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Diabetes

Kann Diabetes Typ 1 bald mit Nabelschnurblut  geheilt werden?

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Ein internationales Forscherteam an der Universität von Illinois in Chicago USA berichtet von
erstaunlichen Ergebnissen im Kampf gegen Diabetes Typ 1:
Yong Zhao,  Brian Lin und Robert Darflinger Foto 1-3von links nach rechts,
mit ihren Kollegen Yongkang Zhang, Mark Holterman, Randal A. Skidgel
haben erfolgreich eine Stammzell-Therapie gegen Diabetes durchgeführt.
Die University of Illinois in Chicago hat ihren Erfolg im Fachmagazin BMC-MEDICINE veröffentlicht.
“Human cord blood stem cell-modulated regulatory T lymphocytes reverse
the autoimmune-caused type 1 diabetes in nonobese diabetic (NOD) mice”.

Stammzell-Therapie gegen Diabetes - Studie: Kontakt mit gesunden Zellen behebt Fehlfunktion bei Typ 1

   Stammzellen aus Nabelschnurblut können Diabetes Typ 1 lindern und möglicherweise zukünftig ganz heilen. Das zeigt eine erste Studie an 15 Patienten mit dieser angeborenen Autoimmunerkrankung. Beim Diabetes Typ 1 greift das Immunsystem irrtümlich die Insulin produzierenden Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Doch die fehlgeleitete Abwehr lasse sich umerziehen, wenn man Immunzellen mit gesunden Stammzellen aus gespendetem Nabelschnurblut in Kontakt bringe, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin BMC Medicine.
   Für die neue Methode unterzogen die Wissenschaftler die Patienten einer Art Blutwäsche. Sie entnahmen Blut und isolierten daraus vorübergehend die weißen Blutkörperchen. Diese Abwehrzellen des Immunsystems ließen sie über eine Fläche mit Stammzellen aus Nabelschnurblut strömen. Anschließend wurden die Abwehrzellen wieder mit dem restlichen Blut vereinigt und dieses in den Körper der Patienten zurückgeleitet. Die gesamte Prozedur dauert rund zwei bis drei Stunden.
   „Bereits eine einmalige Behandlung mit dieser Methode brachte Patienten mit mittlerem bis schwerem Diabetes Typ 1 eine anhaltende Verbesserung", berichten Yong Zhao von der University of Illinois in Chicago und seine Kollegen. Die Patienten mussten sich nach der Behandlung erheblich weniger Insulin spritzen als zuvor. Diese Wirkung habe auch noch nach 40 Wochen angehalten.
   Es habe deutliche Anzeichen dafür gegeben, dass die Behandlung die Autoimmunreaktion gegen die Insulin produzierenden Zellen abschwäche, sagen die Forscher. Durch den Kontakt mit Signalmolekülen an der Ober- fläche der Stammzellen hätten die Abwehrzellen und damit auch das Immunsystem gelernt, die Inselzellen nicht mehr anzugreifen. Das ermögliche es diesen, sich zu regenerieren und selbst wieder Insulin zu erzeugen.
   Nach Ansicht der Forscher lassen sich mit der neuen Methode die beiden Hauptziele für die Heilung von Diabetes Typ 1 erreichen: die Umkehr der fehlgeleiteten Autoimmunreaktion und die Regeneration der Inselzellen. Sollte sich dieses Ergebnis in weiteren Studien bestätigen, könnte sich die Erziehung des Immunsystems durch Nabel- schnur-Stammzellen als vielversprechende Therapie gegen Diabetes Typ 1, aber auch gegen andere Autoimmun- erkrankungen erweisen.
   Die Besonderheit an der neuen Methode sei, dass die Stammzellen nicht in den Körper der Patienten gelangten, sagen die Wissenschaftler. Der Kontakt zu deren Lymphozyten finde nur während der Blutwäsche statt. Das verringere die Gefahr einer Übertragung von Krankheiten oder einer Abstoßungsreaktion.
    An der Studie hatten 15 junge Erwachsene teilgenommen, die bereits seit acht und mehr Jahren an Diabetes Typ 1 litten. Die Wirkung der einmaligen, zwei bis drei Stunden dauernden Behandlung testeten die Forscher nach 4, 12, 24 und 40 Wochen. Im Blut der Patienten habe man dabei zunehmend mehr Substanzen gefunden, die nur bei der Produktion von körpereigenem Insulin entstehen, berichten die Wissenschaftler. Außerdem hätten sich auch Anzeichen für eine korrekte Immunreaktion vermehrt, hieß es. NOZ120111dapd

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Diabetes: Spätfolgen verhindern. Nerven und Blutgefäße können Schaden nehmen.

    „Diabetes ist eine heimtückische Krankheit, die sich in ihrem ganzen Ausmaß, erst in den Folgeschäden zeigt", sagt Diabetesberaterin Michaela Berger. „Speziell Menschen mit Typ-2-Diabetes leben oft jahrelang mit der Erkrankung, ohne es zu wissen, und leiden bereits unter Folgeerkrankungen, wenn der Diabetes diagnostiziert wird", betont Prof. Dr.med. Thomas Jürgen Haak Foto oben, Chefarzt der Diabetesklinik in Bad Mergentheim. Die Entgleisung des Blutzuckers wirkt sich besonders auf Blutgefäße und Nerven aus.
    Doch auch die Seele ist betroffen. „Eine Meta-Analyse von 42 Studien zeigt, dass Diabetes-Patienten doppelt so häufig Depressionen haben wie Nichtdiabetiker", erläuterte Diabetologe Dr. Rainer Lundershausen kürzlich auf der gemeinsamen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) in Berlin. Er empfiehlt deshalb ein jährliches Depressions-Screening bei Diabetikern.
Diabetes ist die häufigste Ursache für eine Dialyse
   „Die ersten Folgeschäden können nach acht bis zehn Jahren auftreten, wenn die Krankheit nicht oder nur unzu- reichend behandelt wird", sagt Prof. Haak. Die Erkrankungen der kleinen Blutgefäße betreffen in erster Linie die Augen und die Nieren. Die Netzhaut wird geschädigt, es kann zu Blutungen und Gefäßwucherungen kommen. Wenn die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens, betroffen ist, ist das Augenlicht gefährdet. „Diabetische Netzhautveränderungen sind die häufigste Erblindungsursache in Europa", sagt Prof. Haak.
   Sind die kleinen Blutgefäße in den Nieren geschädigt, können diese nicht mehr richtig arbeiten. Eiweißstoffe, die der Körper normalerweise verarbeitet, werden mit dem Urin ausgeschieden. Durch den Nachweis dieser Eiweiß- stoffe im Urin kann man wiederum Nierenschäden frühzeitig erkennen und behandeln. Geschieht dies nicht, kann es zu schweren Einschränkungen der Nierenfunktion kommen. „Der Diabetes ist in Deutschland die häufigste Ursache dafür, dass Patienten zur Dialyse - Blutwäsche - müssen", so Prof. Haak.
   Schädigungen der großen Blutgefäße können im Gehirn zu Durchblutungsstörungen bis zum Schlaganfall führen, am Herzen kommt es zu Verkalkungen der Herzkranzgefäße, die Angina pectoris und Herzinfarkt zur Folge haben können. Auch an den Beinen sind Durchblutungsstörungen häufig, die Schmerzen beim Gehen hervorrufen.
   Sind die Nerven geschädigt, haben die Patienten Missempfindungen wie Pelzigkeit, Ameisenlaufen, Kribbeln und Schmerzen, oder es gibt Ausfallerscheinungen - Hitze, Kälte, Schmerzen, auch Berührungen werden nicht mehr wahrgenommen. „So kommt es, dass Patienten Verletzungen unterschätzen, weil sie ja nicht weh tun", sagt Diabetologe Haak. „Nervenschäden führen auch dazu, dass die Haut, besonders an den Beinen, trocken und spröde wird, sie kann Risse bekommen, Infektionen können sich ausbilden."
   „Die Patienten, die in unsere diabetologische Praxis überwiesen werden, haben alle schon einen Fußschaden", berichtet Michaela Berger, die auch stellvertretende Vorsitzende der gemeinnützigen Organisation diabetesDE ist. Sie und ihre Kolleginnen helfen den Betroffenen mit konsequenter Behandlung, Wunden auch wieder zu schließen. Experten schätzen, dass Diabetes in Deutschland jährlich zu mehr als 30.000 Amputationen führt.
Das Risiko von schweren Unterzuckerungen vermeiden
   „Wenn man die Diabetes-Folgeerkrankungen rechtzeitig erkennt, kann man sie gut behandeln", sagt Prof. Haak. Wichtig seien regelmäßige Kontrolluntersuchungen und vor allem die gute Einstellung von Blutzucker und Blutdruck durch Medikamente und Insulin sowie eine Änderung des Lebensstils mit ausgewogener Ernährung, Gewichtsabnahme und Bewegung.
   Doch nicht nur ein zu hoher Blutzuckerwert richtet Schaden an. Unterzuckerungen können nicht nur akute Komplikationen wie Bewusstlosigkeit oder Sturzverletzungen nach sich ziehen. „Studien haben gezeigt, dass Diabetiker, die schwere Unterzuckerungen erleiden, ein zwei- bis vierfach höheres Risiko haben, an einer Herz- Kreislauf-Erkrankung zu sterben", berichtete Prof. Monika Kellerer vom Marienhospital Stuttgart auf der Tagung in Berlin. Sie betonte, wie wichtig intensive Schulungen für Menschen mit Diabetes seien, um solche Risiken zu vermindern. Dazu gehöre auch die regelmäßige Blutzuckerselbstmessung. HA101112HAZ

Weltdiabetestag
   Der Weltdiabetestag am 14. November soll alljährlich auf die Bedeutung der chronischen Erkrankung Diabetes und ihrer Spätfolgen aufmerksam machen. Die zentrale Veranstaltung in Deutschland fand am 14. November in Berlin im Congress Centrum am Alexanderplatz statt. Es wurden Vorträge, Informationen und Mitmachaktionen geboten. Mehr Infos unter www.diabetesde.org. Weitere Veranstaltungen in ganz Deutsch- land findet man unter www.diabsite.de/aktuelles/ termine/terminell.html

Prof. Jochen Kußmann  Diab-PfJochenKußmann-- _diab-PfDirkMüllerWieland--  Prof. Dirk Müller-Wieland

Darm-Operationen helfen bei Diabetes
Prof. Jochen Kußmann und Prof. Dirk Müller-Wieland sind die Präsidenten des Kongresses

Auf einer Tagung in Hamburg diskutieren Experten neue Erkenntnisse der Endokrinologie
   Chirurgische Eingriffe können Diabetes-Erkrankungen positiv beeinflussen. Auf diesen Zusammenhang sind Ärzte durch Operationen von stark übergewichtigen Menschen gestoßen. „Es ist ein interessantes Phänomen, dass sich der Stoffwechsel beim Diabetes verbessert und sich manchmal sogar langfristig normalisiert, wenn man Menschen wegen schweren Übergewichts operiert und dabei ein Teil des oberen Darms stillgelegt wird", sagt Prof. Dirk Müller-Wieland, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin mit den Schwerpunkten Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel an der Asklepios-Klinik, Hamburg, St. Georg.
   Entscheidend dafür ist, dass bei einer Magenbypass-Operation, bei der der Magen des Patienten radikal ver- kleinert wird, der obere Teil des Dünndarms aus der Speisepassage ausgeschlossen wird. Die Besserung ist unabhängig vom Ausmaß der Gewichtsreduktion und tritt bereits kurz nach der Operation auf. Zurzeit wird bereits erforscht, wie man diese Effekte auch ohne einen chirurgischen Eingriff erreichen könnte.
Fettablagerungen in den Organen spielen bei Diabetes eine Rolle
  Was aber genau im Darm passiert, ist noch unklar. „Wir wissen nur, dass der obere Dünndarm Hormone frei- setzt und dass sie viel mehr Einfluss haben, als wir bisher dachten - nicht nur auf die Sättigung, sondern auch auf die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Und wir wissen, dass sich bei Patienten, die operiert werden, die Balance dieser Hormone ändert", erklärt Müller-Wieland. Die Mediziner hätten bis jetzt gelernt, dass das autonome Nervensystem, das die Organe versorgt, eine Rolle spielt. Denn es gebe anschei- nend eine sehr enge Rückkopplung an die Zentren im Gehirn, die unser Hunger- und Sättigungsgefühl und den Stoffwechsel in Leber und Fettgewebe beeinflussen können.
   Die Zusammenhänge zwischen der chirurgischen Behandlung des Übergewichts und dem Diabetes wurden auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie besprochen. Vier Tage lang diskutierten rund 800 Teilnehmer aktuelle Entwicklungen in ihrem Fachgebiet.  Dabei hatten die Hamburger Tagungspräsidenten Prof. Dirk Müller-Wieland und Prof. Jochen Kußmann die interdisziplinäre Behandlung in den Mittelpunkt gestellt. Denn oft ermöglicht erst die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Spezialisten, das komplexe Zusammenspiel der Hormone zu verstehen.
   Intensiv erforscht wird auch der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes. Dabei geht es auch um die Auswirkungen der Fettverteilung. Bisher wird vor allem Fettgewebe rund um die Eingeweide, das Bauchfett, als schädlich betrachtet, weil es über Botenstoffe den Stoffwechsel ungünstig beeinflusst. „In den letzten Jahren ist aber noch ein anderer Mechanismus klar geworden. Das Fett wird im Unterhautfettgewebe gespeichert. Wenn diese Speicherkapazität nicht ausreicht, lagert es sich in Organen wie Leber und Muskeln ab", sagt Müller-Wieland. Das Ausmaß der Ablagerungen zeige einen engen Zusammenhang mit einer verminderten Insulinwirksamkeit, einem Schlüsselmechanismus bei der Entstehung des Diabetes. „Die Speicherkapazität des Unterhautfettgewebes ist wahrscheinlich genetisch bestimmt", sagt der Stoffwechselspezialist. HA110330CorneliaWerner

Blutzuckermessgeräte

   Diabetes melliitus zählt zu den Epidemien des 21. Jahrhunderts. Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahr- hunderts registrierte die Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit nur rund 100 Millionen zuckerkranke Menschen, heute sind es schon knapp 300 Millionen – Tendenz dramatisch steigend! Für Pharma- und Medizin- technikkonzerne öffnet sich ein riesiger Markt: Vom künstlichen Insulin, über die medizinische Pflege diabetes- kranker Menschen bis hin zu Blutzuckermessgeräten – alles muss entwickelt, produziert und finanziert werden. Vor allem mit Blutzuckermessgeräten lässt sich viel Geld verdienen, weil jeder Diabetiker eines braucht.
   Alle Blutzuckermessgeräte messen gleich gut Egal welches Blutzuckermessgerät Sie kaufen, ob groß oder klein, teuer oder billig – alle modernen Geräte arbeiten zuverlässig und genau, einige reichen sogar fast an Labor- qualität heran. Es gibt also keine medizinischen Gründe, die für das eine oder gegen das andere Modell sprechen. Und in den Grundfunktionen unterscheiden sie sich ebenfalls kaum.
   Blutzuckermessgeräte bestehen aus zwei Teilen: aus dem Messgerät und aus den Teststreifen, auf die der Diabetiker einen winzigen Blutstropfen aufbringt. Messen ohne Pieksen funktioniert noch nicht. Den Teststreifen mit dem Blut schiebt der Diabetiker anschließend in das Gerät, zehn Sekunden später zeigt das Display des Gerätes den aktuellen Zuckerwert an. Weder müssen Knöpfe gedrückt, noch Daten eingegeben werden – Blutzuckermessgeräte arbeiten vollautomatisch. Vor der Messung sollte man sich die Hände waschen, um die Messungen nicht zu verfälschen. Es ist aber nicht nötig, die Fingerkuppe vor dem Stechen zu desinfizieren.
Auf die persönlichen Bedürfnisse kommt es an
   Blutzuckermessgeräte gibt es in allen Größen und Formen: Einige sind klein wie Armbanduhren, andere sehen aus wie Handys, Dritte schließlich gehen zumindest von der Form her als Zigarrenkisten durch. Wer sich ein Blutzuckermessgerät kauft, sollte wissen, dass er sich einen Dauerbegleiter zulegt, der den persönlichen Bedürf- nissen möglichst entsprechen sollte. Jugendliche Diabetiker greifen eher zu kleinen Geräten, von denen einige den zusätzlichen Charme haben, dass schon ein wirklich winziger Blutstropfen für die Messung reicht. Ganz anders die größeren Geräte. Sie wiegen mehr und lassen sich nicht so ohne weiteres in die Tasche stecken. Allerdings haben einige den Vorteil, dass sie schon die Teststreifen enthalten.
Wer ihn braucht, kann auch den „Rolls Royce“ kaufen
   Wer seine Zuckerwerte aus medizinischen Gründen kontinuierlich testen muss, kann auf den Rolls Royce unter den Messgeräten zurückgreifen. Er misst alle fünf Minuten, indem über einen winzigen Plastikschlauch aus der Bauchhaut Blut abgezapft wird. Das Gerät ist mit 2.000 Euro aber sehr teuer, außerdem kommen pro Monat noch 500 Euro für Katheter hinzu.
Alltagstauglicher ist da schon ein Modell für Menschen mit Sehschwäche, das die Zuckerwerte laut vorliest; oder ein Gerät in Form eines überdimensionalen USB-Sticks, auf dem sich alle Messwerte abspeichern lassen. Das sind nicht nur Spielereien technikbegeisterter Menschen, die Datensammlung hilft dem betreuenden Arzt, wenn irgendetwas nicht richtig funktioniert.
   Die Geräte sind billig, die Teststreifen teuer Das Geschäft machen die Medizintechnikfirmen nicht mit den Blutzuckermessgeräten, sondern mit den Teststreifen. Die Geräte sind spottbillig, die Teststreifen kosten aber 50 bis 60 Cent pro Stück. Wer seinen Blutzuckerwert vier Mal pro Tag testet, gibt rund 70 Euro pro Monat nur für die Streifen aus. Weil die Geräte so kostengünstig sind, macht es auch keinen Sinn, sie reparieren zu lassen. Sobald sich Messfehler einschleichen, bitte das Gerät austauschen!
Linktipps
   Diabetes-Informationsportal: Informationen für Diabetiker http://www.diabsite.de/
Informationsseite diabetesDE vom Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland und der Deutschen Diabetes Gesellschaft.Die Seite bietet auch Informationen für Mediziner und andere Fachkräfte.  http://www.diabetesde.org/Leonardo101214
Blutzuckermessgeräte siehe auch unsere technische Seite > blutdruckmessen

