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Jahr der Bibel

Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Klaus Berger: Kommentar zum Neuen Testament
2. Herders Neues Bibellexikon - 3. Auflage
3. apokryphes Judas-Evanglium
4. Psalter: Die hohe Dichtung - neu übersetzt
5. Erich Zenger: Psalmenauslegung
6. J.J. Meyer: Vaterunser-Exegese
7. Gotteswort im Jahr der Bibel: Dei Verbum
Apostolische Konstitution des 2. Vatikanischen Konzils über die Göttliche Offenbarung

buc-KlausBerger-Z      Unser Buchtipp: Kommentar zum Neuen Testament

 Klaus Berger, Kommentar zum Neuen Testament. Gütersloher Verlagshaus, 44 Euro.
   Klaus Berger ist einer der Großen unter den Bibelauslegern und –vermittlern: Sein Jesusbuch von 2004 hat u.a.  Papst Benedikt XVI. bei dessen Jesus-Trilogie inspiriert. Der emeritierte Neutestamentler aus Heidelberg ist be- kannt für seinen so eigenwilligen wie souveränen Zugang zur Heiligen Schrift. Er datiert z.B. das Johannes- evangelium, anders als die Mehrzahl der heutigen Exegeten, auf die Zeit vor der Zerstörung des Tempels 70 n.C., und er hat vor sieben Jahren alle frühchristlichen Schriften, also Neues Testament und Apokryphen, in einem einzi- gen Band präsentiert. Jetzt legt Berger einen mehr als tausend Seiten starken „Kommentar zum Neuen Testament“ vor, und wieder zielt er dabei hoch: Sämtliche Schriften von „Matthäus“ bis „Offenbarung“ nicht nur ausführlich, sondern auch in verständlicher Sprache erklärt, Vers für Vers. Und das alles in einem einzigen Buch.
  Damit das Vorhaben gelingt, übt sich der Autor in der Kunst des Weglassens: keine neuen Hypothesen zur soge- nannten „synoptischen Frage“ („Mit den Fachleuten in aller Welt warte ich auf eine neue These, die das 19. Jahr- hundert hinter sich lässt“),keine Rekonstruktion redaktioneller Schichten, keine Exkurse zur Forschungsgeschichte, keine Fußnoten, kein Namens- oder Stichwortregister. Durchgängig ist Berger das Bemühen anzumerken, den Kommentar nicht ausufern zu lassen, sondern knapp zu bleiben und das Wesentliche herauszumeißeln. Dafür greift er nicht nur in den üblichen historisch-kritischen Werkzeugkasten, sondern nimmt auch „Anregungen aus dem Reichtum der 1700 Jahre vormoderner Auslegung“ auf.
   Um es geradeheraus zu sagen: ein großer Wurf. Hier springt die Tür direkt in den neutestamentlichen Text hinein auf, und zwar für den Laien wie für den ausgebildeten Theologen. Berger stellt sich nicht selbst in den Vordergrund, sondern öffnet den Weg zum Verstehen und tritt hinter dem Text der Heiligen Schrift zurück. Seine Sprache ist direkt und glasklar – auch wenn sie manchmal etwas mit ihm durchgeht (etwa im Absatz über die Main- stream-Spätdatierung des Johannes-Evangeliums: „Heute wird man dieses dialektische Schema nur dann freudig begrüßen, wenn man mit dem Fleischwolf durch die frühchristliche Theologiegeschichte eilt und meint, die ein- zelnen unabhängigen Quellen zu einem Brei zusammenmengen zu können“).
   Einige Kennzeichen dieses Kommentars sind seine Sorgfalt gerade bei weniger „prominenten“, entlegen wirken- den Bibelstellen, sein häufiger erklärender Rückgriff auf frühchristliche liturgische Texte oder seine besondere Be- achtung des Heiligen Geistes, der aus Bergers Sicht in der „Schulexegese“ zu stiefmütterlich behandelt wird. Ja, es ist eine Art Summa theologica, die Berger hier vorlegt. Ein reicher und im besten Sinn origineller Kommentar, wie es derzeit auf deutsch keinen zweiten gibt. Man würde sich eigentlich von diesem Ausnahmeautor nur noch einen ähnlichen Kommentar zur außerbiblischen Literatur aus frühchristlicher Zeit wünschen, wie er sie 2005 zusammen mit Christiane Nord in eigener Übersetzung vorgelegt hat...  RV120929sk Eine Besprechung von Stefan v. Kempis

»Herders Neues Bibellexikon wurde Riesenerfolg  buc-HerdersNeuesBibelL-x 3. Auflage!

