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Grauer Star

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Der Graue Star beginnt mit 52 Jahren Eine kontinuierliche Vorsorgeuntersuchung ist besonders wichtig,
da manche Augenerkrankungen sehr langsam voranschreiten. Foto: Bei der Bestimmung der Sehkraft muss der Patient möglichst genau hinschauen. Kleine Abweichungen in den neuen Gläsern können störend sein

   Farben und Bilder verschwimmen, Scheinwerfer blenden extrem, gerade Linien biegen sich oder es tauchen dunkle Flecken mitten im Bild auf: Wenn die Augen in die Jahre kommen, verlieren die meisten Menschen an Sehkraft. Während die Altersweitsichtigkeit sich mit Brillen korrigieren lässt, helfen Gläser allein bei fortgeschrittenem Grauen Star, bei Grünem Star oder der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) nicht. „Diese drei Augenerkrankungen treten im Alter am häufigsten auf", sagt Dr. Friedrich Flohr. ,Allein an der AMD leiden in Deutschland schätzungsweise vier Millionen Menschen." Der niedergelassene Augenarzt ist Partner in der QAN Augenklinik, einem Netzwerk von 90 niedergelassenen Augenärzten und Augenchirurgen aus Hamburg, Schleswig- Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

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             “Der graue Star beginnt mit 52 Jahren. Eine koninuierliche Vorsorgeuntersuchung ist            besonders wichtig, da manche Augenerkrankungen sehr langsam fortschreiten.                                                                                                Augenarzt Dr. Friedrich Flohr

   Ist das Auge gesund, gelangt das Licht durch die Hornhaut, die vordere Augenkammer, die Pupille, die hintere Augenkammer und die Linse auf eine kleine Region der Netzhaut, die Makula am Augenhintergrund. Hier, in der Region des schärfsten Sehens, ist das Licht fokussiert, seine Informationen landen über den Sehnerv im Gehirn. Doch schon im Alter zwischen 52 und 64 Jahren trüben sich bei 50 Prozent der Bevölkerung die Augenlinsen, der Graue Star beginnt. „Die meisten bemerken diese Sehstörung zunächst nicht. Erst wenn die Linsentrübung den Lichtfluss behindert, kommen die Patienten zum Arzt. Meistens sind sie älter als 65 Jahre", sagt Dr. Flohr.
   Auch wenn die Mediziner nicht genau wissen, warum sich die Linse trübt, sie haben eine zuverlässige Methode entwickelt, diese Augenkrankheit zu heilen. Sie tauschen die Linse im Auge durch eine künstliche Linse aus. „Diesen Eingriff führen wir meist durch, wenn die Sehstärke weniger als 60 Prozent beträgt", sagt der Augenarzt.
   Vor der Operation erfragen die Fachärzte den allgemeinen Gesundheitszustand und ermitteln, nach einer gründlichen Untersuchung und einer Ultraschallmessung, die Stärke der Linse, die eingesetzt werden soll. Die Operation selbst erfolgt meist unter örtlicher Betäubung und dauert in der Regel bis zu 15 Minuten. Der Eingriff wird nach Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte jährlich 700.000 bis 800.000 durchgeführt. „Das Schöne ist, alles heilt von ganz allein, wenn einige Verhaltensvorschriften eingehalten werden." HA150307AngelaGrosse

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Grauer Star: Praxisinformation. Die Augenabteilung des Klinikum Osnabrück informiert hier detailliert über den Grauen Star und die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten.

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„Was genau ist ein Grauer Star?”
   Der Graue Star (auch die Katarakt genannt) ist eine Trübung der Augenlinse, wodurch das Sehvermögen fortschreitend abnimmt. Die Linse im Auge hat die gleiche Funktion wie die Linse eines Fotoapparates. Sie soll im Auge ein punktgenaues Bild auf der Netzhaut erzeugen. Aber durch die Trübung der Linse wird das Licht gestreut. Sie bemerken, dass Sie wie durch einen leichten Schleier sehen, der mit der Zeit immer dichter wird. Im Spät- stadium können Betroffene oft nur noch Hell und Dunkel unterscheiden.
„Wie macht sich ein Grauer Star bemerkbar?”
     - erhöhte Blendungsempfindlichkeit
     - verringertes Kontrastsehen
     - manchmal gestörtes Farbensehen 
     - Abnahme der Sehschärfe
„Wie kommt es zum Grauen Star?”
   Die Ursachen für den Grauen Star sind vielfältig. Die weitaus häufigste Ursache ist altersbedingt und hängt mit dem verlangsamten Stoffwechsel der Linse zusammen. Meist sind Personen ab dem sechzigsten oder dem siebzigsten Lebensjahr betroffen.
Weitere mögliche Ursachen sind:
     - Angeborene oder erbliche Ursachen
     - Als Komplikation bei Diabetes (Zuckerkrankheit)
     - Schwere Entzündungen des Augeninneren oder Stoffwechselerkrankungen
     - Stumpfe oder scharfe Verletzungen des Auges
„Wie wird der Graue Star behandelt?”
   Der Graue Star kann mit Medikamenten nicht geheilt werden. Da er die optischen Eigenschaften des Auges verändert, kann im Frühstadium in einigen Fällen durch eine Änderung der Brillenstärke vorübergehend eine Verbesserung der Sehleistung erzielt werden. Die Operation ist jedoch die einzige Behandlungsmöglichkeit, die zum Erfolg führt. In mehr als 95% aller Fälle verbessert sich das Seh- vermögen deutlich.
  Ausnahmen bestehen, wenn ein Patient von einer anderen Augenkrankheit betroffen ist, wie z.B.:
     - einer Alterskrankheit der Netzhautmitte (Makuladegeneration)
     - einer diabetischen Netzhauterkrankung
     - einem Glaukom
     - einer Durchblutungsstörung des Sehnerven
   Ob in diesen oben genannten Fällen eine Operation angezeigt ist, und wie groß die Aussichten auf Erfolg sind, besprechen Sie bitte mit Ihrem Augenarzt.
Die Storoperation
   Die Staroperation besteht aus zwei Schritten.
Im ersten Schritt wird die getrübte Linse entfernt. Foto unten links
   In der Regel wird die so genannte Phakoemulsifikation mittels Ultraschall durchgeführt. Dieses Verfahren ermöglicht eine wesentlich kleinere Operationswunde als ältere Vorgehensweisen und führt so zu einer schnellen Genesung. Bei der Phakoemulsifikation wird ein nur millimeterfeiner Schnitt gemacht. Die Linsenkapsel wird eröffnet. Der härtere Linsenkern wird dann mittels Ultraschall zerkleinert, verflüssigt und abgesaugt. Bei diesem Verfahren bleibt der Kapselsack, ein Gewebe, das die Linse schützend umgibt, teilweise erhalten.
Im zweiten Schritt wird die Kunstlinse (Intraokularlinse) eingesetzt. Foto unten rechts
   Über den feinen Schnitt (ca. 3-4mm) kann in den nun leeren Linsenkapselsack eine kleine, gefaltete Kunstlinse aus weichem Material eingeschoben werden. Die Linse hat einen Gesamtdurchmesser von 11- 13 mm und ist in der Regel aus weichem Acryl- oder Silikonmaterial gefertigt. Die Linse entfaltet sich dann im Augeninneren, wo sie mit Hilfe von kleinen, elastischen Bügeln verankert wird. Je kleiner der Schnitt, desto haltbarer ist der Wund- verschluss. Die minimale Öffnung muss meist nicht einmal genäht werden, sondern verschließt sich selbständig.

