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Himmel & Erde

 Es ist angemessen, Himmel und Erde zu unterscheiden, aber wir dürfen sie nicht scheiden.

 Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Papst Franziskus verehrt das Augsburger Gnadenbild der Madonna, die Knoten löst
2. Franziskus, der 265. Nachfolger des heiligen Petrus erhält Pallium und Fischerring
3. Das Wappen des Papstes verehrt Jesus, Maria und Josef
4. Die erste Predigt von Franziskus: Bewahrung der Schöpfung
5. Benedikt XVI. - Gedanken zu Allerheiligen
6. Benedikt XVI. - Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel
7. Angelo Comastri:
Autobiografie der Gottesmutter Maria
8. Marienwallwahrtsort Loreto -
Das Geburtshaus Mariens

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Papst Franziskus brachte die knotenlösende Jungfrau von Deutschland mit nach Argentinien.
   Das Original des Gemäldes von der Madonna, die Knoten löst, was Sorgen und Nöte symbolisieren soll, hängt in Augsburg und stammt von dem deutschen Maler Johann Melchior Schmidtner. Padre Jorge Mario Bergoglio, der jetzige Papst Francesco,  war von dem Bildnis, das soviel Zuversicht versprühte, so angetan, dass er eine Kopie davon mit nach Buenos Aires nahm. Dort avancierte die Madonna prompt zu einer der beliebtesten Heiligengestalten im ganzen Land.
AxelSpringerAG2013net

Knotenlöserin  fr-47-Knotenlöserin.Zz Wallfahrtskirche St. Peter im Perlach, Augsburg

Gnadenbild
   Das barocke Gnadenbild von Johann Georg Melchior Schmidtner zeigt die auf der Mondsichel stehende, von Engeln umgebene und von einer Heiligen-Geist-Taube überschwebte Mutter-Gottes, wie sie Knoten in einem langen Band löst und zugleich mit dem Fuß auf den Kopf einer Schlange tritt. Darunter sind als Beiwerk ein deutlich kleinerer Engel mit einem menschlichen Begleiter dargestellt. Öfter wird diese Szene als Tobias angesehen, der mit dem Erzengel Raphael zu Ednas und Raguels Tochter Sara reist, um sie zur Frau zu nehmen. Eine andere Sinngebung der beiden Kleinfiguren verweist auf die Geschichte, die zur Stiftung des Bildes führte. Demnach sei es Wolfgang Langenmantel, der Großvater des Stifters, der in seiner Not, vom Schutzengel, zu Pater Jakob Rem geführt wird. Möglicherweise ist die Darstellung doppeldeutig und weist in barocker Manier auf beides hin.
   Unabhängig von der Interpretation der beiden Laufenden zeigt diese Mariendarstellung die Muttergottes als Helferin bei der „Entknotung“ von Problemen des Lebens.
Geschichte
  Das Bild wurde um 1700 gestiftet von Hieronymus Ambrosius Langenmantel (1641-1718), Kanonikus am Stift St. Peter zu Augsburg. Die Stiftung soll zusammenhängen mit einem familiären Ereignis. Sein Großvater Wolfgang Langenmantel (1586-1637)  stand kurz vor der Trennung von seiner Frau Sophia Rentz (1590-1649) und besuchte deshalb den Jesuitenpater Jakob Rem in Ingolstadt. Pater Rem betete vor einem Bildnis Mariens und sprach: „In diesem religiösen Akt erhebe ich das Band der Ehe, löse alle Knoten und glätte es.“ Danach sei wieder Friede zwischen den Eheleuten eingekehrt, die Trennung habe nicht stattgefunden und Langenmantels Enkel habe später zur Erinnerung daran das Bild der „Knotenlöserin“ in Auftrag gegeben. So zeigt das Bild in dieser Deutung, wie die Jungfrau Maria die Knoten des ehelichen Lebens löst und darunter den Patrizier Wolfgang Langenmantel, der hilfesuchend, von einem Engel, zum Kloster nach Ingolstadt geleitet wird.
Maria Knotenlöserin im Ausland
   Das Marienbild der Knotenlöserin fand u.a. auch den Weg nach Südamerika, wo es ganz besonders verehrt wird. Initiator war der heutige Papst Franziskus. In den 1980er-Jahren besuchte er als Jesuit die Ordensgemeinschaft seiner Mitbrüder in der Augsburger Innenstadt, lernte hier das Gnadenbild kennen und brachte Postkarten davon in sein Heimatland Argentinien. Dort ließ man daraufhin eine Kopie anfertigen, die sich in der Kirche San José del Talar zu Buenos Aires befindet und zu der jeden Monat tausende Menschen pilgern.
Die „Knotenlöserin“
   dürfte wohl fast allen Schwestern und Brüdern der Franziskanischen Gemeinschaft Augsburg bekannt sein. Unter diesem volkstümlichen Titel findet sich das barocke Marienbild im rechten Seitenschiff einer der ältesten Kirchen Augsburgs „St. Peter am Perlach“, gleich neben dem Rathaus. Maria ist dargestellt als Immaculata, die Unbefleckte Empfängnis, die der Schlange — dem Sinnbild des Bösen — den Kopf zertritt, den Mond zu ihren Füßen und um das Haupt einen Lichtkranz von zwölf Sternen. Der Heilige Geist, im Symbol der Taube, schwebt über ihr und macht kund, dass diese „neue Eva“ voll der Gnade ist, das heißt ganz und gar Gottes Werk und Geschenk.
   Je ein Engel, rechts und links, gehören mit zur Botschaft, die uns dieses Marienbild kündet: Der rechte Engel hat in seinen Händen ein langes weißes Band, das in sich x-mal verschlungen und verknotet ist, und hält es Maria hin. In deren zarten Händen wird nun Knoten um Knoten aufgelöst, so dass der Engel zur Linken das entknotete, entwirrte Band in Empfang nehmen kann und es dem Betrachter entgegenhält.
   Am unteren Rand des Bildes ist ein junger Mann in Begleitung eines Engels zu sehen —man denkt unwillkürlich an den jungen Tobias, der vom Erzengel Raphael geführt wird. Die beiden sind eiligen Schrittes auf dem Weg, der bergan zu einer Kirche führt. In dieser Wegszene soll wohl eine Verbindung zum verknoteten Band, das durch die Hände Mariens geht, hergestellt werden. Der Lebensweg eines Menschen ist vielfach verschlungen, ja oft verknotet, wie dieses Band.
   Mit dem Bild der „Knotenlöserin“ wird dem vertrauensvollen Beter angezeigt: Du musst in den Verknotungen deines Lebens nicht resignieren und verzagen oder gar verzweifeln. Halte deine verknotete Lebensschnur einfach der Mutter des Herrn hin. Sie ist als Schwester unseres Glaubens ganz eine von uns, gehört als „neue Eva“ ganz zu uns .‚Adamskindern.
Bruder Siegbert, Franziskanische Gemeinschaft Augsburg
Maria, die Knotenlöserin - Ein Andachtsbild der Muttergottes lehrt uns, wie Maria handelt und wirkt
   In einer Kirche in Augsburg steht ein Bild mit dem Namen »Maria Knotenlöserin «. Maria wird dort mit einem langen Seil voller Knoten dargestellt. Einen davon löst sie gerade auf.
   Eine Kopie dieses Bildes kam durch Kardinal Jorge Mario Berdoglio SJ, dem heutigen Papst Franziskus nach Argentinien und hat dort eine ungeahnte Wirkung ausgelöst.
   Jeden Achten des Monats (Tag der Unbefleckten Empfängnis Marias) stehen die Leute stundenlang Schlange, um zu ihrem Bild zu gelangen und Maria zu grüßen. Maria-Desatanudos heißt sie, ein nicht ganz leichtes Wort, aber so sind eben die Knoten.
   Auch das deutsche Wort wird benutzt: La Knotenlöserin. Dieses ist natürlich noch komplizierter und insofern auch dem Bild entsprechender. Man konnte sogar in der Frankfurter Allgemeinen einen Beitrag zur Wirkung der »knotenlösenden Jungfrau aus Deutschland« finden (Josef Oehrlein, 4. Mai 2001, S.9). Schön, dass Deutschland auch so etwas exportiert.

 »Maria vom Knoten, wer hätt‘ es gedacht,
zum ersten Mal heut warst du mir gebracht.
Maria vom Knoten, wer horchte nicht drauf,
der Knoten sind viele, sie gehen nicht auf.
Maria vom Knoten, wie tröstlich das klingt:
es gibt eine Hand, die Knoten entschlingt.
Maria vom Knoten, den Knäuel hier, schau,
ich bring´ ihn nicht auf, hilf, heilige Frau!
Maria vom Knoten, der Knäuel bin ich,
ins Letzte verwirrt, o erbarme dich!«
Josef Weiger 1883-1966.

   Das ist doch eine gute Botschaft. Wenn es so etwas gibt, wäre es ja dumm, nicht »Gebrauch« davon zu machen. Aber vor lauter theologischen Bedenken verdorrt mancher und manche lieber, als dass sie auf so etwas ihre Hoffnung setzen oder ihre Liebe daran verschwenden.
   Dabei hat gerade dieses Bild einen wichtigen und in die frühe Kirche zurück reichenden heilsgeschichtlichen Hintergrund. Maria hat durch ihren Gehorsam und ihren Glauben mitgeholfen, den Knoten der Sünde, den Eva durch ihren Ungehorsam und Unglauben geschnürt hat, wieder aufzulösen. Das Zweite Vatikanische Konzil hat diesen Gedanken aufgegriffen und in das Zentrum seiner Mariologie gestellt. Wir lesen:
   »Sie [Maria] umfing den Heilswillen Gottes mit ganzem Herzen und von Sünde unbehindert und gab sich als Magd des Herrn ganz der Person und dem Werk ihres Sohnes hin und diente so unter ihm und mit ihm in der Gnade des allmächtigen Gottes dem Geheimnis der Erlösung.
  Mit Recht also sind die heiligen Väter der Überzeugung, dass Maria nicht bloß passiv von Gott benutzt wurde, sondern in freiem Glauben und Gehorsam zum Heil der Menschen mitgewirkt hat. So sagt der heilige Irenäus, dass sie »in ihrem Gehorsam für sich und das ganze Menschengeschlecht Ursache des Heils geworden ist.«
Was Eva gebunden....
   Deshalb sagen nicht wenige der alten Väter in ihrer Predigt gern, »dass der Knoten des Ungehorsams der Eva gelöst worden sei durch den Gehorsam Marias: und was die Jungfrau Eva durch den Unglauben gebunden hat, das habe die Jungfrau Maria durch den Glauben gelöst«; im Vergleich mit Eva nennen sie Maria »die Mutter der Lebendigen« und öfters betonen sie: »Der Tod kam durch Eva, das Leben durch Maria.«
Konstitution über die Kirche, Kapitel 8, Nr. 56
...hat Maria gelöst.
  