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Die stille Volkskrankheit. Wenn andere Maßnahmen auf Dauer nicht wirken, muss Insulin gespritzt werden

Diabetes Typ 2 Erhöhte Blutzuckerwerte verursachen zunächst keine Symptome
Deutschland ist Europameister - allerdings in einer wenig erfreulichen Disziplin. Etwa 7,5 Millionen Menschen leiden hierzulande an Diabetes. Dies hat die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) für ihren neuesten Diabetes-Atlas ermittelt. Mit zwölf Prozent Diabetikern unter den 20- bis 79-Jährigen liegt Deutschland in Europa an erster Stelle und auf Platz sechs von 165 Ländern weltweit. Dabei leiden 90 Prozent der Betroffenen unter Diabetes Typ 2, also der Form der Erkrankung, die sich in vielen Fällen vermeiden lässt.
  „Einer der wesentlichen Auslöser der Diabetesepidemie, die sich derzeit weltweit ausbreitet, ist das Über- gewicht", sagt Prof. Dr. Christoph Rosak, Chefarzt und ärztlicher Direktor am Krankenhaus Sachsenhausen. Für dieses vermehrte Gewicht muss die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin produzieren - das Hormon, das die Versor- gung der Körperzellen mit Energie in Form von Glukose (Zucker) sicherstellt. „Irgendwann schafft dies die Bauch- speicheldrüse nicht mehr", so Diabetes-Spezialist Rosak. „Zuerst geht die Fähigkeit verloren, schnell Insulin auszuschütten,  wenn nach dem Essen der Glukosespiegel im Blut steigt, später lässt die Insulinbildung generell nach." Hinzu komme bei vielen eine Insulin-Resistenz, das heißt die Zellen reagieren nicht mehr so gut auf das Hormon.
Schlecht heilende Wunden können ein Warnsignal sein
   Insulin regelt nicht nur die Energieversorgung der Zellen, es sorgt auch dafür, dass Glukose in der Leber ge- speichert wird. Von dort wird sie beim gesunden Menschen je nach Bedarf wieder abgegeben, so dass der Blut- zuckerspiegel konstant bleibt. Beim Diabetiker ist diese Regulation gestört.
   Diabetes Typ 2 macht im Anfangsstadium keine Symptome, daher sind es oft bereits die Folgen der Erkrankung, die Betroffene zum Arztbesuch veranlassen. „Die Krankheit kann sich z.B. dadurch bemerkbar machen, dass Wunden schlecht heilen oder Nervenstörungen auftreten", sagt Prof. Rosak. „Frauen haben häufiger Harnwegs- infektionen, der Augenarzt stellt bei einer Untersuchung des Augenhintergrunds vielleicht eine diabetesspezifische Veränderung fest. Wenn vermehrt Durst auftritt, ist die Krankheit, meist schon relativ weit fortgeschritten." Spätere Folgen der Erkrankung sind Gefäßschäden, die zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können oder der diabetische Fuß.
  Deshalb empfehlen Diabetes-Spezialisten, auf eigene Risikofaktoren zu achten und Vorsorgeuntersuchungen wie den Check-up 35 wahrzunehmen. „Ist Diabetes Typ 2 bei Eltern oder Geschwistern aufgetreten, hatten Frauen schon einmal einen Schwangerschaftsdiabetes oder besteht ein Übergewicht von mindestens BMI 27, sollte man sich beim Arzt untersuchen lassen", empfiehlt Prof. Rosak. Zunächst wird der Blutzuckerwert bestimmt. Diabetes besteht nach den Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, wenn der Glukosewert im Blutplasma nüchtern bei zwei Messungen größer als 126 mg/dl ist; liegt der Wert zwischen 100 und 126 mg/dl besteht bereits eine gestörte Glukosetoleranz, eine Vorstufe zum Diabetes.
Durch Abnehmen zurück zu normalen Blutwerten
   „Durch den Abbau von Übergewicht, gesunde Ernährung und mehr Bewegung können viele Patienten wieder in einen Normalbereich der Werte zurückkommen", betont Prof. Rosak.
   Doch vielen Menschen fällt das Abnehmen und vor allem das Halten des geringeren Gewichts schwer. „Genetische Faktoren und auch die Umwelt spielen dabei eine Rolle. Nur eine Minderheit, höchstens 15 Prozent, schafft das überhaupt", sagt Prof. Dr. Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungs- medizin der TU München. Von den Erfahrungen dieser Gruppe sollen in Zukunft mehr Menschen profitieren. Auf der gemeinsamen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft stellte Hauner das Deutsche Gewichtskontrollregister vor, das Forscher des Erlanger Uniklinikums kürzlich eingerichtet haben. Es soll Erfahrungen bündeln und damit Grundlage für die Entwicklung von wirksamen Therapieprogrammen sein. Interessierte, die mindestens zehn Prozent von ihrem Höchstgewicht abgenommen haben und dieses Gewicht seit mindestens einem Jahr halten, können sich auf der Webseite www. gewicht-halten.de registrieren oder unter: gewicht-halten@uk-erlangen.de bzw. Tel. 09 13 18 54 46 72 Informationen anfordern.
Auch manche Medikamente bewirken eine Gewichtszunahme
   Sind die Blutzuckerwerte durch mehr Bewegung und Ernährungsumstellung nicht zu beeinflussen, müssen Medikamente gegeben werden. Substanzen wie Metformin verbessern die Wirkung des körpereigenen Insulins. Sulfonylharnstoffe fördern die Insulinausschüttung über einen längeren Zeitraum. „Dies birgt allerdings die Gefahr, dass Unterzuckerungen entstehen, außerdem nehmen die Patienten häufig noch an Gewicht zu“, so Prof Rosak. Neuere Medikamente wie Inkrinmimetika und DPP4-Hemmer, die beide die Wirkung des Darmhormons GLP-1 beeinflussen, bewirken eine Insulinausschüttung nur, wenn der Blutzucker erhöht ist. So droht keine Gefahr einer Unterzuckerung, die von Schwitzen, Zittern, Seh- und Sprachstörungen über unkoordiniertes Handeln bis zur Bewusstlosigkeit und im Extremfall zum Tod führen kann, wenn nicht rechtzeitig reagiert und z.B. Traubenzucker eingenommen wird.
   Wenn alle Antidiabetika nicht mehr ausreichend wirken, weil die Bauchspeicheldrüse immer weniger Insulin produziert, muss der Patient regelmäßig Insulin spritzen. Die sogenannten Humaninsuline werden heute gen- technisch hergestellt, sie entsprechen dem menschlichen Insulin. Insulinanaloga sind in der Zusammensetzung etwas verändert, so dass sie begrenzter wirken.
   „Aber auch, wenn der Diabetes schon weit fortgeschritten ist, kann richtige Ernährung ihn beeinflussen", betont Prof. Rosak. Er plädiert für regelmäßige Ernährungsberatungen und Schulungen, die allerdings von den Kranken- kassen im allgemeinen nicht bezahlt würden. Eine regelmäßige Selbstkontrolle des Blutzuckers könne Patienten helfen, sich richtig zu ernähren und Unterzuckerungen zu vermeiden. HAZ091113Sabine Abel
Informationen
Krankheitstypen -
Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit, die meist in der Kindheit bzw. im Jugendalter ausbricht. Die Insulinproduktion ist gestört, so dass lebenslang Insulin gespritzt werden muss.
Beim Diabetes Typ 2 produziert der Körper zunächst zwar noch Insulin, aber es kann nicht mehr richtig wirken. Später entwickelt sich meist ebenfalls ein Insulinmangel.
Hilfestellung - Die Entwicklung eines Diabetes Typ 2 lässt sich durch eine Änderung des Lebensstils maßgeblich beeinflussen. Doch das ist meist gar nicht so einfach. Prof. Dr. Lutz Heinemann und Gabriele Faber-Heinemann stellen in ihrem P.A.T.E-Aktiv-Buch ein 40-Wochen-Programm vor, das dabei helfen soll, nötige Veränderungen im Alltag umzusetzen. Die Abkürzung P.A.T.E. steht für Planen und Protokollieren, Aktivieren, Analysieren und Aus- probieren, Trainieren, Techniken entwickeln, tatkräftig umsetzen sowie Erhalten, Ergebnisse und Erfolge. Zunächst wird eine Bestandsaufnahme gemacht, und es werden persönliche Ziele festgelegt. Bei der Analyse helfen Check- listen, die einen schnellen Überblick über aufgenommene und verbrauchte Kalorien verschaffen. Umfangreiche Informationen, viele praktische Tipps sowie Aufgaben und Fragestellungen helfen dabei, neue Gewohnheiten zu entwickeln.„Aktiv gegen Diabetes! Das P.A.T.E.-Aktiv-Buch für Menschen mit Typ 2 Diabetes", Verlagsgruppe Mainz, 210 Seiten, 24,80 Euro
MEHR INFOS: Auf diesen Webseiten gibt es Informationen zur Krankheit, Tipps und Service für Patienten:
www.diabetesde.org, www. diabetikerbund.de, www.diabetesstiftung.de, www.diabsite.de  HAZ091113

Immer häufiger und früher - Die Diabeteserkrankung bei Kindern steigt

   Eine wachsende Zahl an Kindern erkrankt in immer jüngeren Jahren an Typ-1 Diabetes, einem sogenannten „jugendlichen Diabetes". Welche Faktoren diesen weltweit zu beobachtende Trend hervorrufen, liegt noch im Dunkeln. Ein möglicher Grund könnte sein, dass die zur Zerstörung der Inselzellen - die Zellen der Bauchspeichel- drüse produzieren das Hormon Insulin - führenden Autoimmunreaktionen inzwischen rascher ablaufen. Hinweise auf eine beschleunigte Diabetesentwicklung liefern zumindest die Ergebnisse einer Untersuchung, die einen Zeit- raum von mehr als zwanzig Jahren umspannt. Die Teilnehmer der Studie, insgesamt 550 anfänglich gesunde Mädchen und Jungen, trugen aus genetischen Gründen alle ein erhöhtes Risiko für einen Typ-1 Diabetes. Zum einen war mindestens einer ihrer nächsten Angehörigen von diesem oft familiär gehäuft auftretenden Stoff- wechselleiden betroffen, und zum anderen wiesen sie in ihrem Erbgut eine bestimmte, das Immunsystem betreffende Genvariante auf, die bei Patienten mit Typ-1 Diabetes auffallend oft vorkommt.
   Wie Gabriele Ziegler vom Lehrstuhl Diabetes und Gestationsdiabetes der Technischen Universität München und ihre Mitarbeiter im „Journal of Autoimmunity" berichten, waren 2,5 Prozent der zwischen 1989 und 2000 geborenen Mädchen und Jungen vor dem vierten Lebensjahr an Diabetes erkrankt. Bei den Kindern, die zwischen 2004 und 2010 zu Welt gekommen waren, lag der entsprechende Anteil demgegenüber bei 6,2 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch. In diesem Kollektiv schritt die vom eigenen Immunsystem betriebene Gewebe- zerstörung außerdem vergleichsweise rascher voran: So kam die Insulinproduktion bei der Hälfte der Erkrankten innerhalb von zehn Monaten, nachdem die ersten fehlgeleiteten Antikörper im Blut aufgetaucht waren, vollständig zum Erliegen. Bei den zwischen 1989 und 2000 geborenen Mädchen und Jungen dauerte dieser Prozess hingegen sieben Jahre.
   Weshalb sich die „Inkubationszeit" des Typ-1 Diabetes zwischen 1989 und 2010 derart verkürzt hat, geht aus der Untersuchung allerdings nicht hervor. Den Forschern zufolge könnten diesem Phänomen unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Denkbar sei etwa, dass die einschlägigen Autoimmunprozesse über die Jahrzehnte aggressiver geworden sind oder die Regulationsmechanismen des Körpers, die entgleisten Abwehrstoffen normalerweise Einhalt gebieten, an Schlagkraft verloren haben. Ob diese oder andere Mechanismen für den be- schleunigten Diabetesausbruch verantwortlich sind und von welchen „Hintermännern" - etwa bestimmten Umwelt- einflüssen - sie gelenkt werden, müssen weitere Studien klären. FAZ110420NvL

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„Bewegung ist die Strategie, um Diabetes zu vermeiden”. Foto oben: Prof.Thomas Jürgen Haak, Chefarzt
Diabetes-Zentrum Mergentheim. Verhängnisvoller Griff zum Zucker – Immer mehr Jugendliche erkranken.

    Schlechtes Essen und mangelnde Bewegung lassen immer mehr Kinder und Jugendliche an Diabetes erkranken, auch  in  Niedersachsen  nimmt  die  Zahl  zu. Unter den rund 500.000 Betroffenen im Land seien immer mehr Minderjährige, teilte die Kassenärztliche Vereinigung anlässlich des Weltdiabetestag mit.
  Es war ein Beschluss mit hoher Symbolkraft: Im Dezember 2006 erkannte die Generalversammlung der Vereinten Nationen Diabetes als Pandemie an. Der Diabetologe Rüdiger Landgraf wertet die Entscheidung als Sensation. „Erstmals hat die WHO eine nicht ansteckende Krankheit als weltweite Bedrohung eingestuft.” Bislang war diese Kategorie für Infekionsleiden wie Malaria, Tuberkulose und HIV reserviert. „Das war ein richtiger Schritt und ein politisches Signal”, sagt der Vorsitzende der Deutschen Diabetes-Stiftung. Trotz der alarmierenden Entwicklung werde die Krankheit noch nicht ernst genug genommen, sagt Landgraf, der auch das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus koordiniert: „Es wird zu wenig getan.”
   Wie dringend notwendig ein konzertiertes Vorgehen gegen Diabetes ist, zeigt ein Blick in die Statistik. Weltweit leiden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 180 Millionen Menschen an der Stoffwechselstörung, und die Zahl wird sich bis 2030 voraussichtlich mehr als verdoppeln. In Deutschland schätzt der Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, Thomas Haak, die Zahl der behandelten Patienten auf sieben Millionen.
   Und bundesweit nimmt diese Zahl zu, wie Landgraf betont: „Die Entwicklung verläuft exponentiell, die Kurve steigt steil nach oben.” Zurzeit werden rund zehn Prozent des Gesamtbudgets im Gesundheitswesen für die Therapie von Diabetes und dessen Folgeerkrankungen ausgegeben - den Angaben zufolge mehr als 35 Milliarden Euro pro Jahr.
   Neun von zehn Zuckerkranken leiden an Diabetes Typ 2, bei dem das vom Körper produzierte Insulin an Wirkung einbüßt. Gerade bei dieser Form ist laut Landgraf eine zielgerichtete Vorbeugung erforderlich, denn in den allermeisten Fällen ließe sich die Krankheit vermeiden oder zumindest hinauszögern. Eine Häufung von Diabetes in manchen Familien zeige zwar, dass bestimmte Erbanlagen das Risiko erhöhten. Allerdings sei eine genetische Vorbelastung alleine nicht ausreichend für eine Erkrankung, betont Haak. Der Lebensstil spiele eine entscheidende Rolle.
  Und die Risikofaktoren, die die Blutzuckerwerte dauerhaft in die Höhe treiben, lassen sich beeinflussen. Diabetes- gefährdet sind vor allem Menschen, die sehr übergewichtig sind, viel und ungesund essen und sich wenig bewegen. Da die Grundlagen für Ernährung, Gewicht und Bewegung schon im frühen Lebensalter gelegt würden, müsse eine Präventionskampagne auch Kindergärten und Schulen einschließen, fordert Landgraf.
   Wichtig sei zudem, die besonders gefährdeten Risikogruppen - etwa familiär vorbelastete Menschen, Über- gewichtige oder Patienten mit Bluthochdruck - aufzuklären und dazu zu bewegen, sich regelmäßig untersuchen zu lassen, „mindestens alle drei Jahre”, betont Landgraf.
   Der Grund: Ein beginnender Typ-2-Diabetes äußert sich nicht mit besonders auffälligen Symptomen. Beschwer- den wie etwa Durst, häufiger Harndrang oder Müdigkeit werden oft als gewöhnliche Alterserscheinung abgetan. Gegenwärtig werde die Krankheit etwa sieben bis zehn Jahre zu spät erkannt, beklagt Landgraf.
   „Je früher man die Krankheit erkennt, desto schneller kann man angemessen darauf reagieren”, betont er. Häufig lässt sich der Blutzuckerwert sogar ohne Medikamente in den Griff bekommen. „Lebensumstellung ist die beste Therapiewahl, weil man die Erkrankung damit ursächlich bekämpft”, sagt Landgraf. Insbesondere regel- mäßige Bewegung senkt den Blutdruck, verringert das Gewicht und bessert zudem die Insulinresistenz, wie Haak betont. „Bewegung ist die Strategie schlechthin zum Vermeiden wie zum Behandeln von Diabetes.” NOZAP071114

Diabetes mellitus

   Der Begriff „Diabetes mellitus” kommt aus dem Griechischen und bedeutet „honigsüßer Durchfluss”. Bei dieser Stoffwechselkrankheit wird im Urin vermehrt Zucker ausgeschieden. Eigentlich sorgt das Hormon Insulin dafür, dass unsere Körperzellen Zucker gut aufnehmen können, wie ein Schlüssel, der eine Pforte öffnet. Immer wenn wir Nahrung zu uns nehmen, wird mehr Insulin ausgeschüttet. Dann öffnen viele Schlüssel die Zellen, und die Zellen verbrennen wie kleine Kraftwerke den Zucker zu Energie. Bei dem sogenannten Typ-1-Diabetes fehlt Insulin meist von Geburt an. Typ-2-Diabetes ist selbst verschuldet. Wer häufig süß ist, sorgt dafür, dass die Bauch- speicheldrüse viel Insulin produziert. Und dann sind die Zellen, die Insulin herstellen, bald erschöpft. leaNOZ071114

