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Heilige Frauen

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Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Hildegard von Bingen - Kirchenlehrerin
2. Schwester Philippa Rath OSB: Die Bedeutung der neuen Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen
3. Erzbischof Robert Zollitsch: Hildegard ist Ermutigung für Frauen in der Kirche
4.   800. Geburtstag der heiligen Elisabeth
5. Benedikt XVI.: Die Bedeutung für uns der Elisabeth
6. Liebe durchbricht alle Mauern - Audio CD der heiligen Elisabeth
7. Die Seligsprechung der Mutter Teresa von Johannes Paul II.
8. Mutter Nirmala Yoshi. 1. Nachfolgerin von Mutter Teresa: Beerdigung
9. Deutsche Mystikerin Anna Katharina Emmerich seliggesprochen
10. Laura Molla: meine Mutter - eine Heiliige - eine Inspiration für mein Leben
11. Selige Sarah Salkahazzi SSS - die Märtyrerin rettete hundert Juden das Leben 

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Papst erklärt Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin

   Die heilige Hildegard von Bingen ist zur Kirchenlehrerin erhoben. Der Papst proklamierte die Äbtissin und Visio- närin des 12. Jahrhunderts sowie den heiligen Johannes von Avila auf dem Petersplatz in Rom feierlich zu Ecclesiae Universalis doctores. Er tat dies am Sonntag, dem 07. Oktober 2012, umgeben von mehreren hundert Bischöfen, bei einer Messfeier zur Eröffnung einer vatikanischen Bischofssynode zum Thema Neuevangelisierung. Eine riesige Darstellung Hildegards – sie ist die erste deutsche Kirchenlehrerin – sowie eine weitere des Johannes von Avila, eines Priesters aus dem 16. Jahrhundert, hing während der Feier von der Fassade des Petersdomes herab. In seiner Predigt warb Benedikt XVI. für das christliche Bild von Ehe und Familie. Die rheinhessische Mysti- kerin und neue Kirchenlehrerin würdigte er als „eine Frau von lebhafter Intelligenz, tiefer Sensibilität und aner- kannter geistlicher Autorität“. Hildegard ist erst die vierte Frau, die zur Kirchenlehrerin erklärt wird. Insgesamt gibt es etwa drei Dutzend herausragende Christen, die den Titel Kirchenlehrer tragen.
Laudes Regiae: Es ist eine Liturgie aus dem Frankenreich, mit der die Feier auf der „Piazza San Pietro“ startet. Papst Benedikt und die über zweihundert Väter der Bischofssynode, darunter fast fünfzig Kardinäle und mehrere Patriarchen, tragen grüne Messgewänder; insgesamt konzelebrieren über vierhundert Priester. Die Bischofskonfe- renzen Deutschlands und Spaniens sind mit 75 Bischöfen vertreten, allerdings ist der Petersplatz nur halbvoll – wie oft im Oktober. Dabei sind aus Spanien und auch aus Deutschland viele Pilger eigens angereist. In der Litanei wird unter den Kirchenlehrerinnen erstmals auch die eigenwillige Hildegard von Bingen angerufen, die überhaupt erst im Frühjahr dieses Jahres, nach über achthundert Jahren Wartezeit, in die offizielle Heiligenliste aufgenommen worden ist.
Erste Kirchenlehrerin aus Deutschland
   „Johannes von Avila und Hildegard von Bingen haben vor allem auf Gott gehört“, erklärt der Präfekt der Heiligenkongregation, Kardinal Angelo Amato, in einer kurzen Ansprache. „Sie haben Gottes Wirken in der Ge- schichte der Welt in seiner Tiefe wahrgenommen und mit Leidenschaft und Intelligenz neue Horizonte der ewigen, geoffenbarten Schönheit erkundet.“ Zwei Frauen verlesen die Biografien der neuen Kirchenlehrer; Hildegard wird von der Äbtissin der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen, Clementia Killewald, vorgestellt. Das Kloster ist 1165 von Hildegard gegründet worden. Dann erheben sich alle, und Papst Benedikt XVI. spricht – als einziger sitzend – die lateinische Formel der Proklamation von zwei Kirchenlehrern. Damit ist die Autorin des Visionsbuches Scivias, die im 12. Jahrhundert Kaisern und Klerikern die Stirn bot, die erste Kirchenlehrerin aus Deutschland. Der einzige weitere deutsche Kirchenlehrer ist Albertus Magnus.

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   In seiner Predigt konzentriert sich der Heilige Vater vor allem auf das Thema Neuevangelisierung, dem sich die „XIII. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode“ verschrieben hat; die eigentlichen Arbeiten und Bera- tungen dazu sagte Benedikt XVI. im Vatikan: „Die Kirche existiert, um zu evangelisieren ... Auch in unserer Zeit hat der Heilige Geist in der Kirche einen neuen Elan, die Frohe Botschaft zu verkündigen, erzeugt – eine geistliche und pastorale Dynamik, die ihren umfassendsten Ausdruck und ihren maßgeblichsten Impuls im Zweiten Vatikanischen Konzil gefunden hat.“ Das Konzil wurde am 11. Oktober vor genau fünfzig Jahren eröffnet; Benedikt will am  Jahrestag von den Synodenvätern umgeben ein eigenes „Jahr des Glaubens“ beginnen.
„Ehe ist in sich ein Evangelium“
   „Die neue Evangelisierung richtet sich hauptsächlich an die Menschen, die zwar getauft sind, sich aber von der Kirche entfernt haben und in ihrem Leben keine Beziehung zur christlichen Praxis haben. Die Synodenversamm- lung (will) in jenen Menschen eine neue Begegnung mit dem Herrn begünstigen, der allein dem Leben einen tiefen Sinn verleiht und es mit Frieden erfüllt; um die Wiederentdeckung des Glaubens zu fördern, der eine Quelle der Gnade ist, die Freude und Hoffnung in das persönliche, familiäre und gesellschaftliche Leben trägt.“
   Im Anschluss an den Text des Sonntagsevangeliums kommt der Papst in seiner Predigt auf das Thema Ehe und Familie zu sprechen. Er wolle eine „vielleicht nicht voll zur Geltung gebrachte Wahrheit deutlicher ins Bewusstsein rufen“:
   „Die Ehe ist in sich ein Evangelium, eine Frohe Botschaft für die Welt von heute und besonders für die entchristlichte Welt. Die Vereinigung von Mann und Frau, durch die sie „ein Fleisch“ werden in der Liebe, in der fruchtbaren und unauflösbaren Liebe, ist ein Zeichen, das mit Nachdruck von Gott spricht, mit einer Beredsamkeit, die in unseren Tagen noch gewichtiger geworden ist, weil die Ehe leider gerade in den seit alten Zeiten evange- lisierten Gebieten jetzt aus verschiedenen Gründen eine tiefe Krise durchmacht. Und das ist kein Zufall.“
   Die Ehe sei in tiefer Weise „an den Glauben gebunden“, sie fuße auf einer vom dreifaltigen Gott kommenden Gnade. „Heute können wir im Kontrast zu der schmerzlichen Wirklichkeit so vieler Ehen, die leider schlecht ausgehen, die ganze Wahrheit dieser Aussage erfassen. Es besteht eine offenkundige Entsprechung zwischen der Krise des Glaubens und der Krise der Ehe. Und wie die Kirche seit langem behauptet und bezeugt, ist die Ehe berufen, nicht nur Objekt, sondern auch Subjekt der neuen Evangelisierung zu sein.“
„Hildegard – Patronin des guten Rates“
   Mit Verve erinnert der Papst auch an die vom Konzil neu in Erinnerung gerufene „allgemeine Berufung zur Heiligkeit“. Die Heiligen seien „die wahren Protagonisten der Evangelisierung in all ihren Ausdrucksformen”. Ihre Sprache – „die der Liebe und der Wahrheit“ – sei „allen Menschen guten Willens verständlich“. Benedikt würdigt zunächst den heiligen Johannes von Avila, einen Ordenspriester, der in Südspanien missionierte und übrigens auch unliebsame Bekanntschaft mit der Inquisition machte. Er sei „von einem brennenden missionarischen Geist erfüllt” gewesen. Dann kommt Benedikt auf die neue Kirchenlehrerin zu sprechen:
   „Die heilige Hildegard von Bingen, eine bedeutende weibliche Gestalt des 12. Jahrhunderts, hat ihren wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Kirche ihrer Zeit geleistet, indem sie ihre von Gott erhaltenen Gaben zur Geltung brachte, wobei sie sich als eine Frau von lebhafter Intelligenz, tiefer Sensibilität und anerkannter geistlicher Autorität erwies. Der Herr schenkte ihr einen prophetischen Geist und eine leidenschaftliche Fähigkeit, die Zeichen der Zeit zu unterscheiden. Hildegard besaß eine ausgeprägte Liebe zur Schöpfung und beschäftigte sich mit Medizin, Dichtung und Musik. Vor allem bewahrte sie immer eine große und treue Liebe zu Christus und seiner Kirche.“
   Eine Würdigung Hildegard aus dem Mund ihres Landsmannes auf dem Stuhl Petri gibt es später dann auch noch mal auf deutsch: als der Papst zum Abschluss der Messe den „Engel des Herrn“ betet.
   „Einen frohen Gruß richte ich an die vielen Gäste aus den Ländern deutscher Sprache. Mit der heiligen Messe heute morgen habe ich die 13. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode mit dem Thema „Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens“ eröffnet. Als Vorbilder für die Weitergabe des Glaubens begleiten uns die beiden neuen Kirchenlehrer: Johannes von Avila und Hildegard von Bingen. Johannes beschreibt die Nachfolge Christi als ein inneres Voranschreiten, das sich auf das persönliche Gebet und die Einübung der Tugenden stützt. Hildegard ist eine Patronin des guten Rates. Sie setzt ihr großes Wissen ein, um Menschen zu helfen, mehr im Einklang mit Gott, unserem Schöpfer und Erlöser, zu leben. Begleiten auch wir mit unserem Gebet diese Synodenversammlung und bitten wir, dass der Heilige Geist uns führe auf allen Wegen!“
   Für das startende Glaubensjahr empfahl Papst Benedikt in seiner Angelus-Ansprache ein häufigeres Beten des Rosenkranzes in den Familien. RV121007sk

