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 Hier bringen wir Ihnen Hörbuch-Rezensionen von Dr. Günther Steinebach aus Lux Vera,  dem Organ der katholischen Blindenvereinigungen im deutschen Sprachraum.  Auf dieser Seite finden Sie nur Hörbücher, die im Daisy-System auf CD’s aufgesprochen sind.  Blinde und Sehbehinderte können diese Hörbücher von der Deutschen Katholischen Blindenbücherei, DKBB, Bonn, kostenlos ausleihen. Siehe dazu:   Hörbücher

Die Deutsche Katholische Blindenbücherei Bonn gibt hier wichtige Hinweise für Hörer, die an den neuen digitalen Hörbüchern auf CD interessiert sind.
Vorteile der digitalen Hörbücher
   Der erste große Vorteil besteht darin, dass der gesamte Inhalt eines Hörbuchs fast immer auf einer CD Platz findet. Ein schönes Beispiel ist der Roman „Buddenbrooks” von Thomas Mann. Das Buch wird als Kassettenbuch auf 22 Kassetten in 4 Boxen verschickt. Die über 31 Stunden Vorlesezeit sind digital auf einer CD abzuhören. Damit entfällt das Sortieren der einzelnen Kassetten für die Hörer. Wenn Sie die Buch-CD eingelegt haben, können Sie die vollständige Lesung ohne Unterbrechung abhören. Falls Sie eine Pause einlegen wollen, drücken Sie die Pausentaste und selbstverständlich spielt jedes Buch immer dort weiter, wo man zuletzt aufgehört hat, selbst wenn man parallel mehrere Titel liest. Auch der Postversand wird erleichtert, da es nicht mehr vorkommt dass einzelne Teile eines Buches an verschiedenen Tagen bei Ihnen eintreffen.
Voraussetzungen, um Daisy-Bücher zu beziehen
    Mit einem normalen CD-Spieler, den Sie für das Abspielen Ihrer Musik-CDs verwenden, können sie Daisybücher nicht abhören. Die Anschaffung dieser speziellen Geräte ist eine Investition für die Zukunft und lohnt sich in jedem Fall.
Vorteile der Daisy-Player:
   1.  Rasch zwischen einzelnen Kapiteln oder Absätzen springen
   2. Textstellen, die Sie später wieder hören wollen, mit Buchmarken markieren
   3. Sprachgeschwindigkeit und Lautstärke unabhängig voneinander einstellen
   4. mit der Standby-Taste vorher festlegen, wann sich das Gerät von selber ausschalten soll. Diese Funktion ist besonders interessant für Personen, die ein Buch im Bett zu hören pflegen.
    Das Gerät ist für Netzbetrieb oder Akkubetrieb geeignet. Die Benutzerführung erfolgt in deutscher Sprache. Sie können damit auch Ihre Musik-CDs oder MP3-CDs abspielen.

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Wo kann man ein DAISY-Abspielgerät kaufen?
     Da es sich bei den Daisyspielern um spezielle Geräte handeln, können Sie diese nicht im normalen Fachhandel kaufen. Es gibt verschiedene Hilfsmittelfirmen, die die Geräte auf dem Postweg verschicken. Nach unserer Erfahrung gibt es ein Gerät, welches gerade für ältere Hörer geeignet ist. Der Plextalk PTN 1 ist ein einfach zu bedienendes Gerät, welches in der Größe einem kleineren Kassettenrecorder ähnelt. Das Tischgerät hat eingebauten Lautsprecher und Kopfhöreranschluss.
Weitere interessante Angebote finden Sie auf unserer Seite > CD-Book-Player

Dr. Günther Steinebach liest Daisy-Hörbucher für Sie

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Bestellnummer: 20175
Alain Fournier: Der große Meaulnes
gelesen von Günter Rohkämper; Spieldauer: DAISY 7 Std. 40 Min.       Bestellung siehe: Hörbücher
   Der Erzähler, Francois, ist der Sohn des Lehrerehepaars an einem kleinen französischen Landinternat. Wohl- behütet, ist er mit seinen 15 Jahren noch ein rechtes Kind. In die idyllische Welt des Dorfes platzt nun an einem dunklen Novemberabend irgendwann um 1890 der 17jährige Augustin Meaulnes, Sohn einer wohlhabenden Witwe. Mit seinem Selbstvertrauen und seiner Unternehmungslust wirkt er äußerst befreiend auf das ereignislose Einerlei des Schulalltags. Vor den Weihnachtstagen werden die Großeltern von Francois zu Besuch erwartet, und Meaulnes besorgt sich Pferd und Wagen, um die beiden vom 10 km entfernten Bahnhof abzuholen. Doch während der Kutschfahrt schläft er ein, verirrt sich, verliert Pferd und Wagen und kommt am nächsten Nachmittag zu Fuß und orientierungslos zu einem Schlösschen, wo die Verlobung von Frantz de Galais, dem Sohn des Besitzers, mit der Tochter eines Webers gefeiert werden soll. Die Gäste sind überwiegend Kinder und junge Leute in Meaulnes' Alter, die in phantastischer Kostümierung bei Tanz, Musik und allerlei Lustbarkeiten feiern. Hier begegnet Meaulnes der Schwester des Bräutigams, Yvonne de Galais, und beide verlieben sich schicksalhaft. Doch das Fest endet tragisch und im allgemeinen Durcheinander des Aufbruchs werden die beiden getrennt und Meaulnes wird schließlich von anderen Gästen im Wagen mitgenommen. Wieder schläft er ein und weiß so weder, wie er zu Yvonne gelangt ist, noch hat er sich den Rückweg einprägen können. Was folgt, ist die lange vergeb- liche Suche nach der Geliebten, verbunden mit manchem Abenteuer, das es zu bestehen gilt.
   1913 erschien dieser Roman, in dem Traum und Wirklichkeit, Realität und Fantasie untrennbar miteinander verwoben sind. Die kunstvolle Einfachheit der Sprache wird bisweilen als Beschwörung einer heilen Kinderwelt oder als Geschichte einer unglücklichen Jugendliebe verstanden. Doch hinter der Geschichte einer Jugendliebe steht immer auch die allgemeine Dialektik von Freiheit und Verantwortung und somit das allgemein Menschliche, weit von aller Kinder- und Jugendromantik entfernt, das dem Roman seine zeitlose Bedeutung sichert und jedem Leser unmittelbar zu Herzen geht. Freiheit und Freiheit der Wahl haben für alle Hauptfiguren existenzielle Bedeutung. Kaum jemals ist die Vertreibung aus dem Paradies der kindlichen Erlebniskraft schonungsloser dargestellt worden. „Der große Meaulnes" ist letzten Endes eine zauberhafte Parabel auf das Leben - mit seinen alltäglichen Abenteuern. So endet denn auch die französische Ausgabe mit den Worten: „... et partant ... pour de nouvelles aventures." „... und ... auf zu neuen Abenteuern".
   Der Verfasser, Alain Fournier, eigentlich Henri Alban Fournier, am 3.10.1886 in La Chapelle-d'Angillon bei Bourges geboren, fiel im Ersten Weltkrieg am 22. September 1914 mit noch nicht 28 Jahren. Er wurde berühmt durch seinen einzigen vollendeten Roman, der für die Entwicklung der modernen Erzählliteratur von kaum zu überschätzender Bedeutung ist.  Dr. Günther Steinebach

Nr. 23507                                                              Bestellung siehe: Hörbücher
Maeve Binchy: Der grüne See 
Hildegard von Bingen: Briefwechsel.
Verschiedene Sprecher; Spieldauer: 11 Std.
  Hildegard von Bingen gehört ganz ohne Zweifel zu den großen Gestalten der mittelalterlichen Geistesgeschichte. Über 800 Jahre trennen uns mittlerweile von ihr, und man könnte meinen, diese breite zeitliche Kluft sei nicht zu überbrücken. Doch liest man ihre Briefe, tritt uns Hildegard, die Äbtissin der beiden Klöster Rupertsberg bei Bingen und Eibingen bei Rüdesheim, ganz persönlich entgegen. Hier - im Wort von Mensch zu Mensch - spüren wir ihre große Liebe zu Gott und den Menschen. Mehr noch als in den großen Visionsschriften, wie z.B. dem liber SciVias, (also: Wisse die Wege), begegnen wir einer Frau, die verständnisvoll und offen war für alle Bedürfnisse und Fragen ihrer Mitmenschen. Ihre Briefe sind zumeist Antwortschreiben auf die an sie ergangenen Fragen und Bitten.Man sah in ihr die prophetissa teutonica, die Frau, die gleich den Propheten des Alten Bundes, im Auftrag Gottes selber sprach. So erhoffte man sich von ihr Rat und Hilfe nicht nur im Hinblick auf das Leben der kommenden Welt, sondern vor allem auch in ganz praktischer Hinsicht.
   Die Adressaten der Briefe stammen aus allen Schichten der mittelalterlichen Gesellschaft. Päpste und Bischöfe, Kaiser und Könige ebenso wie einfache Mönche und Nonnen, Gelehrte und Laien, Arme, Bedrückte und Kranke standen mit ihr in Verbindung. Ihnen allen brachte Hildegard Rat und Hilfe, Trost, Vertrauen und, wenn es sein musste, oft genug auch Ermahnung und unerschrockene, mutige Anklage. Mitunter teilt sie dem Briefempfänger auch ihre ganz persönlichen Sorgen und Ängste mit. Sie spricht von ihrer inneren Not, der Bedrängnis ihres Herzens und bekennt, dass sie verzagt ist, weil es ihr an Mut fehlt, das offen zu bekennen, was Gott ihr aufgetragen hat. Und schließlich werden wir bei der Lektüre von Hildegards Briefen auch auf ihre Grenzen und Schwächen gestoßen. Durch sie kommt sie uns als Mensch jedoch besonders nahe.
   Für alle, die sich von dieser faszinierenden Frau angezogen fühlen, ist das Buch unverzichtbar. Und auch historisch Interessierte finden hier manch unbekannten Aspekt. Die verschiedenen Sprecher sorgen dafür, dass das Buch niemals eintönig wird. LuxVera   Foto unten links