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Diabetes – Den Blutzucker optimal einstellen lassen

   Volkskrankheit Diabetes - nach Schätzungen verdoppelt sich die Zahl der Typ-2-Diabetiker alle 15 Jahre. Ein Hamburger Experte erklärt, was man selbst tun kann, um den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren.
   Vermehrter Durst, vermehrtes Wasserlassen, Abgeschlagenheit, körperliche Schwäche und Gewichtsabnahme - „das sind die klassischen Symptome eines Typ-1-Diabetes”, sagt Prof. Manfred Dreyer, Chefarzt der Inneren Medizin für Kardiologie, Angiologie und Diabetologie im Asklepios Westklinikum Hamburg Foto oben. An dieser Form des Diabetes leiden etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung. Ursache ist ein Insulinmangel, der dadurch entsteht, dass der Körper Antiköper gegen Insulinproduzierendes Gewebe der Bauchspeicheldrüse bildet. „Deswegen besteht die Therapie immer aus dem Ersatz des Hormons, das heißt, Typ-1-Diabetiker müssen sich Insulin spritzen”, sagt Dreyer. Weitaus häufiger ist der Typ-2-Diabetes, auch bekannt als Altersdiabetes. Daran leiden fast acht Prozent der Bevölkerung. „Und diese Zahl steigt stark an. weil die Bevölkerung älter, schwerer und bewe- gungsärmer wird. Wir rechnen mit einer Verdoppelung alle 15 Jahre”, sagt Dreyer.
  Der Typ-2-Diabetes verursacht eher uncharakteristische Symptome. „Dazu gehören Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Verschlechterung des Erinnerungsvermögens sowie häufige Infektionen, insbesondere der Harnwege”, so der Diabetesspezialist. Ursachen sind eine verminderte Insulinbildung und die Abnahme der Insulinwirkung.
   Entscheidend für die Diagnose ist die Bestimmung des Blutzuckerspiegels, wenn der Patient nüchtern ist; „Normal ist ein Wert von 70 bis 110 Milligramm pro hundert Milliliter (mg/%), im Graubereich von 110 bis 126. Liegt der Blutzuckerwert über 126, hat der Patient Diabetes”, so Dreyer.
  Die Therapie erfolgt nach einem Stufenplan. „Zuerst versucht man, mit Ernährungsumstellung auf gesunde Misch- kost, vermehrter körperlicher Aktivität und Gewichtsabnahme eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels zu erreichen. Reicht das nicht aus, werden Tabletten verordnet, die die Insulinproduktion fördern. Später ist es manchmal nötig, dass die Patienten Insulin spritzen.”
   Seit Kurzem gibt es eine weitere Therapiemöglichkeit - mit GLP (Glukagon like Peptide). Dieses Hormon wird im Dünndarm produziert und fördert die Insulinbildung in der Bauchspeicheldrüse. „Es hemmt auch die Magenent- leerung und den Appetit, so dass die Patienten unter dieser Therapie auch abnehmen können, bei den meisten anderen Diabetesmedikamenten nehmen sie eher zu”, so Dreyer. GLP müssen die Patienten zweimal täglich spritzen.
  70 bis 90 Prozent der Diabetiker können ambulant behandelt werden. „Wenn jemand aber trotz Behandlung in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis sein Therapieziel nicht erreicht und einen HbAlc-Wert von mehr als 7,5 Prozent hat, ist eine stationäre Therapie erforderlich”, so der Diabetologe. Dieser Blutwert zeigt an, wie gut der Blut- zuckerspiegel langfristig eingestellt ist. Bei Gesunden liegt der Wert zwischen vier und sechs Prozent.
   Kommen die Patienten in die Klinik, wird untersucht, woher die schlechten Blutzuckerwerte kommen. „Das kann zum Beispiel daran liegen, dass jemand das Insulin immer an der gleichen Stelle unter die Haut spritzt oder Lebensmittel konsumiert, die einen hohen Anteil von Kohlenhydraten haben. Die Patienten bleiben elf Tage in der Klinik und erhalten Schulungen sowie medizinische und psychologische Betreuung.”
   Eine gefürchtete Komplikation des Diabetes ist die Unterzuckerung, wenn der Blutzuckerwert unter 70 mg/% absinkt. Anzeichen dafür sind Zittern,  Schwitzen, Unruhe. “Der Patient sollte sofort Glukosehaltigen Apfelsaft oder Ähnliches zu sich nehmen. Wenn er hilflos ist, kann ein Angehöriger, der das gelernt hat, dem Patienten eine Glukagon-Spritze verabreichen, die alle Typ-1-Diabtiker im Notfallset haben. Wenn das nicht möglich ist, muss ein Notarzt gerufen werden und dem Patenten Glukose in die Vene spritzen”, so Dreyer. Eine Unterzuckerung kann entstehen durch Verabreichung von zuviel Insulin, wenn der Patient zu wenig isst oder vermehrt körperlich aktiv ist sowie 20 Stunden nach Alkoholkonsum.
  Steigt der Blutzuckerspiegel zu stark an, spricht man von einer Überzuckerung. „Gefährlich wird es, wenn der Blutzuckerspiegel auf mehr als 250 mg/% steigt”, so Dreyer. Anzeichen sind vermehrter Durst, vermehrtes Wasserlassen, Abgeschlagenheit, bis hin zur Bewusstlosigkeit.
   Langzeitkomplikationen des Diabetes sind Schlaganfall, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen in den Beinen, am Augenhintergund und in der Niere. Durch Nervenschäden kann es zu Gefühlsstörungen in den Beinen kommen, Das diabetische Fußsyndrom entsteht durch Nerven- und Gefäßschäden.
   Um solchen Komplikationen vorzubeugen, sollte der Blutzucker immer optimal eingestellt sein - ein wichtiges Kriterium für eine gute Behandlung. „Der HbAlc-Wert sollte immer unter 7,5 Prozent liegen, beim älteren Men- schen reicht auch ein Wert unter 8,5 Prozent. Die Diabetiker sollten zufrieden mit der Therapie sein und frei von Unterzuckerungen”, sagt Dreyer. HACorneliaWerner080405

Diabetes: Die wichtigsten Fragen

Was sind Risikofaktoren?
   Risikofaktoren für einen Typ-2-Diabetes sind erhöhter Blutdruck, erhöhte Blutfette und Übergewicht, das soge- nannte metabolische Syndrom. Dieses wird begünstigt durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel.
Wie macht sich Typ-2-Diabetes bemerkbar?
   Die ersten Symptome können sehr uncharakteristisch sein, zum Beispiel Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Probleme mit dem Erinnerungsvermögen. Und häufige Infektionen, insbesondere der Harnwege.
Welche Kontrolluntersuchungen sind nötig?
   Diabetiker sollten einmal pro Jahr ihren Augenhintergrund untersuchen lassen. Nierenveränderungen lassen sich durch Urinuntersuchungen beim Hausarzt feststellen, ebenso, wie die Prüfung der Tiefensensibilität mit der Stimm- gabel. Zur Vorbeugung des diabetischen Fußsyndroms sollten Diabetiker einmal pro Jahr vom Arzt ihre Füße unter- suchen lassen und regelmäßig selbst ihre Füße auf Verletzungen und Druckstellen kontrollieren.

Diabetes - Wichtige Adressen

Selbsthilfe
   Der Deutsche Diabetiker Bund, die größte Selbsthilfeorganisation für Diabetiker in Deutschland, bietet auf ihrer Webseite www.diabetikerbund.de viel Serviceinfos, unter anderem ein Diabetes-Lexikon, einen Risiko-Check und eine Liste von Diabetes-Schwerpunktpraxen.
Kontakadressen:
   Landesverband Hamburg: Tel.: 040 - 20 00 43 80, Fax: 040 - 20 00 43 88,
eMail: info@diabetikerbund-hamburg.de, im Internet: www.diabetikerbund-hamburg.de
  Landesverband Schleswig-Holstein: Tel.: 0431 - 18 00 09, Fax: 0431 - 122 04 07,
eMail: info@ddb-sh.de, im Internet: ww.ddb-sh.de
  Landesverband Niedersachsen: Tel.: 05121 - 87 61 73, Fax: 05121 - 87 61 81,
Internet: www.ddb-niedersachsen.de
im Internet
www.diabetes-stiftung.de: auf der Webseite der Diabetesstiftung stehen aktuelle Diabetes-Studien zum Herunter- laden bereit.Es gibt umfangreiche Infos und Tipps für Diabetiker sowie einen Risikotest.
www.diabetes-kids.de: Selbsthilfegruppe für Kinder und Jugendliche mit Diabetes, bietet auf ihrer Webseite unter anderem aktuelle Informationen einen Chat und ein Diskussionsforum an.

Bult-Klinik leitet Diabetes-Projekt

   Eine bessere Versorgung für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 bietet das Kinderkrankenhaus in Hannover auf der Bult an. Als größtes deutsches Diabeteszentrum für junge Patienten nimmt die Klinik an einem europaweiten Projekt teil. Ziel des mit insgesamt einer Million Euro von der Europäischen Union geförderten Vor- habens ist es, in zehn europäischen Ländern einheitliche Behandlungsstandards festzulegen, um Komplikationen zu verhindern, Therapien zu optimieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
   Die Leitung des gesamten Projektes liegt bei Prof. Thomas Danne, Chefarzt der Kinderdiabetologie auf der Bult. Das hannoversche Krankenhaus wird sich mit den beteiligten Diabeteszentren vernetzen, um medizinische Daten auszutauschen. Die Bult-Klinik zählt damit zu den Referenzzentren der Europäischen Union.
   In Deutschland leben 25.000 Patienten im Alter bis 18 Jahren mit Diabetes Typ 1. Auch die Zahl Betroffener mit Diabetes Typ 2 nimmt zu - unter anderem wegen Übergewichts. HAZjk080408

SilkeBremerWilhSt-x HHWilhelmstift-x Wilhelmstift Hamburg

Foto oben: Diabetesberaterin Silke Bremer
Die Ansprechpartnerin für alle Probleme arbeitet seit 28 Jahren im Wilhelmstift Hamburg

  Silke Bremer weiß, was Eltern durchmachen, wenn ihr Kind die Diagnose Diabetes erhält. Die gelernte Kinder- krankenschwester, die eine Zusatzausbildung als Diabetesberaterin absolviert hat, arbeitet seit 27 Jahren im Katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, 17 davon im Fachbereich Diabetes. „Die Eltern müssen in kurzer Zeit unheimlich viel lernen. Sie werden zu Spezialisten für die Erkrankung ihres Kindes”, sagt die 47-Jährige.
   Auf der Station stellt sich Silke Bremer den Eltern vor, zeigt Spritztechniken oder weist in die Technik der Insulinpumpe ein. Auch in der von der Klinik angebotenen häuslichen Nachsorge engagiert sie sich. Sie mag ihre Arbeit. „Man begleitet Kinder von klein auf an bis zur Volljährigkeit und entwickelt schon ein recht vertrautes Ver- hältnis”, so die Mutter von zwei Kindern. Auch das Betriebsklima gefällt ihr sehr gut, „es hat fast etwas von einer großen Familie”, Zur Zeit gehören rund 300 Kinder zu den Patienten der Diabetesambulanz. HA08040pet

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Fotos oben: Patientin Inken Helms - Und plötzlich hatte sie nur noch riesigen Durst
Inken hat Diabetes. Behandelt wird sie im Wilhelmstift 

   Im vergangenen Herbst ging es Inken (2) plötzlich schlecht. „Sie hat nichts mehr gegessen, hatte nur noch riesigen Durst”, sagt Inkens Mutter Andrea Helms (37). Den Eltern kam der Verdacht auf Diabetes, der auch in der Familie liegt. Tatsächlich wurde in der Notaufnahme der Kinderklinik Wilhelmstift ein extrem hoher Blutzuckerwert festgestellt. Inken blieb mit ihrer Mutter für zehn Tage auf Station. Jetzt wird sie alle drei Monate in der Diät- ambulanz vorgestellt. Ihre Insulindosis bekommt sie durch eine Insulinpumpe. Das kleine Gerät steckt in einer Gürteltasche, die das Kind um den Bauch trägt. Alle zwei bis drei Tage muss der Katheter gewechselt werden. In der Diabetesschulung am Kinderkrankenhaus haben die Eltern alles über Ernährung, Bewegung und die richtige Insulindosis gelernt. „Und bei Problemen können wir jederzeit anrufen”, sagt der Vater Jörg Helms. HApet08040

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Hoffnung für Diabetiker - Der kleine Piks soll einfacher werden
Foto: Oberarzt Dr.med Wolf-Rüdiger Klare, Leiter des  Diabeszentrum Rudolfzell

   Die rund acht Millionen Diabetiker in Deutschland können auf eine Erleichterung ihres Alltags hoffen. In Kürze soll ein neues Gerät auf den Markt kommen, das erstmals die Bluttests - bei vielen Diabetikern Voraussetzung für die Dosierung von Medikamenten - einfacher und vor allem schmerzfrei machen soll.
   Diabetiker müssen bis zu zwölf Mal am Tag ihren Blutzuckerwert messen, um die Medikamentengabe darauf abstellen zu können. Erfolgt die Messung nicht, besteht die Gefahr einer Fehldosierung. Bisher wird die Messung mit Hilfe eines so genannten Pen durchgeführt: Der Diabetiker befestigt eine kleine sterile Nadel, eine so ge- nannte Lanzette, an einem Stift, mit dem Stift sticht er sich in den Finger und verursacht so, dass ein Blutstropfen an die Hautoberfläche kommt. Der Blutstropfen wird dann auf einen Träger aufgetragen, der in ein Messgerät geschoben wird. Anschließend muss die benutzte Lanzette entsorgt und alles wieder verpackt werden.
   Dieses Verfahren verursacht vor allem bei Kindern Frust. „Die Folge ist: Der Blutzuckerwert wird viel zu selten gemessen”, bemängelt Dirk Böcker, Geschäftsführer der Herstellerfirma des neuen Produktes, Pelikan Techno- logies, Münster und Palo Alto (Kalifornien): Pelikan Technologies
   Im Gerät seiner Firma sind die Mini-Lanzetten nun bereits in einem Rädchen integriert. Bei jedem Messvorgang wird eine neue benutzt, ohne dass der Patient sie aufwendig ein- und ausbauen muss. Elektronisch steuert das Gerät gleichzeitig die Einstechtiefe und sorgt für eine gerade Führung der Nadel. „Hunderte von Tests, auch mit Kindern, haben ergeben: Es ist absolut schmerzfrei”, berichtet der Mediziner unter Berufung auf eine eigene Studie.
Einwegkassetten steigern die Bequemlichkeit
   Die Einführung des electronic lancing, Electronic Lancing da sind sich Fachleute sicher, wird  die Akzeptanz der Blutzuckermessung erheblich steigern. Dies gilt um so mehr, da derzeit Geräte entwickelt werden, die zusätzlich zum innovativen Bewegungsprofil das handling der Lanzetten erleichtern. Das heißt konkret: Die Geräte  enthalten Kassetten mit 50 sterilen Lanzetten, die nach vollständigem Verbrauch  einfach entsorgt und gegen eine Neue ausgetauscht wird. Die Berührung beziehungsweise das Einlegen und Entfernen ungeschützter Lanzetten ist ausgeschlossen. Jede Messung erfolgt stets mit einer neuen Lanzette, was für  Qualität der Wunde wichtig ist. Umgebogene Lanzettenspitzen, die nicht selten  bei herkömmlichen Geräten zum Einsatz kommen und die den Wundkanal bei der  Lanzettenrückführung ausreißen, gehören damit der Vergangenheit an.
   Der Leiter des Diabeteszentrums am Krankenhaus Radolfzell, Wolf Rüdiger Klare Foto oben, pflichtet Böcker bei: „Eine sanfte Blutgewinnung, die der Blutzuckermessung die unangenehme Seite nimmt, kann aktiv zu einer regel- mäßigen Kontrolle des Glucosespiegels beitragen”, sagt er. Viele Diabetiker verwendeten bisher aus Bequem- lichkeit ihre Lanzetten so lange, bis sie verschmutzt oder stumpf sind. Die Folge: Schmerzen, Blutergüsse und Hornhaut an den Fingern. NOZMDonhauser071103

     Warnung vor Diabetes-Mittel  -  Knochenbrüche bei Frauen    

  Die beiden umsatzstarken Diabetes-Mittel Avandia und Avandamet können Knochenbrüche fördern. Zwei neuen Studien zufolge erleiden Frauen, die die Medikamente nehmen, deutlich häufiger Knochenbrüche. In den USA habe der Hersteller GlaxoSmithKline bereits eine Warnung an Ärzte und Apotheker verschickt. Darin heißt es, dass vor allem Brüche an Oberarm, Hand und Fuß bei Frauen überdurchschnittlich oft aufgetreten seien. Männer sind nicht so stark betroffen.
  Auch deutsche Behörden bereiten einen sogenannten Rote-Hand-Brief vor. Darin werden Ärzte über bekannt gewordene schwerwiegende Nebenwirkungen informiert. Die Zeitschrift „Arznei-Telegramm” verschickte bereits eine Warnung. Sie rät von der Anwendung der Mittel ab. Damit drohen Glaxo-SmithKline, dem zweitgrößten Pharmaunternehmen der Welt, finanzielle Einbußen. Avandia und Avandamet gehören zu den lukrativsten Medikamenten der Firma. Weltweit nehmen etwa zehn Millionen Menschen die Mittel ein. Allein mit Avandia erwirtschaftete der Konzern 2005 einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. AFPHA070223

