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Anglikaner

anglo-catholics in Great Britain, USA/Canada, Australia

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über die Weltgemeinschaft der Anglikaner: Church of England 
und über die ökumenische Arbeit 
der Anglikanisch-Römisch-Katholischen Internationalen Kommission ARCIC -
> Anglikaner II 

Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Nachrichten aus dem „Personalordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham“,
2. aus dem am 01. Januar 2012 vom Papst errichteten 2. Ordinariat für Nordamerika,
3. Errichtung des australischen Ordinariats “Unserer Lieben Frau vom Kreuz des Südens” im Juni 2012

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Homosexuelle Katholiken dürfen im Zentrum Londons künftig keine eigenen Messen mehr feiern. Nach sechs- jähriger Duldung untersagte Erzbischof Vincent Nichols die sogenannten „Soho-Messen“ in der Kirche „Our Lady of the Assumption“, wie die britische Online-Zeitung „Catholic Herald“ berichtet. Zugleich übertrug Nichols das Gotteshaus dem Personalordinariat „Our Lady of Walsingham“. Diesem gehören ehemalige Anglikaner an, die vor allem aus Unzufriedenheit mit liberalen Tendenzen ihrer früheren Kirche zum Katholizismus übergetreten sind. Erzbischof Nichols, der auch Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales ist, sagte weiter, die Seelsorge für schwule und lesbische Gläubige werde der Jesuitenkirche im Stadtteil Mayfair übertragen. RV130102kna Fotos oben und unten: Kirche Our Lady of the Assumption, London.

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fr-159-be-Z4   Benedikt schreibt an Katholiken, die zuvor Anglikaner waren

   Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich mit einem Brief an die zum Katholizismus übergetretenen ehemaligen Anglikaner gewandt. Das Personalordinariat „Our Lady of Walsingham“ in London spiele eine wichtige Rolle in der Kirche, heißt es in dem Schreiben, aus dem der „Catholic Herald“ zitierte. Benedikt zeigt sich erfreut über die erzielten Fortschritte - und auch über die Tatsache, dass die Hauptkirche des Ordinariats auf dem Platz der historischen Kapelle der bayerischen Botschaft in London stehe Foto oben.
  Der emeritierte Papst antwortete mit seinem kurzen Schreiben auf eine Botschaft des Präsidenten Nicolas Ollivant. Anlass war der fünfte Jahrestag der Apostolischen Konstitution „Anglicanorum Coetibus“ am 9. November. Damit hatte Papst Benedikt 2009 eigene, bistumsähnliche Kirchenstrukturen für übertrittswillige Anglikaner ermöglicht. Sie erlauben eine Beibehaltung anglikanischer Traditionen bei gleichzeitiger Gemeinschaft mit dem Papst. Dem 2011 eingerichteten Personalordinariat „Our Lady of Walsingham“ für England, Schottland und Wales folgten zwei weitere ähnliche Einrichtungen für die USA und für Australien. Insgesamt sind laut der Vatikanzeitung Osservatore Romano rund 8.000 Gläubige von einer anglikanischen zur katholischen Kirche übergetreten.  Rv141030gs

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Foto oben: Monsignori des anglikanisch-katholischen Ordinariates, Maria-Himmelfahrts-Kirche in Soho-London.
Foto unten links: Feier der neuen Liturgie Foto unten rechts: Ordinariatsfest in St. Agatha, Portsmouth

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Messritus für frühere Anglikaner hat Premiere
   Am 10. Oktober 2013 wurde in London die erste katholische Messe nach einem neu geschaffenen Ritus für über- getretene Anglikaner gefeier Foto links. Der Gottesdienst wurde in einer Pfarrkirche in Soho im Herzen Londons zelebriert, wie das Personalordinariat „Our Lady of Walsingham" mitteilte. Der neue Ritus adaptiere Vorschriften „zur Feier des Abendmahls oder der Heiligen Kommunion" aus dem anglikanischen liturgischen „Book of Common Prayer" aus dem Jahr 1662 sowie des römischen Messritus. Papst Benedikt XVI. (2005-2013) hatte 2009 eigene Kirchenstrukturen für übertrittswillige Anglikaner ermöglicht. Sie erlauben ihnen die Beibehaltung anglikanischer Traditionen bei gleichzeitiger Gemeinschaft mit dem Papst. Das britische Ordinariat zählt nach eigenen Angaben gut 1.600 Laienmitglieder sowie etwa 80 Priester. 2011 wurde das Personalordinariat „Our Lady of Walsingham" für England und Wales eingerichtet; 2012 folgten weitere für die USA und Australien. Auch ihnen ist die Über- nahme des neuen Ritus empfohlen. DT131012

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Elf anglikanische Ordensfrauen in Südengland sind  mit ihrer Oberin zum Katholizismus übergetreten.
   Die Frauen aus der „Community of St Mary the Virgin“, einem der ältesten Orden der englischen Staatskirche, wurden in Oxford feierlich in die katholische Kirche aufgenommen. Die Konvertitinnen beziehen ein neues Heim; in ihrem alten Konvent bleiben 16 Frauen zurück. Die übergetretenen Ordensfrauen sind jetzt dem Personal- ordinariat „Our Lady of Walsingham“ eingegliedert. Diese bistumsähnliche Struktur war von Papst Benedikt XVI. geschaffen worden, um anglikanischen Christen die katholische Kirchenzugehörigkeit unter Beibehaltung der anglikanischen Tradition zu ermöglichen. RV130102kna

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Frühere Anglikaner,
   
Mitglieder des weltweit ersten Ordinariats für übergetretene Anglikaner haben im Petersdom ihren Eintritt in die katholische Kirche gefeiert. Es sei „wie das Gefühl, nach Hause zu kommen“, beschrieb der katholische Priester und bischöfliche Pastor Len Black die Emotionen der rund 100 Pilger. Der Leiter des Personalordinariats, Keith Newton Foto vordere Reihe Mitte, zelebrierte den Gottesdienst, der im Petersdom stattfand. Ökumene bedeute nicht mehr, sich komplett anzupassen, sondern die gegenseitigen Gemeinsamkeiten ausfindig zu machen, erklärte Newton. Damit sei das Ordinariat ein vorbildliches Beispiel dafür, wie Ökumene funktionieren sollte. Für diese Vision des Papstes wolle er ihm seinen Dank aussprechen, so Newton. Benedikt XVI. hatte 2009 in seiner Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus den Weg dafür bereitet, anglikanische Pfarreien und Gruppen in die katholische Kirche aufzunehmen, ohne dass diese ihre Liturgie und ihr anglikanisches Erbe aufgeben müs- sen. Rv100225

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Kardinal Vincent Nichols, Westminster, begrüßt Geistliche des Ordinariates

   Der Förderer des Ordinariates gibt seiner Freude Ausdruck, dass die Vision von Papst Benedikt XVI. sichtbar erfüllt wurde und erhofft, dass das Personalordinariat „Unserer Lieben Frau von Walsingham“ weiterhin blühen wird. „Stufe für Stufe und mit großer Offenheit von uns allen erleben wir die Erfüllung und die Bereicherung, die Papst Benedikt erwartet hatte“, sagt Kardinal Nichols. „Für mich ist dieser Abend ein wunderbarer Moment, der die Fortschritte aufzeigt, woran wir sehr lange gearbeitet haben. Ich habe die Hoffnung, dass die Personalordinariate hier, in Australien, in den Vereinigten Staaten und auch Kanada blühen wird, wie es Papst Benedikt XVI. vorausgesehen hat.“ CH1503~14

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Pilgerreise zu Papst Benedikt zur Danksagung: Das Personalordinariat voll Freude auf dem Petersplatz:
   Unter Leitung von Msgr. Keith Newton Foto oben rechts, pilgerten etwa 100 Priester und Laien des Personal- Ordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham nach Rom um Dank zu sagen. Die Pilger wurden herzlich vom Papst begrüßt: „Ich biete einen besonderen Willkommensgruß den Gläubigen des Personalordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham auf ihrer Wallfahrt zuKathedra des Bischofs von Rom [See of Peter].“ Im Anschluss an die Generalaudienz führte der Leiter des Ordinariates Msgr.Keith Newton noch ein kurzes Gespräch mit dem Papst. Die heilige Messe wurde für das Ordinariat zelebriert von William Kardinal Levada, dem Präfekt der Glaubens- kongregation, und von Erzbischof Bernard Kardinal Law.
   Während der heiligen Messe in einer Seitenkapelle der St. Petersbasilika sagte Father Len Black vom Ordinariat in der Predigt, dass „wundervoll ist ein zu schwaches Wort für die Gefühle, die wir hier empfinden.“ Fr. Black er- klärte dann: „Diese heilige Messe an diesm Ort wecken das starke Gefühl, dass wir zuhause angekommen sind. Nirgendwo können wir dies so real erfahren als hier, so nahe dem Platz, wo der Apostel Petrus sein Leben für sei- nen Glauben gab, und wo seine Nachfolger wachsam diesen Glauben an Genera- tionen weitergegeben haben.“
    Während ihres Aufenthalts feierte die Gruppe noch eine Abendandacht in Santa Maria in Trastevere und die heilige Messe in der Basilika San Giorgio in Velabro, die der Selige John Henry Kardinal Newman häufig besucht hatte. Der von Papst Bendikt XVI. in Bristol seliggesprochene englische Kardinal ist Patron des Ordinariates U.L.F. von Walsingham.   CT120304JamesKelly 

Pfarrer Ian Grieves, Darlington  wa-Fr-IanGrieves-x  St. Jakobus the Great Church

Anglikanische Gruppe der St.James-Kirche in Darlington (Mittelengland) konvertiert
   Darlington ist nun die jüngste Stadt im Vereinigten Königreich, die eine Gruppe der Personalordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham errichtet wird. Der Ortspfarrer tritt mit 60 aktiven Mitgliedern der anglikanischen Ge- meinde dem katholischen Personalordinariat bei, das Papst Benedikt im Jahre 2011 errichtet hat. Die Gruppe der St.James-Kirche feierte ihren letzten anglikanischen Gottesdienst am 19. Februar 2012; in dieser Messe übernahm der anglikanische Bischof von Durham, Justin Welby, die Predigt. Inzwischen sind die Vorbereitungen für ihre Auf- nahme in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche voll im Gange. Ihre Gottesdienste feiert diese Gruppe nun in der katholischen St.Anne-Kirche. Pfarrer Ian Grieves, der die Gemeinde seit 1989 leitete, bereitet sich auf die katholische Priesterweihe vor. Er sagte: „Wir gehen, weil wir denken, dass wir nicht katholisch in der Church of England sein können. Wir müssen die sichtbare Einheit mit dem Heiligen Vater, Papst Benedikt, und dem Heiligen Stuhl [See of Peter] suchen.“
   Zwei Gemeindemitglieder, die zu dieser Gruppe gehören, Roderick und Jecelyn Thompson, sagen: „Wir gehen nach vielen Gewissenskämpfen, da wir als Anglo-Katholische entrechtet wurden, und uns nicht ein ‚ehrenvoller Platz‘ oder überhaupt ein Platz in der heutigen Church of England zugestanden wird.  So war es am Schluss eine leichte Entscheidung, das freundliche Angebot des Heiligen Vaters anzunehmen, der uns mit unserem englischen Erbe Heimat zu geben.“
   Unter denen in der Gemeinde, die zunächst noch nicht dem Persolnalordinariat beitreten, sagt David Warren: „Ich habe mich entschlossen, nicht mitzugehen. Wir müssen warten, bis der synodale Prozess zum Abschluss kommt, damit wir sehen, welche Regelung die Church of England für jene vorsieht, die Zweifel an der Weihe von Priesterinnen haben.“
   Zusätzlich zu schon bestehenden Gruppen des Personal-Ordinariats, sind weitere Gruppen im Aufbau in Colches- ter, Cambridge, verschiedenen Stadtteilen in London, wie auch in den Regionen Lancashire und Leicestershire.  CT111127JamesKelly
Die Regionalzeitung “The Northern Echo” schreibt:
   „Dies ist nicht eine Zeit für Rechtfertigung. Es ist eine Zeit des Bedauerns.“ Dies waren die Worte des anglika- nischen Bischofs von Durham an die Gottesdienstgemeinde der Anglo-Katholischen Gemeinde, als sie jetzt zum letzten Mal zusammen betete, sang und die heilige Kommunion empfing. Schwere Weihrauchwolken hingen im Raum und die Sonnenstrahlen leuchteten durch die Bleiglasfenster, die vor mehr als 100 Jahren in Auftrag gege- ben wurden in Erinnerung an Lady Backhouse aus der reichen und bedeutenden Fabrikantenfamilie in Darlington. In dieser St. James the Great Kirche in Darlington feierten die Gläubigen ihren Schlussgottesdienst, bevor 61 von ihnen sich dem neuen Zweig der Römisch-Katholischen Kirche anschlossen. Aschermittwoch wurde die Bindung an die Church of England beendet.
   Mit hunderten Gemeinden im ganzen Vereinigten Königreich verlässt die Gruppe von St. James als Protest gegen die Weihe von Bischöfinnen die anglikanische Weltgemeinschaft. Die Predigt von Bischof Justin Welby hat die Ge- meinde tief ergriffen. Dieser Gottesdienst und diese Worten waren besonders schmerzlich für beide: für den Bischof und für Pfarrer Ian Grieves. Sie hatten sich vor zwei Jahrzehnten in St. James kennengelernt, seitdem blie- ben sie Freunde. In diesen 22 Jahren konnte Pfarrer Grieves die Teilnahme an den Gottesdiensten in St. James, die bei seiner Ankunft nur 18 Personen betrug, signifikant verbessern. Auch im Fund-raising war er erfolgreich.
   Aber jetzt ist diese Zeit vorbei, wo die beiden Geistlichen – um es mit den Worten des Bischofs zu sagen – ihren Glauben in derselben Weise lebten und am selben Altar. Pfr. Grieves schließt sich dem Ordinariat an, das von der Römisch-Katholischen Kirche für ehemmalige Anglikaner errichtet wurde, die unter Protest gegen die Weihe von Bischöfinnen die Church of England verlassen wollen. Sie gehören zur zweiten Welle von Anglikanern im Vereinten Königreich, die Aschermittwoch die anglikanische Gemeinschaft verlassen, um in der Fastenzeit ihre Konversion vorzubereiten und in der Karwoche dem Ordinariat beitreten.
220 Anglikaner konvertierten Ostern 2012 zur katholischen Kirche
   In Großbritannien sind nach Vatikanangaben in der Karwoche mehr als 220 Anglikaner zur katholischen Kirche übergetreten. Unter ihnen waren zwanzig Priester, wie die Zeitung „Osservatore Romano"  berichtet. Die Konver- titen wurden in das katholische Personalordinariat „Our Lady of Walsingham" aufgenommen, das jetztt 1.600 Mitglieder zähle, davon etwa achtzig Priester. Bislang gibt es zwei Personalordinariate. Nach dem von Walsingham errichtete der Vatikan im Januar 2012 ein weiteres in den Vereinigten Staaten. Als herausragendes Beispiel unter den Konvertiten zitieren Medienberichte eine Pfarrei im Süden Londons: Dort wechselt fast die Hälfte einer angli- kanischen Gemeinde gemeinsam mit ihrem Pfarrer zur katholischen Kirche. Der 63-jährige Priester Donald Minchew aus Croydon kehre der anglikanischen Kirche aus Protest gegen Frauenpriestertum und weibliche Bischöfe den Rücken, berichtet die Tageszeitung „The Daily Telegraph". 70 Gemeindemitglieder, fast die Hälfte der regelmäßigen Gottesdienstbesucher, seien seiner Konversion gefolgt und stünden nun in voller Gemeinschaft mit Rom. Die Auf- nahme in die katholische Kirche habe der frühere anglikanische Bischof John Broadhurst vorgenommen. Minchew sagte der Zeitung: „In der Kirche von England weiß man von einer Synode zur anderen nicht mehr, was zu glau- ben ist. Was vor 30 Jahren klar war, ist es nicht mehr." Der Priester, verwitwet und Vater von vier Kindern, habe ein Jahr lang mit seiner Entscheidung gerungen. Ostern 2011 wechselten mehr als neunhundert Anglikaner, unter ihnen fast sechzig anglikanische Kleriker, in das wenige Monate zuvor gegründete Personalordinariat. FAZ120414
   Papst Benedikt XVI. hatte die bistumsähnliche Struktur eines Personalordinariates geschaffen, um anglika- nischen Christen die katholische Kirchenzugehörigkeit unter Beibehaltung der anglikanischen Tradition zu ermög- lichen. DT120414

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Das Ordinariat Unser Lieben Frau von Walsingham feierte in St. James, London, seine erste Chrisam-Messe

   Der Apostolische Nuntius für das Vereinigte Königreich Erzbischof Anotnio Mennini Foto Mitte links feierte zusam- men mit Prälat Keith Newton und 60 Priestern des Ordinariates die Liturgie. Während der Predigt sagte Msgr. Newton, dies sei die erste Gelegenheit, dass die früher anglikanischen Geistlichen ihr Gelöbnis erneuerten seit ihrer Priesterweihe vor einem Jahr. Hinsichtlich des Priestertums erinnerte er daran, dass dieses „etwas ist, an den wir Anteil haben und das uns niemals gehört“. „Ich schaudere, wenn ich jemand von ‚meinem Priestertum‘ reden höre, das ist ein Gegensatz in sich wie die Rede von ‚meiner Kommunion‘, oder auch wenn wenn über die Priesterweihe gesprochen wird als eine persönliche Entwicklung oder Erfüllung. Niemand besitzt das Priestertum, wie auch niemand die Taufe oder ein Sakrament besitzt. Wir haben daran Anteil.“ Im Gegenteil: das Priestertum besitzt uns. Es ist Leben. Es ist ein besonderer Weg des christlichen Lebens, aber es dient nicht uns, sondern Christus und seinem heiligen Volk. Es ist ein Opferleben. Viel ist schon über das Priestertum geschrieben ist, aber es ist viel zu schwierig, um es auf eine einfache Erklärung zu reduzieren, die leicht zu verstehen wäre, denn es ist nicht weniger als eine besondere Teilhabe am ewigen Priestertum von Jesus Christus.“
   Msgr. Newton sagte: “die Messe biete eine Möglichkeit, den Priestern für das vergangene Jahr Dank zu sagen, was Ihr getan habt und was Ihr ertragen habt. Für viele von Euch, auch für Eure Familien, war es nicht das leich- teste Jahr. Es war eine schwierige Zeit für uns alle mit Unsicherheiten über die Zukunft und auch für die soziale Absicherung, aber wir werden ermutigt, weil wir dem unergründlichen Ruf Christi gefolgt sind. Wir müssen jetzt im Glauben voranschreiten”, endete seine Predigt. 
  Während der Ostertage 2012 konnte das Ordinariat verschiedene neue Gruppen aufnehmen, darunter auch eine kleine Gruppe aus Lancashire. 65 frühere Mitglieder der anglikanischen St.Michael & all Angel’s Gemeinde sind dem Ordinariat durch den früheren anglikanischen Bischof und jetzigen Monsignore John Broadhurst zugeführt; sie bilden jetzt die Ordinariatsgruppe Croydon. Eine weitere Gruppe Anglikaner aus Maidstone, Kent, trat in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche und mit ihnen eine große Gruppe aus Darlington und eine weitere von der TAC (Traditional Anglican Communion) in Portsmouth. CT120415JamesKelly
Papst Benedikt XVI. hat umgerechnet rund 190.000 Euro
 an zum Katholizismus übergetretene Anglikaner in England und Wales überwiesen. Wie das katholische Personal- ordinariat „Our Lady of Walsingham“ auf seiner Internetseite mitteilte, zählt dessen bistumsähnliche Struktur derzeit rund 1.600 Laienmitglieder sowie etwa 80 Priester. Papst Benedikt XVI. hatte das Personalordinariat 2011 geschaffen, um anglikanischen Christen die katholische Kirchenzugehörigkeit unter Beibehaltung der anglikani- schen Tradition zu ermöglichen. Unter anderem die Entscheidung der anglikanischen Kirche, Frauen zum Bischofs- amt zuzulassen, hatte zu Protesten unter Gläubigen und zu Austritten geführt. Bislang gibt es zwei Personal- ordinariate. Nach dem von Walsingham errichtete der Vatikan im Januar ein weiteres in den USA. Das britische Ordinariat hatte bereits unmittelbar nach seiner Gründung um finanzielle Unter- stützung gebeten. Der Leiter und frühere anglikanische Bischof Keith Newton veranschlagt die jährlichen Kosten auf mehr als eine Million Euro.
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Father Christopher Lindlar mit Migliedern seiner Ordinariatsgruppe aus Croydon East Kent