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  Die eingesetzte Kunstlinse muss die Funktion der entfernten eigenen Linse ersetzen. Deshalb werden bereits vor der Operation spezielle Messungen (Biometrie) durchgeführt, um die Brechkraft der einzusetzenden Linse zu bestimmen. Brillenträger haben dadurch den Vorteil, in Zukunft auf starke Brillengläser verzichten zu können.
   Auch bei starker Kurz- oder Weitsichtigkeit kann die Gläserstärke Ihrer Brille nach der Operation deutlich verringert werden.
Häufig gestellte Fragen
„Wie ist die Prognose einer Staroperation?”

   Durch eine Operation kann bei entsprechenden Voraussetzungen eine deutlich bessere Sehschärfe erreicht werden.
„Werden beiden Augen gleichzeitig operiert?”
   Operiert wird in der Regel erst ein Auge. Bei komplikationsloser Operation des ersten Auges kann frühestens nach einer Woche das zweite Auge operiert werden.
„Bin ich zu alt für eine Operation?”
   Nein! Aufgrund der örtlichen Betäubung wird der Organismus des Patienten kaum belastet.
„Ist der Eingriff schmerzhaft?”
   Durch die örtliche Narkose (Lokalanästhesie) wird das Auge und seine Umgebung nahezu un- empfindlich, so dass Sie vom Eingriff selbst nichts spüren werden.
„Wie lange dauert die Operation?”
   Die Operation dauert ca. 15 bis 30 Minuten.
„Kann es zu Abstoßungsreaktionen kommen?”
   Die künstliche Linse besteht aus sehr gut verträglichen Kunststoffen, Abstoßungsreaktionen kommen praktisch nicht vor.
„Spürt man die Kunstlinse im Auge?”
   Nein. Anders als bei einer Kontaktlinse hat man mit der Kunstlinse kein Fremdkörperempfinden oder gar eine Unverträglichkeit zu befürchten.
„Wann ist mein Auge vollständig geheilt?”
   Der Heilungsprozess ist in der Regel in vier bis sechs Wochen nach der Operation abgeschlossen.
„Sind bei der Operation des Grauen Stars Komplikationen und Heilungsstörungen möglich?”
   Komplikationen während der Operation und der anschließenden Heilungsphase sind wie bei jedemanderen operativen Eingriff möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Die meisten Operationen verlaufen völlig ohne Komplikationen.
„Was muss ich vor, während und nach der Operation beachten”
   - Wenn die Operation in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, müssen Sie am Operationstag nicht auf Mahlzeiten verzichten.
   - Nehmen Sie Ihre Medikamente wie üblich ein. Falls Sie Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, sprechen Sie vorher mit Ihrem Augenarzt und Ihrem Hausarzt über das weitere Vorgehen.
  - Tragen Sie am Operationstag kein Make-up auf.
  - Am Operationstag bekommen Sie vor dem Eingriff Pupillen erweiternde Augentropfen. Im Operationssaal erhalten Sie dann eine örtliche Betäubung. Während der gesamten Operation wird Ihr Kreislauf ständig überwacht. Der Eingriff dauert ca. 15 bis 30 Minuten. Danach wird das operierte Auge mit einem Salbenverband abgedeckt.
   - Auch bei einem kleinen, sich selbst verschließenden Schnitt, hat das Auge in den ersten Wochen noch nicht seine normale Widerstandskraft. Aus diesem Grund sollten Sie den Verband nicht eigenständig abnehmen und das Auge nicht reiben. Der Verband wird am Tag nach der Operation von Ihrem Augenarzt entfernt.
   - Nehmen Sie die verordneten Medikamente und Augentropfen und gehen Sie zu den vereinbarten Nachuntersuchungen.
   - Heben Sie in den ersten Tagen keine schweren Gegenstände (mehr als 15 kg).
   - Fahren Sie selbst kein Auto während des Heilungsprozesses ohne Erlaubnis des Augenarztes. Auch Sportarten wie Schwimmen, Tauchen, Rad fahren oder Saunabesuche sollten in der Heilungsphase vermieden werden.
   - Bei Heilungsstörungen (wie z.B. erneute Rötung des operierten Auges, Schmerzen oder einer Sehverschlechterung) informieren Sie bitte umgehend Ihren Augenarzt.
„Was ist ein Nachstar?”
   Als Nachstar wird die Eintrübung der verbliebenen Linsenkapsel nach der Kataraktoperation bezeichnet. Diese Trübungen können mit einem speziellen Laser behandelt werden. Die Behandlung ist schmerzfrei, erfolgt ambulant und ohne eine erneute Eröffnung des Auges.
   Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, wir hoffen, dass wir Ihnen hiermit eine kleine Übersicht über das Krankheitsbild des Grauen Stars und seiner Behandlung geben konnten. Weitere Fragen beantworten wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch. Sprechstundenzeiten Unsere Gemeinschaftspraxis ist für Sie geöffnet: Montag bis Freitag 8.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung.
Paracelsus Klinik: Am Natruper Holz 69, 49076 Osnabrück Tel. 0541-60 92 20 Fax. 0541-609 22 22
Klinikum Osnabrück: Am Finkenhügel 1 49076 Osnabrück Tel. 0541-60 92 20 Fax. 0541-609 22 55
Praxis Vitihof: Gerberhof 10 49074 Osnabrück Tel. 0541-20 10 40 Fax. 0541-20 10 80
eMail: praxis@augenabteilung.de   Internet: www.augenabteilung.de

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Therapiemethoden mit einem Laser haben sich in der Augenheilkunde bisher besonders bei der Behandlung von Kurz- und Weitsichtigkeit bewährt. Erste Zoomlinse für nah und fern

Über neue Therapiemöglichkeiten in der Augenchirurgie diskutieren 5.000 Experten in Hamburg
   Neue Linsen, Laser und Medikamente, die vielen Menschen wieder besseres Sehen ermöglichen, standen im Mittelpunkt  des  Internationalen  Kongresses  der  Augenchirurgen im CHH Hamburg. Vier Tage lang diskutierten 5.000 Experten über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Therapiemöglichkeiten.
   Dazu zählt auch die Behandlung des gauen Stars (Katarakt) mit dem Femtosekundenlaser, der bisher in der Augenheilkunde zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten genutzt wird. Diesen Laser setzen Augenchirurgen jetzt erstmals ein, um mit einem winzigen Schnitt die Hornhaut zu eröffnen und die getrübte Augenlinse aufzulösen, die dann abgesaugt wird. Anschließend wird die künstliche Linse eingesetzt. Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer aus Fürth, der gestern dieses Verfahren präsentierte, geht  davon aus, dass diese neue Technik gute Chancen hat, sich auch im klinischen Alltag zu etablieren.

