diesen Vorgang bezeichnen Mediziner als Akkommodation. „Mit der Zoomlinse kommen wir der Realisierung des Traumes näher, dass wir bei der Katarakt-OP nicht nur die trübe Linse entfernen,  sondern auch die Akkommodation wiederherstellen können", sagte Dr. Thomas Will aus Fürth.
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Nie wieder eine Lesebrille - ein Laser gegen Alterssichtigkeit

   Mit einem neuen Laserverfahren wollen Hamburger Augenärzte jetzt die Alterssichtigkeit behandeln. Diese beginnt meist mit dem 40. Lebensjahr und führt dazu, dass die Betroffenen Objekte in der Nähe nicht mehr scharf sehen können. Dagegen half bisher nur eine Lesebrille oder ein chirurgischer Eingriff.
  Ärzte im EuroEyes-Laserzentrum in Hamburg wenden jetzt als Erste in Norddeutschland ein neues Verfahren an, bei dem Patienten der sonst beim Lasern übliche Hornhautschnitt erspart bleibt. „Mit dem Intracor-Laser- verfahren wird die Hornhautkrümmung verändert, indem der Laserstrahl konzentrische Ringmuster erzeugt - eine Art Leselinse auf der Hornhautoberfläche", erklärt Jörn Slot Jorgensen, Gründer und Geschäftsführer der Euro- Eyes Deutschland GmbH. Durch diese Wölbung der Hornhaut werde die optimale Brechkraft wiederhergestellt. Die gesamte Behandlung unter örtlicher Betäubung dauert weniger als eine halbe Minute. Innerhalb weniger Tage, so sagen die Ärzte, soll die volle Sehkraft erreicht sein, und die Patienten brauchen keine Lesebrille mehr.
   Der Eingriff kostet pro Auge 2.500 Euro, für beide Augen zusammen 4.500 bis 5.000 Euro. Es müssen aber nicht immer beide Augen gelasert werden. Die Kosten werden nicht von den Krankenkassen übernommen.
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Nie wieder Brille?
Foto: Eine Patientin lässt sich unter einem Augenlaser behandeln. Der Eingriff dauert weniger als eine Minute.
Laserverfahren werden sicherer und schonender. Ob der Eingriff sinnvoll ist, hängt auch vom Lebensalter ab.

   Moderne Augenlaser-Geräte tragen klangvolle Namen. „Alegretto" zum Beispiel oder „Visumax". Wenn es los geht, betten die Patienten ihren Kopf unter den Koloss auf ein Kissen aus weichem Schaumstoff. Wer sich unter einen der Apparate legt, hat vorher einige tausend Euro bezahlt und ein Beruhigungsmittel eingenommen. 25 Sekunden braucht Alegretto, um aus einem fehlsichtigen Auge ein scharfsichtiges zu machen. Visumax erledigt seinen Job noch schneller: Der Apparat stellt jedes Auge in zwölf Sekunden scharf. Wenn alles gut geht, dann können die Patienten anschließend ohne Brille oder Kontaktlinsen durchs Leben gehen. Zumindest für eine Weile.
Boomender Markt fürs Augenlasern
   Rund 100.000 Menschen unterziehen sich in Deutschland pro Jahr der sogenannten refraktiven Hornhaut- Chirurgie. Sie lassen sich die „Augen lasern", wie es im Volksmund heißt. Das Laser-Verfahren, schon vor mehr als 25 Jahren entwickelt, ist ein boomender Markt. Weil die Nachfrage groß und der Eingriff eine privatärztliche Leistung ist, haben sich eine Reihe von spezialisierten Augenkliniken mit einem eigenen Klinikverband (VSDAR) etabliert, während Laser-Hersteller immer ausgefeiltere Geräte und Methoden erfinden.
   Für Patienten ist die Laser-Korrektur von Fehlsichtigkeit nicht zuletzt eine Kostenfrage. Wie bei der Brille zahlt die gesetzliche Krankenkasse nicht für diese Augen-Korrektur, und auch nach Ansicht der meisten privaten Versicherer handelt es sich um einen medizinisch nicht notwendigen Eingriff mit den entsprechenden Risiken, die jede Operation mit sich bringt. Andererseits gibt es bereits Fälle, in denen zumindest Privatversicherte eine Erstattung erfolgreich eingeklagt haben.
   „Die Methoden, die hierzulande angewandt werden, sind ausgesprochen risikoarm", betont Dr. Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. „Allerdings müssen die Patienten vorher gründlich untersucht und ausgewählt werden." Eins der bekanntesten und häufigsten Verfahren in Deutschland ist die sogenannte Laser-in-situ-Keratomileusis (Lasik). Bei der OP-Methode wird die Hornhaut des Patienten in einem vorher exakt berechneten Winkel abgetragen, so dass er anschließend wieder scharf sehen kann.
Laserkorrektur nicht für jeden geeignet
   Die Korrektur des Sehvermögens mit solch einem Verfahren kommt, wie Eckert betont, nicht für jeden in Frage. Geeignet ist es für Menschen, die unter einer Kurzsichtigkeit von bis zu minus acht Dioptrien oder unter einer Weitsichtigkeit von bis zu plus vier Dioptrien leiden. Bei der Stabsichtigkeit, die in der Fachsprache auch Astigmatismus genannt wird, liegt die Grenze bei minus drei Dioptrien. Sind die Fehlsichtigkeiten stärker ausgeprägt, dann müsste eine größere Menge an Hornhaut abgetragen werden. Das Auge könnte dabei nachhaltig geschwächt werden. Die Fehlsichtigkeit sollte vor der Laser-OP seit mindestens ein bis zwei Jahren stabil sein.
   „Die wichtigste Untersuchung vorab ist die Wellenfrontanalyse, bei der man die Topographie der Hornhaut untersucht", sagt Dr. Inken Lamcke, ärztliche Leiterin des EuroEyes Augenlaserzentrums Berlin. Auf ihrem Bildschirm ist ein dreidimensionales Bild der Hornhaut einer Patientin zu sehen. Mit dem bloßen Auge betrachtet, sehen die eigenen Augäpfel und die anderer Menschen stets kugelrund und glänzend aus. Auf der stark vergrößerten 3-D-Darstellung jedoch erinnert die Oberfläche der Hornhaut eher an ein Mittelgebirge. Es gibt Erhebungen und Täler und Stellen, an denen die äußerste Haut der Augen ausgesprochen dünn wirkt. Bei der Analyse der Hornhaut entscheidet sich, ob eine Laseroperation durchgeführt werden kann. Ist die Haut nicht stark genug, wird nicht operiert. Außerdem wird vorab die Pupille unter verschiedenen Lichteinflüssen vermessen und der Augeninnendruck bestimmt.
   „Für junge Menschen sind Laserverfahren eine feine Sache. Wer sich mit Anfang 20 operieren lässt, hat voraussichtlich mehr als 20 Jahre ohne Brille vor sich", sagt Dr. Georg Eckert. Wenn alles gut läuft, sieht der Patient nach dem Eingriff wie ein Normalsichtiger. Doch fast jeder Mensch benötigt ab einem Alter von 40 bis 50 Jahren eine Lesebrille. Das gilt auch für diejenigen, die ihre Sehstärke per Laser haben korrigieren lassen.
   Kurzsichtigen Endvierzigern rät Georg Eckert deshalb von den Laserverfahren eher ab. Bei ihnen hat in der Regel bereits die Altersweitsichtigkeit eingesetzt: Sie können oft besser lesen, wenn sie ihre Brille absetzen. Wird die Kurzsichtigkeit in solch einem Fall per Laser behoben, dann verlieren Menschen mittleren Alters die Fähigkeit, in der Nähe scharf zu sehen. Die alte Brille wird dann lediglich gegen eine neue Lesebrille getauscht.
Wer um die 50 ist, sollte noch warten
  
Außerdem sei die Chance, im Alter einen Katarakt zu entwickeln, sehr hoch. Nach Angaben des Berufsverbands der Augenärzte leiden im Alter zwischen 52 und 64 Jahren bereits 50 Prozent der Bevölkerung unter der Trübung der Linse, die auch als Grauer Star bekannt ist. „Bei fehlsichtigen Menschen um die 50 ist es sinnvoller, noch einige Jahre zu warten und den Grauen Star dann etwas eher zu operieren", sagt Georg Eckert. Bei den Katarakt- Operationen wird eine künstliche Linse ins Auge eingesetzt, mit der auch die Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird. Mit diesen Trifokallinsen können Patienten in jeder Distanz scharf sehen. Lese- und Computerbrillen werden überflüssig. Allerdings sind diese Linsenoperationen mit mehr Risiken verbunden als die Laser-Eingriffe. Bei dem Einsatz der Fremdlinse können - trotz aller Vorsichtsmaßnahmen - in sehr seltenen Fällen Keime ins Auge eindringen und dort eine verheerende Infektion auslösen.
   „Kein chirurgischer Eingriff ist frei von Risiken oder Komplikationen. Dies gilt auch für die refraktive Hornhaut- Chirurgie." Darauf weist Augenarzt Dr. Daniel Kook vom Centrum für Refraktive Therapie der Uni-Klinik München in einem Beitrag für die Fachzeitschrift MMW hin. Dauerhafte Schäden seien jedoch selten, so Kook.
   Zur Nachsorge müssen die Patienten einige Tage lang antibiotische Augentropfen einnehmen, das Infektionsrisiko ist deshalb minimal. In den ersten Tagen nach dem Eingriff ist das Sehvermögen reduziert, einige Patienten klagen in dieser Zeit auch über Schmerzen. In den folgenden Wochen kann es passieren, dass die Patienten während der Dämmerung und in der Nacht schlechter sehen und Lichtkreise, sogenannte Halos, wahrnehmen. Auch das Sicca-Syndrom, das auch als „trockene Augen" bekannt ist, kommt häufig vor. Allerdings verschwinden die Beschwerden in der Regel nach spätestens einem halben Jahr.
  „Zu den Nebenwirkungen kann es kommen, weil der Laser Nervenzellen auf der Hornhaut durchtrennt. Sie brauchen einige Wochen, um sich zu regenerieren", sagt Dr. Inken Lamcke. Das neuste Verfahren, mit dem auch sie arbeitet, heißt Relex smile. Smile steht für „small incision lenticule extraction", eine Methode, die ohne den sogenannten Flap auskommt.

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Foto: Bei vielen Verfahren wird eine Lamelle, der sogenannte Flap,
aus der Hornhaut geschnitten und später wieder zurückgeklappt.  

   Der Flap ist eine Art Deckel, der zu Beginn der Behand­lung aus der Hornhaut geschnitten und später wieder auf das korrigierte Auge zurückgeklappt wird. Rund 20 mm ist so ein Flap-Schnitt lang. Bei der smile-Methode dagegen wird das vom Laser geformte Gewebe durch einen minimalen Schnitt von nur zwei bis vier Millimetern entfernt. Entsprechend gering sind die Nebenwirkungen, wie klinische Studien bestätigen.
Jeder Zwanzigste braucht trotzdem eine Brille
  
Das größte Risiko für Patienten besteht bei allen Laser-Verfahren laut Untersuchungen darin, dass die gewünschte Sehstärke nicht erreicht wird. Das trifft auf ungefähr fünf Prozent der Fälle in Deutschland zu. Die Abweichungen liegen meist bei 0,5 Dioptrien und weniger. Wer trotzdem scharf sehen will, muss dann vielleicht doch zur Brille greifen - oder sich erneut unter den Laser begeben. HA-Gesundheit150805KirstenSchiekiera

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Laseroperationen am Auge sind ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell: 52 Millionen Deutsche sind nach Verbandsangaben fehlsichtig. Die Zahl der Laseroperationen steigt seit Jahren. 120.000 Operationen im vergangenen Jahr. Branche liefert sich Preiskampf. Einigen Anbietern droht das Aus.

  Die neue Klinik fällt direkt ins Auge. Unweit des Gänsemarkts in Hamburg, gegenüber der Staatsoper, springen Passanten die Werbesprüche der Hamburger Euroeyes-Gruppe geradezu an. „Scharf sehen - ohne Brille" versprechen die Laserspezialisten. Infos zu einer vor Ort möglichen Augenoperation - quasi im Vorbeigehen nach dem Shoppen in der Innenstadt.
   Private Klinikgruppen und Augenärzte haben die Jagd auf die deutschen Brillenträger eröffnet. Allein im ver- gangenen Jahr stieg die Zahl der Laseroperationen in der Bundesrepublik sprunghaft an. Zählte der Branchen- verband VSDAR 2007 rund 97.000 Operationen im Standardverfahren Lasik, so waren es 2008 schon 120.000. Das Marktpotenzial ist aus Sicht der Operateure enorm: 52 Millionen Deutsche sind nach Verbandsangaben fehl- sichtig.
   Die Hamburger Euroeyes-Gruppe, mit zwölf Kliniken nach eigenen Angaben einer der größten Anbieter in Deutschland, will in diesem Jahr allein drei neue Zentren eröffnen. Neben dem Haus am Gänsemarkt kommt noch eine Klinik in Dresden und eine Dependance in einer anderen deutschen Stadt hinzu. „Wir rechnen in diesem Jahr mit rund 15.000 Operationen", sagt der Chef der Gruppe, Jörn Jorgensen, dem Hamburger Abendblatt. Um die Expansion auch stemmen zu können, hat sich Euroeyes mit Baigo Capital gerade einen Frankfurter Finanzinvestor mit ins Boot geholt. Mit ihrem Angebot zielen die Hamburger nicht nur auf die von Geburt an Weit- und Kurz- sichtigen, sondern auch auf jene Menschen, die im Alter eine Brille benötigen. Hinzu kommt am Gänsemarkt ein Zentrum zur Behandlung des Grauen Stars samt einer Privatpraxis für Augenheilkunde.
   „Vor rund zehn Jahren war es in Deutschland noch exotisch, sich die Augen lasern zu lassen", sagt Jörg Fischer, leitender Arzt beim Hamburger Konkurrenten Lasik Germany. „Mittlerweile ist so eine Operation fast Normalität geworden."
   Von einer Nachfragedelle wegen der Wirtschaftskrise sei derzeit nichts zu spüren. „Für Schönheit und Gesundheit geben die Menschen offenbar noch immer Geld aus", sagt Fischer. Auch Lasik Germany hat in den vergangenen Jahren neue Behandlungszentren in Stuttgart und Oberhausen eröffnet und plant in diesem Jahr ein weiteres in München.
   Durch den vermehrten Wettbewerb sind die Preise für eine Laseroperation am Auge in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Laut VSDAB hat sich der Preis für eine Lasik-Operation mit dem Messer (Mikrokeratom) bei 780 bis 980 Euro pro Auge eingependelt und ist damit etwa halb so teuer wie vor vier Jahren. Die schonendere Variante ohne Messer mit einem sogenannten Femtosekundenlaser liegt bei 2.000 bis 2.500 Euro pro Auge (zu den einzelnen Operationsverfahren siehe den folgenden Artikel). Der starke Preiskampf könnte aus Sicht des Branchenverbands allerdings auch die ersten Opfer unter den Laserzentren fordern. Vor allem Billig- anbieter, die im vergangenen Jahr verstärkt auf den deutschen Markt drängten, stehen nach den Worten von Verbandssekretär Jörg Hassel unter erheblichem Erfolgsdruck. Sie hätten ihr Wachstum auf Kredit finanziert und würden mit ihren Einrichtungen bislang nichts verdienen. „Es wird sicher eine Konsolidierung in der Branche geben", so der Experte.
   Die rasche Expansion der Laserzentren ist vor allem den deutschen Optikern ein Dorn im Auge. Zwar sei die Branche noch nicht so groß, dass sie eine echte wirtschaftliche Bedrohung darstelle, sagt Horst Dauter, Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Augenoptiker. Doch er kritisiert manche Werbeversprechen der Operateure als unseriös. „Es ist ein Illusion zu glauben, dass sich eine Fehlsichtigkeit komplett per Operation beheben lässt", sagt Horst Dauter und erläutert: „Eine Restfehlsichtigkeit bleibt immer."
   Auch der Wunsch, im Alter gänzlich ohne Lesebrille auszukommen, lasse sich durch die Operation nicht erfüllen. „Im Alter lässt die Elastizität der Linse im Auge nach und das lässt sich auch durch eine Operation nicht ver- meiden."
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Verfahren und Risiken bei Laseroperationen am Auge
   Lasern statt Brille? Die operative Behandlung einer Fehlsichtigkeit ist mittlerweile etabliert. „Dabei hat die sogenannte “Lasik-Methode"einen wahren Siegeszug erlebt, sagt Friedrich Flohr, niedergelassener Augenarzt in Hamburg. Bei dieser Methode wird eine dünne Schicht der Hornhaut mit einem Messer aufgeklappt, mit dem Laser das Innere der Hornhaut abgeschliffen, und dann die Hornhautlamelle wieder zurückgeklappt. Die Vorteile dieses Verfahrens: „Die Abheilung geht relativ schnell und die Sehschärfe ist schon einen Tag nach dem Eingriff fast vollständig wieder hergestellt", sagt Flohr. Angewendet wird das Verfahren bei Kurzsichtigkeit bis zu minus acht Dioptrien, bei Hornhautverkrümmung bis zu minus vier Dioptrien, bei Weitsichtigkeit bis zu plus vier Dioptrien.
   Verfeinert wurde diese Technik durch den Einsatz sogenannter Femto-Laser, mit denen sehr präzise und flache Schnitte durchgeführt werden können. Das Risiko, dass sich nach dem Eingriff in der Hornhaut eine Narbe bildet, liegt für die Lasik-Methode bei 0,3 Prozent, bei Femto-Lasern bei 0,2 Prozent, ergab eine amerikanischen Studie mit rund 12.000 Patienten. Die Infektionsgefahr liegt bei der Lasik- Methode hingegen fast bei null.
   Häufig eingesetzt wird auch die Lasik-Methode, bei der der Arzt eine hauchdünne Schicht der Hornhautober- fläche mechanisch abträgt und das Zentrum der Hornhaut mit dem Laser abschleift. Der Vorteil ist, dass keine Schnitte durchgeführt werden müssen. Aber der Eingriff ist etwas schmerzhafter und es dauert länger, bis der Patient seine volle Sehschärfe zurückgewinnt. „Diesen Eingriff würde ich nur bei Kurzsichtigkeit bis zu minus vier Dioptrien durchführen", sagt Flohr. Bei der Behandlung höherer Kurzsichtigkeit bestehe das Risiko, dass sie erneut auftrete. Außerdem könne es zu leichten Hornhauttrübungen kommen. „Bei höherer Kurzsichtigkeit ab minus zehn Dioptrien und Weitsichtigkeit ab plus sechs Dioptrien ist die Laserbehandlung nicht mehr sicher möglich. Dann würde man die Linse gegen eine Kunstlinse austauschen", erklärt Flohr. Dabei ist das Infektions- risiko deutlich höher (eine schwerere Infektion auf 2.500 Operationen) und bei stärkerer Kurzsichtigkeit besteht das Risiko einer Netzhautablösung. Diese Operationen sind nicht für jeden geeignet: Wer unter Augenerkran- kungen wie beispielsweise grünem und grauem Star oder Makuladegeneration leidet oder unter schweren Bindegewebserkrankungen, sogenannten Kollagenosen, kann damit nicht behandelt werden. Zudem müssen Patienten mindestens 18 Jahre alt sein, weil vorher die Augen noch nicht ausgewachsen sind.
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    Wie Sie wieder den Durchblick bekommen. Das Auge ist unser Tor zur Welt: ein optisches Meisterstück, das Lichtreize aus unterschiedlichsten Entfernungen blitzschnell verarbeitet. Wenn es jung und gesund ist. Mehr als 50 Millionen Deutsche sind fehlsichtig. Ein Heer von Spezialisten versucht, ihnen erneut den Blick zu schärfen – mit Brillen, Kontaktlinsen und immer raffinierteren Laser-OPs.