   Die Meldung über den Pastor aus dem südlichen Londoner Bezirk Croydon, der nun mit seinem Übertritt in die römisch-katholische Kirche gleich die Hälfte seiner Gemeinde - 70 von 120 Pfarrangehörigen - mit sich nimmt, lässt aufhorchen und lenkt die Aufmerksamkeit wieder über den Kanal. Sechzehneinhalb Jahre lang stand der 63- jährige Witwer und Vater von vier Kindern als Vikar seiner Gemeinde St. Michael and All Angels vor, bevor er zum Personalordinariat „Our Lady of Walsingham“ wechselte. Mehr als 2.000 Gläubige besuchten diesmal den Oster- gottesdienst des Pastors, der im Juni zum Priester geweiht wird, das seien zehnmal so viele wie im Jahr zuvor in seiner anglikanischen Pfarrei.
   Auch Barry Barnes, der nach 30 Jahren Zugehörigkeit zu St. Michael in Croydon der anglikanischen Kirche den Rücken kehrt, nachdem er außerdem 15 Jahre lang Mitglied der Generalsynode gewesen war, sagt: „Wir sahen, wohin die Kirche ging, und wir konnten nicht länger in ihr bleiben. Meine Frau und ich kamen zu dem Entschluss, dass die Church of England nicht mehr das ist, wo wir sein wollten, und deshalb schlossen wir uns dem Ordinariat an."
   Gemeinsam mit Father Donald Minchew und Barry Barnes und seiner Frau haben zu Ostern 2012 noch 250 weitere Gläubige ihren Übertritt in die volle Gemeinschaft mit der Kirche Roms erklärt, aufgenommen wurden sie durch Monsignore John Broadhurst Foto unten links, vormals Bischof der anglikanischen Kirche. Sie sind damit zu Mitgliedern des Personalordinariats „Our Lady of Walsingham" geworden, das nunmehr neben den bereits existie- renden territorialen römisch-katholischen Bistümern von England und Wales besteht. Kirchenrechtlich untersteht das Personalordinariat unmittelbar dem Heiligen Stuhl.
 Das Ordinariat besitzt derzeit keine eigenen Kirchengebäude. Die Gruppen teilen sich die Gebäude mit den katho- lischen Pfarreien der Diözesen. Noch ist die finanzielle Situation nicht einfach: „Wir bekommen Geld von mehreren Spendern und von einer steigenden Zahl von Pfarreien, daher wird es langsam besser.
   Wie gestaltet sich der Austausch zwischen den Ordinariatsgruppen und den Pfarreien auf Bistumsebene? Existieren diese Gruppen völlig getrennt oder gibt es Beziehungen zwischen den ehemaligen Anglikanern und den angestammten Katholiken? Ja, sagt Diakon Daniel Lloyd von der Oxforder Ordinariatsgruppe, der am 21. April 2012 die Priesterweihe empfangen hat. Die Priester, die dem Ordinariat angehören, feiern die Messe nicht nur für ihre eigene Gruppe, sondern auch in den Pfarreien der lokalen Diözesen. Daniel Lloyd: „Im letzten Jahr bin ich als Dia- kon in der Ordinariatsgruppe in Oxford sowie in der Gemeinde Littlemore (Erzdiözese Birmingham) tätig gewesen. Doch der Austausch geht noch weiter. Manche Priester des Ordinariats sind vom örtlichen Bischof zu Schulpfarrern, andere für Ortse zu Pfarrern ernannt worden. DT120419KatrinKrips-Schmidt
Lesen Sie den vollständigen Bericht „Ankunft in der geistlichen Heimtat“ >
www.die-tagespost.de

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Interview der DT:„In einer ähnlichen Situation wie die frühe Kirche“
   Der ehemalige anglikanische Pfarrer Donald Minchew Foto oben rechts ist katholisch geworden – und sieht seine Hoffnungen übertroffen
Welche Entwicklung hat die Church of England in der letzten Zeit genommen, dass Sie sich zu einer Konver- sion zur Kirche Roms entschlossen haben? Welche Ereignisse hat es dafür ganz konkret gegeben?
   Seit 1992, als in der anglikanischen Kirche erstmalig Frauen geweiht wurden, waren für katholisch-gesinnte Geistliche prinzipiell eigene Bischöfe für die pastorale Fürsorge vorgesehen und das war, ehrlich gesagt, immer eine Regelung, bei der einem nicht ganz wohl zumute war. Wir waren alle sprachlos und erstaunt, als Papst Benedikt XVI. die Apostolische Konstitution veröffentlichte, die uns das Personalordinariat „Our Lady of Walsing- ham" bereitstellte. Das ist die Antwort auf unsere Gebete. Die Großzügigkeit der darin enthaltenen Regelungen, durch die festgelegt wird, dass wir unser „anglikanisches Erbe" in die katholische Kirche mit hinübernehmen können, war mehr, als was wir jemals zu träumen gewagt hatten. So war es eigentlich der Großmut des Heiligen Vaters, der mich zum Ordinariat und in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche brachte.
Wie hat sich die Situation innerhalb und außerhalb der anglikanischen Kirche seit der Veröffentlichung der Apostolischen KonstitutionAnglicanorum coetibus verändert? Wie viele Priester und Laien wurden ins- gesamt in die römisch-katholische Kirche aufgenommen und haben sich damit Ihre Erwartungen erfüllt?
   Wer sich die Einheit mit dem Heiligen Stuhl gewünscht hatte, wurde durch die Herausgabe von Anglicanorum coetibus dazu gezwungen, über seine Zukunft nachzudenken. Das mag bei einigen wohl noch etwas dauern, doch ich denke, dass wir, die wir diesen Schritt getan haben, die Vorhut darstellen, die dann schon da sein wird, um all jene willkommen zu heißen und ihnen Mut zu machen, die diese Entscheidung noch treffen müssen. Ich erinnere mich noch daran, als ich mit zehn oder elf Jahren meinem Gemeindepfarrer von meiner Vermutung, eine Berufung zum Priestertum zu haben, erzählte. Wenn es das sei, was Gott von mir wollte, so sagte er, dann würden sich alle Türen öffnen. Seit ich beschlossen habe, dem Ordinariat beizutreten, hat sich das als wahr herausgestellt, und das Sendungsbewusstsein und die Entschlossenheit innerhalb des Ordinariats bestätigen, dass es von Gott kommt und dass es Gott ist, der uns zu diesem aufregenden Werk  beruft. Wir sind im Ordinariat bereits etwa 80 Priester und 1.600 Laien und ständig kommen neue Leute zu uns. Das ist vielversprechender, als ich es mir vorgestellt habe, und ich bin sicher, dass dieser Trend auch in Zukunft anhalten wird. Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation wie in der frühen Kirche, in der wir zwar vielleicht zahlenmäßig nicht besonders stark waren, aber doch darauf vertrauten, dass das gottgewollt war und wir Seelen für Christus gewinnen sollen.
Gibt es einen Austausch zwischen den Ordinariatsgruppen und den katholischen Gemeinden? Helfen die Ordi- nariatspriester in den katholischen Pfarreien aus?
   Das Ordinariat ist ausgesprochen großzügig in den katholischen Ortsgemeinden untergebracht worden, und die Bischofskonferenz von England und Wales war uns bei unserer Niederlassung behilflich. Dort, wo also ein Ordina- riatspriester in einer Diözesangemeinde ansässig ist, unterstützt er häufig auch den Ortspriester sowie das Bistum, in dem er wohnt. Einige Ordinariatsgruppen haben in ihrer Ortsdiözese eine Kirche angemietet, was ein Zeichen für die Einheit und die Kooperation zwischen dem Ordinariat und den Diözesen ist.
Gibt es Unterschiede zwischen der Liturgie, wie sie im Personalordinariat und in den Pfarreien katholischer Diözesen gefeiert wird?
   Im Ordinariat ist es den Gruppen freigestellt, ob sie den Römischen Ritus oder das „Book of Divine Worship" verwenden wollen. Das „Book of Divine Worship" wurde in den 1980er Jahren approbiert, als in Amerika die „Pastoral Provision" (eine Seelsorgeeinrichtung) für jene Anglikaner eingerichtet wurde, die in Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl leben wollten. Es ist den Anglikanern vertraut, weil es sowohl Elemente des Book of Common Prayer als auch einige Bestandteile des englischen Messbuchs enthält. Derzeit wird an einer revidierten liturgischen Fassung für alle Personalordinariate gearbeitet, in der dann das Morgen- und Abendgebet (die Matutin und der Evensong) sowie der Ritus für die Zelebration der Eucharistie enthalten sein werden. Es zeugt von der Sensibilität des Heiligen Vaters, dass er in liturgischer Hinsicht so großzügig für uns sorgt. 
Lesen Sie das vollständige Interview > www.die-tagespost.de  DT120419KatrinKrips-Schmidt

wa-B-Newton-Hopes-Levada-z  Msgr. Keith Newton im Vatikan 

Der Leiter des Personalordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham wurde von Papst Benedikt XVI. in Privat- audienz empfangen. Msgr. Keith Newton Foto links wurde begleitet von Bischof Alan Hopes 3.v.l., dem Delegaten der Bischofskonferenz von England und Wales, und dem Leiter der Glaubenskongregation Kardinal William Levada Mitte. Msgr. Newton überreichte dem Papst ein Allbum mit den Fotos der neuen Gruppen.

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Frühere anglikanische Bischöfe zu katholischen Priestern geweiht
   Drei ehemalige anglikanische Bischöfe sind am 15. Januar 2010 in der Kathedrale von Westminster zu katho- lischen Priestern geweiht worden. Kurz zuvor hatte die Glaubenskongregation des Vatikan die Erichtung eines Personal-Ordinariats für England und Wales bekannt gegeben, einer besonderen Kirchenstruktur für die Ex- Anglikaner. Keith Newton (59) Foto oben, ehemaliger Bischof von Richborough, übernahm deren Leitung. Die anderen beiden Neugeweihten sind John Broadhurst (68), der frühere Bischof von Fulham, und Andrew Burnham (62), ehemals Bischof von Ebbsfleet. Die Zeremonie nahm der katholische Primas von England und Wales, Kardinal Vincent Nichols, vor. In seiner Predigt bezeichnete er die Ordination als „historischen Moment". Er dankte Rowan Williams, dem Primas der anglikanischen Kirche von England und Erzbischof von Canterbury, für seine „charakte- ristische Einsicht und Großzügigkeit", mit der er die Ernsthaftigkeit und Integrität seiner früheren Amtsbrüder anerkannt habe.
   In einer Presseerklärung dankte Keith Newton der anglikanischen Kirche. „Ich sehe meinen Übertritt zur katho- lischen Kirche nicht als radikalen Bruch, sondern als weiteren Schritt auf meiner andauernden Pilgerschaft des Glaubens, die mit meiner Taufe begann", so der Leiter der neuen katholischen Kirchenstruktur für ehemalige Anglikaner. Nichols erwartet, dass weitere fünfzig anglikanische Geistliche zusammen mit ihren Gemeinden in den kommenden Monaten zur katholischen Kirche übertreten. Die Konversion der drei Bischöfe könnte die anglika- nische Kirche nach BBC-Meinung fundamental verändern. Viele traditionelle Anglikaner sähen die Balance zwischen der katholischen und der protestantischen Tradition in ihrer Kirche gefährdet. DT110120KNA

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Foto von links nach rechts: John Broadhurst, Andrew Burnnham, Keith Newton
Kardinal Vincent Nichols weihte die ehemaligen anglikanischen Bischöfe am am 15. Januar 2011 zu Priestern. Katholische Bischöfe und Priester aus allen Diözesen Großbritanniens nahmen an der Feier teil.

   In Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus von Papst Benedikt XVI. (4. November 2009) und nach sorgfältiger Konsultation der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales hat die Kongregation für die Glaubenslehre heute ein Personalordinariat innerhalb des Territo- riums von England und Wales für jene Gruppen der anglikanischen Kleriker und Gläubigen errichtet, die ihren Wunsch geäußert hatten, in die volle sichtbare Gemeinschaft mit der Katholischen Kirche zu treten.
   Das Errichtungsdekret legt fest, dass das Ordinariat näherhin Personalordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham heißen und unter dem Patronat des seligen John Henry Newman stehen wird. Papst Benedikt XVI. hat den Priester Keith Newton zum ersten Ordinarius des Personalordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham ernannt. Gemeinsam mit den Priestern Burnham und Broadhurst wird er für die katechetische Vorbereitung der ersten Gruppen von Anglikanern in England und Wales sorgen, die zusammen mit ihren Hirten zu Ostern in die Katholische Kirche aufgenommen werden, aber auch für die Begleitung des Klerus, der sich auf die katholische Priesterweihe um Pfingsten vorbereitet.
  Die Errichtung dieser neuen Struktur steht in Übereinstimmung mit der Verpflichtung zum ökumenischen Dialog, der eine Priorität für die katholische Kirche bleibt; Die Initiative, welche zur Publikation der Apostolischen Konstitu- tion und zur Errichtung dieses Personalordinariates geführt hat, ging von einer Anzahl verschiedener anglika- nischer Gruppen aus, die erklärt haben, denselben katholischen Glauben zu teilen, wie er im Katechismus der Katholischen Kirche enthalten ist, und das Petrusamt als etwas zu akzeptieren, was Christus für die Kirche wollte. Für sie ist nun die Zeit gekommen, ihre implizite Einheit in der sichtbaren Form der vollen Gemeinschaft auszu- drücken. DT110118

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   Gruppenfoto l-r vor dem Haus des Erzbischofs Vincent Nichols in London: Neupriester John Bradhurst, Weihbischof Alan Hopes, Neupriester Keith Newton (Leiter des Personal-Ordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham), Neupriester Andrew Burnham und Erzbischof Bernard Longley. Der Erzbischof von Westminster hatte soeben drei ehemalige anglikanische Bischöfe in der Kathedrale von Westminster zu Priestern geweiht.
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   Drei anglikanische Ex-Bischöfe sind die ersten Priester des von Papst Benedikt XVI. errichteten Personal- Ordinariats für übertrittswillige Anglikaner. Der Präsident der Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof von Westminster Vincent Nichols, erteilte die Priesterweihe in einer bewegenden Feier in der Westminster Cathe- dral dem ehemaligen anglikanischen Bischof von Ebbsfleet Andrew Burnham, dem ehemaligen anglikanischen Bi- schof von Richborough Keith Newton und dem ehemaligen anglikanischen Bischof von Fulhamn John Broadhurst.
  Diese drei Neupriester sind die ersten Mitglieder des von Papst Benedikt XVI. gegründeten Personal-Ordinariats für die anglikanischen Gruppen, die in die katholische Kirche eintreten wollen unter Bewahrung einiger Aspekte ihres anglikanischen Erbes. An dieser Priesterweihe nahmen in der überfüllten Kathedrale hunderte Priester von der Erzdiözese Westminster teil, zusammen mit ihrem Weihbischof Alan Hopes und dem Erzbischof von Birming- ham, Bernard Longley. Erzbischof Nichols sagte in der Feier: „Viele Priesterweihen haben in dieser Kathedrale während der 100 Jahre ihres Bestehens stattgefunden. Doch keine war wie diese. Dies ist ein einzigartiges Ereignis im Leben und in der Geschichte der katholischen Kirche. Heute ist damit die apostolische Konstitution Anglicanorum Coetibus in Kraft getreten und das erste Personal-Ordinariat errichtet.“
   Der anglikanische Erzbischof von Canterbury Dr. Rowan Williams, hatte sich zuvor besorgt gezeigt, dass nach der Errichtung des neuen Ordinariats einige Pfarrein demnächst ohne Priester gelassen werden, weil unzufriedene Anglikaner „nach Rom gehen“.
   Nach der Priesterweihe dankte Erzbischof Nichols Mitgliedern der Kirche von England für ihre Gebete und Glück- wünsche für die Neupriester der katholischen Kirche. Namentlich dankte Erzbischof Nichols dem Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, „für das ihn kennzeichnende Verständnis, für die Großzügigkeit seines Herzens und seines Geistes“.
   Drei ehemalige anglikanische Ordensschwestern Caroline Joseph, Jane Louise und Wendy Renata, die Anfang Januar in die katholische Kirche aufgenommen waren, nahmen an der Eucharistiefeier teil.
   Zur Gründung des Personal-Ordinariates führte der Wunsch einiger anglikanischer Bischöfe, vieler Priester und Laien, in der katholischen Kirche zusammenzubleiben und Aspekte ihres Erbes zu pflegen. Das neue Ordinariat besteht nicht aus Territorial-Gemeinden. Es werden Personalgemeinden errichtet, die – ähnlich wie Hochschul- und Militärgemeinden – den Territorialgemeinden rechtlich gleichgestellt sind. Die Errichtung weiterer Personal-Ordi- nariate insbesondere in Australien, den USA, Kanada und Irland steht zu erwarten siehe Berichte unten auf dieser Seite.
   Ein Sprecher der Kirche von England lehnte einen Kommentar zur Priesterweihe ab, meinte aber: „Seine Kirche wünsche jedem das Beste auf dem Wege des Glaubens, auf dem wir uns alle befinden.“ Auf die Frage, ob er in Sorge sei, das neue Ordinariat könne viele anglikanische Priester und Laien auf den Weg nach Rom bringen, sagte der Sprecher: „Wahr ist, dass wir nicht wissen, wie groß oder wie klein die Gruppen sein werden. Das lässt sich nicht voraussagen. Aber wir werden das sehr genau beobachten.“
   Zu Ostern erwartet das Ordinariat die den Übertritt von 900 Anglikanern in die katholische Kirche, unter ihnen 61 Priester. Newton sagt laut “Catholic Herald”, er sei “erfreut über die Schar der Laien, die den Weg zur vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche in der Heiligen Woche angetreten haben.”
   Der frühere anglikanische Bischof David Silk ist einer von ihnen. Er denkt, dass der Widerstand gegen Bischöfinnen nicht der eigentliche Grund sei für die Errichtung des Ordinariates. Der BBC sagt Bischof Silk: „Ich halte die Weihe von Bischöfinnen für nicht akzeptabel, aber das ist nicht der Grund für den Übertritt. Es handelt sich hier um einen zwanzigjährigen Prozess, der mich die Bedeutung des päpstlichen Amtes erkennen ließ.“ Gefragt, ob er die Weihe von Frauen zum Bischofsamt als unmöglich erachte, antwortet der anglikanische Bischof: „Einige halten den Dienst eines weiblichen Klerus für erforderlich. Ich persönlich denke auch so. Aber der Dienst der Frauen in der Kirche kann ebenso wirksam werden als Diakoninnen.”  CT110123BelindaCrenstonDT110319+

   Papst Benedikt XVI. hat drei ehemalige anglikanische Bischöfe, die jüngst zum Katholizismus übergetreten sind, zu päpstlichen Prälaten ernannt. Keith Newton und John Broadhurst erhielten den Rang eines Apostolischen Protonotars und damit den höchsten kirchlichen Ehrentitel für Nichtbischöfe. Andrew Burnham darf sich künftig Päpstlicher Ehrenprälat nennen. Das berichtete die britische Zeitung „Catholic Herald“ in ihrer Onlineausgabe. Die drei sind die ersten Geistlichen des Personalordinariats „Our Lady of Walsingham“. Benedikt XVI. hatte diese Kirchenstruktur eigens für Anglikaner geschaffen, die sich unter weitgehender Bei-behaltung ihrer Traditionen dem Papst unterstellen wollen. RV110318kipa

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Erzbischof Bernard Longley hat in der Kathedrale von Birmingham acht weitere Priester für das Personal- Ordinariat geweiht. Auf dem Foto: neben Erzbischof Longley Msgr. Keith Newton (mit weißer Mitra)

   Für das Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham sind 35 Priester  im Jahr 2011 geweiht. In seiner Predigt wandte sich Msgr. Keith Newton, der Leiter des Ordinariates an die ehemaligen Anglikaner und sagte: „Ihr seid von Christus berufen, das ist die Wahrheit und ihr dürft das niemals vergessen, und diese Berufung hat die Kirche angenommen. Ihr alle erlebt beides: Kontinuität und Wechsel. Kontinuität, weil der Ruf zum christlichen Dienst euch schon vor einigen Jahren erreichte, bei manchen von euch liegt diese Berufung schon viele Jahre zurück. Viele Jahre an Erfahrung und im Dienst am Glauben bringt ihr mit. Es wird euch aber auch bewusst, dass euer Dienst in Zukunft in völlig neuem Zusammenhang als Priester der katholischen Kirche vollzogen wird. Eure Priesterweihe wird heute für euch zur Erfüllung und Vollendung für alles, was vorher gewesen ist. Es wird aber auch diesen radikalen Unterschied erleben, denn ihr werdet den Dienst am Wort und Sakrament vom Zentrum der Kirche aus verstehen – in Gemeinschaft mit dem Nachfolger des heiligen Petrus, der beauftragt wurde mit einer besonderen Sorge für die Einheit der Herde Christi – woran uns Papst Benedikt in seiner Predigt in Westminster Abbey erinnerte.“
   Msgr. Keith Newton betonte dann: „Zuerst und vor allem werdet ihr geweiht als Priester der katholischen Kirche. Was heute an euch geschieht, wird euch eine neue glaubwürdige Handlungsvollmacht geben. Ihr werdet in den Worten von Lumen Gentium dieses entdecken: ‚Es wird keinen wahren priesterlichen Dienst geben außerhalb der Gemeinschaft mit dem Papst‘, und ihr werdet teilhaben am priesterlichen Dienst aller Priester der katholischen Kirche. Einer der bewegendsten Teile der Priesterweihe ist der Friedenskuss eurer mitbrüderlichen Priester. Das bezeichnet zutiefst die Einheit des Priestertums der katholischen Kirche.“
   „Msgr. Newton sagte weiter: „Obgleich ihr geweht werdet für die ganze Kirche, werdet ihr auch Priester im Personal-Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham. Ihr habt eine spirituell Reise in den letzten Jahren an- getreten, vielleicht auch schon vor vielen Jahren. Diese Reise war nicht ohne Schwierigkeiten. Erzbischof Bernard wird euch ermahnen: ‚Gestaltet euer Leben im Geheimnis des Kreuzes‘. Dies sind tiefe und erfüllende Worte. Wenn ihr zurückblickt auf die vergangenen Jahre, werdet ihr die Göttliche Vorsehung in eurem Leben erkennen, da bin ich ganz sicher, dass Gott euch bis zu diesem frohmachenden Moment geführt hat.“ CT110619PeterJennings

