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Evangelikale

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Einheit in Vielfalt. Papst Benedikt zu Charismatikern in Rom: „Einheit in Vielfalt: Uniformität ist nicht katholisch, nicht christlich. Die katholische Einheit ist verschieden, aber es ist eine Einheit. Derselbe, der die Verschiedenheit entstehen lässt, schafft dann auch die Einheit: der Heilige Geist. Er macht beides, Einheit in Vielfalt. Einheit bedeutet nicht, dass man alles zusammen machen muss oder gleich denken muss; sie bedeutet auch nicht, die eigene Identität aufzugeben. Im Gegenteil: Sie bedeutet, in Freude die verschiedenen Gaben anzuerkennen, welche der Heilige Geist jedem und jeder schenkt, und diese dann in den Dienst aller in der Kirche zu stellen.“

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Franziskus an Evangelikale: “Neue Etappe der Zusammenarbeit”

    Papst Franziskus erhofft sich eine „neue Etappe in den Beziehungen zwischen Katholiken und Evangelikalen“. Das sagte das Kirchenoberhaupt zu Angehörigen der Evangelischen Weltallianz, die er zu einer Audienz im Vatikan empfing Foto oben links. Franziskus warb dabei auch für eine engere Zusammenarbeit, damit katholische und evangelikale Gläubige gemeinsam auf bessere Weise den Auftrag erfüllen können, die Frohe Botschaft bis an die äußersten Grenzen der Welt zu tragen. Zugleich räumte der Papst ein, dass auch heute „Rivalitäten und Konflikte“ zwischen Katholiken und Evangelikalen bestehen.
   „Die Wirksamkeit unserer Verkündigung wäre sicher größer, wenn die Christen ihre Spaltungen überwänden und gemeinsam die Sakramente feierten, gemeinsam das Wort Gottes verkünden und die Nächstenliebe bezeugen könnten.“
   Der theologische Dialog zwischen dem Päpstlichen Einheitsrat und der weltweiten Vertretung der Evangelikalen habe aber bereits „neue Perspektiven eröffnet, Missverständnisse geklärt und Wege zur Überwindung von Vorurteilen gewiesen", sagte Franziskus weiter. Beide Seiten könnten und sollten sich gegenseitig inspirieren und voneinander lernen.
   „Ich wünsche mir, dass diese Beratungen weiterhin unser gemeinsames Zeugnis und unsere evangelisierenden Anstrengungen beseelen können: „Wenn wir wirklich an das freie und großherzige Handeln des Geistes glauben, wie viele Dinge können wir voneinander lernen! Es handelt sich nicht nur darum, Informationen über die anderen zu erhalten, um sie besser kennen zu lernen, sondern darum, das, was der Geist bei ihnen gesät hat, als ein Geschenk aufzunehmen, das auch für uns bestimmt ist”. Evangelii Gaudium, 246
   Franziskus hat schon mehrmals mit hoher Wertschätzung von (und mit) evangelikalen Gläubigen gesprochen. Ihre Gemeinden sind etwa in Argentinien stark vertreten. Die Evangelische Weltallianz vertritt nach eigenen Angaben rund 600 Millionen Evangelikale in 128 Ländern. Rv141106gs

Evangelikale und Katholiken: Neue Perspektiven der Ökumene
   Die Ökumene zwischen Evangelikalen und Katholiken hat schon viel erreicht, vor allem was das gemeinsame Wertefundament und den Einsatz in der Gesellschaft angeht. Das sagt Wilf Gasser Foto oben rechts, Präsident der Schweizer Evangelischen Allianz und stellvertretender Generalsekretär der World Evangelical Alliance. Die Allianz war zu einer Tagung im Einheitsrat des Vatikan, dabei hat Papst Franziskus sie empfangen. Bei dieser Begegnung wurde von „neuen Perspektiven“ der Ökumene gesprochen. Der Redaktionsleiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan Pater Bernd Hagenkord fragte Wilf Gasser, welche Perspektiven das sind oder sein können.
   „Eigentlich ist es mehr eine Feststellung, dass sich die Landschaft in den letzten zehn Jahren verändert hat. Früher wurden die Evangelikalen und Freikirchen als Sekten betrachtet, als Wettbewerber auch für die katholische Kirche. Da wurde gegeneinander gekämpft, man kannte sich nicht und hat auch die Zusammenarbeit nicht gesucht. Das hat sich geändert, spätestens seitdem wir beim Thema Familie und Lebensrecht realisiert haben, dass auf katholischer wie auf freikirchlicher Seite ganz ähnliche Werthaltungen existieren. Dass das jetzt auf globaler Ebene ein Thema wird, nämlich wie wir die Gebiete der Zusammenarbeit definieren und strukturiert einen Dialog führen können, das ist eigentlich das Neue.“
Und wie wird dieser strukturierte Dialog aussehen?
   „Bisher gab es eine Arbeitsgruppe zwischen Weltkirchenrat und Vatikan, aber auf Seite der Evangelikalen gab es nichts dergleichen. Es soll jetzt darüber gesprochen werden, wie wir in einer Arbeitsgruppe vorwärts gehen und diese Themen konkret definieren können.“
Als erster Papst  hat sich Papst Franziskus mehrfach prominent mit evangelikalen Christinnen und Christen getroffen. Hat sich unter diesem Papst da etwas geändert?
   „Eigentlich war das schon von den vorherigen Päpsten angebahnt. Von der Persönlichkeit her geht er das anders an, aber die Offenheit für den Dialog haben wir schon vorher empfunden. Für mich ist das eher eine Weiterführung.“
Es sind ja auch theologische Debatten zu führen, was sind die nächsten Schritte, die hier anzugehen wären?
   „Auf theologischer Ebene führen wir bereits seit fünf Jahren einen offiziellen Dialog. Den wollten wir eigentlich dieses Jahr bereits abschließen. Wir hatten dann aber von unserer Seite her aus Ländern, wo Katholiken die Mehrheit bilden und die Evangelikalen sich eher an den Rand gedrängt fühlen, Input dazu, was man vielleicht neu diskutieren müsste. Deshalb haben wir diesen Dialog verlängert, aber er soll nächstes Jahr zum Abschluss kommen. Dieses Grundsatzpapier, das primär von Theologen erarbeitet wurde, soll dann an der Basis von unserer Seite her breiter diskutiert werden, um zu schauen, was die Konsequenzen davon sind.
Wir wollen in diesem Papier einerseits die Gemeinsamkeiten herausschälen, aber auch die theologischen Differenzen benennen, etwa wie wir Kirche verstehen. Da gibt es einiges, was man als Unterschiede definieren kann.“
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Der Dialog mit den Pfingstkirchen geht voran
Gesprächspartner: Bischof Francis Burbidge
Foto links und Cecil Robeck Foto rechts