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Foto oben: Clemens Schießel.
   Nach Jahren mit Brille und einem gescheiterten Versuch mit Kontaktlinsen hat sich der Student für eine Laser- operation entschieden. Der Sehtest gleich nach der OP ergab: Alles ist gut gegangen.

   Zwei  Schiebetüren aus Glas öffnen sich leise, Clemens Schießel betritt den Operationssaal. Das blaue Dämmerlicht des Raums schürt die Angst des Patienten, und seine Gedanken beginnen zu kreisen wie ein Karussell, das immer schneller fährt. Hoffentlich wird alles gut gehen, hoffentlich werden seine Augen den Eingriff mit dem Laser unbeschadet überstehen.
   Der Student aus Ingolstadt lässt sich auf einer Liege nieder. Angespannt starrt er an die Zimmerdecke, als der Augenchirurg Theo Seiler mit einem Tupfer über seine Hornhaut streicht. „Sie spüren nichts mehr, oder?” fragt der drahtige Mediziner. „Nein”, antwortet Schießel. Seiler nickt zufrieden und klopft seinem Patienten sacht auf die Schulter. Die Betäubung wirkt, die Operation am Institut für Refraktive und Ophthalmo-Chirurgie IROC in Zürich kann beginnen.
  Für Clemens Schießel bedeutet die Begegnung mit Theo Seiler, einem der erfahrensten Augenchirurgen Europas, das Ende eines langen Wegs. Viele Jahre hat der Kurzsichtige nach der richtigen Brille gesucht, hat Kontaktlinsen ausprobiert und sich endlich nach gründlichen Recherchen zu einer Operation entschlossen. Eine Odyssee - wie für Heerscharen von anderen Fehlsichtigen auch. Mindestens 40 Millionen Deutsche tragen eine Brille, mehr als drei Millionen Kontaktlinsen. Und fast jährlich werden Sehhilfen und Operationen optimiert, werben Konzerne mit neuen raffinierteren, maßgeschneiderten Produkten. Da sprechen Hersteller von Brillengläsern vom Maßanzug fürs Auge, Kontaktlinsen­Experten preisen die individuell angepasste Haftschale. Und Augenchirurgen geloben, für jeden Kunden ein eigenes Operationsprofil zu erstellen. „Ein Business” sei die Korrektur mit dem Laser, gibt der Augenarzt Theo Seiler offen zu.

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   Rund 20.000 Mal hat der Züricher Ophthalmologe schon fehlsichtige Menschen operiert - und manchem ein neues Lebensgefühl beschert. Denn das Auge ist nicht irgendein Sinnesorgan: Es ist unser Tor zur Welt. Rund 80 Prozent der Eindrücke von unserer Umgebung gelangen über die zwei ballförmigen Organe in unser Gehirn. Und noch heute übertreffen die kleinen Hohlkugeln in Sachen optische Leistung, Energieverbrauch und Lebensdauer die modernsten Kameras. Blitzschnell können sie sich an neue Lichtverhältnisse anpassen, den Blick von der 20 Zentimeter entfernten Zeitung zum 40 Kilometer entfernten Alpenpanorama schweifen lassen und bei all dem zwischen rund 600.000 Farbnuancen unterscheiden. Wenn sie denn jung und gesund sind.
   Clemens Schießel bekam noch vor der Einschulung seine erste Brille. Später hat sich sein Sehvermögen stetig verschlechtert, bis er vor einem Jahr minus 6,5 Dioptrien erreichte.  „Ohne meine Brille war ich verloren”, erinnert sich der 24-Jährige.
    Immerhin blieb er dank innovativer Materialien von sehr dicken Brillengläsern verschont. „Das Licht wird in den neuen Gläsern stärker gebrochen”, sagt Dieter Friedburg, Leiter des Ressorts Ophthalmologische Optik im Berufsverband der Augenärzte. Bei hohem Brechungsindex genüge eine kleine Krümmung des Brillenglases. Und je kleiner die Krümmung ausfallen darf, desto dünner wird das Glas.
    Wurde früher Mineralglas empfohlen, haben Kunststoffgläser heute vier Fünftel des Marktes erobert. „Sie wiegen weniger als jene aus Mineralglas und zerbrechen nicht so leicht”, sagt der Augenarzt. Daher seien sie für Kinder und auch für Sportler besonders zu empfehlen.
   Hersteller werben zunehmend mit dem Versprechen, die Brillengläser individuell anzupassen. Da wird der Pupillenabstand gemessen und die Neigung des Brillenglases vor dem Auge bestimmt. Es wird entspiegelt und gehärtet, getönt und gegen Schmutz gewappnet. Seit Kurzem wollen manche Anbieter sogar kleine Unregel- mäßigkeiten auf der Hornhaut oder der Augenlinse mit maßgeschneiderten Gläsern ausgleichen. „Das ist im Moment aber eher Wunschdenken als Realität” sagt Friedburg.
   Trotz aller Finessen ging die Brille dem sportlichen Clemens Schießel gewaltig auf die Nerven. So erinnert er sich noch gut an ein Fußballspiel seiner Hobbymannschaft. Er sprang in die Luft, auf der Jagd nach dem Ball. Ein Mitspieler hüpfte ebenfalls hoch und traf ihn mit seinem Ellbogen mitten ins Gesicht. „Da war die Brille hinüber”, erinnert sich Schießel.
   Darum beschloss er im Alter von 18 Jahren, Kontaktlinsen auszuprobieren. Sein Optiker empfahl ihm weiche Haftschalen und suchte ihm gleich ein passendes Paar heraus. Kaum hatte er die Linsen eingesetzt, fiel der Schüler jedoch in Ohnmacht. „Ich vertrage es nicht, wenn jemand an meinen Augen hantiert”, sagt Schießel. Erschrocken beendete der Augenoptiker den Test, und der junge Mann setzte frustriert seine Brille wieder auf.
   Für ihn blieb unmöglich, wovon drei Millionen Menschen in Deutschland profitieren. Kontaktlinsen statt Brille. Harte Linsen, weiche Linsen. Linsen für einen Tag, zwei Wochen, einen Monat oder ein Jahr. „Die Ansprüche an Kontaktlinsen sind hoch. Sie sollen besonders viel Sauerstoff durchlassen und besonders angenehm zu tragen sein”, sagt Gudrun Bischoff, erste Vorsitzende der Deutschen Augenärztlichen Kontaktlinsen Gesellschaft. Damit scheiden für viele Menschen harte Haftschalen aus. Bei ihnen gelangt zwar viel Sauerstoff ans Auge. Doch fühlen sie sich zu Beginn an wie ein Staubkorn, das im Auge kratzt.  Nur zwölf Prozent der Kontaktlinsenträger gelingt es, sich an die harte Variante zu gewöhnen.  Die  übrigen ziehen den soften Linsentyp vor, unter ihnen auch die 36-jährige Andrea Dolz Foto unten.  

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   Mit ihren neuen Linsen hat Angelika Dolz wieder ein gutes Gefühl. Die alten hatten zu wenig Sauerstoff ans Auge gelassen. Die Folge: Die Hornhäute schwollen an und Gefäße sprossen ein.

   Zehn Jahre lang hat sie weiche Kontaktlinsen getragen. „Aber irgendwann haben meine Augen angefangen, schon nach ein paar Stunden zu jucken und zu brennen”, berichtet die 36-Jährige heute. Immer öfter musste sie Pausen einlegen, die Tragezeit immer weiter reduzieren. „Diese älteren Kontaktlinsen waren am Rand zu dick und ließen zu wenig Sauerstoff ans Auge”, sagt Bischoff, die Angelika Dolz betreut. Daher fehlte den Zellen die Energie, um anfallendes Wasser aus der Hornhaut zu pumpen. Die schwoll zum Rand der Linse hin an wie ein trockener Schwamm, der ins Wasser fällt, und Adern sprossen in die gefäßlose Hornhaut ein. „Beides kann die Sicht enorm einschränken”, sagt Bischoff.
   Vor allem fürchten die Augenärzte jedoch, dass sich Bakterien in der sauerstoffarmen Umgebung vermehren. Erreger, die eine Infektion oder ein Hornhautgeschwür auslösen, im schlimmsten Fall sogar den ganzen Augapfel befallen. „Das sind sehr seltene Komplikationen. Doch die Patienten sollten kein Risiko eingehen”, sagt Hans- Walter Roth, Leiter des Instituts für Wissenschaftliche Kontaktoptik in Ulm. Tageslinsen dürften wirklich nur einen Tag, Monatslinsen nur einen Monat getragen werden. Und nachts beim Schlafen sollten keine normalen Kontakt- linsen am Auge bleiben - selbst wenn der Hersteller explizit damit werbe. Etwa indem er propagiere, man könne die Linsen wochenlang ohne Pause tragen.
   Mit neuen Ideen versuchen Firmen, ihre Konkurrenten auszustechen. Sie suchen nach der richtigen Mischung innovativer Materialien, stellen immer neue Kombinationen zusammen. Seit einigen Jahren arbeiten Forscher vor allem am richtigen Verhältnis von Silikon und Hydrogel. „Das Silikon allein lässt viel Sauerstoff ans Auge, hat jedoch eine raue Oberfläche. Erst das Hydrogel macht das Tragen angenehm" sagt Augenärztin Bischoff.
   Ihre Patientin Angelika Dolz trägt seit acht Monaten den neuen Star unter den Silikon-Hydrogel-Linsen. „Ich spüre gar nichts davon”, schwärmt sie. Von morgens bis abends könne sie die Linsen in den Augen lassen, und selbst in verrauchten Kneipen störten sie nicht mehr. Drohte den Patienten früher nach 10 bis 15 Jahren die Kontaktlinsen-Unverträglichkeit, sehen viele Augenärzte diese Grenze nicht mehr. „Vor allem die neuen Materialien können über Jahrzehnte getragen werden”, sagt Bischoff. Es sei denn, der Patient fällt gleich nach dem Einsetzen der Linsen in Ohnmacht - wie Clemens Schießel.
   Der wollte sich trotz der Panne mit den Linsen nicht mit seiner Brille abfinden und machte sich bald auf die Suche nach einem Augenchirurgen. „Als ich einen Film über eine Laseroperation sah, bin ich gleich wieder umgekippt”, sagt der Student. Und war sich nicht sicher, ob er einen Eingriff am Auge gut überstehen würde.
   Dabei wagen mindestens 50.000 Menschen pro Jahr in Deutschland eine korrigierende Lasertherapie am Auge. Galt der Eingriff bislang als Lifestyle-Behandlung für Wohlbetuchte, zeichnet eine aktuelle Studie der Uni-Augen- klinik in Mainz ein völlig anderes Bild: Nur vier Prozent der operierten Probanden verdienten im Jahr mehr als 100000 Euro, bei 59 Prozent lag der Lohn dagegen bei 30.000 Euro. Mehr als ein Fünftel der gelaserten Probanden wurden allerdings von der Familie finanziell unterstützt.
   Auch bei Clemens Schießel erklärte sich der Vater bereit, die Kosten der Operation zu übernehmen. Am IROC in Zürich erfuhr der Student, dass es verschiedene Lasermethoden gibt, um seine Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Bei einer trägt ein Laserstrahl direkt an der Augenoberfläche Hornhautgewebe ab, um die Brechkraft des Auges zu ändern. Meist verwenden die Chirurgen allerdings die sogenannte Lasik: Sie klappen die oberen Hornhaut- schichten wie einen Buchdeckel zurück und entfernen darunterliegendes Hornhautgewebe. Um die dünne Lamelle von der übrigen Hornhaut zu lösen, schneiden viele Augenchirurgen mit einer winzigen Klinge ins Auge. Andere ziehen dagegen den Strahl des Femtosekunden-Lasers vor, der kleine Explosionen im Innern der Hornhaut erzeugt. Winzige Luftbläschen entstehen und trennen die unteren von den oberen Zellschichten.
   Schnittfehler, die beim Eingriff mit der Klinge passieren können, würden durch die Femto-Methode vermieden, sagt Seiler. „Der Femtolaser bildet zudem einen sehr gleichmäßigen Hornhautdeckel, der dünner ausfällt als beim Schnitt ins Gewebe.” Und eine besonders zarte Hornhautlamelle mindere vermutlich das Risiko, dass sich der Rest der Hornhaut vorwölbe und allmählich zugrunde gehe - eine Komplikation, die extrem selten vorkommt, für den Patienten jedoch verheerend ist. Nur schwer ist die Hornhaut dann noch zu retten. Darum entschied sich Schießel für die Femto-Lasik, zahlte dafür allerdings pro Auge 600 Euro extra.
   Noch fehlen Studien, welche diese Vorteile der Femto-Methode tatsächlich belegen. Auch können Vertreter der Zunft bislang nur vermuten,  dass die Operation ohne Skalpell das Risiko eines trockenen Auges reduziert. Das Hornhautdeckelchen fällt dünner aus, so dass weniger Nervenfasern durchtrennt werden und sich der Tränenfilm schneller normalisieren kann, so die Theorie. Nach einer Standard-Lasik klagt dagegen fast die Hälfte der Patienten in den ersten sechs Monaten über ein trockenes Auge. Bei zwei Prozent der so Operierten verrutscht das Hornhautdeckelchen, und es schlägt vor allem in den Händen eines unerfahrenen Chirurgen  bei jedem zehnten Auge Falten. In 0,3 bis 5,7 Prozent der Fälle kommt es zu Komplikationen während der Standard- operation.
   Trotz der mutmaßlichen Vorzüge des Femtolasers ist Clemens Schießel die Angst anzusehen, als ein Metallring auf seinem Auge fixiert wird. Schon jagt der Laser seine Impulse in die Hornhaut des Patienten, und der Monitor im Operationssaal zeichnet seine Spur mit einer roten Linie auf einer grünen Fläche nach. „Ich streiche jetzt gleich den Hornhautdeckel zurück”, erklärt Seiler seinem Patienten. Sehr aufrecht sitzt der Arzt hinter dem Patienten auf der Liege und betrachtet dessen Auge durch ein Mikroskop. Jeden Handgriff beschreibt der Augenchirurg, vom Fixieren der Augenlider bis hin zur Einstellung des Laserstrahls. „Noch 24 Sekunden, dann haben Sie es überstanden” sagt Seiler, als ein zweiter Laser winzige Schichten des freigelegten Hornhautgewebes zu verdampfen beginnt. „Geschafft!” verkündet der Augenarzt, setzt dem Patienten noch eine Kontaktlinse als Verband aufs Auge und führt ihn ins Untersuchungszimmer. Nach der Operation sollte der Patient sofort mindes- tens 20 Prozent sehen können.
   Seiler wirft mit einem Projektor Buchstaben verschiedener Größe an die Wand. Das operierte Auge ist gerötet, nervös bemüht sich Schießel, irgendetwas zu erkennen. „A,R, F,S”, liest er langsam vor. Das sind bereits 30 Prozent Sehvermögen; Arzt und Patient sind zufrieden.
  Aber Schießel kann sich noch nicht vorstellen, bald alles ohne Brille zu sehen. „Das wäre der Wahnsinn”, ruft er aufgeregt. Dabei können erfahrene Augenchirurgen diesen Wunsch heute mehr als 90 Prozent ihrer Kundschaft auf Anhieb erfüllen. Bei etwa acht Prozent muss die Hornhaut allerdings ein zweites Mal geschliffen werden, um die Patienten von ihrer Brille zu befreien. Ein Prozent der Operierten verliert durch die Lasik 20 Prozent ihrer Sehstärke.
   Trotz der hohen Erfolgsraten geben sich die Augenärzte mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Denn auch wenn sie meist die Sehstärke verbessern können, hapert es hin und wieder bei der Sehqualität: Fünf Prozent der Operierten klagen, dass sie im Dunkeln schlechter sehen als vor dem Eingriff, dass sie leicht geblendet werden, dass sie den Schein von Straßenlaternen oder Autoscheinwerfern als verschwommene Lichtkränze wahrnehmen.
   Eine Luxus-Lasik soll diese Begleitphänomene ausschalten. Die Methode zielt auf Unregelmäßigkeiten der Hornhaut, die sonst durch die Lasik entstehen und die zu Abbildungsfehlern auf der Netzhaut fuhren können. „Dabei ist der Laser so programmiert, dass diese weitgehend vermieden werden” sagt der deutsche Augenarzt Jens Bühren, der an der University of Rochester in den USA forscht.
   Manche Augenärzte preisen auch die individuelle Optimierung der Hornhaut an. Sie wollen nicht Folgen der Operation vermeiden, sondern die natürlicherweise vorhandenen Unregelmäßigkeiten der Hornhaut entfernen. Für rund 500 Euro extra. Aber längst nicht alle Patienten haben etwas davon: „Nur wenn die Unregelmäßigkeiten der Hornhaut sehr ausgeprägt sind, kann die Methode tatsächlich die Sehqualität verbessern”, sagt Gernot Duncker, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und Leiter der UniAugenklinik in Halle.
   Welches Angebot ist seriös? Welcher Operateur fähig? Manchmal tun sich selbst Mediziner schwer, die richtige Adresse zu finden. So gab sich der Münchner Orthopäde Michael Nager vor vier Jahren in die Hände eines ehemaligen Studienkollegen. „Er bot mir an, mich in seiner Augenarztpraxis zu lasern. Wir waren Freunde, also vertraute ich ihm”, berichtet Nager heute. Der Orthopäde fuhr Motorradrennen, spielte gern Golf und wollte die lästigen Kontaktlinsen endlich loswerden. „Also bin ich an einem Freitagmittag zu dem Kollegen rausgefahren und habe mir gleich beide Augen operieren lassen”, berichtet der 42-Jährige heute.
   Doch sofort nach dem Eingriff wusste er, dass bei seinem rechten Auge etwas schiefgelaufen war. Er litt an heftigen Schmerzen und sah noch Tage nach dem Eingriff wie durch eine Milchglasscheibe. „Ich habe nur geheult und habe mich mit Schmerzmitteln durch den Tag geschleppt”, erinnert sich der Arzt heute. Wie sich heraus- stellte, hatte der Kollege kaum Erfahrung mit dem Augenlaser und das Hornhautdeckelchen völlig vermurkst. Als Nager sich noch den Fuß brach, weil er im Dunkeln so schlecht sah und gestolpert war, suchte er verzweifelt nach Hilfe. „Ich habe die Welt verflucht und mir gewünscht, dass ich bei meinen Kontaktlinsen geblieben wäre”, erinnert er sich. Vier Jahre dauerte es, bis der Orthopäde auf dem rechten Auge wieder richtig gucken konnte. Er ließ sich bei dem Münchner Augenchirurgen Thomas Neuhann noch zweimal nachkorrigieren und sieht jetzt 130 Prozent.
   Oft hat er überlegt, was er heute anders machen würde. Die Praxis des Kollegen war modern eingerichtet, das Gerät gehörte zum neuesten Standard. „Das wirkte alles sehr überzeugend” sagt er. Noch immer würde es ihm schwerfallen, das Können eines Augenarztes richtig einzuschätzen.
  Manche Augenkliniken versuchen sich seit vergangenem Jahr mit dem Lasik-TÜV von der Konkurrenz abzuheben. „Das hilft den Patienten, Qualitätsarbeit zu erkennen”, sagt Michael Knorz, Leiter des Freevis-Zentrums in Mannheim, der die Kriterien für das Zertifikat erstellt hat. So sollen die Augenchirurgen zum Beispiel in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1.000 Augen mittels Lasik in Form gebracht haben. Wenn sie dann noch bei weniger als 15 Prozent der Augen in einer zweiten Operation nachkorrigieren mussten und die Komplikationsrate unter einem Prozent lag, kommen sie für die TÜV-Plakette in Frage.
  Allerdings geraten auch erfahrene Augenchirurgen bei der Lasik an ihre Grenzen, wenn die Patienten extrem kurz- oder weitsichtig sind. Die Kommission Refraktive Chirurgie empfiehlt, nicht jenseits von minus zehn oder plus vier Dioptrien zu lasern. „In unserer Klinik ist schon bei minus acht Dioptrien Schluss. Sonst wird die Hornhaut zu dünn und kann sich vorwölben”, sagt Knorz.
   Als Alternative zur Lasik bieten Augenchirurgen diesen Patienten eine künstliche Augenlinse an. Mussten die Ärzte noch vor wenigen Jahren starre Scheiben ins Auge einfügen, hantieren sie heute oft mit biegsamen Linsen, die sich erst im Augeninnern entfalten. „Der Schnitt ins Auge fällt dann nur noch halb so groß aus”, sagt Thomas Kohnen, stellvertretender Leiter der Uni-Augenklinik in Frankfurt am Main.
   Noch streiten die Augenchirurgen jedoch, wo im Auge die Linse ihren Platz finden sollte.