 800.000 Linsen-Operationen werden pro Jahr ausgeführt
Mit neuer Lasertechnik soll das Verfahren verbessert werden

   Wenn die Augen in die Jahre kommen, wird die Sehkraft schwächer. Schon im Alter zwischen 52 und 64 Jahren trüben sich bei etwa 50 Prozent der Bevölkerung die Augenlinsen, der Graue Star (Katarakt) beginnt. „Die meisten bemerken diese Sehstörung nicht. Erst wenn die Linsentrübung den Lichtfluss behindert, kommen die Patienten zum Arzt. Meistens sind sie älter als 65 Jahre", sagt Dr. Friedrich Flohr, niedergelassener Augenarzt.
   Auch wenn die Mediziner nicht genau wissen, warum sich die Linse trübt, haben sie doch eine sehr zuverlässige Methode entwickelt, diese Augenkrankheit zu heilen. Sie tauschen die Linse im Auge durch eine künstliche Linse aus. „Diesen Eingriff führen wir meist durch, wenn die Sehstärke weniger als 60 Prozent beträgt", sagt Dr. Flohr. Die Operation, die etwa 15 Minuten dauert, zählt mit bis zu 800.000 Eingriffen pro Jahr zu den häufigsten Operationen der Augenheilkunde.
   Nähten die Operateure ursprünglich die Schnitte am Auge auch wieder zu, so lassen sich heute die faltbaren künstlichen Linsen durch so winzige Öffnungen implantieren, dass diese von allein wieder verheilen, wenn man das Auge sachgerecht pflegt. Der Austausch der Linse kann für die Patienten schmerzlos erfolgen.
   Nun haben die Augenärzte diesen Eingriff mit Hilfe der Lasertechnik noch weiter optimiert. Mit einem Fem- to-Laser, der unendlich kurze Lichtimpulse aussendet, schneiden die Ärzte mit höchster Präzision eine Öffnung in die Hornhaut, öffnen die alte Linse und zerkleinern sie anschließend. Der Operateur saugt die entstandenen Teilstücke ab und führt die neue, künstliche Linse ein. „Der Eingriff wird damit noch besser", sagt Dr. Flohr. Noch ist diese Technik aber keine Kassenleistung.
   Vielleicht braucht man zukünftig nur noch Tropfen, um die Erkrankung zu behandeln. Forscher der University of Michigan und Wissenschaftler der Sichuan-Universität haben entdeckt, dass Steroide - im Körper ist Cholesterin das wichtigste Steroid - in Tierversuchen die Trübungen der Linsen reduzieren. Erste Studien an Menschen bestätigen den Befund. Damit haben die Forscher einen Grundstein für eine neue Behandlung gelegt. Aber es wird noch lange dauern, bis aus diesen Erkenntnissen Therapien werden. Bis dahin bleibt die Standardbehandlung der Austausch der Linse. HA160410AngelaGrosse

au-Lasik-Zoomlinse-z   Die neue Zoom-Linse (hellblau) besteht aus zwei Teilen

   Auch bei den künstlichen Linsen, die beim grauen Star eingesetzt werden, gibt es eine Neuentwicklung: eine Kunstlinse, die sowohl das Fern- als auch das Nahsehen ermöglicht. Im Vergleich zu bisher schon auf dem Markt befindlichen Multifokallinsen hat sie den Vorteil, dass der Patient auch im Bereich zwischen Fern- und Nahsehen scharf sieht und im Dunkeln Kontraste besser wahrnimmt. Das Neue an der sogenannten Zoom-Linse: Sie besteht aus zwei Linsenteilen, die hintereinander platziert und mit den Muskeln verbunden sind, die die Linse umgeben. Wenn der Patient diese Muskeln anspannt - wie beim Sehen in der Nähe - vergrößert sich der Abstand zwischen den beiden Linsenteilen. So hat die Zoomlinse die gleiche Wirkung wie eine natürliche Linse, die sich zum Sehen in der Nähe krümmt. Diesen Vorgang bezeichnen Mediziner als Akkommodation. „Mit der Zoomlinse kommen wir der Realisierung des Traumes näher, dass wir bei der Katarakt-OP nicht nur die trübe Linse entfernen,  sondern auch die Akkommodation wiederherstellen können", sagte Dr. Thomas Will aus Fürth.

Sehhilfe.  Prototyp: Eine Kontaktlinse mit Universalwirkung

  Erstmals kann eine Kunststofflinse gleichzeitig Grauen Star, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit sowie Hornhaut- verkrümmung korrigieren.
  An der Universitäts-Augenklinik Heidelberg wurde weltweit erstmals eine Kunststofflinse eingesetzt, die scharfes Sehen in der Nähe wie in der Ferne erlaubt und die zudem durch ihren besonderen Schliff eine starke Hornhautkrümmung ausgleicht. Bislang brauchten Patienten, die gleichzeitig an diesen Sehfehlern litten, zu- sätzlich eine Brille oder Kontaktlinsen. Eine 50 Jahre alte Patientin litt an starker Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit, Hornhautverkrümmung und hatte eine Linsentrübung. Die speziell angefertigten Plexiglas-Linsen besserten ihre Sehfähigkeit auf fast 80 Prozent für die Ferne wie für die Nähe.
   Bei dem Prototyp handelt es sich um eine sogenannte Multifokal-Linse: Ihr Schliff macht die Brechkraft variabel. Der Einsatz von Kunststofflinsen bei Grauem Star ist die weltweit häufigste Operation. Allein in Deutschland unterziehen sich jährlich 600.000 Patienten dem Eingriff. apHA070106

Grauer Star

  Der graue Star oder Katarakt ist eine Trübung der Augenlinse. Betroffene sehen wie durch einen leichten Schleier, mit der Zeit wird dieser immer dichter. Auch die Blendungsempfindlichkeit nimmt zu. Der graue Star darf nicht mit dem grünen Star, einer völlig anderen Augenerkrankung, verwechselt werden. Die häufigste Ursache des grauen Stars ist die Alterung der Linse. Diese hängt mit dem verlangsamten Stoffwechsel älterer Menschen zusammen. Man spricht daher auch von „Altersstar”. Rund 99 Prozent der über 65-Jährigen sind nach Angaben von Augenärzten betroffen. Das Wort Star kommt von dem Begriff starrer Blick, den man bei vollständiger Erblindung hat. Als wirksame Behandlung gilt die Operation. Sie ist nach Angaben von Augenärzten sicher und absolut schmerzlos. Die Augenlinse wird dabei entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. HAZ0601216   

Grauer Star
Sympton:
Beim Grauen Star (Katakarakt), nicht zu verwechseln mit dem Grünen Star Glaukom, trübt sich die Augenlinse ein. Die Umwelt erscheint verschwommen, matt, farblos oder verzerrt. Manche sehen Doppelbilder. Mehralsdie Hälfte der über 65-Jährigen ist davon betroffen. Ursachen sind oft nicht bekannt.
Behandlung: „Die einzige Möglichkeit ist der mikrochirurgische Eingriff, bei dem die getrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird", sagt Prof.Gisbert Richard, Direktor der Universitäts-Augenklinik in Hamburg- Eppendorf. Deutschlandweit werden mehr als 700.000 Operationen jährlich durchgeführt. Das Operationsrisiko ist dabei sehr gering.  Mehr als 99 Prozent der Patienten können anschließend besser sehen.
Informationen: Hotline Grauer Star unter Tel. 0800 - 01 12 11 (mittwochs zwischen 15 und 17 Uhr, gebührenfrei). Details zu OP und verschiedenen künstlichen Linsen unter www.initiativegrauerstar.de
Ratschläge
SELBSTHILFE Initiative Glaukom e.V., Schuhmarkt 4,35037 Marburg, Tel: 06322 - 98 82 83
www.initiative-auge.de
Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e.V. Wißstr. 9,44137 Dortmund, Tel.: 0231 – 97 10 00 34,
www.bundesverband-glaukom.de
Initiative Glaukomfrüherkennung, Postfach 1718,82102 Germering, www.glaukom.de
Hotline: montags von 16 bis 18 Uhr unter:0800 - 800 88 80 (gebührenfrei),    
Patientenforen
www.glaukom-forum.net
www.glaukom-kinder.de
Bücher
„Glaukom, Handbuch für Betroffene", Josef Flammer, Verlag Hans Huber, 17,95 Euro
„Keine Angst vor Grünem Star: Ein Buch für Patienten: Ursachen - Hintergründe - Begleittherapie", Ilse Strempel, KVC Verlag, 17,80 Euro
„Glaukom-Ein Ratgeber: Wie Früherkennung und neue Therapien das Augenlicht retten können und was der Patient darüber wissen muss", Ronald Gerste, Verlag ad manum medici, Antiquariat              