  Die von den Konzelebranten bei der Seligsprechung von Kardinal Newmann getragenen Gewänder wurden dem Personalordinariat Unser Lieben Frau von Walsingham übergeben. Die Messgewänder werden bei besonderen Ereignissen getragen und erinnern an die starke Verbindung zwischen dem Ordinariat, dem Seligen Newman und Papst Benedikt XVI., der die Seligsprechung in Birmingham vollzog. > Heilige - ? CT110605

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Prälat Keith Newton errichtet 50 Anlaufstellen für das Personal-Ordinariat

P   Der ehemalige anglikanische Bischof von Richborough Keith Newton war immer ein leidenschaftlicher Anwalt für die Einheit der Kirche. Schon in den 70er und 80er Jahren hielt er die Einheit für möglich, aber in den letzten Jahren legte die anglikanische Weltgemeinschaft einige Hindernisse auf den Weg, darunter insbesondere die Weihe von Priesterinnen und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Der neue Ordinarius spricht sich gegen Bischöfinnen aus, wünscht sich aber den Dienst der Frauen in der Kirche. Die anglikanische Gemeinschaft rühmte sich einst ihrer umfassenden Nähe zur Kirche; nun sind wir Zeuge ihres Niedergangs. Für Keith Newton steht die Lehrer der Anglikaner in Frage: „Der ökumenische Dialog hat als Ziel nicht mehr die volle Gemeinschaft, sondern gegenseitiges Verständnis und Respekt.“
 Prälat Keith Newton gehörte zur Gruppe der Anglikaner, die sich an die römische Glaubenskongregation wandten. 18 Monate später führte die Bitte zur Errichtung des Personal-Ordinariats, das anglikanischen Klerikern und Laien den Eintritt in die katholische Kirche unter Wahrung von Teilen ihrer Identität ermöglicht.
  In seine Rolle als Bischof von Richborough übernahm Father Keith Newton in der anglikanischen Gemeinschaft die Aufgabe eines „fliegenden Bischofs“. Das umfasste seine Zuständigkeit für jene Anglikaner im Osten Englands, die der Weihe von Priesterinnen widersprachen. Dazu gehörten 80 Gemeinden von Lincoln im Norden über Folkestone im Osten und Bournemouth im Westen.
   Keith Newton wurde in Liverpool geboren, wo er auch seine Frau Gill heiratete. Er erhielt im Kings College in Lon- don den Titel eine Magister der Theologie, bevor er die Qualifikation zum Lehrer erlangte. In der Chelmsford Cathedral empfing er 1975 die Diakonatsweihe und im Jahr darauf die Priesterweihe. Zwischen 1975 und 1978 war er Kaplan an der Marienkirche in Great Ilford. In den folgenden acht Jahren war er Pfarrer im Wimbledon. 1985 ging er in die Mission nach Malawi, wo er sechs Jahre blieb. 1991 kam er zurück aus Afrika und wurde Priester und Pfarrer der Holy Nativity Gemeinde Knowle in Bristol. 1997 bis 2002 war er Priester an der Allerheiligenkirche in Easton, Bristol. 2002 wurde er Bischof in Southwark und anschließend Weihbischof in Rochborough und zugleich Bischöflicher Visitator der Provinz Canterbury.
  In die volle Gemeinschaft der Katholischen Kirche wurde Keith Newton am 01. Januar 2011 aufgenommen, am 13. Januar erhielt er die Dianonatsweihe und zwei Tage später die Priesterweihe. Am 15. Januar 2011 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Leiter des Personal-Ordinariats unserer Lieben Frau von Walsingham ernannt.
   Key Newton hat mit seiner Frau Gill drei Kinder. Die älteste Tochter Lucy heiratete einen katholischen Mann und wurde selbst katholisch. Father Newton feierte seine Primizmesse in der Marienkirche in Wanstead, East London, und taufte zugleich seine Enkeltochter Katie. Lucy hat noch zwei Brüder: Tom und James. Noch wohnt die Familie Newton in Woodford Green an der Grenze von Essex/East London. Ihr Haus gehört der anglikanischen Gemein- schaft. Darum müssen sie es bald verlassen, hoffen aber in der Nähe zu bleiben, weil Gill Newton an der örtlichen Wanstead High School lehrt.
   Father Newton ist voll des Lobes über die Aufnahme, die er in der Katholischen Kirche fand. „Pfarrer Pat Sammon von der Marienkirche war außerordentlich freundlich und hat mich in der Übergangszeit sehr gefördert; auch Bischof Thomas hat mich unterstützt.“
   Die Zahl derer, die dem Ordinariat beitraten war klein am Anfang, aber wächst stetig auf inzwischen sieben Priester [darunter drei anglikanische Pfarrer aus Chelmsford, Hockley und Benfleet, sowie 300 Laien aus sechs Pfarreien in Essex und East London]. „Alle, die zu uns kommen stehen unter meiner Jurisdiktion in derselben Weise wie die Mitglieder einer Diözese unter der Jurisdiktion eines Bischofs“, sagt Prälat Newton. Als Priester und Ordinarius nimmt er teil als ordentliches Mitglied der Bischofskonferenz von England und Wales. Vieles muss praktisch vorbereitet werden beim Übertritt von Priestern, insbesondere die Bereitstellung von Wohnungen für die Familien.
   Father Newton schätzt, dass sich etwa 50 bis 60 Priester und einige hundert Laien in etwa 24 Gruppen aus dem südlichen England, dem Personal-Ordinariat anschließen werden. In Absprache mit den Ortsbischöfen werden die Priester des Ordinariates in den Pfarreien die heilige Messe feiern, als Gefängnispfarrer und in weiteren pastoralen Aufgaben tätig werden.

            Diese Gruppen wurden vom Personal-Ordinariat zunächst errichtet:
            Birmingham Ordinariate Group
            Black Country Ordinariate Group
            Bournemouth Area Ordinariate Group
            Bristol Ordinariate Group
            Eastbourne Ordinariate Group (Eastbourne & East Sussex)
            East Kent Ordinariate Group
            London (North) Ordinariate Group
            London (South/Central) Ordinariate Group
            Manchester Ordinariate Group
            Oxford Ordinariate Group
            Peterborough Ordinariate Group
            Reading Ordinariate Group
            Redbridge & Havering Ordinariate Group
            Sarum Ordinariate Group (Salisbury, W. Hants, N. Dorset)
            Sevenoaks Ordinariate Group
            Southend Ordinariate Group
            Southwest Ordinariate Group
            Tunbridge Wells Ordinariate Group
            Welsh Ordinariate Group
            und am 16. Februar 2011 die erste Ordinariats-Gruppe in Schottland:
            Scottish Ordinariate Group (based in Inverness)

Im laufenden Jahr ist die Zahl der Ortsgruppen erheblich angestiegen:
Beckenham and Bromley, Birmingham, Black Country, Bournemouth, Bristol, Buckfast, Cambridge, Chelmsford, Colchester, Cornwall, Coventry, Croydon, Darlington, Deal, Derby, Eastbourne, Folkestone, Harlow, Hemel, Hempstead, Hereford, Highland, Hockley, Huntingdon, Ipswich, Isle of Wight and Portsmouth, Lancashire, Leicestershire, Lewisham, London (Balham), London (Central), London (East) -, Leytonstone, London (East) -, Walthamstow North, London (East) -, Walthamstow South, London (North), London (South), Manchester, Marylebone, Northampton, Nottinghamshire, Oxford, Reading, Redbridge and Havering, Salisbury, Scotland
Central, Sevenoaks, Sheffield, Shrewsbury, South Benfleet, Torbay, Tunbridge Wells, Wales, Worcester.

   Prälat Newton ist überzeugt von der Bedeutung der Arbeit für soziale Gerechtigkeit. „Man kann nicht Christ sein, ohne hier auf Erden für das Reich Gottes zu wirken. In Malawi erlebte er harte Zeiten unter der Diktatur von Hastings Banda. Kritiker der Regierung kamen schnell in Schwierigkeiten. Er berichtet von einem Hirtenbrief der katholischen Bischofskonferenz in Malawi, in dem mehr Demokratie gefordert wurde. „Alle wurden verhaftet. Aber der Brief führte letztlich zur Demokratie. Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt, aber die Menschen sind offen und warmherzig.“ Father Newton nimmt aktiv teil an der Kampagne für Schuldentilgung, das verbindet ihn noch mit Afrika. „Afrika ist noch ein Teil von mir, es steckt mir im Blut!.
  Prälat Newton sieht zwischen Anglikanern und Katholiken gemeinsame Grundwerte, wenn es um Themen wie Ab- treibung geht. Von daher steht er in der Bewegung „für das Leben“ im weitesten Sinn: von der Wiege bis zur Bahre. „Die Schulden der Dritten Welt sind vergleichbar mit der Abtreibung“, sagt der Ordinarius, und sieht im Kampf gegen die Armut eine Kernaufgabe der Christen. Fr. Newton sieht in großen Teilen der Gesellschaft eine antichristliche Haltung. Er möchte das noch nicht eine Verfolgung nennen, meint aber: „ich bin nicht sicher ob man England noch ein christliches Land nennen kann. Die Botschaft aber, die Papst Benedikt im September nach England brachte, hat tief auf die Gesellschaft eingewirkt.“ Kirchliche Schulen werden nach seiner Meinung eine Schlüsselrolle für die Bildung der Gläubigen leisten: „Wir müssen die Kinder für den Glauben erziehen, denn in den staatlichen Schulen ist die religiöse Erziehung auf einem Tiefpunkt. Fr. Newton akzeptiert jene Eltern, die zur Kirche kommen, damit ihre Kinder einen Platz in der kirchlichen Schule erhalten, und später sich wieder abwenden von der Kirche. „Es liegt an uns, die Saat auszubringen – andere mögen die Ernte einbringen.“ CT110206P.Donovan

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Die katholische Kirche ist ein Geschenk Gottes für den Klerus des Ordinariates ULF von Walsingham
Foto: Siebzehn frühere anglikanische Priester empfingen jetzt die katholische Weihe zu Diakonen.

   Während der Weiheliturgie wurden die neuen Kleriker daran erinnert, dass die katholische Kirche für sie ein Geschenk Gottes sei - und nicht umgekehrt.
   Die Weihemesse in der Kathedrale von Westminster unterstreicht nun das zweite Jahr des neugegründeten Personal-Ordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham. Der Ordinariatsleiter Msgr. Keith Newton hatte den früheren anglikanischen Priester und jetzigen katholischen Weihbischof von Westminster Alan Hopes gebeten, die Weihehandlung vorzunehmen.   
   In seiner Predigt sagte der Ordinariats-Assistent Msgr. Andrew Burnham, der frühere anglikanische Bischof von Ebbsfleet, dass er im kommenden Jahr eine weit größere Zahl von Neupriestern erwarte, wenn die Juli-Synode sich definitiv für Bischöfinnen in der anglikanischen Weltgemeinschaft ausspricht.  Wenn die Mitglieder der anglika- nischen Synode nun durchsetzen, was sie vor einem Jahr beschlossen haben, erwarte er „eine gewaltige Ein- trittswelle von Anglikanern in die katholische Kirche. Wir müssen jene verstehen, die jetzt noch zögern. Es liegt alles in Gottes Hand. Inzwischen aber haben die Anglo-Katholiken eine klare Wahl: entweder hochherzig das Ordi- nariat zu unterstützen und damit den Wunsch des Heiligen Vaters zu erfüllen, oder aber auf der entscheidenden Synode Widerspruch einzulegen, in der Hoffnung, die Wahl anders zu entscheiden. Erfreulicherweise haben die Nonkonformisten gezeigt, dass sie nur eine bedrückende kleine Gruppe sind: wir haben mit Bewunderung die Hingabe und den Enthusiasmus der meisten Priester und Leute gesehen.“ CT120603JamesKelly

Rowan Williams   be-158-RowanWilliaams-z  Benedikt XVI.

Das Personal-Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham

   Das erste Personal-Ordinariat für ehemalige Anglikaner ist in England Anfang Januar 2011 errichtet. Zu diesem Ordinariat werden fünf ehemalige anglikanische Bischöfe, so wie eine noch nicht näher bestimmbare Zahl von Geistlichen und Laien gehören. Dieses neue Ordinariat wird etwa 30 Gruppen umfassen, erklärte die Bischofs- konferenz von England und Wales auf einer Konferenz in London.
   Das Personal-Ordinariat wird ermöglicht durch ein Dekret von Papst Benedict XVI. Die Einsetzung durch den Papst ist vergleichbar mit Militär- oder Hochschulgemeinden, die nicht territorial, sondern als Personalordinariate verfasst sind. Nach der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus von 2009 ist dies die erste zu errich- tende Diözese. Das Ordinariat wird Gruppen von Anglikanern ermöglichen, in die katholische Kirche einzutreten unter Beibehaltung ihres unverwechselbaren Erbes – einschließlich verheirateter Priester – wie auch ihrer litur- gischen Besonderheiten. Der Weihbischof Alan Hopes in Westminster ist von den Bischöfen als Verbindungs- beauftragter für das Ordinariat ernannt. Er ist der Höchstrangige frühere anglikanische Priester in der katholischen Kirche von England und Wales. Der Weihbischof sagt, dass kleine Gruppen anglikanischer Laien und ihre Pfarrer sich schon seit Ende September auf den Übertritt in die katholische Kirche und das neue Ordinariat vorbereiten.
   Die katholischen Bischöfe begrüßen die Initiative des Papstes und entbieten ein freundliches und herzliches Will- kommen den Anglikanern, die die volle und kirchliche Gemeinschaft mit der katholischen Kirche suchen. Die Bischofskonferenz erklärt: „Wir sehen diesen Schritt im Zusammenhang mit der großen ökumenischen Reise, eben- so wie der Heilige Vater es nennt, auf der Suche nach der vollen Gemeinschaft im Glauben und in der Fülle der Einheit, für die Jesus Christes selbst gebetet hat.“ Bischof Hopes ergänzt: „Es ist ganz klar geworden, dass es Gruppen anglikanischer Geistliche und Laien gibt, die Gebrauch zu machen wünschen von dieser Reise in die katholische Kirche durch die Struktur des Ordinariates.“ Weihbischof Hopes wurde 1994 in die katholische Kirche aufgenommen. Drei anglikanische Bischöfe, die noch bis zum 31. Dezember 2010 ihr Amt ausgeübt haben, haben die Priesterweihe empfangen und zwei emeritierte anglikanische Bischöfe werden noch vor der Fastenzeit zu Priestern geweiht. Priester und Laien werden an Informationskursen teilnehmen und können dann in der Kar- woche in die katholische Kirche aufgenommen werden. Jene anglikanischen Geistlichen, die wünschen katholische Priester zu werden, empfangen die Priesterweihe zu Pfingsten und werden in das neue Ordinariat incardiniert.“
   Bischof Hopes erklärte weiter: „Diese Priesterkandidaten erhalten einen 12-Wochen-Kompakt-Kurs von der vati- kanischen Glaubenskongregation. Nach der Priesterweihe erwarten wir von den neugeweihten Priestern, dass sie ihre Studien noch eine Zeit fortsetzen, um sicher ihre Füße unter den katholischen Tisch setzen können.“ Bischof Hopes nannte keine Zahlen, aber aus informierten Kreisen werden 50 Geistliche und einige hundert Laien erwar- tet.
   Erzbischof Vincent Nichols von Westminster sagte auf einer Pressekonferenz, außer diesen fünf anglikanischen Bischöfen hätten keine weiteren öffentlich ihren Wunsch erklärt, in das Ordinariat einzutreten. Er fühle sich „nicht schuldig“ daran, dass einige anglikanische Gemeinden von ihren Pfarrern verlassen werden. Das berichtete auch der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams in Radio Vatikan. Der katholische Erzbischof erinnerte in London auf der Pressekonferenz dass Papst Benedikt das neue Ordinariat auf Bitten von Anglikanern errichtet habe, die korporativ übertreten wollten. „Aus Respekt vor dem imperativen Gewissen“ sei das geschehen. „Dies ist kein Konkurrenzdenken oder Wettkampf zwischen unseren Kirchen. Die gemeinsame Stärke ist sehr wichtig. Wir haben teil an derselben Sendung und auch am gleichen Ziel. Wir stehen nicht im Wettkampf, um die Bibel unserer Gesell- schaft zu bringen.“
   Insgesamt hat eine Gruppe von 50 anglikanischen Geistlichen, unter ihnen die fünf Bischöfe, angekündigt, die Church of England verlassen und in die Einheit mit Rom eintreten zu wollen. Ein erheblicher Teil übertrittswilliger Anglo-Katholiken beabsichtigt jedoch, bis 2012 abzuwarten, um zu sehen, ob die Kirche von England tatsächlich die bei ihrer Generalsynode im Sommer beschlossene, umstrittene Wahl von Bischöfinnen erlauben wird. Viele Anglikaner hoffen weiterhin, dass es dazu nicht kommen wird.
   Ein Hilfsfonds wurde wurde zur Errichtung des neuen Ordinariats geschaffen, insbesondere um die Bezüge der Pfarrer zu ermöglichen. Die Bischofskonferenz beteiligt sich daran mit rund 300.000 Euro.
“Unsere guten Beziehungen zueinander bleiben unverändert.” CT101127SimonCaldwell DT101120AnjaKordik

„Kleine Brücke auf langem Weg“
   Vatikansprecher Federico Lombardi würdigt den mutigen Schritt der anglikanischen Gemeinschaften, die zur ka- tholischen Kirche konvertieren wollten. In seinem wöchentlichen Editorial für Radio Vatikan erinnerte der Jesuiten- pater an die großzügige Geste des Papstes, die anglikanischen Gemeinschaften aufzunehmen und dazu eigens Personalordinariate zu schaffen.
   „Der erste der drei Ordinariatsleiter hat sich in einem Interview vor Kurzem dafür bedankt. Er nannte hierbei namentlich den Papst, seine Ehefrau und die Familie sowie die Kirche von England mit dem anglikanischen Primas Rowan Williams. In diesem Interview sprach der neue Ordinariatsführer sehr spontan. Er erzählte beispielsweise, dass er glücklich ist, sein Enkelkind persönlich getauft haben zu können. Dies war seine erste Geste nach seiner Weihe zum katholischen Priester. All das ist kein Zeichen der Trennung, sondern eine kleine Brücke auf dem langen Weg der Einheit.“ RV110122mg

Anglikaner auf dem Weg nach Rom  u-a-FrStephenBouldStPeterFo

   Die Ankündigung der anglikanischen Pfarrei Saint Peter’s in Folkstone in Großbritannien, zur katholischen Kirche überzutreten, hat einmal mehr die Risse innerhalb der Church of England offensichtlich werden lassen. Gemein- schaften, die sich anglo-katholisch nennen und eher zu dem konservativen Flügel innerhalb der Kirche gehören, wehren sich gegen einzelne Entscheidungen ihrer Kirche. Pfarrer Stephen Bould Foto oben vor der Statue des heilgen Petrus erläuterte seine Absicht und die der Mehrheit seiner Pfarrei gegenüber der BBC:
   „Sobald die Regelung in Kraft tritt, die erlaubt, dass Frauen zu Bischöfen geweiht werden können, dann hat die anglikanische Kirche keinerlei Recht mehr, sich selber irgendwie katholisch zu nennen. Dann gibt es durch Argu- mente nichts mehr zu gewinnen.“ rv101018bbc
   In Großbritannien hat sich die erste anglikanische Kirchengemeinde formell dazu entschlossen, dem Angebot des Vatikans zu folgen und fortan in einem eigenen Ordinariat der römisch-katholischen Kirche anzugehören. Der Rat der Gemeinde St. Peter in Folkestone/Kent beschloss den Schritt einmütig.