    Pfingstkirchen sind schon lange nicht mehr eine exotische Randerscheinung. Im Gegenteil, mit rund einer halbe Milliarde Mitgliedern tragen sie wesentlich zum Wachstum des Christentums in der Welt bei. Um so wichtiger ist es für die katholische Kirche, mit den Pfingstkirchen im Dialog zu sein. Papst Franziskus macht es vor. Und auch die Kommission des internationalen Dialogs von Pfingstkirchen und Katholiken setzt sich ein für gegenseitiges Verständnis. In Rom endete das bereits fünfte Treffen.
   Ziel der Gesprächsrunde ist es, Respekt und Verständnis beider Kirchen füreinander zu fördern. Eine Woche lang sprachen katholische und pfingstkirchliche Vertreter über verschiedene Charismen wie Heilung und Prophezeiung und die Offenbarung des Heiligen Geistes. Geleitet wurde sie vom US-amerikanischen Bischof von Raleigh (North Carolina) Michael Francis Burbidge und von Cecil Robeck von der Pfingstkirche „Versammlung Gottes“. Dabei kam es zu vertieften Diskussionen über die Auslegung einzelner Begriffe, bei der man nicht immer einer Meinung war, sagt Robeck:
   „In dieser Sitzung gab es wohl die größten Meinungsverschiedenheiten beim Begriff der Offenbarung, was er bedeutet und wie er mit dem zusammenhängt, was Paulus im Ersten Brief an die Korinther mit der Offenbarung des Geistes meint. In Pfingstkirchen-Kreisen benutzen wir diesen Begriff nicht oft, wir sprechen eher vom Finden des Willen Gottes. Wenn man sich unser Verständnis aber genau ansieht, meint es exakt das Gleiche, was Katholiken mit Offenbarung meinen. Ich denke deshalb, dass wir hier eine große Übereinstimmung haben, die uns vorher noch nicht bewusst war.“
   Für das gemeinsame Abschlussdokument für 2016, das keineswegs einen Abschluss des Dialogs bedeuten soll, war es deshalb wichtig, die Worte genau zu wählen, erklärt Bischof Burbidge aus den USA. Burbidge: „Es ist ein großer Segen des ökumenischen Dialogs, wenn wir feststellen, dass wir viele Dinge gleich sehen. Wenn die andere Gruppe erst einmal ihr Verständnis bestimmter Worte anfängt zu erklären, können wir sagen: Ja, das denken wir auch so! Mit den Worten gehen wir in unserem Bericht sehr vorsichtig um, weil sie für Katholiken, Pfingstkirchen und darüber hinaus gelten. Wir möchten da Klarheit schaffen. Das war die wohl schwierigste Aufgabe in dieser Sitzung.“
   Die „Assemblies of God Fellowship“, die Cecil Robeck bei der Gesprächsrunde vertrat, ist keine kleine Hausnummer: Weltweit zählt sie 67 Millionen Mitglieder. Hinzu kommen freikirchliche Organisationen wie die „International Church of Foursquare Gospel“, „Open Bible Churches“, eine niederländische Pfingstbewegung sowie die „Apostolische Glaubensmission“ in Südafrika. Es gibt zahlreiche Gruppen, die in der Versammlung offiziell vertreten sind. All diese Gruppen sind wiederum Mitglied in der Weltgemeinschaft der Pfingstkirchen. Die steht für 350 bis 400 Millionen Menschen. Nochmals Robeck:
   „Die Kirchen, die Mitglied der Weltgemeinschaft der Pfingstkirchen sind, zeigen ein erhebliches Engagement. Ich denke, wir werden nur mit der Zeit wachsen. Aber zum ersten Mal können wir in unseren Pressemitteilungen von einer Weltgemeinschaft der Pfingstkirchen sprechen. Das konnten wir vorher nicht. Das zeigt auch einen wachsenden Einsatz im ökumenischen Gespräch. Ich weiß, dass in unseren Reihen ein riesiges Interesse daran da ist.“
   Die große Vielfalt an Kirchen macht einen Dialog mit der Pfingstkirche nicht einfach. Doch Cecil Robeck zeigt sich zuversichtlich:
   „Nicht immer stimmen wir Pfingstkirchen mit jedem Wort überein. Aber wir sprechen mit einer einzigen Stimme. Insbesondere wenn es um den Umgang mit Charismen geht, sind wir uns ziemlich einig. Bemerkenswert, wenn auch nicht überraschend, finde ich die Tatsache, dass auch die katholische Kirche und die Pfingstkirchen sich in den Punkten Charisma und Heiliger Geist näher sind als andere Kirchen.“
   Das große Interesse an einem Dialog wird nicht zuletzt von Papst Franziskus erwidert. Als erster Papst hat er im Sommer 2014 eine Pfingstgemeinde besucht, im süditalienischen Caserta, und dabei evangelikale Christen und Pfingstkirchen um Vergebung für Übergriffe und Verunglimpfungen durch Katholiken gebeten. Die Pfingstkirchen wiederum setzen große Hoffnungen in diesen Papst. Dazu sagt Robeck:
   „Als es zum Konklave kam und die Rede von einem lateinamerikanischen Papst die Rede war, wurde ich ziemlich nervös. Ich hoffte am meisten auf Jorge Bergoglio. Wenn es einen lateinamerikanischen Papst geben sollte, dann ihn. Weil ich glaube, dass er uns versteht auf eine Weise, wie es bisher kein Papst getan hat. Das ist extrem hilfreich für die pastorale Ebene, es hilft, Brücken zu bauen in Lateinamerika. Und ich glaube, dass sein Besuch nur gut war für alle Kirchen Lateinamerikas.“ Rv150718cz

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Papst Franciskus geht auf die Evangelikalen zu
 Foto:  Bei einem Empfang im Vatikan im Mai 2015 umarmt Franziskus einen evangelikalen Pastor 

 Kann der Papst den Streit zwischen Katholiken und den Evangelikalen überwinden?
    Auf dem Schreibtisch von Franziskus befindet sich ein Dokument, das den Gang der christlichen Geschichte verändern wird. Es verkündet das Ende der Gegnerschaft zwischen katholischen und evangelikalen Christen und bekennt, dass beide Traditionen nun “vereint in der Verkündigung  desselben Evangeliums”. 
   Papst Franziskus hat die Absicht, dieses Dokument im Jahr 2017 zu unterschreiben – zum 500. Jahrestag der Reformation, im Wissen darum, dass die evangelikalen Gemeinden ein Viertel der Christenheit in der Welt von heute umfassen.  Der Papst ist überzeugt, dass die Reformation bereits seit 1999 zu Ende ging und begründet diese Meinung damit, dass die katholische Kirche und der Lutherische Weltbund (LWB) eine geneinsame Erklärung über die Rechtfertigungslehre - das Herz des Protestes von Martin Luther – unterzeichnet haben. Der deutsche Reformator hatte die katholische Kirche angeklagt, weil sie lehrt, der Mensch  würde durch Glaube und gute Werke gerettet, und nicht “durch den Glauben allein”.
    Nach umfassenden Gesprächen kamen im Jahr 1999 Katholiken und Protestanten zu dem Schluss, dass beide Gemeinschaften nun übereinstimmen „im gemeinsamen Verständnis der Rechtfertigung aufgrund der Gnade Gottes durch den Glauben an Christus.“ Im Jahr 2006 hat der Weltrat methodistischer Kirchen diese Deklaration ebenfalls übernommen. Hingegen hat kein führender Leiter der born-again „Wiedergeborenen Christen“ diese Erklärung öffentlich unterstützt. So haben die meisten der 600 Millionen Evangelikalen nicht gemerkt, dass der Protest sich erledigt hat. Von den Armutsvierteln in São Paulo bis zu den Hochhäusern in Seoul stehen sich Evangelikale und Katholiken gegenüber. Viele Evangelikale nennen Katholiken nur ungern Christen, weil sie von ihnen oft als “Sekten” bezeichnet werden.
    Schon 1984 erschien in einem einflussreichen charismatischen Magazin ein Artikel mit dem Thema: “Drei Ströme – ein Fluss?” Der Autor Richard Lovelace vertrat den Standpunkt, dass Katholiken, Evangelikale und Pfingstkirchler die Zuflüsse zum reißenden Strom der Christenheit seien. (Viele Beobachter würden Evangelikale und Pfingstkirchler jedoch als einen Zufluss sehen, weil die Mehrheit der Pfingstkirchler sich auch Evangelikale nennen). Lovelace schrieb: “Es müssen noch viele Knoten gelöst werden, um zu einer vereinten Kirche zu kommen, die wahrhaft katholisch, evangelikal und pfingstkirchlich ist.” “Viele Knoten müssen gelöst werden”: das lässt an Papst Franziskus denken. Er hat die Verehrung der Jungfrau Maria als Knotenlöserin in Südamerika stark gefördert.
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Bischof Tony Palmer       ev-101-TonyPalmer-f-Z