Von Alexander, den eine kriegs- und eroberungsverherrlichende Geschichtsschreibung den Großen nennt, wird berichtet, dass er in Phrygien (Kleinasien) einen von dem sagenhaften König Gordios kunstvoll um das Joch seines geweihten Ochsenwagens geschlungenen Knoten »löste«. Niemand konnte bisher den Knoten lösen. Nach einer Weissagung sollte nur der künftige Beherrscher Asiens diesen lösen können. Alexander hat den Knoten einfach mit dem Schwert durchschlagen. Er hat es auf diese Weise getan, auf seine Weise, männlich- kriegerisch.
   Maria hingegeben löst den Knoten auf ihre Weise, weiblich-mütterlich. Geduldig ist sie daran, den Knoten zu entknoten. Sie löst ihn durch das einfache Wort »ja«. Sie löst ihn wie auch Jesus ihn löst. Auch er löst ihn durch das kleine Wort »ja«. Von ihm heißt es: »Dann hat er gesagt: Siehe ich komme deinen Willen zu tun« Hebr 10,9. So ist das knotenlösende Ja Marias in dem knotenlösenden Ja Jesu Christi enthalten.
   Ein doppeltes Ja, ein männliches und ein weibliches Ja steht am Anfang von allem und ist knotenlösend geworden. Auch wenn der eigentlich schlimme Knoten durch die Erlösung in Jesus Christus gelöst ist, bleiben noch viele kleine Knoten, die oft schwer zu lösen sind. Und auch diese wollen auf die gleiche Weise gelöst werden wie der ganz große Knoten.  Auch diese können durch ein gehorsames Ja manchmal aufgeschnürt werden.
Vorbild und Fürsprecherin
   Das Bild der Knotenlöserin zeigt uns Maria, wie sie die vielen Knoten, einen nach dem anderen, löst, auflöst. Und oft, sehr oft, haben Menschen erfahren, dass dies tatsächlich möglich ist, wenn sie sich an Maria wenden, sie zum Vorbild nehmen und sehr direkt um ihre Hilfe bitten. Und sie spüren, dass sich etwas löst, lockerer wird, weniger verzwickt, weniger zwanghaft und bedrohend und dass ein eigenartiger Trost in die Seele einzieht, auch wenn es zunächst keine Lösung gibt. Oder überhaupt eine solche nicht möglich ist.
   Das bedeutet, dass es auf einmal wichtiger sein kann, mit dem Knoten zu leben, ja etwas von erlösender Kraft dabei zu spüren. Einer Kraft, die eng mit Maria verbindet, zur »Verknotigung« (Volkslied) der Liebe wird. Gerade im Leid und den Ausweglosigkeiten sind Menschen der Gottesmutter Maria oft besonders nahe gekommen und haben sie lieben gelernt.
   Es geschehen halt doch immer wieder wundersame Dinge, wenn man liebt. Und Maria kann unsere Liebe wecken und kann mit dieser umgehen. Und der Knoten wird auf einmal zu einem Band, das verbindet, mit Maria verknotet. Zutiefst ist das mit Erlösung gemeint. Und gerade in der Erfahrung der Begrenzung wird Maria erfahren. Ich lade die Leserin, den Leser ein, dies selbst auszuprobieren oder entsprechende Erinnerungen dankbar und freudig wieder wach werden zu lassen. 
PaterHerbertKingSchönstatt-netDurchblick75.

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Die Ikone von der  “Immerwährenden Hilfe”

   Am 10. Oktober 2014 hat der Erzbischof von Westminster Vincent Nichols als Kardinal seine römische Kirche Sant'Alfonso all'Esquilino in Besitz genommen Foto links. Das große Bild in der Apsis dieser Kirche zeigt unseren Erlöser und weist auf den ursprünglichen Namen der Kirche hin. Der Londoner Kardinal feierte die Festmesse vor der Marien-Ikone der „Immerwährende Hilfe", die seit 1865 hier verehrt wird. Es ist das bekannteste Marienbild der Welt. Foto rechts: Kardinal Nichols zeigt die Marien-Ikone der Gemeinde Sankt Alfons von Liguori in Rom.
   Vor dem Gnadenbild sagte der Kardinal: „Eine außerordentlich tiefe Verbindung mit der Kirche Sant'Alfonso empfinde ich mit dieser „Ikone der Immerwährenden Hilfe". In meinem Elternhaus hatten wir - wie auch in vielen anderen Häusern - eine Kopie von diesem Gnadenbild, dort haben wir oft gebetet und Ruhe gefunden. Heute habe ich eine Marienikone im Bischofshaus und seit kurzem eine weitere in der Kathedrale von Westmister.
   Jedes Mal wenn ich zu diesem Bild aufschaue fühle ich mich besser. Ich fühle mich dann sicher. Ich bin davon tief berührt.
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fr-48-DesatadoraDeNudos-xx fr-39-Parochia-Zz  Eigens gefertigter Kelch aus Buenos Aires

   Pallarols, aus einer katalanischen Goldschmiededynastie stammend, die seit 1804 in Buenos Aires ansässig ist und für die Päpste Leo XIII., Pius XI. und Pius XII. gearbeitet hat, stellt einen Silberkelch für den neuen Papst her.
   Dafür wird auch die „Knotenlösende Jungfrau“ dargestellt werden, deren besonderer Verehrer der Papst ist. Ein Bild dieser Marienfigur hatte Mitte der achtziger Jahre der Jesuitenpater Jorge Bergoglio von einer Studienreise aus Deutschland mitgebracht. Das Original hängt in der Augsburger Kirche St. Peter am Perlach und stammt wahrscheinlich von Johann Georg Melchior Schmidtner (1625 bis etwa 1707). In dem immer wieder von schweren Krisen heimgesuchten Argentinien fand dieses Madonnenbild, das Maria als nicht nur Knoten lösende, sondern vor allem Alltagsprobleme lösende Ikone zeigt, so großen Anklang, dass die Malerin Marta Beti 1996 für die Pfarrkirche San José del Talar eine Replik herstellte
Foto oben links. Als „Virgen Desatanudos“, wie die Mariengestalt auf Spanisch heißt, erlangte sie rasch Berühmtheit. Am 8. Dezember 1996 wurde das Gemälde in einer Ecke der Kirche San José del Talar aufgestellt. In einem Buch, das in der Pfarrei ausliegt, sind die von der Knotenlöserin bewirkten Heilungen und Wundertaten verzeichnet.

  fr-45a-Wappen-xx   fr-46-Narde-x Das Wappen des Papstes Franziskus

 Der Vatikan hat das neue Wappen von Papst Franziskus veröffentlicht. Es erinnert stark an sein Bischofswappen. Auch sein Motto hat er mit nach Rom genommen: „miserando atque eligendo – aus Barmherzigkeit gewählt“.

Lesen Sie warum Papst Franziskus diesen Wahlspruch gewählt hat auf unserer Seite > Papst Franziskus

   Man kann sein sehr einfach gestaltetes Wappen in drei Teile aufteilen. Das blau gehaltene Schild wird von den päpstlichen Symbolen, wie auch schon bei Benedikt XVI., eingerahmt. Auch Papst Franziskus hat statt der päpstlichen Tiara die bischöfliche Mitra sowie die beiden Schlüssel gewählt. Im oberen Teil des Schildes sieht man das Emblem der Gesellschaft Jesu, der der Papst angehört: eine gelbe Sonne, in der das Christusmonogramm „IHS“ in roter Schrift eingeschrieben steht. Das „H“ des Monogramms wird von einem ebenfalls roten Kreuz mit schwarzen Nägeln überragt.
   Die untere Hälfte vom  Wappen des Papstes teilen sich ein Stern und ein Zweig der indischen Narde. Die Narde wird im indischen Bundesstaat Kerala “Josefsblume” genannt. Nach der heraldischen Tradition symbolisiert der Stern die Jungfrau Maria. Dem gegenüber steht der Zweig der Narde Foto oben rechts, der den Schutzpatron der Weltkirche, den heiligen Josef, symbolisieren soll.
   Das Motto des Papstes, das er bereits als Bischofsspruch hatte, entstammt aus den Predigten des heiligen Beda Venerabilis. In diesen geht es um die Berufungserzählung von Matthäus, sie erinnern an die Barmherzigkeit Gottes. Für Franziskus hat das Matthäusfest eine ganz besondere Bedeutung. Im Alter von 17 Jahren hat er an diesem Tag die Gegenwart und Liebe Gottes ganz besonders gespürt. Er fühlte sich zum Ordensleben der Jesuiten berufen und erinnert mit seinem Bischofsspruch an dieses Berufungserlebnis.

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   In der Zeit der katholischen Reformbewegung nach dem Trienter Konzil förderten die Jesuiten die Verehrung der Heiligsten Namen “Jesus, Maria und Josef”. Anders als in der deutschen Sprache, wo “und” stets gleichwertiges verbindet [z.B. “Haus und Hof”, “Mann und Frau”] verbindet die lateinische Sprache auch Ungleiches: [z.B. “Petrus und Paulus”, Jesus und Maria”]. Die Volksfrömmigkeit wusste aber wohl zu unterscheiden zwischen Jesus und Maria/Josef] . Papst Franziskus steht in dieser Tradition, wenn er im Wappen die drei heiligsten Namen vereinigt.  Lesen Sie, bitte, zum heiligen Josef den folgenden Artikel.

 Der heilige Josef:
 Ehemann Mariens, Nährvater Christi, Patron der Kirche, Patron der Arbeiter, Patron der Sterbenden

Diener aus königlichem Geschlecht
  
Im Advent begegnen wir mehreren großen Gestalten, die uns helfen können, das Grundereignis der Weltgeschichte, die Menschwerdung des Sohnes Gottes, tiefer zu verstehen. Ganz herausragend ist die Rolle der Jungfrau von Nazareth, die durch ihr Ja, das sie stellvertretend für die ganze Menschheit zu Gottes Erlösungsplan gesprochen hatte, zur Mutter Christi, zur Gehilfin des Erlösers und zum Urbild der Kirche geworden ist.
Ein Sohn Davids
   Außer ihr wird uns vor allem Johannes der Täufer vor Augen gestellt, der Rufer in der Wüste, der Büßer im Gewand aus Kamelhaar mit ledernem Gürtel um die Hüften. Meist nicht direkt im Blickfeld ist Josef von Nazaret, dessen Rolle im Heilsgeschehen aber keinesfalls zweitrangig ist.
Wer war der hl. Josef?