Neue Linse bei grauem Star

   Die Augenerkrankung „grauer Star” kann durch Einsetzen einer so genannten gelben Kunstlinse möglicherweise besser behandelt werden als mit vollkommen klaren Kunstlinsen, sagte der Direktor der Magdeburger Uni- Augenklinik, Prof. Wolfgang Behrens-Baumann auf einer internationalen Ärztetagung in Magdeburg. „Erste Studien mit der gelben Kunstlinse zeigen, dass die Patienten sehr zufrieden sind.” Die Linse sei in Japan und den USA entwickelt worden. Praktische Erfahrungen und Behandlungsergebnisse sollen auf dem Kongress diskutiert werden. HAdpa050221

GLOSSAR

Katarakt: Als Katarakt bezeichnen Mediziner die Eintrübung der Linse, auch „grauer Star” genannt. Die trübe Linse wird operativ entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Operation ist mittlerweile ein Standard- eingriff und wird etwa 500.000-Mal pro Jahr vorgenommen. Danach ist das Sehvermögen des Patienten in der Regel wiederhergestellt.
Presbyopie: Presbyopie ist die abnehmende Fähigkeit des Auges, nahe Gegenstände scharf abzubilden. Diese sogenannte Alterssichtigkeit beginnt etwa mit dem 40. Lebensjahr. Mit steigendem Alter verhärtet sich die Linse. Als Folge kann sie sich nicht mehr genügend wölben, und wir sehen den Nahbereich verschwommen.
Strabismus: Etwa zwei Millionen Deutsche schielen. Dabei blickt ein Auge geradeaus, das andere entweder oben, unten oder zur Seite. Schielen ist eine echte Sehstörung. Das Gehirn bemüht sich, die Bilder beider Augen zur Deckung zu bringen. Gelingt das nicht, kann ein Auge die Funktion des anderen übernehmen. Das andere verkümmert, obwohl es eigentlich gesund ist.  HAale080408

Unbehandelt droht die Erblindung. Beim grauenStar muss operiert werden. Die Operation ist ein Routineeingriff

    Besonders im Alter nimmt die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Augen mehr und mehr ab. Im Mittelpunkt steht bei diesem Prozess die Linse, die sich im Laufe des Lebens verändert: Das Alter, genetische Faktoren und die negativen Auswirkungen der Sonnenstrahlen beeinträchtigen die Sehkraft und können langfristig zum Krankheitsbild des grauen Stars führen.
     Anfangs sehen die Betroffenen alles wie durch einen Schleier. Die Sehschärfe nimmt ab, die Intensität der Farben lässt nach, und im Laufe der Zeit wird der Schleier immer dichter, bis die Linse so undurchsichtig ist, dass das Auge nur noch zwischen hell und dunkel unterscheiden kann.
    Hat sich das Sehvermögen reduziert beziehungsweise die Linse getrübt, so muss der Augenarzt aufgesucht werden. Mit der so genannten Spaltlampe lässt sich ein grauer Star eindeutig diagnostizieren. Wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist, kann man die trübe Linse auch mit bloßem Auge erkennen.
    Unbehandelt droht die Erblindung, für die der graue Star noch immer die weltweit häufigste Ursache ist. In rund 90 Prozent aller Fälle ist der graue Star eine Alterserscheinung. Nur selten ist er angeboren oder stoffwechsel- bedingt.
   Haben die entsprechenden Tests und Untersuchungen zur Diagnose grauer Star geführt, dann muss behandelt werden. Anders als beim grünen Star ist beim grauen Star keine medikamentöse Behandlung möglich. Hier muss praktisch immer operiert werden.
    Bei den Betroffenen wird der graue Star dann operativ korrigiert, wenn eine erhebliche Einschränkung der Sehfähigkeit vorliegt. In den meisten Fällen kann der Patient diesen Zeitpunkt selbst bestimmen.
    Die so genannte Kataraktoperation ist übrigens kein Einzelfall: In Deutschland werden jedes Jahr etwa 500.000 Betroffene wegen eines grauen Stars am Auge operiert. Dabei handelt es sich um eine unproblematische Routineoperation, zu ernsten Komplikationen kommt es so gut wie nie.
    Bei dem Eingriff verschafft sich der Arzt mittels der Kleinstschnitt-Chirurgie Zugang zur Linse. Ein spezielles Ultraschallgerät wird in die winzigen Schnittkanäle eingeführt  und zerstört die getrübte Augenlinse. Danach werden die Teilchen abgesaugt.
    Anschließend ersetzt der Operateur die alte Linse durch eine dem Patienten individuell angepasste Kunstlinse. Standard sind hierbei die so genannten Faltlinsen mit UV-Filter. Die Operation erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung und dauert nur 20 Minuten.
    Neue Kunstlinsen enthalten neben dem UV-Filter auch einen Blaufilter, der das Risiko einer Makuladegeneration vermindert, indem er den einfallenden Blauanteil des Lichts senkt. Dabei wird die generelle Sehqualität durch die Blaufilterlinsen nicht beeinträchtigt.
    Da die Kunstlinsen weder mechanischen noch anderen gravierenden Belastungen ausgesetzt sind, halten sie ein Leben lang. Die kleinen Operationsschnitte heilen ganz von allein, eine aufwendige Nachbehandlung entfällt. Das gewohnte Leben kann wieder aufgenommen werden - allerdings mit viel mehr Farbe.
Infobroschüre: “Ungetrübte Aussichten - Wieder klar sehen ohne grauen Star”
   Weitere Informationen zum Thema grauer Star finden Sie in der Begleitbroschüre zur Sendung. Sie können sie gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten und mit Ihrer Adresse versehenen DIN A5-Rückumschlags anfordern. Zuschauer aus Österreich und der Schweiz benötigen einen internationalen Antwortschein.
Bestelladresse: ZDF/3sat - Teletipps vom Hausarzt - Stichwort: grauer Star 55115 Mainz

Der graue Star ein Schutzschild für das alte Auge. Durch die Linsentrübung wird energiereiches blaues Licht zurückgehalten: Vorkehrung gegen Netzhautschäden