Papst Franziskus lädt seinen Freund, den evangelikalen Bischof Tony Palmer, ein

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   Vor der Versammlung von Tausenden Leitern der charismatischen und episkopalen Evangelikalen berichtet Tony Palmer von seinem Besuch beim Papst.
   Sie werden über diesen Abend noch lange reden!  Habt Ihr Ohren zu hören? Ich habe einen Anruf bekommen – ich habe gerade gemütlich ferngesehen – da werde ich angerufen. Ich nehme das iphone ans Ohr und sage: Hier ist Tony Palmer. Die Antwort: „Hier ist Papst Franziskus.“ Ich dachte, es sei einer meiner Freunde, die draußen am Fenster stehen und einen Scherz machen. Ich sagte: Pater Mario? Ich bin nach oben gerannt ins Büro, wo kein Lärm war. Ich sage: Warum rufst Du mich an? Der Papst sagt: „Wann bist Du wieder in Rom?“ In zwei Wochen bin ich wieder da.  Ich  muss da meine Kongregation besuchen. Der Papst sagt:  „Kannst Du kommen, mich zu besuchen?“ [Heiterkeit im Saal] Also es wäre unmöglich, dass jemand aus Afrika sein Haus verkauft, um einen verrückten Anruf der Katholiken anzunehmen, um dann am Ende das Haus des Papstes aufsuchen zu können. Ich sage: Am 13. könnte ich. Da sagt der Papst: „Da bin ich beschäftigt.“ Und dann – es ist wirklich so passiert – meine Frau hat an der Tür mitgehört – ich sage, ich könnte wohl auch am 14. kommen. Ich höre, wie der Papst das Telefon auf den Tisch legt, geht weg, holt seinen Kalender kommt zurück und sagt: „Der 14. Ist frei! – welche Zeit?“ Du bist der Papst! Und Du fragst mich ‚welche Zeit‘? [Heiterkeit im Saal]. Ich weiß, Du bist der Papst, und Du fragst mich, welche Zeit wir uns treffen wollen? Da fragt der Papst: „Ja, welche Zeit ist gut für Dich? “Ich sage, um die Rush- hour zu umgehen, 10 Uhr. Papst Franziskus, ich kann‘s nicht glauben, dass Du mich anrufst! [Begeisternde Zustimmung] Ich war nur ganz ehrlich: Du bist der Papst der … Du bist der Papst der universellen Kirche! [Begeisternde Zustimmung]  Für 1,2 Milliarden Menschen! Ich bin nur ein einfacher Kleriker, der seinen Dienst hier tut. Aber der Papst sagt: „Wir haben einen Bund geschlossen! Wir sind Brüder!“ [Herzlicher Applaus]. „Nichts wird das verändern. Ich hab Dich gesegnet!“ Als ich die Geschichte von Papst Franziskus gehört habe, wo er da Leute in sein Papamobil hereinnimmt und segnet…. Er hat sich nicht verändert [Begeisternde Zustimmung]. Würdest Du eine Botschaft für uns haben? Der Papst sagt: „Ja, gern! – Soll ich es aufschreiben?“ Dann sagt der Papst: „Nein. Ich möchte ein Video machen.” Ich habe gewartet, ob es eine Gelegenheit gibt, vom Heiligen Geist, ihn zu fragen; aber er hat mich gefragt, er hat gefragt, kann ich ein Video machen.
   Wir haben das Video editiert und mit Untertiteln versehen, denn er spricht auf Italienisch, er kann kein Englisch, mir ist aufgefallen, dass der Papst kein englisch spricht – aber das nur nebenbei. Der Papst sagt: „Das ist ein historischer Moment [Begeisternde Zustimmung] der Geschichte.“ Dann wird das Handy-Video im Großformat auf der Bühne gezeigt:

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   Papst Franziskus: „Brüder und Schwestern, entschuldigt mich, ich kann kein Englisch sprechen. Aber ich werde kein italienisch, kein englisch sprechen, aber herzlich: eine Sprache, die einfacher ist und mehr authentisch. Diese Sprache des Herzens ist eine besondere Sprache mit ihrer Grammatik, einer einfachen Grammatik und nur zwei Regeln: Liebe Gott über alles und Deinen Nächsten, weil der Dein Bruder und Deine Schwester ist. Mit diesen beiden Regeln können wir nach vorne gehen.
   Ich bin hier mit meinem Bruder, dem Bruder Bischof Tony Palmer. Wir sind seit vielen Jahren Freunde. Er hat mir von eurer Konferenz erzählt, von eurem Treffen. Es ist mir eine Freude, euch zu grüßen. Es ist ein Gruß voll Freude und Sehnsucht. Voll Freude: es erfreut mich, dass ihr zusammenkommt, um unseren Herrn Jesus Christus anzubeten, zu Gott dem Vater zu beten, und den Heiligen Geist zu empfangen. Dies erfüllt mich mit Freude. Weil ich sehen kann, dass Gott in der ganzen Welt am Werk ist. Es erfüllt mich auch mit Sehnsucht, weil es in der Peripherie Familien gibt, die einander lieben und Familien, die sich nicht so lieben. Familien, die zusammen sind und Familien,  die sich trennen. Und wir sind – erlaubt es mir zu sagen – getrennt. Ihr und wir. Wir Katholiken und ihr - wir sind deswegen getrennt, weil die Sünde uns getrennt hat, alle unsere Sünden, die Missverständnisse der Geschichte. Es ist eine lange Straße der Sünde, an der wir alle teilhaben. Wir alle. Wer ist jetzt schuld? Wir alle tragen Teil an der Schuld, denn wir haben alle gesündigt. Nur einer ist ohne Schuld: es ist der Herr.

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   Ich sehne mich danach, dass diese Trennung ans Ende kommt und uns wieder Gemeinschaft bringt. Ich sehne mich nach dieser Umarmung, von der die Heilige Schrift berichtet, dass Josefs Brüder, die fast vor Hunger gestorben sind, nach Ägypten zogen, um mit Geld Brot zu kaufen, damit sie etwas zu essen hatten; denn das Geld konnte man nicht essen. Aber sie fanden weit mehr als Nahrung, sie fanden ihre Brüder.
   Alle von uns haben solche Währung: die Währung der Kultur, die Währung unserer Geschichte. Wir haben viele kulturelle und religiöse Reichtümer, wir haben verschiedene Traditionen, aber von unseren Reichtümern, wird man nicht satt, denn das Geld kann man nicht essen. Wir müssen uns begegnen als Brüder. Wir müssen weinen wie Josef weinte. Diese Tränen werden uns vereinen. Es sind Tränen der Liebe.

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   Ich spreche zu euch wie ein Bruder. Ich spreche sehr einfach, mit Freude und Sehnsucht. Lassen wir unsere Sehnsucht wachsen, dass sie uns antreibt, einander zu finden, damit wir uns gegenseitig umarmen und gemeinsam beten wir dann Jesus Christus an, den einzigen Herrn der Geschichte.
   Ich danke euch. Ich danke euch ganz von Herzen, dass ihr mir erlaubt habt die Sprache des Herzens zu bringen. Ich bitte euch für mich zu beten, ich brauche eure Gebete. Ich werde auch für euch beten, aber ich brauche eure Gebete. Und jetzt lasst uns gemeinsam beten, dass er uns alle vereint! Loslassen! Wir sind Brüder! Lasst uns eine geistige Umarmung geben und lass Gott das Werk beginnen, dass er angefangen hat. Das Wunder der Einheit hat begonnen! Ein berühmter italienischer Autor schrieb in seiner Novelle über einen einfachen Mann des Volkes, der einmal dies gesagt hat: ‚Ich habe niemals gesehen, dass Gott ein Wunder begonnen hat, ohne es zu Ende zu bringen.‘ Das Wunder der Einheit hat begonnen und es wird vollendet werden. Ich bitte euch, mich zu segnen und ich segne euch! Von Bruder zu Bruder: ich umarme euch! Danke.“ [Standing ovation, Alleluja und begeisterte Zustimmung der Pfingstgemeinden].