Für Jesus in Einheit mit Rom leben         an-JohnCBradhurst-z

   Der jetzt zum katholischen Priester geweihte John C. Broadhurst (68) Foto oben war anglikanischer Bischof der Londoner Diözese (Bezirk Fulham) und Präsident von „Forward in Faith", einer internationalen anglo-katholischen Gemeinschaft mit mehreren hunderttausend Mitgliedern. Mit ihm sprach Hinrich E. Bues in der “Tagespost”.
Exzellenz, Sie sind einer der fünf englischen Bischöfe, die zum Personal-Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham übergetreten sind. Die Zeitung „The Telegraph" spricht von einem „Erdbeben für die Anglo-Ka- tholiken". Ist das wahr?
   Nur ein kleines Erdbeben. Allerdings ist dieser Schritt schon von größerer Bedeutung, denke ich. Niemals zuvor ist ein aktiver anglikanischer Bischof zurückgetreten und römisch-katholisch geworden. Von den fünf Bischöfen, die übergetreten sind, waren drei noch im aktiven Dienst. Das ist schon von großer Bedeutung, ein Signal, weil so viele anglikanische Christen auf diesen Schritt gewartet haben.
Ihr Übertritt zur katholischen Kirche wird auch die „erste Welle" genannt. Hoffen Sie also auf eine zweite und dritte Welle der Übertritte?
   Und eine vierte und fünfte Welle der Übertritte. Ich habe ungefähr hundert Priester in meiner Diözese. Ich fragte sie: Was denkt ihr über das Römische Ordinariat? Einer sagte: Das kommt für mich absolut nicht in Frage. Ich werde nicht römisch-katholisch werden. 99 Prozent waren aber interessiert. Aber nur sechs sagten, wir werden es jetzt tun. Die anderen überlegen noch und wollen den Schritt vielleicht später gehen.
Sie  sind  ebenfalls  der Präsident der internationalen anglikanischen Organisation „Forward in Faith"(FiF). Wie sieht die Situation in Australien oder den USA aus? Bereiten sich dort Gruppen von Gläubigen, Priestern und Bischöfen auf den Übertritt und die Errichtung der Römischen Ordinariate vor?
   Der australische Zweig von FiF ist sehr engagiert und verbunden mit der Idee des Römischen Ordinariates. Dort werden sehr viele Übertritte erwartet. In den Vereinigten Staaten ist die Situation gemischter und die Offenheit für die neuen Ordinariate unterschiedlich. In beiden Ländern wird aber jeweils ein Ordinariat errichtet werden - und dies auch sehr schnell.
Vor einiger Zeit trafen Sie mit Papst Benedikt zusammen. Es wird gesagt, die Ordinariate lägen dem Papst „sehr am Herzen". Würden Sie das auch so sehen?
   Ja, auf jeden Fall. Der Heilige Vater sieht die Einheit der Kirche als einen Imperativ des Evangeliums. Ich glaube, dass der Papst über die fehlende Kircheneinheit seit langer Zeit sehr beunruhigt ist. Seit über 20 Jahren organisiere ich auf anglikanischer Seite unterstützende Initiativen für die Einheit mit dem Heiligen Stuhl. Mehr als tausend Priester sind hier beteiligt gewesen. Wenn jetzt der Heilige Vater durch die Konstitution Coetibus Anglicanorum die Chance zur Einheit schafft, haben wir eigentlich keine Wahl.
Erhalten Sie von katholischen Bischöfen in England positive Zeichen angesichts Ihres Übertritts?
   Ja, aber auch hier sind die Reaktionen gemischt. Einige Stimmen sind konstruktiv, andere ablehnend und wie- der andere enthusiastisch. Das ist ziemlich natürlich, wenn es um eine sehr grundsätzliche Änderung geht. Wir haben aber bisher keinerlei Feindseligkeit erlebt.
Papst Benedikt hat England und Schottland im September 2010 besucht. Hatte dieser Besuch einen positiven Effekt auf Entscheidung zum Übertritt?
   Ja sehr. Einer meiner Priester, der sich die Entscheidung zum Übertritt noch einige Jahre überlegen wollte, sagte zu mir nach dem Papst-Besuch: Jetzt komme ich sofort. Das ist wirklich sehr interessant. Die Frage in unserer Gesellschaft ist: Wer spricht eigentlich für Jesus? Und da gibt es keinen Zweifel. Als der Heilige Vater in England war, da sprach er für Jesus. Und das ist zentral. Nichts ist wichtiger, als wirklich für Jesus Christus zu sprechen.
Welche Schwierigkeiten beobachten Sie, wenn jetzt durch Coetibus Anglicanorumzum ersten Mal in der Ge- schichte große Gruppen oder Gemeinschaften von Anglikanern in die katholische Kirche aufgenommen werden können?
   Die Schwierigkeiten für die Priester sind: Wo werden sie leben, wie werden sie bezahlt werden? Für die Gläubigen vor allen Dingen die Frage: Wo werden sie zum Gottesdienst gehen können? Anglikanische Ge- meinden sind keine großen Gruppen. Wir sprechen hier von vielleicht fünfhundert Christen in einer Gemeinde, die auch die Finanzen aufbringen müssen.
Wie finanzieren sich die Gemeinden in England?
   Anders als in Deutschland gibt es in England keine Kirchensteuer. Der Priester wird eigentlich von der Pfarrge- meinde bezahlt. Denn die Gemeinde überweist das gesammelte Geld an die Diözese und diese bezahlt davon die Priester und die Gebäudekosten. Wir rechnen ungefähr so, dass 100 Gläubige mit ihren monatlichen Beiträgen einen Priester bezahlen können. Die Gehälter liegen dabei aber wesentlich niedriger als in Deutschland. Im Hinblick auf die neuen Ordinariate haben wir gegenwärtig eigentlich überhaupt kein Geld.
Wie denken die jüngeren anglikanischen Kleriker über einen möglichen Übertritt in das Römische Ordinariat?
 Das ist schon etwas Besonderes. Meine jungen Priester sagen: Ja, lass es uns jetzt tun. Und sie haben wirklich viel zu verlieren. Und die älteren Priester, die immerhin ihre Pension behalten können, sagen: Lass es uns morgen tun. Lass uns abwarten und sehen, wie die Dinge so laufen werden. Sehr interessant, nicht?
Außer Ihnen haben noch vier andere Bischöfe die Einheit mit der katholischen Kirche wieder hergestellt. Wie viele Priester und Gläubige werden diesen Schritt mitgehen? Können Sie Zahlen nennen?
   Zu Anfang werden es etwa fünfzig Priester in England sein. Wie viele Gläubige mitgehen werden, weiß ich nicht. Ein Priester sagte neulich zu mir: Ich bin sehr besorgt, weil manche Christen plötzlich verschwinden. Und ein anderer Priester berichtetete: Plötzlich kommen Gläubige aus anderen Gemeinden und wollen sich anschließen (lacht). Da geschehen wirklich sehr unerwartete Dinge, die man nicht erklären kann. Ich denke, wir werden das einfach sehen.
Der Anfang wird also klein sein?
   Ja, bei der ersten Welle werden wir noch nicht viele sein. Darin liegt aber auch eine Chance. Wenn der kleine An- fang gelingt, dann können wir wachsen. Das kommt auch der römischen Intention entgegen. Im Vatikan ist man an guten Beziehungen zu den anderen kirchlichen Gemeinschaften interessiert und möchte diese nicht zu sehr gestört sehen. Da hilft so ein relativ kleiner Anfang.
Wird die Errichtung der Ordinariate, trotz ihres kleinen Anfangs, auf eine Änderung der kirchlichen Landkarte hinauslaufen?
   Ja, sicherlich, das wird es. Da gibt es etwas sehr Spezielles in England, das man zuerst verstehen muss. Nach der Reformation war die katholische Kirche in England hauptsächlich von der Aristokratie und der Mittelklasse geprägt. Erst durch die Einwanderung aus dem katholischen Irland kamen andere Schichten in die Kirche hinein. Die Anglikanische Kirchengemeinschaft hatte immer ein gewisses Gefühl der Überlegenheit gegenüber der katholischen Kirche. Wenn wir jetzt anglikanisch-katholische Ordinariate haben werden, wird das, psychologisch gesehen, die Einschätzung ändern.
Werden die neuen Ordinariate vielleicht auch die katholische Kirche in England selbst verändern? Werden zum Beispiel Katholiken aus liberalen Gemeinden in die Ordinariate kommen wollen?
   In Amerika gibt es bereits einen anglikanischen Ritus in der katholischen Kirche, der seit fünfzehn Jahren vom Vatikan genehmigt ist. In nur sechs oder sieben Pfarrgemeinden wird dieser Ritus praktiziert, mit einigen tausend Mitgliedern. Ich kenne einen der Gemeindepriester persönlich und er berichtete von folgendem Problem: Aus den katholischen Nachbargemeinden kommen viele Gläubige, weil sie den mehr traditionellen Ritus schätzen.
Seit den Protesten gegen die Frauenordination in den 80er Jahren sind bereits viele anglikanische Priester konvertiert und katholisch geweiht worden. Wie viele sind es und wie arbeiten sie?
   Ich habe nicht die genauen Zahlen vorliegen, aber es sind etwa 300 bis 400 Priester. Ungefähr 50 von ihnen sind verheiratet. Ich selber habe als Pfarrer verschiedene, meist sehr große Gemeinden geleitet und etwa 20 Kapläne arbeiteten dabei mit mir zusammen. Von diesen 20 sind heute drei römisch-katholisch, zwei leben zölibatär und einer ist verheiratet. Der verheiratete Priester ist heute Gemeindepfarrer in Nord-London.
Was ist eigentlich der springende Punkt: Warum wollen Sie katholisch werden? Haben Sie sich über die An- glikanische Kirchengemeinschaft geärgert, sind Sie enttäuscht?
   Nein, ich war eigentlich immer katholisch. Ich denke auch, dass die Anglikanische Kirche im Grunde immer katho- lisch, wenn auch nicht in Einheit mit Rom war. Aber in den letzten 15 bis 20 Jahren ist viel passiert. Über fast 40 Jahre arbeitete die anglikanisch-katholische ARCIC-Kommission *, ohne das erhoffte Ziel einer Einheit der Kirche zu erreichen. So stellte sich für mich die Frage: Wo will ich eigentlich sein? Und ich wollte kein alter Mann sein, der sozusagen weinend in der Ecke liegt. Das ist vielleicht etwas pathetisch. Aber ich fühlte, dass ich eine Entschei- dung treffen muss - hinsichtlich der Einheit der Kirche. Egal wie alt man ist, man muss heute eine Entscheidung fällen.
War der entscheidende Punkt also die Einheit mit dem Heiligen Stuhl?
   Ja. Ich fragte mich, was will ich eigentlich mit dem Rest meines Lebens tun? Meine Motivation war immer, für Jesus Christus zu leben. Und für Jesus kann ich nur leben in der Einheit mit dem Heiligen Stuhl. Das ist der Punkt. Obwohl der Ruf zur Einheit der Kirche ungebrochen ist, haben sich die Erwartungen geändert. Ursprünglich war die Erwartung, dass es eine anglikanisch-katholische Einheit geben würde. Das ist nicht eingetreten. Sollte ich also als Einzelperson konvertieren? Das ergab für mich keinen Sinn.
Die neue päpstliche Konstitution Coetibus Anglicanorum hat also die Lage entscheidend verändert?
   Ja, plötzlich gibt es für uns eine sinnvolle Perspektive. Eine Einzelkonversion hätte im Sinne der Kirche keinen Sinn ergeben, aber jetzt können wir mit großen Gruppen von Gläubigen, für die wir ja als Bischöfe Verantwortung tragen, die Einheit mit der katholischen Kirche und dem Heiligen Stuhl wieder herstellen. Es ist vielleicht nicht alles perfekt, aber ich kann keinen Grund mehr sehen, um jetzt noch Nein zu sagen. Wenn ich an die nächsten Monate denke, bin ich nicht ängstlich, sondern eher erwartungsvoll. Ich freue mich, dass ich ein Teil dieses wichtigen Prozesses auf dem Weg der Einheit sein kann. DT101211
*Mehr zur Arbeit der ARCIC-Kommission finden Sie auf der nächsten Seite > Anglikaner II

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Ehemalige anglikanische Bischöfe jetzt in voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom:
Foto oben links: Bischof Keith Newton - jetzt Leiter des Personal-Ordinriats U.L.F. von Walsingham
Foto oben rechts: Bischof John C. Broadhurst von Fulham, Bischof em. David Silk
Foto unten links: Bischof Andrew Burnham von Ebbsfleet, Foto unten rechts: Bischof em. Edwin Barnes

u-a-epAndrewBurnhamEbbsfleet-z2 u-a-epEdwinBarnesRichboroug

   Der anglikanische Bischof John Broadhurst, der zur katholischen Kirche mit seiner Frau Judy und mit drei von vier erwachsenen Kindern konvertiert ist, sagt in der „Times“, dass nicht Hunderte, sondern Tausende Laien ihm folgen werden. Weil die katholische Kirche keine Stipendien oder eigene Wohnungen anbieten kann, steht zu erwarten, dass  nur  wenige  Kleriker  konvertieren; viele werden abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Etwa 1.000 von 13.000 Gemeinden der anglikanischen Gemeinschaft haben gegen die Ordination von Frauen votiert. Gut 360 Gemeinden wünschten sich „fliegende  männliche Bischöfe“, die ihnen im Falle der Frauenordination zur Seite stehen würden.
   Die anglikanische Gemeinschaft möchte nicht auf Hunderte Kirchen verzichten. Anglikanische Beamte würden es akzeptieren, wenn sie die Kirchengebäude gemeinsam mit den neu errichteten Personal-Ordinariaten nutzen wür- den. Das Eigentum dieser Kirchen bliebe der anglikanischen Gemeinschaft, alle Nutzungsrechte würden den auf die anglo-katholischen Personal-Ordinariate übertragen.
   Bischof Broadurst sagt: „Viele Menschen sind interessiert, diesen Ordinariaten beizutreten. Einige betreiben den Übertritt aktiv. Viele aber werden die weitere Entwicklung abwarten. Ich kann das gut verstehen. Priester in einer Gemeinde mit Frau und Kindern machen sich da Sorgen. Ich erwarte aber, dass nicht Hunderte, sondern Tausende den Übertritt vollziehen.“
   Die anglikanischen Bischöfe erklärten, dass moderne Entwicklungen, besonders auch die Ordinierung von Bischö- finnen, mit dem geschichtlichen Anglikanismus unvereinbar seien. couriermail101108

   Die Bischöfe Andrew Burnham (Ebbsfleet), Keith Newton (Richborough), John Broadhurst (Fulham),
Edwin Barnes (Winchester) und David Silk (Exeter) geben folgende gemeinsame Erklärung ab:

   Wie viele in der katholischen Tradition des Anglikanismus, haben wir den Dialog zwischen Anglikanern und Katholiken in den „ARCIC“-Gesprächen ARCIC = Anglican Roman Catholic International Commission mit Gebet und Sehnsucht begleitet.
   Wir erschrecken darüber, wenn wir sehen, wie sich in den letzten 30 Jahren Anglikaner und Katholiken in manchen Themen voneinander wegbewegen und besonders machen wir uns Sorgen über die Entwicklung von Glaube und Ordnung Faith and Order im Anglikanismus, von der wir glauben,  dass sie nicht vereinbar mit der ge- schichtlichen Berufung des Anglikanismus und der Tradition der Kirche seit fast zweitausend Jahren.
   Die Apostolische Konstitution Anglicanorum coetibus, gegeben zu Rom am 04. November 2009, war eine Antwort auf die Suche von Anglikanern auf der Suche nach Einheit mit dem Heiligen Stuhl. Mit der Errichtung der Rechtsstruktur eines Personal-Ordinariats, in der wir unsere eigene Erfahrung christlicher Jüngerschaft einbringen, wollen wir in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche – weltweit und über alle Jahrhunderte - eintreten. Dies ist sowohl eine großherzige Antwort auf mehrfache Ersuchen um Hilfe an den Heiligen Stuhl, wie auch ein mutiger neuer ökumenischer Weg auf der Suche zur Einheit der Christen, eine Einheit, für die Christus selbst vor seinem Leiden und Tod betete. Diese Einheit, so glauben wir, ist nur möglich in der eucharistischen Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Heiligen Petrus.
  Als Bischöfe haben wir unparteiisch für jene Sorge getragen, die unser Verständnis teilen, aber auch für jene, die anderer Auffassung sind.  Jetzt aber haben wir den Punkt erreicht, wo wir eindeutig unsere Position erklären und andere einladen, sich mit uns auf unserer Reise zu verbinden.
   Wir treten daher von unserem bischöflichen Amt unverzüglich zurück, demissionieren von unserer pastoralen Verantwortung in der Church of England mit Wirkung vom 31. Dezember 2010, und suchen in das anglilkanisch- katholische Personal-Ordinariat einzutreten, sobald es errichtet ist.
   Wir verbleiben sehr dankbar für alles, was die Church of England für uns bedeutete und uns in all den Jahren gegeben hat. Wir hoffen enge und herzliche Verbundenheit zu bewahren, indem wir zusammen für das Kommen des Königreiches Gottes arbeiten werden.
   Wir sind zutiefst dankbar für die Unterstützung, die wir in dieser schwierigen Zeit von verschiedenen Seiten erhalten haben: von Erzbischöfen und Bischöfen, von Priestern und Laien, von Anglikanern und Katholiken, von denen, die mit unserer Sicht übereinstimmen, und auch von denen, die leidenschaftlich anderer Meinung sind, von solchen, die uns zu diesem Schritt ermutigt haben und auch von denen, die uns bedrängt haben, diesen Schritt nicht zu gehen.
The Right Revd Andrew Burnham, The Right Revd Keith Newton, The Right Revd John Broadhurst
The Right Revd Edwin Barnes, The Right Revd David Silk
DamianThompson101108Arbeitsübersetzung-kbwn

wa-pEdwinBarnes-z

Interview mit Father Edwin Barnes Foto oben vom Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham

Pfarrer Barnes, als ich Sie vor zwei Jahren interviewte, waren sie anglikanischer Bischof. Nun sind Sie ein katholischer Priester. Sind Sie glücklich mit dem Wechsel?
    Ja, wirklich sehr glücklich. Kein Bedauern.
Hat Ihre Beziehung zu Gott, zur Jungfrau Maria, zu den Heiligen sich irgendwie verändert?
    Ich hoffe, dass diese Beziehung stärker geworden ist, aber es steht mir nicht zu, das zu beurteilen.
Fühlen Sie, dass Sie willkommen in der katholischen Kirche sind? Gibt es schlechte Erfahrungen?
   Ich bin absolut zufrieden. Es gibt überhaupt keine negativen Erfahrungen.
Haben Sie an Lehrgängen, Seminaren auf dem Weg zur katholischen Priesterweihe teilgenommen?
   Ja, ich erhielt einen dreimonatigen Einführungskurs mit wöchentlichen Konferenzen im Allen Hall Seminar in Chel- sea. Nun, als früherer anglikanischer Bischof, wird von mir nicht mehr erwartet, an diesen Kursen teilzunehmen, aber an monatlichen Treffen nehme ich weiterhin teil und möchte das für die kommenden zwei Jahre fortsetzen. Ich erhalte auch umfangreiche Hilfe und Unterstützung von katholischen Priestern vor Ort, um mir eine gewisse „Romanitas“ anzueignen.
Was sind Ihre augenblicklichen Aufgaben im Ordinariat? Arbeiten die Priester des anglo-katholischen Ordina- riats nur mit ihren anglo-katholischen Gläubigen zusammen oder wirken Sie auch in den römisch- katho- lischen Gemeinden mit?
   Zur Zeit trage ich Verantwortung für eine Ordinariats-Gruppe, die sich zwei Mal wöchentlich ín Bournemouth in einer katholischen Kirche trifft. Auch unterstütze ich die örtliche katholische Gemeinde. Drei Mal wöchentlich feiere ich die heilige Messe, und höre auch Beichten. Mit anderen Priestern der Region habe ich in den letzten beiden Wochen zwei Mal die Liturgie der Versöhnung gefeiert und das Bußsakrament. Einige Priestergruppen habe ich informiert über das Ordinariat und bin der CCC beigetreten - der Bruderschaft des katholischen Klerus (Confra- ternity of Catholic Clergy).
Haben Sie gegenüber dem Heiligen Stuhl die Bitte ausgesprochen, die Mitra und das Brustkreuz zu tragen, wie es Ihnen als ehemaligen anglikanischen Bischof zusteht?
   Nein, warum auch? I bin einfach ein Priester des Ordinariates und glücklich so zu bleiben.
Wie viele Priester und Laien gibt es nun im Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham? Gibt es Ordens- leute? Wieviele Gruppen oder Gemeinden?
   Im Ordinariat gibt es etwa einhundert Priester und tausend Laien, aber diese Zahlen steigen ständig. Bis jetzt haben wir noch keine eigene Gemeinde errichtet, aber rund fünfzig Gruppen existieren schon oder sind im Aufbau. Zu uns gehören drei Ordensschwestern, die in einer Gemeinschaft in Ost-London leben. Zwei Patres, die mit uns zur selben Zeit dem Ordinariat beitraten, haben sich einem katholischen Orden angeschlossen. Selbstverständlich wollen sie gern mit anderen zusammen sein.
Wie war der Übertritt der „zweite Welle“ ehemaliger Anglikaner zum Ordinariat?
   Zwanzig Priester wurden diesen Sommer geweiht. Viele von ihnen brachten Gemeindemitglieder mit. Die angli- kanische Gemeinschaft entscheidet zur Zeit über die Weihe von Bischöfinnen. Wenn die Synode dieses beschlie- ßen wird, sind weitere Übertritte zu erwarten. Weitere anglikanische Kleriker denken über ihre Zukunft nach.
Hat das Englische Ordinariat schon Mitglieder der TAC (Traditional Anglican Community) oder anderer Ge- meinden aufgenommen oder gibt es dazu Planungen?
   Ein Bischof der Church of England, der eine TAC Gruppe geleitet hat, ist gerade zum katholischen Priester geweiht. Weitere vier oder fünf Priester sind zur Zeit in Vorbereitungskursen für die Priesterweihe. Eine weitere Ortsgruppe der TAC von zwanzig Mitgliedern wird noch in diesem Jahr dem Ordinariat beitreten. Die Kurse werden von einem Priester (unter anderen) unseres Ordinariates geleitet.
Planen Sie eigene Kirchen zu erwerben wie das Amerikanische Ordinariat oder werden Sie weiterhin die Ge- bäude der katholischen Kirche mitbenutzen?
   Gegenwärtig werden wir die Diözesan-Kirchen mitnutzen. Inzwischen sind einige Priester des Ordinariats als Pfarrer in katholischen Gemeinden eingesetzt und dort treffen sich auch Gruppen ehemaliger Anglikaner.
Was hindert die Entwicklung der Ordinariate in England nach Ihrer Meinung?
   Die Engländer haben eine große Bindung zu Gebäuden; die wunderschönen alten Kirchen sind alle in Händen der Church of England seit der Reformation. Das ist eine Hürde für den Übertritt in das Ordinariat.
Hätten Sie an die spanischen Leser einen besonderen Gebetswunsch?
   Beten Sie, bitte, für die Church of England, sie kann sich augenblicklich überhaupt nicht entscheiden - die Entscheidungen der Regierung untergräbt die sakramentale Natur der Ehe und versteht darunter auch die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Beten Sie für die Mitglieder des Ordinariates, sie mögen demütig und offen für alle sein, die sich zurückgestoßen fühlen durch die Church of England, die aber noch zögern, sich an die katholische Kirche zu binden. Beten Sie auch, dass wir die finanziellen Quellen erschließen, um neue Priester auszubilden, und dass wir jene unterstützen können, besonders junge Priester mit ihren Familien, die materielle Sicherheiten aufgegeben haben, um sich dem Ordinariat anzuschließen. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse an die- sem großen Versuch, den der Heilige Vater uns befähigt hat zu unternehmen.
Übersetzung aus der spanischsprachigen Internetseite Infocatolica: kbwn

