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China aktuell

  > > > Lesen auch die neuen Nachrichten aus der Kirche in China und China II 

Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Beijing: offen für Dialog mit dem Vatikan?
2. Premiere: Papst-Interview zu China

2. Der Vorschlag von China an den Heiligen Stuhl weckt Hoffnungen auf einen Durchbruch
3. Die Verfolgung der Christen darf in China einfach nicht so weiter gehen

4. Kardinal Zen fordert Aufklärung über Bischöfe in Haft
5. Ein Priester begründet seine Meinung: Wiedervereinigung der Kirche ist wichtiger als diplomatische Beziehung
6. Hongkongs emeritierter Kardinal Joseph Zen Ze-kiun hat kritisiert die China-Politik des Heiligen Stuhles
7. Der Vatikan verurteilt eine Bischofsweihe, die durch staatlichen Druck erreicht wurde
8. Papst Franziskus grüßt China - bei einer Generalaudienz
9. Nationalismus-Trend - Auch Religion muss “chinesisch” sein
10. Zum ersten Mal seit drei Jahren ist wieder ein katholischer Bischof in aller Öffentlichkeit geweiht worden
11. Nachrichtenagentur: Gespräche zwischen Beijing und Vatikan
12. Vatikanische Delegation in Beijing zu Gesprächen
13. Chinesische Regierung entfernen 1700 Kreuze von den Kirchtürmen
14. Bischof Ma Daqin: seit 2012 im Arrest unter Zwangsindoktrination desr Kommunisten
15. Sind diplomatische Beziehungen wieder möglich?
16. Bischof
von Mindong, Vincenzo Huang Shoucheng, Bischof der Untergrundkirche, verstorben;
er wurde 93 Jahre alt, davon verbrachte er 35 Jahre in Gefängnissen, Arbeitslagern und Hausarrest

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Peking zeigt sich offen für Dialog mit dem Vatikan - Gespräche über Lage der Katholiken in China geplant

   Die chinesische Regierung hat positiv auf Gesprächsangebote des Papstes reagiert. Ein Vatikansprecher bestätigte dieser Zeitung am Dienstag, dass es ein entsprechendes Signal aus Peking gegeben habe, wie die Zeitung Corriere della Sera berichtet hatte. Bei den geplanten Gesprächen zwischen dem Vatikan und Peking werde es vorrangig um den Umgang Chinas mit seinen katholischen Gemeinden gehen, sagte der Sprecher. Aber auch die 1951 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen seien ein Thema. In Peking war zunächst keine Bestätigung zu erhalten.
   Bereits im November hatte es bislang unbestätigte Berichte über eine Annäherung in der Frage der Bischofsernennungen gegeben. Peking behielt sich bisher das alleinige Ernennungsrecht vor und spaltete damit Chinas Katholiken in Mitglieder einer romtreuen Untergrundkirche  und der staatlich anerkannten katholischen Kirche. Zuletzt hatte es allerdings eine stillschweigende Übereinkunft gegeben, nach der beide Seiten den Bischofskandidaten zuzustimmen hätten.
   Als Schlüsselfigur bei der Annäherung zwischen dem Vatikan und Peking gilt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Foto oben der bereits vor zehn Jahren als Untersekretär im vatikanischen Außenministerium Kontakte zu China aufzubauen begann. Von besonderer Bedeutung für Peking soll der Umstand sein, dass Papst Franziskus ein Jesuit ist. Mit dem italienischen Jesuiten Matteo Ricci, der bis heute in China hoch geachtet wird, hatte während der Ming- Dynastie im 16. Jahrhundert die China-Mission begonnen.
   Es hat schon mehrmals informelle Gespräche zwischen dem Vatikan und China gegeben. Peking verlangt als Voraussetzung für diplomatische Anerkennung, dass der Vatikan seine Beziehungen zu Taiwan abbricht. Für den Vatikan sind die Frage der Bischofsernennungen, der Religionsfreiheit und der Zukunft der Untergrundkirche in der Volksrepublik von Bedeutung. Papst Benedikt XVI. hatte sich im Jahr 2007 in einem Brief an die chinesischen Katholiken gewandt und Chinas „patriotische Vereinigung der katholischen Kirche", eine staatliche Organisation, die die Kirche kontrolliert, kritisiert.
   Im Dezember war Papst Franziskus' Verzicht auf ein Treffen mit dem Dalai Lama als eine Geste nach Peking interpretiert worden. Die vom Vatikan angestrebte Annäherung an Peking war auch Thema bei der Audienz, zu der Franziskus Bundeskanzlerin Angela Merkel im Februar empfing. Auf dem Rückflug von seiner Asien-Reise Mitte Januar hatte der Papst auf eine Frage nach den Kontakten mit China nur gesagt: „Wir sind offen. Wir wollen Frieden mit allen. Die chinesische Regierung ist höflich. Auch wir sind höflich." Derzeit soll die Zahl der Katholiken in China bei 13 bis 15 Millionen liegen, davon sind fünf Millionen Gläubige der offiziellen katholischen Kirche. FAZ150311jöbPK

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Applaus auf dem Petersplatz zum chinesischen Neujahrsfest
Auch in Hongkong bereiten sich die Menschen auf das chinesische Neujahrsfest am 8. Februar vor.

   Papst Franziskus hat zum chinesischen Neujahrsfest gratuliert. Beim Angelusgebet sagte er, Millionen Männer und Frauen im Fernen Osten würden das „Mond-Neujahr“ feiern. Ihnen alle wünsche er, Unbeschwertheit und Frieden in ihren Familien zu erleben. Die Familien seien der erste Ort, an dem Werte gelebt würden wie Liebe und Geschwisterlichkeit, Zusammenleben und Miteinanderteilen, Aufmerksamkeit und Sorge füreinander. „Möge das neue Jahr Früchte des Mitleids, der Barmherzigkeit und der Solidarität bringen.“ Franziskus forderte die Gläubigen auf dem Petersplatz auf, den Menschen in Fernost zu ihrem Fest zu applaudieren.
   Einige Tage zuvor schon hatte Franziskus in einem Interview mit der Hongkonger „Asia Times“ den Menschen Glückwünsche übermittelt. In dem Gespräch hatte der Papst gesagt, er habe schon als junger Mann China für seine uralte Kultur und die Weisheit seiner Lehren bewundert. Die katholische Kirche habe großen Respekt vor dieser Kultur und sei bereit, sie aufzunehmen. Das Verhältnis zwischen Vatikan und China ist nicht einfach. Es mehren sich aber in letzter Zeit Signale für eine Entspannung. - Das chinesische Neujahrsfest, das am 8. Februar gefeiert wird, eröffnet das „Jahr des Affen“.
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China und Heiliger Stuhl: „Positive Offenheit hilft“ Foto: Der Papst mit Besuchern aus China, Mai 2015