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Nr. 20123                                                                                                     Bestellung siehe: Hörbücher
Maeve Binchy: Der grüne See  Foto oben rechts
CD Spieldauer 28:40:41 Sprecher: Hergard Schwarte
   Der grüne See ist ein beachtliches Gewässer, ca. 50 Meilen nördlich der Hauptstadt Irlands. An ihm liegt eine mittlere Kleinstadt, die in dem vorliegenden Roman eine wichtige Rolle spielt. Da kommen viele Personen in der spannend geschriebenen Darstellung vor. Doch die eigentlichen Handlungsträger lassen sich an einer Hand ab- zählen. Die wichtigsten zwei sind Mutter Helen und ihre Tochter Kid. Als Einsiedlerin lebt Sr. Magdalena unweit des Ortes im Wald. Sie ist für viele die zuverlässige Ratgeberin für jede Situation. So kommt Kid zu ihr in der Stunde der höchsten Verzweiflung. Ihre Mutter wird im See gesucht, sei es durch Selbstmord oder als Unglücks- fall. Kid findet zu Hause einen Brief der Mutter an ihren Vater, den sie aber ungelesen zerreißt. Welche Bedeutung der Brief haben sollte, wird im zweiten Teil des Romans offenbar.
  Der zweite Teil wird zum einen gespeist durch Louis, der eine wenig erfreuliche Rolle im ganzen Verlauf der Handlung spielt. Helen führt nun ein. Doppelleben in London an der Seite ihrer Jugendliebe, nachdem sie zu Hause unglücklich war. Doch wie es der Zufall will, erfährt Kid von der wahren Begebenheit. Jeder Hörer ahnt, die Geschichte kann nicht gut ausgehen. Doch ist das Ende anders, als ich es mir ausgedacht hätte.
   Das Buch war 1995 auf der Bestsellerliste die Nummer 2. Und das zu Recht. Es ist so spannend geschrieben, dass man kaum aufhören kann, und man ist geneigt, wenn es ginge, alle 29 Stunden hintereinander zu hören. Die feine psychologische Beobachtung der Menschen, die vornehme Zurückhaltung der Autorin, die Schluss- folgerungen, die der Leser z.T. selber ziehen darf, zwingen einen zum Weiterlesen. Wie geht die Geschichte aus? Dublin und London, und natürlich der grüne See, sind die Orte, wo der Fortgang der Handlung angesiedelt ist.
   Sicher sind die meisten Liebesromane auf dieser Welt kaum das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden. Doch macht dieses Buch eine rühmliche Ausnahme, und es hat sich gelohnt, so viele Stunden für das Zuhören aufgewandt zu haben. Vom Inhalt darf ich nicht mehr verraten, um Sie nicht zu sehr in meine Sicht der Ereignisse zu bringen. Bitte bilden Sie sich selbst ein Urteil. Dr. Günther Steinebach

Bartos-Höppner, Barbara                                      Bestellung siehe: Hörbücher
Die Bonnins. Eine Familie in Preußen. Foto unten links
   Der Aufstieg Preußens wird an Hand der Geschichte einer märkischen Adelsfamilie romanhaft dargestellt. Wien: Ueberreuter 1980. - 285 S. gelesen von Elfie Heilig, Stuttgart 1982
   Vor den Weihnachtstagen werden die Großeltern von François zu Besuch erwartet, und Meaulnes besorgt sich Pferd und Wagen, um die beiden vom 10 km entfernten Bahnhof abzuholen. Doch während der Kutschfahrt schläft er ein, verirrt sich, verliert Pferd und Wagen und kommt am nächsten Nachmittag zu Fuß und orien- tierungslos zu einem Schlösschen, wo die Verlobung von Frantz de Galais, dem Sohn des Besitzers, mit der Toch- ter eines Webers gefeiert werden soll. Die Gäste sind überwiegend Kinder und junge Leute in Meaulnes Alter, die in phantastischer Kostümierung bei Tanz, Musik und allerlei Lustbarkeiten feiern. Hier begegnet Meaulnes der Schwester des Bräutigams, Yvonne de Galais, und beide verlieben sich schicksalhaft. Doch das Fest endet tragisch und im allgemeinen Durcheinder des Aufbruchs werden die beiden getrennt und Meaulnes wird schließlich von anderen Gästen im Wagen mitgenommen. Wieder schläft er ein und weiß so weder, wie er zu Yvonne gelangt ist, noch hat er sich den Rückweg einprägen können.
   Was folgt, ist natürlich die lange vergebliche Suche nach der Geliebten, verbunden mit manchem Abenteuer, das es zu bestehen gilt.
   1913 erschien dieser Roman, in dem Traum und Wirklichkeit, Realität und Fantasie untrennbar miteinander verwoben sind. Die kunstvolle Einfachheit der Sprache wird bisweilen als Beschwörung einer heilen Kinderwelt oder als Geschichte einer unglücklichen Jugendliebe verstanden.
Doch hinter der Geschichte einer Jugendliebe steht immer auch die allgemeine Dialektik von Freiheit und Verant- wortung und somit das allgemein Menschliche, weit von aller Kinder- und Jugendromantik entfernt, das dem Roman seine zeitlose Bedeutung sichert und jedem Leser unmittelbar zu Herzen geht. Freiheit und Freiheit der Wahl haben für alle Hauptfiguren existenzielle Bedeutung. Kaum jemals ist die Vertreibung aus dem Paradies der kindlichen Erlebniskraft schonungsloser dargestellt worden. Dr. Günther Steinebach

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Nr. 21951                                                              Bestellung siehe: Hörbücher
Joseph Roth: Die Kapuzinergruft Foto oben rechts
Sprecher: Annelie Kunert
   Joseph Roth hat diesen Roman in der Emigration geschrieben und ihn 1938, ein Jahr vor seinem Tod, in den Niederlanden veröffentlicht. 1950 erschien der Roman zum erstenmal in Deutschland.
   Die Kapuzinergruft ist der autobiographische Bericht eines Nachkommens der Familie von Trotta. Sein Bericht beschreibt zunächst das sorglose und nichtsnutzige Leben der aristokratischen Jugend in Wien vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Als der Krieg ausbricht, rückt der junge Trotta, der kurz zuvor noch geheiratet hat, als Leut- nant in ein Landwehrregiment ein, zusammen mit seinem slowenischen Vetter Joseph Branco und dessen jüdi- schem Freund, dem Fiaker Manes Reisiger. Schon in den ersten Wochen geraten sie in russische Gefangenschaft und verbringen den Krieg in Sibirien. 1918 kehrt Trotta nach Wien zurück und wird dort in das Chaos hinein- gerissen, in das Österreich nach der Auflösung der Monarchie geraten ist. Seine Frau Elisabeth, die ganz unter dem Einfluss einer emanzipierten Freundin steht, ist ihm entfremdet. Seine   überlebenden   Freunde  trifft er wie vor dem Krieg im Kaffeehaus. Alle sind sie verarmt. Keiner von ihnen ist fähig, sein Leben neu zu beginnen. Auch Trotta gerät durch seinen Schwiegervater, der aussichtslose Geschäfte betreibt, in finanzielle Wirrnisse. Das Haus seiner Mutter wird Fremdenpension, in der seine Freunde auf Kredit wohnen. Zu Elisabeth findet er nur vor- übergehend eine neue Beziehung, bis sie wieder ihre eigenen Wege geht. In der neuen Gesellschaft Wiens, in der Kriegsgewinnler und Hochstapler den Ton angeben, bilden Trotta und seine Freunde einen eigenen Kreis. Bitterkeit, Enttäuschung, Resignation und vor allem ihre verfehlte Erziehung lassen diese Generation an ihrer Zeit vorbeileben. In ihrem sinnlosen Dasein besitzt sie weder die Kraft, an einem neuen Österreich mitzubauen, noch, dem drohenden Untergang des Staates, der auch ihr eigener werden wird, Widerstand zu leisten. Dieser Unter- gang beginnt mit dem Tag des Anschlusses an Nazi-Deutschland, mit dem der Roman in einer unvergesslichen Szene endet. Man muss das Buch wirklich Zeile für Zeile lesen, und man wird dabei nicht aufhören, die Kunst und Meisterschaft Joseph Roths zu bewundern, mit der er hier die letzte tragische Phase einer in sich zerfallenden und sich aufgebenden Gesellschaft kritisch und dennoch mit einem tiefen menschlichen Mitgefühl geschildert hat. Lux Vera

Das Tagebuch der Anne Frank  Fotos unten
Spielzeit: 10 Std. Sprecher: Anke Tegtmeyer:                      Bestellung siehe:
Hörbücher
Westdeutsche Blindenhörbücherei e.V. DAISY-Best. Nr. 210
Miep Gies: Meine Zeit mit Anne Frank
Spielzeit: 9 Std. Sprecher: Anne Andresen,
Norddeutsche Blindenhörbücherei e.V. DAISY-Best. Nr. 5076
   Der Bericht jener Frau, die Anne Frank und ihre Familie in ihrem Versteck versorgte, sie lange Zeit vor der Deportation bewahrte -und sie doch nicht retten konnte. Sie war für die Eingeschlossenen Bindeglied zur Außen- welt, Beschützerin, Ernährerin. Sie fand und verwahrte das Tagebuch. Dr. Günther Steinebach

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Nr. 20403                                                                    Bestellung siehe: Hörbücher
Salem, Salwa: Wind in den Haaren. Eine Lebensgeschichte.
Spielzeit: 8 Std.  Sprecherin: Susanne Steichert
   „Ala hall shariha" ist ein arabischer Ausdruck, der so viel heißt wie „mit offenen Haaren". Damit wird ein Mädchen beleidigend bezeichnet, das dem arabischen Geschmack nach zu freizügig ist, also u.a. mit offenen Haaren umherläuft. Salwa Salems Eltern drängen ihre Tochter, ihr Haar zu bedecken. Aber die junge Salwa will das nicht einsehen. Zu sehr liebt sie es schon als Kind, wie der Wind durch ihr offenes Haar streift. Dieses Sich- Widersetzen ist Ausdruck der gesamten unkonventionellen Lebenseinstellung der Palästinenserin. Sie ist aufgewachsen zwischen arabischer und abendländischer Kultur, liest schon als Mädchen Simone de Beauvoir, Ernest Hemingway und Franz Kafka gleichberechtigt neben der arabischen Literatur. Gegen den Willen der Familie wählt sie selbst ihren Ehemann und ergreift einen Beruf. Durch den israelisch-arabischen Konflikt beginnen Jahre des Exils, der Qualen, der Ungewissheit, bis sie sich schließlich in Italien niederlässt und mit ihren Kindern eine neue Heimat findet. Ein bewegendes und beeindruckendes Schicksal einer besonderen Frau! Dr. Günther Steine- bach