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Die Antwort der Evangelikalen Leiter
   Nach der Botschaft des Papstes wird nun der evangelikale Bischof Tony Palmer mit seinem iphone auf die Bühne gerufen, um eine Botschaft für Papst Franziskus aufzunehmen. Tausende evangelikale Pastoren erheben sich für das Foto und die Videobotschaft.
   Der Sprecher der Versammlung dankt dem Papst. „My dear Sir, aus dem tiefsten Grunde meines Herzens danke ich Dir. Alle diese Leiter repräsentieren Zehntausende von Gläubigen, die Dich lieben, die glauben, dass Gott mit Dir ist, und als Antwort auf Deine Bitte haben wir gerade für Dich gebetet und mit Dir gebetet und wir haben es im Geist getan. Und wir glauben, dass wir gemäß der Liebe das bekommen haben um das wir gebetet haben, denn wir sollen glauben, dass wir bekommen, um was wir beten. Unser Wunsch ist, Herr, aus dem 4. Kapitel des Paulusbriefs an die Epheser „So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.“Danke, Sir. Und jetzt wollen wir Dich segnen, wir erhalten auch Deinen Segen, der ist sehr wichtig für uns. Und wir segnen Dich mit all unseren Herzen, mit all unserer Seele segnen wir Dich, mit all unserer Kraft segnen wir Dich. Und wir danken Dir Sir, wir danken Gott für Dich und so: wir alle sagen es gemeinsam: Sei gesegnet! Sei gesegnet! [Unter lautem Jubel besiegeln es alle:] Amen! Amen! Amen! Amen!“ [unter freudigen Rufen erklärt der Sprecher:] Das wäre vor 50 Jahren noch undenkbar gewesen! Völlig undenkbar! Alleluja! [Standing ovation!] Alleluja. Der Sprecher umarmt Bischof Tony Palmer und dankt ihm für die Überbringung der Botschaft für Papst Franziskus. Ich habe es zu Beginn gesagt: Ihr werdet es nie mehr vergessen! Bischof Palmer beschließt die Versammlung mit diesen Worten: „Ich möchte hiermit schließen mit der kurzen Erinnerung, damit wir nicht vergessen, was der Papst uns gesagt hat. Es ist auch eine Herausforderung. Hören ist nicht genug! Wir müssen handeln!Wir müssen mit dem Geist Gottes Schritt halten und diese Tsunami-Welle reiten! Es ist historisch und heilsam: Den römischen Papst zu hören, der uns als Schwestern und Brüder anerkennt. Papst Franziskus ist das Haupt von 1,2 Milliarden Christen. Mit dem Epheserbrief nennt er uns – Protestanten - Brüder und Schwestern. Papst Franziskus ruft uns auf, diese Trennung zu beenden. Der Weg im Video ist seine Sehnsucht, dass diese Trennung zu Ende kommt. Papst Franziskus bittet uns um völlige Gemeinschaft und völlige Einheit, nicht nur Teileinheit: völlige Einheit. Es geht um sichtbare Einheit! Volle Einheit! Die wahre Gemeinschaft ist nicht das Brot, sondern die Bruderschaft  (in der Geschichte von Josef in Ägypten haben seine Brüder nicht nur Brot gefunden, sie haben mehr gefunden: ihren Bruder) und das sagt Franziskus: das finden wir in der wahren Gemeinschaft, unserer Bruderschaft, wir finden unsern Bruder, und unsere Schwester, von denen wir gedacht haben, dass wir sie verloren haben, während wir nach Brot ausschauen, das wir brauchen, finden wir unseren Bruder! Das ist es, was wir wirklich brauchen. Wir brauchen unsere Brüder und Schwestern. Ich möchte damit schließen. Papst Franziskus hat mir persönlich gesagt, er erlaube, dass dieses Video in die gesamte Welt geht – also mit Wissen und Willen des Papstes wird dieses Video auf allen Medien, die nur denkbar sind, verbreitet.
Youtube.com.watch/Handyvideo von Papst Franziskus für die Einheit aller Christen.

KK-Brigitta-UlfEkman-xx Schweden: Pfingstkirchler werden katholisch

   Sie haben eine der größten charismatischen Gemeinschaften Schwedens gegründet, den „Livets Ord“, die „Worte für das Leben“: Das schwedische Ehepaar Brigitta und Ulf Ekman. Die Pfingstkirche ist seit den 80er Jahren über das Herkunftsland hinaus gewachsen, längst ist sie auch in der Ukraine oder in Indien tätig. Jetzt hat eine Entscheidung das christliche Schweden in Aufregung versetzt: Das bekannte Ehepaar hat sich entschieden, zu konvertieren.
   Keine andere Nachricht hätte bei den Anhängern der charismatischen Pfarrei der „Worte für das Leben“ mehr Aufmerksamkeit hervorrufen können. Der Pfarrer und seine Frau, die die Gemeinschaft vor 30 Jahren gründeten, werden katholisch. Eine Entscheidung, die über die Jahre hinweg gewachsen sei, aber viele unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen habe, sagte Brigitta Ekman im Gespräch mit Radio Vatikan:
   „Wir haben versucht, die treusten Mitglieder der Pfarrei vorzubereiten. Aber als wir dann die Nachricht bekanntgaben, war das ein Schock für viele. Wir haben viele nette Briefe erhalten und zugleich versucht, dem Hass, der uns aus dem Internet entgegenschlug, keine Bedeutung beizumessen. Aber es war schmerzhaft.“
   Die katholische Kirche in Schweden sei eine Diasporakirche. Das einzige Bistum Schwedens zählt gerade einmal 165.000 Katholiken. Die Menschen wissen nicht viel über die katholische Kirche, hätten aber Vorurteile. So denke man, dass Maria als vierte Gottheit verehrt werde oder Dogmen jede Freiheit rauben. Also habe das Ehepaar angefangen, sich mit der katholischen Lehre auseinander zu setzten. Bei ihrer Annäherung an die Kirche habe Maria eine wichtige Rolle gespielt, erzählt Ulf Ekman:
   „Man würde wohl denken, dass Maria die letzte Etappe ist. Für uns war sie der erste Schritt. Wir lebten drei Jahre lang im Heiligen Land und die letzten zwei in En Kerem, dem Ort des Besuchs Mariens bei Elisabeth. Genau das war der Ort, an dem wir auch zu Maria gefunden haben. Ich verstehe jetzt, dass Maria nicht die vierte Person Gottes ist und die Katholiken nicht zur Jungfrau beten wie zu einem Gott. Ich hatte vorher nie die Gemeinschaft der Heiligen realisiert.“
Die Motivation: Einheit aller Christen
   Spaltungen der Kirche sind nicht von Gott gewollt, zeigt sich das Ehepaar überzeugt. Vor Hintergrund dieser Grundannahme hätten sie sich auf die Suche nach dem Wesen der Kirche begeben – Neuevangelisierung, Mission und Gebet seien Grundpfeiler, die sie hier ausgemacht hätten. Und die seien in der katholischen Kirche „noch am Besten“ vorhanden, so Ulf Ekman. Auch gegen die Kritik ihrer Landsleute, in der katholischen Kirche habe man „keine Freiheit“, wehren sich die beiden. Ulf Ekman:
   „Das ist eine individualistische Sicht der liberalen Kirche. Niemand muss entscheiden, weil ich entscheide. Was ich entdeckte und studiert habe, ist dass ich glauben muss. Und ich habe kein Problem zu glauben. Aber das ist eine wichtige Entdeckung: Das Lehramt gibt die Freiheit für wahre geistige Freiheit.“
   Dass die Kirche die Wahrheit klar sage, sei für viele Schweden eine Provokation, so Ulf. Diese Klarheit sei für die heutige realistische Welt sehr provokant. Für Brigitta und Ulf Ekman ist die Aufgabe der katholischen Kirche für ihr Land klar formuliert. Ulf Ekman:
   „Ich finde die Möglichkeit der Neuevangelisierung wichtig. Viele Menschen in Schweden wissen nicht mehr, wer Jesus ist und was er für uns getan hat. Man weiß nicht, was die eigentliche Aufgabe der Kirche ist. Die Aufgabe der Kirche ist besonders und lässt sich nicht diskutieren.“ Rv140412fg

               GL-UlfEkman-Z     Ulf Ekman

Ulf Ekmann: “Mein Weg von meiner “Mega-Kirche” zur katholischen Kirche”
Es gabe einen Aufschrei in Schweden, als ich mein Amt als protestantischer Pastor verließ und katholisch wurde.”