   Noch eine historische Premiere gab es diese Woche: Anlässlich des chinesischen Neujahresfestes hat Papst Franziskus der asiatischen Zeitung „Asia Times News“ ein einstündiges Interview gegeben. Das an diesem Dienstag veröffentlichte Interview ist das erste eines Papstes zum Thema China. Die Volksrepublik China und der Heilige Stuhl unterhalten seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Franziskus brachte in dem Interview seine Bewunderung für die chinesische Kultur zum Ausdruck, sprach unter anderem von Respekt mit einem großen R. Außerdem brauche die Welt keine Angst vor dem wirtschaftlichen Wachstum Chinas zu haben. Religionsfreiheit und die spannungsreichen Beziehungen zwischen der staatlich anerkannten Kirche und der Untergrundkirche Chinas wurden in dem Gespräch nicht thematisiert.
   Radio Vatikan sprach mit der Chefredakteurin des katholischen Informationsdienstes „China heute“ und Mitarbeiterin des China-Zentrums in Sankt Augustin, Katharina Wenzel-Teuber, über die Reaktionen auf das Interview in China und über die Hoffnungen auf Fortschritte in den Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Peking.
RV: Frau Wenzel-Teuber, gibt es schon Reaktionen auf das Interview in China? Wenn ja, welche?
   Die zwei populärsten Websites der katholischen Kirche haben auf Chinesisch Nachrichten über das Interview gebracht – unter anderem haben sie eine chinesische Meldung Ihres Senders eingestellt. Das Interview wurde natürlich von den chinesischen Katholiken beachtet. Ein katholischer Priester aus Festlandchina hat in seinem Blog den Teil des Interviews herausgestrichen, in dem der Papst sagt, dass jedes Volk sich mit den Licht- und Schattenseiten seiner eigenen Geschichte versöhnen und dann nach vorne gehen muss. Der Priester meinte, das sollte auch für die chinesische Kirche gelten. Er erwähnte allerdings außerdem, dass nicht alle in der chinesischen Kirche die Verhandlungen zwischen China und dem Vatikan positiv sehen.
   Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte, China habe das Interview zur Kenntnis genommen und sei weiterhin aufrichtig um eine Verbesserung der Beziehungen mit dem Vatikan und einen konstruktiven Dialog bemüht – eher eine zurückhaltende Standardreaktion. Die chinesischsprachigen staatlichen Medien haben sehr wenig über das Interview berichtet.
   Die englischsprachige parteinahe Global Times erwähnte das Interview und zitierte einen chinesischen Experten (Liu Guopeng). Der sagte, ein „chinesisches Modell“ für die Ernennung katholischer Bischöfe werde womöglich anders aussehen als das „vietnamesische Modell“, China werde möglicherweise mehr Mitspracherecht bei der Ernennung der Bischöfe fordern als Vietnam.
RV: Was halten Sie von dem Schritt von Papst Franziskus, das Interview zu geben?
   Es ist ein Signal, ein betonter Schritt auf China und das chinesische Volk zu, in dem für Papst Franziskus typischen persönlichen und menschlichen Stil. Ich denke, sein Anliegen ist in der Tat – wie ein Kommentator bemerkt hat –, Verkrustungen aufzubrechen.
   Der Papst betont seine Bewunderung für China und seinen Respekt (mit großem R) für die chinesische Kultur – übrigens nicht zum ersten Mal. Er spricht davon, dass Angst vor einem aufstrebenden China ein schlechter Ratgeber ist und Dialog der einzige Weg. Er sagt, dass es darauf ankommt, gemeinsam unterwegs zu sein, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist. Auch die Versöhnung mit sich selbst und der eigenen Geschichte ist ein Thema, das für China wichtig ist. Der Papst erwähnte es im Zusammenhang mit dem Jahr der Barmherzigkeit. 
   Das Signal ist positiv, und dass er jetzt nicht über politische Themen gesprochen hat, liegt unter anderem auch an dem Journalisten. Francesco Sisci, der das Interview geführt hat, hat ja eingangs erklärt, dass er den Papst nur zu kulturellen und philosophischen Themen befragen wollte und nicht zu religiösen oder politischen. Tatsächlich hat aber Papst Franziskus schon früher gesagt, dass der Brief, den Papst Benedikt XVI. 2007 an die chinesische Kirche geschrieben hat, weiterhin Gültigkeit hat und dass man ihn lesen sollte. In diesem langen Brief werden die komplizierten Fragen und Probleme deutlich behandelt, die sich aus der staatlichen Religionspolitik für die katholische Kirche Chinas ergeben. 
RV: Er wählte in dem Interview eher harmonische Töne, wurde im Nachklapp aber auch kritisiert, dass er die Religionsfreiheit im Land nicht angesprochen hat.
   Es stimmt natürlich, dass es in China gerade in den Bereichen von Medien, Religionen, NGOs etc. in letzter Zeit immer mehr Einschränkungen gibt, die unter anderem daher kommen, dass der chinesische Staat zunehmend Sorge vor ausländischer Infiltration hat. Als Antwort auf diese Sorge passt in gewisser Weise etwas, das Papst Franziskus im Interview gesagt hat: dass Zivilisationen, wie Menschen, zur Kommunikation tendieren und dass sie nicht innerhalb eines Landes eingeschlossen bleiben können.
RV: Die Volksrepublik China und der Heilige Stuhl unterhalten seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Papst Franziskus sucht offenbar die Annäherung, wie er mit seinem Interview diese Woche wieder gezeigt hat und mit seinem Wunsch, China zu besuchen. Wie stehen die Chancen für einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und China aktuell?
   Papst Franziskus und Präsident Xi Jinping wurden gleichzeitig im März 2013 in ihr jeweiliges Amt gewählt, es war also quasi ein personeller Neuanfang. Und es ist bekannt, dass es seit Sommer 2014 wieder offizielle Gespräche zwischen beiden Seiten gibt und dass jetzt Ende Januar ein drittes Treffen der Vertreter beider Seiten in Rom stattgefunden hat.
   Die Gespräche scheinen intensiv zu sein. Aber es gibt bis jetzt keine offiziellen Äußerungen der beiden Seiten über Verlauf und Fortschritt der Gespräche. Im Oktober letztes Jahres sagte Staatssekretär Kardinal Parolin: „Allein die Tatsache, dass wir miteinander sprechen können, ist ein signifikanter Schritt.“ Schwer zu sagen, wie das ausgeht, aber es scheint tatsächlich eine intensive Phase im Moment.
RV: Manche Beobachter spekulieren nach einer jüngsten Verhandlungsrunde Ende Januar, dass der Vatikan und die Volksrepublik möglicherweise noch in diesem Jahr Botschafter austauschen könnten. Das Problem der Bischofsernennungen könnte demnach dadurch gelöst werden, dass Peking dem Papst vorab eine Liste von genehmen Kandidaten vorlegt. Ein Zeichen für Entspannung bei heiklen Themen der diplomatischen Beziehungen?
   Das Problem der Bischofsernennungen ist natürlich zentral und hat schon zu großen Spannungen und Verwirrungen und auch Leid in der chinesischen Kirche geführt. Eine gute Einigung in dieser Frage wäre sicher zu begrüßen und könnte künftige Zerreißproben in den betroffenen Diözesen verhindern.
   Der Corriere della Sera
 hat am 31. Januar gemeldet, bei den jüngsten Verhandlungen sei eine Übereinkunft über die Bischofsernennungen getroffen worden. Er schrieb, dass Peking eine kurze Liste shortlist akzeptabler Namen vorlegt und der Papst einen daraus wählt und ernennt. Doch es ist weder bekannt, ob diese Meldung stimmt, noch weiß man Genaueres, z.B. was passieren würde, wenn keiner der von Peking gewählten Kandidaten für den Papst akzeptabel ist. Jede Bewertung wäre also spekulativ. Aber für die Kirche geht es bei den Bischöfen eben um gute und glaubensfeste Seelsorger, für die Regierung um politisch zuverlässige Leute; die Kriterien sind naturgemäß sehr verschieden.
RV: Immerhin wurde mit dem katholischen Priester Joseph Zhang Yinlin im August der erste Bischof seit drei Jahren geweiht…
   Das stimmt, er wurde geweiht mit päpstlicher Ernennung und Zustimmung der Regierung. Und jetzt – laut Corriere della Sera – soll der Papst demnächst in Abstimmung mit Peking drei weitere Bischöfe ernennen, die dann geweiht werden könnten. Solche Weihen mit doppelter Zustimmung von beiden Seiten gab es allerdings auch früher schon. Neu wäre, wenn in China bei der Weihe offiziell die Ernennung des Papstes verlesen werden dürfte.
RV: In welchen Punkten könnte es eine Annäherung geben, wo hapert es noch? Strittig ist ja auch das Festhalten der Beziehungen des Heiligen Stuhls zu Taiwan.
   Die Beziehungen zu Taiwan sind ein Punkt, aber wohl nicht der am schwierigsten zu lösende. Wiewohl die Frage der Bischofsernennungen sehr zentral ist, gibt es noch weitere größere Baustellen.
   Schwierig ist es mit der Rolle der Patriotischen Vereinigung der katholischen Kirche. Sie ist eine von der Regierung sanktionierte Massenvereinigung, die die offizielle Kirche nach innen kontrolliert. Sie hat das Prinzip der Unabhängigkeit der chinesischen Kirche (von Rom) in ihren Statuten.  Dieses Problem dürfte nicht leicht zu lösen sein.  Auch die offizielle (staatlich sanktionierte) chinesische Bischofskonferenz ist von Rom nicht anerkannt, u.a. weil ihr illegitime Bischöfe angehören und die Bischöfe der Untergrundkirche nicht darin vertreten sind.
   Dann bleibt das Problem, was mit den chinesischen Bischöfen geschieht, die illegitim ohne päpstliche Ernennung geweiht wurden; drei von ihnen sind sogar explizit exkommuniziert. Umgekehrt sind die Bischöfe im inoffiziellen Teil der Kirche zwar vom Papst, aber nicht von der Regierung anerkannt   Und natürlich das Schicksal von Bischöfen in Arrest oder Hausarrest. Bischof Su Zhimin von Baoding ist seit 1997 verschwunden, Bischof-Koadjutor Cui Tai von Xuanhua seit 2014. In Shanghai ist der Bischof in einer Art Hausarrest, auch dort ist die Lage sehr kompliziert.
RV:Wie steht es aktuell um das Verhältnis zwischen der „Patriotischen Vereinigung“ und der Untergrundkirche?
   Die Patriotische Vereinigung ist nicht identisch mit dem offiziellen, vom Staat anerkannten Teil der Kirche. Das Verhältnis zwischen der offiziellen Kirche und der inoffiziellen, vom Staat als illegal betrachteten Kirche im Untergrund hat sich an vielen Orten gebessert. Man versucht aufeinander zuzugehen, seit Papst Benedikt in seinem Brief von 2007 zur Versöhnung aufgerufen hat. Natürlich gibt es da auch noch Schwierigkeiten. Die Macht der Patriotischen Vereinigung über den offiziellen Teil der Kirche ist von Ort zu Ort sehr unterschiedlich.
   Sie merken: Die Situation ist kompliziert, und vielleicht braucht es auch – neben allem Realismus, den der Papst in seinem Interview angemahnt hat – auch eben die positive Offenheit, die der Papst ausstrahlt, um Lösungen näher zu kommen. Rv160205cz

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Premiere: Papst-Interview zu China   - Papst Franziskus hofft auf gutes  Auskommen mit China

   Es ist eine historische Premiere: Anlässlich des chinesischen Neujahresfestes hat Papst Franziskus der asiatischen Zeitung „Asia Times News“ ein einstündiges Interview gegeben. Das an diesem Dienstag veröffentlichte Interview ist das erste eines Papstes zum Thema China. Die Volksrepublik China und der Heilige Stuhl unterhalten seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Was auch daran liegt, dass der Vatikan bisher an Beziehungen zu Taiwan festhält, zum Ärger Pekings.
   In dem Gespräch mit dem Kolumnisten Francesco Sisci rät Franziskus der internationalen Gemeinschaft, keine Angst vor dem wirtschaftlichen Wachstum Chinas zu haben. Die Chinesen erlebten derzeit einen positiven Moment, so der Papst. Er sprach im Rahmen des Interviews dem chinesischen Volk und seinem Präsidenten Xi Jingping auch seine Neujahrgrüße aus. Das geschehe zum ersten Mal in den letzten 2.000 Jahren, notierte das Blatt - eine weitere historische Premiere also.
„China von Anfang an faszinierend“
   China sei von Anfang an „faszinierend“ für ihn gewesen, ein Bezugspunkt für „Größe“, ein Land mit einer großartigen Kultur und unerschöpflichen Weisheit, so Papst Franziskus, der übrigens vor vielen Jahrzehnten in den Jesuitenorden eingetreten ist, weil er Asienmissionar werden wollte - ein Projekt, das sich dann zerschlug. Dennoch ist Asien mittlerweile ein Schwerpunkt seines Pontifikats, was mehrere Reisen auf den Kontinent belegen, etwa vor genau einem Jahr auf die Philippinen.
  
Er bewunderte bereits als Junge China, erläuterte Franziskus; vor allem der Jesuitenpater Matteo Ricci, dessen missionarische Tätigkeit in China während der Ming-Dynastie für den Beginn der Verbreitung des Christentums in China steht, sei eine wichtige Figur für ihn. An dieser historischen Figur habe er gelernt, dass der Dialog mit China notwendig sei, denn China sei eine „Ansammlung von Weisheit und Geschichte.“ Die Kirche habe die Pflicht, alle Kulturen zu respektieren - „Respektieren, mit einem großen R geschrieben“, betonte der Papst.
Kunst der Zivilisation und Pasta aus China
   Franziskus erwähnte auch den Jesuitenpater und Künstler Giuseppe Castiglione, der Missionar und Maler in China war. Ihm gelinge es, meinte der Papst, „die Schönheit und die Erfahrung von Offenheit“ einer der „zivilisiertesten Zivilisationen“ überhaupt wiederzugeben. Chinesen hätten eine Kultur, in der man sich „begegne“. Franziskus scherzte auch, dass er sich nicht ganz sicher sei, ob es nun wahr sei oder nicht, dass Marco Polo die Pasta aus China nach Italien gebracht habe. Auf besonders heikle Punkte, die zwischen der Volksrepublik China und dem Vatikan stehen, ging er hingegen wohl mit Bedacht nicht ein. Das sind nicht nur die erwähnten diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, sondern vor allem der Streit um Bischofsernennungen.
Dritter Weltkrieg? Keine Angst
   China sei das erste Mal seit vielen Jahrhunderten auf einem Weg der Öffnung, betonte der Journalist - und dies in einem Szenario, in dem Papst Franziskus des öfteren von einem „Dritten Weltkrieg auf Raten“ spreche. Auf seine Frage, was das für die weltweite Herausforderung bedeute, Frieden zu schaffen, antwortete Papst Franziskus, dass Angst jedenfalls kein „guter Ratgeber“ sei. Wenn ein Vater und eine Mutter Angst davor hätten, ihren Sohn aufzuziehen, dann könnten sie mit ihm nicht gut umgehen.
   Eine Kultur müsse sich öffnen – und China habe so viel Kultur, so viel Weisheit, so viel technisches Wissen, die schlechterdings nicht innerhalb des Landes eingeschlossen bleiben könnten. Wir Menschen bzw. unsere Zivilisationen neigten dazu, mit anderen zu kommunizieren, fuhr der Papst fort. Diese Kommunikation dürfe jedoch nicht in harschen Tönen geführt werden. Vielmehr müsse man im Dialog auf Ausgleich bedacht sein, und nur der Dialog führe letztlich auch zum Frieden.
Geburtenkontrolle
   Der Journalist erwähnte dann die seit 1980 bis in die jüngste Vergangenheit von Peking durchgesetzte Ein-Kind-Politik, die erst kürzlich gelockert wurde. Chinesen mussten das aufgeben, was ihnen am liebsten sei, nämlich die Kinder, so der Korrespondent; dies habe tiefe Wunden hinterlassen. Franziskus versetzte, dass die Bevölkerung immer älter werde, sei überall ein Thema. So erwähnte er, dass in Italien die Geburtenrate fast unter null liege. Grund dafür könnte die Angst sein, so mutmaßte der Papst, wegen der eigenen Kinder in die Armut abzurutschen. In Frankreich gebe es dank der Familienpolitik Besserungen, aber in Rom beispielsweise sehe man zu seinem Leidwesen keine Kinder „herumhüpfen“. Doch es sei nicht natürlich, wenn nur einige wenige junge Leute die Bürde der gesamten alternden Gesellschaft auf ihren Schultern tragen müssten. Er verstehe, dass China vor diesem Hintergrund nun neue Wege geöffnet habe.
   In Afrika sei es ihm auf seiner jüngsten Reise im November 2015 eine Freude gewesen, so viele Kinder zu sehen, betonte er. Auch Albanien oder Bosnien seien zumindest in dieser Hinsicht ein positives Beispiel. Dies seien junge Länder, die in naher Vergangenheit viel gelitten hätten und sich daher nun für das Leben entschieden.
Die Geschichte der Menschen ist ein steter Weg
   Franziskus gab als Botschaft den Chinesen mit auf den Weg, dass auch in der Geschichte alles stets ein Pfad, ein Weg sei. Manchmal gehe man schneller, manchmal langsamer, manchmal gehe es aufwärts, manchmal abwärts. Manchmal nehme man die falsche Abzweigung, manchmal gleich die richtige. Und wenn Menschen vorwärts gingen, dann beunruhige ihn das nicht, denn das heiße, dass sie Geschichte schrieben.
   Wenn die Chinesen auf den in der jüngsten Vergangenheit zurückgelegten Weg blickten, dann sollten sie nicht bitter sein, riet der Papst. Jeder solle den Frieden finden und sich mit der Vergangenheit aussöhnen, auch wenn Fehler gemacht worden seien. 
   Und der Elefant im Raum, von dem keiner sprach? Das war die Papstreise nach Peking. Auf dieses Ziel, oder zumindest auf eine Verbesserung der schwierigen Beziehungen zur Volksrepublik, arbeitet Papst Franziskus beharrlich hin, unter anderem mit diesem Interview. Rv160202no