Studie: Mittel gegen Diabetes erhöht Gefahr von Herzinfarkt
   Eine neue Studie aus den USA bringt das vielfach verschriebene Diabetes-Medikament Avandia in Verbindung mit Herzinfarkten und möglicherweise sogar mit Todesfällen. Die Ergebnisse von Dutzenden Untersuchungen hätten ergeben, dass das Risiko für einen Herzinfarkt mit der Einnahme von Avandia um 43 Prozent steige, hieß es in der Studie, die vom „New England Journal of Medicine” im Internet veröffentlicht wurde.
   Das Medikament Avandia wurde vor acht Jahren vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline auf den Markt gebracht und galt als wichtiger Durchbruch bei der Kontrolle des Blutzuckers. Das Medikament wird Patienten mit Diabetes Typ 2 verschieben, der mit Übergewicht einhergeht. Mehr als sechs Millionen Menschen weltweit wurden bisher mit Avandia behandelt. Der zuständige Entwickler bei GlaxoSmithKMne, Lawson McCartney, erklärte, die Studie sei für ihn kein wissenschaftlicher Beweis. Der Konzern könne die erwähnten Risiken nicht erkennen und habe weiter Vertrauen in die Sicherheit des Medikaments. AP070522

Auslöser für Diabetes? Arzneimittel unter Verdacht
Bluthochdruck-Patienten droht eine Zuckerkrankheit nicht nur bei Übergewicht und Fettleibigkeit, sondern auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente. In Verdacht stehen ältere Arzneimittel aus der Gruppe der Betablocker und der Diuretika, wie der Arzt Rainer Düsing von der Universität Bonn warnt. Düsing nannte es kurzsichtig, bei den Blutdruckmedikamenten zu sparen. Betablocker senken den Blutdruck, indem sie den Herzschlag verlang- samen und abschwächen. Diuretika fördern die Ausscheidung von Flüssigkeit über die Nieren. Beide Mittel haben aber auch Auswirkungen auf die Muskeldurchblutung, was laut Düsing eine „diabetesauslösende” Nebenwirkung erklären könnte.
   Blutdrucksenker aus der Gruppe der ACE-Hemmer oder der sogenannten Angiotensin-Antagonisten hätten da- gegen günstige Effekte auf den Blutzucker und könnten helfen, einen Diabetes zu vermeiden. Diese Medikamente seien jedoch teurer, weshalb für Krankenkassen und Ärzte ein Anreiz zur Verordnung der älteren Medikamente bestehe.
   Wenn alle 20 Millionen Hochdruckpatienten in Deutschland statt mit einem unbedenklichen ACE-Hemmer mit einem kostengünstigen Diuretikum behandelt würden, könne dies nach Berechnungen Düsings ein Mehr von knapp 700.000 Diabetikern bedeuten.  apNOZ070423

US-Gesundheitsbehörde verweigert Diabetes-Medikament die Zulassung
   Der französische Pharmahersteller Sanofi-Aventis hat in den Vereinigten Staaten einen schweren Rückschlag erlitten. Ein Gesundheitsausschuss der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) sprach sich wegen des Verdachts gefährlicher Nebeneffekte gegen die Genehmigung des Mittels Rimonabant aus, das gegen Fett- leibigkeit und Diabetes wirken soll. Sanofi-Aventis habe für das Medikament, das in Europa unter dem Namen Acomplia vermarktet wird, nicht genügend Informationen geliefert, die seine Sicherheit beweisen, urteilte der vierzehnköpfige Ausschuss ohne Gegenstimme. Das Mittel steht unter Verdacht, zu psychischen Störungen von Depressionen bis hin zu Angstzuständen und Selbstmordgedanken führen zu können. In klinischen Versuchen seien bei einer sehr kleinen Zahl von Patienten solche Symptome aufgetreten, betonten die amerikanischen Fachleute. An seiner Fähigkeit, Gewicht zu reduzieren und damit auch Herzkrankheiten zu bekämpfen, herrschen dagegen keine Zweifel.
   Acomplia wird in Europa seit einem Jahr verkauft, nachdem es die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMEA) in London zugelassen hatte. Für 37 Länder hat das Mittel die Genehmigung erhalten. Auf 18 Märkten ist es ein- geführt. Die EMEA teilte mit, dass sie neue Informationen prüfen werde, wenn sie vorliegen sollten. Die europäische Agentur hatte die Gesundheitsrisiken deutlich niedriger eingeschätzt als der FDA-Ausschuss. Die FDA will ihr endgültiges Urteil am 26. Juli bekannt geben. Die Experten rechnen mehrheitlich mit einer Ablehnung, weil die Behörde in der Regel den Empfehlungen ihres Gesundheitsausschusses folgt, zumal diese nun einstimmig ausgefallen ist. FAZchs070615

Streit um Diabetes-Mittel Lantus belastet Sanofi-Aventis. Institut spricht von Krebsrisiko
   Über mögliche Gesundheitsrisiken des Anti-Diabetes-Mittels Lantus von Sanofi-Aventis ist ein heftiger Streit entstanden, der auch wirtschaftliche Auswirkungen hat. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund- heitswesen (IQWIG) in Köln hat am 26. Juni 2009 berichtet, dass Lantus bei längerem Einsatz in höhereri Dosen möglicherweise zu Krebs führen könnte. Sanofi-Aventis hat die Vorwürfe am Wochenende empört zurückgewiesen und die Studie als unseriös bezeichnet. In der vergangenen Woche hatten Gerüchte über die Studie den Aktien- kurs von Sanofi-Aventis um 13 Prozent gedrückt. Die Analysten von Morgan Stanley nahmen ihre Empfehlung des „Übergewichtens" leicht auf „Gleichgewichten" zurück. Auch wenn noch nichts bewiesen sei, „glauben wir, dass diese Gerüchte den Aktienkurs in den kommenden Wochen belasten werden", teilte Jean-Jacques Le Für vom Pariser Brokerhaus Oddo Securities mit.
   Das IQWIG bezeichnet sich als unabhängiges wissenschaftliches Institut, das im Auftrag des Gemeinsamen Bun- desausschusses von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen sowie des Bundesgesundheitsministeriums tätig sei. Es berichtete von „beunruhigenden Ergebnissen" einer Analyse, die auf Daten von fast 130.000 deut- schen Patienten mit Diabetes zurückgehen und mit Mitarbeitern des wissenschaftlichen Instituts der AOK erstellt wurden. Die Patienten wurden zwischen Januar 2001 und Juni 2005 mit Humaninsulin und mit den Analoginsulinen Lispro (Markenname Humalog), Aspart (Novorapid) oder Glargin (Lantus) behandelt. „Mit Glargin behandelte Patienten erkrankten häufiger an Krebs als diejenigen, denen eine vergleichbare Dosis Humaninsulin verordnet wurde", teilte das IQWIG mit. „Unsere Auswertung ist zwar kein eindeutiger Beweis, dass Glargin Krebs fördert. Allerdings weckt unsere Studie einen dringenden Verdacht, der Folgen für die Behandlung der Patienten haben sollte", sagte der Leiter des Instituts IQWIG, Peter Sawicki. Sanofi-Aventis hat dagegen schwere Vorwürfe gegen das IQWIG erhoben. „Sanofi-Aventis hält es für unvertretbar, dass das IQWIG auf Basis unvollständiger Informa- tionen Patienten und Ärzte verunsichert und verängstigt", teilte das Unternehmen mit. Die Studie beweise in keiner Weise ein erhöhtes Krebsrisiko. Unter anderem sei der gewählte Beobachtungszeitraum zur Bewertung der Tumorentstehung zu kurz. Zudem würden die Wissenschaftler die Überlegenheit von Lantus im Kampf gegen die gefährliche Unterzuckerung von Diabetes-Patienten unterschlagen. Daher könne das billigere Humaninsulin kein Ersatz für Lantus sein.
Eine Studie mit 130.000 deutschen Patienten berichtet von „beunruhigenden Ergebnissen".
   Sanofi-Aventis wertet derzeit noch die Daten der IQWIG-Studie aus, ist sich nach eigenen Angaben aber schon sicher, dieses ablehnende Urteil abgeben zu können. Lantus ist eines der wichtigsten Mittel des Pharmakonzerns. Der Gemeinsame Bundesausschuss soll demnächst entscheiden, ob das Mittel so wie bisher weiterhin von den Krankenkassen erstattet wird.
   Das IQWIG schränkte ein, dass die Diabetes-Behandlungen nun nicht „überstürzt umgestellt" werden sollten, wenn die eingesetzten Dosen gering seien. „Die Wissenschaftler haben keine Anhaltspunkte, dass Glargin oder ein anderes Insulin normale Zellen zu Krebszellen werden lässt.  Es könnte jedoch sein, dass Glargin stärker als andere Insuline das Wachstum von bereits vorhandenen Krebszellen anregen kann."  FAZ090629chs

Diabetesmittel unter Krebsverdacht
   Frankreich hat ein auch in Deutschland zugelassene Diabetesmittel wegen Krebsverdachts vom Markt ge- nommen. Der Wirkstoff Pioglitazon stehe unter Verdacht, bei Männern das Blasenkrebsrisiko zu erhöhen, teilte die Französische Agentur zur Sicherung von Gesundheitsprodukten mit. Grund der Entscheidung sei eine umfassende Studie. Die Untersuchung hatte die Zahl der Blasenkrebsfälle unter 155.535 mit Pioglitazon behandelten Diabe- tikern mit einer Vergleichsgruppe von rund 1,3 Millionen anderen Diabetikern verglichen. Das Erkrankungsrisiko war in der ersten Gruppe um rund 20 Prozent höher. Der Wirkstoff wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt - umgangssprachlich Altersdiabetes. Die beiden Medikamente Actos und Competact mit dem Wirkstoff werden vom größten japanischen Pharmakonzern Takeda hergestellt. HAZ110610dpa

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Krebs durch künstliches Insulin. Deutsche Studie zeigt erhöhtes Risiko -
Diabetes-Gesellschaft fordert weitere Tests.

   Das Diabetesmedikament Lantus des französischen Pharmariesen Sanofi-Aventis erhöht Studien zufolge mög- licherweise das Risiko für Krebserkrankungen. Die Untersuchungen seien noch lange nicht beweiskräftig, sie indizierten aber die Notwendigkeit weiterer Nachforschungen, teilte Europas größte Fachvereinigung zum Thema Diabetes (EASD) gestern mit.
   Die EASD hat Einzelheiten von vier europäischen Studien ins Internet gestellt. Eine dieser Studien mit knapp 130000 Patienten stammt vom Kölner Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Die mit dem Insulin Lantus (Inhaltsstoff Glargin) behandelten Diabetiker erkrankten demnach insbesondere bei hohen Dosierungen etwas häufiger an Krebs als diejenigen, die menschliches Insulin (Humaninsulin) bekamen.
   Das Journal der EADS, „Diabetologia", veröffentlichte neben der deutschen drei weitere Studien aus Schweden, Schottland und Großbritannien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Fachvereinigung empfiehlt, weitere entsprechende Untersuchungen zu einem möglichen Krebsrisiko von Lantus zu starten. Bis zum Ergebnis der neuen Studien sollten Patienten, die Lantus nehmen, dies auch weiterhin tun.
   Insbesondere in der deutschen Studie zeigte Lantus ein leicht erhöhtes Krebsrisiko. „Unsere Auswertung ist zwar kein eindeutiger Beweis, dass Glargin (Handelsname Lantus) Krebs fördert", sagte Prof. Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und Mitautor der deutschen Studie, „wenn man aber keinen guten Grund hat, Glargin zu spritzen, sollte man zu Humaninsulin greifen." Das IQWiG arbeitet für den Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen und für das Bundesgesundheitsministerium. Es legt fest, was die gesetzlichen Krankenversiche- rungen bezahlen müssen. Das Institut spricht sich seit Jahren gegen künstliche Insuline aus, die auch teurer sind als Humaninsulin.
   Von 100 Patienten, die über rund eineinhalb Jahre hinweg Lantus nehmen, bekommt laut Sawicki nach den deutschen Daten etwa einer eine Krebsdiagnose, die er sonst nicht erhalten hätte. An der deutschen Studie mit Daten der Jahre 2001 bis 2005 war auch die AOK beteiligt. Die IQWiG-Forscher in Köln betonen, dass sie nur einen rein statistischen Zusammenhang entdeckt haben. Es könne daher sein, dass nicht Lantus, sondern andere, noch unbekannte Faktoren die Ursache des höheren Risikos sind.
   Die schwedische und schottische Studien stellten ein leicht erhöhtes Brustkrebs-Risiko fest. Es könnte aber in Schottland daran liegen, dass die Lantus-Nutzer im Allgemeinen älter waren, heißt es im Editorial des Journals „Diabetologia". Nahmen die Diabetiker Lantus in Kombination mit anderen Insulinen, so hatten sie in keinem Fall ein gesteigertes Risiko. In der schottischen Studie verminderte es sich dann sogar im Vergleich zum Humaninsulin. Nach Ansicht der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zeigen nur zwei der vier Studien ein erhöhtes Krebsrisiko für Lantus. Wichtig sei zudem, dass sich dies bei Typ-2-Diabetes gezeigt habe und nicht beim Typ 1, an dem vorwiegendschon Kinder erkranken. „Menschen mit Ty-p-2-Diabetes sollten jedoch auf keinen Fall ihre Insulin- gaben verändern, sondern das Gespräch mit ihrem Arzt suchen", rät die Gesellschaft. Sie fordert ebenfalls weitere Studien.
   Lantus-Hersteller Sanofi-Aventis verweist auf klinische Studien mit 700.00 Patienten, die die Sicherheit des Mittels, belegten. Das neben Glargin zweite langwirksame Insulin Detemir ist laut Sawicki nicht getestet worden, weil es erst später auf den Markt gekommen sei.
  Humaninsulin ist IQWiG-Leiter Peter Sawicki zufolge 40 bis 50 Cent pro Patient und Tag günstiger als Lantus, das künstliche Insulin ist nach Auskunft von Diabetikern aber unkomplizierter zu nehmen. Einem Bericht des „Spiegel" zufolge spritzen sich in Deutschland schätzungsweise eine halbe Million Menschen Analoginsuline. Im vergangenen Jahr erzielte Sanofi-Aventis mit Lantus einen Umsatz von 2,45 Milliarden Euro. Die Aktie des Herstellers Sanofi- Aventis war jedoch bereits am Freitag, als Gerüchte über die Studien aufgekommen waren, gesunken.
NOZ0dopa90629Reuters

Diabetes - auf keinen Fall die Insulingaben eigenmächtig ändern
   Kürzlich veröffentlichte Studien deuten daraufhin, dass für Menschen mit Typ 2 Diabetes unter dem lang wirksamen Analoginsulin Glargin (Lantus) möglicherweise ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Das hat viele Patienten verunsichert. Sie sollten aber auf keinen Fall ihre Insulingaben eigenmächtig verändern, rät die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vertreten diesen Standpunkt.
   Wichtig sei, so Prof. Thomas Danne, Präsident der DDG, dass sich aus den Studien keinerlei Hinweise auf die Behandlung von Menschen mit Diabetes Typ 1 ableiten lassen. „Für Menschen mit Diabetes Typ 2 ist empfeh- lenswert, dass insbesondere bereits an Krebs Erkrankte oder Frauen, in deren Familie Brustkrebs gehäuft vorkommt, mit ihrem Arzt über Alternativen sprechen."
   Für die Behandlung stehen unterschiedliche Insuline zur Verfügung. „Sie werden nach ihrer Wirkdauer oder ihrer chemischen Struktur unterschieden", so Prof. Danne. Als Humaninsulin wird die synthetische Nachbildung des körpereigenen, natürlichen Hormons Insulin bezeichnet. Das gibt es seit 1982. Mit gentechnischen Tricks programmierten Forscher Escherichia coli-Bakterien und Brauhefe (Saccharomyces cerevisiae) so, dass diese Organismen Humaninsulin bilden. Insulinanaloga, seit etwa zehn Jahren im Handel, sind Abwandlungen des Hormons Insulin. „Sie senken wie Humaninsulin den Blutzuckerspiegel, weisen aber unterschiedliche Wirkverläufe auf, erläutert Prof. Danne. So gibt es Insuline, die rasch wirken (schnell- oder kurzwirksame Insuline), und solche, die erst nach einer gewissen Zeit bzw. über einen längeren Zeitraum wirken (Verzögerungsinsuline bzw. lang- wirksame Insuline).
   „Insulin wirkt im Körper wie ein Wachstumsfaktor. Außerdem aktiviert es einen weiteren Motor für die Zellteilung, den sogenannten „Insulin-like growth factor" (IGF). Das kann zur Vermehrung von Zellen führen, auch zur Ver- mehrung von Krebszellen", so Prof. Danne. Gerade deshalb sei für Menschen mit Typ 2 Diabetes Ernährungs- und Lebensstil so wichtig. Denn Übergewicht und mangelnde Bewegung sind zusätzliche Risiko- faktoren für Krebs. HA090702ang

Diab.Prof.KurtUlrich      Zwei Experten zum Diabetes      Diab.Prof.RenéSanter

Diabetes - Risiko für dicke Kinder

Welche Zeichen deuten bei Kindern auf eine Zuckerkrankheit hin? Wie wird sie behandelt, wie können Eltern vorbeugen? Darüber sprachen das Hamburger Abendblatt mit Prof. Kurt Ulrich, Direktor der Kinderklinik am UKE Hamburg Foto links und Prof. René Santer, Oberarzt in der UKE-Kinderklinik Foto rechts.