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Vorbild authentischen Lebens
Schwester Philippa Rath OSB über die Bedeutung der neuen Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen

Papst Benedikt XVI. hat Hildegard zur Kirchenlehrerin eroben. Was erhoffen Sie sich als Ordensfrau von die- sem Ereignis?
   Mit der Erhebung der heiligen Hildegard zur Kirchenlehrerin geht für mich zunächst einmal eine lang gehegte Hoffnung in Erfüllung. Unserer Klosterpatronin wird nun die Ehre zuteil, die ihr seit langem gebührt und die ihr seit Jahrhunderten durch die Verehrung der Menschen zuteil wurde. Sie war und ist eine große prophetische Gestalt: kraftvoll, mutig und im wahrsten Sinne wegweisend. Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass der Blick nun verstärkt auf ihre einzigartige theologische Lebensleistung gerichtet wird und dass wir uns von ihr Wege zu einem vertief- ten Glauben und zu einem heilen und auch heiligem Leben weisen lassen.
Was hat diese Frau, die vor 900 Jahren lebte, der Kirche von heute zu sagen?
   Hildegard hat uns in ihrem Werk eine umfassende Verhältnisbestimmung von Gott, Welt und Mensch geschenkt, eine wahrhaft kosmologische Theologie. Schon das ist unvergleichlich. Sie verkündet den Menschen den Glauben in visionärer, bildhafter Sprache und führt sie zu einem tieferen Verständnis der Heiligen Schrift. Hildegard lebte ganz und gar aus der Heiligen Schrift. Sie war der Urgrund ihres Lebens und ihrer Lehre. Deshalb waren Leben und Lehre für sie auch eins. Das macht sie so überzeugend und in gewisser Weise auch populär. Denn die Men- schen heute suchen so sehr nach Vorbildern authentischen Lebens. Allerdings ist es kein leichtes Unterfangen, sich Hildegard zu nähern. Man braucht Zähigkeit und Geduld, um manche Fremdheiten in ihren Texten zu überwinden. Wer sich aber auf sie einlässt, dem öffnen sich immer neue Horizonte und Zusammenhänge.
Das Jahr des Glaubens steht bevor. Inwieweit kann hier die heilige Hildegards die ja auch von Menschen ge- schätzt wird, die der Kirche fernstehen, Impulse setzen?
   Zu unserer Abtei kommen alljährlich viele Tausende von Menschen, die dem Glauben und der Kirche eher fern- stehen, die aber auf der Suche sind. Auf der Suche nach Sinn, nach tragenden Werten, nach Orientierungs- punkten, letztlich nach Gott. Die heilige Hildegard hat auch nach beinahe 900 Jahren eine ungeheure Strahlkraft, vielleicht weil ihre Theologie so geerdet und lebenszugewandt ist. Gerade darin erweist sie sich als eine echte Benediktinerin. Wir sind überzeugt, dass es mit ihrer Hilfe gelingt, Menschen wieder neu für Gott, für sein Wort, wie es uns in der Heiligen Schrift begegnet, und für ein authentisches Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu begeistern. Insofern ist sie genau die richtige Frau zur rechten Zeit, um im nun beginnenden Jahr des Glaubens wegweisende Akzente zu setzen. Akzente übrigens durchaus auch mitten in unsere Kirche hinein. Denn die heilige Hildegard hält ja allen den Spiegel vor und ruft jeden zur Umkehr: Bischöfe und Priester, Ordensleute und Laien, alle und jeden Einzelnen ganz persönlich.
Was halten Sie für das Besondere an der Theologie der neuen Kirchenlehrerin?
  
Ich sagte schon, dass die heilige Hildegard eine wahrhaft kosmologische Summe der Theologie vorgelegt hat und das in einem ungeheuer breiten Spektrum an literarischen Formen. Sie hat drei große theologische Visionswerke verfasst, die in sich eine Trilogie bilden. Sie hat Briefe und Predigten hinterlassen, sie hat litur- gische Gesänge komponiert und auch naturheilkundliche Schriften verfasst. Dies alles bildet eine untrennbare Einheit, sozusagen einen ganzheitlichen Entwurf. Besonders faszinierend ist für mich vor allem Hildegards Schöpfungstheologie, in der sie den Menschen als Geschöpf Gottes in der Mitte der Schöpfung und verantwortlich für die Schöpfung ins Zen- trum ihrer Betrachtung und Lehre rückt. Das war schon außergewöhnlich im 12. Jahrhundert und erscheint mir auch heute nichts an Bedeutung und Aktualität verloren zu haben.  DT121006DavidBrehm

aep-aepRobertZollitsch-x     „Hildegard ist Ermutigung für Frauen in der Kirche“  

   Hildegard von Bingen ist eine Ermutigung für Frauen in der Kirche, sich mit ihren Fähigkeiten einzubringen und die Kirche mitzugestalten. Das meinte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bei einem Empfang in Rom nach Hildegards Erhebung zur Kirchenlehrerin. Kurz vor dem 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, dessen theologische Kraft bis heute nichts an Bedeutung verloren habe und mit Leben gefüllt werden müsse, gelte es auch, Hildegards großes theologisches Erbe lebendig zu halten, in die Gegenwart und in das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des Glaubens“ hineinzutragen, so Erzbischof Zollitsch. „Das Konzil als Auftrag und Verpflichtung, den Glauben in die Welt hinein zu tragen, und die mystische Theologie Hildegards helfen uns, keine falsche Trennlinie zwischen Gott und der Welt zu errichten“, so Zollitsch wörtlich.„Wir leben in dieser Welt, um als Kirche die Menschen unserer Tage für die frohe Botschaft Gottes aufzuschließen und so dem Auftrag unseres Herrn zu folgen.“  RVsk121007sk

Elisabet,TilmannRiemenschne 800. Geburtstag der heiligen Elisabet  StElisabet

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Benedikt XVI. zeigt in einer Predigt in München zum 25-jährigen Bestehen der Sankt-Elisabet-Kirche
was uns Elisabet bedeutet:
Gott entdecken, die Menschen zur Selbsthilfe befähigen und in Jesus Christus hineinsterben