   Als ich der Gemeinschaft der evangelikalen Megakirche, der ich als Pastor diente, seit ich sie vor 30 Jahren gegründet hatte, erklärte: “Meine Frau und ich haben die Absicht, katholisch zu werden”, da reagierte die Gemeinde sehr betroffen. Es verursachte einen Eklat in meiner schwedischen Heimat, die mit überwältigender Mehrheit evangelisch ist. Die Zeit von diesem Tag (dem 09. März) bis zum 21. Mai, als ich aufgenommen wurde in die katholische Kirche, war ausgefüllt von Streit und Auseinandersetzung.  Ich habe Aktenordner gefüllt mit Artikeln, Kommentaren und Reaktionen der Presse und aus dem Internet.
   Unsere Überzeugung, dass wir katholische Christen werden mussten, wuchs langsam über viele Jahre und die aktuelle Entscheidung, diesen Schritt zu tun, kam ziemlich spät. Unser Frage war: wie sollen wir das vermitteln? Das geht nicht über eine lange Zeitperiode, Schritt für Schritt. Das würde breiten Raum für Verwirrung und Vermutungen geben im nationalen und internationalen Netzwerk unserer großen evangelikalen Gemeinden. In den letzten paar Jahren erkannten unsere Freunde und Mitarbeiter, dass wir mehr und mehr die katholische Theologie, die Moral, die Liturgie und die Kultur attraktiv fanden. Aber nur wenige von ihnen hatten angenommen, dass wir wirklich diesen Schritt zum Übertritt vollziehen würden. In den Monaten und Wochen bevor wir unsere Entscheidung öffentlich machten, haben wir die Gremien der evangelikalen Gemeinschaft und einige Kollegen in unsere Überlegungen einbezogen, damit sie uns helfen konnten in der Vermittlung unserer Entscheidung in den Gemeinden.
   Im Rückblick kann ich nicht erkennen, dass wir einen anderen Weg hätten gehen müssen. Die Pastoren der Gemeinschaft “Wort des Lebens” haben hervorragend mitgeholfen, die Mitglieder zu informieren, was geschehen ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben werden. Sie mussten auch Antwort finden auf die zahlreichen Fragen über den katholischen Glauben. Klar, es gab viele Emotionen: Kritik, aber auch Trauer, ein Gefühl von Verlust und Ablehnung.
   Wie konnte ich nur als Pastor meine Gemeinde verlassen? Würde ich sie nicht verraten mit meiner Berufung? Würde ich sie denn noch weiterhin als Christen betrachten? Ist denn alles, was ich gelehrt habe nun falsch? Einige waren verwundert, wie ich, der so aufrecht in so vielen Jahren zu stehen schien, offensichtlich solchem Lug und Trug verfallen konnte. Anklagen wurden von links und rechts vorgebracht und die Emotionen gingen hoch. Und das hält noch an.
   Aber es gab auch viele in der Gemeinschaft, die uns wirklich verstanden haben.  Sie waren dankbar, das ein neuer Pastor meine Stelle eingenommen hatte. Diese Mitglieder respektierten unsere Entscheidung und verstanden, dass sie begründet wurde durch das, was wir als Ruf Gottes verstanden. Wir wären nicht betrogen worden, sondern von Gott in dieser Sache geführt, obgleich sie nicht verstanden, warum und wozu. Von Protestanten und Katholiken erhielten wir viele ermutigende Briefe.
   Wir begegneten auch einigen interessanten Meinungen, die sich uns “postmodern” annäherten. Diese waren bereit anzunehmen, dass Gott uns in die katholische Kirche ruft, konnten aber nicht die Glaubenslehre der Kirche akzeptieren. Ein Prediger drückte das so aus: “Ok, Sie werden katholisch, aber Sie werden doch nicht glauben, was die katholischen Christen glauben, ist es so?”  Sie sprachen so, als hätte ich eine Wahl oder ich könnte Teile aus dem Glaubensbekenntnis auswählen.  Als ich antwortete, dass ich wirklich alles glaube, was die katholische Kirche glaubt und lehrt, schien das vielen meiner protestantischen Freunde unverständlich. Es war für sie kaum zu verstehen, dass katholisch-sein gleich bedeutend ist mit “wie ein  katholischer Christ zu glauben”, das gilt auch für mich.
   Für uns bedeutet die Wahrheit sehr viel. Wir haben immer auf Gottes Wort vertraut, und darauf, dass es eine absolute Wahrheit gibt, die von Gott offenbart ist. Nun sind wir immer mehr zu der Einsicht gekommen, das die real existierende Kirche von Christus gegründet wurde und mit ihr die Sicherheit für den objektiven und lebendigen Glauben. Dies faszinierte uns und führte uns in die katholische Kirche. Wenn wir glauben, dass die Fülle der Wahrheit in der katholischen Kirche existiert und von ihr bewahrt wird, dann bleibt uns keine andere Wahl, als uns völlig mit dieser Kirche zu vereinigen.
   Als endlich der Tag kam, an dem wir in die Kirche aufgenommen wurden, fühlten wir uns mehr als bereit, das Niemandsland zu verlassen. Es war ein Gefühl, endlich zu werden, wer wir wirklich waren. Und schließlich: unser Sehnen nach der Teilhabe an der sakramentalen Gnade erreichte ihr Ziel.
   Unseren Freunden haben wir versucht zu erklären, dass wir keineswegs ablehnen, was Gott uns gab in unserer evangelikalen und charismatischen Lebenswelt, aber – wie man so sagt – “evangelikal ist nicht genug.” Die Liebe zur Heiligen Schrift, das Festhalten an den Grundwahrheiten des Evangeliums und die eifrige Evangelisierung sind nicht falsch. All das ist notwendig, aber es ist nicht genug. Das charismatische Leben mit der Betonung der Kraft und der Führung des Heiligen Geistes ist notwendig und ein wunderbares Geschenk. Aber das kann nicht in seiner Fülle in einer schismatischen und individualistisch geprägten Umgebung gelebt werden. Wenn man das versteht, eröffnet sich die Verwirklichung dieses Lebens in Fülle nur in der Kirche mit ihrem reichen sakramentalen Leben.
   Daher lehnen wir nicht unseren Hintergrund und die reichen Erfahrungen unseres Dienstes über viele Jahre als Gründer und Führer der Gemeinschaft vom “Wort des Lebens” ab. Wir sind dem Herrn auf immer dankbar, für das, was er getan hat. Wir sind aber unendlich glücklich und dankbar, dass wir jetzt verstehen, dass wir wirklich die katholische Kirche in unserem weiteren Leben und unserem Dienst für den Herrn brauchen.
   Nun da wir diesen Weg beginnen, gibt es so viel zu erkunden.  Jetzt da alle früheren Aufgaben, Pflichten und Beauftragungen vergangen sind, können wir zumindest nun gemessener und besinnlicher leben. Wir waren gewohnt, ständig dienstbereit zu sein für den Dienst unserer Gemeinde. Nun trägt die Kirche uns. Die Sakramente wurden uns zur spürbaren Wirklichkeit in unserem Leben und sind uns Kraft auf unserem Weg. Da ist etwas auf unserem Weg, das vorher nicht da war – ich bin sicher: es ist Gnade. Eine frische Brise weht durch unser Leben. Wir sehen nach vorn, erkunden identifizieren uns mit allem, woran wir nun teilhaben. Es ist äußerst beglückend, absolut für Jesus Christus zu leben – in der katholischen Kirche.  CH140808UlfEkman

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Megachurch pastor Ulf Ekman: “We need what the Lord has given to the Catholic Church to live fully as Christians”