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Kunstlinsen verschafften dem extrem kurzsichtigen Flugzeugmechaniker
Alexander Specht (-9 Dioptrien) endlich eine klare Sicht

  Bei Alexander Specht Foto oben zum Beispiel wurde sie in der vorderen Augenkammer an die Iris geklemmt. Der 25-Jährige arbeitet als Flugzeugmechaniker am Frankfurter Flughafen und kann nun endlich wieder problemlos erkennen, welcher Flieger auf die Startbahn rollt. Er kann beim Warten der Maschinen die Nummern der Flug- zeugteile lesen, kann die Nachtschichten überstehen, ohne dass ihn Brille oder Kontaktlinsen bei der Arbeit stören. Für die Operation braucht der Arzt allerdings ein feines Händchen. „Wenn die Linse nicht richtig sitzt, kann sie die Rückseite der Hornhaut schädigen”, sagt der Mainzer Augenchirurg Walter Sekundo, der Specht behandelt hat. Darum setzen manche Augenärzte die künstliche Linse lieber direkt vor die natürliche Augenlinse. Anders als bei einer Fixierung an der Iris ist sie dann von außen unsichtbar. Sie sitzt jedoch sehr dicht an der natürlichen Linse, so dass diese eintrüben kann. „Das Risiko ist mir zu groß”, sagt Kohnen.
   Der Mediziner hofft auf eine neue Linse, die in die vordere Augenkammer implantiert werden soll. Anders als ihre Vorgänger erhöhte sie in Studien an mehr als 500 Patienten weder den Augendruck, noch schädigte sie die Rückseite der Hornhaut „Sie lässt sich im Gegensatz zu den anderen Linsen sehr leicht einsetzen”, sagt Kohnen. Im Jahr 2008 soll sie in Deutschland zugelassen werden.
   Auch mit dieser Linse wird es den Patienten sicher besser gehen als jenen Männern, die den Briten Sir Harold Ridley einst auf die Idee mit den Kunstlinsen brachten. Der spätere Augenarzt hatte im Zweiten Weltkrieg erstmals Menschen mit Plexiglas im Auge erlebt - und festgestellt, dass der Körper es tolerierte. Die Objekte des Erstaunens zeigten sich jedoch weniger fasziniert: Es handelte sich um Piloten, denen Splitter ihrer Cockpit- scheiben ins Gesicht geflogen waren. SternAstridViciano0745

infos im Internet
www.stern.de/augen  Wissenswertes zu verschiedenen Augenleiden und ihrer Behandlung; Diskussionsforum
www.rodenstock.de  Der Link „Welt des Sehens” führt zu diversen Online-Sehtests
www.augeninfo.de  Website des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands; über den Link „Kommission Refraktive Chirurgie”, dann den Link „Übersicht Anwenderlisten” Zugang zu Listen von Ärzten, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen
www.lasik-tuev.de  Liste der bereits TÜV-zertifizierten Kliniken
www.vsdar.de  Website des Verbands der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und refraktive Chirurgie mit Links zu einzelnen Kliniken

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   Ärzte-Check. Augenarzt Thomas Neuhann Foto oben rechts erklärt, warum Laser-OPs im Ausland billiger sind - und wie man einen guten Chirurgen findet.  Der Mediziner leitet die ALZ Augenklinik in München
Foto oben links Neuhann ist zudem erster Vorsitzender der Kommission Refraktive Chirurgie des Berufsverbands der Augenärzte und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Verbinden Sie Ihren Urlaub mit einer Lasik-Behandlung!”, werben Kliniken aus dem Ausland. Lassen sich Patienten aus Deutschland mit solchen Angeboten locken?
   Und ob! Wir haben zwar keine genauen Daten darüber, wie viele Menschen jedes Jahr ins Ausland reisen, um sich ihre Augen lasern zu lassen.  Wir wissen aber zum Beispiel, dass eine Klinik in Istanbul jeden Monat 1.800 Patientenaugen mit dem Laser behandelt, 1.200 davon aus Deutschland. Allein in Istanbul gibt es 18 Kliniken, welche die Therapie für Deutsche anbieten. Da kann man sich ausrechnen, dass gewiss nicht wenige Menschen einen Lasik-Urlaub buchen.
Die Kliniken bieten die Therapie zu Dumpingpreisen an. Da kostet die Lasik beider Augen etwa 1.050 Euro. In Ihrer Klinik zahlen Patienten allein für die Operation eines Auges das Doppelte. Woher kommt der gewaltige Preisunterschied?
   Da wird zum Beispiel am Material gespart. So verwenden wir für jede Operation eine neue sterile Klinge, die allein schon 120 Euro kostet. In anderen Kliniken werden die gern wiederverwendet. Die Personalkosten liegen bei uns um ein Zehnfaches höher als in der Türkei. Außerdem nehmen wir uns Zeit für die Beratung der Patienten, während manches Institut im Ausland die Patienten wie am Fließband behandelt.
Es ist wenig verwunderlich, dass Sie auf die preisgünstige Konkurrenz schimpfen.
   Nein, ich rate gar nicht grundsätzlich von einer Operation im Ausland ab. Viele Menschen kehren sehr zufrieden zurück. Schließlich gibt es auch in Istanbul gute Operateure. Doch fehlt eben die Zeit, wenn es nicht nur um die Standardbehandlung geht, sondern auch darum, welche Erwartungen der Patient hat, ob eine Laseroperation in seinem speziellen Fall ratsam ist. Das gilt übrigens nicht nur für Kliniken im Ausland. Auch in Deutschland gibt es große Unterschiede.
Wie kann der Laie zwischen einer guten und einer schlechten Klinik unterscheiden?
   Da können in Deutschland die Liste der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) und der Lasik-TÜV weiterhelfen. Wer auf der KRC-Anwenderliste steht, hat zumindest eine gute Ausbildung in der Lasik-Behandlung durchlaufen und nachgewiesen und bildet sich regelmäßig fort. Seit vergangenem Jahr gibt es auch den Lasik-TÜV. Dafür müssen Augenärzte nachweisen, dass sie mindestens fünf Lasik-Operationen pro Woche durchführen, dass sie modernes Equipment verwenden. Sie müssen die Hygienerichtlinien einhalten und gute Operationsergebnisse erzielen. So werden eine gute Ausbildung und gute Ergebnisse nicht nur behauptet, sondern bewiesen - jedes Jahr neu!
Was sollte der Patient im Gespräch mit dem Augenarzt beachten?
  Wichtig ist, ob der Arzt auf die spezielle Situation eingeht oder ob er nur allgemeine Ratschläge gibt. Fragt er nach den Erwartungen des Patienten? Fragt er nach dessen Beruf, dessen Hobbys? Das wäre ein Zeichen dafür, dass er versucht, für den Einzelnen das Optimale herauszuholen. Grundsätzlich sollte sich der Patient fragen, ob der Arzt mit ihm ein Beratungsgespräch geführt hat - oder nur ein Verkaufsgespräch.  SternAstridViciano0745

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Zwei Augen zum Preis von nur einem: EU erleichtert Operationen im preiswerten Ausland

   Im Augenlaser-Zentrum von Breslau hatte man den Beschluss des Europäischen Parlamentes bereits sehnlich erwartet. Viele der Patienten, die die international anerkannte Klinik jährlich aufsuchen, sind Ausländer. Es sollen deutlich mehr werden. Das Europäische Parlament beauftragte jetzt die Kommission, eine neue Richtlinie auszu- arbeiten. Sie legte zugleich die Rahmenbedingungen fest, damit künftig alles möglich ist: Zahnbehandlung in Polen, Kur in Südtirol, Augen-Operationen in Rumänien. Der Versicherte bekommt das Geld von seiner Kranken- kasse zurück, zumindest so viel, wie die gleiche Behandlung in der Heimat gekostet hätte. Das wiederum macht das östliche EU-Ausland interessant: Dort liegen die Kosten spürbar niedriger als in Deutschland. In Breslau sagt man offen: „Die Korrektur beider Augen bei uns entspricht inklusive Hotel dem Preis der Korrektur nur eines Auges in Deutschland."
   Den Weg dahin hat das Straßburger Plenum vorgezeichnet: Vor einer Auslandsbehandlung spricht der Ver- sicherte mit seiner Krankenkasse. Diese muss die medizinischen Leistungen genehmigen und händigt dem Patienten ein Formular aus, das dem Arzt oder der Klinik im Ausland die Übernahme der Kosten garantiert. Die Mitgliedstaaten der EU können noch im Einzelnen festlegen,  ob die Versicherungen auch weitere Kosten für Reise, Unterkunft oder Therapie übernehmen dürfen oder nicht. Sollte der Patient die Krankenhaus-Rechnung zunächst selbst bezahlen müssen, darf diese Vorleistung nicht höher sein als im Heimatland des Betroffenen. Um vor möglichen Fehlern oder mangelhaften Eingriffen geschützt zu sein, müssen die EU-Mitgliedstaaten eine nationale Ansprechstelle  einrichten, an die sich ein unzufriedener Patient später wenden kann. Außerdem wird ein Europäischer Patientenbeauftragter berufen, der als Vermittler angerufen werden kann.
   Von der Neuregelung ausgenommen sind Organtransplantationen und Langzeitpflege. Auch die Soforthilfe nach einem Unfall im Urlaub ist bereits geregelt. Es geht also nur um langfristig absehbare Krankenhausbehandlungen. Doch da fangen die Probleme an. Zwischen den Mitgliedstaaten ist umstritten, was unter „stationär" zu ver- stehen ist: Einige Staaten wollen ambulante Behandlung herausnehmen und drängen darauf, dass „mindestens eine Nacht in der Klinik" Voraussetzung für die Gültigkeit der Richtlinie ist.
   In Deutschland befürchten viele Ärzte einen regelrechten Medizin-Tourismus, weil immer mehr Deutsche ins Ausland drängen, wo die Behandlung billiger wird, während Polen, Franzosen und Skandinavier in die Bundes- republik reisen, wo sie die hohe deutsche Qualität in der Medizin schätzen. Experten rechnen damit, dass diese Feinheiten noch zu erheblichen Auseinandersetzungen führen dürften, auch wenn die Vorgaben des Parlamentes die größten Ängste der Mitgliedstaaten beseitigen: Die nationalen Gesundheitssysteme bleiben unangetastet. NOZ090424dd