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Foto: Gläubige beten in der Heiligen Messe in Xiliulin, China

   China hat dem Vatikan in der Frage der Ernennung neuer Bischöfe einen Weg vorgeschlagen, der einen Weg zeigt, der Hoffnung auf eine Verbesserung der Beziehungen zwischen China und der Kirche weckt. Die staatsnahe „Chinesisch-Katholische-Patriotische Gesellschaft (CCPA) erklärte in einer offiziellen Pressemitteilung, dass sie vom Vatikan bald eine Antwort auf ihre Vorschläge erwarte.
   Die Ernennung von Bischöfen ist das Haupthindernis in der Annäherung zwischen dem Heiligen Stuhl und China. Offizielle chinesische Medien berichten aus der Umgebung der Verhandlungen: „Der Vatikan hofft offenbar auf ein Entgegenkommen bei der Zustimmung zu Bischofsweihen und darüber hinaus auch der Auflösung der CCPA. Aber es sieht nicht so aus.“
   Die Kirche ist in China gespalten in der offiziellen Institution unter der Aufsicht der CCPA und der „Untergrundkirche“ der katholischen Christen, die sich treu zu Papst bekennen. In einem grundsätzlichen Brief an die Chinesischen Katholiken rief Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 beide zu einer größeren Zusammenarbeit auf. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung dieses Briefes schienen der Vatikan und China bereit, eine Verbindungsstelle für die Ernennung von Bischöfen einzurichten. Die Namen der neuen Bischöfe vor ihrer Ernennung zugesandt werden. Doch diese Übereinkunft ging zu Bruch im Jahre 2010, als China eine Bischofsweihe durchsetzte, ohne den Papst darüber zu informieren und dazu loyal zum Papst stehende Bischöfe unter Zwang an der Zeremonie teilnehmen mussten. Die CCPA übt staatliche Aufsicht über die offizielle Kirche in China aus, seit China in den 1950er Jahren die diplomatischen Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl abbrach. Der Heilige Stuhl unterhält zu 180 von 193 Ländern in der Welt diplomatischen Beziehungen. CH141121MarkGreaves

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Chinas entsetzliche Verfolgung der Christen darf nicht einfach so weitergehen
Foto: Gottesdienstbesucher in der katholischen Kirche in Taiyuan, China

     Chinas Aktionen gegen Christen muss öffentlich bekannt werden. Wir sollten von unseren Politikern verlangen, da etwas  mehr zu tun. Es wird im Westen allseits angenommen, dass unsere Regierungen uns regelmäßig und gewöhnlich belügen. Ich selber würde diese Meinung niemals übernehmen, im Hinblick auf die freie Presse, aber leider gibt es wuchernde Verschwörungstheorien. Aber legen wir das mal beiseite, schauen wir zum Osten und erwägen wir diese Regierungserklärung der Volksrepublik China, wie der “Guardian” berichtet: “Die kommunistischen Partei führte eine Aktion durch, um die die Kreuze von den Dächern von über 1.200 chinesischen Kirchen “aus Gründen der Sicherheit, zum Heil und der Schönheit” zu entfernen.  So hat es ein Regierungsbeamter erklärt.” Aber in demselben Artikel steht dann diese reizende Erklärung: “Eine fünf-Etagen hohe Kirche im Zentrum der Stadt Wenling wurde ‘spontan’ zerstört”, meldet die regierungsnahe Tageszeitung am Sonntag. Die Zeitung behauptet, die Kirche wäre ohne ordentliches Genehmigungsverfahren erweitert worden. Sie verstoße nicht nur die gegen die Stadtplanung, sondern sei auch “eine Gefahr für die Sicherheit der Straße.” Lügen sind in China so grotesk, als ob sie zweifellos wie au seiner anderen Welt kommen. Es wird immer klarer, dass der kommnistische Staat den höchsten Gang einschaltet zu eine neuen Anti-Chriten Kampagne.  Gemeint sind nicht nur die Gebäude, sondern die Leute in dem Gebäude. Das kennzeichnet die letzte Stufe der chinesischen Christenphobie, die auf die Machtübernahme des “großen Führers” Mao zurückweist.
Einiges können wir wirklich tun, damit unseren christlichen Brüder in China geholfen wird:
  
Erstens: Presseinformtion. Die Führung in China hasst eine schlechte Presse und beobachtet sehr empfindlich, was andere über sie denken. Wir dürfen sicher sein, dass Berichte über ihr Land in China zur Kenntnis genommen werden. Und je mehr der Druck auf die Christen offengelegt wird, desto mehr hilft es den bedrängten Christen.
   Zweitens: Was auch nicht gering geachet werden darf ist dies: Besucher der Volksrepublik China sollten deutlich für die Öffentlichkeit zeigen, dass sie am Sonntag die Kirche besuchen. Ihre Aufpasser sollten wissen, dass sie das wollen. George W. Bush hat bei seinem Besuch in Beijing gezeigt, wie das geht und damit ein Zeichen gesetzt. Jeder Besucher kann diese Botschaft verstärken. Wir beurteilen China danach, wie es umgeht mit seinen Christen.
   Drittens: Wir sollten Druck auf unsere eigene Regierung ausüben. Während die Amerikaner und Engländer niemals etwas unternehmen zum Nachteil ihr Handelsbeziehungen zu China, können sich aber aus dem kulturellen Bereich zurückziehen; Kultur und Sport sind Themen, die Chinesen sehr ernstnehmen.
    Letztens: die katholische Kirche muss ihre klare Haltung gegenüber der chinesischen Frage deutlich machen. Um es frei zu sagen: Die Regierung der Volksrepublik China hat keine moralische Legitimation. China bedroht weiterhin Taiwan und übt Macht aus gegenüber Tibet – gegen den Willen der Tibetaner. China ist die größte kolonialistische und imperialistische Macht der Welt. China leugnet die Religionsfreiheit – und die Freiheit der katholischen Kirche, sich selbst zu organisieren. China ist das einzige Land, das es noch in der Welt gibt, das den Anspruch erhebt, die Bischöfe der katholischen Kirche zu ernennen. Die chinesische Regierung ist brutal und repressiv gegen abweichende Meinungen.
   Lasst uns beten und hoffen, dass sich dies ändert, und zwar bald! Mit uns mögen alle Märtyrer Chinas – es sind mehrere hunderttausend – für uns beten und dafür, dass die Kirche in China weiterhin wächst.
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Kardinal Zen fordert Aufklärung über Bischöfe in Haft      Foto:  Der Altbischof von Hong Kong Kardinal Joseph Zen Ze-kiun trägt ein Bild von Bischof Cosmas Shi Enxiang von Yixian vor dem Regierungsgebäude von Hong Kong

  In China haben Hongkongs Altbischof, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (83), und katholische Menschenrechtler von der Regierung Aufklärung über das Schicksal von zwei „verschwundenen" Bischöfe gefordert. Es handelt sich um die seit Jahren inhaftierten Bischöfe Cosmas Shi Enxiang von Yixcian und James Su Zhuimin von Baosding, beide aus der Provinz Hebei, wie der kirchliche Nachrichtendienst „AsiaNews" in Rom meldete. Der 1921 geborene Bischof Shi hat insgesamt 50 Jahre seines Lebens in Haft verbracht. Nachdem er am 13. April 2003 erneut festgenommen und - offenbar ohne ein Gerichtsverfahren - inhaftiert wurde, fehlt jede Spur von ihm. In jüngster Zeit kamen Gerüchte auf, er sei in der Haft verstorben, möglicherweise bereits vor zwei Jahren. Kardinal Zen und die Kommission Justitia et Pax verurteilten die Behandlung des Bischofs durch die Behörden als „schwere Menschenrechtsverletzung". Falls Shi verstorben sei, solle die Familie informiert und sein Leichnam für die Beisetzung freigegeben werden. Das Schicksal von Bischof Su ist unbekannt, seit er im Oktober 1997 zum achten Mal festgenommen wurde. Als Familienangehörige jüngst von einem Mitglied der Kommunistischen Partei Auskunft erbeten hätten, seien sie abgewiesen und für drei Tage unter Hausarrest gestellt worden, heißt es aus Kirchenkreisen. Bei ihrem Protest gegen die Verfolgung von Priestern und Kirchenmitarbeitem gedachten Kardinal Zen und die Hongkonger Katholiken auch mehrerer in der Haft verstorbener Bischöfe. Bei diesen handelt es sich um die Bischöfe Joseph Fan Xueyan von Baoding und Han Dingxiang von Yongnian (beide Provinz Hebei) sowie um Gao Kexian von Yantal-Zhoucun (Provinz Schandong). DT150217