Menschen öffnen die Türen
   In der Christenheit ist es seit ältesten Zeiten Brauch, die Kirchen, die Gotteshäuser wie einen Menschen mit Na- men zu belegen, so dass sie uns gleichsam mit einem menschlichen Gesicht entgegentreten und uns so einladen zum Herrn. Ursprünglich hing dies damit zusammen, dass die Christen in der Zeit der Verfolgung weder Recht noch Mittel hatten, Gotteshäuser zu bauen und ihren Gottesdienst daher nur halten konnten, wenn irgend jemand ihnen einen Raum dafür zur Verfügung geben konnte. Und so sagte man: Wir gehen zum Gottesdienst zur Cäcilia, zu Chrysogonos, zur Anastasia. Menschen waren es, die der Kirche ihren Lebensraum eröffneten, die ihr die Tür auftaten, damit sie Volk Gottes werden und mit dem Herrn zusammen das österliche Geheimnis der Eucharistie feiern können. Später wurden aus solchen Räumen dann Kirchbauten, und sie trugen noch immer den Namen dessen, der zuerst dort der Kirche die Tür aufgetan hatte. Sie wurden nun zu Patronen, zu lebendigen Einladun- gen über die Zeiten hin. Und dieser Brauch ist dann geblieben. Nun sind es gleichsam die Heiligen, die mit ihrem Namen uns zum Herrn hin einladen, uns den Raum öffnen durch ihr Leben, damit wir ihn finden können. So will die Heilige Elisabet in diesem Stadtteil gleichsam den Raum auftun, die Türe öffnen, Hinweis sein, Weg zum Herrn. Sie haben in diesem Festjahr sicher vieles über sie gehört und gedacht. Und dennoch, meine ich, dass es sinnvoll sei, sie als eine adventliche Gestalt, als eine, die mit dem Licht in der Hand, in ihrem ganzen Leben, dem Herrn ent- gegengeht und uns voranleuchtet, noch einmal in dieser Stunde anzuschauen. Zwei Dinge gehen an ihr den modernen Menschen ganz unmittelbar an:
Elisabet - ein Mensch der Nächstenliebe
  Das eine, dass sie ein Mensch der Nächstenliebe, der sozialen Tat gewesen ist. Und dabei hat sie nicht einfach aus erhabener Höhe heraus ab und zu Almosen gespendet. Auch nicht, wie etwa die Herrscherdamen des Ersten Weltkriegs manchmal, sich in das Lazarett oder zu einer Armenspeisung begeben,  sondern wirklich selbst mit den Armen mitgelebt. Sie hat die einfachsten Dinge der Krankenpflege selbst getan: die Kranken gereinigt,  ihnen ge- holfen, gerade in den niedrigsten Diensten, sie neu gekleidet, für sie Gewänder gewoben, mit ihnen mitgelebt, ihr Schicksal geteilt und am Ende selbst nur noch von ihrer Hände Arbeit gelebt. Sie wollte eine der ihren werden und sie wollte nicht bloß in einer bösen Welt da und dort Gutes tun, sondern eine bessere Ordnung der Gerechtigkeit aufbauen. Deswegen hat sie abgelehnt, am Tisch ihres Gatten von den Dingen zu essen, die eigentlich den Bauern gehört hätten, und die ihnen mit Gewalt weggenommen worden waren. Deswegen hat sie überhaupt nicht einfach ausgeteilt, sondern den Menschen Werkzeuge geschaffen, damit sie selbst ihre Existenz aufbauen konn- ten, ihnen dazu geholfen, sich selbst helfen zu können, und so auf eigenen Füßen zu stehen. Sie hat wirklich gesucht, Gleichheit, Gerechtigkeit unter den Menschen zu gründen.
- ein menschlicher Mensch
 Das zweite, was uns an ihr heute einleuchtet, ist, dass sie so ganz menschlich gewesen ist. Gar nicht, wie wir uns manchmal die Heiligenbilder vorstellen: verkrampft und fern, sondern sehr direkt. Leidenschaftlich hat sie das Tan- zen, das Reiten geliebt. Ihren Mann von ganzem Herzen geliebt und, entgegen den Maßen der Zeit, die Zärtlichkeit zu ihm nicht gescheut. Wir wissen, wie tief es sie erschüttert hat, als sie die Nachricht von seinem Tod empfing. Sie  lief  durch die Säle der Wartburg und sagte dann: „Tot ist er, dann ist die Welt mir tot.” Und sie hat solche Menschlichkeit wiederum im Umgang mit allen gezeigt. Zu ihren Dienstmädchen sagte sie: „Redet mich nicht mit Durchlaucht an. Sondern sagt ,du' und sagt einfach ,Elisabeth' zu mir.” Mit alledem, mit dieser einfachen Mensch- lichkeit,mit der sie die Standesunterschiede wegschob, mit der sie Mensch unter Menschen war, und mit dieser Dienstbereitschaft, mit der sie auch Not und Armut auf sich nahm, um den anderen dienen zu können, ist sie weit aus den Maßen ihres Jahrhunderts herausgetreten. Aber, wenn wir ehrlich sind, nicht nur aus den Maßen ihres Jahrhunderts, sondern aus den Maßen jedes Jahrhunderts. Denn alle Jahrhunderte leben in ihren Vorurteilen; nur erkennt man die der früheren Zeiten leichter als die der eigenen. Sie hat das wahre Menschsein gefunden. Und dies ist nun die Frage, die bei einer solchen Gestalt entsteht: Wie konnte sie entgegen allem Brauch der Zeit und gegen alles, was sie als Gewohnheit und Selbstverständlichkeit umgab, so wahr, so richtig Mensch sein? Wie hat sie das Menschsein so verstehen, so leben, so erlernen können?
Sie hat Gott entdeckt
  Die Antwort wird deutlich, wenn wir erfahren, dass sie mitten im Spiel als Kind schon aussetzte und sagte: „Jetzt will ich eine Pause machen, die für Jesus gilt, und für ihn da sein.” Dass sie im Tanz aussetzte und sagte: „Die nächste Runde nicht - sie gehört ihm.” Dass sie nächtens sich von der Nähe des geliebten Mannes trennte, sich auf den Boden legte und sagte: „Jetzt will ich für ihn da sein und an seiner Armut teilhaben.” Gott war für sie Wirk- lichkeit. Sie hat ihn als Wirklichkeit genommen und ihm darum Zeit ihres Lebens eingeräumt, sich ihm und seine Nähe etwas kosten lassen. Und weil sie Gott wirklich entdeckt hat, weil Jesus Christus ihr nicht eine ferne Gestalt, sondern der Herr und Bruder ihres Lebens geworden war, darum hat sie von Gott her den Menschen, das Abbild Gottes, entdeckt, und darum Gottes Gerechtigkeit und Gottes Liebe unter die Menschen tragen wollen und kön- nen. Nur wer Gott findet, kann auch wahrhaft menschlich werden.
  Nun steht da eine Frage auf, denn wir möchten wohl sagen: „Schön wäre es, Gott so wirklich zu nehmen wie die Dinge, die wir in unserem Leben greifen können. Gott so nah zu erkennen, dass er unser Leben durchdringt. Aber, wie kann man eigentlich Gott so finden, wie kann man so wach werden für ihn, so bereit für ihn, dass man seinen Anruf mitten im Alltag annimmt und ihn erkennt?” Ich glaube, zwei Antworten sind mit dem, was wir eben bedach- ten, schon gegeben.
Zeit haben für Gott
   Eine erste Antwort ist die: Wer Gott erkennen will, muss bereit sein, für ihn Zeit zu haben. Man muss bereit sein, ihn sich etwas kosten zu lassen. Gott drängt sich uns nicht auf. Er läuft uns nicht nach. Er ruft unsere Freiheit. Und nur, wenn wir selbst ja sagen,  wenn wir auch für ihn uns einüben und bereiten, wenn wir seine Nähe uns etwas kosten lassen, wenn er Zeit und Kraft unseres Lebens erhält, dann kann der Weg sich öffnen. Wenn wir leben als solche, die ihn anerkennen und als Wirklichkeit nehmen, und auch so verfahren, dann wird er uns Wirklichkeit, dann erfahren wir ihn.
Gott in den Menschen suchen
  Und das zweite: Sie hat so gelebt wie jemand, der Gott in den Menschen sieht. Sie hat sich selbst, den ange- borenen Egoismus, überwunden und um die Gerechtigkeit und Liebe für die Menschen gekämpft. Und da gibt es nun einen gegenseitigen Einfluss. Wer von Gott her auf die Menschen zugeht und Liebe zu schenken sich müht, der wird auch wieder tiefer zu Gott hingeführt. Er kennt ihn als wahr. Und umgekehrt: Wer für Gott Zeit hat, dem wird es leichter, auch den Menschen zu dienen und sie zu lieben. Beides trägt und bedingt einander, greift ineinander.
Ins Gebet nehmen
   Und noch zwei Beobachtungen möchte ich hinzufügen. Die erste schließt an eine kleine Begebenheit an, die aus ihrem Leben überliefert ist. Zeugen berichten, dass eine adelige Dame mit ihrem Sohn, der ein reichlich liederliches Leben führte und auch physisch ziemlich herabgekommen war, zu Elisabet kam in der Meinung, dass sie ihn sozu- sagen gesundbeten könne. Aber Elisabeth hält nichts von solchen Praktiken. Sie spricht diesen jungen Mann sehr scharf an und fragt ihn, was er sich eigentlich denke, wenn er ein so lästerliches Leben führe. Auch hier geht es ihr um Hilfe zur Selbsthilfe. Nicht einfach etwas von außen aufstülpen, sondern ihn „er selbst” werden zu lassen. Er antwortet nur, indem er sagt, sie solle doch für ihn beten. Und ihre Antwort wiederum lautet: „Zuerst musst du selbst beten lernen, dann will ich auch mit dir beten.” Und sie fängt sofort an damit. Er muss sich mit ihr hinknien, mit ihr beten. Und die Gebete einer Heiligen sind groß; sie vergisst Raum und Zeit darin. Und alsbald begann der verdutzte junge Mann, der solches nicht gewöhnt war, nach dem Amen zu schreien. Aber da gab es keine Scho- nung. Er musste in diesem Gebet bleiben. Und die Zeugen erzählen ganz lustig, dass er allmählich direkt ins Schwitzen kam und geradezu dampfte, so mühsam wurde es für ihn. Und nach langer Zeit kam dann endlich das Amen. Und da sei er dann schon bald gesund gewesen, sagen sie.
   Ich glaube, das ist eine Geschichte, die uns sehr viel zu sagen hat. Wir empfehlen uns dem Gebet der Heiligen, aber sie verlangt von uns, dass wir uns mit ihr hinknien und mit ihr Mitbetende werden. Dass wir uns mit ihr in dieses Gebet hineinnehmen lassen. Und ich glaube, es ist gerade der Ruf einer solchen Elisabetkirche, dass sie uns so ins Gebet nehmen will in diesem doppelten Sinn. Dass sie betet für uns, aber dass wir mit eintreten in den Rhythmus des Betens. Nur wenn wir auch einmal die Schwelle der Bequemlichkeit überschreiten, beten und Litur- gie feiern nicht nur dann, wenn es uns gefällt und solange es uns etwas gibt und wir spüren, dass es schön ist, sondern auch dann, wenn wir sozusagen zu schwitzen anfangen und auf das Amen warten. Und nur wenn wir solche Mühsal auf uns nehmen, von ihr ins Gebet genommen zu werden, dann können wir selbst Betende, und von innen her gesund werden.
  Dieser Ruf geht von diesem Kirchenraum aus, hier immer wieder mit ihr ins Gebet zu gehen und es von hier aus in unsere Häuser zu tragen, dass sie nicht gottleere Räume werden. Ich glaube, dass dies für eine Familie, für jeden einzelnen, für das Bestehen des Alltags grundlegend ist. Für Unser inwendiges Gesundwerden, dass kein Tag ohne Gebet sei. Dass am Morgen Gott Zutritt hat in unser Leben, und dass wir nicht weggehen von ihm, ohne noch einmal Zeit gehabt zu haben für Gott. Dann lernen wir ihn, dann erfahren wir ihn und dann werden wir auch fähig, einander gut zu sein.
Auf das Wort der Schrift hören
   Und das Letzte noch. Papst Gregor IX. hat ihr, da er wusste, wie sie sich rastlos für den Dienst an den Menschen verzehrte, einmal einen Brief geschrieben, in dem er ihr sagte, sie solle sich ruhig auch einmal Zeit lassen, auf den Herrn, auf die Heilige Schrift zu hören. Sie solle, wie Maria zu Betanien, sich einfach zu Füßen des Herrn nieder- lassen, ihn anhören. Und der Brief schließt mit den Worten: „Geh nicht weg von den Füßen des Herrn, bis du nicht den warmen Südwind seines Erbarmens  im Garten deiner Sinne spürst.” Dies ist die bildhafte Sprache des Mittel- alters. Er will sagen: „Bleib ruhig bei ihm. Höre ihn. Höre auf das Wort der Schrift, bis die Wärme seines Erbarmens dich durchdringt und dich ruhig, gelassen und froh macht.” Sie hat diesen Brief des Papstes sehr ernst genommen und sich tief versenkt in die Heilige Schrift. Sie war wirklich jemand, der Jesus kannte, der immer wieder hinein- drang in sein Wort und es so immer tiefer verstehen lernte.
Hineinsterben ins Leben
   Wiederum berichten die Zeugen vom Tage ihres Todes, sie sei sehr gelassen, ja fröhlich gewesen. Da sie den Bräutigam erwarte, wie sie sagen. Und sie habe den Tag über erzählt von dem Schönsten, was sie sich aus Pre- digten gemerkt habe, und immer wieder aus dem Reichtum der Heiligen Schrift und aus der Geschichte Jesu. Als sie sah, wie die Menschen um sie herum weinten, erzählte sie ihnen von den drei Anlässen, da Jesus geweint hat: am Grab des Freundes in Betanien, im Angesicht der Stadt Jerusalem, die er so liebte, und die sich seinem Ruf versagte, und in der letzten Einsamkeit des Kreuzes. Sie trocknet die Tränen der Menschen, indem sie sie gleich- sam in die Trauer Jesu hineinlegt, darin birgt und darin reinigt. Dann wurde es allmählich Mitternacht und nun kam eine besondere Heiterkeit über sie. Sie bat die Umstehenden jetzt ganz still zu sein und fuhr fort: „Wir müssen nun von Christus, dem Heiland, und von dem Christuskind sprechen, denn Mitternacht ist nahe, die Stunde, da das Jesuskind geboren wurde und in einer Krippe lag”. Mitten im Angesicht des Todes ist die Zeit ihr hell von dem Geheimnis des kommenden Jesus Christus. Man sieht daran, wie wirklich es ihr war. Sie bittet, still zu sein, weil gleichsam die Stunde des Kindes da ist. Die Nacht ist ihr nicht dunkel und die Nacht des Todes nicht schrecklich, sondern hell von dem Licht des Kindes, das in der Mitte der Nacht zu uns gekommen, uns entgegengegangen ist. Sie sieht dieses Licht Gottes, das ihr das Dunkel der Erde hell macht. Ihre letzten Worte lauteten: „Und dann er- schuf er einen ganz neuen Stern, wie man ihn noch nie zuvor gesehen hatte”.  Die Stunde des Sterbens wurde ihr die Stunde der Helligkeit Gottes, die Stunde des Advents. Adventliche Stunde, in der sie bereit dem Herrn entge- genging. In der Stunde ihres Todes spricht sie von dem Stern, der die Weisen zu Christus geführt hatte. Und in dieses Wort hinein, in diesen Glauben hinein, ist sie gestorben. Sterben war ihr gleichsam das Aufgehen in das Licht Jesu Christi. Sie hätte in dieser Stunde vom Stern nicht sprechen, ihn nicht sehen können, wenn sie nicht ihr ganzes Leben lang, wie die Weisen aus dem Morgenland, diesen Stern geschaut hätte und ihm nachgegangen wäre.
  „Dann erschuf er einen neuen Stern, wie man ihn noch nie vorher gesehen hatte.” Nun ist Elisabet selbst zu einem solchen Stern geworden, der uns auf Christus, den Quell des Lichtes hinführt. Und diese Kirche möchte gleichsam immer wieder diesen neuen Stern vor unser aller Seelen, vor Sie, hinstellen, damit der Stern Wegweiser werde zu dem Quell des Lichtes, das unsere Nacht erhellt. Damit er uns zu adventlichen Menschen mache, die von der Freude des gekommenen Herrn erfüllt sind und die von ihm her den Weg gehen.