Ein Leben ohne Brille?  Augenkorrektur per Laser

   Eine Brille stört unter Umständen beim Sport, beschlägt im Winter und  sieht nach Einschätzung mancher Leute nicht gut aus. Wer keine Kontaktlinsen verträgt,  denkt deshalb vielleicht darüber nach, sich die Augen lasern zu lassen. Diese kosmetische Operation gibt es seit den  achtziger Jahren.
Die Operation:
   Das Auge hat zwei Linsen. Die eigentliche Linse im Inneren des Auges und die Hornhaut vorn. Bei der Hornhaut kann sich - je nach individueller Veranlagung - die Krümmung und damit die Brechkraft ändern. Das führt zu Kurz- oder Weitsichtigkeit. So genannte Excimer-Laser können die Krümmung der Hornhaut verändern und damit die Fehlsichtigkeit  korrigieren:  Ein computergesteuerter High-Tech-Hobel (Mikrokeratom), schneidet bei der Lasik- Methode die oberste Hornhautschicht an. Das ist Präzisionsarbeit, denn der Hornhautdeckel ist nur ein Zehntel Millimeter dick. Er ist durchsichtig wie Zellophanpapier und wird während der Operation zurückgeklappt. Die unterteste Hornhautschicht des Auges liegt dann frei. Der Laser formt die schmerzunempfindliche Schicht der Hornhaut neu. Überschüssiges Gewebe verdampft. Nach 10-20 Sekunden ist alles vorbei. Der hauchdünne Hornhautdeckel wird wieder in die ursprüngliche  Position gebracht und glatt gestrichen. Er saugt sich innerhalb von wenigen Minuten an der Schnittstelle fest.
Voruntersuchungen:
   Oberfläche und Dicke der Hornhaut werden gemessen. Kontaktlinsenträger sollten vor der Untersuchung eine Tragepause von zwei Wochen einlegen. Die aktuelle Sehschärfe wird überprüft. Der Durchmesser der Pupille bei Tageslicht und unter Dämmerungsbedingungen muss ermittelt werden. Zu jeder Untersuchung gehört auch die Messung des Augeninnendrucks. Ein erhöhter Augeninnendruck sowie Erkrankungen der Netzhaut schließen eine Laserbehandlung aus.
Korrektur der Fehlsichtigkeit hat Grenzen:
 Es kann nicht jedes kurz- oder weitsichtige Auge gelasert werden. In der Regel wird mit der Lasik-Technik eine Kurzsichtigkeit bis minus 8  Dioptrien gelasert,  Weitsichtigkeit ist in der Regel bis zu plus drei Dioptrien zu korrigieren. Auch das sollten Brillen- und Kontaktlinsenträger wissen: nicht immer kann  der Laser die Fehlsichtig- keit zu 100 Prozent korrigieren. Erst die Kontrolle nach drei Monaten zeigt, ob die neue Linsenkrümmung optimal passt. Ist das nicht der Fall wird nachgelasert. Das ist bei den Augenzentren in der Regel im Preis enthalten. Und noch etwas: wer kurzsichtig war, kann jenseits der 45 trotz des Laserns weitsichtig werden.  Dann ist eine Lesebrille notwendig. Auf das alles muss der Patient vor der Operation hingewiesen werden.
Ein weiteres Qualitätskriterium bei der Auswahl des Laserzentrums:
  Seriöse Anbieter lassen ihren Kunden nach den umfassenden Informationsgesprächen Zeit zum Überlegen. Rat vom Augenarzt: Brillenmüde Menschen sollten sich vor einer Laser-Operation von ihrem Augenarzt untersuchen lassen und sich fachlichen Rat holen. Denn schließlich ist das Lasern eine Operation am eigentlich gesunden Auge.
Kosten:
  Je nach Lasertechnik kostet eine Augenkorrektur bis zu 5.000 Euro. Geld von der Krankenkasse gibt es in der Regel nicht. Lasern im Ausland ist wesentlich preiswerter. Doch da raten Experten zu großer Vorsicht. Der Grund: Es gibt oft Sprachprobleme bei der Beratung und die üblichen Nachsorgeuntersuchungen entfallen. Das heißt, der finanzielle Vorteil wird möglicherweise mit einem höheren Gesundheitsrisiko erkauft. 
Information:
   Augenlaserzentren im Test, Stiftung Warentest Heft 8/06. ww.stiftung-warentest.de, Bestelladresse für das Heft: Stiftung Warentest. 10785 Lützowplatz 11-13  Tel: 0180 - 500-24 67 (Heftpreis: 4.20 Euro plus Versandkosten). Informationen zur Lasertechnik und eine Liste von Ärzten und Augenkliniken, die eine Laseroperation anbieten, gibt es unter folgender Adresse: Kommission Refraktive Chirurgie (Berufsverband der Augenärzte Deutschlands),  Postf.: 300155, 40401 Düsseldorf, T: 0211 – 430 37 00 www.augeninfo.de

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Für zwei neue Augen nach Istanbul: Das Geschäft boomt – vor allem im preiswerten Ausland

Foto oben:  Ein Auge wird für eine Lasik-Operation vorbereitet.
  Mit dem Eingriff können Kurzsichtigkeiten bis -10 Dioptrin und Weitsichtigkeiten bis +3 Dioptrin korrigiert werden. Weltweit lassen sich pro Jahr rund 3,5 Millionen Menschen behandeln. Die Deutschen sind noch zurückhaltend. Aber immer mehr gehen ins Ausland.

1.000 Euro statt hierzulande 4.000 Euro werden fällig. Der Standard ist hoch, doch es gibt auch Risiken.

   Kahle Wände, ein blankpolierter Boden, glänzende Metalloberflächen. An der Tür warnt ein orangefarbenes Schild vor Strahlung. Doktor Bulent Ayan und seine beiden Assistentinnen sind von Kopf bis Fuß vermummt und sehen aus wie Mitarbeiter des Chipherstellers Infineon. „Soll ich Ihre Hand halten?”, fragt Arzthelferin Gülcin Ismailoglu. Die meisten nehmen sie gern.
    Dann wird das Auge fixiert. Ein grünes Licht blinkt. Der Laser fährt einen Rüssel aus und saugt sich am Augapfel fest. Es wird dunkel. Mit einem Surren schneidet ein Präzisionsskalpell eine Hornhautlamelle ab. Sie wird zurückgeklappt, leuchtende Blitze schießen ins Auge. Nach zehn Minuten sind beide Augen behandelt, die Operation ist gelungen. Vier Dioptrin Kurzsichtigkeit sind Vergangenheit. „Wir sehen uns morgen”, sagt Doktor Ayan. „Danach können Sie Istanbul mit ihren neuen Augen entdecken.”
    Die Lasik-Behandlung in der Eyestar-Klinik im Zentrum der türkischen Hauptstadt hat 1.000 Euro gekostet - für beide Augen. In Deutschland müssen dafür 4.000 bis 5.000 Euro gezahlt werden. Deswegen lassen sich immer mehr Kurzsichtige in einer der vielen Kliniken in Istanbul behandeln. Auch Bratislava, Krakau, Kiew oder Barcelona sind beliebte, weil günstige Ziele des Laser-Tourismus. Etwa 5.000 Bundesbürger reisen nach Schätzungen deutscher Verbände pro Jahr zur Lasik-OP ins Ausland - Tendenz stark steigend.
   Bei Eyestar sind 90 Prozent der Patienten Ausländer. Sie kommen aus den Niederlanden, Norwegen, der Schweiz und jeder Ecke Deutschlands - wie Schwäbisch-Hall, Niederkrüchten, Landshut. Einer der prominentesten Kunden war Thomas Wohlfahrt, 2004 Zweiter bei der Sat.1-Talentshow „Star Search”. Er habe „gleich nach der OP vor Freude ein kleines Konzert gegeben”, wirbt die Klinik im Internet.
   Der Standard bei Eyestar ist augenscheinlich gut. Die Operateure sind international ausgebildet und haben mehrere tausend Behandlungen durchgeführt. In der Klinik steht einer der modernsten Laser, die es auf dem Markt gibt, bestätigt der Erlangener Hersteller Wavelight. Die Operation ist so günstig, weil Miet- und Personal- kosten in der Türkei ein Vielfaches unter den deutschen liegen. „Solche Preise können wir bei unserem Gehalts- gefüge und den Mietkosten nicht anbieten”, sagt Jörg Hassel vom Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR).
   Die hohen Kosten einer Lasik-Operation halten gerade in konjunkturell flauen Zeiten viele Deutsche von diesem Schritt ab. Verbandssekretär Hassel rechnet damit, dass pro Jahr 120.000 Operationen durchgeführt werden.  Dabei hat Deutschland Nachholpotential. Während in Portugal, Spanien und der USA im Jahr mehr als 5.000 von einer Million fehlsichtigen Einwohnern gelasert werden, liegt die Quote hier bei 1.800. Erst insgesamt 600.000 von 52 Millionen Deutschen mit Sehfehlern haben sich unter den Laser gelegt. Zum Vergleich: 1,2 Millionen Ope- rationen werden jährlich in Europa (ohne die Bundesrepublik) erwartet, allein 2,3 Millionen sind es in den USA.
  „Die Methodik hat sich stark verbessert und gilt als komplikationslos”, sagt Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Trotzdem sei das Thema immer noch „unglaublich angstbesetzt”, so die Erfahrung des Laser-Spezialisten Matthias Maus, der unter anderem TV-Moderatorin Ilona Christen von ihrer Sehhilfe befreit hat. Hinzu komme, dass die Brille in Deutschland eine höhere Akzeptanz habe als in anderen Ländern. So sei sie in Portugal oder Spanien ein regelrechter Makel.
   Zwar geben sechs von zehn Deutschen in einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) an, sich „auf keinen Fall” im Ausland lasern zu lassen, aber dennoch tun es so viele, dass dort ständig neue Kliniken entstehen oder bestehende ausgebaut werden. So ist in der Türkei, wo Laser-Hersteller Wavelight nach Angaben von Marketingleiterin Katrin Teigeler „eine starke Nachfrage” auch nach 450.000-Euro-Geräten verspürt, ein intensiver Wettbewerb um deutsche Kunden entbrannt. Einige Laser-Zentren bieten Voruntersuchungen schon in Deutschland an und locken Kunden mit attraktiven Reise- und Behandlungspaketen an den Bosporus.
   Deutsche Laser-Experten sehen die Entwicklung mit Sorge. Das Risiko von Komplikationen beziffert der Chef der EuroEyes-Kliniken, Jörn Jörgensen, bis zu zwanzigmal höher. Über 100 im Ausland operierte Patienten müssten jährlich nachbehandelt werden.  Während  in Deutschland strenge ISO-Standards und TÜV-Normen gelten, sind die gesetzlichen Vorschriften gerade außerhalb der EU laxer. Auch gilt etwa in der Türkei keine Gewährleistungs- pflicht, wenn der Eingriff misslingt. „Bei einem Kunstfehler haben Patienten schlechte Karten”, sagt Hassel. Zudem würden manche Kliniken an der Hygiene und der Wartung der Geräte sparen und die teuren Operationsskalpelle mehrfach verwenden. Deutsche Ärzte wissen auch von in die Türkei ausrangierten Lasern. „Dabei sollte ein Gerät maximal fünf bis sieben Jahre eingesetzt werden”, sagt Teigeler.
   Ein weiteres Problem besteht in der Vor- und Nachbehandlung. Erst vor Ort kann der Arzt entscheiden, ob ein Patient für den Eingriff überhaupt geeignet ist. Ist er aber erst mal da, wird er ungern weggeschickt. „Ferner ist es für den Chirurg wichtig, den Patienten mehrere Monate nach der Behandlung zu untersuchen, um ein Feedback für seine Arbeit zu bekommen”, sagt Laser-Spezialist Maus. Er weist aber darauf hin, dass es neben schwarzen Schafen auch exzellente Ärzte in der Türkei gebe und die „Chance, dass es gut läuft, sehr hoch” sei. Um mehr Menschen unter den Laser zu bekommen, fallen nun auch in Deutschland die Preise. Einige Anbieter werben mit 1.000 Euro je Auge. Klinikvertreter  Hassel ist skeptisch: „Wenn  der  Preis sinkt, leidet die Qualität.” 
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Augen-OP zum Schnäppchenpreis ersteigern

   Der kurzsichtige Patient will seine Sehschwäche dauerhaft korrigieren lassen. 4.200 Euro verlangt sein Arzt für eine Augenlaser-Behandlung. Doch so viel will der Patient nicht berappen, stellt das Angebot ins Internet - und bekommt das Gleiche für 1.200 Euro weniger: organisiert durch eine Internet-Auktion: ein Online-Angebot. In Zeiten, in denen Patienten immer mehr selber zahlen müssen, boomt der Schnäppchenmarkt auf Online-Platt- formen.
  Unter www.Arzt-Preisvergleich.de bietet das Portal nun auch für die Allgemeinmedizin. In einer Online-Auktion spuckt es unserem Patienten mehrere Angebote aus. Per eMail bekommt er unverbindlich die Kontaktdaten des bis dahin anonymen Arztes. „Für den Patienten bleibt alles bis zum Vertragsabschluss kostenlos”, versichert Andreas Hörr, Geschäftsführer der Plattform. „Viele gehen mit dem Vergleich auch zu ihrem eigenen Arzt und setzen ihn unter Preisdruck.” Nach seinen Angaben liefen in den ersten vier Monaten bereits mehr als 1000 Auktionen, 650 ausschließlich deutsche Ärzte bieten mit.
   Viele Krankenkassen unterstützen die Portale. Eine Garantie gibt es jedoch nicht. Als Bewertung der Ärzte dienen Erfahrungsberichte von Patienten. „Es gibt aber keine Instanz, die die Zuverlässigkeit dieser Angaben überprüft hat”, sagt Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg. Er sieht die Gefahr, dass Patienten verleitet würden, nur noch auf den Preis statt auf Qualität zu achten. Immerhin: „Ein deutscher Arzt muss auch deutsche Qualitätsrichtlinien einhalten  und  warnt zugleich vor Behandlungen im Ausland.”
   Dr. Roland Stahl von der Kassenärztlichen Vereinigung steht den Ärzte-Auktionen ebenfalls skeptisch gegen- über. „Bundesweit wehren sich Ärzte gegen Ökonomisierung des Berufes. Mit den Börsen leistet man dem Vorschub”, sagt er. Die Auktionen bezögen sich ohnehin nur auf Zusatzleistungen, die die Patienten selber zahlen müssten.
   Immer engere Kassenrichtlinien würden den Konkurrenzdruck in den kommenden Jahren erhöhen. „Die Patienten haben nicht mehr die enge Bindung an ihren Arzt”, ist sich ein Arzt sicher. Unser Patient ist mit seiner Behandlung zufrieden und gibt Online eine Bewertung ab - natürlich anonym. KristinaLöpkerNOZ060915

Gesundheitstourismus boomt weltweit

   Ob Augenlasern, Zahnbehandlung oder Schönheitsoperation - die Deutschen zieht es zunehmend ins Ausland, um Hand an sich legen zu lassen. Wegen niedriger Personal- und Betriebskosten sind die Preise dort oft weitaus günstiger. So haben sich im vergangenen Jahr laut der thailändischen Tourismusbehörde mehr als eine Million der etwa zwölf Millionen Urlauber in örtlichen Kliniken behandeln lassen - darunter viele Deutsche.  Beliebt bei Ge- sund- und Schönheitstouristen sind auch die osteuropäischen Staaten Polen, Ungarn, Tschechien und Slowakei. Aufwendige Zahnbehandlungen kosten dort nur ein Drittel, eine Brustvergrößerung ist für die Hälfte zu haben. Selbst Kuba will den boomenden Markt erschließen. Sonne und Strand sind inklusive.

Frau nach Lasik-Operation fast erblindet 40.000 Euro Schmerzensgeld

  Wendet ein Augenarzt eine falsche Operationsmethode an und ist die Sehkraft des Patienten nach dem Eingriff schlechter als davor, muss der Mediziner haften. Das gilt selbst dann, wenn ungewiss ist, ob der Patient auch ohne die Operation weiter an Sehstärke verloren hätte, so das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz.
   Der Fall: Eine kurzsichtige Frau hatte sich einer Lasik-Operation unterzogen. Bei dieser Methode versucht der Augenarzt mittels Lasertechnik eine Abflachung der äußeren Hornhautkrümmung zu erreichen. Da die Patientin aber zusätzlich unter einer Hornhautschwäche litt, entpuppte sich die Lasik-Operation als ungeeignet. Die fatale Folge:  Die Patientin verlor immer mehr an Sehkraft und musste eine Hornhaut-Transplantation durchführen lassen, die aber keine vollständige Heilung brachte. Sie verlangte von dem Arzt, der die Lasik-Methode veranlasst hatte, Schmerzensgeld. Doch der weigerte sich. Die Schädigung der Patientin sei ihm nicht zuzurechnen, weil die Frau wegen ihrer Hornhautschwäche vermutlich sowieso irgendwann an Sehkraft verloren hätte, wenn nicht sogar erblindet wäre, so der Arzt.
   Das OLG Koblenz verurteilte den Augenarzt zu 40.000 Euro Schmerzensgeld. Solange es keine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür gebe, dass es einem Patienten ohne Operation genauso schlecht oder noch viel schlechter ginge, könne sich ein Mediziner nicht mit bloßem Hinweis auf die Möglichkeit einer solchen Entwicklung entlasten, so das Gericht. Das Beweisverfahren habe hier keine endgültige Klarheit über den möglichen Gesundheitsverlauf ohne Eingriff gebracht. Die Ungewissheit darüber wirke sich zu Lasten des OP-Arztes aus. Dies gelte um so mehr, so die Richter, als die von dem Arzt durchgeführte Operation nach der objektiven Befundlage,  die er seinerzeit verkannt habe, völlig ungeeignet gewesen sei. Oberlandesgericht Koblenz AZ: 5U 1052/04 NOZ061021

Fehlsichtigkeit - Laser-Operationen helfen

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Bild links: Ophthalmologisches Kontaktglas, mit dessen Hilfe der Arzt Laser-Strahlung einspiegeln kann.
Bild rechts: Dr.Wolfgang Rauhut, Hamburg. HAaye030926.
  Sie ist unblutig, schnell und in den meisten Fällen vom Erfolg gekrönt: die Operation am Auge per Laser. Kurz- und Weitsichtigkeit können mit dem gebündelten Lichtstrahl behandelt werden. Auch bei altersbedingten Hornhauterkrankungen hat sich der Laser-Eingriff bewährt.
Altersweitsichtigkeit dagegen lässt sich bisher nicht mittels Laser beheben.
   Bei Senioren ist der Laser-Eingriff nicht uneingeschränkt möglich. “Wenn der Augendruck durch einen Grünen Star zu hoch ist oder eine Beeinträchtigung des Stoffwechsels vorliegt - etwa bei Diabetikern oder Rauchern - kann eine Fehlsichtigkeit nicht immer reguliert werden”, sagt Augenarzt Dr. Wolfgang Rauhut. Rauchern ermpfiehlt er, vor dem Eingriff mindestens eine Woche lang auf Nikotin zu verzichten.
   Bei Diabetikern ist die Schwere der Erkrankung ausschlaggebend für einen Laser-Eingriff. Sind Patienten und Auge in einem guten Gesundheitszustand, das Auge “biologisch jünger” als 64 Jahre, sei eine Laseroperation ebenso möglich wie bei einem jüngeren Patienten. “Allerdings kann der Heilungsverlauf um einige Tage verzögert sein, das Scharfsehen eventuell erst nach fünf bis sechs Tagen komplett zurückkehren”, sagt Rauhut, der in der Hamburger Hohe-Bleich-Klinik operiert. Doch nicht immer ist die Möglichkeit, eine Fehlsichtigkeit im Alter zu korrigieren, auch der beste Weg. “Bei einer Kurzsichtigkeit von ein bis zwei Dioptrien kann es sinnvoller sein, nicht zu lasern. So kann ein Patient später trotz Altersweitsichtigkeit ohne Brille lesen”, sagt Augenarzt Dr. Peter P. Kaupke.
   “Bei älteren Menschen bietet sich die Operation an, wenn eine starke Weit- oder Kurzsichtigkeit vorliegt, ver- bunden mit einer starken Hornhaut-Verkrümmung.” Hierzu gibt es noch eine Alternative: “Die Operation am Grauen Star, die früher oder später fast jeden trifft, lässt sich vorziehen.  Bei diesem Eingriff kann eine spezielle Linse eingesetzt werden, mit der die Fehlsichtigkeit korrigiert wird”, erklärte der Augenarzt aus Blankenese.