Nr. 20056                                                 Bestellung siehe: Hörbücher
Sachs-Collignon, Jetta: Luise von Weimar Foto unten links
CD Spieldauer 08:55:19, Sprecherin: Lisa Bistrick
   Seit geraumer Zeit werden  alle  Neuaufsprachen  bei  unseren Blindenbüchereien nur noch als DAISY-Buch produziert und vervielfältigt. So kaufte ich mir ein Abhörgerät, das nur zu empfehlen ist. Bis zu 40 Vorlesestunden sind auf einer einzigen CD, das sind mehr als 20 herkömmliche Kassetten. So wird es kaum ein Buch geben, das nicht auf einer CD Platz hat. Das erste Buch, das mir Frau Dick zuschickte, war „Luise von Weimar”. Zuerst dachte ich, es wäre ein Liebesroman alter Bauart. Doch es erwies sich als ein sehr gutes Buch, das die Zeit von 1780 bis 1820 umfasst und eine Menge an Sachinformationen bietet, aufgemacht in Romanform. Als Voraussetzung, so ein Buch zu schreiben, ist ein gründliches Studium der Zeit von Nöten. Es handelt sich um die Zeit vor der französischen Revolution von 1789 und geht über den Wiener Kongress von 1813-1815 hinaus. Wir erhalten einen vorzüglichen Einblick in die Zustände im Ständestaat und hier insbesondere vom Adel. Wir können uns wirklich nicht leicht in die Zeit versetzen, denn wer kann schon verstehen, dass die hohe Geistlichkeit ins Hauptportal eingelassen wurde, der Adel dann durch eine zweite, weniger majestätische Tür und schließlich der dritte Stand durch einen Seiteneingang. Graf Mirabeau wird zwar nicht erwähnt, dafür aber Danton, Robespierre, und den weitaus meisten Raum nimmt natürlich Napoleon ein, der übrigens in vielen Einzelpassagen sehr gut charakterisiert wird. Die Verbindung zum romanhaften ist auch hier gewahrt, denn nirgends stehen die Gedanken und Überlegungen aufgeschrieben, was die einzelnen handelnden Personen dachten und was ihre Triebfedern waren.  Die Hauptperson ist, wie schon der Titel sagt, Luise von Weimar, vortrefflich in den verschiedensten Lebenslagen dargestellt. Wenn wir das alles hören, was Luise angeht, können wir nur sagen,  Hut ab vor dieser Persönlichkeit! Herzog Karl-August von Weimar ist in gewisser Hinsicht zweitrangig. Das bezieht sich aber nur auf die Darstellung, die von ganz hervorragenden Eigenschaften und ausgezeichnetem Verhalten bis zum Nicht- verstehen von uns Nachgeborenen geht. Johann Wolfgang von Goethe wird der vertraute Freund des Herzogs, doch spielt er nicht die Hauptrolle. Für uns heute ist nur schwach zu verstehen, dass es auch innerhalb des Adels eine sagenhafte Abstufung gab, die im Buch gut herausgearbeitet ist. Sie werden eine heroische Frau kennen lernen, der es im eigentlichen nicht besser, aber auch nicht schlechter als anderen Menschen geht, nur ist die Ebene im Absolutismus eine andere als heute in unserem demokratischen Denken.
     Wenn Sie ein DAISY-Abspielgerät besitzen, darf ich Sie bitten, sich das Buch zu bestellen. Sie werden sagen, es hat sich gelohnt und ich habe von Persönlichkeiten und von Zeitabläufen so manches erfahren, das ich noch nicht wusste. Erwähnen darf ich noch, dass die Verfasserin in dem historischen Teil sorgfältige Studien zugrunde legt. Am Ende des Buches heißt es, die Bildbeschreibungen wurden ausgespart und die Bibliographie, also die Liste der zur Schilderung der geschichtlichen Hintergründe notwendigen Bücher, ist nicht aufgezeichnet. Ich glaube, kaum jemand wird sich die Mühe machen, Einzelheiten durch andere Bücher zu belegen oder zu widerlegen, vielmehr dürfte jeder Hörer die Aufsprache als sehr gut empfinden und die weiteren Informationen dem Fachmann im Geschichtsstudium überlassen. Dr. Günther Steinebach

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Nr. 20124                                                Bestellung siehe:   Hörbücher 
Franz Herre: Josephine, Kaiserin an Napoleons Seite Foto: oben rechts
Dauer der CD 10:12:45 Sprecher: Christoph Pfeiffer
 Christoph Pfeiffer las das vorliegende Buch in seiner so ansprechenden Vortragskunst auf eine CD, die wir in Bonn in unserer Bücherei ausleihen können. Ich hörte mir das Buch von Anfang bis zum Ende an und kam dabei immer öfter zu der Überzeugung, der Titel sei in seinem Nachsatz „Kaiserin an Napoleons Seite” nur z. T. richtig. Das erkläre ich weiter unten. Zunächst gilt es festzuhalten, die hoch aufregenden zwanzig Jahre europäischer Geschichte bilden zwar den äußeren Rahmen des Werkes, doch wird jeder Historiker enttäuscht sein, wenn er hier Hintergründe der Geschehnisse vergebens sucht. Diese bilden nur den großzügig abgesteckten Rahmen für die Hauptpersonen des Werkes, also Josephine und Bonaparte.
   Hervorheben muss ich, der Schriftsteller hält sich an die Zeitabläufe mit genauen Kenntnissen der zwanzig Jahre, die durch Napoleon Weltgeschichte wurden. Richtig ist, es geht um Josephine, und die wird in scharfer, oft kritischer Weise dargestellt. Napoleon, wie seine Frau, empfinden die Kinderlosigkeit in ihrer zweiten Ehe als größtes Übel; trotz aller Ärzte und Kuren kommt kein Nachwuchs. Das ist der Übelstand, der wie düstere Wolken die strahlenden Erfolge Napoleons auf den Schlachtfeldern überschattet.
   Der Briefwechsel zwischen dem Empereur und der Kaiserin ist erhalten und sorgfältig ausgewertet. Hier bildet sich von Napoleon her eine liebevolle, überaus geschätzte Verbindung vor unseren Augen. Wären nur die Briefe da, wäre der eitle Sonnenschein geschenkt. Doch dem ist nicht so und beide Ehepartner verhalten sich wenig eheverbindend, gehen oftmals eigene Wege, eigene Beziehungen ein, um sich dann immer wieder zu treffen. Napoleons Erfolge nach dem Ausspruch Caesars: „Ich kam, sah und siegte”, konnten die Kaiserin nicht sonderlich begeistern. Sie war das schließlich gewöhnt.
   Josephine schwelgte im Reichtum, der zu einer unglaublichen Verschwendungssucht führte. Sie hatte einen Kaufrausch, und sie konnte in keiner Weise mit dem reichlich vorhandenen Geld umgehen, weshalb des öfteren Schulden in Millionenhöhe entstanden. Wer kauft sich schon weit über siebenhundert Kleider, entsprechend viel Unterwäsche und Schuhwerk. Wenn hier keine Sucht vorliegt.
   Wie schon gesagt, wer die geschichtlichen Ereignisse mit Ursachen, Verlauf und Ergebnissen aus diesem Buch lernen möchte, hat wenig Erfolg. Nach Abschluss der eigentlichen Darstellung der familiären und darüber hinaus- gehenden Bindungen sollte man sich zuerst die Zeittafel am Ende des Buches anhören. Um nicht in die Darstellung der Persönlichkeiten, ihrer Handlungsweise, ihrer beiderseitigen Gemeinschaft zu verfallen, schlage ich vor, Sie müssen sich das Buch anhören. Es wird Sie nicht enttäuschen, auch wenn der Titel eigentlich mit einem Fragezeichen versehen sein müsste, „Kaiserin an Napoleons Seite?” Es könnte aber auch eine Anregung für den Hörer sein, in einem Geschichtsbuch die Französische Revolution von 1789 in ihrem tragischen Verlauf herauszuarbeiten. Begann doch die Zeit mit dem Ruf: „Krieg den Palästen, Friede den Hütten.” Anders gesagt, die Menschheitsbeglückung durch Hinwegfegen der gekrönten Häupter und Einführung von Republiken fand zwar statt, doch die neue Ordnung entsprach  nicht dem Schlachtruf der Revolutionäre von ehedem: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Hier hatte Josephine nichts zu sagen, keine Verantwortung, aber sie genoss die Vorteile des sagenhaften Reichtums, den Napoleon zusammengeraubt hatte, und das dürfte ihr geholfen haben, ihre Kinderlosigkeit mit dem Kaiser etwas zu kompensieren. Die beiden Kinder aus ihrer ersten Ehe wurden von Napoleon anerkannt und in höchste Ämter des Kaiserreichs katapultiert. Dennoch musste sich Josephine mit der Scheidung einverstanden erklären. Durch ihren frühen Tod blieben ihr wahrscheinlich manche Demütigungen erspart. Dr. Günther Steinebach

Nr. 20287                                                  Bestellungen siehe:   Hörbücher 
Lucius Seneca: Vom glückseligen Leben Foto unten links
Dauer 240 Min. gelesen von Gerhard Hasler (BHB Stuttgart)
   Das uns vorliegende Buch von Lucius Seneca „Vom glückseligen Leben” verdient von möglichst vielen Ausleihern bei unserer Bonner Blindenbücherei gehört zu werden. Das 1967 erschienene Buch wurde von Gerhard Hasler in der BHB Stuttgart sehr gut aufgesprochen.
   Sein Inhalt ist in wesentlichen Aussagen nach wie vor aktuell. Viele Zitate könnten heute geschrieben sein. Wir werden aber auf das erste nachchristliche Jahrhundert durch seine Berufung auf die römischen und griechischen Götter hingewiesen, was heutige Schriftsteller, auch wenn sie dem christlichen Glaubensgut fernstehen, nicht verwenden würden.
   Seneca wurde 4 vor Christus in Corduba (heute Cordoba) geboren und im Jahre 65 von Kaiser Nero zum Selbstmord gezwungen. Seneca beruft sich sehr oft auf den Stoizismus. Seine Schriften haben in ihren Aussagen im Bereich der Humanität auch heute noch allerhöchste Bedeutung. Den Griechen wird immer wieder das philo- sophische Denken, den Römern aber die aktive Tat und das Rechtsdenken zugeschrieben. Der Römer erkennt ein Ziel und prüft, welch ein realer Nutzen in ihm liegt. Das philosophische Denken war den Römern kaum zugänglich.
   „Ein glückseliges Leben” - so die Griechen - „bestehe darin, einen freien, hoch gesinnten, unerschrockenen und standhaften, über Furcht und Begierde erhabenen Geist zu besitzen, für den es nur ein Gut gibt: Sittlichkeit, und nur ein Übel: Unsittlichkeit... Wer solchen Grund in sich hat, den muss notwendig ununterbrochene Heiterkeit und eine hohe, dem Innersten entspringende Freude begleiten, die sich nur des Ihrigen erfreut und nichts Größeres wünscht, als was ihr eigen ist. Sollte dies nicht die kleinlichen, armseligen und unbeharrlichen Triebe des elenden Körpers reichlich aufwiegen? Dem Schmerze unterliegt, wer dem Sinnengenusse unterliegt ... Glückselig kann auch der genannt werden, der von der Vernunft geleitet nichts mehr wünscht  und nichts mehr fürchtet...  Denn, wenn die, welche der Tugend folgen, habsüchtig, wollüstig, ehrgeizig sind, was seid denn ihr, denen der Name der Tugend verhasst ist ... Anständigen Bitten will ich entgegenkommen. Ich will mir bewusst sein, mein Vaterland sei die Welt, und seine Vorsteher die Götter, die über mir und um mich her stehen als Richter über meine Taten und Worte. Und sobald entweder die Natur mein Leben zurückfordern oder mein Entschluss es hingeben wird, so werde ich mit dem Zeugnisse abtreten, dass ich ein gutes Gewissen, edles Bestreben geliebt habe und dass niemandes Freiheit durch mich beschränkt worden sei, am wenigsten meine eigene.” Dr. Günther Steinebach