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Audienz bei Papst Franziskus: Ulf Ekman und seine Frau Brigitta

Der Weg des Gründers der größten skandinavischen Bibelschule in die katholische Kirche.
   Am Sonntag, dem 9. März 2014 stand Ulf Ekmann angespannt vor der Gemeinde “Wort des Lebens” in Uppsala. Der schwedische Pastor im Anzug mit blass-blauer Krawatte schaute in die Gesichter der Menschen, die die Höhen und Tiefen seit der Gründung seiner Megakirche im Jahre 1983 geteilt hatten. “Dies ist einer von den Tagen, wo ich etwas Besonderes zu sagen habe”, begann er seine Rede. Seine Kernaussage wurde 8.000 Mal bei You Tube abgerufen: “Meine Frau Brigitta und ich haben in den letzten Tagen unter der Führung des Herrn erkannt, dass wir der katholischen Kirche beitreten werden. Dieser Schritt mag Ihnen extreme radikal erscheinen, aber wir empfinden in dieser Entscheidung einen tiefen Frieden und große Freude. Nun mögen Sie denken: ‘das ist das schlimmste, was ich seit langem gehört habe…’.” Die Kamera schwenkte dann zu einer jungen Frau, deren Lippen vor Schock zitterten.
   Es ist schwer für alle, die mit der charismatischen Welt nicht vertraut sind, die Bedeutung der Entscheidung von Pastor Ulf zu begreifen. Bekannt als “Pastor der Pastoren” gründete er die größte Bibelschule Skandinaviens und half mehr als 1.000 Ortsgemeinden in Russland zu gründen. Durch seine Predigten und Schriften gab er einer der am schnellsten wachsenden unter den sehr unterschiedlichen christlichen Bewegung der Welt den Zusammenhalt. Während meines Gesprächs mit ihm war ich angetan von seiner Klarheit, seiner Lauterkeit und seinem erfrischenden Humor. Er ist offensichtlich ein Mann, der sein eigenes Herz tief erforscht hat, und was er dort fand ob gelegen oder ungelegen auch lebte.
Sind sie als Kind evangelisch getauft?  
   Ja, das bin ich. Ich bin geboren und aufgewachsen in Göteborg, einer bedeutenden Hafenstadt, die politisch streng “links” gerichtet ist und eine starke Arbeiterbewegung hat. Dort lebte ich kirchenfern. 1970 erlebte ich durch Freunde, die mir das Evangelium nahe brachten, eine tiefe Konversion. Es war ein großer Schock für mich, dass ich Christ geworden war, und dann plötzlich erkannte, dass es da etwas gab, dem ich nicht entkommen konnte. Über einige Monate wurde ich auf einen Weg geführt, der mich erkennen ließ, dass ich Jesus Christus brauchte als meinen Herrn und Erlöser. Das änderte mein Leben total. Ich wirklich aus der Dunkelheit gekommen – auf einem äußerst konkreten Weg. 
Sie haben von einer Erfahrung in Ihrer Jugend berichtet, in der Sie plötzlich der Trennung unter den Christen bewusst wurden und dabei zu weinen begannen. Möchten Sie darüber sprechen?
   Nun, das war sehr ungewöhnlich. Ich war zusammen mit einem Freund, der heute Leiter einer lutherischen Gemeinde-Bewegung ist. Beide waren wir zur damaligen Zeit Studenten. Wir sprachen über die Kirche und die Probleme in der Kirche.
   Da kam es plötzlich über mich, dass Christus traurig war über die Trennungen in der Kirche. Es war ein Gedanke, der einerseits unerwartet kam, den ich aber auch nicht wirklich verarbeitet habe. Ich spürte es in meinem Herzen, aber das Leben ging weiter, und ich war mit vielen Dingen beschäftigt, habe aber jahrelang unterbewusst daran getragen.
Sie wurden ordiniert in der lutherischen Kirche im Jahr 1979, aber im Jahr 1983 haben Sie die Gemeinde “Wort des Lebens in Uppsala gegründet. Hatten Sie dazu die lutherische Kirche verlassen?
   Ich hatte nicht die lutherische Kirche verlassen, aber ich gab das Pastorenamt auf. Was mir aber damals fehlte, war eine Bibel-Schule. Schon beim Start dieser Schule sahen wir, dass wir Leute von verschiedenen christlichen Gemeinschaften aufnehmen mussten, nicht nur “geisterfüllte, charismatische Lutheraner”. Ich war stark verbunden mit einem charismatischen Umfeld der lutherischen Gemeinde. Die Bibelschule wurde zur größten Schule in Skandinavien. Wir haben über die Jahre mehr als 10.000 Studenten graduiert. Wir fühlten uns verantwortlich für diese Menschen und sahen die Notwendigkeit, örtliche Gemeinschaften zu gründen.
Gibt es Sakramente in der Gemeinschaft “Wort des Lebens”?
   Ja. Zunächst war es eher eine christliche Basis-Bewegung und die frei-kirchliche Predigt, der Akzent lag auf der Bibel und die Sendung des Heiligen Geistes. Seit etwa 1998 stellten wir die Bedeutung der Heiligen Kommunion in die Mitte. Ich schrieb eine Broschüre darüber, die eine weite Verbreitung erreichte. Das hat mich völlig überrascht. Als Katholik würde es Ihnen – so denke ich – sehr gefallen, denn es ist eine sehr katholische Ansicht von der Eucharistie. 
   Um 1998 habe ich persönlich miterlebt, wie unsere örtliche Gemeinschaft gewaltig wuchs. Wirklich, es war phänomenal. Auch die Bibel-Schule wurde starker. Im Jahre 1989 begannen wir das Missionswerk in Russland. Heute gibt es da rund 1.000 Gemeinden, deren Verbindung zueinander aus dem Missionswerk erwuchs. Ich empfand nun stärker die Notwendigkeit für einen dogmatischen, theologischen Hintergrund und eine größere Stabilität. Auch schien mir eine festere kirchliche Struktur erforderlich. Nun fühlte ich mich herausgefordert, nach dem Wesen der Kirche zu suchen. Wir erlebten den Fortschritt und die Weiterentwicklung und waren beschäftigt mit so vielen unterschiedlichen Projekten. Alles lief sehr gut. Aber es gab diese Unzufriedenheit über das wirkliche Wesen der Kirche. Ich konnte nicht loskommen von dieser Frage. Sie fiel immer und immer wieder auf mich.
Meinen Sie: Was ist die “Word of Life”-Gemeinde oder was ist die universal Kirche?
  
Ich würde sagen beides. Was sind wir wesentlich – und was ist das Wesentliche der Kirche? Wir wollten  über den Leib Christi sprechen und wir wollten eine Option für eine gewisse Form der Einheit bekennen. Aber wenn es  nur eine äußerliche Einheit sein würde,  lehnten wir das natürlich ab. So etwas befriedigte mich nicht. Das forderte mich heraus, weiter zu forschen: Nun, was ist das Fundament der Kirche, was ist der Felsengrund, was ist wirklich die Quelle der Vollmacht? Und das führte mich zu den Sakramenten.
Somit führten Sie die Heilige Kommunion in die “Wort des Lebens”-Gemeinschaft ein?
   Das hatten wir von Anfang an. Für mich mit dem lutherischen Hintergrund, war das ganz natürlich. Aber das war nicht unser Mittelpunkt. Ich würde sagen, die Eucharistie war keine zentrale Frage in Theorie und Praxis der frei- kirchlichen Gemeinden. Das stellte mich keineswegs zufrieden. Daher begannen wir, die Heilige Kommunion kraftvoll zum Thema zu machen: wir predigten nachhaltig über die Real-Präsenz – dass der Herr wirklich in der Heiligen Kommunion gegenwärtig ist unter den Gestalten von Brot und Wein.
Das führte Sie natürlich zu weiteren Fragen. Feierten Sie die Eucharistie an einem Altar, trugen Sie dabei Gewänder?
     Nein, wir trugen keine Gewänder, nein. Wir begannen mit einem – wie wir es nannten – Kommuniontisch. Später führten wir mehr und mehr einen richtigen Altar ein. Ich würde meinen, dass die Ordnung der Liturgie stark dem katholischen Ritus glich.
Ist es wahr, als Papst Johannes Paul II. Im Jahr 1989 Schweden besuchte, die “Wort des Lebens”- Gemeinschaft gegen seinen Besuch betete?
   Ja, das ist unglücklicherweise wahr. Obgleich mein theologisches Studium ziemlich liberal war – war es noch ganz antikatholisch. In Schweden – besonders in freikirchlichen und charismatischen Kreisen – herrscht ein ausgesprochener Anti-Katholizismus. Davon war ich beeinflusst und lebte auch in diesen Gedanken. Als nun der Papst nach Schweden kam – das war sehr ungewöhnlich, denn es war zuvor noch niemals ein Papst in Schweden gewesen – da beteten wir, dass er nicht einen schriftwidrigen Einfluss ausüben würde. Dafür habe ich öffentlich um Verzeihung gebeten. Damals war es so: das, was wir dachten, sei die Wahrheit.
Würden Sie Johannes Paul II. als christlichen Führer ansehen?
  