Großbritannien: Übertritte

   In Großbritannien sind in der Karwoche 2012 rund 220 Anglikaner zur katholischen Kirche übergetreten. Unter ihnen waren 20 Priester, wie die Zeitung „Osservatore Romano“ berichtet. Die Konvertiten wurden in das katholische Personalordinariat „Our Lady of Walsingham“ aufgenommen, das damit 1.300 Mitglieder zähle, davon etwa 80 Priester. Papst Benedikt XVI. hatte die bistumsähnliche Struktur eines Personalordinariates geschaffen, um anglikanischen Christen die katholische Kirchenzugehörigkeit unter Beibehaltung der anglikanischen Tradition zu ermöglichen. Vor allem die Entscheidung der anglikanischen Kirche, Frauen zum Bischofsamt zuzulassen, hatte zu Protesten unter Gläubigen und zu Austritten geführt. Bislang gibt es zwei Personalordinariate. Nach dem von Walsingham errichtete der Vatikan im Januar ein weiteres in den USA. Rv120413pr

B-424-x Vatikan veröffentlicht Dokument zu Anglikanern

  Am 4. November 2009 hat Papst Benedikt XVI. die angekündigte Apostolische Konstitution unterschrieben, die es Anglikanern unter Beibehaltung ihrer Tradition ermöglicht, katholisch zu werden. Am 9. November wurde diese Konstitution mit dem Titel Anglicanorum Coetibus der Öffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit der Apostolischen Konstitution hat Papst Benedikt die ergänzenden Normen in Kraft gesetzt, die die Umsetzung des Dokuments festlegen. Damit ergibt sich ein rechtlicher Rahmen für die Entstehung der geplanten Personalordinariate für ehemalige Anglikaner. Die Regeln legen fest, dass die (noch zu gründenden) Ordinariate zwar direkt der Glaubens- kongregation unterstehen. Doch in ihren Aktivitäten und Zulassungen zu den Weihen sollten und müssen sie eng mit den Ortsbistümern zusammenarbeiten. Die ehemaligen Anglikaner sind auch in ihrer pastoralen Arbeit den ka- tholischen Ortsbischöfen unterstellt. Ebenso können katholische Geistliche oder Ordenschristen in den Ordinari- aten pastoral arbeiten, aber ebenfalls unter der Leitung des Ortsbischofs. Mit allen diesen Regelungen wird ge- währleistet, dass keine Sonderbistümer neben den katholischen Bistümern entstehen.
„Keine parallelen Bistümer“
   Ähnliche Absichten haben die Regelungen über die Kleriker, die in den Ordinariaten geweiht werden. Die Normen schließen aus, dass in der katholischen Kirche geweihte Priester das Priesteramt in den neuen Ordinariaten ausüben. Diese Regelung betrifft unter anderem den Primas der so genannten Traditional Anglican Communion, Erzbischof John Hepworth. Er war 1968 in der katholischen Kirche zum Priester geweiht worden, bevor er 1976 in die anglikanische Kirche aufgenommen wurde. Hepworth hatte die Ankündigung der Konstitution begrüßt und seinen Willen bekundet, katholisch zu werden. Doch er wird in den zu gründenden Ordinariaten nicht Priester werden können. Ebenso wird katholisch getauften Christen, wenn sie nicht in eine anglikanische Familie eingehei- ratet haben, die Mitgliedschaft in den Ordinariaten verwehrt. Auch hier soll so vermieden werden, dass eine Paral- lelkirche zur katholischen Kirche entsteht.
   Die anglikanischen Traditionen sollen erhalten bleiben. Auch wenn die Priesterkandidaten im Ordinariat gemein- sam mit den katholischen Seminaristen ausgebildet werden, so sollen sie eine eigene Zusatzausbildung bekom- men. Ziel der Initiative des Papstes ist es, den geistlichen, liturgischen und pastoralen Reichtum der anglikani- schen Tradition zu erhalten und gleichzeitig eine sichtbare Einheit mit der katholischen Kirche zu schaffen. So wer- den weiterhin Eucharistie, Stundengebet und andere liturgische Feiern nach anglikanischen Ritus möglich sein.
Zölibatsregel bleibt bestehen
   Komplizierter werden die Regelungen, wenn es um verheiratete anglikanische Bischöfe und Priester geht. Alle anglikanischen Priester müssen sich weihen lassen, wenn sie das Amt auch in den Ordinariaten ausüben wollen. Verheiratete Priester dürfen grundsätzlich Mitglied der Ordinariate werden. Auch verheiratete anglikanische Bi- schöfe dürfen katholisch werden; aber wollen sie innerhalb des anglikanischen Ordinariats ein Leitungsamt aus- üben, so ist ihnen das nur als Priester und nicht als Bischof gestattet. Ihre Weihe wird nicht anerkannt. Trotzdem dürfen ehemalige Bischöfe vom Papst die Erlaubnis erbitten, weiterhin die Zeichen der Bischofswürde tragen zu dürfen, also Kreuz, Mitra, Ring und Krummstab. Grundsätzlich solle es möglich sein, im Einzelfall auch als verheira- teter Mann in den Ordinariaten Priester werden zu können, auch wenn die Zölibatsbestimmungen in Zukunft auch für die ehemaligen Anglikaner die Regel sein sollen. Rv09
Kardinal Kasper: „Kein Hindernis für die Ökumene“1109

cdWalterKasper-2x     Kardinal Kasper: „Kein Hindernis für die Ökumene“

   Der Ökumene-Verantwortliche des Vatikans hat die Veröffentlichung des Vatikan-Dokuments zu Anglikanern nicht in Rom erlebt: Kardinal Walter Kasper ist zur Zeit in Minsk. Doch der deutsche Kurienkardinal hat kurz vor seinem Abflug mit dem Papst u.a. über die „Apostolische Konstitution“ gesprochen – und am Wochenende uns gegenüber klargestellt, dass das Zugehen Roms auf traditionelle Anglikaner kein Stolperstein für die Ökumene ist.
   „Es ist kein Hindernis für die Ökumene, denn wir haben von Anfang an gesagt: Wenn Einzelne aus Gewis- sensgründen übertreten wollen zur katholischen Kirche, dann ist das kein Schritt gegen die Ökumene – und wenn das jetzt eine ganze Gruppe tun will, dann hat man das einfach als Religions- und Gewissensfreiheit zu akzeptieren. Es gibt ja auch in den Vereinigten Staaten viele, die anglikanisch geworden sind – das hatten wir auch akzeptiert! Das freut keine Kirche, aber man muss das anerkennen.
   Der Papst reagiert mit dieser Entscheidung auf Anfragen und Bitten von anglikanischer Seite; es ist keine Initiative von vatikanischer Seite. Aber die Tatsache, dass bestimmte Bischöfe, Priester und auch Laien offensichtlich katholisch werden wollen, verdankt sich dem ökumenischen Gespräch – das ist bereits eine gewisse Frucht. Denn durch die ökumenischen Gespräche haben die Anglikaner gemerkt: Das gibt uns ja Brücken, das ist viel näher beieinander!
   Und zum Zweiten: Die ökumenischen Gespräche mit der anglikanischen Kirche gehen weiter. Wir werden erst in zwei Wochen wieder Begegnungen haben mit ihnen und wollen da beschließen, eine neue Runde der ökumenischen Gespräche aufzunehmen. Im übrigen wird auch der Erzbischof von Canterbury, also das Haupt der anglikanischen Gemeinschaft, in Rom sein, wird eine Audienz beim Papst haben... Auch das zeigt: Es ist da kein so grundsätzlicher Wandel und vor allem kein Bruch der Ökumene im Blick. Im Gegenteil: Das ist jetzt eine Entwicklung - die wir nicht gewollt haben – aufgrund der inneren Schwierigkeiten und Spannungen in der anglikanischen Kirche, die man akzeptieren muss. Der Papst hat die Tür geöffnet für diejenigen, die wollen – mehr nicht!“ rv091109

cdWilliamLevada--x ÖkRowanWilliams-Bx

Papst schafft Personal-Ordinariat für übertrittswillige Anglikaner
Die katholische Kirche ist bereit, Anglikaner aufzunehmen, die zum Katholizismus übertreten wollen
Fotos von links: Kardinal William Levada, Erzbischof Rowan Williams, Papst Benedikt XVI.

   In letzter Zeit sei die Zahl anglikanischer Priester und Gläubiger gestiegen, „die mit Rom in sichtbarer und voller Kommunion stehen wollen“. Das erklärte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Der Heilige Stuhl reagiere damit auf zahlreiche Gesuche von Gruppen anglikanischer Priester und Laien aus verschiedenen Teilen der Welt.
Premiere seit Reformation
   Es handelt sich um das erste Mal, dass die Kirche eine solche Regelung für eine aus der Reformation entstan- dene Kirche einführt. Dazu hat der Vatikan eine neue kanonische Struktur aufgestellt, indem diese Gemeinschaft einem so genannten Personal-Ordinariat unterstellt wird. Das bedeutet, dass diese Gläubigen einen eigens für sie vorgesehenen Ordinarius haben. An der Spitze der neuen Struktur soll demnach ein „Personal-Ordinarius“ im Rang eines unverheirateten Priesters oder Bischofs stehen. Die neue Rechtsform des Personal-Ordinariats – einer Art Diözese, vergleichbar dem Militär-Ordinariat - sieht die katholische Priesterweihe auch für verheiratete, früher anglikanische Geistliche vor. Zu Bischöfen könnten jedoch aufgrund der christlichen Tradition nur unverheiratete Geistliche bestimmt werden. Deren Seminaristen sollen zudem zusammen mit den übrigen katholischen Priester- amtsanwärtern ausgebildet werden; jedoch sollen sie eine besondere Ausbildung in anglikanischer Tradition erhalten.
Streitpunkte
   Uneinigkeit über die Zulassung von Frauen zu den Weihen führte in den letzten Jahrzehnten zu Kontroversen innerhalb der anglikanischen Kirche. Mittlerweile erlaubt ein Teil von ihr die Weihe von Frauen zu Bischöfinnen. Dies ist offenbar einer der Hauptgründe für einige anglikanische Gemeinschaften, zum Katholizismus überzutreten. Die anglikanische Kirche und die katholische englische Bischofskonferenz begrüßen den neuen Papst-Erlass. Damit werde den Gläubigen geholfen, die sich in jüngster Zeit „unsicher fühlten“, ob und wie sie der katholischen Kirche beitreten können.
Kardinal Levada: „Mit dem Erzbischof von Canterbury abgesprochen“
   Die neue Regelung für übertrittswillige Anglikaner ist mit dem Primas der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, abgesprochen worden. Das bestätigte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada. Die neue Maßnahme stehe in Einklang mit dem ökumenischen Dialog, der weiterhin eine Priorität für die katholische Kirche bleibe, so Levada.
  „Denn mit dieser Regelung sind wir nicht zum Abschluss des ökumenischen Dialogs gekommen. Die Gespräche mit der anglikanischen Kirche – so wie mit anderen Gemeinschaften – gehen natürlich weiter. Die ökumenische Bewegung hat ein Ziel, und zwar die sichtbare Gemeinschaft aller Gläubigen. Die Einheit ist aber ein Geschenk Gottes, und wir alle hoffen, dass wir so bald wie möglich dieses Geschenk erhalten werden.“
   Kardinal Levada ließ sich auch auf die Frage von Frauenpriestertum und Weihe von Frauen zu Bischöfinnen ein. Bei beiden Themen gehe es um die christliche Tradition. Deshalb sei dies in der katholischen Kirche nicht möglich. Das habe er auch gegenüber dem Primas der anglikanischen Kirche wiederholt.
  Levada: „Ich habe zuerst mit dem vatikanischen Ökumene-Verantwortlichen, Kardinal Walter Kasper, darüber ge- sprochen. Dann sprach ich auch mit dem anglikanischen Erzbischof Rowan Williams. Ich habe ihm mein Gebet ver- sichert, und ich hoffe, dass die Auseinandersetzungen innerhalb der anglikanischen Kirche rasch gelöst werden. Ich habe ihm auch klar gesagt, dass die Aufnahme der anglikanischen Gemeinschaften keinen Angriff auf die anglikanische Kirche darstellt.“ rv091020

GBepAlanHopesW'm-x cdVincentNicholsGB-2xx an-epChristopherHillGuildfo

Der katholische Weihbischof von Westminster Alan Hopes Foto oben links schreibt:
   Wir begrüßen die Entscheidung der fünf anglikanischen Bischöfe, die nun in die volle Gemeinschaft mit der katho- lischen Kirche durch das Personal-Ordinariat der anglo-katholischen Kirche für England und Wales, eintreten. In unserer Vollversammlung werden die Bischöfe von England und Wales alle, die der katholischen Kirche beitreten, herzlich willkommen heißen.
   Weihbischof Alan Hopes, ein enger Mitarbeiter des Erzbischofs von Westminster, Kardinal Vincent Nichols, Foto oben Mitte war 26 Jahre Priester in der anglikanischen Weltgemeinschaft und wurde 1996 zum Priester der Diö- zese Westminster geweiht. 2001 empfing er die Bischofsweihe.
   Die Antwort des Vatikan auf das Nachsuchen Einzelner und Gruppen lenkt die anglikanische Gemeinschaft selbst nicht von ihrem Leben in ihren Diözesen und Pfarreien ab. Dies sagte der Vorsitzende des anglikanischen Rates für die Einheit der Christen und Bischof von Guildford, Christopher Hill Foto oben rechts. Die Anglikaner nehmen die Veröffentlichung der Konstitution zur Kenntnis, so der Bischof weiter. Jetzt sei es an denjenigen, die diese Ent- scheidung haben wollten und nun die volle Einheit mit der römisch katholischen Kirche wünschten, das Dokument zu studieren und ihre Optionen zu wägen.
   Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof Vincent Nichols begrüßt in einer ersten Reaktion die Veröffentlichung der Konstitution und der ergänzenden Normen. Jetzt könne man ins Detail gehen. Es sei aber auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass es hierbei nicht nur um England und Wales gehe, so der Bischof weiter. Es gehe um Anglikaner und ehemalige Anglikaner auf der ganzen Welt. Jetzt brauche es viel Nachdenken auf allen Seiten.
   Kardinal Christoph Schönborn von Wien spricht von einem „Versuch, in angemessener Weise der Sehnsucht nach Einheit zu entsprechen, ohne neue Trennungen zu schaffen“. Es gehe im Fall der Anglikaner, die katholisch werden wollen, weder um 'Proselytismus' noch um eine Abkehr vom ökumenischen Dialog. Papst Benedikt XVI. habe „einen großherzigen Schritt gesetzt“. Der Vatikan hatte die Regelungen veröffentlicht, die den Übertritt von Anglikanern zur katholischen Kirche betreffen. Rv091109pm

wa-aepVincentNichols-z   Durstig, den Glauben kennen zu lernen 

  Foto:  Westminser’s Erzbischof Vincent Nicholos begrüßt in der Zeremonie der Erwählung
einen der 734 Erwachsenen, die sich vorbereiten, Mitglieder der katholischen Kirche zu werden. 

Der nächste Schritt auf der Reise des Glaubens
   Eine Gruppe von 734 Erwachsenen von 131 anglikanischen Gemeinden bereiteten sich zu Beginn der Fastenzeit in der Westminster Cathedral darauf vor, Mitglieder der katholischen Kirche zu werden. In einer feierlichen Zeremonie legten die 734 Erwachsenen das Bekenntnis ab, in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche einzutreten. Von ihnen werden zu Ostern 384 Erwachsene die Sakramente der Firmung und der Eucharistie erhal- ten, die übrigen 350 Erwachsenen werden getauft.
   Der Diözesandirektor der Katecheten Anthony Curran sagte: „Diese Erwachsenen sind dabei, eine neue Bezie- hung zur katholischen Kirche und ihrem Glauben zu finden. Diese Männer und Frauen, die zu Ostern die Erste Heilige Kommunion empfangen, werden in Liebe das tiefste Geschenk der Heiligen Schrift annehmen, wo Christus verheißt, er werde sein Leben hingeben für seine Jünger. Ihr Verlangen nach dem Sakrament der Eucharistie mahnt die katholischen Christen an ihr Privileg, daran jede Woche teilzunehmen zu dürfen.
   Mr. Curran fügt hinzu: “Dies ist ein besonderes Jahr, in die Kirche einzutreten. Mit dem Eucharistischen Kongress, mit der Eröffnung für das „Jahr des Glaubens“, im Gedenken des diamantenen Jubiläums der Königin, mit den Olympischen Spielen – 2012 wird ein bemerkenswertes und beigeisterndes Jahr werden.“
   Den Vorsitz dieser Zermonie der Erwählung übernahm Erzbischof Vincent Nichols von Westminster; es assi- stierten ihm: die Weihbischöfe John Arnold, Alan Hopes und John Sherrington. Bischof Arnold sagte: „Für uns bleibt es bedeutsam, dass wir uns gegenseitig im Bekenntnis des Glaubens ermutigen, so wollen wir beten für alle, die unterwegs sind zur vollen Einheit mit der katholischen Kirche. 
   Im letzten Jahr hatte die Katechetin Francesca Khaliq von der Marien- und der St. Vinzenz-Kirche erwachsene Taufbewerber auf ihrem Weg zur Kirche begleiten können. Francesca sagte: „Als Katechet dabei zu sein, ist eine wunderbare Erfahrung. Den Weg des Glaubens zusammen in der Gruppe zu gehen und unseren Glauben zu tei- len, ist ein wirklich erhebendes Erlebnis. Ich denke, dass auch mein Glaube gewachsen ist im Zusammensein mit Menschen, die mit Leib und Seele dabei waren und die durstig waren, mehr über unseren Glauben zu lernen. Für mich ist die Ostervigil das Highlight des Jahres, es ist vergleichbar mit Eltern, die ihr Kind zum ersten Mal laufen sehen. Wir Katechisten sagen: angenommen zu werden für diesen Glaubenskurs ist der Start und nicht das Ende einer Reise, und das ist wahr. An dieser Reise teilzuhaben ist ein wunder- volles Geschenk.“ CT120304AnitaBoniface

wa-RevDrJeffreySteenson-2z wa-WappenUS-x wa-RevDrJeffreySteenson-z

Fotos links und rechts: Rev. Dr. Jeffrey Steenson Leiter des Personal-Ordinariats der zur katholischen Kirche übergetretenen Anglikaner in den USA. Foto Mitte: Wappen - Die Schlüssel des heiligen Petrus,
die drei anglikanischen Lilien und die Mitra der kanonischen Anerkennung durch Papst Benedikt XVI.