  Auf diese Frage geben die Evangelien drei grundlegende Antworten: Josef war der jungfräuliche Gemahl Mariens, er war der von Gott berufene jungfräuliche Vater des Jesuskindes, und er war ein Nachkomme Davids. Außerdem geht hervor, daß er Zimmermann war, eine lautere Gesinnung besaß und umsichtig und tatkräftig für die ihm Anvertrauten sorgte.
   Die erste Auskunft der Evangelien über den heiligen Josef gilt seiner Herkunft: er stammte »aus dem Hause und dem Geschlecht Davids« Lk 2,4. Mit dieser seiner Abstammung und der wahren Ehe mit der Jungfrau Maria garantiert Josef dem ihm anvertrauten Jesuskind das Messiasrecht als wahrer »Sohn Davids«.
   Für die Juden galt es als unabdingbar: Der Messias muss ein Sohn Davids sein. Wer das nicht nachweisen konnte, kam als Messias grundsätzlich nicht in Frage. Die abstammungsmäßige Herleitung von der Mutter war zu wenig. Und weiters galt damals, dass leibliche Vaterschaft und gesetzliche Vaterschaft rechtlich völlig gleichgestellt waren.
   Die Vermählung mit jener ganz einzigartigen Frau, die die Mutter des Sohnes Gottes werden sollte, und die daraus hervorgehende Rolle der Vaterschaft gegenüber dem Jesuskind begründet die außergewöhnliche Bedeutung und Größe des heiligen Josef. Darin »beruht seine ganze Würde, seine Gnade, seine Heiligkeit, seine vollendete Herrlichkeit« Leo XIII., Enzyklika »Quamquam pluries«, 15. August 1889.
   Die konkrete Verwirklichung des Geheimnisses der Menschwerdung machte einerseits »eine jungfräuliche Geburt erforderlich, um so die Gottessohnschaft hervorzuheben«, und andererseits zugleich eine Familie, um »die normale Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes zu gewährleisten«
Johannes Paul II., Generalaudienz am 21. 8.1996. Zu beidem musste der heilige Josef auch seine Zustimmung geben: er musste zustimmen, Ehemann für Maria zu werden und ebenfalls die Jungfräulichkeit in dieser Ehe zu schützen und zu bewahren.
  So wurde Josef durch dieses Ja zur Ehe auch Teilhaber an der Erhabenheit Mariens, an ihrer Jungfräulichkeit, an ihrer Heiligkeit und an ihrer Würde. Derselbe Heilige Geist, der die Gottesmutterschaft bewirkte, hatte auch die menschliche Liebe des heiligen Josef zu seiner Gattin in vollkommener Weise geheiligt und alles vertieft, was menschlich schön und würdig ist und zu einer echten Verbundenheit der Personen gehört nach dem Vorbild des dreifaltigen Gottes.
Wahrer Ehemann
  
Wie kein anderer Heiliger ist Josef auf diese Weise Maria nahe gekommen. Zwischen beiden bestand eine so innige und heilige Übereinstimmung der Seelen, dass die leibliche Einheit darin aufgehoben wurde. Sie »erkannten« einander – nicht leiblich, sondern viel tiefer – im gemeinsamen Blick auf das göttliche Kind, das das alleinige Band ihrer Liebe und der einzige Grund ihrer Treue war. So wurde durch die Liebe zu Jesus auch ihre menschliche Zuneigung vergöttlicht und in einer neuen und erhabeneren Weise vollendet.
   »Wenngleich die jungfräuliche Liebesgemeinschaft von Maria und Josef einen ganz außergewöhnlichen besonderen Lebensweg darstellte, war sie doch eine wirkliche Ehe« Johannes Paul II., Generalaudienz am 21.8. 1996.
Vorbild der Arbeiter
   Nach dem seligen Papst Johannes Paul II. ergibt sich die Vaterschaft Josefs letztlich als eine Folge aus der Einheit der beiden Naturen – der göttlichen und menschlichen – in der einen Person Jesus Christus. Denn mit der Annahme des Menschseins wird in Christus alles angenommen, was menschlich ist, insbesondere die Familie und damit auch die Vaterschaft Josefs
Johannes Paul II., Redemptoris Custos, 21.
   Diese Übernahme der Vaterrolle wurde ihm ausdrücklich zuerkannt, als er vom Engel den Auftrag erhielt, dem Kind den Namen Jesus zu geben. Ein Akt, der allein dem gesetzlichen Vater zustand.
Abbild der Güte Gottes
  
Vaterschaft ist mehr als nur ein biologischer Aspekt. Jesus hatte als Sohn Gottes kein Lernen nötig. Er wusste, wer er war. Das Wissen des himmlischen Vaters und dessen Allmacht waren zugleich sein Wissen und seine Allmacht. Aber da der Sohn Gottes nun auch der Sohn einer menschlichen Mutter geworden war, gab es bei ihm auch ein wirkliches Fortschreiten im Wissen und in der Erfahrung. Und so lernte er gehen, sprechen und beten wie andere Kinder.
   Vieles hat Jesus von seiner Mutter gelernt und von ihrem Wesen und ihrer Art übernommen, denn er war ja aus ihrem Fleisch und Blut.
   Doch das Jesuskind lernte auch vom heiligen Josef, der in den Augen des Kindes ein Abbild der Güte und Liebe des himmlischen Vaters war. Indem Gott ihn berief, unmittelbar der Person und der Sendung Jesu zu dienen, wirkte der heilige Josef mit als Diener des Heils am großen Geheimnis der Erlösung.
   Der heilige Josef ist Vorbild und Patron gewisser Personenkreise: für die Familienväter, die Sterbenden, die Arbeiter, Priester, Missionare und Ordensleute – dies alles bleibt. Weil aber Josef hier auf Erden der treue Verwalter war, ist er zuallererst der universale Schutzpatron der gesamten Kirche. Nicht als die Summe der genannten Patronate, sondern als eine Aufgabe, die ihm von Gott zugewiesen wurde und die sich auf die ganze Familie des Gottesvolkes erstreckt.
   Weil er mit dem Ursprung des Geheimnisses Christi so innig verbunden war, deshalb gehört er auch zum Geheimnis der Kirche. Und wie er damals schweigend, aber machtvoll gewirkt hat, so wirkt er noch heute in unseren Tagen und weiter hinein in die kommende Zeit.
P.Dr JosefSeannerDerDurchblickNr.78

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Franziskus: „Seid Hüter der Gaben Gottes“ -   Zum offiziellen Amtsantritt an die Gläubigen gewandt

   Am Josefstag ging der Papst besonders auf die Rolle Josefs ein – und er versäumte es auch nicht, seinem Vorgänger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., an dessen Namenstag noch einmal seinen Dank und seine Nähe auszusprechen. Josef, ein Hüter – ausgehend vom Evangelium Mt 1,24 legt Franziskus dar, dass Josef, der Hüter von Jesus und Maria, für eine Obhut steht, die sich auf die ganze Kirche ausweitet. Das habe der selige Johannes Paul II. betont, so Franziskus, der die Berufung des Josef genau beschreibt:
   „Wie führt Josef diese Hüter-Tätigkeit aus? Rücksichtsvoll, demütig, im Stillen, aber beständig gegenwärtig und in absoluter Treue, auch dann, wenn er nicht versteht. Von der Heimholung Marias bis zur Episode des zwölfjährigen Jesus im Tempel von Jerusalem begleitet er fürsorglich und liebevoll jeden Moment.“
   Josef als Hüter von Maria, Jesus und der Kirche sei ständig aufmerksam gegenüber Gott, er sei offen für dessen Zeichen und verfügbar für den Plan Gottes, dem er seine eigenen Pläne unterordne, führt der Papst weiter aus. Gerade weil Josef auf Gott zu hören verstehe, sei er noch einfühlsamer für die ihm anvertrauten Menschen und aufmerksam für seine Umgebung. Er verstehe es, Ereignisse klug und mit Realismus zu deuten.
   „An ihm sehen wir, liebe Freunde, wie man auf den Ruf Gottes antwortet: verfügbar und unverzüglich; aber wir sehen auch, welches die Mitte der christlichen Berufung ist: Christus!  Hüten wir Christus in unserem Leben, um die anderen zu behüten, um die Schöpfung zu bewahren!“
   Ähnlich wie in seiner allerersten Predigt als Papst in der Sixtinischen Kapelle warnt Franziskus auch hier noch einmal vor der Verweltlichung: „Gott will nicht ein vom Menschen gebautes Haus, sondern er wünscht sich die Treue zu seinem Wort, zu seinem Plan. Und Gott selbst ist es dann, der das Haus baut, aber aus lebendigen, von seinem Geist gekennzeichneten Steinen“, führt Franziskus mit Blick auf den David in der ersten Lesung
2 Sam 7 ff weiter aus.
Die Berufung zum Hüten „geht nicht nur uns Christen an“
   Und dann weitet der Papst – das mag manche aufhorchen lassen – den Blick über das Christentum hinaus, spricht von einer Aufgabe, die allen Menschen zufällt:
   „Die Berufung zum Hüten geht (…) nicht nur uns Christen an; sie hat eine Dimension, die vorausgeht und die einfach menschlich ist, die alle betrifft.“
   Diese Berufung bestehe darin, „die gesamte Schöpfung, die Schönheit der Schöpfung zu bewahren“ – so wie es der heilige Franziskus von Assisi zeige. Die Hüteraufgabe aller bestehe darin, vor jedem Geschöpf Gottes Achtung zu haben und vor der Umwelt, in der wir leben. Die Menschen zu hüten heiße, „sich um alle zu kümmern, um jeden Einzelnen, mit Liebe, besonders um die Kinder, die alten Menschen“ und die Schwachen, die „oft in unseren Herzen an den Rand gedrängt werden“, zählt Franziskus auf. Doch auch von der Ehe und der Familie spricht er, von der elterlichen Sorge für die Kinder und der Fürsorge für die eigenen Eltern.
   „Im Grunde ist alles der Obhut des Menschen anvertraut, und das ist eine Verantwortung, die alle betrifft. Seid Hüter der Gaben Gottes!“
   Andernfalls „gewinnt die Zerstörung Raum, und das Herz verdorrt“, in jeder Epoche der Geschichte gebe es solche „,Herodes, die Pläne des Todes schmieden“ und „das Gesicht des Menschen zerstören und entstellen“. Franziskus wendet sich hier mit einem klaren Appell an Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft:
   „Alle Verantwortungsträger auf wirtschaftlichem, politischem und sozialem Gebiet, alle Männer und Frauen guten Willens möchte ich herzlich bitten: Lasst uns ‚Hüter’ der Schöpfung, des in die Natur hineingelegten Planes Gottes sein, Hüter des anderen, der Umwelt; lassen wir nicht zu, dass Zeichen der Zerstörung und des Todes den Weg dieser unserer Welt begleiten!“
   Eng verknüpft der Papst hier die Sorge um die Umwelt mit der Sorge um sich selbst: Friede und Liebe beginnen im Innern des Menschen, könnte man ihn hier frei übersetzen. Franziskus:
   „Doch um zu ‚behüten’, müssen wir auch auf uns selber Acht geben! Erinnern wir uns daran, dass Hass, Neid und Hochmut das Leben verunreinigen! Hüten bedeutet also, über unsere Gefühle, über unser Herz zu wachen, denn von dort gehen unsere guten und bösen Absichten aus: die, welche aufbauen, und die, welche zerstören! Wir dürfen keine Angst haben vor der Güte, ja, nicht einmal vor der Zärtlichkeit!“
Die wahre Macht ist das Dienen
   „Der wahre Hirte ist das Lamm“, hatte Benedikt XVI. bei seinem Amtsantritt am 24. April 2005 betont. Auch Franziskus führt in seiner Predigt aus, wie er das Petrusamt versteht:
   „Vergessen wir nie, dass die wahre Macht der Dienst ist und dass auch der Papst, um seine Macht auszuüben, immer mehr in jenen Dienst eintreten muss, der seinen leuchtenden Höhepunkt am Kreuz hat; dass er auf den demütigen, konkreten, von Glauben erfüllten Dienst des heiligen Josef schauen und wie er die Arme ausbreiten muss, um das ganze Volk Gottes zu hüten und mit Liebe und Zärtlichkeit die gesamte Menschheit anzunehmen, besonders die Ärmsten, die Schwächsten, die Geringsten, diejenigen, die Matthäus im Letzten Gericht über die Liebe beschreibt: die Hungernden, die Durstigen, die Fremden, die Nackten, die Kranken, die Gefangenen vgl. Mt 25, 31-46. Nur wer mit Liebe dient, weiß zu behüten!“
   Ausgehend von der zweiten Lesung
Röm 4,18 und Abraham, der „gegen alle Hoffnung (…) voll Hoffnung geglaubt“ hat, zieht Franziskus eine Parallele zur heutigen Zeit: Auch heute, „angesichts so vieler Wegstrecken mit grauem Himmel“, sei es nötig, „das Licht der Hoffnung zu sehen“, ja „selber Hoffnung zu geben“.
  „Die Schöpfung zu bewahren, jeden Mann und jede Frau zu behüten mit einem Blick voller Zärtlichkeit und Liebe, bedeutet, den Horizont der Hoffnung zu öffnen, bedeutet, all die Wolken aufzureißen für einen Lichtstrahl, bedeutet, die Wärme der Hoffnung zu bringen! Und für den Glaubenden, für uns Christen – wie schon für Abraham und für den heiligen Josef – hat die Hoffnung, die wir bringen, den Horizont Gottes, der uns in Christus aufgetan ist; ist die Hoffnung auf den Felsen gegründet, der Gott ist.“
   Jesus mit Maria zu behüten, die gesamte Schöpfung zu behüten, jeden Menschen zu behüten, besonders die Ärmsten, auch uns selbst behüten – zu diesem Dienst seien der „Bischof von Rom“ und „wir alle“ berufen, erinnert Franziskus.
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“Der erfüllte Augenblick, in dem uns das Ganze umfängt“