Wir sahen in ihm nicht den Antichrist. An so etwas dachten wir nicht. Aber wir sahen in ihm jemand, der mit einer Lehre kommt, die nicht aus der Heiligen Schrift begründet ist.
Gibt es eine besondere spirituelle Erfahrung, die Sie geleitet hat, katholisch zu werden?
  
Da gibt es verschiedene Erfahrungen. Was sich 1998 ereignete, war die echte Frage, was das Wesen der Kirche ist. Für mich war dies eine existentielle und kirchliche Frage: Was machen wir eigentlich? Was ist unser Anteil? Und wer lehrt uns das? Was geschieht mit den freikirchlichen Bewegungen in hundert oder hundertfünfzig Jahren? Woran liegt es,  dass die historischen Kirchen,  besonders die katholische Kirche offensichtlich weiter voranschreitet? Es war die Stabilität und die Geschichte der Kirche, die mich faszinierte. Als ich begann, das zu studieren, besonders die Lehre von der Kirche, da führte kein Weg daran vorbei, mit der katholischen Kirche in Kontakt zu kommen. So entdeckte ich sie mehr und mehr.
   Ich arbeitete viel in der früheren Sowjet-Union und in Indien. Meine Frau und ich hatten vor, nach Indien zu gehen. Doch wir landeten schließlich in Israel. Wir verbrachten dort drei Jahre und eröffneten ein Studienzentrum. In Israel traf ich katholische Christen allüberall. Ich konnte nicht über die Straße gehen, ohne einen Katholiken zu treffen. Es war unglaublich. Ich traf dort unterschiedliche Katholiken: sehr konservative bis hin zu charismatischen. Seither bin ich eingeladen von katholischen Gemeinschaften und Freunden in verschiedenen Orten Europas. Das öffnete mir die Augen für die katholische Kirche.
Sie sagten, dass die katholische Kirche in Schweden als ein kleines Phänomen von Einwanderern ist.
   Ja, mehr oder weniger. Die Kirche wächst in Schweden. Aber der Katholizismus hat seit der Reformation keinen großen Einfluss in Schweden. Jetzt haben wir dien schwedisch-katholischen Bischof (Anders Arborelius). Er gehört zum Orden der Karmeliter. Seit 1998 ist er der erste schwedische Bischof seit der Reformation. Wir haben uns kennengelernt. Sein Beispiel und seine tiefe Spiritualität hat mich sehr stark beeindruckt. Hier würde ich Bischof Anders Arborelius nennen, unsere Erlebnisse in Israel, auch den Kontakt mit charismatisch-katholischen Gemeinschaften und Klöstern, sowie verschiedene Persönlichkeiten der katholischen Kirche und ich habe seit dem Jahr 2000 diese Fragen gründlich studiert. Schritt für Schritt brachte uns das zu unserer Entscheidung.
Hatten sie das Gefühl, dass es richtig ist, sich mehr und mehr der katholischen Kirche zu nähern.
   Ja, absolut. Meine Frau und ich haben diese Fragen oft in unsere Gebete genommen.  Wir hatten viele Zeichen, wo wir spürten, dass der Herr uns führte. Aus Verantwortung für unsere Gemeinden hielt ich es auch für geboten, diese Sache langsam anzugehen. Anfangs sah ich diesen Weg für mich als unmöglich an. Mein Herz brannte vor Verlangen, aber es schien mir wirklich unmöglich. Doch dann kam der Punkt, dass ich fühlte: es ist möglich, gleichwohl schien es schwierig, das umzusetzen. In dieser Situation fühlte ich mich vielen unterschiedlichen Vorurteilen ausgesetzt, die man selbst nur schwer erkennt. Doch wenn man weitergeht wird einem klar, dass es gewöhnliche Vorurteile sind, weil wir in Skandinavien einen blinden Fleck haben, wenn es um Katholiken geht. Manchmal verleihen Wiedererweckungs-Bewegungen das stolze Gefühl, Jesus wirklich zu kennen, ja sogar persönliche Beziehungen zu ihm zu haben. Doch wenn man Katholiken trifft, erfährt man, dass bei ihnen Jesus Christus nicht nur ein Dogma ist, vielmehr leben  sie in ihm – und das hat mich sehr beeindruckt.
Haben Sie auch über die Auswirkung Ihrer Entscheidung auf Ihre Lebensgrundlage und Ihre Familie? 
   Natürlich habe ich darüber nachgedacht. Meine Grundfrage ist diese: Ist es wahr oder nicht? Wenn es wahr ist, dann muss ich handeln. Wenn es nicht wahr ist, dann geht es vorüber. Aber es wurde mehr und mehr nicht nur eine persönliche Wahrheit, sondern es gibt da eine Wahrheit, mit der ich mich identifizieren muss. Natürlich stellten sich Fragen in Hinsicht auf meine Familie. Wir haben vier Söhne, und die sind alle schon erwachsen. Sie können darüber selbst entscheiden. Aber wenn es wahr ist und der Herr mich ruft, dann muss ich es umsetzen, dann muss ich mein Amt niederlegen. In unserem ganzen Leben haben wir, wenn es um Finanzen ging, auf unserem Glauben gebaut – so wird der Herr auch in Zukunft für uns sorgen. Aber hier in Uppsala gibt es 3.300 Menschen in der Gemeinde, und einige von ihnen würden sich sicher verlassen fühlen, ihnen gegenüber möchte ich so korrekt wie möglich handeln. Darum habe ich mehr als meine Frau gezögert.
Wie haben Sie sich kurz bevor Sie diese Nachricht der Gemeinschaft bekannt machten gefühlt?
   Klar, dass ich ein wenig aufgeregt war. Mit einigen kleinen Gruppen von Leitern unserer Gemeinschaft zwei Wochen vorher gesprochen. So hatte ich mich schon mit dieser Situation vertraut gemacht. Aber es war doch ein eigenartiges Gefühl vor der Erklärung, weil ich wusste, dass es einige Mitglieder schockiert sein würden. Ich bin ein Pastor. Ich liebe diese Menschen und ich war mit ihnen dreißig Jahre zusammen. Darüber kann man nicht leicht hinweggehen. Ich sehe diese Situation nicht oberflächlich, sondern ernsthaft. Aber als ich vor der Versammlung stand, kam eine große Ruhe über mich. Ich spürte mich in Gott geborgen. Da er uns geführt hatte, würde er auch für unsere liebe Gemeinschaft sorgen. Wir liebe sie sehr, und wir denken, sie sind wundervoll.
Was haben Sie in ihren Gesichtern gesehen, als sie sprachen?
  