   Ihr neunjähriger Sohn klagt in der letzten Zeit ständig über Durst, muss viel häufiger Wasser lassen als früher und ist auch ansonsten man und hat keine Lust zum Spielen. „Solche Symptome können bei Kindern auf einen Diabetes hinweisen”, sagt Prof. René Santer, Oberarzt in Kinderklinik am Universitätsklinikum Eppendorf. Auch wenn kleine Kinder, die schon trocken waren, plötzlich nachts wieder einnässen oder an Gewicht verlieren, kann das auf eine beginnende Zuckerkrankheit hinweisen.
   Der Diabetes zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Pro Jahr erkranken 15 von 100000 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren neu daran, die meisten am Typ-1-Diabetes. Dabei bildet das Immunsystem der Betroffenen unter anderem Antikörper gegen die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren. So nimmt die Insulinproduktion immer mehr ab, bis sie nicht mehr ausreicht, um alle Zellen mit dem Hormon zu versorgen. Dann kann der Zucker nicht mehr vom Körper verwertet werden: der Blutzuckerspiegel steigt an. „Bei der Forschung nach den Ursachen wurde mittlerweile festgestellt, dass überall dort, wo Allergien zunehmen, auch der Typ-1-Diabetes zunimmt”, sagt Prof. Kurt Ullrich, Direktor der UKE-Kinderklinik. Deswegen gehe man davon aus, dass in Gebieten, wo Kinder in einer besonders sauberen Umwelt aufwachsen, das Immun- system sich weniger mit Infekten auseinandersetzen muss und eher dazu neigt, Antikörper gegen Substanzen zu bilden, die es normalerweise toleriert.
   Große Sorge bereitet den Experten, dass auch der Typ-2-Diabetes, früher bekannt als Alterszucker, bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zunimmt. „Der Anteil an Typ-2-Diabetikern an diabetischen Kindern und Jugendlichen ist innerhalb weniger Jahre von 0,8 auf 3,3 Prozent gestiegen, hat sich also vervierfacht”, betont Santer. Diese Form des Diabetes trifft Kinder mit starkem Übergewicht, bei denen die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse  irgendwann nicht mehr ausreicht, um alle Fettzellen ausreichend mit Insulin zu versorgen. Und mittlerweile ist jedes fünfte Kind in Deutschland zu dick. Hauptursache dafür: zu fettes Essen - dazu zählt auch die Vorliebe für Fast Food und Bewegungsmangel.
   Einblicke in die Hintergründe dieser Entwicklung bietet eine Untersuchung aus dem Jahre 2003 über die täglichen Freizeitaktivitäten der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland. Danach steht das Fernsehen mit 83 Prozent an der Spitze, Spiele im Freien nannten 46 Prozent, Spiele in der Wohnung 33 Prozent und die Nutzung von Computern 20 Prozent. Ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, haben laut neuen wissen- schaftlichen Studien auch Kinder, die bei der Geburt untergewichtig sind. „Wenn ein Kind am regulären Geburts- termin mit 2000 Gramm statt 3500 Gramm zur Welt kommt, hat es später ein immenses Risiko, übergewichtig zu werden und einen Typ-2-Diabetes zu bekommen”, sagt Santer.
   Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Menschen mit Diabetes in der Bevölkerung weiter ansteigt. Bei solchen Zukunftsvisionen wird die Frage nach Möglichkeiten der Vorbeugung immer dringlicher. „Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder sich viel bewegen, gesunde Mischkost essen und nicht zu dick werden. Auch gestillte Kinder sind als Erwachsene seltener dick und bekommen seltener einen Typ-1- als auch einen Typ-2- Diabetes”, sagt Ullrich.
   Besteht der Verdacht auf eine Zuckerkrankheit, lässt sich die Diagnose anhand einer einfachen Blutunter- suchung stellen. „Von einem Diabetes sprechen wir dann, wenn der Blutzucker, morgens nüchtern gemessen, über 126 Milligramm Prozent (mg/%) liegt oder bei dem so genannten Glucosetoleranztest, bei dem das Kind eine bestimmte Menge Zuckerlösung trinken muss, zwei Stunden danach den Wert von 200 mg/% überschreitet”, erklärt Santer.
   Steht die Diagnose fest, bedeutet das häufig eine enorme Umstellung, nicht nur für das Kind, sondern für die gesamte Familie. „In speziellen Schulungen lernt die Mutter, den täglichen Speiseplan auf die Erkrankung des Kinds umzustellen. Das Kind wird darin geschult, den Blutzucker selbst zu messen und sich Insulin zu spritzen. Außerdem bekommen sie Informationen darüber, wie der Diabetes in ihrem Körper entsteht und worauf sie be sonders achten müssen. Diese Schulungen kann man bei Kindern schon ab dem fünften Lebensjahr beginnen”, so Ullrich.
   In der Therapie der Zuckerkrankheit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel geändert. Früher bekamen die Patienten eine bestimmte Menge von lange wirkendem Insulin verordnet und mussten ihren Speiseplan an diese Menge anpassen, unabhängig davon, ob sie viel Hunger hatten oder wenig. „Heute orientiert sich die Insulindosis an der Nahrungszufuhr, am aktuellen Blutzuckerwert und daran, wie viel der Patient wann essen möchte”, erklärt Santer. Das bedeutet, der Diabetiker misst selbst seinen Blutzucker und spritzt dann, je nach diesem Wert und seinem jeweiligen Appetit, die ent- sprechende Menge eines kurz wirksamen Insulins. „Das hat den Vorteil, dass die Insulinmenge an den aktuellen Bedarf angepasst wird und dass die Ernährung heutzutage liberaler gehandhabt werden kann. Früher hieß es: ,eine viertel Pizza zum Abendbrot ist genug', heute können die Patienten auch eine halbe oder eine ganze Pizza essen, wenn sie vorher die entsprechende Menge Insulin spritzen”, so Ullrich.
   Diese intensivierte Therapiestrategie macht es den Kindern wesentlich leichter, mit der Krankheit zu leben, und bringt auch auf lange Sicht Vorteile: „Eine groß angelegte Studie ergab, dass sich durch diese Form der Therapie Folgeschäden des Diabetes an den Blutgefäßen, in der Netzhaut und an der Niere sowie Komplika- tionen im Herzkreislaufsystem wie Herzinfarkt und Schlaganfall drastisch reduzieren lassen.” CorneliaWernerHA060909

Prof.Danne    Prof. Thomas Danne, Hannover

     Einleben mit Typ-I-Diabetes ist ohne Insulin kaum vorstellbar. Deshalb gehört die Insulinspritze bei dieser erblichen Stoffwechselerkrankung mit zum Leben. Welche Präparate besonders Kindern den Alltag erleichtern, erklärt Prof. Thomas Danne Leiter des Diabeteszentrums im Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover.

Mehr Lebensqualität für Diabetiker

Gerade ist in Deutschland die „Changing Diabetes Tour” gestartet, die auch in Hannover haltmacht. Was ist das für eine Aktion?
  Bei der Tour fährt ein großer Multimedia-Bus mit Informationsmaterial zum Thema Diabetes bei Kindern und Erwachsenen durch Europa. Außerdem sind Videos von Diabetikern aus aller Welt zu sehen. Der Truck ist in Kopenhagen gestartet und fährt durch Deutschland, Belgien und Frankreich. Kapstadt, wo der Kongress der internationalen Diabetes-Förderation stattfindet. Danach geht es in die Vereinigten Staaten.
Was will man mit der Aktion erreichen?
  Im „Jahr des diabeteskranken Kindes” startete die internationale Diabetes-Förderation die Kampagne „UNite for Diabetes”. Dabei ging es vor allem um Aufklärung über die Krankheit. So ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, dass es in Deutschland 25.000 Kinder und Jugendliche mit Typ-I-Diabetes gibt. Diese Zahl nimmt noch zu. Das Gleiche gilt für Typ-II-Diabetes, den „Altersdiabetes”, der nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern immer häufiger auftritt. Als weiteres Ziel der Kampagne soll eine Resolution zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Diabetes bei den Vereinten Nationen eingereicht werden.
Welche Schwierigkeiten haben Menschen mit Diabetes in Deutschland?
   Ganz aktuell haben wir hier das Problem, dass bestimmte Medikamente, die Insulinanaloga, von den Kassen nicht mehr erstattet werden sollen. Dabei haben wir gerade bei Kindern sehr gute Erfahrungen mit diesen Medikamenten gemacht, weil sie im Gegensatz zum Standardinsulin schneller wirken. Beispielsweise kann man beim Kindergeburtstag kaum Süßes verbieten. Damit den kleinen Diabetikern gefährliche Blutzuckerspritzen er spart bleiben, ist es sinnvoll schnelle Insulinanaloga einzusetzen. Das haben zahlreiche Untersuchungen gezeigt. Auch Erwachsenen bringen diese Präparate mehr Lebensqualität.
Warum sollen die Insulinanaloga nicht mehr bezahlt werden?
   Nach dem Vorbericht des IQWiG-Institutes zur vorläufigen Nutzen-Bewertung liegen keine ausreichenden Daten vor, um eine Kosten-Übernahme der Krankenkassen für schnelle Insulinanaloga weiter zu rechtfertigen. Dabei sind die Insulinanaloga pro Tagestherapiekosten bei Erwachsenen gerade mal 30 Cent teurer. Diese Patienten müssen dann allerdings nicht nur die Differenz zahlen, sondern das gesamte Präparat. Wir Diabetesärzte halten das für eine Ungerechtigkeit und fordern die Patienten auf, sich zu diesem Thema zu informieren und gegebenenfalls als Betroffene eine Stellungnahme an das IQWiG abzugeben. Weitere Informationen: unter www.diabetes-kinder.de
Wird es in Zukunft Alternativen zur Insulinspritze geben?
   Mit Sicherheit. Schon heute gibt es Insulinpumpen. Die werden in Zukunft noch intelligenter und messen selber den Blutzuckerspiegel. Außerdem wird an den Möglichkeiten einer Stammzelltherapie zum Ersatz der Insulin produ- zierenden Zellen geforscht.   Interview:NicolaZellmerHAZ060928

Herz-Risiko bei Diabetes

  Diabetiker erleiden durchschnittlich 15 Jahre eher Herz-Kreislauf-Krankheiten als andere Menschen. Eine in der Fachzeitschrift „Lancet” Bd. 368, S.29 veröffentlichte Studie aus Toronto ergab, dass Männer mit Diabetes mit 48 Jahren ein hohes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko haben. Bei Frauen lag die Grenze bei 54 Jahren. dpaHA060703

Vor der Fahrt Blutzucker messen

   Um Unfälle zu vermeiden, sollten Autofahrer mit Diabetes vor der Fahrt ihren Blutzuckerwert messen, um einer Unterzuckerung am Steuer vorzubeugen, rät die Zeitschrift „Diabetes-Journal". Bei längeren Fahrten sollten aus- reichend Pausen eingeplant sein, im Auto sind Traubenzucker oder Cola am besten immer griffbereit. Bei kleinsten Anzeichen für eine Unterzuckerung sollte der Fahrer sofort anhalten und Traubenzucker essen bzw. seinen Zuckerwert ermitteln. Weiterfahren sollte er erst, wenn der Blutzucker ausreichend gestiegen ist. HAZ091211

Viele Typ-1-Diabetiker vertragen kein Gluten

 Wenn Typ-1-Diabetiker unter unerklärlichen-Blutzuckerschwankungen leiden, könnte eine Gluten-Unverträglichkeit dahinterstecken: Ihr Dünndarm reagiert mit einer Entzündung auf Gluten, das in Getreide wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel oder Grünkern vorkommt, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetiker-Ratgeber”. Denn beide Erkrankungen haben eine gemeinsame Ursache: Sie sind Autoimmunleiden. Das Immunsystem greift den eigenen Körper an. Unter Typ-1-Diabetikern trifft die Gluten-Unverträglichkeit jeden Zwanzigsten. HA090730wbv
   Lesen Sie hierzu unseren Bericht über die Gesundheitstage in Bad Laer (Teutoburger Wald), wo von der Bäckerei Thomas Meyer glutenfreie Nahrung angeboten wird. Postversand ist möglich! > Heilung

Therapie bei Diabetes Typ 1

   Patienten mit Diabetes vom Typ 1 können keine ausreichenden Mengen an Insulin mehr bilden, weil die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört sind. Eine Alternative zur Transplantation einer Bauchspeicheldrüse ist die Übertragung von Inselzellen aus Spenderorganen. Erstmals hat eine internationale Studie den Erfolg dieser Therapieform untersucht. Ein Jahr nach der Behandlung waren 44 Prozent der Patienten nicht mehr auf Insulin- Injektionen angewiesen. Zwei Drittel davon wurden aber nach einem weiteren Jahr wieder insulinabhängig, so die Mediziner im „New England Journal of Medicine”. wsaHA060929

Stress und Diabetes

   Gerade Diabetiker sollten sich so wenig Stress wie möglich aussetzen. Körperliche und seelische Anspannung treiben den Blutdruck in die Höhe, was besonders bei Diabetikern das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhe. Das berichtet die „Neue Apotheken Illustrierte. Sport und Entspannungstechniken können dem entgegen- wirken. Betroffene sollten auch auf die Ernährung achten: Obst- und gemüsereiche Mischkost mit wenig Salz und Fett könnten helfen, den Blutdruck zu senken. HAdpa080415

Viel Fett in Diätprodukten

   Diätsüßigkeiten enthalten oft mehr Fett und Kalorien als vergleichbare Normalkost und sind zudem deutlich teurer. Dies ergab ein Vergleich von 15 Diätlebensmitteln der Verbraucherzentrale Hamburg. So enthält Nussenia Nuss Nougat Creme als Diätprodukt 33 Gramm Fett, das Nutella-Glas 30 Gramm.
   Beim Vergleich von Erdbeerbonbons nehmen Diabetiker, die zum Diätprodukt greifen, 66 Prozent mehr Fett zu sich als bei der Normalversion. Diese Produkte seien nicht für übergewichtige Diabetiker geeignet, kritisieren die Verbraucherschützer, die Diät-Naschereien versprächen eine trügerische Sicherheit.
   Generell seien spezielle Lebensmittel für Diabetiker überflüssig, betonen die Ernährungsberater. Als Reaktion auf die Untersuchung kündigte der Diabetikerbund an, über die Verwendung seiner Label „vom Deutschen Dia- betiker Bund empfohlen” und „für Diabetiker geeignet” neu zu entscheiden.  HAhi080415

Diabetes rechtzeitig erkennen

  Werden Diabetes-Symptome rechtzeitig erkannt, lässt sich die Krankheit leichter in den Griff kriegen. „Gefährlich sind die Folgeschäden”, sagte Rosmarie Johannes vom Deutschen Diabetiker Bund. So könne etwa ein sich über mehrere Jahre hinweg „anschleichender” Diabetes die Gefäße schädigen. Ist davon das Herz betroffen, komme es schlimmstenfalls zum Infarkt.
   Rund 6,5 Millionen Menschen seien in Deutschland an Typ-2-Diabetes erkrankt. Hinzu komme eine große Dunkelziffer an Personen, die nicht wissen, dass sie Diabetes haben. Jahrelang könne die Krankheit unbemerkt bleiben. Zu den Symptomen zählen häufiges Wasserlassen, Kopfschmerzen, ständiger Durst, schlecht heilende Wunden, häufige Infektionen und generelle Abgeschlagenheit. Menschen, die enge Verwandte mit Typ-2-Diabetes haben und/oder an Übergewicht leiden, sollten ab dem 25. Lebensjahr regelmäßig ihren Blutzuckerwert feststellen lassen.     dpaHA060923

Gerstenkörner als Hinweis auf Diabetes

   Wer häufig unter Entzündungen der Augenlider, den sogenannten „Gerstenkörnern", leidet, sollte seine Zuckerwerte überprüfen lassen, empfiehlt Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte. „Gerstenkörner können auf eine latent diabetische Stoffwechsellage hindeuten." Meist wird das Gerstenkorn durch Bakterien verursacht, es kommt zu einer schmerzhaften Verdickung und Vereiterung. Betroffene sollten auf keinen Fall herumdrücken. NOZ110402dapd

Kaffee und Diabetes

   Kaffeetrinker erkranken seltener an Diabetes. Jetzt zeigt eine Studie, an der 28.812 ältere Frauen über einen Zeitraum von elf Jahren teilnahmen, dass koffeinfreier Kaffee das Diabetesrisiko besonders deutlich senkt. Wer täglich sechs Tassen Kaffee trank, hatte ein um 22 Prozent geringeres Diabetesrisiko als Frauen, die keinen Kaffee tranken. Bei koffeinfreiem Kaffee sank die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung um 33 Prozent. Worauf der Effekt beruht, sei noch unklar, so die US-Forscher in „Archives of Internal Medicine”. wsaNOZ060627

Kritik an völligem Zuckerverzicht

   Zucker ist für Diabetiker nicht mehr komplett tabu. Dieses Verbot sei überflüssig geworden, betont der Diabeto- loge Prof. Hellmut Mehnert aus München in der „Ärzte Zeitung". Grund sei die Erkenntnis, dass auch andere Kohlenhydratträger wie Weißbrot und Kartoffeln den Blutzucker ähnlich stark ansteigen lassen. Insgesamt dürften Diabetiker zehn Prozent der Gesamtkalorien als reinen Zucker aufnehmen, laute die Empfehlung der Fachgesell- schaften. HA090128dpa 

Diabetiker im Urlaub

   Im Urlaub sollten Diabetiker ihren Blutzucker häufiger messen als zu Hause. Bei mehr Aktivität benötigen sie weniger Insulin oder Tabletten. Wer faulenzt, muss die Dosis eventuell erhöhen, betont die „Neue Apotheken Illustrierte”. Auf Reisen sollten Utensilien wie Insulinspritzen und Traubenzucker für den Notfall in doppelter Aus- führung mitgeführt werden. apHA060609

Sicherheitskontrolle für Diabetiker

  Spitze Gegenstände dürfen nicht mit an Bord. So mancher Flugreisende hat damit schon ärgerliche Erfahrungen gesammelt. Die Nagelfeile oder das Taschenmesser wurden ihm von der Sicherheitskontrolle abgenommen. Wie aber verhält es sich mit dringend benötigten medizinischen Utensilien? Darf ein Diabetiker nun seine Spritze zur Insulingabe und seine Lanzetten zur Blutzuckerkontrolle mit an Bord nehmen oder nicht? Die Experten des Dia- betesportals www.diabetes-world.net raten: „Führen Sie bei Flugreisen unbedingt ein Formular Ihres Arztes mit, das Sie ausdrücklich als Diabetiker ausweist!” So kann der Arzt bescheinigen, dass Diabeteszubehör auf der Reise mitgeführt werden muss. Rezepte und Auflistungen der notwendigen Medikamente allein reichen nicht. Formulare im PDF-Format zum Ausdrucken sind online zu finden auf www.diabetes-world.net. Hier gibt es auch weitere nützliche Tipps für Diabetiker auf Reisen. wiehlHAZ060724

Depression und Diabetes

   Wer depressiv ist, schafft es kaum, sich zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren oder als Diabetiker auf eine gute Stoffwechseleinstellung zu achten. Das betont Prof. Hans Förstl von der Klinik für Psychiatrie und Psycho- therapie der TU München im „Diabetiker Ratgeber”. Zuckerkranke, die immer wieder und lang andauernd unter Traurigkeit leiden, sollten sich so früh wie möglich ihrem Arzt anvertrauen, denn ihnen kann therapeutisch gut geholfen werden. wbv070127

 Erreichbare Ziele setzen

   Übergewichtige Diabetiker sollten sich beim Abnehmen keine unerreichbaren Ziele setzen. Gerade älteren Zuckerkranken falle eine Ernähungsumstellung oder Diät oft sehr schwer, sagt der Diabetologe im geriatri- schen Zentrum des Klinikums Stuttgart, Alexander Friedl. Das Problem vieler Senioren sei, dass sie ohnehin zu wenig oder zu einseitig essen. „Wenn man ihnen dann noch Sachen verbietet, die sie mögen, essen sie noch weniger”, erklärt er im „Diabetiker Ratgeber”. Sein Rat: nicht weniger, sondern besser essen. HA080317AP

  Falsche Schuhe

   Diabetes-Patienten sollten beim Schuhkauf auf die richtige Größe achten. Zwei von drei Diabetikern tragen Schuhe falscher Größe, zeigt eine schottische Studie. Dies könne zu Druckgeschwüren führen, die schlimm- stenfalls die Amputation des Fußes erforderten. Das Schuhwerk sei bei einem Großteil zu eng, berichten die Forscher der Uni Dundee im „International Journal of Clinical Practice”. HAap071127

Hoffnung für Diabetiker: Insulin inhalieren?