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Nr. 20538                                             Bestellungen siehe:   Hörbücher 
Barbara Beuys: Denn ich bin krank vor Liebe     Foto oben rechts
Dauer der CD 17:54:26 Sprecherin: Christine Klimas
   Als ich den Titel des Buches hörte, war ich enttäuscht. Hatte ich doch nicht das Buch in Bonn bestellt, vielmehr wurde es mir ohne Kommentar zugeschickt. „Denn ich bin krank vor Liebe” sagte mir, hier handelt es sich um einen Liebesroman. Danach stand mein Sinn nicht. Doch dann legte ich die CD in das Gerät und wurde eines Besseren belehrt, heißt der  Untertitel doch „Das Leben der Hildegard von Bingen”.
   Ihre Biographie wird aufgrund vieler Briefe von Hildegard wie von Bischöfen, Äbten und Äbtissinnen, von Adligen und sogar vom Papst dargestellt. Doch da fehlt so manches vom Leben der zwar nie heilig gesprochenen, aber beim Volk als Heilige eingeordneten Hildegard. Hier hat die Verfasserin dann Brücken gebaut, um die vorhan- denen Quellen miteinander zu verbinden. Im Klappentext steht: „Hildegard von Bingen, 1098-1179, war ein Multitalent. Als Prophetin breitet sie nicht nur die kühnen Bilder ihrer Visionen in drei umfangreichen Büchern aus, sondern erkundet unabhängig von biblischen oder theologischen Vorgaben die Erscheinungen der Natur. Ob es den Lauf der Sonne, die Sexualität der Fische oder der Menschen betrifft, sie schafft außerdem ein bedeutendes musikalisches Werk: Hildegard gründet und leitet erfolgreich ein Frauenkloster. Sie warnt vor extremer Askese, die Körper und Seele schädigt. Sie gibt medizinische Ratschläge, die auf den neuesten Erkenntnissen beruhen. Sie verkörpert den Aufbruch in eine neue Zeit.” Sie wird von Fürsten und Königen um Rat gebeten, und sie war anerkannt als Seherin und Helferin für alle, die zu ihr kamen. Sie kannte keine Unterschiede in der Stellung von Mann und Frau in der Gesellschaft. Die Verfasserin ist 1943 in Köln geboren, studierte Geschichte und Soziologie. Sie war Redakteurin, veröffentlichte Bücher über das Familienleben in Deutschland, über Menschen im Widerstand und über das jüdische Leben in zwei Jahrtausenden. Die Biographie Hildegards kann nur jemand schreiben, der es versteht, Quellen zu studieren, d.h. Briefe, Notizen und Akten wie klösterliche Unterlagen der Zeit, im Kontext mit Hildegard auszuwerten. Das ist der Verfasserin gelungen, doch muss sie oft Fehlendes auf dem Weg der Wahrscheinlichkeit dazu denken. So könnte es gewesen sein, und ich kann in dieser Vorgehensweise kein Fehlverhalten oder irgendeine Nachlässigkeit erkennen. Brücken sind oft notwendig, das soll hier heißen, sie muss die Verbindung von pro und contra, von verschieden gearteten Menschen bauen.
   Scivias - Wisse die Wege - ist wohl das Hauptwerk der klugen und frommen Nonne. Uns ist sie eher bekannt durch ihre Kenntnisse in der Behandlung von Krankheiten, vom Wissen über Heilkräuter und deren Wirkung. Doch hiervon ist die Autorin nicht ausgegangen. Zu Hildegard kommen Menschen aller Schichten, die Rat und Hilfe suchen. Ihre prophetische Sicht wird ausführlich geschildert, auch dass sie als Äbtissin manchen Sturm zu bestehen hatte. Oft wurde sie durch Krankheit gehindert, all das zu tun, was dringend erforderlich war. Aber sie schaffte alles. Ein begnadeter Mensch wird uns nahe gebracht und unsere Kenntnisse über diese großartige Persönlichkeit werden erweitert. Dr. Günther Steinebach

Nr. 20264                                                 Bestellung siehe: Hörbücher
Eva Ibbotson: Sternenmelodie
1 CD; 9:08 Std., Sprecherin: Angelika Hofmann-Vaßmers   Foto unten links
   Wer von Ihnen einmal ein modernes romantisches Märchen anhören möchte, der sollte sich „Sternenmelodie” von Eva Ibbotson in unserer Blindenbücherei bestellen. Es hat mit der klassischen Romantik, die wir zwischen 1800 und 1830 ansetzen dürfen, nichts zu tun. Kein Eichendorff bringt uns sein Fernweh nahe, und auch all die anderen Werte dieser nachklassischen Zeit stehen nicht im Mittelpunkt. Das Buch erhält seinen Inhalt durch fantasievolle Geschehnisse nach dem ersten Weltkrieg.  Orte der Handlung sind in England und in Österreich zu finden.
   Um es kurz zu machen: ziemlich am Anfang des Buches wird ein Ereignis geschildert, das auch heute noch geschehen könnte. Ein Säugling wird gefunden, ausgesetzt in einem Jutesack, aber lebend. Er macht sich durch seine kräftige Stimme bemerkbar. Und hier beginnt eigentlich das moderne Märchen. Ich will nicht den weiteren Lebensweg schildern, doch könnte seine Lebensgeschichte lauten: Vom Findelkind zum Millionär. Zu einem Millionär gehört notwendigerweise mindestens ein Schloss. Dieses Schloss mit seinen 300 Zimmern benötigt auch eine Frau. Dann kommen aber die Irrungen und Wirrungen, die ich Ihnen vorenthalten muss. Doch soviel sei gesagt: Ende gut, alles gut. Dr. Günther Steinebach

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Nr. 20103                                              Bestellung siehe: Hörbücher
Abeln, Reinhard und Kner, Anton:
Was im Leben wichtig ist. Von guten und empfehlenswerten Wegen  Foto oben rechts

1 CD; 01:38:39 Sprecher: Thomas Bergenthal
  
Das kleine Buch hätte sicher auf zwei Kassetten Platz, doch sind alle Aufnahmen der neu aufgesprochenen Bücher auf CD, was eine Menge Vorteile mit sich bringt.
  Zu Beginn heißt es: Von guten und empfehlenswerten Wegen. Wer möchte diese nicht kennen lernen und ein zielgerichtetes Leben führen? Die beiden Verfasser haben es sich nicht leicht gemacht. Sehr viel gute Literatur wurde herangezogen als Beleg für ihre Aussagen. Es ist keinesfalls so, wie einmal ein witziger Mitmensch sagte: Wer zitiert, beweist, dass andere gedacht haben. Doch was spricht dagegen, wenn helfende und verstärkende Aussagen aus vielen Jahrhunderten gleichsam als Stempel für die eigene Überzeugung herangezogen werden?
  Wie meistere ich mein Leben? Niemand kommt an dieser Frage vorbei. Die Autoren erzählen davon, was im Leben wirklich wichtig ist. Jeder Mensch braucht Liebe, Vertrauen, Lob und Freude, und er braucht das Gespräch, das Gespräch mit den Menschen und mit Gott.
   Schon die Inhaltsübersicht gibt Hinweise, was Sie in dieser Lektüre erwartet:
   Was ist das Wichtigste?
Öffne Dein Herz für die Freude. Liebe ist die beste Medizin. Wer gefehlt hat, braucht Vergebung. Wie ein Kind vertrauen. Wie werde ich fertig mit meiner Angst? Jeden Tag dankbar sein. Lob bringt Sonne ins Leben. Wenn Du mal fünf Minuten Zeit hast. Wer glaubt, zittert nicht. Beten macht menschlich.
  Hier geht es darum, wie schon die Überschrift sagt, das wahre Menschsein nicht nur zu entdecken, sondern zu versuchen, das Eigentliche des Daseins zu erkennen. Hier wird gezeigt: Wenn der Mensch keine Zeit mehr hat für Ruhe und Entspannung, für Nachdenken, ist es wichtig, mehr als nur einen Blick auf den Mitmenschen zu werfen und zu sehen, wo ihm der Schuh drückt, und nicht an ihm vorüberzugehen, bis der Versuch der Abhilfe geschaffen ist. Der Mensch braucht Stille und in dieser Stille Zeit für das Gespräch mit Gott. Wie wäre es, täglich eine halbe Stunde oder auch eine ganze zum Nachdenken über das eigene Ich zu haben, zum Überprüfen, wo stehe ich gerade, wohin führen mich meine Schritte? Fertige Lösungen, wie der Weg für mich in der rechten Richtung gehbar ist, kann das Büchlein nicht bringen. Die Aufsprache des Buches, die Thomas Bergenthal in seiner sicheren und sehr guten Lesart bringt, benötigt 100 Minuten. Aber wir können das Buch nicht in dieser Zeit konsumieren. Es steckt so Vielseitiges in  seinen  guten Aussagen  drin,  dass wir oft unterbrechen, um das Gesagte im Ver- gleich mit der eigenen Seinsweise zu  beleuchten, und das alles kann nicht im Handumdrehen angegangen werden. Kurz gesagt, wir brauchen viel Zeit, wenn wir immer wieder innehalten müssen, um die dargebotenen Lebenshilfen zu ergreifen.
    Ich finde, es ist ein froh machendes Buch, auch wenn wir manchmal feststellen müssen, dieser oder jener geforderte Anspruch für das eigene ego ist meilenweit von mir entfernt. Sollten wir denn nur Bücher lesen, die uns schmeicheln oder die eigene, halbwahre Lebenseinstellung bestärken? Ich bin sicher, den meisten Hörern wird es so wie mir ergehen, dass sie das Buch noch einmal hören wollen. Notwendigerweise ist diese Buch- vorstellung reichlich unvollständig, doch freue ich mich, wenn es mir gelungen sein sollte, Ihre Neugierde zu wecken. Enttäuschung bei Ihnen ist bestimmt nicht das Hörergebnis.  Dr. Günther Steinebach