Kardinal Zen forder von der chinesischen Regierung die Unterdrückung der Kirche zu beendigen
   Der Altbischof von Hong Kong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun protestierte beim Verbindungsbüro der Stadt und stellte die Frage nach dem Verbleib von Bischof Cosmas Shi Enxiang von Yixian, von dem gesagt wird, er sie in der Haft verstorben. Der 83jährige Kardinal und Mitglieder der Kommission Gerechtigkeit und Frieden der Diözese Hong Kong übergaben eine Petition der chinesischen Regierung, die Situation des Bischofs Shi offenzulegen. Der Großnichte des Bischofs wurde am 30. Januar 2015 mitgeteilt, der Bischof sei gestorben, aber die Regierung veröffentlichte keine weiteren Einzelheiten. Außerdem forderten sie Auskunft über Bischof James Su Zhimin von Boading, der 1997 verhaftet wurde. Während des Protestes betete die Gruppe für die Vermissten der Kirche, und sie sangen Lieder für sie vor dem Verbindungsamt.
   Kardinal Zen und die Mitglieder der Kommission verlangten von der chinesischen Regierung, die Unterdrückung der Kirche zu beenden und die Religionsfreiheit zu respektieren. China verlangt von den katholischen Leitern, sich von der Regierung geschaffenen “katholisch-patriotischen Gesellschaft” registrieren zu lassen. Die CCPA erzwang Bischofsweihen ohne die Zustimmung des Papstes. Die chinesischen Behörden verhaften laufend Katholiken, die sich der Regierungskontrolle entziehen.
  Inzwischen schrieb Kardinal Zen in einer blog post: “Es kommt uns vor, als wenn jemand versucht, uns zu erschießen.” Der Kardinal fügt hinzu: “Wir sehen kein Zeichen der Hoffnung, dass die chinesischen Kommunisten daran denken, ihre antireligiöse Politik zu ändern.” Andererseits aber haben beide Seiten, der vatikanische Staatssekretär und eine Pro-Beijing-Zeitung in Hong Kong Optimismus über die vatikanisch-chinesischen Beziehungen verbreitet. In dem blog bezweifelt der Kardinal, dass das Interview mit dem chinesischen Bischof Joseph Wei Jingyi von Qiqihar korrekt wiedergegeben ist. Er sollte gesagt haben, der Heilige Stuhl müsse den ersten Schritt zu Verhandlungen tun. Kardinal Zen ist Mitglied der vatikanischen Kommission für die Kirche in China. Er sagt, dass er noch nichts über die chinesisch-vatikanischen Gespräche gehört hätte, auch nicht über Fortschritte solcher Gespräche, wenn es denn überhaupt solche gäbe.
   Kardinal Zen nennt einige dornige Themen in der Normalisierung des kirchlichen Lebens in China und denkt, dass es besser sei, keine Abmachung zwischen Vatikan und China zu haben, als einen schlechten Vertrag. “Es ist schwierig für uns, sich vorzustellen, dass Vertreter des Heiligen Stuhls sich mit der kommunistischen Gegenseite zu unbekümmerten Gesprächen treffen kann”, so lange chinesische Bischöfe für ihren Glauben ihre Freiheit verlieren. CH150215

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Chinesischer Priester in New York drängt die chinesischen Katholiken vereint gegenüber dern Misshandlungen Beijings zu stehen. Foto: Ein Priester von der Diöese Zhouzhi, China, zelebriert die Messe
 in einem Exerzititenhaus im Staat New York. Der Priester wird in diesem Artikel nicht zitiert.

   Ein Priester spricht ohne seinen Namen zu nennen, dass die Wiedervereinigung der katholischen Christen in China wichtiger sei, als die Stellung der China-Vatikan-Beziehung.
    Die Ankündigung von Plänen der chinesischen Regierung in Beijng unter Verzicht auf die Ernennung des Papstes Bischöfe zu weihen hat einen jungen Priester in Nordchina bewegt die Kirchenführer zum Dialog aufzurufen, um damit die Wiederversöhnung der Christen in seinem Land zu erreichen. Die chinsische Staats-Administration für relligiöse Angelegenheiten (SARA) plant offenbar die (vom Papst) unabhängige Ernennung und Weihe durch die regierungsnahe “Katholisch-Patriotische Gesellschaft und die von der Regierung eingesetzte “offizielle” katholische Bischofskonferenz.
   Nach Presseberichten besteht der Plan, die staatlich anerkannte “offizielle” katholische Kirche mit der treu zum Papst stehenden “Untergrundkirche” zusammenzuführen – unter Förderung der demokratischen Leitung der katholischen Kirche. Die SARA erhielt nach Bekanntgabe ihrer Pläne “heftige Reaktionen anonymer Quellen von außen”, sagte der Priester gegenüber der Nachrichtenagentur CNS.
  “Starke Reaktion vom Ausland” richten sich gegen die Pläne einer Verbesserung der China-Vatikan-Beziehungen. ”Leute wie wir (innerhalb Chinas) sind betroffen über den äußerst harten Kampf unter uns, aber auch zwischen den beiden katholischen Gemeinschaften. In einigen Fällen erleben wir, dass die Ernennung zur Bischofsweihe dazu dient, Macht auszuüben, aber viele andere Kandidaten die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen, werden zu dieser Weihe gezwungen. Wenn diese die Weihe ablehnen, haben sie die Konsequenzen zu tragen”, sagt der junge Priester uns sprach sich für eine Dialog aus und mehr Verständnis unter den Katholiken der beiden Richtungen. Leute wie wir (innerhalb Chinas) müssen den Anweisungen des Staates folgen. Aber in der gegebenen Situation ist das manchmal sehr schwierig.”  
   Der Priester berichtete von “Klassenkameraden, die 2006 die Diakonatsweihe abgelehnt haben. Die Regierung verlangte die Weihe, aber sie weigerten sich. Dann wurde die Polizei beauftragt, den Eingang zum Bischofshaus zu schließen. Als eingige aus diesem Hausarrest flohen, besuchten örtliche Regierungsbeamte deren Eltern und verlangten von ihnen, sie sollten ihre Söhne dazu bewegen, den Befehl der Regierung auszuführen. Seminaristen wurden der Gehirnwäsche unterzogen und wurden gezwungen, Briefe zu schreiben, in denen sie die Unterstützung der Politik der Regierung erklärten. Wenn die Katholiken nicht aufpassen, würden sie der Regierung helfen, die katholische Kirche zu schwächen durch die Teilung ihrer Mitglieder.
  Der Geistliche in China sieht die Regierungspläne für 2015 in einem größeren und tieferen historischen Zusammenhang, nicht so sehr in einer Provokation, um dem Vatikan zu zeigen, die chinesische Regierung hätte die Kirche unter ihrer Kontrolle. “Auch in unseren Lehrbüchern der Hochschulen wird klar festgestellt, dass Religion Gift für den menschlichen Geist ist”, sagt der Priester und bemerkt, dass die kommunistische Partei das Ziel habe, die Religion von der Ausübung politischer Macht fernzuhalten. Nach seiner Sicht, dass sich der chinesische Staat vor ausländischem Einfluss durch die Religion sorgt, zerstört die chinesische Regierung die politische Macht der Kirche durch Spaltung ihrer Mitglieder. Es ist ein Trauerspiel: wer sind gespalten in die sogenannte Untergrundkirche und die “offizielle Kirche”. Die Regierung kann somit die Katholiken gegeneinander ausspielen. Sie gewährt der “offenen” (offiziellen) Kirche einige Vergünstigungen, und behandeln die Untergrundkirche hart.” Die Lösung dieser Probleme – so meint der Priester – sehe er im Bemühen um Versöhnung und Wiedervereinigung beider Teile. “So lange wir getrennt sind, nimmt uns die Regierung nicht ernst”. Der Priester erklärt, der Protest und die Verkündigung zeige keine Wirkung, solange die Kirche nicht einig ist. Der Priester weiß um die Schwierigkeiten der Katholiken Chinas, um zur Einheit durch Versöhnung zu kommenn, besteht aber auch darauf, dass dieses Ziel erreichbar ist. “Auch wenn China diplomatische Beziehungen zum Vatikan aufnehmen sollte, hätte das noch keine große Bedeutung, wenn die Ortskirche nicht wiedervereinigt würde. Dieses Ziel könne nur durch Dialog und spirituelle Annäherung erreicht werden.  CH150130

Vatikanische Chinapolitik sorgt für Diskussionen       sin-card-ZenZx

   In Bezug auf die vatikanische China-Politik gibt es vielfältige Meinungen. Hongkongs emeritierter Kardinal Joseph Zen Ze-kiun Foto hat die China-Politik des Heiligen Stuhles kritisiert, berichtete die Tageszeitung „Corriere della Sera“. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hingegen wolle diese Politik vorantreiben. In den angestrebten Verhandlungen des Heiligen Stuhles mit China geht es hauptsächlich um eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und die Stellung der katholischen Kirche in dem Land. China wolle keinen Dialog, meint Kardinal Zen. Peking lege bloß ein Dokument vor, der Heilige Stuhl habe keine wirkliche Möglichkeit einzugreifen. Streitpunkt ist die heikle Frage der Bischofsernennungen, die beide Seiten für sich beanspruchen. Zen fürchtet, die Kirche opfere die Ernennung Bischöfen für einen „falschen Dialog“. Parolin wendet ein, der Dialog mit China habe seinen eigenen Rhythmus, er hoffe jedoch, dass er bald Früchte trage. Der Wille zu einem Dialog und zur Zusammenarbeit sei von beiden Seiten gegeben. RV150311ansa

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Der Vatikan hält die unerlaubte Weihe eines chinesischen Bischofs für eine schmerzhafte Wunde
Foto: Gottesdienstbesucher schießen Fotos vor der Pingquan Kirche
nach der Bischofsweihe in Chengde City, in der nordöstlichen Provinz Hebei.