Dr. Wolfgang Rauhut: Der heilende Laserstrahl

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Fehlsichtigkeit - für viele ein Traum: nie mehr Brille und Kontaktlinsen tragen müssen.
Doch bei der Operationsmethode “Lasik” ist einiges zu beachten. DeikeUhtenwoldHA020730

  Scharf sehen ohne Brille oder Kontaktlinsen, davon träumen 18 Millionen Kurzsichtige in Deutschland. Viele machten im letzten Jahr den Traum wahr. Sie vertrauten der “Lasik”-Methode, die bevorzugte Operationstechnik zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten mit Hilfe der Lasertechnologie. “Ziel ist es, die Hornhaut so zu modellieren, dass die Lichtstrahlen sich exakt auf der Netzhaut bündeln - wie beim scharfsichtigen Auge”, sagt Augenarzt Dr. Wolfgang Rauhut, der seit 1994 in Hamburg operiert.
  “Lasik” steht für griechisch “Laser in situ Keratomileusis” und bedeutet “Formveränderung durch Laseranwen- dung im Innern der Hornhaut”: Die Hornhautoberfläche wird nicht zerstört,sondern scheibenförmig eingeschnitten und aufgeklappt. Die Laserbehandlung erfolgt nur im Innern der Hornhaut. Danach wird der Hornhautdeckel zurückgeklappt.Er saugt sich an und verwächst meist schmerzlos ohne Narben.
  Seit 1999 ist “Lasik” für die Dachverbände der Augenärzte anerkanntes Verfahren zur Korrektur der Kurz- sichtigkeit bis etwa minus zehn Dioptrien und der Hornhautverkrümmung bis etwa drei Dioptrien. Mittlerweile wird “Lasik” auch zur Behebung der Übersichtigkeit bis plus fünf Dioptrien eingesetzt. “Aber es ist leichter, eine Hornhaut abzuflachen, als sie aufzustellen”, sagt Thomas Kohnen von der Kommission Refractive Chirurgie (KRC) der Uni-Augenklinik Frankfurt. Die Behandlung Übersichtiger ist seltener: “Von zehn Patienten, die in die Klinik kommen, sind neun kurzsichtig.”
   Arzt und Patient müssen sich sorgfältig auswählen: “15 Prozent der Patienten weisen wir ab”, sagt Kohnen. Patienten, deren Pupillen bei Dunkelheit zu groß sind (ab acht Millimeter) oder deren Hornhaut zu dünn ist (weniger als 0,5 Millimeter). Auch eine zu starke Hornhautverkrümmung und Netzhaut-Erkrankungen machen Kandidaten untauglich. Für Jugendliche, bei denen der Augapfel noch wächst, und für Ältere mit Netzhauterkran- kungen, Rheuma oder Zucker kommt die Methode nicht in Frage.
    Ebenso wichtig: das Laser- und Schneidegerät. Der Laser sollte nicht älter als fünf Jahre sein, rät der Bundesverband der Augenärzte (BVA). “Und man sollte den Arzt fragen, wie oft er das gemacht hat”, rät BVA- Sprecher Georg Mehrle. Ein weiteres Kriterium für Qualität: die Anwenderliste der KRC (beim Bundesverband abrufbar im Internet unter: www.augeninfo.de).
   Erweist sich der Patient als “Lasik”-tauglich, ist die Methode Erfolg versprechend: Sie bedeutet für 98 bis 99 Prozent der kurzsichtigen Patienten bis minus sechs Dioptrien “Brillenfreiheit”, meldet der Verband der Spezial- kliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR).  In allen anderen Fällen liege die Quote bei 80 Prozent. Bei jedem Zehnten müsse nachoperiert werden. Je stärker die Fehlsichtigkeit, desto größer das Risiko, einen Rest Kurzsichtigkeit zu behalten.
   Rund jeder zweite Hamburger ist Brillenträger. 1.200 Operationen gab es im Jahr in den Hamburger “Lasik”- Zentren. Rauhut: “Aber von zehn Interessenten lässt sich nur einer lasern.” Denn vielen erscheint der Schnitt am Auge traumatisch. “Dabei fließt kein Blut”, beruhigt Rauhut. Der Patient sieht nichts von der Operation. Als unangenehm wird das Einsetzen der Lidsperre empfunden. Und einen halben Tag nach der Operation fühle sich der Patient so,  als sei er zu lange in stark gechlortem Wasser gewesen. 24 Stunden später “sind fast alle so euphorisch, dass ich sie bremsen muss.”
   Was vor dem Eingriff zu beachten ist: “Lasik” eignet sich für Patienten über 18 Jahre mit stabiler Fehlsichtigkeit. Voraussetzung: guter Allgemeinzustand. Empfehlenswert: die Info-Abende in den Kliniken besuchen und sich den Arzt genau aussuchen: wie routiniert ist er? Tritt er eher als Verkäufer oder Berater auf? Macht er auf Komplika- tionen aufmerksam? Vor allem sollte der Arzt auf den Patienten und seine Erwartungen eingehen und über falsche Hoffnungen aufklären. Je nach Alter, Beruf und Interessen wird unterschiedlich korrigiert: So wird bei einem Sportler stärker die Fernsicht optimiert als bei einem Schriftsteller. Eine zwanzigjährige Kurzsichtige erhält vielleicht eine Sehschärfe von 120 Prozent, weil ihre Kurzsichtigkeit noch zunimmt. Eine 40-jährige wird eher unterkorrigiert, weil die Altersweitsichtigkeit eingerechnet wird. Patienten über 45 mit einer Kurzsichtigkeit von minus zwei Dioptrien sollten wissen: Sie benötigen nach der OP statt der Fern- eine Lesebrille.
   Nach dem Eingriff: Wer am Computer arbeitet, sollte eine Woche Urlaub einplanen. Es dauert, bis sich das Gehirn einstellt: Das Bild im gelaserten Auge erscheint größer als das Bild, das durch Brille oder Kontaktlinsen auf der Netzhaut entsteht. Für die Umstellung benötigt das Gehirn einige Wochen, der Umgewöhnungsprozess kann drei Monate dauern. So lange benötigt man auch Tränenersatzmittel: Weil die wenigen Nerven in der Hornhaut durchschnitten wurden, spürt man den Lidschlag nicht mehr. Auch vernebelte Sicht ist nach der Operation nicht ungewöhnlich: die Wunde wässert im Heilungsprozess.
Die Operationsmethode im Internet: www.augeninfo.de,    www.vsdar.de    www.Lasik-hamburg.de

Sekundenschneller Laser sorgt für das bessere Sehen

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Mit dem Laserstrahl für eine bessere Sehschärfe: Dieses Bild aus einem Operationssaal der Frankfurter Uniklinik zeigt ein Auge, dessen Hornhaut für den Eingriff abgetrennt und umgeklappt worden ist.  

   “Besuch bei Zahnarzt ist schlimmer”: Immer mehr Patienten lassen sich die Sehschärfe operativ korrigieren. Wie eine Buchseite klappt Professor Thomas Kohnen die abgetrennte Hornhaut des Auges nach außen. “Schauen Sie einfach weiter auf den roten Punkt. Ich beginne gleich mit dem Laser”, sagt der Oberarzt an der Klinik für Augenheilkunde der Universität Frankfurt zu seiner Patientin Bettina Kohlhaas.  Von ihrem Gesicht sieht er nur das rechte Auge, das mit einer Lidsperre offen gehalten wird. Der Rest ist mit einem sterilen blauen Tuch bedeckt.
   Fünf Minuten zuvor hatte die 33-jährige noch im kleinen Vorbereitungszimmer vor dem Operationsraum auf einem Stuhl gesessen und sich von Kohnen den Ablauf der Laseroperation erzählen lassen. Die Frau ist stark kurzsichtig, Kontaktlinsen verträgt sie nicht, und eine Brille möchte sie auch nicht mehr tragen. Nach sieben Monaten Bedenkzeit hat sie sich schließlich für eine Operation entschieden.
  “Ich habe schon Angst. Der Gedanke ist mir unheimlich, dass jemand was an meinem Auge macht”, sagt sie. Den beruhigenden Worten des Arztes hört sie daher gern zu. Das Lasern selbst würde nicht einmal eine Minute dauern, erzählt Kohnen. Die Operation habe er schon etwa 2.000 Mal erfolgreich durchgeführt.
   In der Frankkfurter Uni-Klinik werden derartige Fehlsichtigkeiten fast ausschließlich mit dem sogenannten LASIK- Verfahren operiert. LASIK ist die Abkürzung für “Laser in situ Keratomileusis”, was so viel bedeutet wie Formveränderung der inneren Hornhaut durch Laser”. Im Gegensatz zu anderen Operationsmethoden wird hierbei das Innere der Hornhaut abgeschliffen.
    LASIK hat im Gegensatz zu anderen Verfahren nur sehr wenige Nebenwirkungen wie etwa leichte Schmerzen oder gerötete Augen. Das bestätigt auch der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands in Düsseldorf.  LASIK ist zur Zeit das modernste Verfahren und werde weltweit bei der Korrektur von Sehfehlern am häufigsten angewandt, heißt es von dem Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR) mit Sitz im bayrischen Türkenfeld. Die Komplikationsrate liege bei fachgerecht ausgeführten Operationen im Promillebereich. “Leider gibt es auch schwarze Schafe. Wenn der Patient beim Beratungsgespräch das Gefühl hat, überredet zu werden, sollte er zu einem anderen Arzt gehen”, sagte eine Sprecherin. Außerdem sollten die Operationskosten nicht zu niedrig sein.  Im  Durchschnitt  koste die LASIK-Operation eines Auges in Deutschland 2.000 Euro.
   Die geringen Risiken dieser Methode überzeugen schließlich auch Bettina Kohlhaas von dem Eingriff. Bei der Operation setzt Professor Kohnen das mit einer Klinge versehene Mikroskop auf das Auge und schneidet die Hornhaut so weit kreisförmig ein, bis er sie nach außen wegklappen kann. Der Laser wird angesetzt und schleift 26 Sekunden lang etwa fünf hundertstel Millimeter der inneren Hornhaut ab. Dann wird die Hornhaut wieder zurückgeklappt, und das gleiche Prozedere wiederholt sich am anderen Auge. Nach 15 Minuten ist die gesamte Operation beendet. Bettina Kohlhaas sieht die Umgebung nur verschwommen, mit schwankenden Schritten läuft sie neben einer Krankenschwester nach draußen. Im Wartezimmer ruht sie ein wenig aus, es folgt eine Nachuntersuchung, dann darf die Frau in Begleitung ihres Mannes nach Hause gehen. Die nächsten sechs Stunden soll sie die Augen möglichst geschlossen halten. Ihre Chancen, dass sie künftig keine Brille mehr tragen muss, liegen bei über 90 Prozent. Für die Operation beider Augen zahlt sie rund 3.600 €. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.
   Einen Tag nach der Operation kommt Bettina Kohlhaas zur Nachuntersuchung in die UniKlinik. Sie würde immer noch etwas verschwommen sehen, Schmerzen hätte sie aber nicht gehabt, erzählt sie. Nur die Augen hätten ein wenig getränt. Laut Kohnen dauert es etwa zwei bis fünf Tage, bis die Patienten gut sehen können. “Ich hab’ mir die Operation anders vorgestellt”, sagt die Patientin: “Ein Besuch beim Zahnarzt ist schlimmer.” 
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Bessere Sicht dank LASER. Die Lasik-OP hilft bei Kurz- und Weitsichtigkeit und ermöglicht ein Leben ohne Brille. Wie funktioniert das? Fotos: Dr. Joachim Köhler und Assistentin operieren eine Patientin. Neben und über ihr ist der computergesteuerte Laser

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Sehkorrektur
   Die Lasik-OP hilft bei Kurz- und Weitsichtigkeit und ermöglicht ein Leben ohne Brille. Wie funktioniert das Verfahren?
   Das Auge fixiert ein rotes, verschwommenes Licht, dann startet der Laser. Ihn verrät nur ein regelmäßiges Klickgeräusch, denn der Laserstrahl selbst ist unsichtbar. Er trägt feinste Schichten der Hornhaut ab, um eine Kurz- oder Weitsichtigkeit zu beheben. Ein leichter Geruch nach verbrannter Hornhaut ist wahrnehmbar. Nach knapp einer halbem Minute ist der Laservorgang beendet. Der Operateur versorgt das Auge und wendet sich nach wenigen Minuten dem zweiten zu.
   Seit Anfang der 90er Jahre werden Fehlsichtigkeiten im größeren Stil durch die Modellierung der Hornhaut mittels Laserstrahlen korrigiert. In jüngster Zeit hat sich das Lasik-Verfahren weitgehend durchgesetzt: Ein kleines rotierendes Messer schneidet von der Hornhaut ein Scheibchen (Flap) von etwa einem Fünftel der Hornhautdicke ab. Ähnlich wie beim Öffnen einer Dose wird es nicht komplett abgetrennt, sondern weggeklappt. In der offenen Wunde trägt nun der Laser so viel Hornhaut ab, dass die neue Form die Fehlsichtigkeit ausgleicht. Anschließend klappt der Operateur den Flap wieder zurück in seine Ausgangsposition. Mit einem kleinen Spachtel wird das Deckelchen glatt gestrichen, das nun als natürliches Pflaster dient.
   Bis hierhin hing der Erfolg des Eingriffes vom Geschick des Operateurs ab, nun liegt er in den Händen der Patienten. Halten sie sich an die Vorgaben des Arztes, verläuft die operative Augenkorrektur im Idealfall absolut schmerzfrei und ohne Komplikationen. Vielleicht brennen die Augen ein paar Tage, oft ist zunächst der Blick etwas getrübt. Manche Patienten spüren kurz nach dem Eingriff ein Fremdkörpergefühl oder sind blendempfindlicher. Doch meist überwiegt das gute Gefühl, die Brille, die viele Patienten jahrzehntelang begleitet hat, von einer (Laser-OP-) Minute zur nächsten endgültig weglegen zu können.
  Etwa 250.000 Augen wurden in Deutschland in den Jahren 2003 und 2004 nach dem Lasik-Verfahren behandelt. Die nach eigenen Angaben bundesweit größte Klinik arbeitet in Hamburg: das Laserzentrum Hamburg unter Leitung des dänischen Mediziners Jörn Jörgensen. Er gilt als Vorreiter der Lasik-OP-Methode und ist Präsident des „Verbandes der Spezialkliniken Deuschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR). Sehr viel verbreiteter sind Laser-Korrekturen in Großbritannien und den USA. So wurden in den USA im Vorjahr rund zwei Millionen Augen mit dem Lasik-Verfahren behandelt.
   Nach Aussage des VSDAR eignet sich die Lasik-Methode generell für die Korrektur von Kurzsichtigkeit bis minus zehn Dioptrien (dpt) und Weitsichtigkeit bis plus drei dpt. Auch Hornhautverkrümmungen können ausgeglichen werden. Doch was tatsächlich möglich ist, muss im Einzelfall genau nachgemessen werden: Die individuelle Dicke der Hornhaut ist entscheidend, denn pro Dioptrie müssen von ihr etwa 15 Mikrometer (15 Tausendstel Millimeter) abgetragen werden. Weitere Faktoren sind die Glätte der Hornhautoberfläche und die Stabilität der Brillenwerte. Die Beschaffenheit der Augen entscheidet nicht nur darüber, ob eine Lasik-OP möglich ist, sondern auch über deren Preis. Er liegt inklusive aufwendiger Voruntersuchungen für beide Augen bei 4.000 und 5.000 Euro.
   Bei einer älteren Laser-OP-Methode trägt der Laser die Hornhaut direkt an der Oberfläche ab. Das Schneiden des Flaps fällt weg, aber dafür wird die schützende Oberfläche der Hornhaut (Epithel) abgetragen. Die Wunde schmerzt, das operierte Auge sieht einige Tage nur verschwommen. Eine dritte Methode (PKR) trennt zunächst nur das hauchdünne Epithelhäutchen ab. Nach dem Lasern wird es wieder auf das Auge gelegt.
   Jede Operation ist ein Risiko, warnt der gemeinnützige Verein „Operation Auge e.V”. Er setzt sich kritisch mit der refraktiven Chirurgie (Refraktion: Messung der Brechkraft des Auges) auseinander, nennt mögliche Komplika- tionen, zeigt „Lasik-Opfer”. Positive und negative Erfahrungen finden sich auch im Lasik-Forum der Webseite des VSDAR. Dort berichten Patienten von Trockenheit der Augen, empfindlichen und geröteten Augen, von Über- oder Unterkorrekturen, die eine zweite Behandlung (Relasik) nötig machen, von Doppelbildern durch unebene Flaps.
   Kritiker geben auch zu bedenken, dass es zu dieser relativ jungen Operationsmethode keine Langzeit- erfahrungen gebe.  Dr.Joachim Köhler, der im Laserzentrum Hamburg  und  anderen deutschen Laserzentren jährlich etwa 4.000 Augen operiert, hält dies für wenig bedeutend: „Wenn ungeplante Veränderungen am Auge auftreten, dann in den ersten Monaten nach der Operation.” Da es in Deutschland keine Ausbildung zum Lasik- Chirurgen gibt, haben sich die Spezialisten ihre Erfahrung im Ausland geholt. Köhler tat dies in Manchester. „Ich habe in England einmal einen ganzen Straßenzug operiert”, sagt er. „Die Patienten haben ihren Nachbarn von ihren erfolgreichen Operationen erzählt.” Vertrauen ist alles - und so kam kürzlich sogar ein Patient aus England extra nach Hamburg, um sich von Dr. Köhler operieren zu lassen.
   Einen Wermutstropfen für ehemals Kurzsichtige, die nun zu Normalsichtigen geworden sind, bleibt: Die brillenlose Zeit wird wahrscheinlich irgendwann ein Ende haben;  im Alter werden sie eine Lesebrille brauchen. Info im Internet: www.vsdar.de     www.operationauge.org