   Papst Benedikt ermuntert die Christen dazu, „die Kirche nicht nur unter menschlichen Aspekten zu beurteilen“. Das sagte er bei seinem Angelusgebet im Vatikan zum Fest Allerheiligen. Anstatt auf die „Zerbrechlichkeit“ der Kirche zu schauen, solle man sie sehen, „wie Christus sie gewollt hat, nämlich als Gemeinschaft der Heiligen“, so der Papst am Petersplatz. Die Kirche sei „heilig, weil sie Leib Christi ist und weil sie die Teilhabe an den heiligen Geheimnissen erlaubt“.
   „Es heißt, die Heiligen sind das gelebte Evangelium. An ihnen sehen wir, dass die Botschaft Christi nicht ein unerreichbares Ideal ist,  sondern konkret gelebt, in unser ganz persönliches Leben hinein umgesetzt werden kann. Lassen wir uns von den Heiligen anstecken, von ihrer Treue und Liebe zu Christus und von ihrem Erfindungsreichtum, das Evangelium auch heute gleichsam greifbar zu machen. Und bitten wir sie um ihre Fürsprache, dass  wir  Gottes  Liebe zu den Menschen sichtbar machen und so wirklich  „Licht der Welt“ sein mögen.“
   Benedikt äußerte sich in seinem italienischen Redeteil auch zum Fest Allerseelen. Das Gebet für die Verstorbenen sei „hilfreich und notwendig, nicht nur weil es ihnen helfen kann, sondern auch weil es ihr Eintreten für uns möglich macht“.
   „Auch der Besuch auf den Friedhöfen erinnert uns daran, dass wir alle auf ein anderes Leben jenseits des Todes zusteuern. Die Gewissheit der Auferstehung, die Hoffnung auf die ewige Seligkeit, soll stärker sein als die Trauer. Die Seligkeit bedeutet so etwas wie den erfüllten Augenblick, in dem uns das Ganze umfängt und wir das Ganze umfangen.“
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„Wir sind heilig, weil Er gut ist“
   Allerheiligen – das Fest vom 1. November hat damit zu tun, dass sich die Gläubigen der Urkirche gegenseitig als „Heilige“ ansprachen. Was ist mit dieser Heiligkeit gemeint? Darüber hat Papst Benedikt bei seinem Deutschlandbesuch gesprochen – bei der Vigil in Freiburg am 24. September 2011:
   „Hier wird deutlich, dass jeder Getaufte – noch ehe er gute Werke tun kann – geheiligt ist von Gott. In der Taufe entzündet der Herr gleichsam ein Licht in unserem Leben, das der Katechismus die heiligmachende Gnade nennt. Wer dieses Licht bewahrt, wer in der Gnade lebt, der ist heilig.
   Liebe Freunde, immer wieder ist das Bild der Heiligen karikiert und verzerrt worden, so als ob heilig zu sein bedeute, weltfremd, naiv und freudlos zu sein. Nicht selten meint man, ein Heiliger sei nur der, der asketische und moralische Höchstleistungen vollbringe und den man daher wohl verehren, aber im eigenen Leben doch nie nachahmen könne. Wie falsch und entmutigend ist diese Meinung! Es gibt keinen Heiligen, mit Ausnahme der seligen Jungfrau Maria, der nicht auch die Sünde gekannt und niemals gefallen wäre. Liebe Freunde, Christus achtet nicht so sehr darauf,  wie oft wir im Leben straucheln, sondern wie oft wir mit seiner Hilfe wieder aufstehen. Er fordert keine Glanzleistungen, sondern möchte, dass Sein Licht in euch scheint. Er ruft euch nicht, weil ihr gut und vollkommen seid, sondern weil Er gut ist und euch zu seinen Freunden machen will. Ja, ihr seid das Licht der Welt, weil Jesus euer Licht ist.  Ihr seid Christen – nicht weil ihr Besonderes und Herausragendes tut, sondern weil Er, Christus, euer, unser Leben ist. Ihr seid heilig, wir sind heilig, wenn wir seine Gnade in uns wirken lassen.“
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am-MAssunta-xx     Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Papst Benedikt XVI. betet den Angelus am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel
   „Am Hochfest Mariä Himmelfahrt richten sich unsere Augen auf Maria. Sie hat den Sohn Gottes vom Heiligen Geist empfangen und damit den in sich aufgenommen, der – wie er selbst sagt – die Auferstehung und das Leben ist. Nun lebt sie weiter in der Vollendung und tritt als Fürsprecherin für uns ein, auf dass auch wir den Weg ins wahre Leben finden.
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Festmesse in Castel Gandolfo
   Tausende von Menschen haben in Castel Gandolfo mit dem Papst das Fest Mariä Himmelfahrt gefeiert. Wegen der Hitze zelebrierte Benedikt schon in den frühen Morgenstunden die Messe in der Pfarrkirche, die nur wenige Schritte von seiner Sommerresidenz entfernt liegt. In seiner Predigt erinnerte er daran, dass Pius XII. das Dogma von der Aufnahme Mariens in den Himmel im November vor genau sechzig Jahren (1950) verkündet hat; der Papst las – „auch wenn er ein bisschen kompliziert ist“ – den genauen Wortlaut des Dogmas vor.
   „Das ist also der Kern unseres Glaubens an die Aufnahme Mariens: Wir glauben, dass Maria – wie ihr Sohn Christus – schon den Tod besiegt hat und schon in der himmlischen Glorie triumphiert, und zwar in der Ganzheit ihres Wesens, in Seele und Leib.“
  Die Mutter Jesu sei „zutiefst eingeschrieben ins Geheimnis Christi“, und zwar wegen ihres gehorsamen Glaubens. Wenn das Dogma von ihrer Aufnahme „in den Himmel“ spricht, sei damit „nicht irgendein Ort im Universum, ein Stern oder sowas“ gemeint:
   „Wir verstehen unter dem Himmel etwas viel Größeres und mit unseren begrenzten menschlichen Begriffen schwieriger zu Definierendes. Mit dem Wort „Himmel“ wollen wir sagen, dass Gott uns auch im Tod oder jenseits des Todes nicht alleinlässt, sondern einen Platz für uns hat – dass in Gott ein Platz für uns ist. Um das zu verstehen, schauen wir mal auf unser eigenes Leben: Wir alle erleben ja, dass eine tote Person in gewisser Weise weiterlebt – im Gedächtnis und Herzen derer, die sie gekannt und geliebt haben. Ein Teil dieser Person lebt gewissermaßen noch eine Weile in anderen weiter ...“ Aber dieses Weiterleben sei „wie ein Schatten“ und gehe einmal zu Ende. „Gott hingegen“, so der Papst, „vergeht nicht, und wir alle existieren kraft seiner Liebe.“
   „Wir existieren in den Gedanken und der Liebe Gottes. Wir existieren dort in unserer ganzen Realität, nicht nur als Schatten. In Gott, seinen Gedanken und seiner Liebe, überlebt nicht nur ein Schatten von uns, sondern wir sind in seiner schöpferischen Liebe aufgehoben und geborgen mit unserem ganzen Leben und unserem ganzen Sein. Es ist seine Liebe, die den Tod besiegt und die uns die Ewigkeit schenkt; und es ist seine Liebe, die wir Himmel nennen!“
rv100815 Hinduismus   

B-223x    Papst Benedikt XVI.: Gott hat Platz für den Menschen

     In einer stürmischen Zeit der 68er Jahre hat Papst Benedikt XVI. als Professor für systematische Theologie in Tübingen über den der Kern unseres Glaubens an die Aufnahme Mariens gepredigt:
    Wir glauben, dass Maria – wie ihr Sohn Christus – schon den Tod besiegt hat und schon in der himmlischen Glorie triumphiert, und zwar in der Ganzheit ihres Wesens, in Seele und Leib.“

Die Begeisterung von damals
  
Am 1. November [1968] werden es 18 Jahre sein, dass Papst Pius XII. den Satz, Maria, die Mutter des Herrn, sei mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden, zum Dogma der katholischen Kirche er­klärte. Seitdem hat sich vieles geändert; die Grundstimmung, aus der wir leben, ist eine andere geworden, so daß wir heute kaum noch jene Begeisterung und Freude begreifen können, die damals in weiten Teilen der katholischen Kirche herrschte.
Die Lobpreisung des Leibes
  
Damals waren wir, d. h. die Menschen, die aus dem Glauben und Denken der Kirche zu leben versuchten, begeistert, dass eben diese Kirche in einer Zeit, die den menschlichen Leib, seine Schönheit, seine Größe, seine Würde ganz neu und mit einer manchmal beunruhigenden Leiden­schaft entdeckt hat, auf diesen Vorgang nicht geantwortet hat mit einer Verdammung des Leibes, ja, dass sie auch nicht mit vorsichtigen Unter­scheidungen dies Neue gleichsam herunterzuspielen und zu vermindern versuchte, sondern dass sie antwortete mit einem Hymnus auf den menschlichen Leib, mit einer Lobpreisung des Leibes, die kühner und größer und weitgehender ist als alles, was Menschen außerhalb des Glaubens zu sagen wagen würden.
Ein Hymnus auf die Unvergänglichkeit der Erde
  