   Die Bischofsweihe ohne päpstliche Zustimmung in China hat der katholischen Kirche eine schmerzvolle Wunde zugefügt. Der Druck der Regierung auf einige Bischöfe an der Zeremonie teilzunehmen war “eine schwere Verletzung der Religions- und Gewissensfeiheit”. Unter der geheimen Überwachung durch örtliche Regierungsbeamte wurde Pater Joseph Guo Jincai zum Bischof von Chengde geweiht – als erster Bischof seit vier Jahren ohne päpstliche Zustimmung.
   Acht Bischöfe, die von Papst Benedikt XVI. ernannt waren, legten dem Priester Guo in der Liturgie die Hände auf bei dieser – in den Augen der Kirche – unerlaubten Weihe. Einige der an der Weihehandlung teilnehmenden Bischöfe wurden in den Tagen zuvor von Regierungsbeamten in Haft genommen um sie zur Teilnahme zu zwingen, berichtet die UCA News (Nachrichtenagentur der asiatischen Kirche). Der Vatikan sammelte noch einen Tag Informationen darüber, dann teilte er mit, dass  “Benedikt diese Nachricht mit tiefem Bedauern zur Kenntnis nimmt”.
  Weil der neue Bischof nicht das Mandat oder den Segen des Papstes erhalten hat, “bewirkt diese Bischofsweihe eine schmerzliche Wunde der kirchlichen Gemeinschaft und eine schwere Verletzung der katholischen Disziplin”. Die unerlaubte Weihe war ein schwere Verletzung des Kirchenrechts und Bischof Guo “befindet sich nun in einer sehr ernsten kirchlichen Rechtslage”, er muss mit “harten Sanktionen” rechnen, einschließlich der im CIC vorgesehenen automatischen Exkommunikation, sagte ein Sprecher des Vatikans. “Diese Bischofsweihe ist kein Beitrag zum Wohl der katholischen Christen im Bistum Chengde, vielmehr bringt es sie in eine schwierige Lage – auch vom Gesichtspunkt des Kirchenrechts – und erniedrigt sie, weil die chinesischen Machthaber den Gläubigen einen Hirten aufdrängen, der nicht in voller Gemeinschaft  mit dem Heiligen Vater und den Bischöfen der ganzen Welt steht. Außerdem sehen sich die an der Weihe beteiligten Bischöfe kanonischen Strafen ausgesetzt, wenn es sich nicht erweist, dass sie von Staatlichen Sicherheitsbeamten gezwungen wurden, an der Liturgie teilzunehmen.  
  Der im Ruhestand lebende Bischof John Liu Jinhe aus dem Bistum Tangshan hat es abgelehnt, an der Bischofsweihe teilzunehmen, meldet UCA News. Mehr als hundert Katholiken und Dutzende Regierungsbeamte nahmen an der Weihemesse teil in der ländlichen Ortskirche von Pingquan. Der Ort war von eta 100 Polizisten in Uniform und Zivilkleidung umstellt. Kameras waren in der Kirche nicht zugelassen, Handys waren in der Gegend blockiert.
   Seitdem Papst Benedikt seinen Brief an die chinesischen Katholiken im Jahre 2007 geschrieben hat, war diese Liturgie die erste unerlaubte Bischofsweihe. Der päpstliche Brief übte strenge Kritik an den von der chinesischen Regierung festgelegten Grenzen für die Aufgaben der Kirche, aber in den Grundthemen der Kirche – dazu gehören auch das Recht der Bischofsernennungen – lud dieser Brief die Behörden zu einem neuen und ernsthafte Dialog ein. Entsprechend den Bedingungen der Regierung haben in den letzten Jahren Priester, Nonnen und Laien der chinesischen Diözesen ihre neuen Bischöfe erwählt; die meisten von ihnen haben den Heiligen Stuhl um Zustimmung gebeten. Wenn diese vorlag, wurde das oft bei der Bischofsweihe verkündet. In diesem Jahr wurden bereits zehn Bischöfe mit der Zustimmung des Vatikans geweiht.
   Zwei Tage vor dieser Bischofsweihe sagte der vatikanische Pressesprecher, der Jesuitenpater Federico Lombardi, wenn diese Weihe ohne päpstliche Zustimmung stattfinde, würden “die konstruktiven Beziehungen, die sich in der letzten Zeit zwischen der Volksrepublik China und dem Heiligen Stuhl entwickelt haben” Schaden nehmen. Kardinal Joseph Zen Ze-kiun aus Hong Kong, der im Konsistorium bei der Erwählung von 24 neuen Kardinälen dabei war, sagte, er sei traurig über die Nachricht von der Weihe des Bischofs Guo und darüber, das seine Bischöfe unter Gewalt teilnehmen mussten. Jedoch, so berichtet UCA News, “sollten wir diese unsere Brüder nicht schnell verurteilen, bevor wir ihre Rechtfertigung angehört haben.” Der chinesische Kardinal kritisierte den Vice- Präsidenten der (staatlich gelenkten) Chinesisch-Katholischen Patriotischen Gesellschaft  Anthony Liu Bainian, der gesagt hatte, China gehe voran mit der Bischofsweihe, weil der Vatikan nicht gute Gründe für die ausgebliebene Zustimmung gegeben hätte. Bainian sagte der Nachrichten-Agentur, “wir haben eine lange Zeit gewartet und konnten nicht noch länger warten.” Kardinal Zen sagte UCA News:  “Er nimmt sich das letzte Wort. Wir aber dachten, eine ernsthaftes Gespräch würde weitergehen. Nein, das war nicht so. Er will seinen Weg gehen.”
   Die vatikanische Erklärung drückt ebenfalls ihr Bedauern aus über Bainians Einwirken in der Sache. “Der Heilige Stuhl nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass Hohe Beamte der Führung der Chinesisch Katholischen Patriotischen Gesellschaft unter dem Einfluss von Mr. Liu Bainian erlauben, eine Haltung einzunehmen, die der katholischen Kirche schweren Schaden zufügt und den oben genannten Dialog behindert.” Kardinal Zen kritisierte auch “die Entführung von Personen (Bischöfe), die Unterdrückung aller Kommunikation, die gewaltige Show der Polizeikräfte – als ob hier gegen gefährliche Kriminelle vorgegangen werden müsste ... Leben wird denn nicht im 21. Jahrhundert?”
   Bishof Guo ist 1992 zum Priester geweiht und war zuletzt Vice-Generalsekretär der Chinesisch-Katholischen Patriotischen Gesellschaft und als katholische Repräsentan tMitglied des Nationalen Volkskongresses, des chinesischen Parlaments. Aus kirchlichen Quellen berichet UCA News, dass die katholischen Christen im Bistum Chengde, die einfach ihren Glauben leben und loyal zum Papst sehen, keine andere Wahl haben, als den unerlaubt geweihten Bischof zu akzeptieren. Nach allem, was UC News erfahren hat, sei sein Ansehen bei den Gläubigen nicht schlecht.
   Der italienischen Tageszeitung La Stampa, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Hong Lei: “Jede Erklärung oder Handlung ist ein Maß der Begrenzung der Freiheit und nicht Toleranz.” CH101125CindyWooden

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Papst-Grüße nach China -    Bei der Generalaudienz: Kinderchor aus Korea    

Bei seiner Generalaudienz hat Papst Franziskus auch Christen in China gegrüßt. Viele Katholiken pilgern jährlich am 24. Mai zum Marienheiligtum Sheshan nahe Shanghai. Maria wird dort als „Hilfe der Christen" verehrt; auf sie schaue mit Andacht und Liebe die ganze Kirche in China, formulierte der Papst. Er rief die Katholiken in China dazu auf, weiter in fester Verbindung mit dem Nachfolger Petri zu stehen. - In einem weiteren Grußwort begrüßte Franziskus dann eine Initiative der Italienischen Bischofskonferenz, im Umfeld von Pfingsten an die vielen verfolgten Christen in aller Welt zu erinnern. Er hoffe, dass das Beten für Verfolgte und für die christlichen Märtyrer dem Bewusstsein, dass Religionsfreiheit ein grundlegendes Menschenrecht sei, neuen Schub gebe. rv150520no

sin-101-ShiEnxiangEp-ZZ

Nationalismus-Trend: Auch Religion muss „chinesisch“ sein. -
Plakat: Shi Enxiang, Untergrundbischof der katholischen Kirche

   Von einer strikten Kontrolle der Religionsgemeinschaften im Land wird das chinesische Regime nicht so bald abrücken – eine Änderung der religionspolitischen Linie ist vorerst nicht in Sicht. So kommentiert Katharina Wenzel- Teuber vom China-Zentrum Sankt Augustin den aktuellen Kurs im Reich der Mitte unter Präsident XI Jingping, der etwa zeitgleich mit Papst Franziskus sein Amt antrat. Xi hatte in diesen Tagen auf einer Konferenz für nicht- kommunistischen Parteien in Peking erneut unterstrichen, Religionsgemeinschaften in China müssten „chinesisch“ sein und dürften keinerlei „ausländischem Einfluss“ unterliegen. Im Interview mit Radio Vatikan wertet Wenzel- Teuber solche Aussagen vor Hintergrund einer allgemeinen Rückbesinnung auf die nationale chinesische Identität.
   „Nicht nur im Bereich der Religionen wird in letzter Zeit das Chinesische und das Chinesisch-Sein wieder mehr betont. Die Regierungsdevise von Präsident Xi ist ja der chinesische Traum vom Wiedererstarken der Nation. Das spiegelt ein neues chinesisches Selbstbewusstsein wieder. Und dazu gehören eben auch ein verstärkter Rückgriff und eine Einforderung von chinesischen Traditionen. Gleichzeitig wird in letzter Zeit immer wieder vor ausländischer Infiltration gewarnt, und das nicht nur im Bereich der Religion, sondern auch im Bereich von Erziehung und Universitäten und im Bereich von NROs. Das ist wohl eine Konstante in der chinesischen Religionspolitik, die jetzt wieder deutlicher in den Vordergrund tritt – man möchte eben nicht, dass über Religionen ausländischer Einfluss ins Land kommt.“
„Eher keine Lockerung“ in der Religionspolitik
   Ablesen ließe sich das unter anderem an einer stärkeren Gängelung von Religionsgemeinschaften und anderer Organisationen durch die Behörden, so Wenzel Teuber. Die Regierung versuche etwa, religiöse Gruppen und ihre Aktivitäten durch Rechtsvorschriften besser zu kontrollieren: „Also zum Beispiel im Bereich der Finanzen und bei der Kontoführung – da gibt es immer neue Vorschriften. Und da werden die Regeln eher enger gesteckt. Das ist übrigens eine Sache, die wir nicht nur im Bereich der Religionen, sondern überhaupt im zivilgesellschaftlichen Bereich beobachten.“
   Als weiteres Beispiel dafür nennt Wenzel-Teuber die Entfernung hunderter Kirchturmkreuze durch die Behörden in der Christenhochburg Zhejiang, einer Provinz im Südosten Chinas. Das Vorgehen war offiziell mit einem landesweiten Programm zur Bekämpfung illegal errichteter Bauwerke begründet worden. Der tiefere Grund sei jedoch ein anderer gewesen, so Wenzel-Teuber: „Da war vor allem die evangelische Kirche betroffen, aber auch katholische Kirchen. Und da scheint es darum gegangen zu sein, die Sichtbarkeit des Christentums zu reduzieren.“
   Während China sich wirtschaftlich und kulturell der Welt geöffnet hat, will Peking den Einfluss des Westens im eigenen Land derzeit „in manchen Bereichen offensichtlich wieder bremsen“, fasst Wenzel-Teuber zusammen. Dazu gehörten eben auch das Christentum und allgemein westliche Überzeugungen: „Es gibt viele Dokumente und Aussagen, die darauf hinweisen, dass zum Beispiel an Schulen und Universitäten westliche Werte nicht mehr gelehrt werden sollen, weil man die als etwas Fremdartiges und Bedrohliches empfindet.“
   Neben den Formen der Kontrolle registrierter Religionsgemeinschaft gebe es zudem nach wie vor zwiespältige Meldungen über den Umgang der Behörden mit so genannten „Untergrundchristen“, also Gläubigen, die sich einem patriotischen Bekenntnis zu der vom Staat abgesegneten Religion entziehen. Solche Vorfälle könne man zu den „schwierigen Kapiteln“ in der chinesischen Religionspolitik zählen, so Wenzel-Teuber: „Beunruhigend war im vergangenen Januar die widersprüchlichen Aussagen der Behörden zum Tod von Bischof Cosmas Shi Enxiang, das ist also ein Bischof im Untergrund der Diözese Yixian, der 2001 verhaftet wurde und seither nicht mehr gesehen worden ist, von dem man jetzt also gar nicht weiß, ob er nun gestorben ist oder nicht.“ Der papsttreue Shi Enxiang hatte 54 seiner 93 Lebensjahre in kommunistischer Gefangenschaft verbracht. Im Januar hatte sich die Nachricht von seinem Tod verbreitet, woraufhin die chinesischen Behörden dementierten – wohl aus Sorge, bei einem Begräbnis könne es zu Kundgebungen kommen.
„Zumindest kein Konfrontationskurs“
   Als „fremden Einfluss“ sieht die chinesische Führung bis heute auch den Heiligen Stuhl. Das Ringen um die Ernennung von Bischöfen für China werde wohl weiterhin ein „Knackpunkt“ im Verhältnis bleiben, prognostiziert Wenzel-Teuber. Immerhin habe es auf chinesischer Seite seit Franziskus Amtsantritt schon „kleine Anzeichen“ der Entspannung gegeben: „Zum Beispiel dass der Papst schon mehrfach die Überflugerlaubnis von China erteilt bekommen hat. Und es soll ja auch, wie Medien berichten, seit Mitte letzten Jahres Gespräche zwischen beiden Seiten geben.“ Dass Franziskus „immer wieder seine Offenheit für Verbesserungen der Beziehungen signalisiert“ habe, habe sich hier wohl positiv ausgewirkt, vermutet die Expertin. Und sie nennt ein weiteres Beispiel dafür, welches dafür sprechen könnte, dass man mit Rom derzeit zumindest keinen offenen Konflikt sucht: „Im April diesen Jahres wurden in der Provinz Henan zwei Bischöfe gewählt, und zwar nach von der chinesischen Seite offiziell vorgeschriebenen Verfahren. Aber diese Bischöfe waren vorher vom Vatikan schon ernannt worden. Das heißt, diese zwei Bischofswahlen wären vielleicht ein Zeichen dafür, dass in der Frage der Bischofsernennungen im Moment zumindest kein Konfrontationskurs herrscht.“
Bald neue Regeln für die Religion?
   Das katholische Leben in China sei „weiter intensiv“, berichtet Wenzel-Teuber weiter. Überhaupt würden der Glaubenspraxis der offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften nicht grundsätzlich Steine in den Weg gelegt: „Die Gemeinden können im Großen und Ganzen ihre Programme, ihr Glaubensleben so weiterführen wie gewohnt, sie haben Evangelisierungsprogramme, Jugendarbeit, Sozialarbeit usw.“
   Präsident Xi hatte in seiner Ansprache auf der oben genannten Konferenz in Peking dann auch anerkannt, dass immer mehr Menschen in dem Land heute von Religion beeinflusst sind – vor dem großen Interesse, ja gar dem Zulauf zur Religion in China kann auch er die Augen nicht verschließen. Ob sich das irgendwann einmal in Lockerungen in der Religionspolitik niederschlagen wird, steht allerdings in den Sternen. Immerhin habe das chinesische Religionsministerium jüngst angekündigt, die inzwischen veralteten Vorschriften für religiöse Angelegenheiten, die unter anderem auch die religiöse Betätigung von Ausländern in China regeln, überarbeiten zu wollen, so Wenzel-Teuber.
   Den stärksten religiösen Zuwachs verzeichneten in China nach wie vor protestantische Gruppen. Doch auch im katholischen Bereich seien viele Gemeinden „sehr aktiv in der Evangelisierung“: „Und ich konnte auch selbst schon erleben, dass da eine ausgesprochene Willkommenskultur herrscht in den Gottesdiensten, dass Leute, die zum ersten Mal dazukommen, begrüßt werden. Etliche Großstadtgemeinden haben mehrmals jährlich Taufvorbereitungskurse, an denen unzählige Erwachsene teilnehmen.“ Andererseits verliere die katholische Kirche aber auch wiederum Gläubige durch Urbanisierungs- und Migrationsprozesse, ergänzt sie: „Wenn aus den katholischen dörflichen Gemeinden Mitglieder in die doch anonymeren Großstädte ziehen, werden manche auch den Kontakt zur Kirche wiederum verlieren. Also es ist ein Geben und Nehmen, aber es gibt immer noch ein großes Interesse am Christentum.“ Am Christentum und insgesamt am religiösen Bereich, so auch etwa am Buddhismus.
   Und wie sehen gläubige Chinesen selbst ihre religiöse Zugehörigkeit? Nehmen die Katholiken es etwa als Widerspruch wahr, chinesisch zu sein und zugleich einer Religion anzugehören, deren Zentrum und Oberhaupt – der Papst – im fernen Vatikan sitzt? Eigentlich nicht, beobachtet Wenzel-Teuber. „Insgesamt glaube ich, dass die Katholiken in China, so wie ich sie kennengelernt habe, durchaus chinesisch sein wollen, sie sind stolz auf ihre Kultur und ihr Land, aber gleichzeitig verstehen sie sich und ihren Glauben auch als universal. Es ist einfach zu hoffen, dass die Regierung erkennt, dass das kein Widerspruch sein muss.“
   An diesem Sonntag ist die Kirche zum Gebet besonders für China eingeladen, der Gebetstag war 2007 von Papst Benedikt XVI. eingeführt worden und fand 2008 das erste Mal statt.  Rv150523pr    Mehr dazu:   > China