Buc-Elisabeth-Audio-CD-z   Elisabeth - Audio CD

Liebe durchbricht alle Mauern. Die heiligen Elisabeth von Thüringen
Petra Kehl: Audio-CD, ca. 70 Minuten Spielzeit EUR 16,90 EAN 3-930883-30-9
  Nur 24 Jahre währte das Leben Elisabeths von Thüringen. Und doch reichte diese kurze Zeitspanne aus, um einen Ehrenplatz in der Erinnerung der Nachwelt zu erhalten. Doch wie sahen die Zeitgenossen diese ungewöhnliche Frau, die bereitwillig auf ihre Fürstenkrone verzichtete, um als Arme Christi den Armen und Kranken zu dienen? Sieben Personen aus Elisabeths Umfeld nehmen in zwar fiktiven, sich aber an den historischen Fakten orientierenden Statements Stellung. Eine Aufnahme des Domradios Köln.
Sprecher: Hede Beck, Christian Büsen, Tobias Fricke, Hildegard Meier, Leo Neu
Verlag Petra Kehl, Sturmiusstraße 9, 36037 Fulda www.verlag-kehl.de  eMail: info@verlag-kehl.de

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Foto oben links: Mutter Teresa  mit Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom.
“The Communion of Mother Teresa” ist ein “Universe exclusive art print”.
Sie können diesen Kunstdruck (DIN A4) direkt bestellen unter: www.durand-gallery.com

Die wohl bedeutendste Seligsprechung unter Johannes Paul II. war die Erhebung von Mutter Teresa,
Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe, zur Ehre der Altäre.