Wir waren begeistert, dass in einer Zeit, die die Materie - die körper­lichen Dinge - und diese unsere Erde neu entdeckt hat, die keine Flucht ins Jenseits mehr kennen will, sondern die Erde liebt, sich an ihr fest­klammert, ihre Kostbarkeit gewinnen und von ihr leben will, das in einer solchen Zeit die Kirche wiederum nicht mit einem Anathem ge­antwortet hat; sie hat statt dessen einen Hymnus auf die Erde und ihre Unvergänglichkeit angestimmt; sie hat so wiederum größer und lauter von der Herrlichkeit der Erde gesprochen, als wir selbst es gewagt hätten.
Die Preisung des Menschen als des Wesens mit unendlicher Zukunft
  
Wir waren begeistert, daß in einer Zeit, die die Zukunft neu entdeckt hat, die vom Glauben an den Fortschritt erfüllt ist, die sich nicht an die Vergangenheit binden und an der Vergangenheit messen lassen will, die nicht zurückschauen möchte, als läge das Entscheidende schon hinter uns: in der uns vielmehr der Mensch als ein noch zukünftiges Wesen erscheint, dessen Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft sind - dass in einer solchen Zeit die Kirche nicht zum Zurückschauen in die Vergangenheit rief, wie man es von ihr erwarten würde. Sie verwies uns selbst auf die Zukunft, indem sie nun gerade von ihrem Glauben her den Menschen als das noch kommende Wesen, als das Wesen mit der unendlichen Zukunft deutete, das nur im Voranschreiten sich selbst wahrhaft gewinnen kann.
Der Hymnus auf die kleine Magd
  
Wir waren endlich begeistert, daß in einer Zeit, in der es auch außer­halb des marxistischen Raumes allenthalben so etwas wie eine Revolution des Proletariates, der bisher Vergessenen und Verachteten gibt, in einer Zeit, in der wir keine Ständeunterschiede mehr kennen wollen, in der wir nicht mehr bereit sind, die alten Unterschiede der Klassen und der Schich­ten zu akzeptieren, sondern jeden Menschen nur als Menschen gewürdigt sehen möchten, daß in dieser Zeit die Kirche wiederum dieses Gleiche nachdrücklich und laut gesagt hat, indem sie auf jene Frau hinwies, die sich selbst eine geringe Dienstmagd genannt hat: In ihr verkündet sie, ganz unabhängig von Herkunft und Stand, die ganze Größe dessen, was Menschsein heißen kann, als verwirklicht und erfüllt.
Seitdem hat sich vieles geändert,
  
und heute steht uns jenes Dogma, das uns damals solchermaßen erhoben hat, eher im Weg. Wir fragen uns, ob wir damit nicht unseren evangelischen Mitchristen un­nötige Hindernisse auf dem Weg zur Wiedervereinigung bereitet haben; ob nicht sehr vieles leichter wäre, wenn dieser Stein nicht auf dem Wege läge, den wir in einer so kurz zurückliegenden Vergangenheit selber erst aufgerichtet haben.
   Wir fragen uns auch, ob durch ein solches Dogma nicht vielleicht die Richtung der christlichen Frömmigkeit bedroht wird. Wird sie nicht, anstatt auf Gott den Herrn hinzuschauen und auf den einen Mittler Jesus Christus, der als Mensch unser Bruder und zugleich so eins mit Gott ist, dass er selber Gott ist, abgelenkt auf Heilige, die uns näher zu stehen scheinen, obgleich uns niemand je so nahe wird sein können wie derjenige, der uns geschaffen hat und dessen Gedanke wir alle sind?
   Schließlich steigt, abgesehen von solchen mehr im Innern des Glaubens sich bewegenden Bedenken, auch eine ganz gewöhnliche menschliche Frage aus den Zusammenhängen unseres heutigen Denkens und unserer Zeit auf. Das Wort von der „Himmelfahrt Mariens", das freilich den hintergründigeren lateinischen Text stark vergröbert, fordert förmlich zum Widerspruch heraus. Wir fragen uns unwillkürlich, ob es nicht geradezu unsinnig, töricht und herausfordernd ist, zu behaupten, dass ein Mensch mit dem Leib in den Himmel aufgenommen werden kann. Wir sind geneigt zu sagen, dass so ein Satz wohl vor zweitausend oder vielleicht auch noch vor zweihundert Jahren einen guten Sinn gegeben hätte, aber unsere Lage ist ja völlig verändert. Wir wissen mit unbestreitbarer Klarheit, dass auch der Himmel, den wir sehen, in Wirklichkeit ein Stück Welt darstellt, von derselben Beschaffenheit wie unsere Welt auch. Dazu kommt unsere Kenntnis des ständigen Wandels im körperlichen, materiellen Bereich.
   Von alldem aus scheint es eine Zumutung zu sein, zu behaupten, dass ein Mensch mit dem Leib in den Himmel aufgenommen worden ist. Wo soll das sein, wie soll das sein? Ist es nicht heillose Naivität, so etwas zu sagen?
Der Blick auf das Ganze
  
Nun, in all diesen Fragen, die sich in jenen achtzehn Jahren angesam­melt haben, die uns vom 1. November 1950 trennen, ist zweifellos Rich­tiges gesehen. Es kann uns an ihnen bewusst werden, wie auch die großen Dinge in dieser Welt, und auch die Dinge des Glaubens, ihre Grenzen haben und ihr Ungenügen, wenn man sie einseitig und nicht aus dem Ganzen denkt und versteht. Es kann uns an solchen Fragen bewusst wer­den, dass jede Zeit mit anderen Augen schaut und folglich anderes sieht und übersieht. Und es kann uns darin etwas sehr Wichtiges für unseren ganzen Glauben insgesamt deutlich werden: Wenn wir an dieser Stelle sehen, dass keine Zeit fähig sein wird, das Ganze ungetrübt vor Augen zu haben, dass jede Zeit einiges besser begreifen, einiges weniger verstehen wird, dann wird damit zugleich sichtbar, dass Glauben letztlich immer heißt, dass wir uns auf das Ganze, auf das Entscheidende richten, auf unser Gerufensein von Gott, und dass wir von diesem Vertrauen auf das Ganze her auch das mittragen, was uns ferner liegen mag, was uns aus einem bestimmten Grunde vielleicht gänzlich unzugänglich ist.
Das Wort vom „Himmel"
  
Es ist in dieser gottesdienstlichen Feier sicher nicht die Gelegenheit, über all die Fragen, die uns eben begegnet sind, im einzelnen nach­zudenken. Aber einiges stellt sich gleichsam von selber ein. Zunächst ist uns ja wohl heute allen bewusst, dass wir mit dem Wort „Himmel", von dem im heutigen Fest die Rede ist, nicht einen Ort irgendwo über den Sternen meinen, sondern etwas viel Größeres und freilich viel schwerer zu Sagendes, nämlich dies, dass Gott Platz hat für den Menschen und dass Gott dem Menschen Ewigkeit gibt.
   In unserem eigenen Leben erfahren wir schon, dass ein Mensch dann, wenn er gestorben ist, im Gedächtnis derer, die ihn gekannt und geliebt haben, noch irgendwie fortbesteht. In ihnen ist ein Stück seiner selbst lebendig geblieben. Aber freilich ist es nur ein Stück von ihm, gleichsam ein Schatten von ihm, und eines Tages werden auch diese Menschen sterben, und jenes Fortleben, das sie ihm durch ihre Liebe schenken konnten, wird beendet sein. Gott aber vergeht nie, und wir alle bestehen davon her, dass er uns liebt, dass er uns schöpferisch gedacht hat, so dass wir sind. In seiner Liebe gründet unsere Ewigkeit. Wen Gott liebt, der vergeht nicht mehr. In ihm, in seinem Gedenken an uns, lebt nicht nur ein Schatten unserer selbst fort, sondern in ihm, in seiner schöpferischen Liebe, sind wir selber in unserem Ganzen und Eigentlichen für immer bewahrt und unsterblich. Seine Liebe ist es, die uns unsterblich macht, und diese Unsterblichkeit gewährende Liebe, sie ist es, die wir „Himmel" nennen.
   Der Himmel ist so gar nichts anderes als eben dies, dass Gott groß genug ist, um auch für uns geringe Wesen Platz zu haben. Und der Mensch Jesus, der zugleich Gott ist, ist für uns die unendliche Bürgschaft dafür, dass Mensch-sein und Gott-sein ewig ineinander bestehen und leben können.
Der ganze Mensch
  
Ich denke, wenn man das begriffen hat, versteht man auch schon ein wenig, was das seltsame Wort von der „leiblichen Aufnahme in die himm­lische Herrlichkeit" sagt. Das kann natürlich nicht bedeuten, dass da ein paar Knochen und ein paar Blutkörperchen für immer irgendwo ver­wahrt werden. Es sagt etwas viel Entscheidenderes und Tieferes. Es bedeutet nämlich dies, dass von einem Menschen nicht bloß ein Stück, das wir seine Seele nennen würden, weiterbesteht — ein Stück, das aus ihm herausgerissen wird, während so vieles andere zugrunde geht; es besagt vielmehr dies, dass Gott den ganzen Menschen, das was wir jetzt sind, kennt und liebt.
   Unsterblichkeit ist folglich das, was jetzt, in unserem Leben, wächst und wird; was in unserem Leib, in dem wir leiden und lieben, in dem wir hoffen und froh sind, in dem wir traurig sind, und in dem wir vor­wärtsgehen durch die Zeiten - was jetzt in diesem unserem so beschaffenen Leben wächst, das ist unvergänglich. Unvergänglich ist also gerade das, was wir in unserer Leibhaftigkeit wurden, was in dem Leben an und in den Dingen dieser Welt in uns gewachsen und gereift ist. Es ist der „ganze Mensch", so wie er in dieser Welt gestanden, gelebt und gelitten hat, der einst von Gottes Ewigkeit umgriffen wird und in Gott selbst Ewigkeit hat.
   Das ist es, was uns an diesem heutigen Tage mit einer tiefen Freude erfüllen soll: Das Christentum verheißt nicht bloß irgendein „Seelenheil" in irgendeinem Jenseits, in dem all das, was uns in dieser Welt kostbar und wert gewesen ist, versinken würde wie ein Schauplatz, den man eben auch einmal gebaut hat und der hernach nichts mehr bedeutet, sondern es verheißt die Ewigkeit dessen, was in dieser Erde geschah. Nichts von dem, was uns kostbar und wert ist, wird untergehen. „Alle Haare eures Hauptes sind gezählt", sagt Christus einmal. Die endgültige Welt wird die Erfüllung gerade auch dieser Erde sein.
   So wird noch einmal sichtbar, was wir am Anfang schon bedacht haben, dass das Christentum nicht eine Religion der Vergangenheit ist, die uns für immer an irgend etwas ketten will, was einmal gewesen ist, sondern eine Religion der Hoffnung des Zukünftigen, eine Religion, die uns den Weg in das Kommende, in die endgültige Schöpfung eröffnet. Gerade als Christen sind wir gerufen, diese Welt aufzubauen, an ihrer Zukunft zu bauen, damit sie einmal Gottes Welt werde, die weit über all das hinausgehen wird, was wir selbst je erbauen können.
   Wenn wir all das bedenken, werden wir an diesem Tag den Herrn bitten, dass er uns die Augen immer mehr dafür öffnet, wie sehr gerade in den Dingen dieser Welt er uns begegnet.
   Wir werden ihn bitten, dass er uns als Glaubende zu Menschen der Hoffnung macht, die nicht in die Vergangenheit blicken, sondern für jetzt und für morgen eine Welt erbauen, die für Gott geöffnet ist.
   Wir werden ihn bitten, dass er uns so als Glaubende zu freudigen Men­schen mache, die mitten durch die Bedrängnisse des Alltags hindurch die Schönheit der kommenden Welt erblicken und aus solcher Gewissheit heraus leben, glauben und hoffen. Amen.

   Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, Hamburg   epaHansJochenJaschke-xx

Aufnahme Mariens in den Himmel: Ein Feiertag für die schönste aller Frauen

   Ach, wie bald schwindet Schönheit und Gestalt. Der Dichterspruch bringt ins Wort, was alle Menschen erleben: Schönheit ist vergänglich. Wir können tun, was wir wollen, alles Geld der Welt ausgeben und eine ganze Industrie beschäftigen: Schönheit lässt sich nicht festhalten. Christen setzen gegen diese Erfahrung ein anderes Bild. Schönheit bleibt, weil Gottes Licht auf den Menschen fällt. Sie strahlt auf in Jesus Christus, den Sieger über Sünde und Tod. So hat sie ihren Widerschein in all seinen Brüdern und Schwestern.
   Ein Mensch steht exemplarisch für Schönheit, die bleibt: Maria, die Gottesmutter. Seit den Zeiten der Bibel wird sie besungen. „Siehe, von nun an werden mich selig preisen, alle Generationen der Menschen", ruft sie selber aus. Immer war es das Volk, nicht die Großen und Gelehrten, sondern die einfachen Menschen, die haben Maria hochgehalten: die junge Frau, die sich nicht über einen Mann definieren muss; die Mutter der Schmerzen; die für immer im Himmel Vollendete - zum Trost, zur Hoffnung der Christenheit.
   Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel wurde schon um das Jahr 600 auf den 15. August gelegt. Mauritius, der Kaiser von Konstantinopel, hat es für die christliche Welt angeordnet, lange bevor Hamburg gegründet wurde. Maria steht für die Schönheit, die nicht untergeht. Die Schwester und die Mutter all der Niedrigen und Gebrochenen, der Aufgeriebenen, der zum Vergessen Verurteilten, der Menschen, denen jede äußere Schönheit genommen wird.
   Kein Bild prägt die christliche Geschichte so sehr, wie das von der schönen Gottesmutter, es ist immer auch ein Ebenbild für eine Kirche, die von Männern bestimmt wird, die ihr Amt für das Wichtigste halten wollen.
   Als Feiertag ist der 15. August im Norden weithin verloren gegangen. Der Streit der Klugen und Weisen in den Konfessionen hat ihn zerredet. Ich meine: Diesen Tag als Ehrentag der schönsten aller Frauen, der bleibenden Schönheit aller Menschenkinder zu feiern, kann uns allen guttun.

Weihbischof Hans-Jochen Jaschke im Hamburger Abendblatt 010814 eMail:
wbjaschke(ö)egv-erzbistum-hh.de

am-AngeloComastri-Maria-x    Eine Autobiografie der Gottesmutter Maria

Der Engel des Herrn brachte mir die Botschaft
  
Gute theologische Schriften über Maria, die Mutter Jesu Christi, und über ihre Rolle und Bedeutung im göttlichen Heilsplan gibt es viele. Das vorliegende Buch will indes keine weitere mariologische Abhandlung sein. Es ist gewollt einfach und richtet sich an all jene Leserinnen und Leser, die sich für das Leben Marias, für ihre Gedanken und ihre Empfindungen als Mutter Jesu Christi interessieren. Die »Autobiographie Marias« aus der Feder von Kardinal Angelo Comastri, Erzpriester der Päpstlichen Basilika St. Peter im Vatikan und Generalvikar des Papstes für den Staat der Vatikanstadt, geht von der Überlieferung aus, wonach Maria dem Evangelisten Lukas die geheimnisvollen Ereignisse erzählt hat, die mit der Geburt Jesu einhergingen: die Verkündigung durch den Engel und die jungfräuliche Empfängnis; die Begegnung mit Elisabet und die Reise nach Betlehem; das Erscheinen der Engel im Stall an der Krippe und der Besuch der Weisen oder Sterndeuter aus dem Morgenland; die Darstellung Jesu im Tempel und die Wallfahrt nach Jerusalem.
   Das vorliegende Werk ist nicht nur zutiefst biblisch, es ist auch ein »frommes« Buch. In das Lebensbild Mariens eingeflochten finden wir wichtige marianische Gebete und Gesänge aus dem Gebetsschatz der Kirche.
   Der Schlussteil des Buches betrifft das mütterliche Wirken der heiligen Jungfrau nach ihrer Aufnahme in den Himmel, d. h. in die unverlierbare Gemeinschaft mit dem Dreifaltigen Gott. Zu keiner Zeit, auch heute nicht, vergisst Maria die Brüder und Schwestern ihres Sohnes. Sie vergisst uns Menschen nicht, die wir in der Nachfolge Jesu Christi zu ihren geistlichen Söhnen und Töchtern geworden sind.
   Das Buch von Kardinal Angelo Comastri eignet sich sehr gut als Lektüre für den Rosenkranzmonat und für die Advents- und Weihnachtszeit.
   Die deutsche Edition des italienischen Originals mit dem Titel »L'Angelo mi disse« hat Prälat Christoph Kühn herausgegeben. Der Eichstätter Diözesanpriester ist im Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls tätig. Derzeit wirkt er in Wien als Nuntiaturrat an der Päpstlichen Vertretung in der Republik Österreich.
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Angelo Comastri;
Der Engel des Herrn brachte mir die Botschaft;
Fe-Medienverlags GmbH; 127 S.; geb., Handcover mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-86357- 013-2; Euro 12,80.

Wir berichten auf den folgenden Seiten ausführlich über die großen Wallfahrtsorte:
unten auf dieser Seite: Loreto, und auf den folgenden Seiten:
Lourdes die Pilgerreise von Papst Benedikt XVI., Fatima,
Guadalupe,
- den größten Wallfahrtsort der Kirche, und Zeitun/Kairo.
Sie lesen weiter über den Rosenkranz, Zeichen am Himmel, Wunder & Zeichen.
Weitere Themen: Heilige - ?, Heilige Frauen, Kardinal von Galen, Priester, Priesterweihe, Ordensschwestern, Sterben in Würde, Kultur des Todes, Reliquien und das am meisten aufgerufene Thema Engel.
Hier aber zunächst über:
L o r e t o

be-273Loreto-x Papst Benedikt XVI. in Loreto

    Papst Benedikt XVI. besuchte am 4. Oktober 2012 den italienischen Wallfahrtsort Loreto. Benedikt bewegte sich dabei auf den Spuren Papst Johannes XXIII.; dieser war vor 50 Jahren kurz vor Beginn des II. Vatikanischen Konzils in das Marienheiligtum an der Adria gepilgert, um den Beistand der Muttergottes für die Kirchenversammlung zu erbitten. Auf dem Programm stand ein privates Gebet in der Basilika, gefolgt von einer heiligen Messe unter freiem Himmel. Anschließend begab sich der Papst zu einem Mittagessen ins Zentrum „Johannes Paul II.“ in dem nahegelegenen Ort Montorso. Rückreise am Abend mit dem Hubschrauber in den Vatikan. Die Visite Johannes XXIII. in Loreto – und anschließend Assisi - war die erste Reise eines Papstes seit der Einheit Italiens im Jahr 1861. RV120920gs

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   Die italienische Kleinstadt Loreto hat sich auf hohen Besuch vorbereitet. Bereits zum zweiten Mal in seinem Pontifikat kehrt Benedikt XVI. in den Marken ein. Die Reise ist der achte Besuch eines Papstes in den letzten 50 Jahren. Er hebt die Bedeutung des Marienwallfahrtsortes hervor, in dem das Haus der Heiligen Familie von Nazaret verehrt wird.
   Papst Benedikt hat am 4. Oktober 2012 an der Stelle, an der Papst Johannes XXIII. vor genau 50 Jahren um den Beistand der Maria für das beginnende Zweite Vatikanische Konzil gebetet hatte, dasselbe für den Beginn des von ihm ausgerufenen Jahres des Glaubens tun.
   Der Besuch von Papst Johannes XXIII. war mit besonderer Bedeutung aufgeladen: Die Weltkirche schickte sich an, eines der wichtigsten Ereignisse der Neuzeit zu begehen, das die Weichen bis in die heutige Zeit legen sollte. Die Wallfahrt nach Loreto stellte den Auftakt zu dieser ökumenischen Zusammenkunft dar. In seiner Rede vor 50 Jahren am Marienheiligtum konzentrierte sich Papst Johannes XXIII. auf drei zentrale Aspekte, in denen der Wallfahrtsort das Geheimnis von Nazaret offenbare: Einerseits das fleischgewordene Wort, um … „die Menschen einzuladen, über das Zusammentreffen von Himmel und Erde nachzudenken, das das Ziel der Fleischwerdung und der Erlösung ist; und deshalb ist es im Konkreten auch das Ziel des Ökumenischen Konzils, das den Strahl der Wohltat immer weiter verbreiten möchte, in alle Formen des sozialen Zusammenlebens.“
   Andererseits die Familie, die die erste Übungsstätte für das christliche Leben sei, sowie „die erste Schule von Stärke und Opfer, von moralischem Rechtsempfinden und Entsagung. Sie ist ein Hort priesterlicher und religiöser Berufungen, ebenso wie von apostolischen Unternehmungen für das christliche Laientum.“
   Der dritte Gedanke des damaligen Papstes galt der Arbeit, und insbesondere der Arbeit, die Jesus in seinen gut 30 Lebensjahren vollbracht habe: „Anhand des Beispiels Jesu haben 20 Jahrhunderte Christentum dem Menschen dabei geholfen, sich in seiner Gänze zu erkennen, und ihn zum Bewusstsein seiner Würde erhoben. Der Mensch ist in der Tat dazu berufen, mit den Plänen des Schöpfergottes im Einklang zu arbeiten, und diese Erhabenheit der menschlichen Mühe, auch der niedrigsten, wird durch die Arbeit Jesu in der Werkstatt von Nazaret erinnert und erhöht.“
   Papst Johannes XXIII. betete schließlich um den Segen Mariens für das Großereignis des Zweiten Vati- kanischen Konzils, das seinem Wunsch entsprechend die grundlegendsten Gebote der Brüderlichkeit und Liebe hervorheben sollte.
   Genau 50 Jahre nach dem Besuch des Konzilspapstes wird nun Papst Benedikt erwartet – der Schutz Mariens wird in diesem Fall für das kommende Jahr des Glaubens erbeten, mit dem auch dem heute noch nachklingenden Konzil gedacht werden soll. Einer der Vorbereiter des Besuches ist Erzbischof Giovanni Tonucci, der der Territorialprälatur von Loreto vorsteht und für das „Heilige Haus“ zuständig ist. Im Interview mit Radio Vatikan erklärt er, was den Besuch des Papstes so besonders macht:
   „Der Papst hat es geschafft, von diesem Ereignis aus, das ebenso schlichtweg als historisches Ereignis erinnert werden konnte, völlig neue Ideale und Ziele vorzuschlagen. Papst Johannes XXIII. ist gekommen, um den Beginn des Konzils zu empfehlen und dieses große Unternehmen der Kirche unter den Schutz Marias zu stellen. Und nun blickt Papst Benedikt auf die Neuevangelisierung, auf die Reflexionen, die von der gesamten Kirche vor 50 Jahren auf dem Konzil vorgeschlagen worden sind,  und bittet um den Schutz der Maria auf diesem neuen Weg. Das heißt, der Papst schlägt uns nicht einen Blick zurück, sondern einen Blick nach vorne vor, um die Botschaft dieses großartigen Ereignisses besser zu verstehen und in uns aufzunehmen. Dieses Ereignis hat seine Strahlkraft noch lange nicht eingebüßt, sondern hat uns nach wie vor viel zu sagen.“
   Das Heilige Haus von Loreto ist eines der wichtigsten internationalen Heiligtümer, das der Maria geweiht ist. Jedes Jahr besuchen mehrere tausend Menschen den Wallfahrtsort. Der Überlieferung nach beherbergt das Heiligtum das Haus, in dem Maria in Nazareth gewohnt habe. Diese Überlieferung hat erst vor Kurzem durch historische und archäologische Recherchen auch wissenschaftliche Bestätigung erfahren.
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Lor-B15x   Benedikt XVI. in Loreto    Lor-B10