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Während in China zur Zeit religiöse Symbole entfernt werden rufen die Bischöfe die Katholiken auf, treu zu bleiben
Foto: Ein Priester teilt in einer Notkapelle in einem Dorf bei Tianjin während der heiligen Messe die Kommunion aus.

   Bischof Vincent Zhu Weifang bittet in einem offenen Brief die Katholiken seiner Diözese “ihre Rechte und Würde” zu verteidigen, während die örtliche Regierung in einer Kampagne religiöse Symbole zerstört. Der Bischof entschuldgt sich für den “verspäteten Brief” im letzten Monat, fast fünf Monate nachdem die Zerstörung der protestantische Kirche in Sanjiang international Besorgnis hervorrief. Seitdem greift die Regierung hart durch gegen die Christen in dieser Stadt mit mehr als drei Millionen Bewohnern. Der Grund dafür ist unbekannt, meldet ucanews.com.
   Bishof Zhu, ein vom Vatikan anerkannter Hirte, leitet die sogenannte offene katholische Gemeinde. Er sagt, er sei schockiert, ratlos und könne diese Kampagne nicht verstehen, die religiöse Symbole zerstört. Er habe schon früher solche Stürme  erlebt, aber dieser Sturm ist ernster und erbitterter. Der 88-Jahre-alter Bischof verbrachte während der “Kultur-Revolution” 16 Jahre in einem Arbeits-Straflager und war von 1982 – 1988 im Gefängnis. “Ich habe mich ruhig und geduldig verhalten, weil ich glaubte – wie einige Leute meinten – dass die Kampagne bald vorübergeht”, sagte der Bischof und erklärt weiter, dass die Kampagne zunächst Gebäude, die ohne Genehmigung der Behörden errichtet waren, zerstörten. Dann aber geriet die Aktion außer Kontrolle, schaukelte sich hoch und es wurden auch gesetzlich genehmigte Kirchen zerstört. Der Bischof rief seine Christen auf, sie sollten ihre Rechte und ihre Würde mit reinem Gewissen verteidigen und im Glauben feststehen.
   Als Antwort auf Staatliche Gewaltaktion rief Bischof Zhu die Katholiken auf, täglich den Rosenkranz zu beten, jeden Freitag den Kreuzweg zu beten und ihre Ortsgeistlichen zu bitten, besondere Bittgottesdienste zu halten. Bischof Zhu sagt weiter, er glaube daran, dass die betroffenen Pfarrer von Gott die Weisheit erhalten, wie sie in solch schwierigen Situation handeln sollen.  
   Am Tag nach der Veröffentlichung des Offenen Briefs wurde auf der Web Site der Diözese Respekt verlangt für den christlichen Glauben und seine Bilder. Ucanews berichtet, dass diese Seite am nächsten Tag gesperrt wurde.   
   Im April 2015 schlugen und verletzten staatliche Beamte vier katholische Christen als ein Streit entstand über die gewalttätige Zerstörung eines vierstöckigen Wohnhauses, das einem Katholiken in Wenzhou gehörte. Die Behörde behaupteten, dass in diesem Haus nicht staatlich registrierte religiöse Versammlungen stattfänden und dass die beiden oberen Etagen nach der Bauverordnung illegal errichtet seien. Katholiken, die vertraut waren mit dem Fall klagten, dass die Behörde deswegen kein Recht gehabt hätten, das ganze Haus zu zerstören.
   Die South China Morning Post berichtet am 3. August, dass drei Ortspfarrer darüber klagten, dass in den letzten sieben Monaten wenigstens drei Kirchen zerstört worden sind und mehr als 160 Kreuze, darunter auch von einigen katholische Kirchen heruntergerissen worden sind, weil die Größe diese Symbole größer war, als die Bauordnung der Stadt Wenzou zuließ. “Die Bürokratie verzögert Bauanträge über Jahre – das würde selbst die Geduld von Heiligen auf die Probe stellen”, schreibt ein Leitartikel “Beide: Sünder und Heilige im Aufruhr.” Die Bauordnung kann man frei auslegen oder auch brechen, wenn die Antragsteller schon anfangen zu bauen, ohne die Baugenehmigung zu haben.
   Und in der Tat sagen mehrere Kirchenführer in Wenzhou, Proviz Zhejiang, wegen der Bürokratie werden so die Stadtplanung und auch die Regelungen über Land-Resourcen übertreten. Aber sie sind überzeugt, dass die Architektur gängige Praxis ist in Wenzhou, der Stadt, die man auch Chinas Jerusalem nennt, wegen der zahlreiche Häuser des Gebetes. CH140805

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China lässt Kreuze von Kirchen entfernen - China möchte chinesische und nicht "ausländische" Werte fördern

   Chinesische Behörden lassen derzeit offenbar Kreuze von katholischen Kirchen entfernen. Das berichtet der asiatisch-katholische Pressedienst Ucanews. Demnach seien in den letzten Tagen Kreuze von jeweils vier Kirchen in den Diözesen Taizhou und Hangzhou in der Provinz Zhejiang entfernt worden. Zuvor hätten die Behörden bereits Kreuze von Kirchen in der Diözese Wenzhou abnehmen lassen.
   Das Vorgehen sei Teil der Politik der kommunistischen Führung in Peking, berichtet Ucanews unter Berufung auf Quellen aus der Provinz. Die Regierung fordere von ethnischen und religiösen Minderheiten, chinesische Sitten, Gebräuche und Symbole zu übernehmen, hieß es. Betroffen seien neben Christen auch Muslime und Tibeter.
   Die Entfernung von Kreuzen an Kirchen in China hat laut Ucanews bereits 2013 begonnen. Betroffen seien zunächst rund 1.100 protestantische Kirchen gewesen. Die Gemeindepriester würden durch die Drohung, die ganze Kirche abzureißen, genötigt, der Entfernung der Kreuze zuzustimmen. Rv150707sk  

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China: Erste Bischofsweihe im Pontifikat von Franziskus  Foto: Katholische Kathedrale in Beijing

   Der katholische Priester Joseph Zhang Yinlin (44) soll am Dienstag zum Bischof von Anyang in der östlichen Provinz Henan geweiht werden. Zhang wurde im April von den Katholiken seines Bistums gewählt und hat inzwischen die Zustimmung des Papstes, wie die katholische Nachrichtenagentur „UCAnews“ meldet. Es handelt sich um die erste Bischofsweihe in der Volksrepublik seit drei Jahren und die erste im Pontifikat von Papst Franziskus. Zuletzt war am 7. Juli 2012 Thaddeus Ma Daquin als Weihbischof im Bistum Schanghai an der Ostküste eingeführt worden, damals mit Zustimmung von Papst Benedikt XVI. Noch am selben Tag hatte Ma seine Mitgliedschaft in der von Regierung und Partei kontrollierten Katholischen Patriotischen Vereinigung aufgekündigt. Seit dieser Provokation lebt er unter Hausarrest in einem Priesterseminar.
   Laut „UCAnews“ ist bisher noch nicht bekannt, welcher Bischof die Weihe von Zhang am 04. August vornehmen wird. Für die Regierung ist die Anwesenheit eines nicht von Rom anerkannten Bischofs bei einer solchen Zeremonie Ausdruck ihrer Kontrolle. Der Anspruch des Papstes, Bischöfe frei ernennen zu können, ist einer der strittigen Punkte in den schwierigen Gesprächen zwischen Peking und dem Vatikan.
   Mit dem Priester Cosmos Ji Chengyi wurde im April auch ein neuer Bischof für Zhumadian, ebenfalls in der Provinz Henan, gewählt. Auch er hat inzwischen die Zustimmung des Papstes. Ein Datum für seine Weihe und Amtseinführung steht laut „UCAnews“ noch nicht fest. Rv150802m