Nr. 20044                                               Bestellung siehe: Hörbücher
Mulisch, Harry: Siegfried  Foto unten links
Vorlesezeit auf CD 5:30:00, Sprecherin: Andrea Schmuck
   Siegfried soll der uneheliche Sohn Adolf Hitlers sein, doch stehen im Geburtsregister als seine Eltern das Ehe- paar Falk. Die Orte der Handlungen sind im wesentlichen der Obersalzberg bei Berchtesgaden und Berlin in den letzten Kriegsmonaten. Wer das Buch von Anonyma „Eine Frau aus Berlin" gelesen hat, darf hier keine Vergleiche anstellen; dieses Buch geht unter die Haut. Das vorliegende ist Dichtung und Wahrheit, ein Roman, der seine Grenzen schon durch das Hörensagen seines Inhalts erhält. Siegfried selber wird als normaler Junge bis zu seinem sechsten Lebensjahr dargestellt, dann kommt der ungeheuerliche Befehl, das Kind zu töten. Es sollte aussehen, wie wenn es ein Unfall gewesen wäre. Viele schleierhafte Vorkommnisse werden recht wenig in die Tiefe gehend geschildert. Das gleiche gilt aber auch für das Verhältnis von Eva Braun und Hitler. Natürlich erscheinen die alten Nazigrößen auf der Bildfläche, einige Charakteristika werden recht gut dargestellt. Hitlers letzte Lebenstage und sein Tod sind Konsequenz von allem. Das eigentliche Leiden der Berliner Bevölkerung, die Katastrophe in ihrer Vielseitigkeit haben im Buch keinen Platz.
   Empfehlen darf ich das Werk all jenen, die vom 2. Weltkrieg und seinem für uns so schmerzlichen Verlauf nur ganz wenig Ahnung haben. Auf diese Lektüre hin erhalten sie wenigstens einen ersten Eindruck von der Grausamkeit einer Diktatur, die bis zur letzten Vernichtung eines Volkes gehen kann, wäre es nach Hitler so verlaufen. Die totale Niederlage Deutschlands ist erkennbar, doch auf den eigentlichen Titel des Buches hat es keinen Bezug. Siegfried ist ausgelöscht, sein Tod und die Beerdigung werden dargestellt, doch nach wenigen Tagen ist das Grab buchstäblich verschwunden. Um es zu wiederholen, in der Hitlerdiktatur war so vieles unge- heuerlich und doch möglich. In dem Buch erweckt der Autor nicht den Eindruck, als habe er viele Fakten für seinen Roman bei seinen Nachforschungen gefunden, Siegfrieds Existenz war ausgelöscht. Dr. Günther Steinebach

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Nr. 20095                                                    Bestellung siehe:   Hörbücher
Danae Coulmas: Schliemann und Sophia.   Foto oben rechts
Dauer der CD 10:55:27   Sprecherin: Gabriele Lehner-Kumbrink    
  Wieder stelle ich Ihnen ein Buch vor, das mir von unserer Bonner Blindenbücherei als DAISY-CD geschickt wurde. Eigentlich wollte ich es mir gar nicht anhören, denn ich hatte ein Werk von Heinrich Stall: Der Traum von Troja (Nr. 2708) über Schliemann gelesen und dieses für Lux Vera bearbeitet. Aber die Neugierde war stärker, und am Ende hörte ich mir das gesamte Buch an, und ich bin nicht enttäuscht worden.
   Es handelt sich um Heinrich Schliemann, der als zehnfacher Millionär nach seiner Petersburger Kaufmannstätig- keit wieder nach Deutschland kam, dann ein gründliches Selbststudium bewältigte: Er lernte verschiedenste Sprachen, insbesondere Altgriechisch, konnte aber mit Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch so um- gehen, als sei es seine Muttersprache. In erster Ehe wurde er Vater von drei Kindern,  doch dann ließ er sich scheiden. Jetzt war er 47 Jahre alt, und er suchte eine junge, schöne, griechisch aussehende Frau. Aus den Bildern, die man ihm vorlegte, wählte er ein 17jähriges Mädchen aus, das bei der ersten Begegnung sagte, sie wolle lieber sterben als diesen kleinwüchsigen, nicht gut aussehenden Mann heiraten. Doch der Wille der Eltern, denen eine Heirat mit einem so reichen, gebildeten Mann zusagte, war stärker.
   Das Leben verlief nach Schliemanns Willen, wenn er auch nicht vorhersehen konnte, welche Belastung auf die dreißig Jahre jüngere Frau zukam. Schliemann, so meine ich, sei weit mehr mit seinen Ideen beschäftigt gewesen, z. B. Troja auszugraben, als mit seiner Frau ein gemeinschaftliches Leben aufzubauen. Durch dieses Buch lernte ich einen ganz anderen Schliemann kennen, einen, der sagenhaft großzügig sein konnte, wenn es sich um die komischste Situation handelte. So wurde er einmal von der türkischen Regierung zur Zahlung von zehntausend Franken verurteilt, doch er schickte das Fünffache hin. Gleichzeitig war er seiner Frau gegenüber ein echter Geizhals.
   Wie das Auf und Ab im Leben der beiden verlief, das möchte ich Ihnen nicht verraten. Nur so viel sei noch gesagt, dass Frau Sophia Schliemann bei den Ausgrabungen oft selbst dabei war, und ihre Arbeit wurde auch anerkannt. Lassen Sie sich ruhig einmal das Buch kommen.  Sie werden öfter sagen, das darf doch nicht wahr sein. Das dachte ich an manchen Stellen, aber es muss der Wahrheit entsprechen, da das Buch im Wesentlichen auf hunderten von Briefen und Notizblättern fußt und damit authentische Quellen zur Grundlage hat. Es ist ein hochinteressantes Werk, das ich auf Grund der Quellen in die Reihe der Bücher einordnen möchte,  die auf sach- licher Grundlage psychologische Tatsachen schildern. Dr. Günther Steinebach

Nr. 21992                                                                            Bestellungen:  Hörbücher
Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg  Foto unten links
Sprecher: Karl Heinz Herber  Dauer der Aufsprache auf CD 11:32:56 Stunden
   Hans Peter Kerkeling hat reichlich untertrieben, als er seinem Buch diesen Titel gab. Er hat sich selbst die Auf- gabe gestellt, den Jakobsweg zu erkunden. Welche Begegnungen mag es geben, wie ist das mit der Anstren- gung des Wanderns, wie wirkt sich das Hunderte von Kilometern Gehen auf den Körper aus? Nein, er ist nicht einfach weg, zumal er sich selber mitnimmt und die Auswirkungen der Überanstrengung tragen und ertragen muss. Vielen von Ihnen brauche ich nicht näher zu erklären, wer Hape Kerkeling ist, denn durch unsere Medien ist er hinreichend bekannt und allgemein beliebt. Seine beiden Vornamen Hans Peter kürzte er als Künstlernamen zu Hape. Das ist auch der Schlüssel des Buches, Humor in echter Art, so dass es einfach Freude macht, das Buch zu lesen. Der Ort der Handlung ist schon genannt. Dem Jakobsweg mit all seinen Anforderungen stellt er sich als fuß- gehender Pilger, der keineswegs durch religiöse Beweggründe angetrieben wird. Es ist Juni und Juli des Jahres 2001, als Hape den beschwerlichen Weg unternimmt. Den strapaziösen Fußmarsch unterbricht er zweimal durch das Hilfsmittel, das die Eisenbahn bietet, aber nur für ganz kurze Strecken. Eine echte Hilfe entsteht dadurch, dass er eine tapfere Engländerin im Kleinformat kennen lernt. Als diese merkt, dass er keinerlei Absichten hegt, entwickelt sich ein helfendes Miteinander und eine gute Freundschaft. Anne ist nur eine Person, viele weitere werden in köstlicher Genauigkeit geschildert. Seine vielen Begegnungen auf dem Weg bringen ihn mit Charakte- ren zusammen, deren Haken und Ösen er schnell erkennt und entsprechend darstellt. Das heißt aber nicht, er würde sich über seine Mitmenschen erheben, vielmehr werden Schwachstellen und Durchhaltevermögen auf- gezeigt, auch die eigenen unterliegen der gleichen Kritik.
   Doch weiter werde ich über den Inhalt nichts verraten. Nur eins, es ist eine Bereicherung, das ausgezeichnet aufgesprochene Buch anzuhören. Es sei aber noch ergänzt, es sind 7 Wochen zu Fuß bergauf und bergab in einer teils unerträglichen Hitze, und das immer mit einem Rucksack von 11 Kilo Gewicht. Der 37jährige Ich-Bericht- erstatter ist im Vollbesitz seiner Kräfte und nur so kann er die unglaublich harten Strapazen ertragen.
   Das Buch ist inzwischen in der 12. Auflage erschienen. Das ist kein Wunder, denn Hape Kerkeling ist als Humorist und Entertainer nicht nur in Deutschland bekannt und geschätzt. Ich wünsche Ihnen die gleiche Freude und Spannung beim Hören, wie ich sie hatte. Dr. Günther Steinebach

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Nr. 22736                                                                    Bestellungen:  Hörbücher
Hildegung Keul (HG):
Lebensort - Lebenszeichen auf den Spuren von Mechthild von Magdeburg und Elisabeth von Thüringen 
gelesen von Margot Ende     Foto oben rechts
   Mechthild von Magdeburg und Elisabeth von Thüringen, beide 1207 geboren, sind über die Armutsbewegung eng miteinander verbunden. In Magdeburg und auf der Wartburg, in Marburg und im Kloster Helfta waren sie offen für die Anliegen und Nöte ihrer Zeit. Sie haben dort Lebenszeichen hinterlassen, die heute noch wegweisend sind.
   Dieses Buch führt erstmals beide Frauen zusammen. Dabei werden überraschende Gemeinsamkeiten und reizvolle Kontraste sichtbar. Eine anschauliche Einführung in ihr Leben und Wirken und zugleich ein hilfreicher Pilgerführer zu biografisch bedeutsamen Orten. Wer im Geiste oder zu Fuß den Spuren dieser inspirierenden Frauen folgen möchte, findet hier fundiertes Wissen, spirituelle Impulse und praktische Hinweise. Das Buch ist ein Projekt der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz. Margrita Appelhans