Einfach für andere da sein, lieben und teilen. Das ist das schlichte Konzept der Mutter Teresa.
 “Um Entwicklungspolitik müssen sich andere kümmern”.

   Mutter Teresa von Kalkutta, deren Geburtsname Agnes Bojaxhiu lautete, wurde am 27. August 1919 in Skopje (Albanien, heute Mazedonien) geboren. Im Alter von 18 Jahren entschloss sie sich zum Eintritt in die Kongregation der Missionarinnen Unserer Lieben Frau von Loreto. Am 24. Mai 1931 legte sie die einfachen Gelübde ab und erhielt den Ordensnamen Teresa. Als Lehrerin für Geografie und Geschichte nach Kalkutta gesandt, erkannte sie, dass es notwendig war, den Armen zu helfen und unter ihnen zu leben. Im Jahre 1950 wurde ihre Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe offiziell gegründet, und Missionarin der Nächstenliebe war sie dem Namen nach und in der Tat, wobei sie ein solch mitreißendes Beispiel abgab, dass ihr viele junge Menschen folgten, bereit dazu, alles zu verlassen, um Jesus, der in den Armen gegenwärtig ist, zu dienen. Und Mutter Teresa, zerbrechliche und doch ungebändigte Ordensschwester, bekleidet mit dem weißen Ordenshabit mit blauer Borte, begann ihren rastlosen Weg zur Erleichterung der Leiden der Ärmsten. “... weil die Armen der Weg sind”, sagt Mutter Teresa, “durch den wir unsere Liebe zu Gott ausdrücken”.

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            Das Leben ist eine Chance
            Das Leben st eine Chance, nutze sie.
            Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
            Das Leben ist ein Traum, verwirkliche ihn.
            Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie.
            Das leben ist ein Spiel, spiele es.
            Das Leben ist kostbar, gehe sorgfältig damit um.
            Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr.
            Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es.
            Das Leben ist Versprechen, erfülle es.
            Das Leben ist eine Hymne, singe sie.
            Das Leben ist Herausforderung, stelle dich ihr.
            Das Leben ist ein Abenteuer, wage es.
            Das Leben ist Glück, verdiene es.
            Das Leben ist das Leben, verteidige es.
                                                   Mutter Teresa

Foto unten rechts: Februar 1986: Papst Johannes Paul II. umarmt während seines Besuches in Kalkutta die Ordensgründerin Mutter Teresa.Heute gehören 4.500 Schwestern dem Orden an. Sie arbeiten in 710 Klöstern und Krankenhäusern in 131 Ländern. Unter der Leitung von Sr. Nirmala sind in den letzten fünf Jahren  116 weitere Häuser dazugekommen. In Deutschland arbeitet der Orden in Berlin, Hamburg, München, Essen, Chemnitz und Mannheim.

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“Frieden beginnt mit einem Lächeln! Lächle fünfmal am Tag einem Menschen zu,
dem du gar nicht zulächeln willst. Tue es um des Friedens willen.”  Mutter Teresa

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Foto: Autogramm von Mutter Teresa:  “Gott segne Dich!  M.Teresa MC”

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   “Mutter Teresa ist ein Symbol der Liebe und des Mitleids. Als Mutter Teresa noch unter uns lebte  waren wir Zeugen ihres leuchtenden Beispiels aller christlichen Tugenden. Ihr Leben als Dienst der Liebe für die Armen hat viele ermutigt denselben Weg zu gehen. Ihr Zeugnis und ihre Botschaft erreicht Menschen aller Religionen als ein Zeichen dafür, dass “Gott heute noch unsere Welt liebt”. In den letzten fünf Jahren seit Mutter Teresas Tod, haben Menschen ihre Hilfe gesucht und haben Gottes Liebe durch ihre Gebete erfahren. Täglich kommen Pilger von Indien und aller Welt zu ihrem Grab und viele mehr folgen ihrem Beispiel des demütigen Dienstes der Liebe an den Ärmsten, vorrangig in ihren eigenen Familien. Mutter Teresa hat oft gesagt:  
 “Heiligkeit ist nicht ein Luxus für wenige, sie ist eine schlichte Pflicht für jeden von uns.”
     Möge ihr Beispiel uns helfen, nach Heiligkeit zu streben: Gott zu lieben, Achtung und Liebe jedem menschlichen Wesen entgegenzubringen, das nach dem Bild Gottes geschaffen ist und in dem Gott wohnt, und Sorge zu tragen für unsere armen und leidenden Schwestern und Brüder. Mögen alle Kranken, Leidenden und jene, die Gottes Hilfe suchen, in Mutter Teresa einen Freund und Fürsprecher finden. 
            Sr.M.Nirmala, MC Generalsuperiorin     Foto oben rechts

Eine Büste von Mutter Teresa
   sorgt derzeit für Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen in dem Balkanland. Die Gründerin der "Missionarinnen der Nächstenliebe” war albanischer Herkunft. Albanische Katholiken wollen nun in ihrer Heimatstadt Scutari ein Denkmal für die Selige errichten. Dagegen protestierten drei große muslimische Organisationen. Die Büste sei eine "Provokation, die das religiöse Zusammenleben bedroht”. “Die Errichtung eines solchen Denkmals in einer mehrheitlich von Muslimen bewohnten Stadt, kann zu großen Spannungen führen”, heißt es in einer Stellungnahme der muslimischen Vereinigungen. ansaRV070331

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   Im Petersdom zu Rom legten neun Missionarinnen von der Nächstenliebe (Schwestern von der Mutter Teresa) die ewigen Gelübde ab. Der Zelebration am Kathedra-Altar stand der Erzpriester der vatikanischen Basilika, Erzbischof Angelo Comastri, vor.

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Im Hamburger Abendblatt schreibt Renate Scheider:
   „Hungrig sein hat nicht nur mit Brot zu tun, viel bitterer ist der Hunger nach Liebe", predigte eine kleine zarte Frau ihr Leben lang: Mutter Teresa, die vor 100 Jahren in Skopje in Mazedonien geboren und katholisch getauft wurde. Schon zu Lebzeiten war sie nicht nur für Christen, sondern für die Ärmsten dieser Welt, Kranke und Sterbende zu einem Symbol des Glaubens,der Liebe und der Hoffnung geworden. Demütig, bescheiden, aber unerschrocken und unermüdlich kämpfte sie gegen Not, Elend und Armut bis zu ihrem Tod 1997.
   Ich habe diese zierliche, mit einem starken Glauben versehene Frau noch kennenlernen dürfen - bei ihrem Besuch in Hamburg im April 1989, als sie versprach, vier ihrer „Missionarinnen der Nächstenliebe" in das von ihr eingeweihte Haus Betlehem auf St. Pauli zu schicken, um dort Menschen ohne Obdach täglich eine warme Suppe auszugeben und sich Zeit für die Sorgen der oft Verzweifelten zu nehmen. „Ich habe kein Gold und kein Silber", sagte sie, „aber ich gebe euch meine Ordensschwestern."
   Dank der großzügigen Spende einer Leserin konnten wir das Haus Betlehem damals mit 10.000 Mark unterstützen. Mutter Teresa schrieb mir daraufhin: „Liebe Renate, unser Haus in Hamburg ist Gottes Geschenk für die Menschen in dieser großen Stadt, die danach streben, an dem Werk der Liebe für die hungrigen und heimatlosen Christen teilzuhaben. Gottes Wege sind wundervoll. Es ist seine Absicht, eine Welt zu erlösen, welche er so großartig schuf, aber die doch all seine Liebe vergessen hat. Und so sind Menschen, die unerwünscht, einsam und leidend sind, sehr nahe seinem Herzen. Gott segne Sie, Ihre Teresa".
   Diesen Brief und die Worte, die mir Mutter Teresa auf den Weg gab, habe ich nie vergessen: „Es sollte niemals jemand zu dir kommen, ohne dass er dich glücklicher verlässt und es ihm besser geht." Es ist so einfach, unsere Welt etwas liebevoller zu machen: mit einem netten Wort oder einfach einem kleinen Lächeln.  HA100801

 Die albanische Ordenschwester Mutter Teresa St-MutterTeresa-3-Z bald Heiligsprechung?