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 Zum ersten Mal seit 2012 ist in China wieder ein Bischof unter Teilnahme der Öffentlichkeit geweiht
Foto: Chorsänger gestalten die Festmesse in Shenyang. 1.400 Gläubige nahmen daran teil

   Die Bischofsweihe fand öffentlich in China statt, erstmalig sei drei Jahren – und endlich, seit der Vatikan und China letzten Sommer wieder aufgenommen haben.
   Pfarrer Joseph Zhang Yinlin wurde zum Bischofs-Coadjutor in der Herz-Jesu-Kirche – der Kathedrale der Diözese Anyang durch drei vom Vatikan anerkannte und von der chinesischen Regierung bestätigte Bischöfe. Vom Vatikan nicht anerkannte Bischöfe waren bei der Bischofsweihe nicht zugegen. Der 04. August wurde als Weihetag gewählt wegen des Festtages des Heiligen Johannes Vianney, dem Pfarrer von Ars und Patron der Priester.
   Nach Informationen der website der katholischen Kirche in Henan, konzelebrierten im Weiheamt 75 Priester und unter den 1.400 Besuchern waren 120 Ordensschwestern. Seitens der Behörden wurde die Teilnahme auf je 25 Vertreter der 17 Gemeinden der Diözese begrenzt. Agenturen berichteten, dass Gäste ohe Personalausweis nicht zugelassen wurden.
   Die Sicherheitsmaßnahmen waren so streng wie auf dem Flughafen. Ein Teilnehmer berichtete, dass alle Gäste zweimal kontrolliert wurden – trotz des Regens waren hunderte Polizisten und Feuerwehrmänner im Einsatz. Ein Priester bestätigte, dass etwa 500 Besucher von den Ordnungskräften abgedrängt wurden. Sie konnten jedoch in der Gemeindeschule vor dem Fernsehschirm die Feier mitverfolgen.
   Bischof Zhang wurde in der Provinz Henan im Jahr 1971 geboren. Er studierte von 1992-1996 Theologie im Nationalseminar in Beijing. Nach der Priesterweihe im Jahr 1996 wurde er zum Generalvikar der Diözese berufen. Am 29. April wurde er zum Koadjutor-Bischof gewählt und vor der Bischofsweihe vom Vatikan anerkannt. Ein anderer vom Vatikan anerkannter Bischofs-Kandidat, Pfarrer Cosmos Ji Chengyi von Zhumadian (in derselben Provizn von Henan) nahm an der Festmesse teil. Das Datum seiner Bischofsweihe wurde noch nicht bekannt. Die letzte Bischofsweihe wurde am 07. Juli 2012 vollzogen, als Pfarrer Thaddeus Ma Daqin zum Weihbischof in Shanghai geweiht wurde. Er war vom Vatikan anerkannt und auch von der chinesischen Regierung akzeptiert. Unmittelbar nach seiner Bischofsweihe trat er aus der staatlich gelenkten “Katholisch-Patriotischen-Gesellschaft” aus, um sich ganz dem Dienst in der Diözese zu widmen. Seitdem steht er unter Hausarrest auf dem Gelände des Shangaier Priesterseminars in Sheshan. Jegliche Tätigkeit als Bischof ist ihm untersagt, obwohl er öfter im Internet liturgische Botschaften über die Tageslesungen der heiligen Messe verbreitet.
   Die vom Staat eingesetzte  “Bischofskonferenz”  widerrief seinen Status als Koadjutor, aber Erzbischof Savio Hon Tai-Fai, der Sekretär der vatikanischen Kongregation für die Evangelisierung der Völker, erklärte, dass auch rechtlich errichtete und vom Vatikan anerkannte Bischofskonferenzen “nicht dass Recht haben, Bischöfe zu ernennen oder anzuerkennen, ihre Berufung zu widerrufen oder auch Sanktionen gegen sie zu erlassen”.  Die von der chinesischen Regierung bestimmte “Bischofskonferenz” ist nicht vom Vatikan anerkannt, und hat daher noch weniger Rechte; die Entscheidungen gegen bischof Ma “entbehren jeglichen juridischen Wert”, sagt Savio Hon Tai- Fai.
   Am 10. Juli 2015 hat Bischof Martin Wu QinJing von Zhouzhi sein Bischofsamt wieder aufgenommen. Er wurde vom Vatikan im Jahr 2005 zum Bischof ernannt und im Stillen geweiht. Als seine Weihe im Jahre 2007 öffentlich bekannt wurde, musste er sich auf Weisung der Regierung in die katholische Schule in XI’an zurückziehen, konnte aber an Priesterkonferenzen teilnehmen und Gäubie empfangen. Jetzt wurde ihm die Rückkehr in sein Bischofsamt in Zhouzhi gestattet.  CH150806ucanews

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China weist auf Papstgebet vom Samstag hin  Foto: Tianjin zwei Tage nach Beginn der Explosionen

 Chinas Presse hat das Gebet gewürdigt, das Papst Franziskus beim Angelusgebet zum Hochfest Mariä Himmelfahrt  gesprochen hat. Der Papst hatte ins besondere für die Opfer in Tianjin gebetet, welche den Explosionen und damit zusammenhängenden Unglücken zum Opfer gefallen sind. In der Presse des Landes wird ausführlich über dieses Papstgebet berichtet. Rv150816ord C

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Nachrichtenagentur: „Gespräche Peking-Vatikan“ -  Franziskus unterwegs, vielleicht bald nach China?

   Die kirchliche Nachrichtenagentur ucanews gibt an, eine Delegation des Vatikan habe sich am 11. Oktober in der chinesischen Hauptstadt Peking aufgehalten. Mit den Behörden hätten die Besucher aus dem Vatikan „eine zweite Runde von Verhandlungen“ geführt, so ucanews. Eine Bestätigung aus dem Vatikan gibt es dafür nicht. Allerdings hat Papst Franziskus Ende September vor Journalisten bestätigt, dass der Heilige Stuhl „Kontakte“ zum chinesischen Regime habe: „Wir reden miteinander, und man muss vorangehen“, so der Papst wörtlich.
   Papst Franziskus würde außerdem, wenn die Umstände es zuließen, sofort nach China reisen. Das sagte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin vergangene Woche bei einem Besuch im italienischen Campobasso. Allerdings sei „die Lage noch nicht reif“. Immerhin werde „langsam und diskret an einer Übereinkunft“ mit dem chinesischen Regime gearbeitet. Über die Erfolgsaussichten der Gespräche wollte Kardinal Parolin sich nicht auslassen. Es sei „im Moment unmöglich, Vorhersagen zu treffen“. Aus seiner Sicht wäre es „auch mit Blick auf eine internationale Entspannung und für den Frieden in der Welt sehr wichtig, dass China mit seiner historischen und jetzigen Bedeutung eine Form des Einverständnisses und der Zusammenarbeit mit dem Heiligen Stuhl findet“. Rv151016sk

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„Papst würde noch heute nach China reisen“ Foto: Kardinalstaatssekretär Parolin

   Papst Franziskus würde, wenn die Umstände es zuließen, sofort nach China reisen. „Wenn sich die Türen öffnen würden, dann würde er heute noch aufbrechen“, sagte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Sonntagnachmittag bei einem Besuch im italienischen Campobasso. Allerdings sei „die Lage noch nicht reif“. Immerhin werde „langsam und diskret an einer Übereinkunft“ mit dem chinesischen Regime gearbeitet. Über die Erfolgsaussichten der Gespräche wollte Kardinal Parolin sich nicht auslassen. Es sei „im Moment unmöglich, Vorhersagen zu treffen“. Aus seiner Sicht wäre es „auch mit Blick auf eine internationale Entspannung und für den Frieden in der Welt sehr wichtig, dass China mit seiner historischen und jetzigen Bedeutung eine Form des Einverständnisses und der Zusammenarbeit mit dem Heiligen Stuhl findet“. Rv151011sk

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Papst besucht chinesische Arbeiter in Prato

Papst Franziskus: Vatikan will offenbar mit China Dialog aufnehmen
  
Seit Jahrzehnten ist die Beziehung zwischen dem Vatikan und China belastet, jetzt nähern sich Kirche und Kommunisten an: Einem Medienbericht zufolge könnte noch in diesem Jahr ein Treffen stattfinden.

   Peking - Vor Jahren haben die Kommunisten in China den Kontakt zum Vatikan abgebrochen, nun wollen sie laut einem Medienbericht wieder formelle Gespräche aufnehmen. "Die Atmosphäre ist auf beiden Seiten recht positiv, den Dialog jetzt neu zu beginnen", so zitiert die chinesische Zeitung "South China Morning Post" einen nicht genannten engen Mitarbeiter von Papst Franziskus. Der Vatikan warte darauf, dass Peking Ort und Zeit der Gespräche bestätige.
   Die Kirche in China ist seit dem Bruch der Kommunisten mit dem Vatikan im Jahr 1951 gespalten: Es gibt eine von Peking kontrollierte Staatskirche, nach eigenen Angaben zählt sie sechs Millionen Mitglieder. Sie dürfen den Papst nicht als Oberhaupt verehren. Die schätzungsweise doppelt so große Untergrundkirche entzieht sich der kommunistischen Kontrolle. Ihre Mitglieder stehen loyal zum Papst, leiden deswegen aber unter staatlicher Verfolgung. Sie treffen sich in Privathäusern und an geheimen Orten, um ihren Glauben ohne Kontrolle ausüben zu können.
   Schon
Papst Benedikt XVI. hatte versucht, auf die chinesische Führung zuzugehen. Im Jahr 2010 war eine Annäherung zwischen Rom und Peking gescheitert - unter anderem weil China immer wieder eigenmächtig Bischöfe ohne den Segen des Vatikans weiht.
   Das Treffen könnte nach Angaben eines weiteren Vatikan-Vertrauten noch in diesem Jahr stattfinden, schreibt die "South China Morning Post". Allerdings seien in China erst kürzlich wieder Dutzende katholische und protestantische Kirchen zerstört worden - das könne den Dialog zusätzlich verkomplizieren. "Seit der Wahl des Papstes wartet jeder darauf, wie er mit China umgehen wird, ob er sich für einen härteren Umgang entscheidet oder Kompromisse eingeht", sagte der Mitarbeiter der Zeitung.  Spiegel-panorama

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 Vatikanische Delegation zu Verhandlungen in Peking- Foto: Kardinal Parolin