  Am 01. Januar 2012 hat Papst Benedikt eine eigene kirchliche Struktur innerhalb der katholischen Kirche ge- schaffen – für Anglikaner in den USA, die zur katholischen Kirche übertreten wollen. Nach dem Personalordinariat für „übertrittswillige“ Anglikaner in England und Wales ist diese neue Stelle in den USA die zweite ihrer Art. In der anglikanischen Gemeinschaft habe es immer eine „tief sitzende Sehnsucht nach katholischer Einheit“ gegeben, sagt der Ordinariats-Leiter in den USA, Jeffrey Neil Steenson Foto, im Interview mit Radio Vatikan. Der 59-Jährige, der bisher Professor für Alte Kirchengeschichte in Houston war, trat 2007 selbst von der anglikanischen zur ka- tholischen Kirche über.Rv120104
   A
m 1. Januar hat Papst Benedikt eine eigene kirchliche Struktur innerhalb der katholischen Kirche geschaffen, und zwar für Anglikaner in den USA, die zur katholischen Kirche übertreten. Die Glaubenskongregation des Va- tikans hat für diese Neu-Katholiken ein so genanntes Personalordinariat geschaffen. Was dieses Wort bedeutet, erklärt sein neuer Leiter Jeffrey Neil Steenson im Interview mit Radio Vatikan:
   „Wir versuchen noch, mit der technischen kanonischen Sprache klarzukommen – das ist etwas, mit dem viele von uns nicht vertraut sind. Aber die Grundidee des Ordinariats folgt jedenfalls der der Militärordinariate, bei denen ja ebenfalls ein Militärbischof oder ein Militärseelsorger über diözesane Grenzen hinweg verantwortlich ist. Ich glau- be, das war das Modell, dem der Heilige Stuhl für unser Ordinariat folgte. Und warum „Personal“-Ordinariat? Personal heißt es, weil es sich auf eine Sondergruppe von Menschen bezieht: die nämlich, die von der anglika- nischen Tradition herkommen.“
   Das ist auch bei Steenson selbst der Fall: Der 59-Jährige, bisher Professor für Alte Kirchengeschichte in Houston, trat 2007 von der anglikanischen zur katholischen Kirche über. Bischof kann er nicht werden:
   „Denn ich bin ein verheirateter Priester – darum bin ich nicht imstande, die Bischofsweihe zu empfangen. Die Kirche hat in dieser Hinsicht sehr altehrwürdige Traditionen. Allerdings werde ich alle Kopfschmerzen eines Bi- schofs haben, nur ohne seine Ehren!“
   Es ist schon das zweite Mal, dass der Vatikan für frühere Anglikaner ein eigenes Personalordinariat einrichtet. Das erste Mal hat er dies vor einem Jahr in England und Wales getan. Die Vorarbeit zu diesen Strukturen leistete Papst Benedikt mit einem Motu Proprio im November 2009. Das neue US-Personalordinariat trägt den Namen „The Chair of Saint Peter“ – „Der Stuhl des heiligen Petrus“. Sein Leiter Jeffrey Neil Steenson urteilt:
   „In der anglikanischen Gemeinschaft gab es immer diese tiefsitzende Sehnsucht nach katholischer Einheit. Das ist in unserer DNA, denn wir kommen von der katholischen Kirche her... Wir schweifen immer schon herum, so sehe ich das, und wollen nach Hause kommen. Das ist Herz und Seele dessen, worum es bei dem neuen Ordinariat geht – die innere Dynamik nach katholischer Einheit, von der die Konzils-Konstitution ,Lumen Gentium‘ sagt, dass es sie in anderen kirchlichen Traditionen gibt. Und diese innere Dynamik führt uns tatsächlich nach Hause, nach Rom.“  rv120104sk
Letzte Meldung Die anglikanische Gemeinde in Hawai will dem amerikanischen Ordinarita beitreten.

  Am 01. Januar 2012 hat Papst Benedikt XVI. das Personal-Ordinariat der Kathedra von Sankt Peter für jene angli- kanische Gruppen in den Vereinigten Staaten gegründet, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen. Im Licht der Apostolischen Konstitution Anglorum Coetibus wird hiermit das Zweite Ordinariat errichtet, nach der Gründung des Ersten Ordinariats für England und Wales am 15. Januar 2011. Das ist die großzügige Antwort des Papstes: ein begeisternder Schritt auf dem schwierigen Weg zur Einheit der Christen.

Lebenslauf von Msgr. Dr. Jeffrey Steenson Foto oben:
   Geboren am 1. April 1952. 24 Jahre war er im Dienst der Episkopalen Gemeinden in Pennsylvanien und Texas. Nach Graduierung in der Theologie in der Havard Divinity School und der Trinity Evangelical Divinity School, und wurde promoviert in der Oxford-Universität 1983 zum Thema Basilius von Ancyra. 2005 wurde er Bischof von der epicopalen Diözese Rio Grande in Neu Mexico, wo er schon zuvor tätig war als Weihbischof und Domkapitular. Am 01. Dezember 2007 legte er sein Amt nieder und wurde am selben Tag in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche aufgenommen. Nach den Regeln von Papst Johannes Paul II. nahm er theologische Studien im Päpstlichen Irischen Colleg in Rom auf. Die Priesterweihe erhielt er 2009 durch Erzbischof Michael J. Sheehan von Santa Fe. In Housten (Texas) übernahm er Vorlesungen an der St. Thomas Univerität und im St.Mary’s Seminary. Prof. Steeson hat mit seiner Ehefrau Debra drei erwachsene Kinder.

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Der Erzbischof von Washington, Kardinal Donald Wuerl Foto, soll sich um die Integration von Anglikanern in die katholische Kirche der USA kümmern. Das hat die vatikanische Glaubenskongregation beschlossen. Eine solche Aufnahme übertrittswilliger Anglikaner hat Papst Benedikt mit der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus im letzten Herbst möglich gemacht. Übertrittswillige in den USA sollen sich an das Erzbistum Washington wenden. rv100925
   Weitere Mitglieder dieser Kommission zur Errichtung Personal-Diözesen, für Anglikaner, die sich unter Beibehal- tung von Teilen des anglikanischen Erbes und ihrer Liturgie der katholischen Kirche anschließen wollen, sind: Bischof Kevin Vann von Fort Worth/Texas und Bischof Robert McManus von Worcester/ Massachusetts. Hinzu kommt Pfarrer Scott Hurd, der 1993 zum episcopalen Priester geweiht, 1996 in die katholische Kirche aufge- n

Eine anglikanische Gruppe in Kanada plädiert für die Einheit mit der katholischen Kirche
   Die „Anglican Catholic Church of Canada“ hat bei ihrer jüngsten Synode mit großer Mehrheit für den Anschluss gemäß der neuen Vatikan-Konstitution Anglicanorum coetibus gestimmt. Das meldet die Vatikanzeitung „L´Osser- vatore Romano“.  Zur Umsetzung des Plans müsse sich die Gruppe,  deren Mitgliederzahl mit 5.000 angegeben wird, mit der Glaubenskongregation in Verbindung setzen, hieß es in Rom. Grund für die Orientierung der kana- disch-anglikanischen Kirche auf Rom hin sind Diskussionen der Anglikanischen Gemeinschaften über eine Frauen- Bischofsweihe sowie manche ihrer moraltheologischen Positionen. – Mit der Apostolischen Konstitution Angli- canorum coetibus hatte der Papst im Oktober 2009 eine neue Kirchenstruktur für Ex-Anglikaner geschaffen, die eine volle Einheit mit der katholischen Kirche suchten, zugleich aber ihr liturgisch-spirituelles Erbe bewahren wollten. RVkipa100730or

   Die anglikanische Tradition auch nach dem Übertritt zur katholischen Kirche nicht zu vergessen, ist Anliegen der Anglikaner, die in den USA zur katholischen Kirche übertreten wollen. „Wir beten um das Bemühen, mit Demut und Enthusiasmus den Glauben, die Gesetze und die Kultur der katholischen Kirche zu lernen. Doch wir beten auch darum, dass wir nicht vergessen, wer wir sind und woher wir kamen, denn wir wurden in der schönen und edlen anglikanischen Tradition ausgebildet“, erklärte der Kirchenhistoriker Jeffrey Neil Steenson. Der ehemalige anglika- nische Bischof war von Papst Benedikt am vergangenen Wochenende zum Verantwortlichen für die Betreuung übertrittswilliger Anglikaner in den USA ernannt worden. RV120103reuters
Eigene Struktur für Übertrittswillige in USA
   Jetzt gibt es auch in den Vereinigten Staaten eine eigene kirchliche Struktur für Anglikaner, die von der anglika- nischen zur katholischen Kirche übertreten wollen. Das wurde im Vatikan bekannt. Die Glaubenskongregation hat – genauso wie bereits im Januar 2011 für England und Wales – nun auch für das Gebiet der USA ein so genanntes „Personalordinariat“ eingerichtet. Ihr Leiter wird der Kirchenhistoriker Jeffrey Neil Steenson aus Houston; der 59- Jährige war 2007 Katholik geworden. Die neue Struktur hat den Namen „Stuhl des heiligen Petrus“. RV120101

wa-Priester-z   anglo-katholische Priester                              

Schon bald neues Ordinariat für übertrittswillige Anglikaner
   Ab dem ersten Januar 2012 soll es in den USA eine offizielle Anlaufstelle für übertrittwillige Anglikaner geben. Das Personalordinariat ist für Anglikaner gedacht, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen. Die Einrichtung einer solchen Struktur kündigte jetzt Kardinal Donald Wuerl an. Der Erzbischof von Washington DC äußerte sich auf der diesjährigen Sitzung der US-amerikanischen Bischöfe, die an diesem Mittwoch in Baltimore zu Ende geht. Um die 100 Priester und 2.000 Laien hatten in den USA zuletzt um Eintritt in die katholische Kirche gebeten. Diese Zahl könnte inzwischen noch einmal angestiegen sein. Rv111115zenit
   Ab dem ersten Januar 2012 soll es in den USA eine offizielle Anlaufstelle für übertrittswillige Anglikaner geben. Das Personalordinariat ist für Anglikaner gedacht, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintre- ten wollen. Die Einrichtung einer solchen Struktur kündigte jetzt Kardinal Donald Wuerl an. Der Erzbischof von Washington DC äußerte sich auf der diesjährigen Sitzung der US-amerikanischen Bischöfe in Baltimore.
   Eigentlich hatte sich der Vatikan die Einrichtung eines solchen Personalordinariates schon für den Herbst 2011 gewünscht. Auf der Sitzung der US-Bischöfe wurde jetzt zum ersten Mal ein konkretes Datum benannt. Um die 100 Priester und 2.000 Laien hatten in den USA zuletzt um Eintritt in die katholische Kirche gebeten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Zenit im Juni dieses Jahres. Diese Zahl könnte inzwischen noch einmal an- gestiegen sein. Der Übertritt von Anglikanern in die katholische Kirche wird vor allem in den USA mit Aufmerk- samkeit verfolgt: Von ihnen gehen im Land viele Reformen aus, die die anglikanische Weltgemeinschaft in die Krise stürzen könnten. Das könne umso mehr zu einem Wechsel hin zur katholischen Kirche bewegen, so der Eindruck einiger Beobachter. RVzenit111116pr

Das Personal-Ordinariat Our Lady of Walsingham begrüßt die Gründung des Zweiten Ordinariates in den USA

 Prälat Keth Newton begrüßte mit außerordentlicher Freude die Ernennung von Reverend Dr. Jeffrey Steenson zum ersten Leiter des Personal-Ordinariats von der Kathedra des heiligen Petrus für die Vereinigten Staaten von Amerika. Als er die Nachricht von der Ernennung durch Papst Benedikt XVI hörte, sagt Prälat Newton: „Reverend Steenson ist ein freundlicher und begeisternder Priester mit einem Reichtum an Erfahrung. Ich bin hocherfreut über seine Berufung.” Damit ist nun das zweite Ordinariat für jene anglikanische Christen, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen, unter Beibehaltung solcher Elemente des liturgischen und spirituellen anglikanischen Erbes, die mit dem Glauben und der Praxis der katholischen Kirche übereinstimmen. Dr. Steenson war vorher Bischof der Episcopal Church, bevor er in die katholische Kirche aufgenommen wurde und die Priesterweihe empfing.
     Im Hinblick auf die Gründung des nordamerikanischen Ordinariates sagte Prälat Newton: „Die Vision des Heiligen Vaters von der realen Wiedervereinigung der Anglikaner mit dem Heiligen Stuhl geht schnell voran. Am Beginn des Jahres 2012 beten wir, dass noch viel mehr Christen den Ruf Christi annehmen: ut unum sint (dass alle eins seien) – und das Gebet von Generationen erhört wird: dass der Anglikanismus wiedervereint  und nicht absorbiert werde.“

Dies sind die Anlaufstellen ab 01. Januar 2012 in Nordamerika:

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Personal Ordinariat von der Kathedra des heiligen Petrus

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   Eine anglikanische Schwesterngemeinschaft aus dem Nordosten der USA hat sich entschieden, der katholischen Kirche beizutreten. Der Erzbischof von Baltimore, Edwin F. O’Brien, spendete  zehn Schwestern der „Society of All Saints’ Sisters of the Poor“ das Sakrament der Firmung. Im Rahmen der Feier erneuerten die Schwestern auch ihre Ordensgelübde. Zwei Angehörige der Gemeinschaft wollten nicht konvertieren, wohnen jedoch weiterhin mit ihren Mitschwestern zusammen. Die Mitglieder der Gemeinschaft sind zwischen 59 und 94 Jahre alt. Nach Zeitungs- angaben hatten die Schwestern während Jahren die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils studiert. Einem Beitritt zur katholischen Kirche stehen wenig Hindernisse theologischer Art entgegen, finden sie; allerdings hätten einige von ihnen anfänglich Mühe mit dem Konzept der päpstlichen Unfehlbarkeit gehabt. Auch der Geist- liche der Gemeinschaft konvertierte. Rv090904kipa

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Fotos: Erzbischof Edwing F. O’Brien nahm am 03. September 2009 zehn Ordensschwestern
und einen Priester der episkopalen Gemeinschaft in die katholische Kirche auf

   Die geistliche Reise begann vor sieben Jahren und endete im Ordenskonvent von Catonsville am 03. Septem- ber 2009, als 10 Ordensschwestern der US-amerikanischen episkopalen Gemeinschaft in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wurden.
   Bei der Spendung des Sakraments der Firmung zeichnete Erzbischof Edwing F. O’Brien ein Kreuz auf die Stirn aller Kandidaten mit dem heiligen Chrisam. Die Schwestern erneuerten dann die Gelübde der Armut, der Keusch- heit und des Gehorsams. 120 Gäste wohnten dieser Handlung bei. Zehn der 12 Mitglieder der Ordensgemein- schaft der All Saints‘ Sisters of the Poor wurden in dieser Feier in die katholische Kirche aufgenommen. Zwei der Schwestern hatten sich entschieden, in der episkopalen Gemeinschaft zu bleiben, wollen aber weiterhin mit ihren jetzt katholischen Schwestern leben, beten und arbeiten.
   Father Warren Tanghe, der bisherige Rektor der Ordensgemeinschaft, empfing ebenfalls das Sakrament der Fir- mung; er bereitet sich darauf vor, Priester der Erzdiözese Baltimore zu werden. In seiner Predigt begrüßte der Erzbischof die neuen Mitglieder seiner Diözese sehr herzlich und freute sich sehr über die Hingabe der Schwestern zum geweihten Leben. „Im Nachfolger des heiligen Petrus, und dem Stellvertreter Christi finden Sie Ihren Wunsch erfüllt: die sichtbare und geistliche Einheit mit und in der universalen Kirche – ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“, sagte Erzbischof O’Brien. Zugleich aber ermahnte er die Schwestern und den ehemaligen Rektor der Gemeinschaft, die starken Gefühle und den Respekt vor ihren anglikanischen Wurzeln zu bewahren.
   „Ich spreche für alle Gläubigen unserer Erzdiözese, wenn ich Gott Dank sage, dass Sie, ehrwürdige Schwestern, unsere katholische Gemeinschaft adeln mit Ihrem bewährten und standfesten Zeugnis des geweihten Lebens, mit Ihrem reichen Erbe des liturgischen und privaten Gebetes und mit Ihrer 137-jährigen Tradition das kontemplative Leben mit der Sorge für die Armen, für Kinder in besonderen Notlangen und für die Sterbenden zu verbinden“, so der Erzbischof von Baltimore.
  Die Schwestern trugen das Gewand Ihres Ordens als sie vor dem Erzbischof zur Firmung niederknieten – und waren sichtlich bewegt. Einige schlossen ihre Augen zum Gebet. Die Firmpaten standen dabei hinter ihnen. Mutter Christina Christie – die Ordensoberin – empfand die Liturgie „intensiv“. Als sie die Glückwünsche und Umarmungen in der folgenden Liturgie erlebte, fand Mutter Christina zunächst keine Worte, Ihre Gefühle auszudrücken. „Da kam der Punkt, an dem ich einfach vor Freude weinen musste“, sagt die Oberin von der Liturgie, „so große Freude war in mir, die Gefühle waren so stark, ich war so reich im Heiligen Geist.“ Mutter Christina bemerkte, dass am Morgen, als sie aufwachte, dieses Gebet über ihre Lippen kam: „Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat! Lasst uns fröhlich sein!“
   Die Schwestern erklärten, der Wunsch zum katholischen Glauben kam aus der starken Sehnsucht nach der Ein- heit der Kirche, von der Jesus in den Evangelien spricht.  Die Frauenordination in der anglikanischen Gemeinschaft, die Ordinierung eines homosexuellen Bischofs und auch die laxe Auffassung in der Moral haben sie beunruhigt. Ihr vergeblicher Einsatz für die Orthodoxie in ihrer früheren episkopalen Gemeinschaft hat  bei den Schwestern Ge- fühle der Frustration hinterlassen. Ihr „Zeugnis der Orthodoxie“ sei nicht angenommen worden.
   Unmittelbar vor der Liturgie sagt Schwester Emily Ann Lindsey, dass ihre Mitschwestern zahlreiche Grußworte zur Unterstützung aus dem ganzen Land erhalten haben, nachdem die „Catholic Review“ über ihre bevorste- hende Aufnahme in die katholische Kirche berichtet hatte. „Jetzt fühle ich, dass wir erwartet wurden“, sagt Sr. Emily Ann. „All diese Unterstützung lässt mich erfahren, was der Herr vorhat, für uns zu tun“.
   Mehrere Vertreter verschiedener Konfessionen feierten die Liturgie mit, auch Bischof Donald Parson von der episkopalen Gemeinschaft. In einem schriftlichen Grußwort sagte anglikanische Bischof Eugene T. Sutton von Mary- land, er sei „beeindruckt“ von dem tiefen Gebet der Schwestern und von ihrer klaren Entscheidung. „Ich wünsche ihnen Gottes Segen, wenn ihre Reise sie in die katholische Kirche führt. Trotz meiner Traurigkeit, Abschied nehmen zu müssen, haben wir die gemeinsame Freude, dass wir in der einen geistlichen Familie des Glaubens bleiben – in dem einen Leib Christi“. Schwester Margaret Muraki war durch die feierliche Liturgie sehr bewegt, fühlte aber auch den Schmerz, dass sie ihre bisherige episkopale Gemeinschaft verlassen hatte. Doch sie fügt hinzu: „Ich bin froh, dass ich es getan habe – aber einigen muss ich noch Good-bye sagen.“ Der Priester und ehemalige Rektor der Ordensgemeinschaft erklärte, er wäre in der anglikanischen Gemeinschaft verblieben wegen der starken Hoffnung, sie würde eines Tages die volle Gemeinschaft mit Rom erwirken. Aber in den letzten Jahren erschien dieser Wunsch nicht mehr real möglich zu sein. Nun brachte er seine „tiefe Freude“ zum Ausdruck, in die katholische Kirche aufgenommen zu sein. „Ich wäre nicht hier, wenn mich nicht  Gott durch die Macht des Heiligen Geistes geführt hätte. Ich glaube fest daran: Das hat Gott gemacht!”
   Mitarbeiter der Erzdiözese Baltimore arbeiten jetzt mit Beamten des Vatikans an einer neuen Satzung für den Orden. In Planung ist ein „Institut der Erzdiözese Baltimore“, das dem Bischof direkt unterstellt ist. Die Schwestern übernehmen die liturgische Form der heiligen Messe im lateinischen Ritus – haben aber die Möglichkeit eines Ritus in der anglikanischen Tradition. Mother Christina sagt, dass zehn Priester der Erzdiözese und auch der Weih- bischof Denis J. Madden bereits Erfahrung in der anglikanisch-hochkirchlichen Liturgie haben.  Die Schwestern be- richten von ihrer tiefen Verehrung für Papst Benedikt XVI. Der Papst übe eine Autorität aus, die sie in ihrer Ge- meinschaft nicht gefunden hätten. „Die von Jesus Christus gewollte Einheit der Kirche kann man finden in der katholischen Kirche unter der Leitung des Papstes“, davon sind die Schwestern überzeugt.
   Die Ordensmeinschaft der “All Saints’s Sisters oft the Poor (ASSP) wurde 1851 in London gegründet. Nach Baltimore kamen sie 1872. In all den Jahren sahen sie ihre Aufgabe in Hilfe und Beratung für Kranke und Sterbende, sie eröffneten ein Hospiz und pflegen Aidskranke.  In ihrem Ordenshaus in Baltimore bieten sie religiö- se Einkehrtage an und unterhalten ein Design-Studio für religiöse Kunstkarten. CatholicReview090922GPMatysekJr. 