    Durch die technische und medizinische Entwicklung der letzten 20 Jahre sind wir heute in der Lage, mit operativen Maßnahmen vielen Menschen das Augenlicht zu bewahren. Dieses betrifft in erster Linie den grauen Star(Katarakt), aber auch den grünen Star (Glaukom), sowie die anderen Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes wie Hornhautübertragungen oder Tumoroperationen. Während früher bei der Staroperation die getrübte Linse entfernt wurde und durch ein schweres, so genanntes Starglas ersetzt werden musste, wird heute eine Kunststofflinse von wenigen Millimeter Durchmesser in das Auge implantiert.  Allein in Deutschland  werden  zurzeit  jährlich  etwa 500.000 Patienten nach dieser Methode operiert. Damit ist dieses die häufigste Operation in der Medizin überhaupt geworden. 
   Technische Verfeinerungen lassen es zu, dass diese Ultraschall-Zertrümmerung der Linse durch einen Schnitt von knapp drei Millimeter Breite erfolgt. In geeigneten Fällen lässt sich dann eine gefaltete Linse implantieren. Andere weitere Entwicklungen betreffen Bifokal-Linsen und akkommodative Linsen, um gleichzeitig in der Nähe und Ferne scharf sehen zu können. Eine effektive medikamentöse Therapie des grauen Stars gibt es bis heute nicht.
    Für die Behandlung des grünen Stars stehen uns seit einigen Jahren mehrere neue sehr wirksame Medikamente zur Verfügung, die den Augendruck, also den wichtigsten Parameter des grünen Stars erheblich senken, so dass eine weitere Schädigung des Auges verhindert werden kann. Die Lasertherapie des grünen Stars hat infolge der neuen Medikamente an Bedeutung verloren. Beim Versagen der Tropftherapie sollte eher ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden, bevor eine weitere Schädigung des Auges eintritt. Leider wird gelegentlich durch eine zu starke Vernarbung der drucksenkende Effekt der OP verringert, so dass dann ein zweites Mal operiert werden muss. Optisch störende Hornhauttrübungen können durch eine Hornhautübertragung beseitigt werden.
   Trotz ausgefeilter Operationstechnik ist eine Nachbehandlungszeit von zum Teil über einem Jahr erforderlich. Mit einfachen Methoden gelingt es, bei Schielkindern die Sehkraft zu erhalten oder wieder herzustellen. Hier steht unseren Patienten die älteste Sehschule Hamburgs zur Verfügung. Fortschritte in der Medizin lassen sich nicht aufhalten.
   Wir sind darauf angewiesen, dass die Politik die richtigen Weichen stellt. Die erforderlichen Gelder sind leider in zunehmendem Maße nicht mehr vorhanden. Trotz aller erforderlichen wirtschaftlichen Maßnahmen dürfen wir einer Kommerzialisierung der Medizin ebenso wenig das Wort reden wie einer Bürokratisierung. In den Krankenhäusern wurde seit langer Zeit mit hoher Qualität gearbeitet. Eine Sicherung dieser Qualität war gegeben durch gegenseitige Kontrollen, Visiten und gemeinsame Fortbildungen. Eine bürokratische Datenerfassung, wie sie zur Zeit läuft, ist hingegen nicht in der Lage, die Qualität zu sichern. Im Gegenteil: Der gewaltige bürokratische Aufwand, der durch die Ärzte betrieben werden muss, führt zwangsweise zur Leistungsminderung an anderem Ort. Hier sind die Politiker aufgerufen, das System zu überdenken und die Krankenkassen zu überwachen.

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Für einen klaren Blick. Die Linse des Auges trübt mit dem Alter immer mehr ein. Eine Kunstlinse kann die volle Sehkraft wiederherstellen. Foto:  Privatdozent Dr. Ulrich Schaudig, AK Barmbek

   Für einen klaren, scharfen Blick zu sorgen - das ist die Aufgabe der Linse im menschlichen Auge. „Doch die Linse altert relativ schnell, schon ab dem 18. Lebensjahr nimmt die sogenannte Akkommodationsfähigkeit ab”, sagt Privatdozent Dr.Ulrich Schaudig, Chefarzt der Abteilung für Augenheilkunde in der Asklepios-Klinik Barmbek. Das ist die Fähigkeit der Linse,  ihre Brechkraft so zu verändern, dass man in der Nähe und in der Ferne scharf sehen kann. Mit dem Alter lagert die Linse immer mehr Substanzen ein, so dass sie langsam trüber wird. Im Alter von 70 Jahren hat jeder Mensch eine mehr oder weniger ausgeprägte Linsentrübung, auch bekannt als „Grauer Star”. „Bemerkbar macht sie sich dadurch, dass der Patient eine diffuse Minderung seiner Sehschärfe wahrnimmt, schlechter Kontraste erkennen kann, schlechter in der Dämmerung sieht und blendungsempfindlicher wird, zum Beispiel beim Autofahren in der Nacht durch entgegenkommende Autoscheinwerfer stärker geblendet wird”, so der Augenarzt.
   Ob eine Therapie nötig ist, hängt davon ab, wie stark das Sehvermögen des Patienten reduziert ist. „Patienten, bei denen das Sehvermögen auf etwa 50 Prozent reduziert ist, empfehlen wir eine Operation. Dabei wird die Linse durch einen kleinen Schnitt am Rande der Hornhaut aus ihrem feinhäutigen Kapselsack entfernt und anschließend in diese Hülle eine Kunstlinse aus Acryl oder Silikon implantiert”, erklärt Schaudig. Der Eingriff dauert etwa zehn Minuten und kann meistens ambulant durchgeführt werden. Etwa 15 Prozent der Patienten werden für die OP für einen oder zwei Tage stationär aufgenommen, etwa, wenn sie noch weitere Erkrankungen haben.
   Die häufigste Komplikation ist ein Riss des Kapselsackes. „Doch dann kann man die Kunstlinse hinter der Iris befestigen”, so Schaudig. Ein weiteres, seltenes Risiko ist die Schädigung der inneren Zellschicht der Hornhaut. Wenn diese Zellen zerstört werden, trübt die Hornhaut ein. „Das kann schlimmstenfalls zur vollständigen Trübung der Hornhaut führen, so dass eine Hornhauttransplantation nötig wird”,  sagt Schaudig.
   „Die am meisten gefürchtete Komplikation ist eine Infektion, die aber extrem selten vorkommt. Diese bakteriellen Infektionen müssen sehr ernst genommen und rasch behandelt werden. Man muss das Auge noch mal eröffnen, Antibiotika geben und den Glaskörper entfernen, um bleibende Schäden zu verhindern. Wenn die Infektion die Netzhaut angreift, wird eine gute Sehleistung nicht mehr  erreicht”,  erläutert  der Augenarzt.
   Eine gute Behandlung zeichnet sich dadurch aus, dass Patienten nicht unnötig operiert werden, sondern erst, wenn das Sehvermögen deutlich reduziert  und dies durch den grauen Star bedingt ist. Die OP muss in geeigneter Weise durchgeführt und die Kunstlinse nach den Bedürfnissen des Patienten ausgewählt werden. Denn durch die Wahl der Brechkraft der Linse kann man festlegen, ob der Patient besser in die Ferne oder in die Nähe scharf sieht. Möglicherweise möchte er auch eine multifokale Linse haben, die in der maximalen Sehschärfe etwas weniger bringt, aber dafür sowohl für Nah- wie für Fernsehen eine ausreichende Sehkraft sicherstellt. Diese Linsen muss der Patient selbst bezahlen, weil die Krankenkassen die Kosten dafür nicht übernehmen.
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Heinz Peter Münte:  GrauerSt-HPMünte-x    Den Grauen Star besiegt

   Die Operation kam für Heinz-Peter Münte nicht überraschend. Vor drei Jahren wurde er schon einmal wegen Grauen Stars behandelt. Nach der Operation habe ihn sein Hausarzt daraufhingewiesen, dass irgendwann auch das linke Auge dran sein würde. So hatte Herr Münte Zeit, sich innerlich auf die Behandlung  einzustellen.  Ende  März 2008 war es dann so weit: „Vor allem das Lesen am Computerbildschirm hat mir immer mehr Mühe bereitet.” Bei einer regelmäßigen Untersuchung beim Augenarzt wurde ihm mitgeteilt, dass auch die zweite Linse ersetzt werden müsse. Der 72-jährige Versicherungsmakler war vorbereitet und nahm es gelassen. „Ich habe zur Kenntnis genommen, dass die Sehfähigkeit mit dem Alter schwächer wird.” Wie beim letzten Mal würde auch dieses Mal Dr. Andreas Meier die Operation durchführen. Zu ihm hat Herr Münte vollstes Vertrauen. „Dr. Meier strahlt Ruhe, Freundlichkeit und Kompetenz aus”, sagt er über den Augenspezialisten, der ihn bei der ersten OP in der Klinik Fleetinsel behandelt hatte. Dieses Mal fand die Operation in der Facharztklinik Hamburg statt, wo der Arzt eben- falls tätig ist.
   Vom Resultat ist der Patient begeistert: „Nach der Operation hatte ich nach zwei Tagen wieder hundert- prozentige Sehkraft.” Zwar müsse er eine Entzündung am Auge, die am Folgetag festgestellt wurde, noch mit Tropfen behandeln, seine Bewegungsfreiheit aber habe er wieder. „Ich darf wieder schwimmen und Golf spielen.” Unmittelbar nach der Operation musste er nachts eine Augenklappe tragen, damit er nicht versehentlich das Auge berührte. Doch Heinz-Peter Münte winkt ab: Für ihn sind diese Einschränkungen verglichen mit dem Ergebnis Bagatellen. HA080429hpak