   Der Dialog zwischen dem Vatikan und dem kommunistischen Regime in Peking ist offenbar intensiver als bislang bekannt. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bestätigte, dass eine vatikanische Delegation Mitte Oktober zu Verhandlungen nach Peking gereist ist. Der laufende Dialog sei „sehr positiv“, sagte Parolin laut dem Internetportal „Vatican insider“ am Donnerstag. Es sei nicht das erste Mal, dass eine vatikanische Delegation nach China gereist sei, erklärte der Kardinalstaatssekretär demnach am Mittwochabend vor Journalisten am Rande eines Kongresses in Rom. Der Besuch sei Teil auf einem „gewissen Weg mit Blick auf eine Normalisierung der Beziehungen“.
  Zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China bestehen keine diplomatischen Beziehungen. Das Haupthindernis ist Pekings Anspruch auf eine staatliche Kontrolle der katholischen Kirche und auf Ernennung von Bischöfen.
   Mit Blick auf eine mögliche China-Reise von Papst Franziskus sagte Parolin, „wir wünschen uns das sehr“. Franziskus hatte mehrfach betont, dass er gerne China besuchen wolle, zuletzt während des Rückflugs von seiner Reise nach Kuba und in die USA Ende September. Damals wurde ein mitreisender Journalist von vatikanischer Seite eigens gebeten, dem Papst eine Frage zu China zu stellen. Im März hatte Parolin Medienberichte über „konkrete Fortschritte“ im Dialog mit Peking dementiert.
   Regelmäßige Gespräche zwischen dem Vatikan und Peking hatte es zuletzt zwischen 2007 und 2009 gegeben. Verhandlungsführer auf vatikanischer Seite war Parolin, damals stellvertretender vatikanischer Außenminister.
Rv151029mg

                                              Zaghafte Kontakte zwischen Rom und Peking

   Der Heilige Stuhl hat sich offenbar mit dem Pekinger Regime über den nächsten Bischof von Chengdu in der Provinz Sichuan verständigt. Das berichtet die asiatische katholische Nachrichtenagentur Ucanews. Rom habe die Wahl von Tang Yuange bestätigt, kurz nachdem eine Delegation des Heiligen Stuhls im vergangenen Oktober Gespräche in Peking geführt habe, so die Agentur. Der neue Bischof sei im Mai 2014 von einem Komitee gewählt worden, dessen Mitglieder die Regierung benannt habe; seine Weihe sei für 2016 vorgesehen.
   2012 hatte der Heilige Stuhl daran erinnert, wie wichtig es sei, „keine Bischofsweihen ohne päpstlichen Auftrag zu erteilen“. Ucanews sieht die Bestätigung des neuen Bischofs von Chengdu als einen „Test“. Es sei der erste Vorgang dieser Art im Pontifikat von Papst Franziskus. Unter seinem Vorgänger Benedikt XVI. war es in China wiederholt zu Bischofsweihen ohne oder sogar gegen die Anweisungen aus dem Vatikan gekommen. Die Volksrepublik China und der Heilige Stuhl unterhalten seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen mehr.
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Die chinesischen Behörden entfernen die Kreuze von den katholischen Kirchen 
Foto: Eine katholische Frau küsst das Kreuz auf dem Pilgerweg nach Baoji, China

   Beamte der chinesischen Regierung entfernten gestern das Kreuz von der Kirche in Zhuangyuan der Pfarrei Yongqiang. Die chinesischen Behörden verstärkten ihre Kampagne zur Entfernung von Kreuzen von den Kirchtürmen und holten die Kreuze jetzt auch von Kirchen in der Provinz Zhejang – kurz vor der Abenddämmerung. Sie entfernten das Kreuz der von der Kirche in Zhuangyuan der Pfarrei Yongqiang. Wenige Tage vorher hatte der Direktor für religiöse Angelegenheiten zur Sicherheit für die Religionen aufgerufen – im Hinblick auf den G-20-Gipfel, der im September stattfinden wird.
   Ucanews berichtet, dass am Abend die Gemeinde in Yongqiang nach einer Warnung vor der Entfernung des Kreuzes sich versammelte, konnten aber nicht wie im Vorjahr die Beamten daran hinder. Der Pfarrer wurde über diese Staatliche Geheim-Aktion vorher nicht informiert. Wenigstens 18 Kreuze wurde in Zghejiang von den protestantischen Kirchen in diesem Jahr heruntergeholt. 
   Ucanews beritchtet, dass jetzt zum ersten Mal auch die katholische Kirche Ziel dieser Angriffe wurde, obschon die katholische Kirche mit etwa 210.000 Mitlgiedern relativ klein ist. Seit Ende 2013 sind in der kirchenfeindlichen Aktion mehr als 1.700 Kreuze von den Kirchen entfernt. Bei einem Gewaltakt gegen eine andere katholische Kirche in Yonggiang – der Bajia-Kirche – hat am 24. Februar hat die örtliche Regierung die Zuleitung von Wasser und Strom unterbrochen. “Der Jahreswechsel in China fand am 22. Februar statt; daher waren nach den Feiertagen wieder alle an ihren Arbeitsplätzen – die Beamten für Religion und auch die Abrissarbeiter der Kommune, schreibt eine katholische Evanglelisierungsgruppe von Wechat im viel gelesenen social-media Netzwerk in China.
   Während dieser Gewaltakte des Staates beahupten die Behörden, sie suchen Annäherung von der katholischen Kirche, sagt ein Priester, aber er sei nicht sicher, dass die Regierung die Aktion, Kreuze von den Kirchen zu entfernen, stoppen werde. CH160226

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China: Kreuze durch Nationalflaggen ersetzt  -  Katholische Kirche im Tibet

   Die Kommunistische Partei hat weiter deutliche Schritte unternommen, christliche Gemeinschaften in China einer stärkeren Kontrolle zu unterwerfen. Im Rahmen der verstärkten Offensive der vergangenen Jahre seien Kreuze von christlichen Kirchen abmontiert worden und durch Nationalflaggen ersetzt worden. Außerdem nahmen Parteifunktionäre an den religiösen Treffen teil und verteilten Propagandablätter. Das berichtet Ucanews an diesem Samstag. In der Provinz Zhejiang seien nunmehr alle christlichen Kirchen ihres Kreuzes beraubt, so dass die 2013 gestartete Kampagne als erfolgreich beendet gelten könne. Rv160618cs

sin-123-ZZzz-epaMaDaqin

Foto: Katholiken küssen den Ring des Weihbischofs Ma Daqin
 nach seiner Bischofsweihe in der St.Igantius-Kathedrale, Shanghai.

   Chinesischer Bischof verwirrt Gläubige durch den Widerruf seiner Haltung zur staatskontrollierten Kirche. Bischof Thaddeus steht seit vier Jahren unter Hausarrest; jetzt sagt er, dass es falsch von ihm war, die von der Regierung geleitete “Katholische Patriotische Gesellschaft” zu kritisieren. Bischof Thaddeus sagte unmittelbar nach seiner Bischofweihei m Jahre 2012, er wolle seine ganze Zeit der Kirche geben, für die “Katholische Patriotische Gesellschaft” könne er sich nicht mehr einsetzen. Jetzt revidierte er diese Aussage. Die KPG beansprucht offiziell die Steuerung der katholischen Kirche in China, wird aber vom Vatikan und von der Mehrheit der 12 Millionen chinesischen Katholiken nicht anerkannt. Der Bischof erhielt bei seinem Rücktritt von der KPG einen donnernden Applaus, meldet die Reuter-Agentur. Die chinesischen Katholiken der nicht vom Staat anerkannten Untergrundkirche verehren ihn sehr. Seit seiner Weihe zum Bischof mit dem Recht auf Nachfolge des Bischofs Jin Luxian von Shanghai wurde ihm von der Regierung jede pastorale Arbeit verboten und es wurde ihm nach dem Tod des Bischofs Jin Luxian nicht erlaubt, den Bischofsstuhl von Shanghai zu besetzen. Nach Presseberichten musste er sich unter Arrest vier Jahre der kommunistischen Indoktrination unterziehen. Diese Gehirnwäsche erklärt sein Lob auf die KPG, die das staatliche Ziel verfolgt, die katholische Kirche gleichzuschalten und sich vom Papst loszusagen. CH160617-

Die Kirche in China

   Der Vatikan hofft auf ein neues Kapitel in den diplomatischen Beziehungen zu China. Zwar gebe es noch zahlreiche Probleme wie auch die Möglichkeit weiterer „unterschiedlicher Positionen und Ausrichtungen“, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei einem Vortrag im italienischen Pordenone. Ähnliche Probleme seien aber schon vor 70 Jahren erfolgreich gelöst worden. Ziel müsse sein, dass katholische Chinesen noch sichtbarer ihre Verbindung mit dem Papst zeigen dürften und zugleich chinesische Staatsbürger blieben.
   Der Heilige Stuhl strebe „neue und gute Beziehungen zu China, einschließlich diplomatischer Beziehungen“ nicht zum Selbstzweck an, sondern zum Wohl der katholischen Gläubigen, des ganzen chinesischen Volkes und der „Harmonie der gesamten Gesellschaft“, sagte Parolin. Papst Franziskus wisse ebenso wie seine Vorgänger um das „stille Martyrium“ der katholischen Gemeinschaft in China, ihre „äußeren und inneren Schwierigkeiten“ und ihre „Sehnsucht nach voller Gemeinschaft mit dem Petrusnachfolger“.
   Ähnlich hatte sich Parolin vor wenigen Tagen in einem Zeitungsinterview über eine Annäherung zwischen dem Heiligen Stuhl und Peking geäußert. Die Verhandlungen würden von beiden Seiten mit „gutem Willen“ geführt. Einzelheiten nannte er nicht.
   Schätzungen zufolge sind rund 13 Millionen der 1,3 Milliarden Chinesen Katholiken. Behörden geben ihre Zahl mit 6 Millionen an. Neben einer staatlich zugelassenen „Patriotischen Vereinigung der Katholiken Chinas“ gibt es Gemeinden, die an einer engen Verbindung mit dem Papst festhalten und staatlichen Sanktionen ausgesetzt sind. Bischofsernennungen sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Konflikte zwischen dem Vatikan und der Regierung in Peking.
  Rv160827cz

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Kirche in China: Untergrundkirchenbischof beigesetzt

   Unter großer Anteilnahme der Gläubigen vor Ort ist der katholische Bischof von Mindong, Vincenzo Huang Shoucheng, beigesetzt worden. Der Bischof ist am 30. Juli im Alter von 93 Jahren verstorben und war – trotz der fehlenden Anerkennung durch die chinesischen Behörden – eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Stadt, in der die Mehrheit der katholischen Gläubigen der Untergrundkirche angehört. Sein Nachfolger Guo Xijin habe mit den Behörden die Details der Beisetzung abgesprochen, berichtet die Nachrichtenagentur Asianews. Die Beisetzungsmesse wurde in der örtlichen Kathedrale gefeiert, wo etwa 3.000 Gläubige am Gottesdienst teilnahmen. 10.000 Gläubige sollen den Angaben nach vor der Kirche verweilt haben, während weitere Tausende die Straßen säumten, durch die der Trauerzug führte.
Untergrundkirche und offizielle Kirche
   In China existieren zwei Formen der katholischen Kirche, eine Untergrundorganisation, deren Bischöfe von Rom eingesetzt werden und eine staatliche anerkannte Organisation, die katholisch-patriotische Vereinigung, deren Bischöfe durch die staatlichen Autoritäten eingesetzt werden und oftmals nicht durch Rom anerkannt sind. Priester und Gläubige der Untergrundkirche leiden unter vielfältigen Verfolgungen durch die staatlichen Behörden, was auch Gefängnisaufenthalte und Hausarreste einschließt. Der verstorbene Bischofs selbst habe 35 Jahre seines Lebens in Gefängnissen, Arbeitslagern und Hausarrest verbracht, so Asianews. Rv160802cs

  > > > Lesen auch die Nachrichten aus der Kirche in China und China II

                         kbwn: China aktuell

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