Nr. 22248                                                                    Bestellungen:  Hörbücher
Maria Schell: ... und wenn's a Katz is!   Foto unten links
Dauer der CD 7:46:45 gelesen von Hella Hagbeck
  Einige Tage habe ich gebraucht, um die Autobiographie von Maria Schell anzuhören. Die Pausen sind notwendig, um immer wieder das Gesagte Revue passieren zu lassen, um die so echte Schilderung ihres Daseins verstehen zu können. Der Hörer darf nicht erwarten, ein Gebrauchsmuster fürs eigene Leben zu erhalten. Das ist in mehr- facher Hinsicht nicht möglich. Es geht vielmehr darum, das Leben einer der ganz großen Schauspielerinnen kennen zu lernen. Durch ihre Offenheit werden wir mit ihrem wirklichen Dasein vertraut gemacht.
   Maria Schell wurde am 15. Januar 1926 in Wien geboren. Ihre Eltern brachten im Erbgut alle Voraussetzungen für ihr Berufsleben mit. Ihre Mutter war Schauspielerin, ihr Vater Dramatiker. Mit 16 Jahren drehte sie in der Schweiz ihren ersten Film, und ihr wurde bestätigt, wie ihr Weg weitergehen könnte. Im Laufe der Jahre spielte sie die Hauptrollen in mehr als 70 Filmen. Die Schweiz gab 1942 nur den Start, es folgten weltweite Verfilmungen. Als das Fernsehen aufkam, entdeckte dieses Medium sie schnell. Sie war der Star in vielen Produktionen.
  Die Erfolge fielen ihr keinesfalls nur so in den Schoß. Harte Arbeit an sich selbst war nötig. Nicht zuletzt musste sie die jeweiligen Landessprachen beherrschen. Vom Auftreten in den Handlungen hatten die Filmregisseure oftmals ihre eigenen Vorstellungen, die sie durchsetzen wollten. Hingegen war manchmal die Darstellung der Schauspielerin anders und oftmals besser. Neben Film und Fern- sehen war die Theaterbühne ihr Zuhause. Ihre Leistungen wurden anerkannt und bejubelt.
  Die Autobiographie schloss Maria Schell im September 1995 ab. Sie lebte auf ihrer Alm in Kärnten. Ihr Weg bis dahin war von sagenhaften Erfolgen gekrönt. Doch die Wege waren nicht immer ohne Steine und Pfützen. Sie musste steile Höhen erklimmen und auch tiefe Täler durchschreiten, die aber nicht die berufliche Tätigkeit, sondern ihr Privatleben betrafen.
   Der Titel des Buches geht auf ihre Geburtsstunde zurück. Maria fragte ihre 90jährige Mutter, wie die Geburt ver- laufen sei. Die Antwort war: Nach tagelangem Warten sollte endlich Etwas kommen, und wenn's eine Katz war.
  Hören Sie sich das Buch an, auch wenn wir in eine Welt hineinschauen dürfen, die so ganz anders als unsere ist. Wir nehmen teil an dem Leben eines außergewöhnlichen Menschen, der vielen Zuschauern Millionen und Aber- millionen glückliche Stunden brachte.   Dr. Günther Steinebach

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Nr. 21028                                                                       Bestellungen:  Hörbücher
Philipp Vandenberg: Der König von Luxor   Foto oben rechts
Sprecher: Steffi Böttger
Dauer der Aufsprache auf CD 29:04:59 Stunden
   Der vorliegende Roman erschien 2001 im Gustav Lübbe Verlag, und die Aufsprachedauer beträgt 29 Stunden. Mancher Hörer erschreckt, wenn er die Länge bedenkt, doch wird er reichlich entschädigt, sobald er die Daisy-CD einlegt und das hochspannende Buch, das keine langweilenden Stellen kennt, anhört.
   Doch zunächst fragen wir die Brockhaus Enzyklopädie, wer Howard Carter war: „britischer Archäologe, geb. in Swaffham (City Norfolk) 09. 05. 1873, gest. in London 02. 03. 1939. Seit 1891 in Ägypten als Zeichner und Archäologe. Als Grabungsleiter für T. M. Davis und G. E. Earl of Carnarvon (1866-1923) in der Totenstadt von Theben entdeckte er u.a. die Königsgräber von Hatschepsut, Tutmosis IV., Siptah, 1922 den unversehrten Grabschatz des Tut-ench-Amun.” Recht besehen zerfällt das Buch in zwei Teile. Der junge Howard ist Schüler einer Mädchenschule. Er verliebt sich in eine dreizehn Jahre ältere Lehrerin, und die Begegnung der beiden nimmt einige Aufsprachestunden in Anspruch. Aber es besteht eine unmittelbare Verbindung der Liebesgeschichte mit seinem späteren Wirkungskreis. Die Lehrerin veranlasst ihn, nach Ägypten zu gehen und dort die Ausgräber- tätigkeit im Tal der Könige aufzunehmen. Im Vorwort des Buches von Philipp Vandenberg heißt es: „Die schöne Lehrerin ist der Grund,  weshalb der junge Carter nach Ägypten geht, um den Schatz des Jahrtausends zu suchen. Verhöhnt, verlacht, verspottet wühlt sich Carter 20 Jahre lang durch den Wüstensand Ägyptens und ist dabei zuweilen dem Wahnsinn näher als dem Erfolg. Doch dann weist ihm eines Tages eine geheimnisvolle Katze den richtigen Weg. Von einem Tag zum anderen wird aus dem gedemütigten Ausgräber ein gefeierter Entdecker.”
   Der Autor schreibt einen Roman, der als Grundlage viele Zeitzeugnisse verwendet. Diese findet er in Briefen, Zeitschriften und Zeitungen und aus anderen kurzen Hinweisen. Sie werden selber erleben, wie es dem Verfas- ser gelingt, Tatkraft und eisernen Durchhaltewillen darzustellen. Ein alter Widersacher kreuzt immer wieder Carters Weg und erschwert es ihm, seine Arbeit auszuführen. Doch den eigentlichen Erfolg vermag er durch seinen Hass nicht zu beeinträchtigen. Der Fluch des Pharao wird mit Hilfe des Gegners wahr. Doch bleibt Carter verschont. Der Inhalt des Buches ist ganz bestimmt nicht reißerisch aufgemacht. Die Tatsachen diktieren den Verlauf, und der Verfasser hat sich so in die Materie hineingelebt, dass wir Hörende überzeugt werden, so und nicht anders wird es gewesen sein. Wenn ich jetzt detailliert mehr vom Verlauf des Lebens sagen würde, nähme ich Ihnen einen Teil der Spannung weg. Deshalb, bestellen Sie sich das Buch und Sie werden ein Leben an sich vorbeiziehen lassen, das Ihnen einen wichtigen Einblick in die Geschichte Ägyptens und mit Carters ziel- gerichteter Hilfe viele Einsichten vermittelt. Dr. Günther Steinebach

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Nr. 20734                                                                       Bestellungen:  Hörbücher
Sigrid Damm: Das Leben des Friedrich Schiller   Fotos oben
Sprecherin: Sylke Kristin Deimig
Dauer der Aufsprache auf CD 21:06:39 Stunden
   Wenn ich an unseren großen Dichter denke, so kenne ich etliche bedeutende Werke, doch außer den Namen, Geburts- und Schaffensorten ist mir recht wenig über ihn bekannt gewesen. So hatte ich bei dem vorliegenden Buch erwartet, ich würde sorgfältige Interpretationen von Schillers vielen Werken hören. Doch der Irrtum lag an mir, denn ich hatte den Titel nicht sorgfältig genug bedacht. Schillers Leben, das soll heißen: Es sind die Jahrzehnte zwischen Geburt und Sterben. Die Räuber, Don Carlos, Maria Stuart, Die Jungfrau von Orleans, aber auch die Dichtungen wie „Die Glocke” oder „Die Bürgschaft” und die anderen Ergebnisse seines ungeheuren Schaffens werden vorausgesetzt und sind Meilensteine im Leben dieser genialen Persönlichkeit.
   Ich hatte nicht geahnt, welch ein Weg diesem recht kurzen Leben vorgezeichnet war. Wenn ich hörte, er war Professor, wurde auf Vorschlag des Herzogs von Weimar vom Kaiser geadelt, so dachte ich mir, ein ähnlich großartiger Weg wie seinem späteren Freund Johann Wolfgang von Goethe sei auch ihm geschenkt worden. Es war aber ganz, ganz anders. Seine finanzielle Armut ging so weit, dass er eines seiner Werke für einen Spottpreis verkaufte, um für die nächsten Tage das Lebensnotwendigste zu haben.
   Die Aufsprache des Werkes dauert über 21 Stunden und ist in Leipzig vorgenommen worden. Die ursprüngliche Cassettenaufnahme wurde später auf DAISY übertragen. Trotz der Länge ist die Lektüre keineswegs langweilig. Auf Grund der sorgfältigen Studien von Sigrid Damm werden wir um eine erstaunliche Menge Hintergrund- informationen bereichert. Diese sind konsequent und spannend gebracht.
   In meiner Schulzeit lernte ich viele Gedichte auswendig, und die Prosalektüre gehörte ebenfalls zum not- wendigen Repertoire. Heute weiß ich, wie wichtig es ist, auch das Privatleben der Dichter zu kennen, um eine abgerundete Interpretation vorzunehmen. Das vorliegende Buch verhalf mir zu einer wesentlichen Wissens- erweiterung. Dr. Günther Steinebach

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   Von Michaela Eiben Fotos oben Das Hörbuch aus unserer Region: „blind + blond = blöd?”
   Das Hörbuch „blind + blond = blöd?“ ist von der blinden Autorin Michaela Eiben, Aurich, selbst auf 2 CD’s gesprochen. Nähere Informationen mit Hörprobe finden Sie auf der Internet-Seite:
www.hase-verlag.de/Hoerbuecher.php Preis: 17,50 €.
Mit dem Kauf dieses Hörbuches unterstützen Sie die Frühchenstation des Krankenhauses in Aurich. Leseprobe:

   “Das Zusammentreffen von Kindern und behinderten Menschen ist einfach toll. Mit ihnen ist am Besten auszukommen. Sie sind offen und sagen immer das, was sie denken. Ich kann über den Umgang mit Kindern nur Gutes berichten.  Kinder kommen sofort auf einen zu und stellen angstfrei ihre Fragen. Und wenn ich es ihnen erklärt habe, sind sie damit zufrieden. Sie nehmen mich so, wie ich bin. Bei uns zu Hause ist oft viel los. Dominik bringt oft Freunde mit heim. Nachdem ich es ihnen erklärt habe, ist Ruhe. Ich bin einfach Dominiks Mama. Sie können es annehmen ohne blöde Fragen zu stellen. Sie verstehen es und sehen ja auch, dass ich alles das mache, was ihre Mütter auch tun. Nur anders. Ich wäre schon glücklich, wenn die Erwachsenen so reagieren würden wie die Kinder. Beispiel: Ich war einkaufen. Als ich an der Kasse meine Sachen bezahlen wollte, stand eine Mutter mit ihrem Kind hinter mir. Ich hörte, wie der Junge seine Mutter fragte: „Mama, was hat die Frau da in der Hand?“ Er meinte natürlich meinen Blindenstock. Seine Mutter zog ihn beiseite und zischte ihm zu: „Nicht so laut, sonst hört sie das.“ Ich fand das ziemlich doof. Der Junge hatte sie doch nur etwas gefragt und weil die Mutter Berührungsängste mit mir hatte, bekam er Ärger. Also drehte ich mich um und erklärte es dem kleinen Jungen. „Schau mal“, sagte ich zu ihm, „das ist ein Taststock. Den brauche ich, um zu laufen. Ich brauche den Stock, damit ich nicht falle. Ich kann nämlich nichts sehen.“ Der Junge sprach mich ganz freudig an: „Das ist ja toll. Sie tun sich auch bestimmt nicht weh?“ Ich erklärte ihm, dass man lernen muss, mit dem Stock zu laufen. Aber wenn man das gelernt hat, kann man fast unverletzt damit laufen. Und damit war das Thema für ihn durch. Hätte die Mutter ihm das sofort erklärt, wäre es nicht zu dieser peinlichen Situation gekommen. Aber Erwachsene haben einfach eine Angstschwelle. Wenn es die Zeit zulässt, versuche ich es immer den Kindern vor Ort zu erklären. Und seit einigen Jahren gehe ich als Referentin in Schulen. Im Sachkundeunterricht der 4. Klasse informiere ich die Kinder über alles rund um das Thema Blindheit. Die Kinder dürfen mich alles fragen und sind immer begeistert dabei.
  Man muss keine Angst vor mir haben, nur weil ich einen Blindenstock in der Hand halte. Ich beiße nicht. Ich habe nur vor einiger Zeit mein Augenlicht verloren. Ich bitte Sie, haben Sie keine Angst, wenn Sie einen behinderten Menschen sehen. Trauen Sie sich, ihn das zu fragen, was Ihnen wichtig ist. ... Wie schon gesagt, Kinder sind einfach anders. Erwachsene tun sich sehr schwer. Meist haben sie Berührungsängste ...  Auf die Idee, dass man in bestimmten Situationen einfach nur eingeschränkt ist, kommen sie nicht...”

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Nr. 21951                                                                           Bestellungen:   Hörbücher
Joseph Roth: Die Kapuzinergruft Fotos oben
Sprecher:  Heiner Hitz 
Dauer der Aufsprache auf CD 7 360 min.
  Joseph Roth hat diesen Roman in der Emigration geschrieben und ihn 1938, ein Jahr vor seinem Tod, in den Niederlanden veröffentlicht. 1950 erschien der Roman zum ersten Mal in Deutschland.
   Die Kapuzinergruft ist der autobiographische Bericht eines Nachkommens der Familie von Trotta. Sein Bericht beschreibt zunächst das sorglose und nichtsnutzige Leben der aristokratischen Jugend in Wien vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Als der Krieg ausbricht, rückt der junge Trotta, der kurz zuvor noch geheiratet hat, als Leut- nant in ein Landwehrregiment ein, zusammen mit seinem slowenischen Vetter Joseph Branco und dessen jüdi- schen Freund, dem Fiaker Manes Reisiger. Schon in den ersten Wochen geraten sie in russische Gefangenschaft und verbringen den Krieg in Sibirien. 1918 kehrt Trotta nach Wien zurück und wird dort in das Chaos hinein- gerissen, in das Österreich nach der Auflösung der Monarchie geraten ist. Seine Frau Elisabeth, die ganz unter dem Einfluss einer emanzipierten Freundin steht, ist ihm entfremdet. Seine überlebenden Freunde trifft er wie vor dem Krieg im Kaffeehaus. Alle sind sie verarmt. Keiner von ihnen ist fähig, sein Leben neu zu beginnen. Auch Trotta gerät durch seinen Schwiegervater, der aussichtslose Geschäfte betreibt, in finanzielle Wirrnisse. Das Haus seiner Mutter wird Fremdenpension, in der seine Freunde auf Kredit wohnen. Zu Elisabeth findet er nur vorüber- gehend eine neue Beziehung, bis sie wieder ihre eigenen Wege geht. In der neuen Gesellschaft Wiens, in der Kriegsgewinnler und Hochstapler den Ton angeben, bilden Trotta und seine Freunde einen eigenen Kreis. Bitterkeit, Enttäuschung, Resignation und vor allem ihre verfehlte Erziehung lassen diese Generation an ihrer Zeit vorbei leben. In ihrem sinnlosen Dasein besitzt sie weder die Kraft, an einem neuen Österreich mitzubauen, noch dem drohenden Untergang des Staates, der auch ihr eigener werden wird, Widerstand zu leisten. Dieser Untergang beginnt mit dem Tag des Anschlusses an Nazi-Deutschland, mit dem der Roman in einer unvergess- lichen Szene endet. Die Kapuzinergruft ist der Roman vom Untergang Österreichs als selbständiger Staat, wie er in den Kreisen der Aristokratie und des Bürgertums erlebt wurde.  Man muss das Buch wirklich Zeile für Zeile lesen, und man wird dabei nicht aufhören, die Kunst und Meisterschaft Joseph Roths zu bewundern, mit der er hier die letzte tragische Phase einer zerfallenden und sich aufgebenden Gesellschaft kritisch und dennoch mit einem tiefen menschlichen Mitgefühl geschildert hat. LuxVera10

Nr. 20036                                                                            Bestellungen:   Hörbücher
Norma Khouri: Du fehlst mir, meine Schwester Fotos unten links
Sprecherin: Ulrike Johannson 
Dauer der Aufsprache auf CD 7 Stunden
   Das vorliegende Buch wurde vor vier Jahren geschrieben und ist sehr aktuell. Der Inhalt entführt uns in das Land Jordanien, in die Hauptstadt Amman zu zwei jungen Freundinnen. Die Autorin schreibt sicherlich autobio- grafisch. Wir bekommen Einblick in das Leben einer moslemischen Familie und einer katholischen Familie, die sich aber den religiösen Gesetzen des Landes unterordnen muss.  Es leben ca. 5 Prozent Christen in Jordanien. Eine Ehe zwischen den Religionen ist unmöglich.
   Im Klappentext wird zwar der Schluss des Werkes ausgeplaudert, doch darf ich Ihnen diesen hier vorenthalten. Ich bin der Meinung, dass jedes junge Mädchen, das sich mit einem Moslem aus Jordanien anfreundet, unbedingt diese Schilderung lesen sollte, um zu erahnen, wie die Welt, das Denken, der Lebensstil in diesem Land sind. Die Frau gilt nichts, der Mann hat das Sagen.
   Hier einiges zum Inhalt: In ganz früher Jugend entsteht eine herzliche Freundschaft zwischen zwei Mädchen und auch zwischen den zwei Familien. Nach der Schulzeit willigen die Eltern ein, dass die zwei zusammen einen Frisiersalon eröffnen. Doch ist nun einer der vier Brüder ständig als Bewacher, als Familienpolizist, bei den beiden. Um den Argwohn nicht zu produzieren, ersinnen Dalia und Norma zahlreiche Gelegenheiten, dieser Bespitzelung zu entrinnen. Wenn wir hören, wie die Männerherrschaft sich im Alltag auswirkt, sind wir erschüttert. Von Vater und Brüdern hören sie nur Befehle, sie müssen den Männern dienen, Bitte und Dank sind unbekannt. Die Katastrophe bahnt sich an, als ein junger Mann, ausgerechnet noch ein Christ, in das Leben der moslemischen Dalia eintritt. Wie lange dieser Zustand gut geht  und wie engmaschig die Überwachung ist, wie eine zarte Liebe wächst, das müssen Sie sich selber anhören. Das Buch ist ausgezeichnet vorgelesen und bei manchen Zeilen kann die Sprecherin das Weinen kaum unterdrücken. Bitte bestellen Sie sich das Werk, Sie werden durch die aufregenden Erlebnisse manches hinzulernen, nur werden Ihre Nerven bestimmt strapaziert. Für schwache Seelen ist es nicht zu empfehlen.
 Dr. Günther Steinebach 