Welche Methode ist geeignet?
   Die häufigsten Verfahren zur operativen Korrektur von Fehlsichtigkeiten ist der Abtrag von Hornhaut mittels Laser. Die Lasik-Methode kann neben Kurzsichtigkeit bis maximal minus zehn Dioptrien und Hornhaut- verkrümmungen auch Weitsichtigkeit (bis plus drei Dioptrien) behandeln. Die anderen beiden, seltener ange- wendeten Laserverfahren (zum Beispiel: PKR) eignen sich für Kurzsichtigkeit bis minus sechs und Hornhaut- verkrümmung bis minus drei Dioptrien. Daneben gibt es so genannte Linsenverfahren. Sie greifen tiefer in die Struktur des Auges ein, denn hier wird entweder die eigene Linse ausgetauscht oder eine zusätzliche Linse zwischen Iris und der körpereigenen Linse implantiert. Die Operationsrisiken sind hier größer als bei den oberflächlichen Laserverfahren. Zusatzlinsen erlauben die Korrektur von stärkeren Kurzsichtigkeiten, je nach Verfahren sind bis zu minus 22 Dioptrien möglich. Eine dritte Gruppe sind Spezialverfahren, bei denen zum Beispiel Ringsegmente am Rand der Hornhaut eingesetzt werden oder aber mit bogenförmigen Schnitten entlang des Hornhautrandes eine Verkrümmung reduziert wird.  HAAngelikaHillmer0503Grafik:Maron

Augenlasern ist sicherer als je zuvor
   EuroEyes bietet Patienten größtmögliche Sicherheit, jahrzehntelange OP-Erfahrung und ISO-9001- Qualitätsstandards. Vor jedem Eingriff wird der Patient ausführlich beraten und untersucht. Das EuroEyes Augen LaserZentrum in Hannover, Georgstraße 34, veranstaltet regelmäßig unverbindliche Informationsabende. Informationen bekommen Sie unter der Telefonnummer 0511- 51 94 990
per eMail: hannover@euroeyes.de  oder im Internet unter www.euroeyes.de
Dr. Jörn Jorgensen Foto unten ist Gründer der Klinikgruppe EuroEyes

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Michael  Mansen ist mit  minus 8,5  Dioptrien auf beiden Augen extrem kurzsichtig. Ohne Brille kann er die Umwelt nur schemenhaft und verschwommen erkennen, sogar mit Gläsern ist die Sicht in der Dämmerung oder wenn es dunkel ist sehr schlecht: „Das stört vor allem  beim Autofahren. Wenn mir jemand nachts mit Licht entgegen- kommt, sehe ich nur noch weiße Ringe und bin völlig geblendet.” Auch Kontaktlinsen, die er jahrelang getragen hat, helfen Mansen nicht weiter. Seit einer Bindehautentzündung sind seine Augen sehr empfindlich und trocken geworden - die Linsen reizen sie nur noch mehr. Und auch die Brille nervt den Diplomingenieur sichtlich, ständig rückt er das Gestell zurecht, nimmt sie ab, reibt sich Nasenrücken und Augen: „Mein Sichtfeld ist eingeschränkt, das Gestell drückt auf der Nase, und ich fühle mich unwohl. Ich musste einfach etwas dagegen unternehmen und bin heilfroh, dass es jetzt eine Methode gibt, mit der mir geholfen werden kann.”
   Fälle wie diesen kennt Dr. Jörn Jörgensen, Gründer der EuroEyes-Klinikgruppe mit sieben Standorten in Deutschland, zuhauf. Mehr als 30.000 LASIK- und mehr als 60.000 andere Augenoperationen hat der erfahrene Chirurg mittlerweile durchgeführt. Nicht nur Fehlsichtigkeiten korrigieren, sondern das Sehen insgesamt verbes- sern - das ist die primäre Aufgabe, die sich EuroEyes zum Ziel gemacht hat. Vor allem soll die Sehqualität erhöht werden. Unter Qualität des Sehens versteht man die Reduzierung von so genannten Aberrationen (Streuungen), die für die auch bei Michael Mansen vorkommenden Blendungen, schlechtes Kontrast- und Nachtsehen verant- wortlich sind. Mit Hilfe neuester Geräte können jetzt Aberrationen in der Hornhaut berechnet und somit ein- deutige Kriterien diagnostiziert werden.
Femto-LASIK: Hoffnung für extrem Fehlsichtige
   Auch Menschen mit extremer Weit- oder Kurzsichtigkeit oder einer dünnen Hornhaut kann jetzt geholfen werden. Die Laser-Profis von EuroEyes haben in Deutschland gerade eine neue Technik eingeführt: die Korrektur von Fehlsichtigkeit mit einem Femtosekunden-Laser. Dr. Jörgensen hat mit der neuen Technik mittlerweile rund 300 Patienten behandelt: „Früher mussten wir rund 15 Prozent aller Patienten ablehnen, weil sie für eine Be- handlung mit dem Laser nicht in Frage kamen. Heute können wir einem großen Teil dieser Menschen helfen.” Die Femto-LASIK ist ein großer Schritt in Richtung Sicherheit und Operationsqualität für den Patienten, denn diese Laser der neuesten Generation sind noch präziser und gewebeschonender. Die wesentlich geringere Gewebe- belastung der neuen Technik hilft vor allem Menschen mit geringer Hornhautdicke sowie großer Weit- oder Kurzsichtigkeit.
   Auch in puncto Sicherheit bietet die Femto-LASIK-Technik noch mehr Sicherheit. Bei der herkömmlichen LASIK- Technik liegen die Nebenwirkungen im Promillebereich. Bei der Femto-LASIK jedoch sind die Nebenwirkungen fast ausgeschlossen und dies stellt somit in puncto Sicherheit einen riesigen Fortschritt dar.
Ausführliche Beratung
   Vor einem Eingriff erfolgt immer eine ausführliche Voruntersuchung und eine gründliche Beratung, um fest- zustellen, welche Operationsmethode die beste und ob der Patient für einen derartigen Eingriff geeignet ist. So wird eine „maßgeschneiderte” Operation für jedes individuelle Auge vorbereitet. Normalerweise ist bei Patienten im Alter zwischen 19 bis 65 Jahren eine Korrektur der Fehlsichtigkeit möglich. Voraussetzung sind stabile refraktive Verhältnisse, d.h., dass sich die Kurzsichtigkeit in den letzten zwei Jahren nicht mehr als maximal eine Dioptrie geändert hat. Ferner dürfen keine Augenerkrankungen wie grauer Star, grüner Star oder Durchblutungs- störungen der Netzhaut bestehen. Augenlasern ist völlig schmerzlos, der Patient spürt lediglich einen leichten Druck.
   Die Dauer der Behandlung beträgt pro Auge eine Viertelstunde. Sämtliche AugenLaser-Zentren der EuroEyes- Klinikgruppe sind nach ISO- 9001 zertifiziert, sämtliche Vorgänge und Maßnahmen von der Hygiene, operativen Abläufen, Begleitung der Patienten bis hin zur prä- und postoperativen Nachsorge sind genauestens analysiert.
   Der Erfolg dieser umfangreichen Sicherheits- und Qualiätsmaßnahmen ist für Patienten sofort nach dem Eingriff im wahrsten Sinne sichtbar: Als Michael Mansen nach der ersten Nachsorge eine Viertelstunde nach der OP zurück in das Wartezimmer kommt, richtet er den Blick sofort wieder auf die Wanduhr. Das Lächeln vom Morgen wird augenblicklich zu einem Strahlen über das ganze Gesicht: „Vorhin hätte ich ohne Brille noch nicht einmal gesehen, dass da überhaupt eine Uhr hängt - jetzt kann ich auf einen Blick alles erkennen, sogar den schmalen Sekundenzeiger! sb/rHAZ0503

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Scharf sehen ohne Brille  au-Lasik-1z Kontaktlinsen und Brillen adieu?

   Neue Therapien und eine immer ausgefeiltere Technik machen es möglich. Pro Jahr lassen sich in Deutschland rund 100.000 Patienten ihre Augen lasern. Genaue Untersuchungen sind vor einem Eingriff notwendig. Wer seine Augen lasern lassen möchte, sollte auf eine gründliche Voruntersuchung und auf eine eine ausführliche Nach- sorge achten
   Fiona Schneider musste schon mit zehn Jahren eine Brille tragen. Im Teenager-Alter wurde ihre Fehlsichtigkeit immer schlimmer. Mit 22 probierte sie zunächst weiche Kontaktlinsen, dann wechselte sie auf harte. Aber ihre Sehkraft wurde schlechter. Im Alter von 37 Jahren betrug der Wert bei ihrem rechten Auge minus 4,5 Dioptrien, beim linken Auge minus 4,25. „Um die Uhrzeit auf dem Radiowecker erkennen zu können, musste ich immer aufstehen." Im Reitsport bekam sie Probleme durch Staub, damit verbunden waren starke Schmerzen unter der Kontaktlinse. „Außerdem hatte ich immer den Wunsch, den Sternenhimmel mit bloßem Auge sehen zu können."
   Als ihr Vater vor drei Jahren seine Fehlsichtigkeit erfolgreich mit der Lasik-Methode behandeln ließ, wuchs bei Fiona Schneider die Bereitschaft zum Lasern. Sie informierte sich, befragte Kollegen, ließ sich von mehreren Augenärzten untersuchen, auch von Dr. Jörg Fischer bei Lasik Germany in Hamburg in den Hohen Bleichen. Das Ergebnis: Trotz Hornhautverkrümmung war eine OP möglich, jedoch nur mit dem sogenannten Femto-Lasik- Verfahren sinnvoll. Danach stand ihr Entschluss fest. Fiona Schneider vereinbarte einen Termin im Juni - kurz vor ihrem 40. Geburtstag wurde sie von Jörg Fischer operiert.
Die Hornhaut sollte für ein gutes Ergebnis gleichmäßig dick sein
   „Bis etwa minus 8 Dioptrien ist in der Regel ein Lasik-Eingriff problemlos möglich und Erfolg versprechend", sagt Dr. Georg Eckert, Augenarzt und Sprecher des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). In einer ersten Untersuchung wird zunächst geprüft, ob die Hornhaut dick genug ist, denn bei der Lasik-Methode wird das Innere der Hornhaut geschliffen. „Eine gleichmäßige Dicke ist deshalb für den erfolgreichen Verlauf entscheidend", sagt Eckert. Ist der Patient noch jung, sei der Eingriff unproblematisch. Bei Patienten ab 50 Jahren würde er in der Tendenz eher vom Lasern abraten, „denn es kann in dem Alter öfter zum grauen Star kommen". Ebenso bei Patienten, deren Hornhaut eine dünne Stelle aufweist oder die zwölf oder mehr Dioptrien haben.
   Das häufigste Motiv für das Lasern: der Wunsch, auf Brille oder Kontaktlinsen zu verzichten. Die Erwartung an den Eingriff sei generell hoch, sagt Eckert. „Ebenso häufig äußern die Patienten Bedenken und fragen nach Risiken." Die Ängste kann der Augenarzt ihnen weitestgehend nehmen. „Der Eingriff ist schmerzfrei. Misserfolge sind sehr selten." Während es bei der älteren Methode, die bis vor acht Jahren angewandt wurde, durch das Abschleifen der äußeren Hornhaut in seltenen Fällen zu Vernarbungen kam, kann das Lasik-Verfahren kurzfristig zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen. „Sie geht jedoch meistens vorüber", sagt Eckert. Wenn in seltenen Fällen die Hornhaut nach dem Lasern weiter ausdünnt, sei eine Stabilisierung mit Kollagen möglich. Dieser Fall trete etwa einmal unter 100.000 Patienten auf. Weltweit seien seit Einführung des Augenlaserns vor rund 20 Jahren ein bis drei Fälle von Erblindung nach einem Eingriff aufgetreten. In Deutschland lassen etwa 100.000 Patienten pro Jahr ihre Augen lasern. „Viele Kurz- und Weitsichtige haben Angst vor dem Laser, obwohl die Komplikationsrate bei unter 0,1 Prozent liegt", sagt Dr. Rainer Wiltfang, leitender Arzt der Augenklinik Airport in München.
Der Lasik-Eingriff kostet für beide Augen rund 4.000 Euro
   Unmittelbar vor ihrer OP wurden Fiona Schneiders Augen noch einmal gründlich untersucht. „Ich musste zuvor 14 Tage lang ohne Kontaktlinsen, dafür aber mit Brille herumlaufen." Sie bekam ein Beruhigungsmittel zu trinken und vor OP-Beginn noch Augentropfen als örtliche Betäubung. Jörg Fischer operierte dann beide Augen nach- einander. „Den Schnitt empfand ich als unangenehm", berichtet die 40-Jährige. „Beim Lasern habe ich dann einen Verbrennungsgeruch wahrgenommen." Der Eingriff habe etwa 15 Minuten gedauert. Dazu sagt Georg Eckert: „Man muss sich den Geruch wie bei der Arbeit eines Hufschmieds vorstellen." Und wenn man das umgehen möchte - ist dann eine Vollnarkose sinnvoll? „Davon rate ich dringend ab." Die Vollnarkose sei das größere Risiko als der Eingriff, der mittlerweile „eine Standardprozedur" sei. Der Patient sei danach kurzsichtig, nur dass die Brille dann in der Hornhaut eingebaut ist.
   Sofort nach dem Eingriff konnte Fiona Schneider sehen, wenn auch noch milchig. „Später brannten und tränten meine Augen, und ich hatte ein Fremdkörpergefühl im Auge." Es sei wichtig, die Lider eine Zeit lang geschlossen zu halten.
   „Mit knapp 4.000 Euro ist der Eingriff eine teure Angelegenheit", sagt die Referentin für Qualifikation und Training, „zumal die Kassen keine Kosten übernehmen." Aber man spare danach die Anschaffungskosten für weitere Brillen und Kontaktlinsen sowie Aufwendungen für Pflegemittel - sowie Zeit für die Pflege.
   Um die Kosten einer Operation zu minimieren, lassen einige Patienten im Ausland ihre Augen lasern. Davon raten Eckert und seine Kollegen dringend ab. Zwar werde auch dort gut operiert, aber die Hemmschwelle, ungeeignete Patienten wieder zurückzuschicken, ohne zu lasern, sei hoch. „Etwa 15 Prozent der Patienten eignen sich nicht für eine OP, weil die Hornhaut zu dünn oder krank ist oder die Werte zu hoch sind", sagt der Ärztliche Leiter der EuroEyes Klinikgruppe Dr. Jörn S. Jörgensen, der selbst 2.000 Patienten pro Jahr operiert. „Man muss auch manchmal Nein sagen." Als Gutachter beurteilt der Gründer der EuroEyes Klinikgruppe auch Haftpflichtfälle. „Im schlimmsten Fall ist die Hornhaut kaputt und muss durch eine neue ersetzt werden. Diese Reparaturmaßnahme zahlt in Deutschland die Kasse, im Ausland nicht."
   Sehr wichtig ist die Nachsorge nach dem Eingriff sowie eine besondere Vorsicht vor Keimen - denn es besteht nach der OP ein erhöhtes Infektionsrisiko. „Das Gefährlichste sind schmutzige Finger des Patienten und ein Reiben der Augen", sagt Eckert.
   Bei Fiona Schneider traten auch nach der OP keine Komplikationen auf. Die Nachuntersuchungen zeigten gute Werte. Noch Wochen später habe sie vor dem Zubettgehen gedacht: „Ich muss noch die Kontaktlinsen rausnehmen", erinnert sich die 40-Jährige.  „Ebenfalls großartig ist es, beim Reiten keine Probleme mehr zu haben, die Uhrzeit auf dem Radiowecker ohne Brille sehen zu können und vor allem,  wie ich es mir erträumt hatte, ohne Brille oder Kontaktlinsen den Sternenhimmel."
   Bereits am Tag nach dem Eingriff hatte Fiona Schneider eine Sehfähigkeit von 125 Prozent auf beiden Augen. Vier Wochen später waren es 150 Prozent. „Der Durchschnittswert beträgt 100 Prozent, die normale Sehschärfe liegt zwischen 80 und 120 Prozent. Bei sehr guten Lasik-Ergebnissen kann die Sehschärfe 130 bis 150 Prozent betragen", erklärt Augenarzt Eckert.
Es kann nicht garantiert werden, dass eine Fernbrille verzichtbar ist
   Leider kann nicht ausgeschlossen werden, dass nach Monaten bis Jahren dennoch eine gewisse Rückbildung der Fehlsichtigkeit auftritt. Ferner kann die Fehlsichtigkeit nicht in allen Fällen vollständig korrigiert werden .„Auch kann nicht garantiert werden, dass eine Fernbrille verzichtbar ist", sagt Eckert, in jedem Fall sei diese wesentlich schwächer als vor der Lasik. Selbst bei optimalem Erfolg - weder Brille noch Kontaktlinsen sind notwendig - sei ab etwa dem 50. Lebensjahr damit zu rechnen, dass eine Lesebrille notwendig werde, wie sie auch jeder Normalsichtige ab jenem Alter benötigt. HA100807ManuaelaKeil