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Erster Bischof für übergetretene Anglikaner ernannt Foto: Der Papst Ende April mit Anglikanern und Katholiken
   Papst Franziskus hat den ersten Bischof für die katholischen Ex-Anglikaner in den Vereinigten Staaten ernannt. Es handelt sich um den 50-jährigen Steven Joseph Lopes. Er war bisher Mitarbeiter der Glaubenskongregation. Wie der Vatikan am Dienstag mitteilte, wird Lopes das Personalordinariat „The Chair of Saint Peter“ leiten. Der Sitz ist in Houston, Texas. Dieser einer Diözese ähnliche Kirchenbezirk war im Januar 2012 vom damaligen Papst Benedikt XVI. für jene Anglikaner errichtet worden, die zum Katholizismus übergetreten waren und eine Reihe ihrer Traditionen insbesondere in der Liturgie beibehalten können.   Nach  Vatikan-Angaben  zählt  das  Ordinariat  rund 6.000 Gläubige, die in 25 Pastoralzentren von 40 Priestern betreut werden. Rv151124mg

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Erster bischof des Personalordinariates: Msgr. Steven Lopes
   Der amerikanische Zweig des anglo-katholischen Personalordinarites hat seinen ersten Bischof bekommen. Nach Konsultation mit dem leitenden Rat des Personalordinariates “vom Stuhl des Heiligen Petrus” ernannte Papst Franziskus Msgr. Steven Lopes zum ersten Bischof der katholischen Anglikaner, die in voller Gemeinschaft mit der römisch-katholilschen Kirche stehen.
   Gleichzeitig mit der Ernennung des 40jährigen Msgr. Lopes zum Bischof beendete Msgr. Jeffrey Steenson, 63, die Leitung des Personalordinariates, die er bei der Gründung des Ordinariates von Papst Benedikt XVI. Am 01. Januar 2012 übernommen hatte. “Das ist ein gutes Ende meiner sorgfältigen Beratung mit der römischen Glaubenskongregation, die ich seit einem Jahr geführt habe”, sagt Msgr. Steenson. “Ich begrüße diese Entscheidung von ganzem Herzen, denn das Ordinariat ist inzwischen soweit vorangekommen, dass ein Bischof die Leitung notwendig wird für das Leben und die Mission unserer Gemeinden in den USA, und Kanada mit der Zebntrale in Houston, Texas.”
   Msgr. Steenson war nicht in der Lage Bischof zu werden, weil er verheiratet ist. 28 Jahre  diente er in der Kirche von England und der Episcopalen Kirche in den USA. 2007 erer mit seiner Frau in die katholische Kirche übergetreten. Zwei Jahre danach wurde er zum katholischen Priester geweiht.
   Der designierte Bischof Lopes, erhielt 2001 die Priesterweihe in der Erzdiözese von San Francisco und arbeitete seit 2005 in der römischen Glaubenskongregation. 2012 wurde er zum Sekretär der vatikanischen Kommission für die “Anglilkanischen Traditionen”, die für die Entwicklung des Gottesdienstes – dem neuen Missale – zum Gebrauch der Personalordinariate verantwortlich war. Das Messbuch verbindet Elemente der katholischen und anglikanischen Tradition.
Der zum Bischof ernannte Msgr. Lopes ist nicht in der anglikanischen Tradition aufgewachsen. Msgr. Steenson sagte er hätte mit ehemaligen Anglikanern sehr eng zusammengearbeitet und auch an der Errichtung des Ordinariates war er beteiligt. Keiner kennt besser die Personalakten der Anglikaner, die zur katholischen Kirche übergetreten sind. Das gilt auch für die Geschichte und für die Neugründung von Personalordinariaten für Anglikaner, die in die volle Communio mit der römisch-katholischen Kirche stehen, die in der Liturgie Elemente des anglikanischen Erbes beibehalten haben.
   Der designierte Bischof Lpes wurde am 22. April 1975 in Fremont in Kalifornien geboren. Er studierte Philosophie und Theologie an der Universität von San Francisco, der Universität Innsbruck, dem St .Patrick-Seminar in Menlo Park, Kalifornien und in Rom am Nordamerika Kolleg. An der Gregoriana in Rom wurde promoviert.  CH151115-

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Kardinal Nichols hofft, dass das anglikanisch-katholische Personalordinariat blühen wird und sieht darin eine Erfüllung der Vision von Papst Benedikt XVI.

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Die Leiter der anglikanisch-katholischen Persoalordinariate der USA und Australien werden England besuchen.
Msgr. Jeffery Steenson und Msgr. Harry Entwistle warden Msgr. Keith Newton  Foto in London treffen.

Bischof David Robarts, Melbourne      Ök-anglEpDavidRobarts-x

  Der anglikanische Bischof David Robarts will zusammen mit 200 weiteren Personen zur katholischen Kirche über- treten. Das berichtet die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Die Gläubigen fühlten sich nicht mehr als Teil der anglikanischen Gemeinschaft, weil sie sich dort in Fragen der Sexualmoral und der Ordination von Frauen nicht mehr repräsentiert sähen, zitiert der „Osservatore“ den Bischof. Die Konstitution des Papstes zu den Anglikanern sei von diesen „Anglo-Katholiken“, wie sie die Vatikanzeitung nennt, mit großer Freude aufgenommen worden.
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   Die Gemeinschaft der Anglikaner mit Namen Foward in Faith, die ihren Hauptsitz in Australien hat, bat jetzt um die Aufnahme in die katholische Kirche. Nach der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution Anglicanorum Coetibus vom 4. November 2009 könnte es die erste Gruppe sein, die als Kollektiv in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche aufgenommen wird. Dies gab der anglikanische Bischof David Robarts OAM in der austra- lischen Zeitung „The Daily Telegraph" bekannt.  „Ich liebe mein anglikanisches Erbe und werde es durch diesen Schritt nicht verlieren", versicherte der Bischof.
   Die Gemeinschaft „Foward in Faith", die ebenfalls in Großbritannien und den Vereinigten Staaten vertreten ist, hatte sich in den letzten Jahren darum bemüht, der anglikanischen Tradition treu zu bleiben. Die Mitglieder konn- ten aber nicht umhin, mehrere Änderungen in der anglikanischen Kirchenpraxis abzulehnen, darunter die Aus- übung des priesterlichen und bischöflichen Amtes durch Frauen und die Anerkennung von einigen anglikanischen Priestern, Bischöfen und Führungskräften, die sich offen zu ihrer aktiven homosexuellen Orientierung bekennen. Man habe das Gefühl "nicht mehr erwünscht zu sein", so ein Sprecher von Foward in Faith,  unsere Gewissens- entscheidung wurde nicht respektiert", erklärte der Bischof. Deshalb würden er und seine Gläubigen nun diesen anderen Weg fortsetzen, „weil uns die Türen in der anglikanischen Kirche von Australien für längere Zeit ge- schlossen wurden".  Bei einem Treffen stimmten knapp 200 Mitglieder einstimmig für die volle und sichtbare Rück- kehr zur Gemeinschaft mit der katholischen Kirche.
   Mit der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution „Anglicanorum Coetibus" hatte Papst Benedikt XVI. eine neue kanonische Struktur eingeführt, die ehemaligen anglikanischen Gläubigen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche ermöglicht bei gleichzeitiger Bewahrung von Grundbestandteilen des anglikanischen liturgi- schen und geistlichen Erbes.
   Die Form der Personalodinariate, kanonische Form der Amtsausübung, die nicht auf ein Gebiet begrenzt ist, er- innert an die Form der Personalprälatur (zur Zeit ist das Opus Dei die einzige Einrichtung der katholischen Kirche, die den Status einer Personalprälatur besitzt) oder an die Militärordinariate (besondere Kirchenbezirke, die nach eigenen, vom Apostolischen Stuhl erlassenen Statuten geleitet werden, in dem der Bischof die kirchliche Autorität für die katholischen Soldaten oder Militärangehörigen und ihre Familien darstellt, unabhängig davon ihrem Aufenthaltsort).
   Laut Bischof Robarts hätten die Mitglieder dieser Gemeinde unter der Leitung von Monsignore Peter Elliott, Weih- bischof von Melbourne, und der Anleitung des Heiligen Stuhls bereits mit den Arbeitsgruppen begonnen, um das erste anglikanische Ordinariat einzurichten, das als Vorbild für die anglikanischen Ordinariate dienen könnte, die zu einem späteren Zeitpunkt in anderen Teilen der Welt sich bilden könnten.
   Im Interview mit „The Daily Telegraph" sagte Bischof David Robarts, dass der Schritt, den die Gemeinschaft Foward in Faith anstrebe, nicht einer „Veränderungen der Möbel" gleichkomme. "Wir sagen nur, dass wir treu zu dem gewesen sind, was die Anglikaner immer geglaubt haben, und wir wollen nichts von dem ändern. Jedoch sind wir als Außenseiter behandelt worden durch diejenigen, die einige ‚Erneuerungen' einführen wollen". Robarts schloss mit den Worten „Wir brauchen Bischöfe, die das glauben, was wir glauben". net100219
  Die anglikanische Gruppe TAC in den Vereinigten Staaten will die Einheit mit Rom. Das bekräftigte die Gruppe nun offiziell. Die Traditional Anglican Communion bittet darum, auf ihre Gemeinschaft die Normen der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus anzuwenden. Damit wolle sie in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückkehren. Die TAC entstand 1991 in den USA und hat heute Mitgliedskirchen in zwölf Ländern. Die Gruppe zählt nach eigenen Angaben insgesamt 400.000 Mitglieder. rv100305zenit
   Kardinal William Joseph Levada begrüßt den möglichen Eintritt von Anglikanern in die katholische Kirche. „Die Klänge harmonieren wie in einer Sinfonie“, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation bei einem Besuch im Newman Center der Queens Universität in Kingston (Kanada). Die Anglican Church in America ACA mit ihren 100 Pfarreien und 5.200 Gläubigen sucht die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Die Bischöfe der ACA hätten sich bei ihrer jüngsten Versammlung in Orlando für einen kollektiven Übertritt nach Maßgabe des päpstlichen Dekrets Anglicanorum coetibus ausgesprochen, meldet die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“. rv100311OR
   Die ACA mit ihren - nach eigenen Angaben - gut 5.200 Mitgliedern ist eine von der US-Episkopalkirche unab- hängige anglikanische Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten. Sie hatte sich 1991 von der Episkopalkirche gelöst, weil sie die Priesterweihe für Frauen, die Bischofsweihe von Homosexuellen und bestimmte ökumenische Initiativen ablehnt. Die ACA ist kein Mitglied der Anglikanischen Weltgemeinschaft; stattdessen gehört sie einer Gruppierung namens Traditionelle Anglikanische Gemeinschaft TAC an. RVor100316kna
 
Die Anglican Catholic Church of Canada sucht mit insgesamt rund 40 Pfarreien die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Die drei Bischöfe der zur Traditionellen Anglikanischen Gemeinschaft TAC gehörenden Kirche hätten sich für einen kollektiven Übertritt nach Maßgabe des päpstlichen Dekrets Anglicanorum coetibus aus- gesprochen. So heißt es in einem in Ottawa veröffentlichten Schreiben an den Präfekten der Glaubenskon- gregation, Kardinal William Joseph Levada. Bereits vorher war bekannt geworden, dass die ebenfalls zur TAC ge- hörende Anglican Church in America (ACA) mit ihren 100 Pfarreien und 5.200 Gläubigen den gleichen Schritt voll- ziehen will. – Die Mitgliedskirchen der TAC gehören zum konservativen Flügel der anglikanischen Geemeinschaft. Sie lehnen beispielsweise die Frauenordination ab. rv100320kipa

Dies sind die Anlaufstellen ab 01. Januar 2012 in Nordamerika:

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ZweiteAnglikanische (episkopale) Gemeinde wird katholisch
   In den USA wird nach dem Übertritt der Calvarien-Berg-Kirche in Baltimore nun auch die gesamte anglikanische(episkopale) Gemeinde St. Luke in Bladensburg/Washington DC der katholischen Kirche beitreten. Das berichtet die Tageszeitung „Washington Post“. Die Priester und die Gläubigen von St. Luke in Bladensburg sähen sich ab sofort als römisch-katholisch an, heißt es in einer Entschließung der Gemeinde. Bladensburg ist eine vorwiegend afro-amerikanisch geprägte Gemeinde im Bundesstaat Maryland und praktisch ein Vorort von Washington DC. Die Gemeinde, deren Gläubige überwiegend Einwanderer aus Afrika und der Karibik sind, will laut Bericht ihre anglika- nische Liturgie und auch ihren Pastor, den verheirateten Reverend Mark Lewis, behalten. Als Begründung für den Übertritt zur katholischen Kirche gaben Gemeindemitglieder an, man suche klare geistliche Leitlinien und eine „für- sorgliche Autorität“, wie sie Papst Benedikt XVI. verkörpere.  In der anglikanischen Kirche sage ein Bischof das eine, ein anderer etwas Gegenteiliges. DT110611kna

wa-BaltimoreMtCalvaryCh-xx

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Früherer anglikanischer Pfarrer bereitet sich auf die Priesterweihe vor

Foto: Die Reise nach Hause – Msgr. Jeffrey Steenson, der am 01. Januar 2012 ernannte Leiter des US- Personalordinariat „of the Chair of Saint Peter“ spendet das Sakrament der Firmung einem Mitglieder der Kalvarienberg-Kirche in Baltimore Foto während der heiligen Messe in der früheren anglikanischen Kirche.

   42 ehemals anglikanische Geistliche aus US-Amerika haben jetzt offiziell mit ihrem Studium begonnen, um ich auf die katholische Priesterweihe vorzubereiten. Es war beides: ein lang erwarteter Meilenstein und zugleich der An- fang einer neuen Reise als sie sich in der Erzdiözese Galveston-Houston zum ersten Informations-Wochenende im Januar 1012 im Priesterseminar St.Marien und in der Kirche Unserer Lieben Frau von Walsingham, Housten, Texas versammelten. Mitgekommen waren die Ehefrauen der katholischen Kleriker, zusammen waren sie 76 Teilnehmer.
   Mehr als 100 ehemals anglikanische Geistliche haben sich inzwischen beworben, Priester im US Personal-Ordi- nariat „of the chair of Saint Peter“ zu werden. 42 wurden bisher angenommen und haben nun mit dem Vorbe- reitungsprogramm begonnen. 
   Nach der Anmeldung werden die Bewerber einer vierfachen Probe unterzogen : polizeiliches Führungszeugnis, psychologische Untersuchung, Empfehlung des katholischen Ortsbischofs und – wenn möglich – eine Empfehlung der anglikanischen Gemeinschaft.

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   Das Personalordinariat hat sein US-Zentrum in Houston, ist vergleichbar mit einer Diözese, jedoch auf nationaler Ebene. Es ist das erste US-amerikanische Ordinariat, das in 2012 vom Vatikan für die neuen Gemeinden gegründet wurde, in denen ehemalige Anglikaner in die katholische Kirche eintreten, unter Beibehaltung ihres anglikanischen Erbes und ihrer Tradition. Unsere Liebe Frau von Walsingham dient als Hauptkirche Foto. Das Prieterseminar ist der Ort für die neun Monate dauernden Werkwochen.
   Im Februar 2012 fand die Gründungsmesse des Ordinariats statt, während dieser Feier wurde der jetzt katholische Geistliche Jeffrey Steenson vom Papst zum Ordinariatsleiter ernannt mit dem Ehrentitel „Monsignore“. Während des Eröffnungstages übernahmen die neuen Seminaristen die Rolle als Gastgeber. „Ich denke, sie verstehen, wie bedeutend dieser Tag ist – und sie waren wunderbar“, sagt Msgr. Steenson. „Sie sind mit großem Einsatz dabei – sie wissen: es ist ein historischer Augenblick.“
   Er würdigte die „außerordentlichen Anstrengungen und die Hilfe, Zeit und Hilfsmittel“ der Erzdiözese. Daniel Kardinal DiNardo gab uns „genau das, was Papst Benedikt für uns erhofft hatte – die feste Bindung zwischen der Ortsdiözese und dem neuen Ordinariat“.
   Die Themen in der ersten Informationswoche umfassen: “Leben und Arbeit des katholischen Priesters”, “Papst Benedikts Vision von den anglikanischen Ordinariaten”, und die „Grundsatzrede und Diskussion mit Marcus Grodi vom Jouney Home Programme des Eternal Word Television Network.“ Weitere Werkwochen sind im Frühling vorgesehen über Themen wie „das Petrus-Amt und die katholische Lehre von der Kirche”, Katechese und Ver- waltung der katholischen Tradition” und  “der katholische Zugang zur Heiligen Schrift”.
  Es wird Werkwochen geben über die Ehe, die Taufe (Initiation), Krankensalbung, das Sakrament der Ver- söhnung und über den Kultus der katholischen Kirche -  von priesterlichen Umgangsformen und kirchlicher Entwicklung. Die Fortbildung wird abgeschlossen mit einer individuellen Prüfung.
   „Darauf haben wir seit 2009 gewartet, und nun im Jahr 2012 reden wir nicht mehr davon, sondern erleben es“, meint Randy Sly von Potomac Falls, Virginia zu den Werkwochen. Wir staunen, wenn wir uns hier umschauen und erkennen, dass wir alle in dieser besonderen Zeit zusammengeführt wurden durch den Herrn.“
    Der Kursteilnehmer Charles Hough von Grnbury, Texas, stimmt dem zu. „Ich war 30 Jahre Episcopal- Priester. Viele von uns haben zusammen begonnen und auch zusammen die Arbeit in der Episcopal Church beendet. Und jetzt machen wir gemeinsam den Weg in die volle Gemeinschaft mit der Kirche“, sagt er. „Es ist für uns eine wunderbare Zeit. Wir haben daran hart gearbeitet. Jetzt erleben wir den Höhepunkt unserer langen Reise. Aber es beginnt eine neue Ära für uns alle: Wir sind in der Einheit mit Petrus.“
   Sly und seine Ehefrau Sandy sind schon seit 2006 katholisch. Sandy erkennt in der „Neuheit“ des Treffens mit den anderen Ehefrauen ganz sicher eine tiefe gemeinsame Verbindung. „Es ist wundervoll, andere Frauen zu treffen, die auch auf diesem Weg sind und klar sehen, wie sie ihr Leben hingeben für den Herrn, in gleicher Weise wie unsere Ehemänner“, sagt sie. Wir möchten unseren Ehemännern die beste Unterstützung geben in allem, was wir in unserem Dienst tun können. Tag für Tag machen wir es.”
   Der frühere anglikanische Geistliche Marc Lewis war “überwältigt” und sichtlich bewegt, als er sich im Raum umsah, erfüllt von anderen, die den langen Weg mit ihm gegangen sind. Nun ist Lewis Leiter der St. Lukas katho- lischen Ordinariats-Gemeinde in Bladensburg, Maryland.  Foto im vorhergehenden Artikel. Diese Gemeinde wurde bereits im Oktober 2011 in die katholische Kirche aufgenommen. Lewis sagt, ein Gefühl der Zufriedenheit und der Begeisterung erfüllte ihn während der Vesper in der Marienkapelle des Priesterseminars. „Ich habe nachgedacht, als ich im Seminar war, und darüber, dass wir dieselbe Liturgie feiern“, sagt er, „und dachte nur ‚ich bin zu Haus. Ich bin wirklich zu Haus‘.“ CT120226JonahDycus

   Das am 01. Januar 2012 neu errichtetes anglo-katholisches Ordinariat hat jetzt seinen ersten Priester erhalten, viele weitere stehen in der Vorbereitung auf die Prieterweihe. Der frühere anglikanische Priester Eric Bergman wurde für die katholische Diözese Scranton, Pennsylvania im Jahr 2007 zum Priester geweiht und jetzt dem Perosnalordinariat “The chair of St. Peter” in Houston incardiniert. Etwa 60 ehemals anglikanische Priester stehen nach ihrem Eintritt in die katholische Kirche in der Vorbereitung auf die Priesterweihe. Die Weihe von 30 Priestern steht in den kommenden Wochen an. CT12052011

Zwei ehemalige anglikanische Gemeinschaften aus Südkalifornien sind in die volle Einheit mit der katholi- schen Kirche eingetreten. Wie die Nachrichtenagentur CNS berichtet, sind die Gemeinschaften des Heiligen Augustinus von Canterbury und diejenige des Seligen John Henry Newman offiziell am 3. Juli in das neue Personal- ordinariat Kathedra Petri aufgenommen worden.  RV120710cns

Dem Ordinariat of the Chair of St Peter sind im Jahr 2012  30 Priester, die besondere Einführungskurse erhalten haben und 1.600 Anglikaner (in 36 Gemeinden in den USA und Kanada) beigetreten. CT130217

Das dritte Personal-Ordinariat für übertrittswillige Anglikaner wird im jetzt in Australien erwartet.
Das vierte Ordinariat für Canada ist in Planung.