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Kunststofflinse bei grauem Star.Operationen, die die Sehkraft erhalten. Prof. Dietrich von Domarus.
Seltsam anzusehen für Ärzte aber Routine: Eine Graue-Star-Operation.  dpaFotoHA020521

  Weltweit lassen sich jährlich Millionen von Menschen ihre trüb gewordenen Augenlinsen entfernen. Die Verbesserung des Sehvermögens ist meistens äußerst eindrucksvoll. Infolgedessen gilt eine sich milchig-weiß verfärbende, immer weniger Licht durchlassende Linse  - der graue Star - nicht nur als lästige, sondern auch als behebbare Begleiterscheinung des Alters. Erst in jüngster Zeit mehren sich die Beobachtungen, dass es  sich bei der Eintrübung nur vordergründig um einen fehlgesteuerten Prozess handelt. Man hat inzwischen erkannt, dass die Trübungen der alternden Linse einen sinnvollen Schutz für die lichtempfindliche Netzhaut im hinteren Teil des Augapfels darstellen. Entfernt man bei einer Katarakt-Operation den gleichsam natürlichen Filter, den die trübe Linse bildet, so hat dies womöglich nachteilige Folgen für die Netzhaut, insbesondere beim alten Menschen.
   Auf diese Zusammenhänge hat unlängst Albert J. Augustin, Leiter der Augenklinik im Städtischen Klinikum Karlsruhe, in einem Beitrag der Zeitschrift “Ophthalmo-Chirurgie” (Bd. 15, S.9) hingewiesen.
    Während man früher insbesondere das ultraviolette Spektrum des Lichtes für lichtbedingte Schäden verantwortlich machte, haben die Forscher inzwischen auch einen Teil des sichtbaren Lichtes im Visier. Vor allem das energiereiche blaue Licht - einschließlich Indigo und Violett - der Wellenlänge von etwa 430 bis 510 Nonometer lässt sowohl in der Netzhaut als auch in der Linse hochreaktive Verbindungen entstehen. Die in der Jugend noch vollkommen durchsichtige Hornhaut und Linse lassen ein beträchtliches Ausmaß an blauem Licht - rund 90 Prozent - zur Netzhaut durchdringen. Das ist zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht gefährlich, da sowohl die Netzhaut selbst als auch das dahinter liegende Pigmentepithel wirkungsvoll gegen Lichtschäden gewappnet sind. So verfügt beispielsweise die Makula, ein centgroßes Stück der Netzhaut, auf dem ein Bild scharf abgebildet wird, mit dem Pigmenten Lutein und Zeaxanthin über ein geradezu maßgeschneidertes Schutzsystem, das wie eine innere Sonnenbrille wirkt. Im Pigmentepithel ist es hauptsächlich das Melanin, das energiereiche Photonen entschärft und zudem aggressive Radikale in harmlose Moleküle umzuwandeln vermag.
   Die ausgeklügelten Mechanismen versagen indes mit zunehmendem Alter immer mehr. Bis dahin hat es das Auge jedoch geschafft, einen neuen Schutzschild aufzubauen. Denn die gleiche Strahlung, die für die Netzhaut gefährlich ist, macht auch der Linse zu schaffen. Dort löst blaues Licht Oxydationsprozesse aus, denen Abbauprodukte letztlich eine Verfärbung im Kernbereich der Linse hervorrufen. Das ist schon im fortgeschrittenen Erwachsenenalter zu beobachten, man kann mit dieser Trübung aber immer noch genügend gut sehen. Dieser Filter vermindert nicht nur die Menge der durchtretenden ultravioletten Strahlung, sondern - und diese Erkenntnis ist noch verhältnismäßig neu - er hält auch einen großen Teil des energiereichen blauen Lichts von der Netzhaut fern. Erst mit Fortschreiten dieser Prozesse entsteht der Altersstar, wenn durch die immer trübere Linse das Sehen schließlich erheblich beeinträchtigt ist.
  Zwar verwendet man bei Staroperationen schon seit langem Ersatzlinsen, die über einen eingebauten Ultraviolett- Filter verfügen. Die neuen Erkenntnisse legen aber überdies die Schlussfolgerung nahe, dass zusätzlich ein Blaufilter vonnöten wäre. Dies scheint um so mehr geboten zu sein, als jüngste Beobachtungen den Ausfall des Blaufilters bei den operierten Patienten tatsächlich mit häufigeren Schäden an der Netzhaut in Verbindung bringen. Offenbar fördert der Austausch der “alten” Linse bei einer Katarakt-Operation bei einem Teil der Patienten das Risiko für die altersabhängige Makula-Degeneration. Schon lange führt man diese in der westlichen Welt dramatisch zunehmende Alterskrankheit auf Lichtschäden der Netzhaut zurück. Daraus leiten manche Experten die Empfehlung ab, beim Linsenaustausch konsequent Blaulichtfilter-Linsen zu verwenden.
   Ob sich auf diese Weise tatsächlich die Entstehung einer Makula-Degeneration und anderer Schäden wirksam verhindern oder deren Fortschreiten eindämmen lässt, muss erst noch an größeren Patienten-Kollektiven hinreichend lange überprüft werden. Darauf weist Augustin nachdrücklich hin. Aber allein die Tatsache, dass Blaulichtfilter auch unangenehme Streueffekte mindern, bringt bereits unmittelbar nach dem Eingriff spürbare Vorteile für den Betroffenen. Erste Untersuchungen an Patienten, die schon an einer Makuladegeneration litten, lassen erkennen, dass solche Filter zumindest in manchen Fällen die Kontrastwahrnehmung und damit letztlich das Sehen verbessern. MartinaLenzen-SchulteFAZ030416

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Erfolgsgeschichte aus Brandenburg: Acri.Tec hilft besser sehen.
Intraokular-Linse korrigiert Sehstörungen beim grauen Star

  Trotz spektakulärer Pleiten und hoher Arbeitslosigkeit hat die Wirtschaft des ostdeutschen Bundeslandes Brandenburg  auch Erfolgsgeschichten zu vermelden.  Ein  Beispiel  dafür ist die Firma für Medizinprodukte Acri.Tec in Henningsdorf. Sie stellt mit 90 Mitarbeitern täglich rund 700 kleine Sehhilfen wie diese Intraokular-Linse her, die Augenärzte Patienten vor allem mit Grauem Star implantieren können, um deren Sehstörungen zu korrigieren. Seit 2000 steigt der Umsatz des in die ganze Welt exportierenden Unternehmens um jährlich mehr als 30 Prozent. NOZ050111

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Bei ambulanter OP ist eine Begleitperson besonders wichtig
Foto: Lasertechnik wird bei vielen Augenope­rationen eingesetzt 