Nun, ich wurde sehr ruhig. Wenn es in einer charismatischen Gemeinde ruhig wird, dann weiß man, dass die Menschen nachdenken. Als ich meine Erklärung beendete, gab es einen spontanen Applaus. Das hat mich sehr überrascht. Und viele, viele Leute kamen nachher zu mir. Einige sagten: “Wir verstehen Dich nicht, aber wir segnen Dich! Wir danken Gott für Dich und denken, dass der Herr Dich führt.” Das war sehr ermutigend. Einen Tag später hatten wir eine Frage-und-Antwort Versammlung. Ich stand zwei Stunden vor ihnen und sie bombardierten mich mit Fragen über den Katholizismus. In den weiteren Tagen waren alle unsere Pastoren bereit den Leuten Antwort auf ihre Fragen zu geben. Abend für Abend gab es Versammlungen zu diesem Thema. Die Gefühlslage war sehr gemischt. Einige verstanden. Andere verstanden überhaupt nicht. Einige waren sehr aufgeregt über die Ereignisse, andere übergaben es dem Herrn.
Sind Sie nun katholisch geworden?
  
Es wird im Frühling geschehen, kurz nach Ostern. Bischof Arborelius wird und firmen. Es geschieht im kleinen Kreis.
Welche Aufgaben werden Sie in der katholischen Kirche haben?
   Das erwarte ich nicht. Ich bin eben zufrieden, katholisch zu werden. Wir haben uns im letzten Jahr sehr danach gesehnt, und nun fühlen wir uns sehr privilegiert. Wir fühlen, dies ist eine Gnade von Gott, aufgenommen zu werden in die katholische Kirche. Meine dreißigjährige Erfahrung als Christ kann mir dabei helfen. Ich bin sehr zufrieden, mich zu bemühen, als guter katholischer Christ zu leben.
Was erwarten Sie am meisten in der katholischen Kirche?
   Das sakramentale Leben. Danach haben wir uns gesehnt. Wenn wir anfänglich die Frage nach dem Wesen der Kirche stellten, fanden wir diese Antwort: Ihre Vollmacht, die Sakramente und die Einheit. Dieses sind die drei Gründe, die uns in die Kirche zogen.  Ich hatte immer ein starkes Verlangen nach den Sakramenten, aber als ich zu entdecken begann, was sie wirklich sind, und was sie bewirken, lernte ich von außen blickend, diese zu verstehen. Ich habe mich nach der Teilnahme an den Sakramenten gesehnt, um aus den Sakramenten zu leben, in einer Weise, wozu ich allein nicht fähig gewesen bin. Als ich das erkannte, sah ich auch, was in unserer Art Kommunion zu feiern fehlte. So kann ich sagen: die Fülle, die der Herr der katholischen Kirche gegeben hat – das ist es, was ich entdeckt habe und wonach ich mich lange Zeit gesehnt habe.  
   Ich wurde gefragt: “Bedeutet das, alles, was Du uns gelehrt hast, war falsch? Meine Antwort darauf ist: “Nein!”
Ich glaube, dass ich die Bibel ausgelegt habe so gut ich konnte. Wir haben die Bibel gepredigt und evangelisiert entsprechend dem Licht, das wir hatten. Ich bin sehr glücklich über alle Arbeit, die getan wurde und über alle Gemeinschaften, die wir aufgebaut haben. In keiner Weise verwerfe ich das. Wir gehen nicht weg, wir gehen hin. Es ist ein Verlangen nach größerer Fülle, nach tieferem Verständnis, und an dem, was die Kirche wirklich ist. Ich glaube fest, dass viele Menschen das verstehen werden – vielleicht nicht jetzt gleich, aber in Zukunft – weil wir nicht emotional gehandelt haben, sondern weil der Herr uns wirklich geführt hat.
Sehen Sie in Papst Franziskus einen charismatischen Katholiken?
   Ja, ich denke schon. Er ist ganz gewiss ein Geschenk Gottes. Ich weiß, er ist sehr aufgeschlossen gegenüber charismatischen Christen. Ich denke: er ist von Gott erwählt, er ist der Mann Gottes für diese Zeit. Papst Franziskus ist eine Herausforderung für uns alle. Er hat mich sehr berührt mit seiner Sicht von Armut, mit seiner Radikalität, mit seiner Art, wie er das Evangelium lebt, und auch mit seinem Mut, über Grenzen zu schreiten. Er ist ein wirklicher Mutmacher.
Sie haben gesagt, dass Sie ein Wort des Herrn empfangen haben: “Der Auftrag ist erfüllt, aber die Freundschaft bleibt.”
   Ich habe das der Gemeinde am Sonntag gesagt. Ich habe das gefühlt – diese Entlastung, dass diese Zeit vorüber ist. Aber ich glaube fest daran, das der Grund, dass ich in die katholische Kirche gezogen wurde, ist, dass ich nötig habe – dass wir nötig haben -, was der Herr der katholischen Kirche gegeben hat, damit wir vollkommen als Christen leben können. Das ist es, warum wir Glieder der katholischen Kirche werden wollten.
CatholicHerald140424LukeCoppenArbeitsübersetzung:kbwn

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‚Lobpreis und Anbetung’: Papst Franziskus empfängt Charismatiker

   Einheit und Verschiedenheit haben dieselbe Quelle: den Heiligen Geist. Das betonte Papst Franziskus an diesem Freitag bei einer Audienz für die Katholische Bruderschaft von charismatischen Gemeinschaften (Catholic Fraternity of Charismatic Covenant Communities and Fellowships), eine föderale Vereinigung verschiedener charismatischer Gruppen. Anlässlich eines in Rom stattfindenden Kongresses der Gemeinschaft wolle er einige der wichtigen Themen reflektieren, so Papst Franziskus. Das erste Thema sei die Einheit.
   Einheit sei nicht immer einfach, betonte der Papst auch mit Blick auf die Herausforderungen zwischen den charismatischen Bewegungen. Ein gutes Beispiel biete allerdings die Zusammenarbeit der charismatischen Bewegungen in Rom, die sich sogar ein Büro teilten. Bei aller Einheit dürfe man die Verschiedenheit nicht vergessen, überlegte Franziskus.
   „Einheit in Vielfalt: Uniformität ist nicht katholisch, nicht christlich. Die katholische Einheit ist verschieden, aber es ist eine Einheit. Das ist sonderbar, oder? Derselbe, der die Verschiedenheit entstehen lässt, schafft dann auch die Einheit: der Heilige Geist. Er macht beides, Einheit in Vielfalt. Einheit bedeutet nicht, dass man alles zusammen machen muss oder gleich denken muss; sie bedeutet auch nicht, die eigene Identität aufzugeben. Im Gegenteil: Sie bedeutet, in Freude die verschiedenen Gaben anzuerkennen, welche der Heilige Geist jedem und jeder schenkt, und diese dann in den Dienst aller in der Kirche zu stellen.“
   Der Kongress steht unter dem Titel ‚Lobpreis und Anbetung’, die Papstaudienz in der Aula Paolo VI. bildete den Auftakt des Sprechens und Nachdenkens über die besonderen Formen des Betens. Das Gebet sei die Inspiration, die Leben gebe, so der Papst.
   „Vor einiger Zeit habe ich ein Beispiel gehört, das ich sehr passend finde: Atmen, um zu leben. Atmen besteht aus zwei Dingen, dem Einatmen, also das Aufnehmen von Luft, und dem Ausatmen, die Luft wieder hinaus lassen. Das geistliche Leben ernährt sich durch das Gebet und drückt sich dann in der Sendung, der Mission wieder aus. Einatmen und ausatmen! Niemand kann ohne zu atmen leben, dasselbe gilt für den Christen. Ohne den Lobpreis und ohne die Verkündigung lebt man nicht als Christ. Und zum Lobpreis gehört auch die Anbetung, selbst wenn man wenig von ihr spricht.“
   Die charismatische Erneuerung habe die Kirche an die Notwendigkeit und Wichtigkeit des Lobpreis-Gebetes erinnert, so der Papst;  es sei aber das Gebet der ganzen Kirche, die gesamte Kirche habe dieses Gebet als Schatz. rv141031ord

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