  Die wissenschaftlich unerklärbare Heilung eines Brasilianers, der einen bösartigen Hirntumor im Endstadium hatte, könnte den Weg freimachen für eine Heiligsprechung von Mutter Teresa - und zwar noch im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit. Das berichtet das Webportal „Vatican Insider“. In der brasilianischen Stadt Santos laufe derzeit das diözesane Verfahren zur Prüfung des Wunders. In den vergangenen Jahren seien im Vatikan unzählige Hinweise auf mögliche Wunder in Verbindung mit Mutter Teresa eingegangen. Der Apostolische Stuhl habe sich dann dazu entschieden, das mögliche Wunder von Santos zu prüfen, da der Kranke geheilt wurde, nachdem er intensiv um Fürsprache der Ordensschwester gebetet hatte, so „Vatican Insider“ weiter. Aus dem Vatikan gibt es für diese Darstellung, wie üblich, keinerlei Bestätigung.
   Die gebürtige Albanerin Mutter Teresa wirkte im 20. Jahrhundert unter Ausgestoßenen in der indischen Stadt Kalkutta; sie bekam für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis und gründete die Gemeinschaft „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Schon sechs Jahre nach ihrem Tod, im Jahr 2003, wurde sie von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Rv150615vatican insider

Mutter Theresa - Heiligsprechung in Kalkutta?
   Die Indische Bischofskonferenz bittet den Papst darum, dass die Heiligsprechung von Mutter Teresa von Kalkutta in der nordindischen Millionenstadt vorgenommen wird. Das berichtet die „Times of India“. Die Bischöfe hätten dem Papst geschrieben, unmittelbar nachdem dieser am 17. Dezember den Weg für eine Heiligsprechung der Friedensnobelpreisträgerin freigegeben hatte.
   In ihrem Brief bitten die Bischöfe Franziskus, nächstes Jahr selbst nach Kalkutta zu reisen und der Heiligsprechung dort vorzustehen. Die aus Albanien stammende Mutter Teresa, Gründerin der „Missionarinnen der Nächstenliebe“, wirkte jahrzehntelang in Kalkutta.
   Sollte der Papst dem Wunsch nachgeben, wäre es die erste Heiligsprechung auf indischem Boden. Im Januar 2015 hat der Papst in Sri Lanka Joseph Vaz ins Buch der Heiligen geschrieben; im September tat er ein Gleiches in den USA mit Pater Junipero Serra.
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Indien: 3.000 bei Beerdigung von Sr. Nirmala

   An der Beisetzung der verstorbenen Nachfolgerin von Mutter Teresa in Kalkutta haben über 3.000 Menschen teilgenommen. Die Beerdigung von Schwester Nirmala Joshi fand am 11. Juni 2015 statt. Sie war die erste Generalsuperiorin der Missionarinnen der Nächstenliebe nach deren Ordensgründerin Mutter Teresa gewesen. Nirmala war am Dienstag verstorben. Am Abschied nahmen einige Vertreter der staatlichen Behörden und Kirchenvertreter teil, doch die Mehrheit waren „ihre“ Bedürftigen, die sie zeitlebens begleitet hatte. rv150626mg 

Deutsche Mystikerin Anna Katharina Emmerich seliggesprochen

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   Schon lange wird Anna Katharina Emmerich (1774-1824)von der Bevölkerung als “Mystikerin des Münsterlandes” oder als “Dulderin und Seherin von Dülmen” verehrt. Von Papst Johannes Paul II. wurde sie selig gesprochen. Damit autorisiert die katholische Kirche ihre Verehrung.
   Schon zu Lebzeiten Anna Katharina Emmerichs stießen die Visionen der am 8. September 1774 in Flamschen bei Coesfeld geborenen Ordensschwester auf großes Interesse. Der Dichter Clemens Brentano zeichnete ihre “Betrachtungen” ab 1818 auf und veröffentlichte sie nach dem Tod unter dem Titel “Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus”. Die Ekstasen hatten schon 1812 begonnen, ein Jahr, nachdem sie das Augustinerinnen- kloster Agnetenberg in Dülmen, nicht weit von Coesfeld, hatte verlassen müssen, weil es aufgelöst wurde. Auf dem Körper der bettlägerigen Frau zeigten sich die Wundmale Christi und die Dornenkrone.
  An ihrem Grab in der Krypta der 1938 von Dominikus Böhm erbauten Dülmener Heilig-Kreuz-Kirche finden sich immer wieder Beterinnen und Beter ein. Bei dem anerkannten Wunder, das für den Seligsprechungsprozess Voraussetzung ist, handelt es sich um die unerklärliche Heilung einer jungen Ordensfrau. Sie erkrankte 1879/80 an schwerer Lungen- und Kehlkopftuberkulose und bat Anna Katharina Emmerich um ihre Fürsprache bei Gott. Die Olper Franziskanerin wurde vollständig geheilt. DT/Kirche030710  

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Foto links: Hier wuchs die neue Selige auf: Das alte Kötterhaus in Flamschen kann besichtigt werden.
Foto rechts: Grabstätte von Anna Katharina Emmerich in der Kreuzkirche in Dülmen

   Jüdische und christliche Gelehrte halten es nicht für ausgeschlossen, dass sich in den Büchern über Anna Katha- rina Emmerich der Antisemitismus ihrer Zeit reflektiert. Streitpunkt ist die Rolle der Juden für den Tod Christi.
   Papst Johannes Paul II. zeigte ein außerordentliches Interesse an Schwester Anna Katharina und ihr Leben. Ihre Seligsprechung lenkt die Blicke der Welt auf diese Ordensfrau. Dank Mel Gibson’s Film wecken ihre Bücher neues Interesse. “Das bittere Leiden unseres Herrn” ist gerade in der 18. Auflage erschienen (Christiana- Verlag, Stein). In einem Interview mit “The New Yorker” sagte Mel Gibson: Die Bücher von Schwester Emmerich hätten ihm “erstaunliche Bilder und Texte gegeben, an die ich nie zuvor gedacht hätte”.
   Zuschauer, die den Film gesehen haben, erkannten eine Szene aus dem Büchern von Sr. Anna Katharina, die nicht aus dem Neuen Testament bekannt ist: Unmittelbar nach der Geißelung Christi gibt die Frau des Pilatus der schmerzerfüllten Mutter Jesu Tücher, mit denen sie das Blut vom Körper ihres Sohnes abwischen kann. Weiter: Schwester Anna Katharina Emmerich sah in einer Vision Satan physisch anwesend in der Menge und Zeuge des Leidens Christi, als die Menge seinen Tod forderte. Ziemlich zum Schluss des Film outet sich eine Frau als Satan. Dazu meint Erzbischof John Foley, Sprecher im Vatikan, der den Film insgesamt positiv beurteilt: “Die Einführung des Teufels scheint nicht in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift zu stehen”. In der Passions-Vision von Schwester Anna Katharina werden die Juden oft als verstockt, grausam und hartherzig beschrieben. Im Vatikan heißt es dazu, dass in ihren Schriften, die erst nach ihrem Tode niedergeschrieben wurden, nicht sicher zu erkennen ist, was die Ordensschwester gesagt hat und was freie Redaktion des Schriftstellers ist. In der Tat waren die mystischen Erlebnisse der Passion für den Seligsprechungsprozess ohne Bedeutung. Der Jesuitenpater Peter Gumpel, der sich mit der “causa” beschäftigt meint: “Entscheidend bei einem Seligsprechungs-Prozess ist nicht, was über die Person geschrieben ist, sondern ihre Tugend”. Das Grab der Schwester Anna Katharina in Dülmen wird von einer wachsenden Zahl Pilger besucht. CTJohnTavis040215 
Original-Zitate aus den Passions-Betrachtungen siehe: Mel Gibson: Passion

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Mel Gibson’s Film: “Die Passion Christi” ist beeinflusst von Anna Katharina Emmerich.
Mehr über Mel Gibson siehe auf unserer Seite:
Mel Gibson: Passion

   Der biblische Film “die Passion Christi” von Mel Gibson Fotos oben lenkt den Blick auf Schwester Anna Katharina Emmerich, die eine gewisse Bedeutung für diesen Film hat. Mystische Erfahrungen der 1824 verstorbenen Ordensschwester haben den Regisseur inspiriert. (“Das bittere Leiden unseres Herrn”). Clemens Brentano hat ihre Visionen erst nach dem Tod der Schwester niedergeschrieben. 