Dr.L.Eylers,x  Dr. Liane Eylers   Dr.B.Beier,x  Dr. Bernhard Beier

   Endlich nicht mehr spritzen müssen, das ist der Hoffnungstraum vieler Diabetiker. Der Ausweg heißt „inhalatives Insulin” und war das Thema bei zwei Fach-Vorträgen. Es wird jetzt die Markteinführung eines neuen pulver- förmigen Humaninsulins erwartet. Dieses Medikament „Exubera” soll vor den Mahlzeiten mit einem speziellen Inhalationsgerät über die Lunge angenommen werden.
   Das Problem dabei allerdings: „Nur zehn Prozent des inhalierten Insulins werden biologisch aktiv in den Lungen- bläschen aufgenommen”, so die Diabetologin Dr. Liane Eylers Foto oben, „aber 90 Prozent des Insulins depo- nieren sich in anderen Bereichen der Lunge.” Auch die Kosten dieser neuen Therapieformen seien derzeit nur schwer abzuschätzen und werden nach vorläufigen Einschätzungen beim Sechs- bis Zehnfachen der herkömm- lichen Insulintherapie liegen.
   Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sei diese neue Therapieform vorerst nur als eine seltene Maßnahme zu be- werten: „Es gilt eine gesunde Skepsis zu bewahren”, so betonte Dr. Liane Eylers, Osnabrück, die das Thema zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Bernhard Beier Foto oben bearbeitet.
   Das inhalative Medikament „Exubera” ist zugelassen sowohl für erwachsene Typ-2-Diabetiker, die durch eine orale Therapie nicht mehr adäquat kontrolliert sind, wie auch für erwachsene Typ-1-Diabetiker, bei denen die zu erwartenden Vorteile bei der Kombinationstherapie mit langwirkenden Insulinen die potenziellen Risiken über- wiegen.
   Das neue Inhalations-Insulin wird vor den Mahlzeiten angewendet. Durch die Applikation über die Lunge wird es sehr schnell - vergleichbar dem Nitro-Spray bei Herzpatienten - in die Blutbahn aufgenommen. Seine Effektivität sei mit der Absenkung des Blutzuckerspiegels durch subkutan gespritztes Kunstinsulin vergleichbar, berichtet die Fachärztin für innere Medizin: „Die Wirkdauer ist dabei fast ebenso lang anhaltend.” fhvNOZ060311

Insulin inhalieren statt spritzen Arzt macht Diabetikern Hoffnung

   Für viele Diabetiker könnte das ständige Spritzen von Insulin bald vorbei sein. Inhalieren heißt das Zauberwort. “Über das Lungensystem geht das Insulin noch schneller in die Blutbahn als über die Spritze in der Haut”, sagte Prof. Werner Scherbaum, Ärztlicher Direktor des Deutschen Diabetes-Forschungsinstituts in Düsseldorf, während der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Bremen. “Spritzen zu müssen ist für viele eine psychische Barriere”, erklärte der Mediziner.
   Seit dreieinhalb Jahren laufen laut Scherbaum die Studien zur Insulin-Inhalation. Für die Wirksamkeit gebe es inzwischen gute Daten: Die Anwendung sei selbst bei Erkältungen möglich und habe den gleichen Erfolg. “Auch für Kinder ist die Methode geeignet”, erklärte Scherbaum. Raucher werden allerdings auf die Neuheit verzichten müssen. “Bei Rauchern wirkt es stärker und intensiver. Dadurch besteht eher die Gefahr einer Unterzuckerung”, sagte der Düsseldorfer Forscher. “Beim Inhalieren wird allerdings die zehnfache Menge an Insulin gebraucht als bei einer Spritze”, sagte Scherbaum. 90 Prozent verschwinden im Körper, und wir wissen nicht genau wo.” In Untersuchungen müsse außerdem noch ausgeschlossen werden, dass das Insulin in den Lungen zur Tumorbildung beiträgt. NOZ030531

   Sechs bis acht Millionen Diabetiker leben in Deutschland. Welche Zugeständnisse die Krankheit im Alltag von den Patienten und ihren Angehörigen erfordert und warum auch die Psyche eine Rolle spielt erklärt Franz-Rudolf Fendler Foto unten, der in Hannover eine diabetologische Schwerpunktpraxis betreibt.

tn_Fendler_psd  Spezifische Ängste und Wünsche von Diabetikern ernst nehmen

  Im Zusammenhang mit der Stoffwechselkrankheit Diabetes geht es meist um körperliche Symptome. Aber spielen bei chronischen Erkrankungen nicht auch psychische Aspekte eine Rolle? Natürlich. Beispielsweise  gibt es bei Diabetikern ganz spezifische Träume und Albträume. Viele haben Angst, als Folge der Krankheit bestimmte Fähigkeiten zu verlieren: ein Bein amputiert zu bekommen, einen Herzinfarkt zu erleiden oder blind zu werden. Die andere Seite sind Wunschträume wie unbeschwert reisen und essen zu können oder dünner zu werden. Das sind Aspekte, die normalerweise im Umgang mit Diabetikern nicht angesprochen werden. Und leider werden  Ängste und  Wünsche meist auch beim Arzt nicht aufgearbeitet. Ich glaube, das ist ein Fehler.
Was müsste sich ändern?
   Eigentlich müsste man die psychische Seite schon von Anfang an in die ärztliche Betreuung mit hineinnehmen. Die Diagnose Diabetes bedeutet für die Betroffenen ja immer einen Einschnitt in die Lebensplanung. Das heißt nicht, dass das Leben damit aufhört. Die meisten Patienten brauchen aber Unterstützung dabei, ihr Leben mit der Krankheit neu zu planen. Am besten gelingt das, wenn die Patienten richtig informiert sind. Sinnvoll ist auch so etwas wie eine Unterzuckerungsschulung für Angehörige. Weil es vielfältige Ängste gibt, sollten Arzt und Diabe- testeam speziell für den Umgang mit Diabetikern ausgebildet sein. In unserer Praxis fragen wir immer „Was ist ihr Hauptproblem mit Diabetes, was stört Sie am meisten?”
   Zudem haben wir ein Peer-Counceling-Konzept, bei dem eine länger betroffene Diabetikerin frisch diagnostizier- ten Patienten bezüglich der Akzeptanz von Krankheit zur Seite steht.
Sie haben eben bereits die Unterzuckerung angesprochen. Was bedeutet das für einen Diabetiker?
  Wer vor allem kurz wirksames Insulin nimmt, sollte innerhalb einer bestimmten Zeit auch etwas essen, sonst kommt es zur Unterzuckerung. Auch Alkohol oder körperlich anstrengende Arbeit kann eine Unterzuckerung ver- ursachen. Bei leichten Formen merkt der Betroffene, dass sein Blutzuckerspiegel niedriger ist als sonst.
   Typische Symptome sind Herzklopfen, Schweißausbrüche, ein Hungergefühl im Magen oder wackelige Knie. Sinkt der Blutzuckerspiegel noch weiter ab, kann auch das Gehirn von Energiemangel betroffen sein. Dann kann es sein, dass man sich nicht mehr konzentrieren kann, Kopfschmerzen hat, nur noch lallend spricht, umhertorkelt oder sogar bewusstlos wird. Dann ist Hilfe von außen nötig; man nennt dies eine schwere Hypoglykämie. Manche Diabetiker haben solche Situationen schon gehabt und möchten sie nie wieder erleben. In diesem Fall wäre es sinnvoll, den Patienten auch mal bewusst darauf anzusprechen wie es ihm bei Unterzuckerung geht, wie er nun - vielleicht auch angstvoll - dazu steht.
Wie geht man mit der Angst vor Folgeschäden um? Die Frage ist immer, wie jemand in Bezug auf seinen Dia- betes eingestellt ist.
    Viele Patienten und auch Ärzte sind mit Blutzuckerwerten zufrieden, die nicht ausreichen, um Folgeschäden zu vermeiden. Wer sich da an die Empfehlungen der Fachgesellschaften hält, senkt sein Risiko, Folgeschäden wie Nierenversagen, Nervenschädigungen oder Herzinfarkt oder Schlaganfall-Kreislauf-Probleme zu bekommen, deutlich.
Je besser ein Diabetiker die Therapie-Empfehlungen umsetzt, desto besser sind also auch seine Chancen. Was kann der Lebenspartner dazu tun?
  Eine Grundvoraussetzung ist, dass der Partner Verständnis hat. Das zweite ist, dass er in Sachen Ernäh- rung und Bewegung ein bisschen mitzieht. Normale Lebensmittel sind nicht giftig für Diabetiker, sie können also durchaus auf Feiern mitessen. Nur müssen sie sich dann mehr bewegen oder mehr Tabletten be- ziehungsweise Insulin einnehmen. Das will organisiert sein und dabei kann der Partner helfen. Diabetes kann eine Partnerschaft auch belasten, etwa durch die Vorstellung, dass der Diabetiker irgendwann blind wird oder wenn sein Blutzuckerspiegel so schlecht eingestellt ist,  dass er Potenzstörungen bekommt. Interv.:NicolaZellmerHAZ040513   

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Prof. Ulrich Schwedes, Hamburg, sagt: So lebt man mit Zucker.
Diabetes ist sein Fachgebiet. Sein Motto: Wer viel arbeitet, soll es sich gut gehen lassen.

Foto links: Prof. Ulrich Schwedes; Foto rechts: Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin   HA030417

   Der Tisch festlich gedeckt, aus Schüsseln steigen Düfte köstlicher Speisen, Wein funkelt in den Gläsern. Menschen mit der Diagnose Diabetes konfrontiert,  fragen sich, ob sie auf diese kulinarischen Vergnügen ver- zichten müssen. “Die Zeit strenger Diäten ist vorbei. Diabetiker lernen heute, Lebensmittel so auszuwählen, dass sie gut mit der Krankheit leben können”, beruhigt Prof. Ulrich Schwedes (61), Leiter der 2. Medizinischen Abteilung am AK Barmbek mit dem Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetes.
   Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich der engagierte Mediziner mit dem Diabetes. Nach dem Studium in Frankfurt/Main trat er 1970 seine erste Stelle bei einem Diabetologen an. Schon damals hat ihn die Lehre von den Hormonen fasziniert. Und so stürzte Prof. Schwedes sich gleich in die Diabetesforschung. Heute ist ein Schwer- punkt seiner Arbeit - und teilweise auch seiner Freizeit - Schulungen für Patienten, Ärzte, Krankenschwestern und Arzthelferinnen. Dabei vermittelt er neueste Erkenntnisse über die Behandlung dieser Krankheit, an der sechs Prozent der Bevölkerung leiden.
   Bei der “Zuckerkrankheit” gibt es zwei Formen: Beim Diabetes Typ 1, der meist im jugendlichen Alter auftritt, produziert der Körper nicht genug Insulin. Weitaus häufiger ist der Diabetes Typ 2, der meist ab dem 40.-50. Lebensjahr beginnt. Dabei reagiert der Körper nicht mehr richtig auf Insulin. Kann der Körper den Mangel nicht mehr ausgleichen, bricht die Zuckerkrankheit aus. Typische Symptome des Diabetes sind großer Durst, Muskel- schwäche, vermehrtes Wasserlassen und Müdigkeit. Klarheit bringt eine Untersuchung, bei der die Zucker- konzentration im Blut gemessen wird. Von einem Diabetes sprechen wir dann, wenn der Blutzuckerwert vor dem Frühstück schon über 110 Milligramm pro 100 Milliliter liegt oder am Tag auf über 200 ansteigt.
   In der Behandlung spielen gesunde Ernährung und körperliche Bewegung eine wesentliche Rolle. “Es ist wichtig, Kohlenhydrate über den Tag verteilt zu essen und auf Lebensmittel zu verzichten, die den Blutzucker schnell in die Höhe treiben”, rät der Spezialist. Bei übergewichtigen Patienten mit Typ-2-Diabetes kann schon eine Gewichts- reduktion die Blutzuckerwerte wieder ins Lot bringen. Bewegung ist deshalb wichtig. “150 Minuten pro Woche genügen, wobei schnelles Gehen ausreicht. Auch Treppensteigen oder Staubsaugen zählen dazu. Zwischen zwei Einheiten dürfen aber nicht mehr als drei Tage liegen”, betont Schwedes. Erst wenn trotz dieser Maßnahmen der Blutzucker erhöht ist, muss der Diabetiker Tabletten einnehmen. Menschen mit Typ 1 müssen von Beginn der Erkrankung an Insulin spritzen.
   Aber wie findet jemand, der bisher üppig gelebt hat, zu einem gesunden Lebensstil? “Die Umstellung dauert oft bis zu einem Jahr.” Gute Blutzuckereinstellung ist wichtig, um Folgeschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Schäden an Augen, Nieren, Nerven und Füßen zu vermeiden.
   Die vielen Auswirkungen von Hormonstörungen auf den Körper sind für Schwedes das Spannendste an seinem Fachgebiet.“ Dafür muss ich in der gesamten inneren Medizin zu Hause sein. Nur in einem Spezialfach Spitze zu sein, wäre mir zu langweilig”, sagt Schwedes, der 1988 aus Frankfurt mit Frau und Sohn nach Hamburg kam. Heute lebt er mit Ehefrau Erika, ebenfalls Ärztin, in einer Winterhuder Altbauwohnung. Im Sommer fährt er jeden Tag mit dem Rad zur Klinik. Doch der Job ist nicht alles für ihn. “Wer viel arbeitet, soll es sich auch gut gehen lassen”, so der Mediziner. Dazu zählen Gespräche mit Freunden, Theaterbesuche oder ein Stadtbummel. Beson- ders freut er sich, jetzt Großvater geworden zu sein. “Damit rücken vermeintliche Proble- me in den Hintergrund, und ich werde mir bewusst, wie viel Schönes es im Leben gibt.”
   Gemeinsam mit seiner Frau reist Schwedes gern: im Winter Ski fahren, im Sommer auf die Nordseeinsel Langeoog und im November in ferne Länder. Die Ruhe im Urlaub nutzt er zum Lesen von Krimis und Romanen. “Fachbücher sind dann tabu. Ich nutze die Zeit zum Regenerieren, damit ich anschließend wieder viel Kraft für meine Arbeit habe. WernerHA030417

tn_Diabetis_1_jpg    Insulin-Spritze 

   Diabetiker sollten ihre Insulinspritzen vor der Injektion rollen oder schwenken. Auf keinen Fall darf die Spritze geschüttelt werden, warnt der “Diabetiker-Ratgeber”. Das Medikament dürfe nicht schäumen. Mindestens 20mal müsse der Pen gerollt oder geschwenkt werden. NOZ401027

Vorsorge bei Diabetes
  Zur Vorsorge gegen die sogenannte diabetische Retinopathie sollten Diabetiker ihre Augen einmal jährlich unter- suchen lassen, raten der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband und der Berufsverband der Augenärzte. Eine Heilung der Krankheit ist zwar bisher nicht möglich. Wird sie früh erkannt, gibt es Laser-Behandlungen, die das Nachlassen der Sehleistung verlangsamen oder stoppen können. HAdpa050826

Fußpflege
   Diabetiker sollten ihren Füßen mehr Aufmerksamkeit schenken als gesunde Menschen. Wie das Magazin „Dia- betiker Ratgeber” berichtet, schädigt die Zuckerkrankheit sehr häufig die Empfindungsnerven der Haut. Wichtig sei tägliche, nicht zu heiße Fußwäsche und sorgfältige Nagel- und Hautpflege. Dabei sollten Diabetiker alles vermei- den, was Verletzungen erzeugen kann wie scharfe Scheren, Zangen, Feilen und Hobel. NOZ050829

Eine kostenfreie Kontaktbörse für Diabetiker, Angehörige, Ärzte und andere Interessierte bieten das Diabetes- Journal und das Internetportal Diabetes-Forum jetzt unter www.diabetes-friends. Dort können sich Diabe- tiker über ihre Erfahrungen, aber auch neue Medikamente und Therapiemöglichkeiten austauschen. HAZ0507