Buc-NormaKhouri-Du-f-x Buc-KobieKrüger-Idh-tr-x

Nr. 20351                                                                            Bestellungen:   Hörbücher
Kobie Krüger: Ich trage Afrika im Herzen   Foto oben rechts
Sprecherin: Renate Lubowitzki. Dauer der CD 16:14:43
   Diesmal bin ich mir sicher, Ihnen ein ganz besonderes Buch vorzustellen, das die Tierfreunde faszinieren wird. Bei allen Möglichkeiten, die uns die Medien heutzutage bieten, dieses Buch bringt etwas, das Sie bestimmt nicht kennen. Zwölf Jahre sind es, in denen wir eine Ranger-Familie im Krüger Nationalpark, Südafrika, begleiten.
   Frau Kobie berichtet aus ihren Erfahrungen, sie schildert uns ihr Leben mit den drei Töchtern und ihrem Mann Kobus so packend, als wären wir dabei. Alle Aufzeichnungen sind ein Tagebuch von 1990 bis 2002. Einige Hinweise darf ich Ihnen geben. Herr Kobus arbeitet als Wildhüter und hat damit eine Arbeitsstelle, die ihn voll auslastet und oftmals an die Grenzen der Leistungsfähigkeit bringt. Er muss nach dem Rechten sehen, ein beachtlich großes Gebiet betreuen, beutegierige Wilderer verfolgen und dingfest machen. Darüber hinaus muss er sich auch um verletzte Tiere kümmern, sie aufsuchen und versorgen lassen, in die Tierklinik bringen. Oftmals ist er tagelang unterwegs und seine Frau ist alleine mit den Kindern und muss sich um manches kümmern, was nicht zu erwarten war. Das jüngste der drei Mädchen ist gerade zwei Jahre alt, als die Familie in die abgelegene Wildstation zieht, die zwei schulpflichtigen Schwestern müssen unter harten Strapazen das weit entfernte Internat besuchen. Mutter Kobie hat zu Hause alle Hände voll zu tun, eigentlich müsste sie ihre Arbeitskraft vervielfachen. Zu den alltäglichen Aufgaben kommt die Betreuung von kranken oder verlassenen Tieren dazu, die ihr Mann auffindet, wenn Wilderer die Tiermütter abgeschossen haben. Welche Mühe es machte, welche Über- raschungen es gab, das und manches mehr berichtet sie in ihrem Buch.
   Der zweite Teil des Buches könnte eigentlich eine recht einfache Überschrift haben: drei Buchstaben genügen - Leo. Kobus kommt mit einem eintägigen Löwenbaby nach Hause. Er hatte es in einem Busch wimmern hören. Die Betreuung übernimmt Kobie, und das ist ein Lernprozess, der in dieser Aufgabe seine Perfektion bekam. Welche Erlebnisse, welche täglichen Überraschungen es mit diesem Fund gab, das müssen Sie lesen bzw. anhören. Es ist so spannend, so echt, wie es besser nicht gesagt werden kann. Der Vorteil des Eigenerlebens gegenüber einem noch so gut zu Papier gebrachten Roman zeigt sich in der ansprechenden Darstellung. Das Buch ist sehr gut und engagiert aufgesprochen, und es macht keine Mühe, sehr lange zuzuhören. Manchmal findet man kein Ende, die Spannung ist zu groß, was Leo nun wieder angestellt hat. Ich kann Ihnen das Buch nur sehr empfehlen. Sie erhalten eine neue Sicht vom Leben im Krüger Nationalpark, von den Tieren, von den Menschen und nicht zuletzt von der Natur dieses einmalig schönen Landes. Dr. Günther Steinebach

buc-FriedrDGr-x Buc-PaulNoack-Elis-Christ-x

Nr. 20168                                                                            Bestellungen:   Hörbücher
Paul Noack: Elisabeth Christine und Friedrich der Große. Ein Frauenleben in Preußen  Fotos oben
Sprecher: Anne Loch, Dauer der Aufsprache auf CD 07:41:15
   Als ich ein Kind war und über die Ständegesellschaft manches lernte, war mir eines klar: Der Adel, angefangen vom Freiherrn bis zum König und Kaiser, alle müssen glücklich sein, haben sie doch alles, was das Leben nur zu bieten vermag, alles, nur keine Armut. Schön müsste alles sein, das Glück verlässt sie nie, alle leben in Frieden, Freude und Eintracht. Doch später lernte ich, mein Märchenbild entsprach nicht dem wahren Leben.
 Das vorliegende Buch von Paul Noack beleuchtet, wie schon der Untertitel sagt, das Leben einer Frau in Preußen. Nun, es war keine einfache Frau aus dem Volk, es war Elisabeth Christine von Braunschweig. Wir werden mit diesem Werk in die Zeit von vor zweieinhalb Jahrhunderten zurückversetzt. Der Verfasser macht es sich nicht leicht, holt er doch die Berichte, Briefe, Augenzeugenaussagen herbei, zitiert aber auch eine ganze Reihe von Sekundärliteratur des 20. Jahrhunderts. Das mit großer Sorgfalt entstandene Werk liefert uns Einblicke, wie wir sie uns einfach nicht vorstellen können.
   Bekanntlich wurden die Ehen von den jeweiligen Eltern bestimmt. Das war allgemeine Sitte, und die Fürsten- häuser machten keine Ausnahme. Kein Wunder, wenn auch die erst 17jährige Elisabeth Christine von ihren Eltern und ihrem Schwiegervater für die Ehe mit dem Kronprinzen Friedrich durch Heiratsvertrag gebunden wurde. Zuneigung und Liebe spielten keine Rolle. Selbstverständlich durfte ein Hohenzollern nicht eine Frau aus dem Bürgertum heiraten. Mit dem Untertitel bin ich eigentlich nicht einverstanden. Ein Frauenleben in Preußen war in vielen Fällen sehr schwer. Der Ehemann, ob Bauer oder König, hatte das Sagen. Ein Miteinander gab es nur, wenn die Liebe auf beiden Seiten vorhanden war. Friedrich II. begann kurz nach der Heirat die Politik weit höher zu achten als ein häusliches Miteinander. Er führte von 1740-41 den Ersten Schlesischen Krieg, 1745 den Zweiten und schließlich von 1756-63 den Siebenjährigen Krieg, und die Außenpolitik wie auch die Verhältnisse im Innern des preußischen Staates füllten sein Denken und Handeln aus. Es gab auch glückliche Jahre für Elisabeth Christine, doch die Ablehnung von der königlichen Familie trieb sie in die Einsamkeit. Trotz allem liebte sie den König, der aber seine eigene Auffassung von Ehe hatte. Nein, er hatte weder Nebenfrau noch sonstige Amouren. Wir würden heute sagen, er war eheuntauglich.
   Wenn ich diese oder jene Andeutung über das Leben der Königin machte, soll Sie das nicht abhalten, sich das Buch in Bonn zu bestellen. Eine Fülle von Sachinformationen werden Sie erhalten und manche Stelle im Inhalt wird Sie zum Nachdenken anregen. Zwei Sätze darf ich noch zum Schluss dieser Buchvorstellung sagen: Wenn Sie die Jugendjahre an sich Revue passieren lassen, wird Ihnen so manches als Ursache für späteres Verhalten klar. Friedrich der Große war von der Königin geliebt bis zu seinem Tod, nur wäre das Leben ganz anders ver- laufen, wenn das königliche Umfeld ein anderes gewesen wäre. Dr. Günther Steinebach

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Nr. 20518                                                                                 Bestellungen:   Hörbücher
Benary-Isbert, Margot: Der Ebereschenhof   Foto oben
Sprecherin: Bettina Römer
   Ein Glück, dass ich die Vorstellung des letzten Buches noch nicht an Frau Appelhans geschickt hatte. Ich erfuhr zu meiner Freude, es gibt eine Fortsetzung der „Arche Noah”. Die wurde mir gleich zugeschickt, und ich hörte mit viel Spannung, Aufregung und Begeisterung zu. Die Hauptperson im „Ebereschenhof” ist zweifellos Margret. Ihre Vielseitigkeit, ihr Fleiß und völliger Einsatz in ihren mannigfaltigen Aufgaben kann nur jemand schildern, der selbst lange auf einem Bauernhof gelebt hat. So liegt die Vermutung nahe, es könne sich in beiden Büchern um eine Autobiographie von Margot Benary-Isbert handeln.
   Das hört sich vielleicht so an, als ob alle Aufmerksamkeit im Buch nur auf Margret gelegt würde. Mit gleicher Liebe und entsprechender Sorgfalt sind auch die anderen handelnden Personen geschildert. Doch nicht nur das, vielmehr werden die Handlungsabläufe mit dem Fortgang der Erzählung in die Schilderung der einzelnen Charak- tere hineingebracht, verbunden mit entzückenden Naturbeobachtungen, wie z.B. die sonnenbeschienenen Spinnengewebe im Morgentau. Es ist die Zeit nach dem Krieg, so bis gegen Ende der vierziger Jahre. Das Dorf in Röhn wurde mit vielen Flüchtlingen und Vertriebenen arg belastet. Belastung aber schafft Misstrauen, und so waren die Neuankömmlinge nicht nur nicht gern gesehen, vielmehr wurde ihnen manches Vorkommnis im Bereich der Kriminalität zugeschrieben. Der große Durchbruch zum Guten kam, als die beiden Brüder auf eigene Faust Margrets verschwundenes Pony suchten. Sie übernachteten in einem abseits gelegenen Haus. Dort machten sie eine ungeahnte Entdeckung, die im Dorf einen völligen Wandel zur Einstellung gegenüber den Menschen, die aus den Ostgebieten stammten, bewirkten. Zufälle gibt es nicht, und doch gibt es sie. Wir können auch von Fügungen reden, die der Wahrheit zum Sieg verhelfen. In die Darstellung eingeflossen ist aber auch eine verhaltene Liebesgeschichte. Margret sieht sich veranlasst, der Einladung nach Amerika nicht zu folgen und ihr neues Daheim in den ihr zugefallenen Aufgaben im Bauernhof zu sehen.
   Das gut vorgelesene Buch ist voll Spannung geschrieben, und ich bin sicher, Sie werden es genauso gern anhören wie ich. Dr. Günther Steinebach

buc-MilanZurkovicWasMusiker..-Z

Nr. 21701                                                                 Bestellungen:   Hörbücher
Turkovic, Milan: Senza sordino. Was Musiker tagsüber tun   Fotos oben
Sprecher: Karl-Heinz Herber; Spielzeit: 420 Minuten
   Milan Turkovic ist zugleich anerkannter Fagottsolist und engagierter Dirigent und damit ein vielbeschäftigter Musiker. Mit dem Buch „Senza sordino" erweist er sich nun auch als umtriebiger Schriftsteller, der uns Lesern und Hörern als potenziellem Konzertpublikum den Alltag eines Berufsmusikers näher bringen möchte, indem er verschiedenste Lebensbereiche beleuchtet. Er macht dies „senza sordino", zu deutsch: „ohne Dämpfer", der bei einigen Musikinstrumenten beim Musizieren zum Einsatz kommt. Ungedämpft also erfahren wir in humorvollen und anekdotenreichen Beschreibungen vieles über das „Wunderwerk Orchester", wie eine CD entsteht, was die Beziehung zwischen Dirigent und Orchester ausmacht, welche Rolle Musikverlage, Komponisten und Konzert- veranstalter und natürlich das Publikum spielen. Er beantwortet Fragen, wie: „Was tut ein Musiker bei einer Panne?" und „Wie ist das mit dem Üben?". Kurzum: er erweist sich als souveräner und kompetenter Führer durch die Alltagswelt des Berufsmusikers.

  Bitte, beachten Sie auch Rezensionen für das Paulus-Jahr unter: Bibel
Außerdem lesen Sie weitere Rezensionen für Hörbuch-Cassetten unter: Buchbesprechung

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