Bücher:  Anna Katharina Emmerich
 - Geheimnisse des Alten und Neuen Bundes € 21,80
 - Das bittere Leiden unseres Herrn (Neuauflage) Bestellungen: orders@christiana.ch
Christiana  Verlag, Stein Internet: www.christiana.ch eMail: info@christiana.ch

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Foto oben: Die Heilige Gianna Beretta Molla bei einem Familienausflug
Foto unten: Laura Molla:  Meine Mutter - eine Heilige – ist eine Inspiration für mein Leben

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   Könnten Sie sich vorstellen, Ihre Mutter wäre von der Kirche heiliggesprochen – würde das Sie nicht entmutigen? Laura Molla empfindet das anders: ihre Mutter ist für Sie eine ständige Quelle der Inspiration. Sie ist stolz darauf, Tochter einer Heiligen zu sein, die ein stauneswertes Beispiel gab für ihre Hingabe an Jesus und ihre gewählten Berufung in Ehe und Familie.
    Einige Leute müssen mit den Sünden ihrer Väter leben. Laura Molla aber darf mit den Tugenden Ihrer Mutter leben, die im Jahr 2004 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde. Laura hat in ihrem Leben ihre Mutter nicht wirklich kennengelernt - sie erinnert sich kaum an sie – aber sie weiß, dass die Kirche sie verehrt als Heilige Gianna Beretta Molla. Laura, 50, erinnert sich, dass ihre Mutter sie im zarten Alter von drei Jahren mutterlos zurückließ, als sie den Tod wählte.
   St. Gianna, die oft eine „Heilige für das Leben“ genannt wird, wurde von Papst Johannes Paul II. heilig- gesprochen, weil sie das Leben ihres ungeborenen Kindes höher wertete als ihr eigenes.
   Als sie 1962 mit ihrem vierten Kind schwanger war, diagnostizierten ihre Ärzte einen großen Uterus-Tumor, der eine Behandlung erforderlich machte. Obschon nach damaligem Wissensstand eine totale Entfernung des Uterus angezeigt war, bestand die damals 39-jährige Gianna Molla darauf, dass ihre Ärzte nur das Notwendigste entfernten, damit ihrem Baby erlaubt werde zu leben. Sie bat flehentlich vor ihrer Familie und den Ärzten: „Wenn zwischen mir und dem Kind entschieden werden muss, dürft ihr nicht zögern. Wählt das Kind. Ich bestehe darauf: Rettet das Baby.“ Eine Woche nach der Geburt ihrer Tochter Gianna Emanuela  starb die Mutter an einer Infektion und hinterließ ihr neugeborenes Kind, ihren Ehemann Pietro und zwei weitere Kinder und Laura.
   Was empfindet Laura heute über diese Entscheidung ihrer Mutter? Wenn sie gefragt wird, wie die Mutter drei Kinder zurücklassen konnte, um einem vierten das Leben zu geben, antwortet Laura ganz sicher, ihre Mutter sei überzeugt gewesen, dass ihr ungeborenes Kind dasselbe Recht auf Leben hätte wie ihre anderen Kinder. „Sie hat nicht für sich den Tod gewählt, sie wählte das Leben für ihr Kind.“ Ein Argument dafür, dass ihre Mutter leben wollte, wiederholt Laura, woran ihr Vater sich erinnert: Im Hospital durchblätterte sie Modemagazine, um schöne Kleider für die Zeit nach der Geburt auszusuchen. „Sie war eine sehr glückliche Frau“, sagt Laura und fügt hinzu: „Mutter liebte das Leben bis zum Schluss und wollte alles aus der Hand Gottes annehmen – auch das Leid“.
   Im September 1961, gegen Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats, litt St.Gianna unter rätselhaften Schmerzen. Die Ärzte diagnostizierten ein Fibrom im Uterus. Vor der medizinisch erforderlichen Operation und im Wissen des Risikos der Fortsetzung der Schwangerschaft forderte sie entschieden vom Arzt, das Leben ihres Kindes zu retten. Sie selbst vertraute auf das Gebet und die Göttliche Vorsehung. Das Leben des Kindes wurde gerettet. Dafür dankte die Mutter Gott. Die verbleibenden sieben Monate bis zur Geburt ihres Kindes verbrachte sie in unvergleichlicher geistlicher Stärke und in unbeugsamer Hingabe zu ihren Aufgaben als Mutter und Ärztin. Sie bedauerte, dass ihr Baby vielleicht in Schmerzen geboren würde und betete zu Gott, er möge das verhindern.
   Einige Tage vor der Geburt vertraute sie sich erneut  der Göttlichen Vorsehung an, war aber zugleich bereit, ihr Leben für das Leben ihres Kindes hinzugeben: „Wenn ihr entscheiden muüsst zwischen mir und dem Kind, dürft ihr nicht zögern: Wählt das Kind. Ich bestehe darauf. Rettet das Kind!“ Am Morgen des 21. April 1962 wurde Gianna Emanuela geboren. Trotz allen ärztlichen Bemühens, beide zu retten, starb die Mutter und unsäglichen Schmerzen und nachdem sie wiederholt ausrief: “Jesus, ich liebe dich. Jesus, Ich liebe dich“.
   Laura arbeitet jetzt in einem Möbelgeschäft in Italien. Obgleich sie ihre Mutter nicht kennt, hat sie viel über sie in den vergangenen Jahren erfahren. Besonders bezeichnend für ihre Mutter war es, wie sehr sie das Leben liebte. Gern fuhr sie Ski, gern machte sie Wanderungen, sie ging gern ins Theater und trug die neueste Mode. Es gelang ihr, ihre Pflichten als Ärztin, als Frau und Mutter zu erfüllen. In den Briefen und geistlichen Notizen lernte die Toch- ter den tiefen Glauben der Mutter zu verstehen. Laura sagt: „Der Verlust der Mutter war ein Schock für die Familie, aber wir haben schwer daran gearbeitet, die Freude zu entdecken, dass sie nun eine Mutter für alle ist“.
   Lauras Mutter ist 1922 in der Nähe von Mailand geboren. Bei seiner Heiligsprechung beschrieb Papst Johannes Paul II. sie als ein Beispiel für Tugend, für Heiligkeit, für Mutterschaft, für Beruf und für ihre Glaubenshingabe. Der Papst sagte in der Predigt, dass sie dem Beispiel Christi gefolgt sei, der „die Seinen liebte in der Welt und sie lieb- te bis zum äußersten“. Die Seligsprechung erfolgte 1994 im Internationalen Jahr der Familie. Zehn Jahre später, ein der Woche nach dem Muttertag, wurde Gianna Beretta Molla heiliggesprochen. An der Feier am 16. Mai
   2004 nahmen auf dem Petersplatz in Rom unter den 40.000 Besuchern auch der Ehemann Pietro Molla und drei überlebenden Kinder. Eine Tochter, Mariolina, starb als Kind. Die drei anderen Geschwister leben noch in Italien. Pierluigi, der älteste, ist heute Ingenieur; die Tochter Gianna Emanuela, die von der Mutter gerettet wurde, ist Ärztin. Laura beschreibt die Liturgie der Heiligsprechung als schön und „voller Freude“. Am meisten aber freute sie sich über ihren Vater, der krank gewesen war und nun teilnehmen konnte. Sie selbst hält ihren 97-jährigen Vater für heilig und meint: „Der Glaube überströmte meinen Vater“, sagt aber, dass ihr Vater nie warhhaben wollte, „wie ein Heiliger zu leben“. Die Mutter hätte das auch nicht so gesehen.  Laura sagt: Ihre Mutter war davon überzeugt, eine Berufung zur Ehe zu haben – und diese Berufung „bis zum äußersten zu leben“. Diese Hingabe könnte für andere ein Beispiel sein. 
   Aber wie ist ihre Beziehung zur Mutter heute? „Sie lehrt uns, ehrlich wahrzunehmen, was unsere Berufung ist und dann „diese Berufung vollkommen zu leben“. Laura bestätigt, dass sie sich Fragen ihrer eigenen Berufung ge- genübersieht und dass sie sich natürlich an ihre Mutter um Rat wendet. „Ich bitte meine Mutter, mir Erleuchtung zu geben, sagt sie lächelnd und blickt auf Guiseppe Pannuti, ihrem Ehemann seit sieben Jahren. Die große, schlanke Frau, die den Modegeschmack ihrer Mutter beweist, ist sich völlig klar darüber, dass sie in große Fußstapfen tritt. Tochter einer Heiligen zu sein, beschreibt sie als „große Freude und außerordentliches Privileg“. Aber angesichts dieses überwältigenden Beispiels ihrer Mutter findet Laura Trost im Beispiel ihrer Mutter, die einfach aus dem alltäglichen Fundament des Glaubens gelebt hat.  
   Wie es Laura sieht, war die Entscheidung ihrer Mutter vor fast 50 Jahren nicht singulär, vielmehr war ihr Handeln damals „die Krönung ihres ganzen tugendhaften Lebens, sie lebte ihr Leben im Licht des Evangliums als junge Frau, als Ärztin, als Ehefrau und als Mutter“. CT091101TimConroy