Sensor misst Blutzucker

  US-Bio-Ingenieure haben einen kleinen, splitterförmigen Sensor entwickelt, der Blutzuckerwerte anzeigt. Der Splitter-Sensor wird nur unter die Haut geschoben. Er kann mit dem bloßen Auge abgelesen werden und gibt durch einen Farbwechsel Auskunft über den Glukosespiegel. Beim Entfernen eines Splitters aus dem Finger seines achtjährigen Sohnes kam Miklos Gratzl von der Case Western Reserve University die Idee für den Biosensor. wsaHA041010

Blutzucker prüfen im Freibad

   Diabetiker sollten beim Baden im Freien ihre Blutzuckerwerte häufiger kontrollieren als üblich. Denn auf den raschen Wechsel zwischen warmer Luft und kühlem Wasser reagiere der Blutzucker oft unerwartet, erläutert die „Neue Apotheken Illustrierte”. Am besten prüfen Betroffene ihre Werte vor und nach dem Schwimmen. Drohe eine Unterzuckerung, bekämen Diabetiker den Blutzuckerspiegel mit Traubenzucker wieder in den Griff. HAdpa070611

Tipps zur Blutzuckermessung

   Diabetiker sollten bei der Blutentnahme für die Blutzuckermessung den Finger nicht zusammendrücken. Darauf weist die “Apotheken Illustrierte” hin. Manche Patienten pressen das Blut regelrecht heraus. Damit werde aber auch Gewebsflüssigkeit herausgequetscht und das Messergebnis verfälscht. Grundsätzlich sollten vor der Blutgewinnung die Hände gut gewaschen und getrocknet werden. Denn auch Wasserreste an den Händen können die Blutprobe verdünnen. HA061227

Dies ist bei Diabetes wichtig:
* Blutzucker sollte möglichst gut eingestellt sein
* Einmal im Jahr die Augen vom Augenarzt untersuchen lassen
* Ausreichend Bewegung
* Einmal im Vierteljahr beim Arzt den HbA1c-Wert kontrollieren lassen. An diesem Wert kann man erkennen, ob der
   Blutzucker in den vergangenen Wochen gut eingestellt war. Dieser Wert sollte unter sieben, besser noch unter
   6,5 liegen
* Bei Taubheitsgefühlen nicht einfach ein heißes Fußbad nehmen, sondern die Temperatur mit einem Thermometer
    prüfen.    cw/HA

  Diab-Fotos-xx

Ein Leben mit Diabetes will gut geplant sein. Dazu sind viele Informationen nötig. Welches Medikament ist das richtige für mich?  Wie ernähre ich mich gesund, ohne auf Genuss zu verzichten?  Kann ich problemlos Sport treiben?  Vier Experten geben in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung den Lesern zu allen Fragen Auskunft.
Fotos v.l.n.r.: Prof. Diethelm Tschöpe, Direktor des Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen, Prof. Thomas Danne, Chefarzt am Zentrum für Kinderdiabetologie im Kinderkrankenhaus an der Bult Hannover, Ralph Geldmacher, niedergelassener Diabetologe und Facharzt für innere Medizin in Hannover, Dr. Mi- chael Sarbandi, Diplomsportlehrer und Diplomgesundheitswissenschaftler in Bielefeld.

 „Bewegung wirkt Wunder”: Diabetologen für konsequente Blutzuckerkontrolle bei Diabetikern
   Kennen Sie Ihren HbA1c? Nein? Wenn Sie Diabetiker sind, sollten Sie aber über diesen Wert Bescheid wissen. Denn hinter der Formel HbA1c verbirgt sich der Langzeitblutzuckerwert, der Auskunft darüber gibt, wie gut Ihr Blutzuckerspiegel eingestellt ist. „Liegt der HbA1c über sieben, sollte man dringend nachbessern, bei einem Wert unter sieben dagegen können wir Entwarnung geben”, erklärt Prof. Diethelm Tschöpe, Direktor des Diabetes- zentrums in Bad Oeynhausen und Schirmherr der Aktion „Gesünder unter 7”. Für Kinder dürfe der Spielraum ruhig etwas größer sein, sagt Prof. Thomas Danne, Chefarzt der Kinderendokrinologie und Diabetologie im Kinder- krankenhaus in Hannover auf der Bult. „Schlecht planbare körperliche Aktivitäten und verschiedene Hormone machen den Blutzuckerspiegel im Kindesalter schwer kontrollierbar - da können wir auch 7,5 akzeptieren.”
   Sowohl für jugendliche Typ-I-Diabetiker als auch für Erwachsene mit Diabetes Typ 2 („Alterszucker”) ist die Einhaltung des HbA1c mehr als nur reine Zahlenspielerei. „Es geht nicht um den Wert, sondern um seine Be- deutung”, betont Tschöpe. „Wir wollen Menschen vor Organschäden schützen.” Wer mit seinen Werten schummele oder erst kurz vor dem Arztbesuch diszipliniert lebe, schade sich im Zweifelsfall selbst. Denn dauer- haft hohe Blutzuckerwerte führen zu Spätfolgen an Nerven und Gefäßen wie dem diabetischen Fuß, Nierenleiden, Herz-Kreislauf-Problemen oder Blindheit. In Einzelfällen kann ein zu hoher Blutzuckerspiegel auch akut zu einem lebensgefährlichen diabetischen Koma führen.
   „Viele Diabetiker erleben ihren Diabetes nicht als Krankheit, weil er nicht wehtut”, zählt Tschöpe typische Probleme auf. „Sie können ihren Langzeitwert nicht interpretieren und tun sich schwer damit, ihren Blut- zuckerzielwert zu erreichen, auch wenn sie Medikamente nehmen.” Abhilfe schaffen vor allem der richtige Lebensstil - und ein individuelles Therapiekonzept. Dazu gehört auch regelmäßige Bewegung. „Das wirkt Wunder auf den Blutzuckerspiegel”, sagt Tschöpe. Also: Gönnen Sie sich doch täglich einen Spaziergang, und nehmen Sie öfter mal die Treppe statt den Aufzug! zeHAZ070425

Neuer Ratgeber für Diabetiker

  Pünktlich zum Weltdiabetestag hat die Hamburger Behörde für Wissenschaft und Gesundheit ihre Broschüre „Tipps für Menschen mit Diabetes” neu aufgelegt. Der Ratgeber umfasst 128 Seiten und bietet konkrete Informationen und nennt Adressen, unter anderem zur medizinischen Versorgung, für die psychosoziale Unterstützung, zum Schwerbehindertenrecht und zu Bewegung und Ernährung. Außerdem enthält der Ratgeber ein eigenes spezielles Kapitel über Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Für weitere Informationen sind Lesetips und Internetadressen angegeben. Die kostenlose Broschüre ist erhältlich beim Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz unter Tel: 2000 - 428 37 19 99, eMail: brigitte.krueger@bwg.hamburg.de oder im Internet unter der Adresse www.gesundheit.hamburg.de HA051112

Gegrilltes schadet Diabetikern

   Die Grillsaison kann für Diabetiker gefährlich werden. Der Verzehr hocherhitzter Nahrungsmittel wie Gegrilltes oder Gebratenes schadet den Blutgefäßen der Erkrankten, heißt es in einer Studie der Diabetesklinik Bad Oeynhausen, die beim Diabetes-Kongreß in Leipzig vorgestellt wurde. Danach werden die Störungen der Gefäßfunktionen durch sogenannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts) ausgelöst. Diese giftigen Substanzen entstehen beim starken Erhitzen in Lebensmitteln aus Zucker und Eiweiß. dpaHA060528

Zahlen in Deutschland

   Nach Schätzungen des Berliner Robert-Koch-Instituts ist bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung eine Zucker- krankheit nachgewiesen, das bedeutet, allein in Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an dieser Krankheit. Rund 90 Prozent davon haben einen Typ-2-Diabetes, der überwiegend im höheren Lebensalter auftritt und daher auch als Altersdiabetes bekannt ist.  Fünf Prozent haben einen Typ-1-Diabetes, der sich schon im Kindes- und Jugendalter zeigt und mit Insulin behandelt werden muss. Ab dem 40. Lebensjahr ist der Typ-2- Diabetes die häufigste Form der Zuckerkrankheit.  Laut Robert-Koch-Institut lassen sich auch deutliche Ge- schlechtsunterschiede feststellen: Bis zum 70. Lebensjahr sind Männer häufiger betroffen, ab dem 70. Lebensjahr die Frauen. cwHA051112

Bald acht Millionen Diabetiker „Epidemie”
   Die Zahl der Diabetiker in Deutschland hat nach Expertenschätzungen die Acht-Millionen-Marke übertroffen. Jährlich steige die Zahl der Patienten um vier bis fünf Prozent, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung(DGE) in Bonn. Weltweit werden den Angaben zufolge im Jahr 2030 rund 366 Millionen Menschen erkrankt sein. Damit entwickle sich speziell der Typ-2-Diabetes ähnlich wie Übergewicht zu einer regelrechten Epidemie.
   Bereits heute schätzen Experten Diabetes als die teuerste chronische Erkrankung ein. Häufigste Gründe für das Entstehen eines Diabetes mellitus sind Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen infolge falscher Ernährung und Bewegungsarmut. NOZap070602

Pflegetipps für Diabetiker

   Diabetiker sollten ihre Haut in der kalten Jahreszeit besonders schützen, rät die “Neue Apotheken Illu- strierte/Gesundheit”. Damit die Haut nicht durch trockene Heizungsluft und reibende Textilfasern in Mitleiden- schaft gezogen wird, sei die Verwendung rückfettender Duschöle empfehlenswert. Zudem raten Experten, lauwarm zu duschen.
  Wannenbäder sollten nicht länger als zehn Minuten dauern und Pflegeprodukte keine Konservierungs- und Farbstoffe enthalten. dpaHA041012

Tipps für Diabetiker

  Beim Bestimmen ihres Blutzuckers mit einem Messgerät unterlaufen Diabetikern häufig kleine Fehler, die das Ergebnis verfälschen können. So könne die Messung ungenau ausfallen, wenn der Finger bei der Blutentnahme gequetscht werde, berichtet die “Neue Apotheken-Illustrierte”. Beim Quetschen des Fingers mischten sich Gewe- beteilchen und Lymphflüssigkeit mit dem Blut und verfälschten den Messwert. Stattdessen sollte der Finger vor dem Einstich sanft massiert werden.Um das Einstechen möglichst schmerzfrei zu gestalten, empfiehlt das Magazin, nicht in die besonders schmerzempfindliche Mitte der Fingerkuppe einzustechen und die Stelle nicht mit Alkohol zu desinfizieren. Alkohol könne die Haut an den Einstichstellen verhärten. Es genüge, die Hände mit warmem Wasser zu reinigen. Der Einstich sollte am besten seitlich am Finger oder am Ohrläppchen erfolgen.  APNOZ020914

Ein Diabetes schadet der Blase

   Ein erhöhter Blutzucker kann die Blasenfunktion schwächen, Wie die Deutsche Seniorenliga (DSL) mitteilte, bekommt jeder zweite Diabetiker langfristig Probleme mit der Blase. Viele Betroffenen seien nicht ausreichend informiert. Bislang sei zwar nicht eindeutig geklärt, auf welchem Wege ein erhöhter Blutzucker den Harntrakt beeinflusse. Studien zeigen, dass Diabetiker nach zehn Jahren doppelt so häufig an einer Blasenschwäche erkranken als stoffwechselgesunde Menschen. AP080814HA

Diätverpflegung steuerlich nicht als außergewöhnliche Belastung absetzbar

   Kosten einer Diätverpflegung sind nach dem Gesetz ausdrücklich vom Abzug als außergewöhnliche Belastung ausgeschlossen. Der Bundesfinanzhof hält daran fest, dass diese Regelung keine Ausnahmen zulasse, auch nicht z.B. für die Fälle, in denen die Diätverpflegung eine Behandlung mit Medikamenten ersetzt und wenn es sich um einen Härtefall mit schwererer Gesundheitsbeeinträchtigung handelt. Das Gericht erörtert verschiedene Einwände gegen die Verfassungsmäßigkeit der Regelung, weist sie aber sämtlich zurück. Selbst wenn die Diät Medikamente ersetze, ersetze sie aber auch zugleich eine reguläre Ernährung, deren Kosten steuerlich nicht berücksichtigt werden können, da sie im steuerfreien Existenzminimum enthalten seien.  DrMö071107

Zahl der Diabetes-Patienten hat sich verdoppelt. Eines von 600 Kindern in Deutschland leidet an Diabetes

   In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Auftreten der so genannten Typ-1-Diabetes mellitus bei Kindern bis zu 14 Jahren verdoppelt. Es handelt sich um eine Autoimmunkrankheit,  bei der es zu einer Selbstzerstörung der insulinproduzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse kommt.
   Die genauen Ursachen dieser Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Das liege zum Teil daran, dass die Krankheit häufig schon lange vor dem Auftreten der Symptome ohne Beschwerden beginne und durch übliche Laborbestimmungen nicht erkannt werden könne, erklärt der Mediziner Thomas Danne vom Kinderkrankenhaus auf der Bult (Hannover). Erst wenn weniger als 15 Prozent der Betazellen noch funktionieren, treten die typischen Symptome wie vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsabnahme und Leistungsschwäche auf. Eltern und Kinder können das Auftreten der Krankheit nicht beeinflussen, sie ist auch nicht ansteckend.
   Auch im Kindes- und Jugendalter werden vermehrt neue Behandlungsverfahren angewandt. Insulin zum Ein- atmen befindet sich beispielsweise in der klinischen Prüfung. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist nach den Angaben von Danne eine sehr individuelle Behandlung erforderlich. An Diabetes erkrankte Kinder werden im Kinderkrankenhaus deshalb von Anbeginn von einem Team betreut, zu dem neben Ärzten und Krankenschwestern auch Ernährungsberater, Psychologen und Sozialarbeiter gehören.  shiHAZ020503

Vorsicht bei Zahnimplantaten

   Diabetiker mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten sollten auf Zahnimplantate zunächst verzichten. Denn sie haben ein hohes Risiko für schwere Parodontose, die zu Zahnverlusten führen kann, berichtet der “Diabetiker- Ratgeber”. Auch die Verträglichkeit von Prothesen sei dann eingeschränkt. Es sei daher sinnvoll, mit dem Einsetzen von Implantaten so lange zu warten, bis die Blutzuckerwerte längere Zeit gut eingestellt seien.
apHA031122

Der Weg zur Insulin-Pille ist noch weit

Neuerungen helfen vor allem jugendlichen Diabetikern
   Trotz weltweiter Forschungsarbeiten ist die Pille zur Behandlung des Typ-1-Diabetes auf absehbare Zeit noch nicht einsatzreif. Nach Angaben des Präsidenten der Deutschen Diabetesgesellschaft, Wieland Kiess, wird das in der Pille enthaltene Insulin im Magen-Darm-Trakt abgebaut. Dadurch gelange es nicht ins Blut. Auch andere Verabreichungsformen seien derzeit noch unausgereift, betonte der Direktor der Leipziger Uni-Klinik für Kinder und Jugendliche.
  Interessant, aber aber noch nicht ausreichend erforscht, ist nach seinen Angaben das Schnupfen oder Inhalieren von Insulin. „Allerdings wirken die Schleimhäute der Atmungsorgane von Natur her als Filter”, erklärte Kiess. Damit das Insulin dem Stoffwechsel in der erforderlichen Menge zur Verfügung stehen könne, müssten deshalb sehr große Mengen eingeatmet werden. Noch sei nicht klar, ob die Belastung für den Patienten nicht größer sei als der Einstich der Spritze.
   Allerdings gebe es einige Innovationen, zu denen neue Insulinarten und weiterentwickelte Spritzen gehörten, die vor allem die Behandlung von Kindern und Jugendlichen erleichterten. Bei diesen Patienten komme man mit den üblichen zweimaligen Insulingaben pro Tag nicht weit, sagte der Mediziner. Deshalb sei es wichtig, das Hormon häufiger in kleineren Dosen zu verabreichen, um einen relativ natürlichen Insulinspiegel zu erhalten. Hilf- reich seien dabei unter anderem Insulinstifte. Eine weitere Neuerung seien Insulinpumpen, die der Diabetiker immer bei sich trage, Kleinkinder etwa in einem winzigen Rucksack. Damit werde bei Bedarf über eine Kanüle das erforderliche Insulin in den Körper gepumpt.
   Heftig umstritten sind nach Angaben des Diabetes-Spezialisten die Insulin-Analoga, also Stoffe, die vom Insulin abgeleitet wurden. Fakt sei, dass das Wirktempo und die Wirkdauer dieser Stoffe individueller geregelt werden könnten als beim herkömmlichen Insulin. Ob dem Patienten im Alltag daraus mehr Freiheiten erwüchsen, sei aber noch nicht bewiesen. Unbewiesen seien aber auch Behauptungen, wonach die Insulin-Analoga angeblich krebs- auslösend wirken sollen, meinte Kiess. apHAZ040827

Mundhygiene bei Diabetes

 Eine schlechte Mundhygiene kann den Gesundheitszustand negativ beeinflussen, bei Diabetikern sogar drastisch. So kann sich eine nicht behandelte Zahnbettentzündung auf den Schweregrad und die Einstellbarkeit des Diabetes auswirken. Umgekehrt gefährdet die Zuckerkrankheit die Mundgesundheit, da bei Diabetikern eine Parodontitis intensiver abläuft, warnt die Bundeszahnärztekammer.  HAmp061120

Stress begünstigt Diabetes

  Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin bildenden B-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Eine schwedische Studie ergab, dass ein gestörtes Familienleben die Entwicklung von Diabetes bei Kleinkindern begünstigt. Zu diesem Ergebnis kommt Anneli Sepa von der Linköping University in ihrer Doktor- arbeit. wsaHA040304