   Mit den modernen Operationsver­fahren werden immer mehr Patienten ambulant operiert, insbesondere bei der Staroperation. Eine ambulante Operation ist generell nur dann sinnvoll, wenn der Patient keine weiteren schweren Erkrankungen hat, wenn er von einer Begleitperson nach dem Eingriff abgeholt wird und wenn er in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff nicht allein zu Hause ist, sondern zuverlässig versorgt wird. „Sonst würde ich immer dazu raten, den Eingriff stationär durchzuführen. Dann muss der Patient ein bis zwei Tage in ein Krankenhaus", sagt Dr. Friedrich Flohr, niedergelassener Augenarzt.
   Zudem muss ein Patient, der nach einem ambulanten Eingriff entlassen worden ist, eine Notrufnummer bekommen, wo er rund um die Uhr erfahrene Fachkräfte erreichen kann. Wichtig ist außerdem, dass der Patient in der Lage ist, die Augenmedikamente richtig anzuwenden. Sonst muss noch vor dem Eingriff ein Pflegedienst organisiert werden. Generell gilt: Nicht auf das operierte Auge drücken oder es reiben. Beim Duschen und Haare waschen das Gesicht nicht unter Wasser halten. Körperliche Anstrengungen wie Sport aller Art oder Saunabesuche in der ersten Zeit meiden. Auch intensives Lesen ist zunächst nicht so gut. Fernsehen hingegen, bei dem das Auge eher starr nach vorne schaut, schon. Autofahren ist erst dann wieder sinnvoll, wenn die Sehschärfe ausreicht. Das entscheidet der Augenarzt.
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Nie wieder Brille: „Gleitsichtlinsen“ im Auge

  Wenn sich die Linse eintrübt, also eine Grauer Star entsteht, wird die eigene Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Das ist eine ambulante Routineoperation, die schon sehr lange durchgeführt wird. Neu aber ist die Art der Linsen, die dabei verwendet werden. Es sind Multifokal-Linsen, die eine möglicherweise bestehende Kurzsichtigkeit und eine möglicherweise bestehende Weitsichtigkeit gleichzeitig korrigieren, so dass man im Idealfall nach der Operation überhaupt keine Brille mehr braucht. Bis vor kurzem gab es nur Monofokallinsen – entweder gegen Kurzsichtigkeit oder gegen Weitsichtigkeit.
Die Kunstlinse im Auge
   Das Einsetzen der neuen Multifokallinsen läuft im Prinzip so ab wie eine normale Staroperation. Das heißt: Durch einen winzigen Schnitt in den Kapselsack des Auges wird per Ultraschallhohlnadel die trübe Linse zertrümmert, verflüssigt und abgesaugt. Dann schiebt der Arzt die gefaltete Kunststofflinse ins Auge. Der Eingriff unter örtlicher Betäubung dauert rund 10 Minuten.
Die Multifokallinse
   Die Multifokallinse ist so gestaltet, dass sie gleichzeitig Ferne und Nähe scharf abbilden kann auf der Netzhaut. Anders als bei der Gleitsichtbrille, wo es bestimmte Areale gibt, durch die man hindurchblicken muss, ist hier der Blick frei. Dafür sorgen Mikro-Prismen, die kreisförmig in der Kunstlinse sitzen. Alles, was das Auge sieht, wird mit Hilfe dieser unterschiedlich geschliffenen Prismen gleichzeitig als Nah- und Fernbild auf die Netzhaut projiziert. Das Gehirn, unser genialer Neurocomputer, sucht dann in Bruchteilen von Sekunden aus diesen Doppelprojektionen das passende Bild aus. Je nachdem, was unser Auge gerade fokussiert.
Das Auge muss ich anpassen
   Für die Sehnerven ist diese Bildauswahl eine Arbeit, an die sie sich erst einmal gewöhnen müssen. Die Dauer dieser Gewöhnung ist individuell sehr verschieden. Viele Patienten sehen schon in den ersten Tagen sofort alles wieder scharf, bei anderen kann das ein paar Wochen dauern. Probleme kann es mit Multifokallinsen außerdem beim Autofahren in der Dunkelheit geben. Helle Lichtquellen, wie Schein- werfer, haben oft einen ungewohnten Strahlenkranz.
Ein Blaulichtfilter muss nicht sein
   Umstritten ist es bei Augenexperten, Kunstlinsen zusätzlich mit einem Blaulichtfilter auszustatten. Die Linsen sind dann gelb gefärbt und sollen vor kurzwelligem, energiereichem Sonnenlicht schützen. Dieses
Licht gilt als Netzhaut schädigend. Nach Meinung der Kritiker ist in Studien noch nicht schlüssig belegt, ob ein solcher  Blaulichtfilter wirklich effektiv ist. Einen UV-Lichtfilter haben dagegen alle Kunstlinsen, das ist per Gesetz vorgeschrieben.
Multifokallinsen sind teuer
   Multifokale Kunstlinsen sind etwas für Menschen mit einem gut gefüllten Geldbeutel. Zurzeit bezahlen die meisten gesetzlichen Krankenkassen Graue-Star-Operationen nur, wenn Monofokallinsen eingesetzt werden. Wer zur Luxuslinse greift und in einer gesetzlichen Krankenkasse ist, muss in der Regel die gesamte Operation selbst bezahlen. Und die kostet mit der „Gleitsichtlinse“ zwischen fünf- und sechstausend  Euro.
Multifokallinsen auch ohne Grauen Star?
   Einige Menschen lassen sich mittlerweile auch ohne Grauen Star Multifokallinsen einsetzen – einfach um die Brille loszuwerden. Diesen Trend finden viele Augenärzte problematisch. Denn: Man sollte sich nicht ohne Not ein gesundes Teil des Körpers entfernen lassen. Und: Man solle bedenken, dass auch bei einer sehr routiniert durchgeführten Operation Restrisiken bestehen und Nebenwirkungen auftreten können. Leonardo100602

Grauer Star bei Piloten

   Berufspiloten haben ein erhöhtes Risiko, an einer bestimmten Form des Grauen Stares (Cataracta nuclearis) zu erkranken. Diese Trübung der Augenlinse könne durch die kosmische Strahlung ausgelöst werden, der Piloten ausgesetzt seien, berichten isländische Forscher („Archives of Ophthalmology”, Bd. 123 S.1102). Das Team der Universität Reykjavik untersuchte 445 Isländer, darunter 79 Piloten. Aus den Arbeitszeiten berechneten sie die Strahlendosis. Je höher die Dosis, desto größer die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken. Abhilfe schafft eine Opera- tion, bei der die Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird. dpa050809