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Laura Molla - Tochter einer Heiligen weiht Mütterheim in Kanada ein Foto links [mit Ehemann]
Foto Mitte: Gianna Emanuela und Laura Molla bei Begegnung mit Papst Johannes Paul II. in Rio de Janeiro
beim Weltfamilientreffen Foto rechts: Die heilige Gianna Beretta Laura mit Kind

   Die Tochter der Heiligen Gianna Beretta Molla reiste im September 2009 nach Nordamerika, um über das Erbe ihrer Mutter zu sprechen. Laura Molla, die von ihrem Mann Giuseppe Pannuti begleitet wurde, besuchte eine Gemeinschaft außerhalb Torontos, um bei der Weihe eines Mutterheims teilzunehmen, das der heiligen  Gianna gewidmet ist. Während der Weihe beschrieb Laura ihre Mutter als „eine ungewöhnlich normale Person, die das Leben und alle schönen Dinge des Lebens liebte.“
   Papst Johannes Paul II. sagte bei der Kanonisation: "Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für den anderen. Joh 15,13 Das geschieht in einzigartiger Weise, wenn eine Mutter ihr Leben für ihr Kind hingibt, wenn sie um den Preis des eigenen Daseins dem Menschenkind, das aus ihr geboren werden soll, das Leben schenkt.
   Wenn wir diese Frau als Vorbild christlicher Vollkommenheit hinstellen, wollen wir alle mutigen Mütter ehren, die sich ohne Vorbehalt der eigenen Familie widmen, die leiden, um ihre eigenen Kinder zur Welt zu bringen, und dann bereit sind, jede Mühe auf sich zu nehmen und jedes Opfer zu bringen, um ihnen das Beste weiterzugeben, was sie in sich tragen.
   Wir danken euch, heroische Mütter für eure unüberwindliche Liebe.
   Wir danken euch, für euer unerschrockenes Vertrauen auf Gott und seine Liebe.
   Wir danken euch für das Opfer eures Lebens."
   Laura erwähnte die Angemessenheit der Widmung des Mütterheims an die heiligen Gianna, denn sie war Kinder- ärztin, die von 1956-1962 eine Kinderklinik leitete. Sie bat um die Fürsprache ihrer Mutter, das Heim zu beschützen und in „allen, die leiden ihre Seelenstärke, Hoffnung, endloses Vertrauen in die göttliche Vorsehung, Mut und Lebensglück zu wecken.“
   Das Vertrauen der heiligen Gianna auf Gott, die Akzeptanz von Leiden und die Liebe zum Willen des Vaters waren das zentrale Thema der Rede beim eucharistischen Kongress, der vom Rat der Oberen von Frauenorden organisiert wurde und am 11. und 12. September in der Basilika des nationalen Heiligtum der Unbefleckten Empfängnis in Washington, D.C. in den Vereinigten Staaten stattfand.
   Laura beschrieb das heldenhafte Opfer, das ihre Mutter brachte, als sie sich dazu entschloss, ihr Baby zur Welt zu bringen, als ein Tumor ihrer beider Leben bedrohte. Eine Woche nach der Geburt ihres Kindes starb Gianna mit 39 Jahren.
   „Ihre Geste war ein extremer Akt der Liebe und des unerschütterlichen Vertrauens in Gott“, erklärte Laura. „Auf diese Weise folgte sie Jesus nach in der höchsten Art, in der ein Mensch dazu fähig ist. … Ich bin sicher, dass sie im Himmel ist, Mutter segne uns alle mit deinem wunderschönen Lächeln.“ Web091008 

st-SelSarahSalkaháziSSS-z   Sel. Sarah Salkaházi SSS (1899-1944)

Ordensfrau und Märtyrerin Seligsprechung: 17. September 2006 in Budapest, Ungarn

   Gegenüber der Stelle, wo der Leichnam des heiligen Bischofs Gerhard in der Donau versenkt wurde, starb in Budapest 900 Jahre später eine Ordensfrau, die heroisch für die Rechte von Frauen kämpfte und die als letzten Schritt ihr eigenes Leben zum Wohl anderer in Gottes Waagschale warf: Sara Salkaházi.
   Sie wurde am 11. Mai 1899 in Kassa (Ungarn) als Tochter von Hotelbesitzern geboren. Die selbstbewusste, stets heitere Lehrerin musste aus politischen Gründen ihren Dienst quittieren und eine Lehre als Buchbinderin beginnen. Erschüttert von der würdelosen Lage arbeitender Frauen fokussierte die Parteijournalistin in ihren Artikeln die Situation von Frauen in der Arbeitswelt.
   Die starke Kettenraucherin gewöhnte sich die Untugend ab, trat 1929 den »Schwestern des Sozialen Dienstes« bei und legte 1933 die Profess ab. Inmitten der dunklen Realität der Menschen wollte sie eine »brennende Lampe« sein. Sie engagierte sich in der Caritas, betreute karitative Werke, gab Religionsstunden, publizierte die Zeitschrift »Die katholische Frau« und kämpfte für die Arbeiterinnen. Ihre Mitschwestern sahen mit Besorgnis das kraftraubende Pensum Sarahs und wollten die Echtheit ihrer Berufung prüfen. Sie ließen sie zunächst nicht die Profess erneuern; nach dieser harten Phase durfte sie dann doch an Pfingsten 1940 die ewigen Gelübde ablegen. Ihr weiteres Leben stand nun unter dem Motto: »Alleluia. Ecce ego, mitte me! - Hier bin ich, sende mich!« Ab 1941 wirkte sie als Nationaldirektorin der »Ungarisch-Katholischen Arbeiterinnenbewegung«, gründete Wohn- heime und leitete ein solches in Budapest.
   Während der nationalsozialistischen Besetzung Ungarns und der Schreckensherrschaft der »Pfeilkreuzler« (ungarische Nazis) kam es 1944 zu großen Judenverfolgungen. Mutig versteckten sie und ihre Mitschwestern jüdische Bürger in ihren Häusern. Schwester Sarah rettete allein hundert Juden das Leben. Mit dem Wissen ihrer Oberen sprach sie das »Gebet der Aufopferung«, in dem sie sich als »Opfergabe der Gemeinschaft« zur Verfügung stellte, damit nicht ihr, dafür aber das Leben ihrer Mitschwestern verschont bliebe.
  Am 27. Dezember 1944 wurde sie in ihrem Wohnheim verhaftet, ans Donauufer geführt und erschossen, ihr nackter Leib in die Donau geworfen. Während der nationalsozialistischen und kommunistischen Regierung Un- garns wurde keine ihrer Mitschwestern getötet! OR100813StefanWirth

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