Anzeichen von Diabetes

  Eine Eichelentzündung (Balanitis) bei älteren Männern kann ein Anzeichen von Diabetes sein. Für die Zucker- krankheit sei charakteristisch, dass sie Entzündungen an ungewöhnlichen Körperstellen auslöst, berichtet die “Ärzte-Zeitung”. Sei die Zuckerkrankeit bei dem Patienten bereits bekannt, sollte bei einer Balanitis seine Ein- stellung überprüft werden. Die Veränderungen bildeten sich bei guter Diabeteseinstellung meist von allein zurück. dpa/HA040313

Insulinspritze richtig benutzen

  Wenn Diabetiker nach einer Insulinspritze eine zu geringe Wirkung des Medikaments feststellen, liegt das oft an falscher Handhabung. Wer sich das Insulin zum Beispiel immer an derselben Stelle spritze, verursache Ge- webeveränderungen, sagte Prof. Thomas Beck, Leiter der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, in der „Neuen Apotheken Illustrierten”. Dadurch werde Insulin nicht immer richtig aufgenommen. Diabetiker sollten sich den korrekten Umgang mit Insulinspritzen vom Arzt oder Apotheker erklären lassen. dpaHA080115

 Schmerzfrei spritzen

Eine winzige Spritznadel aus Japan soll Injektionen praktisch schmerzfrei machen. Die Spritznadel verjüngt sich zur extrem dünnen Spitze hin und ist deshalb trotzdem in der Lage, flüssige Medikamente unter die Haut zu liefern. Bisher fürchtete man, dass Flüssigkeiten durch extrem dünne Spritzen nicht mehr problemlos hindurchgehen. Dank ihrer Schmerzfreiheit eignet sich die Mikro-Spritznadel besonders für Patienten wie Diabetiker, die mehrmals täglich Injektionen benötigen. wsaHA021231  

Immer mehr Zuckerkranke

   In Deutschland gibt es immer mehr Zuckerkranke. Sechs Millionen leiden an der Stoffwechselkrankheit, teilt die Deutsche Diabetes-Union jetzt mit, anderthalb Millionen mehr als vor sechs Jahren. Ohne Gegenmaßnahmen werde die Zahl bis 2010 auf zehn Millionen steigen. Deshalb bemühe sich der Verband, einen nationalen Aktionsplan mit dem Bundesgesundheitsministerium auf den Weg zu bringen. www.diabetes.union.de     apHA031112  

Diabetes: Es mangelt an Vorsorge

   Die Kosten für die Behandlung der Zuckerkrankheit und dadurch ausgelöster Folgeleiden in Deutschland beliefen sich jährlich auf 30 Milliarden Euro. Laut der Studie werden die Behandlungskosten für diese Volkskrankheit in Deutschland innerhalb der nächsten 15 Jahre explodieren und sich die Anzahl der Erkrankten bis 2020 von derzeit rund sechs Millionen auf zehn bis elf Millionen fast verdoppeln. Nach Angaben der Experten könnten dagegen langfristig bis zu 90 Prozent aller Diabetesfälle durch einfache präventive Maßnahmen wie eine gesunde Ernäh- rung  und ausreichende Bewegung vermieden werden. Allein in Deutschland sei dadurch ein Einsparungspotential von 27 Milliarden Euro pro Jahr realisierbar. Als Hauptursachen für die mangelnde Prävention in Deutschland identifiziert die Studie eine schlechte Koordination der  Programme  und Akteure, unzureichende gesetzliche und politische Rahmenbedingungen sowie das Fehlen einer allgemeinen „Präventionskultur”. Prävention müsse in Deutschland durchgängig in allen Bereichen der Gesellschaft verankert werden. Gesundheitsvorsorge dürfe nicht als alleinige Aufgabe der Krankenkassen verstanden werden, son- dern sollte alle Gebiete des Lebens ein- beziehen. apHA050806

Diabeteszentrum

   Das Leipziger Universitätsklinikum ist das erste “Klinische Diabeteszentrum” in  Deutschland. Mit dieser Aner- kennung nach den Richtlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) soll sogenannte Betreuung aus einer Hand gewährleistet werden. Der Direktor der Medizinischen Klinik, Rolf Paschke, wies auf das hohe Risiko von Diabetikern hin, auch andere Krankheiten zu bekommen: “Mit dem Klinischen Diabeteszentrum wollen wir die medizinische Betreuung dieser Patienten mit Mehrfacherkrankungen auf eine neue Qualitätsstufe heben.” Ein Patient solle nur noch eine Anlaufstelle haben, die wiederum mit zahlreichen Fachrichtungen vernetzt sei. In Leipzig gehören dem Klinischen Diabeteszentrum unter anderem die Transplantations- und Gefäßchirurgie, die Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin, für Augenheilkunde, für Neurologie, die Abteilung für medizinische Psychologie und das Herzzentrum an. APNOZ020817

Hoher nächtlicher Blutdruck ein Vorbote von Nierenversagen? Warnsignal bei Zuckerkrankheit

  Die mit einem Diabetes einhergehenden Stoffwechselstörungen können die Niere erheblich schädigen. Besonders belastet wird das Organ, wenn sich zu der Zuckerkrankheit ein hoher Blutdruck gesellt. Dann besteht ein extrem hohes Risiko, dass es zu einem Nierenversagen kommt. Um Diabetikern ein solches Schicksal zu ersparen, muss man den Blutdruck daher in engen Grenzen halten. Das erweist sich aber oft als schwierig, zumal viele Zucker- kranke auf die gängigen Hochdruckmittel nur schlecht ansprechen. Weist die Niere bereits erste Defekte auf, lässt sich deren Versagen meist nicht mehr verhindern. Vorteilhaft wäre es daher, wenn man von einem Nierenversagen bedrohte Diabetiker rechtzeitig erkennen und behandeln könnte.
 Bei Patienten mit einem Typ-1-Diabetes scheint ein unzureichender Blutdruckabfall bei Nacht frühzeitig auf die Ge- fahr von Nierenschäden hinzudeuten. Einen solchen Schluss legen zumindest die Beobachtungen einer spanisch- amerikanischen Arbeitsgruppe um Empar Lurbe von der Abteilung für pädiatrische Nephrologie der Universitäts- klinik in Valencia nahe. Die Ärzte verfolgten mehrere Jahre lang das Schicksal von 75 an Typ-1-Diabetes leidenden Teenagern und jungen Erwachsenen, deren Blutdruck und Nierenfunktion anfangs noch normal waren.
   Innerhalb von fünf Jahren erlitten vierzehn dieser Patienten Nierenschäden, was sich darin äußerte, dass größere Mengen von Eiweiß mit dem Harn ausgeschieden wurden. Die tagsüber gemessenen Blutdruckwerte waren zwar weiterhin normal. Während der Nacht sank der Gefäßdruck indes viel weniger ab als bei den Patienten mit intakter Nierenfunktion. Die Entgleisung des zirkadianen Blutdruckrhythmus ging den Nierenschäden um Monate bis Jahre voraus, wie aus einem Bericht im New England Journal of Medicine Bd. 347, S. 797 hervorgeht.
    Auf welche Weise die gestörte zirkadiane Blutdruckregulation ein Nierenversagen fördert ist unklar. Die Wissen- schaftler halten es für denkbar, dass ein erhöhter Gefäßdruck bei Nacht das Organ übermäßig beansprucht. Sollten sich die Ergebnisse in größeren Studien bestätigen, wäre zu prüfen, ob die frühzeitige Anwendung von Hoch- druckmitteln die Nieren von Diabetikern vor Schäden schützen kann. NvL.FAZ021016

Software für Hausärzte

   Das neue Softwareprogramm DMP Assist ermöglicht Hausärzten, mehr Zeit für die Behandlung ihrer Diabetes- Patienten zu gewinnen und minimiert den bürokratischen Aufwand.
  Auf einer Info-Veranstaltung stellte Dr. Friedrich Hach, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hamburg, das neue Programm 100 Hausärzten aus Hamburg vor. Disease-Management-Programme (DMP) ermöglichen eine schnel- lere  und korrekte Einschreibung der Diabetiker. Die BKK Hamburg unterstützt diese moderne Einschreibungs- möglichkeit. HA031129

Kassen starten neue Therapie Chroniker-Programme. Diabetes-Kranke machen den Anfang:
Sie sollen nach einheitlichen Leitlinien besser behandelt werden.

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Foto rechts: VdAK-Sprecherin Vera Kahnert, 49. links: Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Diabetes-Schwerpunktpraxen Jörg von Hübbenet, 54, Facharzt für Allgemeinmedizin.

   Die Krankheit kommt schleichend und bleibt oft jahrelang unerkannt: Diabetes (Typ-2) galt früher als “Alters- zucker”, doch sind heute immer häufiger junge Menschen betroffen. Die Gründe: Übergewicht, mangelnde Bewegung und falsche Ernährung. 80.000 Diabetiker dieses Typs sind allein in Hamburg in medizinischer Be- handlung, die schwierigen Fälle meist in einer der 18 Schwerpunktpraxen.
   Sie zählen zu den chronisch Kranken. Und bei denen bemängelt der Sachverständigenrat für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen eine “Über-, Unter- oder Fehlversorgung”. Diesen Missstand wollen Hamburgs Krankenkassen bekämpfen - mit der Umsetzung des so genannten Disease Management-Programm (DMP), übersetzt: Programme zur Behandlung chronisch Kranker. “Das Ziel ist, die Therapie zu verbessern”, sagt Vera Kahnert, 49, vom Verband der Angestellten Krankenkassen (VdAK) Hamburg. “Die Therapie soll sich am harten wissenschaftlichen Konzept orientieren”, ergänzt Jörg von Hübbenet, 54, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Diabetes-Schwerpunktpraxen.
   Freiwilligkeit ist Voraussetzung: Der Patient muss sich bei seiner Kasse melden und für das Programm ein- schreiben lassen. Auch der Arzt muss sich bereit erklären, mitzumachen. Denn die Behandlung erfolgt nach festgelegten Leitlinien, und er muss an Fortbildungskursen teilnehmen. Aus Teilen der Ärzteschaft kommt deshalb auch Kritik. Die Vorgaben im DMP-Programm würden komplizierte Sachverhalte unzureichend berücksichtigen oder Therapiemöglichkeiten einschränken.
   “Die Therapiefreiheit des Arztes bleibt unberührt”, betont dagegen Andrea Kaula, 51, vom VDAK, die den dazu gehörigen Vertrag der Kassen in Hamburg mit den Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ausgehandelt hat. Am Ende soll eine genaue Dokumentation “gesicherte Daten über die besten Behandlungswege” erbringen, so Hübbenet. Kaula: “Jeder Arzt, der Interesse an Qualität hat, müsste daran teilnehmen.” Für den Zusatz- aufwand bekommen teilnehmende Ärzte einmalig 25 Euro pro Patienten, plus 15 Euro pro Quartal. Zum 1. Oktober haben die Kassen ihre Programme gestartet, für die sie zum Teil eigene Bezeichnungen haben. So wirbt die Hanseatische Ersatzkasse (HEK) für ihr “Besser-Leben-Programm” oder die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) für ihr “Gesundheitsprogramm”.
  Ein wichtiger Aspekt ist die Einbeziehung der Patienten, die durch Verhaltensänderung mit dazu beitragen sollen, ihr Leiden zu lindern. So werden regelmäßige Kontrolltermine vereinbart, individuelle Behandlungsziele festgelegt und den Versicherten - auf Kosten der Kasse - umfangreiche Informationen geliefert oder die Patienten zu abendlichen Kursen eingeladen. Einige der Themen:
     - diabetesgerechte Ernährung,
     - körperliche Aktivität,
     - Umgang mit Insulin,
     - Stoffwechselselbstkontrolle,
     - Körper- und Fußpflege für Diabetiker,
     - Hilfe zur Raucherentwöhnung.
   Die einzelnen Krankenkassen bieten außerdem allen Patienten, die bei dem Behandlungsprogramm mitmachen, den Rat von Fachärzten und Gesundheitsberatern an, die auch telefonisch für alle Fragen zur Verfügung stehen.
   Die jetzt gestarteten Programme sollen erst der Anfang sein. Vergleichbare Angebote für weitere Krank- heitsbilder sind in Vorbereitung, und zwar für Brustkrebs, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Asthma und Diabetes-Typ-1. Trotz einiger Mehrkosten hoffen die Kassen unter dem Strich auf einen finanziellen Nutzen. Denn Doppeluntersuchungen sollen entfallen, ebenso wie das “Ärzte-Hopping”, bei dem Versicherte innerhalb eines Quartals mit den gleichen Beschwerden mehrere Ärzte aufsuchen. ReportagevonChristophRindHA030930

Accu-Chek2xx

mehr zu Accu-Chek, der sprachunterstützten Blutzuckermessung, siehe unter: blutdruckmessen

Netzwerke für Diabetiker mit chronischen Wunden

  „Standards und Perspektiven bei der Behandlung diabetischer Fußpatienten” unter diesem Titel trafen sich rund 300 Experten zur 5. Interdisziplinären Jahrestagung des Netzwerkes „Diabetischer Fuß” in Hamburg. „Wir haben in Hamburg jetzt ein tragfähiges Netz von Behandlern, bei denen Patienten mit chronischen diabetesbedingten Wunden nach anerkannten gemeinsamen Standards erfolgreich behandelt werden können”, sagt Dr. Hans-Ulrich Clever, niedergelassener Diabetologe und Sprecher des Netzwerkes in Hamburg. Ärzte unterschiedlicher Fach- disziplinen aus Krankenhäusern und Praxen diskutieren aktuelle und gesicherte Standards bei der Therapie diabetischer Fußkomplikationen.
   Ein Hauptthema der Tagung waren neue Versorgungsmodelle für Patienten. „In integrierten Versorgungs- modellen wollen wir die Disziplinen Gefäßchirurgie, Diabetologie und Angiologie zusammenführen”, sagt Dr. Wolfgang Tigges. Er ist Chefarzt der chirurgischen Abteilung am Asklepios Westklinikum in Hamburg-Rissen und hat dort vor drei Jahren mit Dr. Clever die erste interdisziplinäre Fußambulanz in Hamburg aufgebaut. Zusammen mit niedergelassenen und Krankenhausärzten  hat Tigges ein Modell entwickelt, das jetzt mit den Krankenkassen diskutiert wird. Geplant ist, an mehreren Krankenhäusern in Hamburg Zentren einzurichten, die alle nach den gleichen Standards arbeiten.
   Der Chirurg beschreibt, wie ein solches Modell praktisch aussehen könnte: „Denkbar ist ein Zentrum, in dem an einem Standort, zum Beispiel einem Krankenhaus, die drei Fachdisziplinen Gefäßchirurgie, Diabetologie und Angiologie vorhanden sind und außerdem noch Röntgenuntersuchungen wie zum Beispiel Angiographien, durchgeführt werden können.” Jeder Patient mit einer chronischen Wunde oder einem diabetischen Fußsyndrom stellt sich dann in einer Sprechstunde vor und hat die Möglichkeit, von allen Spezialisten ambulant untersucht zu werden.  In dieser Sprechstunde werden auch die Wege aufgezeigt, die für den Patienten in seiner weiteren Behandlung sinnvoll sind. Das heißt zum Beispiel, er bleibt in der bisherigen ambulanten Versorgung, in der integrierten Sprechstunde oder er muss eventuell stationär behandelt werden, zum Beispiel durch eine Bypassoperation. „Dieses Modell der integrierten Versorgung hat den Vorteil, dass frühzeitig die Weichen für die weitere Behandlung gestellt werden”, erklärt Tigges.
   Unterstützt werden die vier ärztlichen Fachdisziplinen durch Orthopädietechniker, Podologen, ambulante Pflege- dienste und Diabetesberater, die die Patienten nach festgelegten Therapierichtlinien betreuen und schulen. cwHA050205

Typische Fehler bei Selbstbehandlung von Diabetikern

   Diabetiker machen bei der Selbstbehandlung immer wieder Fehler. So sollte für die Messung des Blutzuckers am besten nur die Fingerkuppe oder - bei speziellen Geräten - auch der Hand- und Daumenballen benutzt werden, wie das „Diabetes Journal“ berichtet. Andere Stellen sollten nur für Zeiten gewählt werden, in denen der Blutzucker geringen Schwankungen unterliege.  Oft vergessen werde auch das Händewaschen vor dem Testen. Schon Spuren von Zucker könnten das Ergebnis verfälschen. Das gelte auch für das Desinfizieren der Finger mit Alkohol. Die Experten empfehlen auch, bei jeder Injektion die Spritzstelle zu wechseln, da sich sonst Fett- wucherungen bilden könnten. NOZ060911ap

Diabetes-Journal digital

  Das Diabetes-Journal gibt es jetzt ausschließlich als DAISY-Fassung. Auf der CD kann dann mehr Text als auf der Kassette angeboten werden. Die CD-ROM verbleibt beim Bezieher, und der Jahresbezugspreis bleibt trotz gestiegener Erstellungskosten gleich. Zu beziehen bei der Westdeutschen Blinden-Hörbücherei, Münster, Tel.: 0251 - 71 99 01

„feel free” das Diabetesmagazin von Ypsomed auch auf Kassette

   Viermal jährlich erscheint „feel free”, das Diabetesmagazin von Ypsomed. Auf 24 Seiten enthält „feel free” viele Tipps und Informationen rund um ein gesundes Leben mit Diabetes. Für blinde und sehbehinderte Nutzer gibt es das Magazin jetzt auch auf Kassette. Der Bezug der Kassetten ist für Kunden von DiaExpert kostenlos. In allen anderen Fällen können die Kassetten bezogen werden bei: Ypsomed GmbH, Otto-Volger-Str. 7c, 65843 Sulzbach/Ts. Tel.: 06196 - 767 11 90, Fax: 06196 - 767 711 11 eMail: www.ypsomed.de

. . . weitere interessante Informationen zum Thema Diabetes finden Sie unter:
Diabetes-Test, Diabetes & Auge, Altersdiabetes, Test, Forschung und Experten-Rat

             kbwn:Diabetes

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