Papst feiert „Fest des geglückten Lebens" in Loreto

   Eine halbe Million junger Italiener hat am Wochenende in Loreto an der Adria mit Papst Benedikt XVI. ein „Fest des Glaubens und ihres geglückten Lebens” gefeiert. Benedikt war in den Wallfahrtsort in der mittelitalienischen Region Marken gekommen, um das nationale Jugendtreffen zu begehen. Schon in seiner ersten Ansprache als Einladung zu einer Gebetswache „an diesem besonderen Abend, reich an Gebeten, Gesängen und Schweigen, voll an Hoffnungen und tiefen Gefühlen”, umwarb der Papst die jungen Leute zwischen 15 und 35 Jahren als „Zukunft der Kirche”. Während der Papst dann im Heiligen Haus Mariens betete, das nach der Legende das Haus der Heiligen Familie zu Nazaret umfasst, verfolgten Hunderttausende ein teilweise besinnliches Pop-Konzert.
   Zum Abschluss erinnerte Benedikt die begeistert jubelnden Jungen und Mädchen an den nächsten katholischen internationalen Weltjugendtag im Juli 2008 im australischen Sydney. Die weite Entfernung zum fünften Kontinent ließ der Papst nicht gelten; in der heutigen Welt und für die gläubigen Christen gebe es „keine Peripherie”. In seiner Predigt auf dem Montorso-Feld bei Loreto deutete Benedikt den christlichen Glauben als Freude und Lebensglück. „Begnügt euch nicht mit billigen Gefühlen, nicht mit der Einweg-Liebe, die man nach Gebrauch wegwirft. Führt einen nüchternen Lebensstil der Demut, nicht des verschwenderischen Stolzes. Ändert die Tendenzen, die zu unumkehrbarem Schaden führen. Rettet die Erde, die Schöpfung, bevor es zu spät ist. Schafft eine gerechtere und solidarischere Gesellschaft, in der alle Menschen die Güter der Erde genießen können”, rief der Papst den jungen Leuten zu. Benedikt wandte sich dagegen, die Kirche als Institution anzusehen, die die Freiheit einschränkt und nur Verbote ausspricht. Der Papst erinnerte an Mutter Teresa, deren Todestag sich am 5. September zum zehnten Mal jährt; mit ihrer Liebe und ihrem Glauben habe auch sie unter dem Schweigen Gottes gelitten.
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Papst Benedikt hält mit 500.000 Jugendlichen Gebetswache in Loreto

Benedikt XVI. war am 2. September 2007 in den berühmten Marienwallfahrtsort gereist,
wo er an einem großen Jugendtreffen mit 500.000 jungen Menschen teilnahm.

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    Es ist das erste Mal, dass Benedikt XVI. als Papst Loreto besuchte. Mit etwa vier Millionen Besuchern jährlich zählt das Marienheiligtum zu den populärsten Pilgerzielen Italiens nach Rom, San Giovanni Rotondo und Assisi. Ziel der Pilgerscharen ist das sogenannte »Heilige Haus«, ein von Ziegeln und Natursteinen gebildeter, wenige Quadratmeter großer rechteckiger Raum. Bei diesem Bau soll es sich um das Haus aus Nazaret in Galiläa handeln, in dem die Jungfrau Maria geboren wurde und aufgewachsen ist.
   Nach lauretanischer Traditon, die in zahlreichen Fresken und Reliefs in der Kirche dargestellt wird, brachten Engel das Haus von Nazaret über das Mitelmeer und setzten es in Italien ab. Während der Invasion Palästinas durch die Mamelucken im Jahr 1291 soll das Haus zunächst nach Dalmatien oder Albanien, von dort 1294 nach Italien in das Gebiet der Gemeinde Recanati überführt worden sein.

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   Schaut man auf das »Heilige Haus« in Loreto, so ergeben sich auf den ersten Blick einige Besonderheiten. Der ursprüngliche Kern besteht nur aus drei Wänden. Im unteren Teil ist es aus Naturstein gemauert, der in dieser Gegend nicht vorkommt. Es hat kein Fundament, das einzige Fenster liegt in der Westwand, so dass Tageslicht nicht eindringen kann, die Tür öffnet sich in der Nordseite und wäre damit Wind und Wetter ausgesetzt gewesen. Nimmt man den Bau aber in seiner ursprünglichen Form und setzt ihn vor die Grotte von Nazaret, fügt er sich nicht nur nahtlos ein, sondern findet auch eine sinnvolle Ausrichtung.

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   Im Laufe der Jahrhunderte kamen verschiedene Päpste, Kardinäle und Bischöfe, sowie Staatsoberhäupter, Heeresführer und Künstler an diesen Ort. Johannes XXIII., an den eine Bronzestatue am Eingang des Heiligtums erinnert, pilgerte im Oktober 1962 zur Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Lauretanischen Muttergottes. Johannes Paul II. stattete dem Ort mehrere Besuche ab. Im September 1995 lud er zum europäischen Jugendtreffen ein. In seiner Botschaft an die Jugendlichen heißt es: »Hier im Heiligtum von Loreto wacht und wirkt die Jungfrau in Stille seit sieben Jahrhunderten, wie im Haus von Nazaret. Ihr Wesen ist die Demut, die Treue, das Dienen. Es ist das Wesen von Nazaret, das Wesen von Loreto. Macht es euch zu eigen! Sie nachahmend werdet ihr die Freude und den Frieden erfahren, die ein Geschenk des Heiligen Geistes sind. Mit ihr zusammen könnt ihr euch mutig an die Arbeit machen, ein Europa der Hoffnung aufzubauen, den eigenen Wurzeln treu, ein Land der Gastlichkeit, der Solidarität, des Friedens für alle.« OR070831

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   Weit sichtbar überragt die Basilika von Loreto die Küstenebene der Marken, der Region im Nordosten Italiens. Über eine Million Pilger findet jährlich den Weg zur „Santa Casa”, einem der meistbesuchten Wallfahrtsorte Europas. Die Anziehungskraft des Ortes in der Nähe der Adria ist nicht zuletzt durch die Legende zu erklären, die sich um den Urspung des Heiligtums rankt. Abenteuerlich klingt die Legende um dieses Haus schon: Im Heiligen Haus, der „Santa Casa”, soll Maria geboren sein und Jesus seine Kindheit verbracht haben. Im Jahr 1291, nachdem Nazaret in islamische Hände gefallen war, hoben vier Engel das „Heilige Haus” in die Lüfte und trugen es in Richtung Adria nach Loreto. Das ist die überlieferte Legende.

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   Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Steine des „Heiligen Hauses” identisch mit denen der Felsgrotte von Nazareth sind, wo sich das Haus nach dem Bericht der Legende ursprünglich befunden haben soll. Heute wird angenommen, dass die „Santa Casa” zu Zeiten der Kreuzzüge ganz profan mit dem Schiff an diese Stelle gebracht wurde.
   Ein kürzlich aufgefundenes Dokument vom September 1294 bestätigt, dass Niceforo Angelo, zu deutsch Engel, Beherrscher des Epirus, anlässlich der Hochzeit seiner Tochter Ithamar dem Bräutigam Philipp von Tarent, Sohn des Königs von Neapel, Karl II. von Anjou, verschiedene Geschenke übergab. Darunter werden besonders „die heiligen Steine, weg getragen aus dem Hause Unserer Lieben Frau, der Jungfrau und Mutter Gottes” erwähnt. Klar ist, dass die Fracht nur aus drei Außenwänden bestand, da das Haus in Nazareth an der vierten Seite an die Felsgrotte angebaut war. Gewölbe und vierte Wand des Hauses wurden in Loreto im sechzehnten Jahrhundert hinzugefügt. Heute birgt eine mächtige Basilika die „Casa Santa”. Pilger aus aller Welt kommen hierher.  

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  Welche Bedeutung der Wallfahrtsort theologisch hat, erläutert Stefano d'Amico, der für die Führungen verantwortlich ist: „Es ist zum einen das Heiligtum der Menschwerdung, weil es uns an die Ankündigung des Heiles und an die Menschwerdung des Sohnes Gottes erinnert. Dann ist es aber auch das Heiligtum des Heiligen Geistes, der auf Maria herabgekommen ist, so wie er dann auf die Kirche herabkommen wird, um den Heilsplan Gottes zu verwirklichen. Darüber hinaus ist er aber auch das Heiligtum der Familie, weil die Familie von Nazareth das Vorbild für alle christlichen Familien ist. Und nicht zuletzt ist er ein Heiligtum der Versöhnung, denn jeden Tag empfangen hier unzählige Menschen das Sakrament der Versöhnung.” GerdFelderDT060815

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   Vor 500.000 Jugendlichen hat Papst Benedikt XVI. in Loreto an der italienischen Adria-Küste
vor dem Klimawandel und der zunehmenden Umweltzerstörung gewarnt.

   «Den neuen Generationen ist die Zukunft des Planeten anvertraut, auf dem es deutliche Zeichen für eine Entwicklung gibt, die die delikaten Gleichgewichte der Natur nicht immer zu schützen wusste», sagte Joseph Ratzinger bei einer feierlichen Messe in dem berühmten Marienwallfahrtsort. «Bevor es zu spät ist, müssen jetzt mutige Entscheidungen getroffen werden, die in der Lage sind, das starke Bündnis zwischen dem Menschen und der Erde wiederherzustellen.»
   Der Papst war nach Loreto gereist, wo seit 1984 alle zwei Jahre ein großes internationales Jugendtreffen stattfindet. Auch sein Vorgänger Johannes Paul II. hatte an einem solchen Treffen teilgenommen. Bei der Eucharistiefeier rief Benedikt die Jugendlichen auch dazu auf, sich nicht zu sehr von den Massenmedien beeinflussen zu lassen. «Seid wachsam! Seid kritisch! Lauft nicht einfach der Welle hinterher, die von dieser mächtigen Überredungs-Maschinerie produziert wird», forderte der Papst die Jugendlichen auf.