Altersrationierung in der Medizin

  Die Befürworter von medizinischen Beschränkungen bei älteren Menschen gehen offensichtlich unbesehen und naiv davon aus, dass das Einsparen medizinischer Leistungen  zwangsläufig auch Geld einsparen wird.
  Ein Beispiel ist die Kataraktoperation, die Entfernung der bei grauem Star trüb gewordenen Augenlinse, um die Sehfähigkeit zu verbessern. Die Hälfte der über Siebzigjährigen leidet am grauen Star, im Alter über 90 ist es fast jeder. Mehr als eine halbe Million Operationen werden jährlich in Deutschland vorgenommen, in den Vereinigten Staaten sind es rund eine Million. Augenärzte sehen sich zunehmend gezwungen, den Eingriff zu rechtfertigen.
   Eine neue Studie belegt, dass durch eine Kataraktoperation vor allem die Zahl der Stürze alter Menschen deutlich verringert wird. Hochbetagte erleiden mindestens einmal im Jahr einen Sturz, ein Fünftel verletzt sich dabei, sechs Prozent tragen einen Knochenbruch davon. Die Selbständigkeit alter Menschen - normalerweise ein erklärtes Ziel jeder auf Einsparungen zielenden Altenpolitik - wird infolge schlechter Sehfähigkeit massiv einge- schränkt. Es gibt sogar erste Hinweise, dass sich durch eine Kataraktoperation nicht allein das Sehvermögen, sondern auch die Stimmung bessert,  dass psychisch bedingte Beschwerden geringer werden. Sogar kognitive Fähigkeiten blieben eher erhalten, heißt es.
   Vollends gegen den Spartrend scheint die Forderung zu sein, bei grauem Star nicht nur ein Auge zu operieren, sondern am besten auch das zweite. Stereosehen ist notwendig, um Entfernungen richtig einzuschätzen, um eine angemessene räumliche Vorstellung zu erhalten. Kanadische und britische Wissenschaftler konnten zeigen, dass über Siebzigjährige, die an beiden Augen operiert wurden, doppelt so gut über Unebenheiten gehen können, als wenn nur ein Auge behandelt wurde. Sie bewegen sich überdies schneller und können sich besser orientieren. Schon jetzt liegen internationale Hochrechnungen vor, wonach sogar die beidseitige Kataraktoperation ein kosteneffektives Verfahren darstellt. Wer dies als Kassenleistung ab einem bestimmten Alter einschränkt, muss einrechnen, wie viele Klinikaufenthalte wegen Oberschenkelhalsbruch, anschließende Rehabilitationsmaßnahmen, langwierige Schmerzbehandlungen bei womöglich dauerhafter Einschränkung der Beweglichkeit und den damit verbundenen Arztbesuchen statt dessen zu übernehmen wären. Denn es wäre irrig anzunehmen, dass alle alten Patienten sich auf eigene Kosten diese Operation leisten wollten oder würden, wo sie schon jetzt bei Hochbetagten zu selten vorgenommen wird.
   Das liegt nicht zuletzt daran, dass innerhalb der Medizin selbst die Vorurteile über alte Patienten längst noch nicht genügend abgebaut sind. Weit verbreitet sind Fehleinschätzungen darüber, was alte Patienten nicht vertragen könnten und was ohnehin für sie nicht mehr von Nutzen sei. Oder es wird schlicht fälschlich unterstellt, sie wünschten die Behandlung selbst nicht. Diese allenthalben spürbare, suggestive Atmosphäre von „zu spät, zu alt, zu gefährlich” lässt bei alten Patienten nicht das Selbstbewusstsein reifen, um gegen landläufige Trends auch noch Forderungen zu stellen und aufzubegehren. Dabei profitieren mitunter gerade die ältesten Patienten von aggressiven Maßnahmen mehr als jüngere.
   In vielen Fällen geht es mithin nicht darum, das Leben von Hochbetagten kostentreibend um jeden Preis zu verlängern. Vielmehr gilt es, für die Zeitspanne  am Lebensende Lebensqualität und Selbständigkeit zu erhalten.
   Angesichts der vielfältigen Defizite, die bei der Behandlung alter Patienten ohnehin schon zu beklagen sind, würde man sich bei vorschnell vorgetragenen Rationierungsvorschlägen doch eine exaktere Definition dessen wünschen, was als überflüssig oder nicht mehr hilfreich anzusehen ist. Zumal, wenn sich Fehleinschätzungen im Rahmen von Sparvorhaben als Kostenfalle erweisen könnten. Da es offenbar so leicht nicht ist, bei den Alten zu sparen, sollte man vor allem darauf verzichten, zwischen den Generationen eine Rivalität um medizinische Behandlungen zu schüren. Es ist wohlfeil, aber nicht richtig, wenn Eltern suggeriert wird, ihre Kinder bekämen womöglich die optimale Versorgung deshalb nicht, weil das Geld für unnütze Leidensverlängerung derer ausgegeben wird, die ihr Leben schon gelebt haben. Für Kinder und Erwachsene in jungen und mittleren Jahren fehlt es an vielem, aber offenkundig nicht deshalb, weil ältere Patienten mehr als nötig erhielten.
Stark gekürzt aus der FAZ/MartinaLenzen-Schulte

Wissenschaftler haben erstmalig Sehnerven regeneriert

   Zum ersten Mal ist es Wissenschaftlern gelungen, einen beschädigten Sehnerv zu flicken. Die amerikanischen Forscher des Schepens Eye Research Institute in Boston konnten die Übertragung vom Auge an das Gehirn regenerieren. Was sie zunächst an Mäusen getestet haben, könnte eines Tages Patienten mit Grauem Star und sogar Querschnittsgelähmten helfen, meldet die BBC. Die Ergebnisse sind ermutigend, denn bislang galten Sehnerven als irreparabel. Nervenenden vernarben und stellen keine neuen Verbindungen her. „So nahe ist die Wissenschaft noch nie an eine Möglichkeit herangekommen, Nervenstränge zu reparieren“, sagt Dong Feng Chen, der Leiter des Forscherteams.
   Offenbar hängt die Unfähigkeit des Sehnervs, sich selbst zu regenerieren, damit zusammen, dass das so ge- nannte BCL-2 Gen nicht aktiv ist. Darüber hinaus wird der Regenerationsprozess durch Narbenbildung blockiert,  die bereits kurz nach der Geburt durch Glial-Zellen initiiert wird. Dieses BCL-2 Gen ist in den von den Wissenschaftlern gezüchteten Mäusen dauernd aktiv. Doch die Fähigkeit, Glial-Gewebe zu produzieren, ist reduziert. Sie stellten fest, dass diese Tiere fähig waren, ihren Sehnerv zu regenerieren. „Wir konnten nachweisen, dass mindestens 40 Prozent des Sehnervs wieder hergestellt werden konnte. Wir glauben sogar, dass ein noch viel höherer Prozentsatz tatsächlich regeneriert war”, sagte Chen. Bis diese Erkenntnisse sich auf den Menschen anwenden lassen, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Denn bei Mäusen sind nur wenige Millimeter beschädigtes Nervengewebe zu überbrücken - bei Menschen können das mehr als zehn Zentimeter sein.

Gut für die Augen

   Spinat und Grünkohl senken das Risiko für altersbedingte Augenerkrankungen wie Makula-Degeneration und Grauer Star. Denn in dem grünen Gemüse ist viel Lutein enthalten, wie die Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände berichtet. Dieser Naturstoff ähnele den Vorstufen des Vitamins A, den Carotinoiden, die gut für die Augen seien. Ebenfalls viel Lutein enthalten Mais, grüne Salate, rote Paprika und Aprikosen. apON070211

Augentrübung klar erkennbar

   Amerikanische Forscher haben die genetischen Ursachen des altersbedingten Grauen Stars ausgemacht. Sie konnten ein Gen identifizieren, das sowohl bei Mäusen als auch bei Menschen zur Trübung der Augenlinse führt. Dass die Augenerkrankung häufig vererbt wird, war bereits bekannt, nicht jedoch der genetische Grund. Das Gen EphA2 enthält den Bauplan für ein Enzym, das beschädigte Proteine in der Linse repariert. Mit zunehmendem Alter produziert das Gen allerdings immer weniger dieses Reparaturstoffs, berichten die Forscher. Die Proteine in der Augenlinse würden zunehmend geschädigt, verklumpten und trübten so die Linse. Ab 75 Jahren leidet die Hälfte aller Menschen unter Sehstörungen durch Grauen Star. UniversityClevelandLeonardo090801

              kbwn:Grauer Star

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