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    Erzbischof John Hepworth Foto, Primas der traditionsbewahrenden anglikanischen Gemeinschaft sagte auf der Queensland-Synode (Australien): „Wir TAC sind zu schnell gewachsen. Was wir getan haben, war von Gott ge- plant. Unser großes Problem besteht darin, dass wir nicht die Infrastruktur und die finanziellen Resourcen haben, um den Bitten nach neuen Kirchen und Missionen weltweit gerecht zu werden. Wir machen die Erfahrung, dass Gott wächst in seinem gläubigen Volk in einem anglikanisch-katholischen Weg. Wenn wir dies entworfen hätten, wäre unser Unternehmen sehr viel leichter zu meistern gewesen, was wir aber getan haben, war von Gott ge- plant.
   Jetzt ist die Stunde da, inniger zu beten. Es gibt ernstliche Gespräche. Wir suchen nicht die Einheit mit dem Heiligen Stuhls, weil die Kirche so schön ist, noch durch unser eigenes Erleben, sondern weil es richtig ist. Wir sind eine Kirche, die die Einheit der allgemeinen Kirche sucht;  in diesem Prozess der Wandlung lernen wir, was es heißt, katholisch zu sein. Natürlich gibt es Zerrbilder und Unfolgsamkeit, daher ist es notwendig, auf dem Weg intensiv zuzuhören und zu erfragen, was die Kirche lehrt. Wir haben etwas Besonderes getan – und das hat uns verändert.“
   Erzbischof Hepworth sagte weiter: „Die Heftigkeit der Verfolgung, die unrechtmäßige Anwendung des Kirchen- rechts bestehen weiter in der anglikanischen Gemeinschaft. Vieles von dem, was wir in Australien tun, hat sich verändert seit der Einführung von Bischöfinnen; Katholiken können das nicht nachvollziehen. “Die Queensland Synode traf sich in der anglikanisch-katholischen Hochschule St. Stephen, Coomera, Queensland.
  Der anglikanische Erzbischof Hepworth schreibt in The Messenger Journal: “Da wir uns den Status einer Gemein- schaft gegeben haben, die in aller Form die ‘volle eucharistische Gemeinschaft’ mit dem Bischof von Rom erbeten haben, geziemt es sich, dass wir mit vollem Herzen die Einladung von Papst Benedikt XVI. annehmen, dieses Jahr zum „Jahr für die Priester zu erklären. Besondere Festgottesdienste werde ich für unsere Priester – sowohl auf nationaler Ebene (zusammen mit der National-Synode) wie auch für unsere Priester in den Regionen unserer Diözesen feiern. Dies ist die Zeit für unsere Laien, ihr Verständnis und ihre Wertschätzung des Priestertums zu vertiefen. Ich muss ihnen nicht sagen, dass zur Zeit das Priestertum eine der am meisten missverstandenen Sachen im globalen Anglikanismus sind.”
   Die TAC war eine jener Gemeinschaften, von denen das Ersuchen um "korporative" Vereinigung an den Heiligen Stuhl herangetragen wurde (andere Ansuchen kamen von episkopalen-anglikanischen Diözesen aus den USA). Die Synode des britischen Zweigs der TAC hat bereits Bischof Robert Mercer als Ordinarius für ein anglikanisch-katho- lisches "Personalordinariat" in Großbritannien vorgeschlagen. Aber auch "echte" Anglikaner haben bereits zu er- kennen gegeben, dass sie katholisch werden wollen. So sagte der anglikanische Priester und Kinderbuchautor Graham P. Taylor im "Observer", dass er zur katholischen Kirche übertreten wolle. Wie viele andere Anglikaner habe er das Gefühl, das "sinkende Schiff" verlassen zu müssen, wurde der bekannte Autor in der Sonntagszeitung zitiert. Die Kirche, die er einst geliebt habe, sei zum "spirituellen Arm der Labour Party" geworden. Basis und Kir- chenführung hätten sich auseinandergelebt, hatte Taylor zuvor in einem Gastbeitrag für die nordenglische Regio- nalzeitung "Yorkshire Post" erklärt. Darin kritisierte er den anglikanischen Primas, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury. Bei seinem Versuch, die Kirche zusammenzuhalten, habe Williams die Probleme überspielt, statt eine Trennung von Staat und Kirche in England und eine klare Spaltung innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft zuzulassen. Er selbst bekenne sich zur katholischen Kirche, weil diese "eine klare Identität und eine Richtung" habe,so Taylor. RV091108kap

Fellowship of Confessing Anglicans, FCA
   Die „Gemeinschaft bekennender Anglikaner“  hat die neuen vatikanischen Normen für übertrittswillige Anglikaner begrüßt. Das Angebot sei großzügig und speise sich aus jenen „Verpflichtungen auf den historischen apostolischen Glauben, die Morallehre und globale Mission“, wie sie die FCA bei ihrer Gründung 2008 formuliert habe. Man sei dem Papst sehr dankbar; allerdings sei es für die Mitglieder der FCA „jetzt nicht die Zeit, die anglikanische Welt- gemeinschaft zu verlassen“. Die Organisation bedauerte, dass die inneranglikanische Krise eine solche Geste des Papstes notwendig gemacht habe. Das Versagen der Anglikaner in den USA und Kanada bei der Erfüllung der göttlichen Weisungen bringe „Schande“ über den Namen Christi. Die FCA entstand nach dem Streit innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft um homosexuelle Geistliche und Frauen im Bischofsamt. Rv091112kap

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Das neue Personal-Ordinariat in Australien
wird Heimat für ehemalige Anglikaner, die zur katholischen Kirche kommen.

   Das Ordinariat Unserer Lieben Frau vom Kreuz des Südens, unter dem Schutz des Heiligen Augustinus von Canterbury wurde am 15. Juni 2012 vom Vatikan eröffnet. Die Heilig Kreuz Kirche in Melbourne ist die erste Kirche, die dem Ordinariat überlassen wird. Weihbischof Peter Elliot Foto in Melbourne, der von der australischen Bischofs- konferenz und der vatikanischen Glaubenskongregation für dieses Projekt delegiert ist, sagt: „Es gibt eine groß- artige Bereitschaft der australischen Katholiken, diese neuen Mitglieder der Kirche willkommen zu heißen. Der Weg war nicht leicht für sie; wir dürfen jetzt nicht überheblich sein und müssen die Gefühle auch der Anglikaner verste- hen, die diesen Weg nicht mitgehen mögen.“
   Der Weihbischof sagt weiter: „Ich möchte unsere katholischen Christen einladen, sich weit zu öffnen und diese Männer und Frauen, die die Einheit wählen, herzlich zu begrüßen.“
     Kevin Parsons, 85, und seine Frau Judith, sind der anglo-katholischen Kirche beigetreten. Sie sind Mitglieder der kleinen Gemeinde im Vorort North Turramurra und haben nach der Einladung von Papst Benedikt XVI.  im Jahre 2009 sich dazu entschlossen. Mr. Parson sagt, er sei unzufrieden mit der „überhand nehmenden evangelikalen Struktur“ der anglikanischen Diözese Sydney, auch manche Veränderungen der Kirche, besonders auch die Frau- enordination. Die anglikanische Gemeinschaft hat nach seiner Meinung viel von ihren Grundlagen verloren, auf denen sie errichtet war. „Der entscheidende Punkt jedoch war die Gründung des Personalordinariats, die den ehe- maligen Anglikanern erlaubt, wesentliche Teile ihrer eigenen liturgischen Tradition zu bewahren. Ich bin immer anglikanisch-katholisch gewesen, so weit ich zurückdenken kann, und immer habe ich gedacht und auch viele meiner Freunde, dass früher oder später Anglo-Katholiken und Römische Katholiken würden zu einer Vereinbarung zu kommen und zu einer Art von Union. Es ist ein „nach-Hause-kommen“ und die Morgenröte eines neuen Zeital- ters“ für Anglikanische Katholiken, sagt er.“
    Reverend Warren Wade, 78, wurde vor 50 Jahren zum anglikanischen Priester ordiniert, wird wenigstens 15-20 Mitglieder der North Turramurra Gemeinde dem anglo-katholischen Ordinariat beitreten, sobald sie Unterricht erhalten haben. Er sagt, manche Anglikaner hätten „lange für die Einheit gebetet“ und nun „sind ihre Gebete erhört“.
   Der frühere anglikanische Bischof von Richborough und jetzige Leiter des britischen Ordinariats Prälat Keith Newton sagte: „Dies ist eine große Nachricht für die Kirche in Australien für die  Christen aus der anglikanischen Tradition, die jetzt erreichen, was sie suchen: die volle, sichtbare Einheit mit dem Apostolischen Stuhl, unter Bewahrung wesentlicher Elemente der anglikanischen Tradition. Schon jetzt besteht eine enge Bindung zwischen englischen und dem nordamerikanischen Ordinariat of the Chair of St. Peter. Ich habe die Hoffnung, dass ähnlich feste Verbindungen demnächst auch mit australischen Ordinariat bestehen werden.“

   Der Heilige Stuhl hat ein weiteres Personalordinariat für anglikanische Gläubige errichtet, die unter Beibehaltung ihrer Tradition zur katholischen Kirche übertreten wollen. Es handelt sich um eine Einrichtung auf dem Gebiet der Bischofskonferenz Australiens. Erster Ordinarius wird Harry Entwistle, ein früherer anglikanischer Bischof, der am Tag seiner Ernennung durch den Vatikan in der Kathedrale von Perth die katholische Priesterweihe empfing. Entwistle ist 72 Jahre alt, gebürtiger Brite und arbeitete überwiegend in der Gefangenenseelsorge. Er gehörte in Australien seit 2006 der „Traditional Anglican Communion“ an. Das neue Personalordinariat ist das bisher dritte, nach den beiden Einrichtungen in Großbritannien und den USA. Papst Benedikt hatte mit seiner apostolischen Konstitution „Anglicanorum coetibus“ 2009 den Übertritt anglikanischer Gläubiger in die katholische Kirche erleichtert und rechtlich geregelt. Rv120615

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   Pfarrer Harry Entwistle Foto kann seinen Übertritt von der anglikanischen Gemneinschaft zur katholischen Kirche nicht anders erklären als mit dem “schelmischen Humor des Heiligen Geistes“, scheibt die Catholic Weekly. Als Gründungsmitglied des Personal Ordinariates Unserer Lieben Frau vom Kreuz des Südens - für ehemalige Angli- kaner. Er sagt, das sei „eine überwältigende Verantwortung, weil ich das Fundament für das Ordinariat lege, damit es wachse und blühe und ein Werkzeug der Evangelisierung für die Kirche.
   Neben den juristischen Rahmenbedingungen für die Errichtung des Ordinariates bekommen wir großzügige Hilfe von der Katholischen Bischofskonferenz um das Werk in Gang zu bringen. Das bedeutet: Wir beginnen mit weni- gen Priestern, um die Botschaft zu verbreiten, dass wir existieren.
   Obgleich wir als Körperschaft öffentlichen Rechts errichtet sind, bedeutet das nicht, dass jeder uns kennt. Wir drängen die katholischen Bischöfe, die Nachricht der Neugründung zu verbreiten. Es wird ein langsames Wachs- tum sein, zunächst sind die Gruppen der ehemaligen Anglikaner zu formen. Es sind jetzt Gruppen in Melbourne, eine gute Entwicklung sehen wir in Süd-Australien, eine weitere Gruppe existiert in Sydney. Es geht heute darum, dass das Ordinariat existiert, dann können andere Menschen kommen und sich erkundigen, was das bedeutet und ob sie sich anschließen können.“
   Harry Entwistle wurde in England  1964 von anglikanischen Weltgemeinschaft ordiniert, er wanderte 1988 nach Australien aus und trat 2006 der TAC, der Traditionellen Anglikanischen Communion, bei. Als Vater von zwei Kin- dern ist der 72 Jahre alte Entwistle einen „wunderbaren Weg gegangen, bis er endlich vom Erzbischof von Perth, Tim Costelloe, im Mariendom zu Perth am 15. Juni 2012 die katholische Priesterweihe erhielt. Father Harry beschreibt seine Weihe als eine “liebenswerte Erfahrung” und als „etwas, von dem ich niemals dachte, es würde geschehen“. Ich wuchs als junger Mann in Lancashire, England, auf, in einer ziemlich sektenhaften Gegend, wo es eine strenge Teilung zwischen Katholiken und Nichtkatholiken gab“, sagt der neue Leiter des anglo-katholischen Ordinariates für Australien. InternetOrdinariatAU120627

Letzte Meldung: Eine anglikanische Gemeinde auf den Philippinen will dem australischen Ordinariat beitreten.

   Der Sekretär der australischen Bischofskonferenz Father Brian Lucas erwartet, dass im Juni etwa 500 Anglikaner zur katholischen Kirche konvertieren, darunter einige von der Traditional Anglican Communion TAC. Es steht zu erwarten, im Rahmen des Personalordinariats Unserer Lieben Frau vom Kreuz des Südens zwei Pfarreien in Melbourne, zwei in Sydney, eine in Brisbane und eine in Perth für die ehemaligen Anglikaner errichtet werden.

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Wege des Glaubens führen nach Rom - Joanna Bogle “Catholic Times” -  trifft Father Peter Edwards in New Maiden

  Als Papst Johannes Paul II. im Jahre 1989 Zambia besuchte, nahm er an einem ökumenischen Gottesdienst in der anglikanischen Heilig-Kreuz-Kathedrale in der Hauptstadt Lusaka teil. Beim Eintritt in die Kathedrale wurde ihm vom Dekan traditionsgemäß ein Kreuz gereicht, das er ehrfürchtig küsste. Das aus zambischen Kupfer geschla- gene Kreuz gehörte dem Dekan persönlich, für den es jetzt eine besondere Bedeutung erhielt. Nun hängt dieses Kruzifix in einem katholischen Pfarrhaus in einem Vorort von London. Der Dekan der Kathedrale von Lusaka wurde katholischer Priester und ist jetzt Pfarrer von Sankt Joseph in New Maiden, Surrey.
  Peter Edwards wuchs auf in Kingston-on-Thames. Dort gehörte er zur (anglikanischen) St.-Lukas-Gemeinde. Er übernahm dort Küsterdienste und wurde Leiter einer Jugendgruppe. Schon seit dem siebten Lebensjahr hatte er den Wunsch, Priester zu werden – und hat diese Berufung bis heute nicht in Frage gestellt. “Dass ich damals zur anglikanischen Kirche ging, war eher Zufall”, sagt er heute. “Meine Mutter hatte dafür gesorgt, dass ich getauft wurde und wollte mich zur Sonntagskatechese schicken. Wir machten uns auf den Weg und gingen nacht rechts – aber wir hätten ebenso gut links abbiegen können, dann wäre ich ein kleiner Baptist geworden!”
   Nach Beendigung seiner Schulzeit ging er nach Alton Abbey und meldete sich bei den (anglikanischen) Bene- diktinern an. Zwei Jahre blieb er dort als Postulant und Novize. Dann entschied er sich doch lieber für den Dienst in der Pfarrseelsorge, bewahrte aber seine strenge benediktinische Spiritualität. Er ging nach Oxford und studierte im St. Stephen's House anglikanische Theologie. Als Vicar wirkte er seit 1975 in der Gemeinde St. Peter und Paul, Teddington, Middlesex, wo er mit der gründlichen Renovierung der Kirche betraut wurde. Dort wurde er auch Stu- dentenseelsorger an der Hochschule St. Mary, Strawberry Hill. Eines Tages bat ihn sein Bischof, ob er nicht als Geistlicher an die Heilig-Kreuz-Kathedrale nach Lusaka gehen wolle. Dabei unterstütze ihn Dr. Graham Leonard von der Londoner Diözese, der heute ebenfalls katholischer Priester und Monsignore ist. “Eigentlich wollte ich nicht gehen”, sagt er heute, “ich vertrage heißes Wetter nicht gut und ich mag auch nicht kribbelnde eklige Insekten! Ich hatte viele Gründe, nicht zu gehen. Aber als die Frage ‘wollen Sie gehen’ sich änderte in ‘warum wollen Sie nicht gehen?’, fühlte ich mich im Gewissen zur Zustimmung verpflichtet”
   So stimmte er zu, “ein paar Jahre” nach Afrika zu gehen. Acht Jahre brachte er sich dann in Lusaka ein. Die anglikanische Kirche in Zambia - und in Afrika überhaupt - ist eher konservativ ausgerichtet und “dort war man er- schüttert über Trends, die sich in England abzeichneten”. Die Christen in Lusaka pflegen das besondere Erbe der kirchlichen Hymnen und der Liturgie. Nach vier Jahren wurde er gebeten vier weitere Jahre als Dekan zu bleiben mit dem Ziel, die Kirche zu “afrikanisieren”, das heißt, den englischen Klerus durch zambischen zu ersetzen.
   “Als ich nach England zurückkam, erlebte ich einen Kultur-Schock”, sagt Pfarrer Edwards, “sehr viel hatte sich verändert, und ich musste in meinem eigenen Land viele Dinge neu lernen.” Es gab wachsende Spannungen in der anglikanischen Kirche, die schließlich erfolgreich in die Kampagne mündeten, Priesterinnen zu ordinieren. Viele Mitglieder der anglikanischen Kirche sahen darin eine endgültige Grenzüberschreitung, die uns real von den histo- rischen katholischen Wurzeln trennt. An diesem Punkt wusste der Domkapitular und Pfarrer der anglikanischen Marienkirche in Swanley, Kent, dass er sich der römisch-katholischen Kirche anschließen müsste.
   “Man wird nicht katholisch, weil einem einige Dinge in der anglikanischen Kirche nicht gefallen”, sagt er nach- drücklich, “man wird katholisch, weil man in der katholischen Kirche die Wahrheit und Vollmacht erkennt.” Und mehr als das: “Wenn die Schuppen von den Augen gefallen sind, sieht man deutlich, dass es eine Illusion ist, anzunehmen, es gäbe katholische Priester in der anglikanischen Gemeinschaft – und dann muss man gehen – das ist eine Sache der Ehrlichkeit.”
   Es war eine Zeit von großen Diskussionen, aber auch von Unverständnis der Freunde und Kollegen – Menschen, mit denen man Seite an Seite jahrelang zusammen gearbeitet haben, die einander gern hatten und einander vertrauten. “Besonders gab es Spannungen mit dem älteren Klerus, der sich gegen diesen Trend, gegen die libe- rale Theologie viele Jahre gestemmt hatte. Sie waren oft anderer Meinung als wir jüngeren, die nun weggingen: ihr Standpunkt war: wir sollten bleiben und kämpfen.” Aber Peter Edwards war mit seinen beiden Kaplänen über- zeugt, dass sie den nun gehen müssten und zwar in die katholische Kirche. Etwa dreißig Gemeindemitglieder dachten das auch.
   Sie wurden herzlich aufgenommen. Papst Johannes Paul II. Foto oben rechts hatte den englischen Bischöfen empfohlen, “großzügig zu sein” gegenüber diesen anglikanischen Konvertiten, die den Weg nach Rom in integrer Gewissensentscheidung gegangen sind. Sie wurden als Laien angenommen. Besondere Hilfe wurde denen zuteil, die sich auf die Priesterweihe vorbereiten wollten. Sie studierten zwei Tage in der Woche im Priesterseminar in Wornersh und arbeiteten die übrigen Tage als Pastoralassistenten in verschiedenen katholischen Gemeinden. Bischof John Jukes weihte sie dann zu Diakonen in St. Teresa in Ashford, Kent. Die Priesterweihe empfingen sie durch Erzbischof Michael Bowen 1996 in der St. Georgs-Kathedrale zu Southwark.
   “Für einige von uns war es härter als für andere. So war es z.B. für verheiratete Männer ein Großes Opfer und auch mit Risiken verbunden – der Verlust der Dienstwohnung, das Verlassen eines klaren beruflichen Lebens- weges usw. Aber man darf nicht zurückblicken: wir müssen auf Gott vertrauen. Der einzige Augenblick, in dem man wirklich lebt, ist die Gegenwart. Das ist die einzig existierende Wirklichkeit, dafür kann man Verantwortung übernehmen, das Rechte zu tun und sich darauf zu verlassen, dass Gott dir helfen wird, dieses zu tun.”
   Nach einer Zeit der Einarbeitung als Priester in der Thomaskirche zu Canterbury, als Krankenhaus- und Gefäng- nisseelsorger wurde der Neupriester Peter Edwards zum Pfarrer der Josefskirche in New Maiden ernannt. Als er dort 1998 ankam, stürmten viele Aufgaben auf ihn ein. Die Gemeinderäume bedurften dringend der Renovierung. An mehreren strategischen Stellen waren Eimer und Gefäße aufgestellt, um den Regen aus dem undichten Dach aufzufangen. Pfarrer Edwards unternahm große Anstrengungen, Spenden zu sammeln für das neue Gemeinde- zentrum, das siebzig Gruppen Raum bieten sollte. Innerhalb eines großen Gemeindejubiläums konnte das Gemeindezentrum eröffnet werden. Eine umfangreiche Buchausstellung wurde eingerichtet – Pfarrer Edwards ist Kurator des CTS-Buchversands und Präsident des Verleger-Gremiums – außerdem umfasst das Zentrum Versamm- lungsräume, einen großen Saal und eine gut eingerichtete Pantryküche. An der Außenwand  zur Hauptstraße hängt ein großes Kreuz. Das Gemeindezentrum dieser blühenden Gemeinde ist jeden Tag geöffnet, 40 junge Leute werden in diesem Jahr auf die Firmung vorbereitet und große Gruppen von Kindern haben sich für die Erstkommunion 2008 angemeldet.
  Aber das Zentrum der Gemeinde ist die Kirche, die von früh morgens bis spät abends dem Gebet offensteht. Jeden Donnerstag wird ganztägig zur Anbetung des Heiligsten Sakraments eingeladen, Listen liegen aus, in die sich die Beter eintragen können. 
   2005 unternahm eine Gruppe aus der Gemeinde eine Pilgerreise nach Rom, wo sie ein unerwartetes großes Drama miterleben konnte. Papst Johannes Paul II. war gerade gestorben. Unübersehbare Menschenmengen drängten sich durch die ewige Stadt. Das von uns belegte Hotel wurden von Fernsehteams übernommen und unsere Gruppe fand näher zur Küste Quartier. Dank der guten Ortskenntnisse unseres Fahrers konnten wir über Nebenstraßen und Umgehungen Staus vermeiden und den Petersdom erreichen. Mit Millionen Pilgern gaben wir dem aufgebahrten Heiligen Vater die letzte Ehre. Derselbe Papst, der vom anglikanische Dekan Peter Edwards in seiner Kathedrale in Zambia begrüßt wurde, lag nun vor ihnen und schien Pfarrer Edwards in seiner eigenen Basilika zu Rom willkommen zu heißen – nach einer langen Pilgerfahrt endlich zuhause.   CT071014

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A
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