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  Zudem erinnerte er die Teilnehmer an das Weltjugendtreffen im australischen Sydney. Auch dabei ist das Motto «Bewahrung der Schöpfung» und der Umweltschutz das großen Themen.
   Schon am Abend hatte Benedikt mit rund 300.000 jungen Menschen eine Gebetswache gehalten und dazu aufgerufen, die Suche nach dem Sinn des Lebens nie aufzugeben. «Keiner von Euch darf sich ausgeschlossen fühlen; kein Leben ist unwichtig und sinnlos, im Gegenteil: Ihr müsst Euch alle wichtig fühlen», erklärte er.

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   In Loreto befindet sich die von Gläubigen hoch verehrte Casa Santa aus Nazareth, jenes Haus, in dem der Überlieferung nach die Verkündigung stattfand - die Mitteilung der Empfängnis Jesu an die Jungfrau Maria durch den Engel Gabriel - und in dem Jesus aufwuchs. Der Papst hatte dort privat gebetet. dpa070902

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Papst besucht Jugendtreffen in Loreto. “Ihr müsst euch alle wichtig fühlen”

   Papst Benedikt XVI. hat im italienischen Marienwallfahrtsort Loreto die schwindende Bedeutung familiärer Strukturen beklagt. Vor etwa 500.000 Jugendlichen sagte er, Kirche und Familie sollten der Kern der Gesellschaft sein.  Die Jugendlichen rief der Papst dazu auf, die Suche nach dem Sinn des Lebens nie aufzugeben. “Keiner von euch darf sich ausgeschlossen fühlen. Kein Leben ist unwichtig und sinnlos, im Gegenteil: Ihr müsst euch alle wichtig fühlen”, sagte er bei einer feierlichen Gebetswache.

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   In einer von Leiden, Ungerechtigkeit, Egoismus und Gewalt geprägten Welt blickten viele Jugendliche mit Angst und Besorgnis in die Zukunft, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Liebe und starke Überzeugungen könnten solche Ängste aber besiegen. "Fürchtet euch nicht, habt keine Angst”, rief der Papst den Jugendlichen zu. Sie sollten sich nicht entmutigen lassen, wenn es Schwierigkeiten gibt.

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Deutschlandradio: Papst Benedikt XVI. betont in Loreto die Werte der Familie

   Papst Benedikt XVI. hat beim Jugendtreffen im italienischen Marienwallfahrtsort Loreto die Bedeutung der Familie hervorgehoben. Vor rund 500.000 Menschen sagte der Papst, Kirche und Familie sollten der Kern der Gesellschaft sein. Zudem beklagte er, die Entscheidung eine Familie zu gründen, sei heutzutage immer schwieriger zu verwirklichen. Die Gesellschaft brauche aber solche “Zentren der Solidarität”, um überleben zu können.  

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 Papst warnt in Loreto vor Klimawandel. Benedikt XIV. zelebriert heilige Messe mit 500.000 Jugendlichen

  Vor rund einer halben Million Jugendlichen hat Papst Benedikt XVI. in Loreto an der italienischen Adria-Küste eine feierliche Messe zelebriert. Dabei warnte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche vor dem Klimawandel.  “Den neuen Generationen ist die Zukunft des Planeten anvertraut, auf dem es deutliche Zeichen für eine Entwicklung gibt, die die delikaten Gleichgewichte der Natur nicht immer zu schützen wusste”, sagte Joseph Ratzinger. Jetzt seien “mutige Entscheidungen” erforderlich, bevor es zu einer “irreversiblen Situation” komme, fügte er hinzu.
Der Spiegel schreibt: Der Papst wird grün
  Der Mann will die Welt retten: Papst Benedikt XVI. nimmt sich verstärkt grüner Themen an, lässt Sonnenkraft- Anlagen im Vatikan bauen und predigt für den Schutz von Wald und Trinkwasser -: “Wir müssen mutige Entscheidungen treffen, bevor es zu spät ist.”
   Er hat es wiederholt, sein neues, grünes Leitmotiv: Vor rund 500.000 Jugendlichen im Marienwallfahrtsort Loreto hat der Papst der katholischen Jugend die Erhaltung der Natur ans Herz gelegt. In einer Messe unter freiem Himmel betonte Benedikt, der Planet Erde müsse vor einer Entwicklung bewahrt werden, die “das delikate Gleichgewicht der Natur” missachte. Die katholische Kirche begeht den 1. September als “Tag der Schöpfung”.

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“Allianz zwischen Mensch und Erde”
   Ziel sei eine Erneuerung der “festen Allianz zwischen Mensch und Erde”. Benedikt ging besonders auf den Trinkwassermangel in vielen Regionen der Welt ein. Um Konflikte zu vermeiden, müssten die verfügbaren Wasservorräte besser bewahrt und gerechter geteilt werden als bisher.
   Benedikt hat sich in den vergangenen Wochen verstärkt “grüner Themen” angenommen. So beklagte er die Umweltschäden der Waldbrände in Italien und Spanien. Während seiner Sommerferien in den Bergen sprach er wiederholt von der Bedeutung der Natur für die Erfahrung von Spiritualität. Der Vatikan hat sich einem Wiederaufforstungsprojekt angeschlossen, das die CO²-Emissionen des Kirchenstaats ausgleichen soll. Auf einem Gebäude des Vatikans wurde eine Anlage zur Nutzung der Sonnenenergie eingerichtet.
   Die katholische Morallehre stand im Mittelpunkt des ersten Tages des katholischen Jugendtreffens in Loreto. Benedikt äußerte sich besorgt über die zunehmende Zahl von Scheidungen und dadurch zerrissener Familien. “Um uns herum scheitert soviel Liebe”, beklagte der Papst. Er bete dafür, dass die traditionellen Familienwerte erhalten blieben.
   Er rief dazu auf, selbst dann auf Gottes Hilfe zu vertrauen, wenn man sich frage, wie man eine erfolgreiche Ehe führen solle, wenn Freunde und Familien gescheitert seien. “Habt keine Angst”, zitierte Benedikt einen oft von seinem Vorgänger Johannes Paul II. gemachten Ausspruch.
   Das Treffen in Loreto war der italienische Auftakt für den Weltjugendtag in Sydney. Die meisten Teilnehmer verbrachten die Nacht in Zelten.
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Focus: Klimaschutz - Papst ruft zur Rettung der Umwelt auf

   Papst Benedikt XVI. hat vor dem Klimawandel und der zunehmenden Umweltzerstörung gewarnt. Bei einem Jugendtreffen in Loreto rief das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche die Politiker in aller Welt zur Rettung des Planeten auf.
   Mutige Entscheidungen müssten getroffen werden, um ein starkes Bündnis zwischen den Menschen und der Erde zu schaffen, bevor es dafür zu spät sei, sagte der Papst vor rund einer halben Million Jugendlichen im Marienwallfahrtsort Loreto an der italienischen Adria-Küste.
   „Die nächsten Generationen werden mit der Zukunft des Planeten betraut sein”, sagte der Papst bei einem seiner bislang eindringlichsten Appelle zur Rettung der Umwelt. Es gebe deutliche Zeichen einer Entwicklung, bei der das Gleichgewicht der Natur nicht ausreichend geschützt sei.
   Insgesamt waren den Veranstaltern zufolge etwa 500.000 überwiegend junge Menschen nach Loreto gereist, um die Papstmesse mitzuerleben. Im Vergleich zu vergangenen Großkundgebungen stand die diesjährige Veranstaltung erstmals ganz im Zeichen der Umweltverträglichkeit. So wurden Gebetbücher aus recyclebarem Papier und Mahlzeiten auf biologisch abbaubaren Tellern verteilt, der Abfall streng getrennt und neue Bäume gepflanzt.

Kis-Loreto-B57ZZ Gebet von Papst Benedikt XVI. in Loreto

Maria, Mutter des Ja, du hast Jesus gehört
und kennst den Klang seiner Stimme
und das Klopfen seines Herzens.
Morgenstern, sprich uns von Ihm
und erzähle uns deinen Weg, um Ihm
auf dem Weg des Glaubens zu folgen.
 Maria, die du in Nazaret
mit Jesus wohntest,
präge unserem Leben
deine Gefühle ein,
deine Fügsamkeit,
dein hörendes Schweigen,
und lass das Wort in Entscheidungen
wahrer Freiheit erblühen.
 Maria, sprich uns von Jesus,
damit die Frische unseres Glaubens
in unseren Augen erstrahle und
das Herz dessen erwärme,
der uns begegnet,
wie du es getan hast,
als du Elisabeth besuchtest,
die sich im Alter mit dir über das
Geschenk des Lebens freute.
 Maria, Jungfrau des Magnificat,
hilf uns, die Freude in die Welt zu tragen,
und wie in Kana
sporne jeden jungen Menschen,
der sich im Dienst an den Brüdern einsetzt dazu an,
nur das zu tun, was Jesus sagen wird.
 Maria, blicke auf die Agora der Jugend,
auf dass sie fruchtbarer Boden
der italienischen Kirche sei.
Bitte, auf dass der gestorbene und    
auferstandene Jesus in uns
neu geboren werde
und uns in eine Nacht voller Licht,
voll von Ihm verwandle.
 Maria, Muttergottes von Loreto,
Pforte des Himmels,
hilf uns, den Blick nach oben zu richten.
Wir wollen Jesus sehen. Mit Ihm sprechen.
Allen Seine Liebe verkünden.

 Benedikt pp XVI.

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Der Marienwallfahrtsort Loreto

   Die Stadt Loreto an der italienischen Adriaküste ist einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Welt. Jedes Jahr wird die 12.000-Einwohner-Gemeinde von Tausenden Pilgern aus der ganzen Welt besucht. Das Zentrum ist die Casa Santa aus Nazareth, jenes Haus, in dem der Überlieferung nach die Verkündigung stattfand - die Mitteilung der Empfängnis Jesu an die Jungfrau Maria durch den Engel Gabriel - und in dem Jesus aufwuchs. Der Legende nach soll das Haus von Engeln fortgetragen worden sein, als die Sarazenen das Heilige Land überfielen. Es soll zunächst in Kroatien, in der Nähe von Rijeka, abgesetzt worden sein.
   Im Jahr 1294 wurde das Haus wieder versetzt, dieses Mal in einen Lorbeerhain. Vom Lateinischen “Lauretum” leitet sich wahrscheinlich auch der heutige Name des Ortes ab, an dem die Casa Santa nach weiteren mehrmaligen Umzügen ihren endgültigen Platz fand. Allerdings wurde Loreto erst 1507 von der Kirche offiziell als Pilgerstätte anerkannt. Die Bauarbeiten für den Dom von Loreto hatten jedoch bereits 1468 unter Papst Julius II. begonnen.Seit 1984 findet hier alle zwei Jahre ein internationales Jugendtreffen statt, an dem jetzt Benedikt XVI. erstmals teilnahm. [Ein erstaunliches Phänomen ist die Marien-Erscheinung in Zeitun, einem Vorort von Kairo. “zeitun” heißt in der arabischen Sprache Olive. Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Bericht unter
Zeitun, Kairo.]  

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