Einige Fragen zur Lasik-Behandlung

   Die Lasik-Methode wird seit 1990 angewandt und wurde 1999 als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Korrektur der Kurzsichtigkeit bis etwa minus 10 Dioptrien und der Stabsichtigkeit bis 3 Dioptrien eingestuft.
   Das Innere der Hornhaut wird mit einem Excimer-Laser geschliffen. Zunächst trennt dafür der Chirurg mit einem Mikrokeratom, einem computergesteuerten, skalpellartigen Hobel, eine dünne Scheibe der Hornhaut ab. Diesen Deckel, den Flap klappt er nach oben und schleift dann das freigelegte innere Horngewebe ab. Damit korrigiert er die Fehlsichtigkeit. Danach klappt er den Flap zurück, drückt ihn an, und dieser saugt sich von selbst wieder fest. Vorteil: Die Oberfläche der Hornhaut wird nicht zerstört. Nach der OP keine Schmerzen.
   Als Femto-Lasik wird eine besondere Technik mit dem Femtosekunden-Laser bezeichnet, der statt eines Mikrokeratoms zum Abtrennen des Flaps verwendet wird.
   Risiken: Wenn der Arzt nicht einwandfrei arbeitet, kann sich die Sicht verschlechtern. Das lässt sich jedoch durch Nachlasern korrigieren. Selten: Entzündungen.
   Kosten: Je nach Verfahren, Klinik und Region pro Auge 2.000 bis 2.500 Euro
   Die Kosten für eine Augenlaser-Behandlung können steuerlich geltend gemacht werden. Nach einer Ent- scheidung der Oberfinanzverwaltungen ist eine Lasik-Behandlung eine wissenschaftlich anerkannte Operations- methode. Wer sich einer Operation unterzieht, kann die Aufwendungen hierfür ohne Vorlage eines ärztlichen Attests beim Fiskus als außergewöhnliche Belastung geltend machen. HA100807dpa
Krankenkasse muss Augen-Laser-OP nicht zahlen
   Eine Krankenversicherung muss die Kosten einer medizinisch nicht notwendigen Augen-Laser-Operation nicht ersetzen. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts München hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins in Berlin hinweist Az.: 112 C 25016/08. In dem Fall hatte sich ein Patient einem Lasereingriff unterzogen, um seine Weitsichtigkeit korrigieren zu lassen. Seine private Kranken- versicherung lehnte es ab, die rund 4.300 Euro für den Eingriff zu übernehmen. Der Patient klagte dagegen erfolglos. Zwar sei es richtig, dass Versicherte und ihre behandelnden Ärzte zwischen verschiedenen Behand- lungsmethoden wählen könnten, so die Richter. Auch sei der Patient nicht verpflichtet, sich aus rein wirt- schaftlichen Gründen für die günstigste Methode zu entscheiden. Das gelte jedoch nur bedingt: Behandlungen, die ein erhebliches Risiko mit sich bringen, könnten nicht als medizinisch notwendig bezeichnet werden.
   Den Richtern zufolge birgt eine Laser-OP erhebliche Risiken, die bis zur Erblindung reichen können. Eine Brille dagegen könne die Weitsichtigkeit gefahrlos ausgleichen. Außerdem behebe eine solche OP die Fehlsichtigkeit nicht immer komplett - der Betroffene braucht manchmal weiterhin eine Brille. Die OP heile die Fehlsichtigkeit auch nicht, sondern korrigiere sie lediglich im Auge, indem die Hornhautkrümmung begradigt wird. Der ursprüngliche Zustand der Hornhaut werde unwiederbringlich zerstört. Den Richtern zufolge kommt die OP einer Schönheits- operation nahe. HA100807dpa

Lasik-Operationen auch bei starker Kurzsichtigkeit

  Die Lasik-Augenoperation eignet sich auch zur Korrektur starker Kurzsichtigkeit. Eine spanische Untersuchung zeigt, dass das Verfahren auch noch bei einer Kurzsichtigkeit von mindestens zehn Dioptrien zuverlässig ist und die Sehfähigkeit dauerhaft verbessert.
  Seit Beginn der 90er-Jahre haben sich weltweit mehr als 18 Millionen Menschen dem Lasik-Verfahren unterzogen. Quelle: „American Journal of Ophthalmology”, Vol. 145, S.55-64. HAap080119

Sichtkorrektur mit Lasern

   Ein Leben ohne Brille: Moderne Laser-Behandlungen an der Hornhaut eröffnen vielen Kurzsichtigen diese verlockende Aussicht. Auch wenn das Risiko dieses Eingriffs in den letzten Jahren erheblich gesunken ist, warnen nun amerikanische Augenärzte  von der New Jersey Medical School. Jedes zehnte Auge müsse gemäß einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift “Ophthalmology” (Bd. 110, S.748) einer zweiten Laseroperation unterzogen werden. Da meist nur ein Auge betroffen sei, beträfe dies ungefähr jeden fünften Patienten.  wsaHA03052

Augen-Laser medizinisch nicht notwendig

   Eine sogenannte Lasik-Behandlung mag geeignet sein, ein Augenleiden zu mindern. Medizinisch notwendig ist sie deshalb nach Meinung der Richter am Landgericht Köln nicht. Private Kassen müssen diese Kosten deshalb nicht tragen. Eine medizinische Notwendigkeit könne sich nur dann ergeben, wenn die Sehfähigkeit im gesamten Lebensbereich nicht mehr in ausreichendem Maße durch das Tragen einer Brille oder Kontaktlinsen gewährleistet werden kann. LG Köln: AZ: 23 S 6/08 NOZ090128ddp

Licht für altersmüde Augen. Ablösung der Lesebrille? Laser sollen Linsen elastischer machen

   Die Altersweitsichtigkeit macht unweigerlich fast allen das Leben schwer, die jenseits ihres 45. Lebensjahres ihre Augen auf naheliegende Objekte richten, insbesondere wenn sie lesen möchten. Bis ins Mittelalter schafften die Lesesteine Abhilfe, die man auf die Schrift legte. Seit mehr als fünhundert Jahren ist die Lesebrille die Standardbehandlung. Unter den zahlreichen Ansätzen, einen Ersatz zur Brille zu finden, nutzt man jetzt im Laser- Zentrum Hannover konsequent die Möglichkeiten moderner Technik.
   Mittels eines Femtosekundenlasers gelingt es, mitten in der Augenlinse allerkleinste Schnitte - im Bereich von Mikrometern - zu setzen, ohne irgendeine der umliegenden Strukturen zu verletzen. Dem multidisziplinären Team um den Physiker Holger Lubatschowski ist der Nachweis gelungen, dass derartige Schnitte Augenlinsen von Kaninchen elastischer machen.
   Der Laser arbeitet mit Licht im nahen Infrarotbereich, seine ultrakurzen Impulse dauern nur 100 bis 200 Billionstel Sekunden.  Auf diese Weise ist es möglich, die Schnitte exakt um den Linsenkern zu platzieren. Man geht daher davon aus, dass weiterreichende Schäden der Linsenstrukturen, die etwa eine Trübung (Katarakt) zur Folge haben könnten, vermieden werden können. Erste Beobachtungen nach drei und sechs Monaten haben dies bestätigt. Bisher hat man jedoch stets nur Augen von Schweinen und Kaninchen untersucht. In Hannover will man künftig klären, wie sich das Verfahren an tatsächlich altersstarren Linsen des Menschen bewährt. Denn obgleich man in den Vereinigten Staaten schon mit anderen Lasersystemen an menschlichen Augen von Ver- storbenen die Linsenelastizität verbessern konnte, ist immer noch unklar, welche Strukturen eigentlich für die Steifheit der alten Linse verantwortlich sind.
   Die Altersweitsichtigkeit hat zudem noch andere Ursachen als die starre Linse. Gewinnt man die Beweglichkeit der Linse wieder, ist damit nur ein - wenn auch wichtiger - Teil der Lösung gefunden. Eine Alternative zur Lesebrille  ist  folglich noch nicht zum Greifen nah. Da es bislang jedoch kein anderes Verfahren gibt, mit denen man derart elegant zu Strukturen im Augeninnern vordringen kann, gilt die Anwendung des Femtosekunden- lasers als viel versprechend, zumal das Verfahren womöglich nicht auf die Altersweitsichtigkeit beschränkt ist. Auch auf dem Gebiet der Hornhaut- und Glaukomchirurgie sind die damit neu gewonnenen Fähigkeiten offenbar Erfolg versprechend.  misFAZ031015

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Ein Augenarzt untersucht mit einer sogenannten Spaltlampe die Augen einer Patientin.
Die Grafik unten zeigt deutlich die auch „Floaters" genannten Trübungen im Glaskörper.

Glaskörpertrübungen-xx

„Das kann einen verrückt machen”
   „Fliegende Mücken” – das sind Trübungen des Glaskörpers im Auge – können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. In Amerika gibt es nun eine neue Laserbehandlung für die lästigen „Mücken”. Doch unter Augenärzten ist die Methode durchaus umstritten.
   Sie heißen im Volksmund „fliegende Mücken” oder „Mouches Volantes”, im englischen Sprachraum Floaters: Fäden oder Punkte, die durch das Gesichtsfeld ziehen. Die Ursache ist meist eine harmlose Glaskörpertrübung. Trotzdem suchen viele Betroffene nach einer Möglichkeit, die störenden Elemente in ihrem Blickfeld loszuwerden.
   So flog die Neuseeländerin Emily Flynn um die halbe Welt in den US-Staat Virginia, um ihre „Mücke” entfernen zu lassen. Nach der halbstündigen Laserbehandlung war der störende Punkt weg. Zurück blieb die klare gallert- artige Flüssigkeit, die den Augapfel füllt. Mehr als 1.400 Mal hat der Augenchirurg John Karickhoff dieses Ver- fahren in den vergangenen 15 Jahren angewandt. Seine Erfolgsrate liegt nach eigenen Angaben bei über 90 Prozent. Zwar bestehe das Risiko einer Netzhautablösung, aber dies sei ihm nie passiert. Und auch zu anderen Komplikationen wie etwa einer Steigerung des Augendrucks komme es nur selten.
   Dennoch: Viele Augenheilkundler haben noch nie von der Prozedur gehört, und die allermeisten würden davon abraten. Fast jeder Mensch bekommt früher oder später „fliegende Mücken”, insbesondere ältere und kurz- sichtige Personen. Am besten sieht man sie, wenn man auf einen hellen Hintergrund blickt, etwa einen blauen Himmel oder eine weiße Wand. Ist tatsächlich eine Glaskörpertrübung und nicht etwa eine Blutung oder Ent- zündung die Ursache, so ist das Phänomen harmlos. Es handelt sich um kleine Membranstücke, die sich vom Glas- körper gelöst haben.
   Karickhoff schätzt, dass 95 Prozent der Betroffenen keine Probleme haben. Aber für die übrigen fünf Prozent könnten die „Mücken” zum Ärgernis werden. „Ich habe Musiker behandelt, die ihre Noten nicht schnell genug lesen konnten, weil der ‘Floater’ im Weg war”, erzählt der Arzt, der seit Jahren versucht, die medizinische Fach- welt zur Akzeptanz   seiner Therapie zu bewegen. „Das kann die Lebensqualität eines Menschen ruinieren.”
   Höchstens eine Handvoll Ärzte in den USA behandeln das Phänomen mit Laserchirurgie. Die meisten Augen- ärzte halten das Verfahren für völlig überflüssig, wie Richard Bensinger berichtet, Sprecher der Amerikanischen Akademie für Opthalmologie (AAO). Zwar sei die Behandlung oft erfolgreich und nicht sehr riskant. Aber bei einem so harmlosen Phänomen sei jedes noch so geringe Risiko unnötig. Sollten Patienten aber auf einer Therapie bestehen, hält Bensinger das Laserverfahren für besser als die gebräuchlichere Alternative, die Vitrektomie, bei der der Glaskörper entfernt wird. Auch Emily Flynns Augenarzt in Neuseeland sagte seiner Patientin, die „Mücken" seien harmlos. Sie solle lernen, damit zu leben.
   Doch dass viele Augenärzte die „Mücken” für eine Lappalie halten, macht beispielsweise Oliver Hill wütend. Die Mediziner hätten kein Verständnis dafür, wie irritierend dies sein könne, schimpft der 60-Jährige. Das sei, als ob man ein Buch lese und sich dabei einen Stift vor die Augen halte:  „Das hat mich ganz verrückt gemacht.” Hill ließ im Juni 2005 zuerst sein linkes und dann im vergangenen November sein rechtes Auge von Karickhoff behandeln.
   Der Augenarzt erzählt, er kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Er selbst habe ein Riesending im eigenen Auge gehabt. Bei einem Urlaub in Florida machte ihn dann eine Zeitungsanzeige auf die Laserchirurgie auf- merksam. Nachdem er dem Ophthalmologen Scott Geller in Fort Myers bei der Therapie zugeschaut hatte, ließ er sich selbst behandeln. Mit Erfolg, wie er betont. Kurz darauf wandte auch Karickhoff das Verfahren bei Patienten an. Die Lasertherapie kostet ohne Untersuchung pro Auge rund 1.500 Dollar (umgerechnet rund 1.140 Euro).
   Aber manchmal gibt es auch Ärger: Eine 72-jährige Patientin klagte im vergangenen Jahr, Geller habe aus ihrem großen „Floater” viele kleine gemacht. Ein Medizinergremium stellte die Untersuchung ein. Er selbst könne, so Karickhoff, nach einer Untersuchung des Auges einschätzen, ob es sich um eine ernst zu nehmende Störung handele oder nur um ein kleines Ärgernis.  Und er behandle grundsätzlich keine Patienten, „die aus einem Maulwurfshügel einen Berg machen", denn die seien sowieso nie zufrieden.
   Dennoch: Seriöse Studien zu dem Verfahren sind rar. Zwar scheint die Lasertechnik risikoarm zu sein, aber die Ergebnisse zur Effektivität sind geteilt. Dass Untersuchungen seine Erfolge nicht bestätigen, hat laut Karickhoff simple Gründe: Die Mediziner hätten nicht seine Technik angewandt, Laserstrahlen falscher Intensität benutzt und außerdem die falschen Patienten ausgewählt. pMatthewBakakatHAZ070507

Experten am Telefon: tt-0-Brille-x Nie wieder Brille

Die Sehhilfe endlich wegwerfen zu können wünschen sich viele Träger.
Ergebnisse der Telefonaktion der NOZ zum Thema Augenlaserkorrektur  081011

   So mancher Brillen- oder Kontaktlinsen-Träger träumt davon, die Hilfsmittel dauerhaft loszuwerden. Das ist auch bei gut der Hälfte der Betroffenen möglich, durch eine Augenlaserbehandlung. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten der Lesertelefonaktion der NOZ zum Thema:
Können alle Sehfehler durch eine Augenlaserbehandlung korrigiert werden?
   In der Regel können Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hörnhautverkrümmungen bei Werten von -10 bis +4 Dioptrien durch eine Augenlaserbehandlung dauerhaft korrigiert werden. Die Dioptrienwerte müssen seit mindestens einem Jahr stabil sein, und es dürfen keine Erkrankungen wie beispielsweise grauer und grüner Star oder ein Diabetes mellitus bestehen.
Kommt eine Augenlaserbehandlung in jedem Alter anfrage?
   Augenlaserbehandlungen können zwischen 18 und 60 Jahren durchgeführt werden. Alle Patienten müssen sich einer Voruntersuchung mit Eignungscheck unterziehen.
Wie läuft die Operation ab?
   Der Eingriff erfolgt ambulant und dauert nur wenige Minuten. Das am häufigsten angewandte operative Ver- fahren ist die sogenannte LASIK-Methode. Nach dem Verabreichen betäubender Augentropfen wird ein kleiner Deckel, genannt Flap, auf der Hornhautoberfläche präpariert und zur Seite geklappt. Danach wird die darunter liegende Hornhaut mit dem Laser moduliert und geformt, so dass sie die richtige Krümmung erhält. Nach dem Eingriff wird der Flap  wie ein körpereigenes Pflaster in seine ursprüngliche Position zurückgebracht.
Mein Augenarzt sagte, meine Hornhaut sei sehr dünn...
   Grundsätzlich gilt, dass die Hornhaut  mindestens  450 Mikrometer dick sein muss. Bei einer sehr dünnen Hornhaut ist in der Regel die sogenannte PRK/LASEK-Methode gut geeignet. Dabei wird die oberste Zellschicht der Hornhaut abgelöst und entfernt. Danach wird wie bei der LASIK-Behandlung die Hornhaut mit dem Laser moduliert.
Ist die Operation am Auge schmerzhaft?
   Nein, der Lasereinsatz selbst ist in der Regel schmerzfrei. Nach der Behandlung kann ein Brennen oder Jucken auftreten, wogegen Sie Augentropfen erhalten.
Wie sicher sind die eingesetzten Verfahren?
   Die LASIK-Methode wird bereits seit 1990 angewendet und ist heute das weltweit am häufigsten angewandte Verfahren bei Augenlaserbehandlungen. Sie wurde 1999 von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und dem Berufsverband der Augenärzte offiziell als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren eingestuft.
Kann ich direkt nach der Behandlung scharf sehen?
   Bei der LASIK-Behandlung können die Patienten im Idealfall am nächsten Tag nach dem Eingriff wieder scharf sehen.  Die Resultate der PRK/LASEK-Methode sind vergleichbar. Allerdings dauert der Heilungsprozess hier länger. In der Regel wird bereits innerhalb einer Woche ein Großteil der vollen Sehstärke erreicht. Die komplette Wiederherstellung erfolgt nach wenigen Wochen.
Was kostet eine Augenlaserkorrektur?
   Der Preis für Augenlaser-korrekturen ist in den vergangenen Jahren stark gefallen. Während vor einigen Jahren bei vielen Anbietern der Preis noch bei bis zu 3.000 Euro pro Auge lag, kann man heute bereits für um die 1.000 Euro pro Auge eine qualitativ einwandfreie Behandlung bekommen.

 Aus der ärztlichen Schlichtungsstelle: Probleme nach dem Augen-Lasern

Der Vorgang: Um keine Brille mehr tragen zu müssen, will sich die 50-jährige Patientin einer Lasik-Operation unterziehen. Die Aufklärung erfolgt im Gespräch anhand eines Standardaufklärungsbogens. Nach der OP kann die Patientin zwar ohne Brille sehen, leidet aber unter Lichthöfen und Lichtblitzen in der Dunkelheit und kann ihre Arbeit nachts in der Zeitungsproduktion nicht mehr fortsetzen. Sie hält die OP-Aufklärung für unzureichend und fordert Schadenersatz.
Das Gutachten: Die eingetretene Verschlechterung durch Lichthöfe bei Dämmerung und Dunkelheit stellt eine eingriffstypische Komplikation dar, über die im Aufklärungsbogen berichtet wurde. Es werden weder ein Aufklärungsversäumnis noch Behandlungsfehler gesehen.
Die Entscheidung: Die Schlichtungsstelle schließt sich dem Gutachten nicht an. Das Aufklärungsgespräch sei der besonderen Situation nicht gerecht geworden. Es bestand keine medizinische Indikation für den Eingriff, da die Patientin lediglich keine Brille mehr tragen wollte. Es hätte eine schonungslose Aufklärung entsprechend der Anforderungen bei rein kosmetischen Eingriffen erfolgen müssen. Da sie nachts arbeitete, waren die eingriffs- typischen Komplikationen für sie besonders einschneidend und sie hätte besonderes deutlich darauf hingewiesen werden müssen. Für die Einschränkungen nachts besteht eine Schadensersatzpflicht.
Norddeutsche Schlichtungsstelle Tel. 0511 - 380 24 16 Hans-Böckler-Allee 3,30173 Hannover.
www.schlichtungsstelle.de HA101112HAZ
Die Schlichter beurteilen im Auftrag der Ärztekammern Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche. 

Alex.v.Busse      Alexander von Busse

Interview: Laser in der Zahnmedizin

Wissenschaftler des Laser Zentrums Hannover (LZH) wollen den Einsatz des Lasers in der Zahnmedizin erforschen. Welche Erwartungen die Forscher an das vom Bund geförderte Projekt haben,
erläutert Alexander von Busse, wissenschaftlicher Mitarbeiter am LZH.

Schmerzfreie Methode
Kommt der Laser in der Zahnmedizin bereits heute zum Einsatz?
   Bisher werden Laserstrahlen in der Zahnarztpraxis vorwiegend zur Ergänzung konventioneller Behand- lungsverfahren eingesetzt. Das können zum Beispiel Vorarbeiten für Füllungen oder beim Abtragen eines Zahnes sein. Viele Zahnärzte bevorzugen bisher noch die etablierten Methoden.
Welche Laser-Variante wollen Sie und Ihre Kollegen erforschen?
   Wir beschäftigen uns mit dem so genannten Femtosekunden-Laser. Das ist ein Laser mit extrem kurzen Lichtpulsen. Dieser spezielle Laser hat gegenüber gängigen Laserverfahren den Vorteil, dass er extrem präzise und zudem besonders schonend ist. Er arbeitet „kalt”, das heißt, es entsteht beim Bohren keine Hitze. Darum könnte der Zahnarztbesuch künftig schmerzfreier ablaufen - denn die beim Bohren entstehende Hitze verursacht beim Patienten den typischen Schmerz.
Wann könnte der Speziallaser in der Praxis zum Einsatz kommen?
   Unser Forschungsprojekt läuft bis zum Herbst 2007. Aufgabe ist es, Effizienz, technische Voraussetzungen, aber auch sicherheitsrelevante Aspekte des Lasereinsatzes zu erforschen. So muss zum Beispiel sichergestellt sein, dass bei der Zahnbehandlung mit dem Laser nicht ungewollt Röntgenstrahlen entstehen. Wir wollen all diese Fragen klären und einen Laser-Prototypen entwickeln. Wann der Femtosekundenlaser tatsächlich in der Zahnarztpraxis zum Einsatz kommt, hängt letztlich auch von der Nachfrage auf dem Markt ab.
Interview:JulianeKaune

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Laser hilft bei der Behandlung
Kleinere Schäden an den Zähnen können durch neue Technik sogar ohne Bohren behoben werden

   Immer häufiger fragen Patienten nach dem Einsatz von Laser in der Zahnarztpraxis. Häufig versprechen sich gerade ängstliche Patienten wahre Wunderdinge von dieser Behandlungsmethode. Doch bislang dient der Laser eher der Ergänzung klassischer Methoden, als dass er normale Eingriffe vollständig ersetzt.
Diagnose
   Ist der Zahnarzt nicht sicher, ob Karies vorhanden ist, wird über gezieltes Röntgen hinaus das sogenannte Laserfluoreszenzverfahren eingesetzt. Hierbei wird auch die Tiefe der Karies und die Aktivität der Bakterien gemessen. Der Zahnarzt kann Karies so vor allem an schwer einsehbaren Stellen entdecken. Dazu gehören Zahnzwischenräume oder scheinbar noch intakte Zähnschmelzoberflächen. Das Verfahren ist völlig schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
Kariesbehandiung
   Ein Einsatzbereich des Lasers ist die Behandlung kleinerer Schäden. Lasergestützte Verfahren ermöglichen es dem Zahnarzt häufig, kleinere Zahnschäden ohne Bohren zu behandeln. Voraussetzung ist jedoch, dass die Patienten zweimal jährlich ihren Zahnarzt aufsuchen. Nur so kann eine beginnende Karies frühzeitig erkannt werden.
   Der schonende Abtrag der Karies, als Alternative zum klassischen Bohrer, wird zunehmend bedeutender. Doch für einen weitergehenden Einsatz fehlen noch weitere Studien- und Forschungsergebnisse.
  Eine der Herausforderungen ist die Gefährdung durch Parodontitis. Sie kann in jeder Altersklasse auftreten, betrifft jedoch häufig über 40-Jährige. Grundlage einer Parodontitisbehandlung ist die regelmäßige Zahnreini- gung. Der konventionelle Einsatz von Hand- und Ultraschallinstrumenten ist bei der Entfernung dieser Ablagerun- gen nach wie vor das Mittel der Wahl. Inzwischen existieren Ultraschall- und Laserverfahren für die Parodontitis- Therapie, die in der Lage sind, Ablagerungen in den Taschen aufzuspüren und diese zu entfernen. Studien belegen, dass mit dem Laserverfahren eine die Zahnsubstanz schonende Reinigung der Wurzeloberfläche möglich ist. HAZ090921proDente

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Schäden an der Hörschnecke wollen Tübinger Forscher mit Hilfe von Laserlicht diagnostizieren.
Wie ein solches Verfahren zu bewerten ist, erklärt Prof. Thomas Lenarz von der Medizinischen Hochschule Hannover. „Komplizierte Diagnose”

Wie häufig sind Schäden der Hörschnecke?
   Die Hörschnecke ist der zentrale Teil des Innenohrs, und Schädigungen des Innenohrs sind die häufigste Ursache für Schwerhörigkeit. Von den 14 bis 16 Millionen Schwerhörigen in Deutschland leidet der weitaus größte Teil an einer Beeinträchtigung des Innenohrs, in dem und 30.000 winzige Haarzellen sitzen, die den Hörnerv direkt stimulieren. Auch bei einem Hörsturz ist etwa das Innenohr der Hörschnecke betroffen.
Wie werden Schädigungen diagnostiziert?
   Um im Innenohr zu messen, werden die Haarzellen akustisch gereizt. Die dabei abgegebenen „Arbeitsgeräusche” einer bestimmten Gruppe dieser Zellen, sogenannte otoakustische Emissionen, können mit einem Spezialmikrofon aufgefangen  und dann analysiert werden.  Dieses Verfahren wird etwa beim Hör- Screening von Neugeborenen eingesetzt. Eine weitere Diagnosemethode ist ein EEG (Elektroenzephalogramm) des Hörnervstems. Allerdings ist das Innenohr sehr schwer zu erreichen, da es tief im Schädel eingebettet ist. Wir haben darum eine gewisse Diagnoselücke - eine Verbesserung wäre wünschenswert.
Ist die Lasermesstechnik eine Lösung?
   Mit einem hochempfindlichen Lasermessgerät, einem Interferometer, lassen sich feinste Schwingungen am Trommelfell messen. Dabei werden diese in optische Daten umgewandelt. Noch ist die Methode aber viel zu wenig ausgereift, im verlässliche Aussagen treffen zu können. Zudem wäre sie zurzeit nur für das Mittelohr einsetzbar. Wegen der besonderen Innenohrstruktur ist das Verfahren hier noch nicht geeignet.
JulianeKauneHAZ070210

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Laserskalpell für weniger Narben  -  Hamburger testen neuartiges OP-Gerät, das Gewebe durch einen Trick verdampft, ohne es zum Kochen zu bringen -   Foto: Der Physiker Prof. Dwayne Miller von der Universität Hamburg mit seiner Erfindung, einem speziell eingestellten Pikosekunden-Infrarotlaser .

   Der Laserstrahl ist unsichtbar, doch man sieht, wie er sein Werk vollbringt: Mikrometer für Mikrometer durch- trennt er das Gewebe, auf einer Linie, so schmal wie ein Haar. Nichts verschmort, kein Qualm steigt auf. Schließlich fällt ein kirschkerngroßes Stück aus dem Hautlappen, der in einer Apparatur aufgespannt ist. Dwayne Miller drückt auf den Stopp-Knopf, das Video ist zu Ende. „Es hat Jahre gedauert, so weit zu kommen", sagt der Physiker von der Universität Hamburg. „Aber letztendlich haben wir das Problem gelöst."
   Millers Erfindung, ein speziell eingestellter Pikosekunden-Infrarotlaser (PIRL), ist zwar noch ein Prototyp, erprobt bisher nur an Tierhaut aus Fleischresten. Doch die Technik des Geräts ist so vielversprechend, dass sie jetzt mit enormer finanzieller Unterstützung zur Marktreife gebracht werden soll: 2,5 Millionen Euro Fördergeld erhält Miller in den nächsten fünf Jahren vom Europäischen Forschungsrat für Studien mit dem Universitäts- klinikum Hamburg-Eppendorf. Dort werden zehn Kliniken und drei Institute an den Tests mit dem PIRL beteiligt sein. „Unsere Ärzte bekommen leuchtende Augen, wenn sie daran denken, was dieses Gerät möglich machen könnte", sagt Dr. Wolfgang Wöllmer. Der Physiker aus der HNO-Klinik leitet das Projekt seitens des UKE.
   Dass die Ärzte so aufgeregt sind, hat mit den einzigartigen Eigenschaften des Lasers zu tun. Dieser geht nämlich beim Schneiden durch einen Trick so schonend vor, dass er nur bis zu 0,1 Millimeter des Gewebes auf beiden Seiten des Schnitts beschädigt. Künftig soll er sogar nur noch maximal 0,01 Millimeter des angrenzenden Gewebes beeinträchtigen - und somit bis auf eine Zelle genau schneiden. Davon konnten Chirurgen bisher nur träumen.
Gewöhnliche Operationslaser bringen das Wasser in den Zellen zum Kochen
  
Wenn ein herkömmliches Skalpell durch Gewebe schneidet, wirkt die mechanische Belastung so auf benach- bartes Gewebe, dass es um bis zu 0,4 Millimeter Schaden nimmt. Das ist schon ein sehr guter Wert, allerdings kann das Skalpell immer nur so genau schneiden, wie es der Chirurg führt. Teilweise präziser, weil von Compu- tern gesteuert, arbeiten Operationslaser, die seit mehr als zehn Jahren in der Chirurgie eingesetzt werden. Zudem haben sie den Vorteil, dass ihre Strahlen auch an schwer zugängliche Stellen im Körper gelangen, an denen der Einsatz eines Skalpells nur bedingt möglich ist.
   Gewöhnliche Operationslaser haben allerdings auch einen großen Nachteil. Ihre Blitze dauern zwar nur millionstel Sekunden, aber das genügt, um bis zu 0,8 Millimeter des angrenzenden Gewebes zu beeinträchtigen. Prinzipiell funktionieren diese Geräte so: Die Energie des Laserlichts überführt die anvisierten Zellen (die zu 70 Prozent aus Wasser bestehen können) von einem festen beziehungsweise flüssigen in einen gasförmigen Zustand. Dabei bringt die Hitze das Wasser in den Zellen allerdings kurz zum Kochen. Die Druckwellen, die dadurch entstehen, können benachbartes Gewebe schädigen. Durch die Hitze kann benachbartes Gewebe verbrennen. Die kaputten Zellen bilden Narben, die nicht nur hässlich aussehen, sondern auch die Funktion von angrenzenden Zellen, etwa von Nervenzellen, beeinträchtigen können.
   Dwayne Miller forscht nicht nur in Hamburg, sondern auch an der Universität von Toronto. Mit seinem dortigen Team machte der Kanadier eine verblüffende Entdeckung: Wenn Laserlicht noch kürzer gepulst wird als üblich, kann es Wasser direkt von einem festen in einen gasförmigen Zustand versetzen, ohne dass dieses kocht. Der blitzartig entstehende Wasserdampf reißt Gewebemoleküle innerhalb von millionstel Sekunden mit sich, ohne dass dabei Wärme oder Druckwellen auf benachbarte Zellen wirken. Wie sich nach etlichen Tests zeigte, funktioniert dies optimal, wenn die Laserblitze nur 100 Pikosekunden dauern - 100 billionstel Sekunden, also deutlich kürzer als die Lichtblitze herkömmlicher Operationslaser. Als ideal für diesen Prozess erwies sich infrarotes Licht, das mit einer Wellenlänge von 3000 Nanometern außerhalb des sichtbaren Spektrums (400 bis 700 Nanometer) liegt.

aum-DrWolfgangWöllmerUniKli   Dr. Wolfgang Wöllmer Physiker vom Uniklinikum Hamburg

In zwei Jahren könnte der neue Laser erstmals an Patienten getestet werden
   Wolfgang Wöllmer vom UKE sagt, der Einsatz des neuartigen Laserskalpells sei prinzipiell an fast allen Stellen des Körpers möglich, insbesondere aber dort sinnvoll, wo es auf extreme Präzision und zugleich auf eine besonders schonende Vorgehensweise ankomme. Etwa an den Stimmbändern, an der Schilddrüse, in den Ohren, aber auch bei Brustoperationen. „Wenn etwa ein Knoten in der Brustdrüse entfernt werden soll, müssen wir dafür einen Schnitt machen. Die Narbe, die dadurch entsteht, kann Spannungsschmerzen hervorrufen. Solche OP- Folgen werden wir mit dem neuen Laser wahrscheinlich auf ein Minimum reduzieren können", sagt Wöllmer.
   Zunächst werden die Ärzte am Universitätsklinikum den Laser an Tieren testen. In zwei Jahren, so schätzen Dwayne Miller und Wolfgang Wöllmer, könnte das Gerät erstmals bei Patienten eingesetzt werden.
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Schneidemechanismen im Vergleich

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Wie ein Laserstrahl entsteht

Laser sind Lichtverstärker. Durch die sogenannte stimulierte Emission von Strahlung bündeln sie das Licht - und damit dessen Energie. Jeder Laser besteht im Wesentlichen aus zwei gegenüberliegenden Spiegeln, von denen einer leicht durchlässig ist. Zwischen den Spiegeln wird ein Material platziert. Das kann ein Gas, eine Flüssigkeit oder ein künstlicher Kristall sein. Die Ionen (elektrisch geladene Atome) des Materials können Energie aufnehmen. Die ganze Anlage bezeichnet man als Resonator.
   Um die Lichtverstärkung in Gang zu setzen, wird von außen Licht in das Lasermaterial gepumpt. Jene Lichtteilchen, die in dem Material auf Ionen treffen, werden aufgesaugt. Ihre zusätzlich gewonnene Energie strahlen sie jedoch wieder ab. Ein Teil der Strahlung wird nun zwischen den Spiegeln hin- und herreflektiert, wobei die Strahlung bei jedem erneuten Kontakt mit den Ionen an Kraft gewinnt und so gebündelt wird, bis sie schließlich stark genug ist, den Resonator durch den halb durchlässigen Spiegel zu verlassen - als Laserstrahl. HA120514mha

                 kbwn:”Lasik”

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