   »Herders Neues Bibellexikon« ist zu einem in diesem Ausmaß nicht vorhersehbaren Verkaufserfolg geworden: Die Erstauflage des auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2008 erstmals präsentierten Buches war nach nicht einmal drei Monaten fast vergriffen.
    Auch die Medienresonanz war enorm, zahlreiche Print- und elektronische Medien berichteten mit durchwegs positivem Tenor. Der Herder-Verlag leitete daraufhin Anfang des Jahres 2009 den Nachdruck des Lexikons in die Wege, ab Mitte Februar konnte wieder ausgeliefert werden.
   Jetzt musste wiederum nachgedruckt werden, da ein weiterer Verlag das Lexikon in sein Programm aufnehmen will. Damit kann ein noch größerer Personenkreis für die Botschaft der Bibel aufmerksam gemacht werden, freut sich der Herausgeber des Lexikons, Franz Kogler, vom Bibelwerk der Diözese Linz.
   Der Herausgeber findet es bemerkenswert, daß nicht nur »Insider« Interesse an dem Nachschlagewerk be- kunden. Die breit gestreuten Anfragen und Bestellungen würden beweisen, »daß die Bibel kein abgelegtes oder uninteressantes Buch ist, sondern Menschen auch heute neugierig macht, Fragen aufwirft, zum Blättern und Diskutieren anregt. Die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift sei auch heute aktuell und wichtig, so der Linzer Bibel-Fachmann. Preis im Buchhandel: 58 Euro. DT090829

Der Fall Judas – war es Habgier, Frust oder Gottes Plan? Ein neuer Bibel-Roman,
der auf dem Weg zum Bestseller ist, wird die Debatte um den Verräter Judas neu entfachen

Das Evanglium nach Judas    apokr_Judas-Archer-x

   Bestseller-Autor Jeffrey Archer stützt sich auf eine Papyrus-Schrift, die erst unlängst enträtselt wurde. Seine These: Der Verrat geschah, weil der Erlöser nicht half, die römische Fremdherrschaft abzuschütteln. 
   „Sie erklären, dass Kain seine Gewalt vom höchsten Gott empfangen habe, und wollen von Esau, Korah, den Sodomiten und all solchen Leuten abstammen”, schreibt Kirchenvater Irenäus (135-202) gegen die Sekte der Kainiten. „Sie erklären auch, dass Judas, der Verräter, die Wahrheit wie kein anderer gekannt und das Mysterium der Erlösung vollendet habe. Sie haben dazu eine fiktive Geschichte ersonnen, die sie Evangelium des Judas nen- nen. Aber wie kann das alles sein, wo Judas doch aus der Schar der Apostel ausgestoßen worden ist?”
    18 Jahrhunderte später wird die Warnung vor dem theologischen Irrweg wieder aktuell: Nachdem die lange verschollene Verteidigungsschrift für den am meisten verachteten Verräter der Weltgeschichte als TV-Doku- mentation weltweit Aufsehen erregte, wappnet sich der Vatikan jetzt für die Diskussion um einen Roman zum gleichen Thema, der in Rom jetzt vorgestellt wurde.
    Denn wie in der antiken Anti-Bibel der Kainiten geht es auch in dem Werk „Das Evangelium nach Judas” des britischen Bestsellerautors Jeffrey Archer um die klassische Frage, ob Judas wirklich nur der geldgierige Bösewicht war, als den ihn die Bibel schildert.
   TV-Dokumentation und Roman speisen sich aus der gleichen Quelle: Das „Evangelium des Judas” wurde um das Jahr 150 von Anhängern der Gnosis verfasst, einer damals wirkungsreichen Strömung, die jüdisch-christliche Reli- gion mit griechischer Philosophie vereinbaren wollte. Die Sekte der Autoren nannte sich nach dem Brudermörder Kain und zählte zu ihren Heroen etwa den mit Heidenfrauen verheirateten Isaaksohn Esau, den Mosefeind Korah und die wegen ihrer Sünden vertilgten Einwohner der Stadt Sodom am Toten Meer. Ihr Gott war nicht der Jahwe des Alten Testaments, sondern ein noch weit übergeordnetes Wesen, als dessen Diener die genannten „wahren Erleuchteten” denn auch von den Christen in Misskredit gebracht worden seien.
 Über Judas heißt es in der Schrift, Jesus selbst habe den Apostel zu dem Verrat aufgefordert: „Du musst den Men- schen töten, der mich umhüllt.” Auf die Frage des Judas, was sein Lohn für den Verrat sei, habe der Erlöser ge- antwortet, die ganze Welt werde ihn auf ewig hassen und verdammen, er aber werde als Erleuchteter ebenfalls in das wahre göttliche Reich eingehen.
   Damit steht das Judas-Evangelium im diametralen Gegensatz zu den von der Kirche anerkannten Evangelien des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes: Die Bibel schildert den Verräter als vom Teufel Besessenen, der als Lohn 30 Silberlinge kassiert und sich aus Scham und Reue erhängt.
   Irenäus, zweiter Bischof von Lyon, entdeckt die Judas-Schrift in einer christlichen Gemeinde in Gallien und hält die darin enthaltenen Ansichten für so gefährlich, dass er sie in seinem fünfbändigen Hauptwerk „Adversus Haere- ses” („Gegen  die  Irrlehren”) Satz für Satz zerpflückt.
   Nachdem sich die junge Kirche in mehreren Konzilien auf den noch heute gültigen Inhalt des Neuen Testaments festgelegt hat, verschwindet das Judas-Evangelium ebenso wie viele andere pseudoreligiöse Schriften aus dem Bewusstsein der Christenheit. Es taucht erst 1978 als Kopie wieder auf: Bei der mittelägyptischen Stadt al-Minya wird ein 62-seitiger Papyrus-Codex gefunden, auf dessen Einband in koptischer Sprache „Evangelium des Judas” steht und den ein unbekannter „Judas-Priester” im 4. oder 5. Jahrhundert angefertigt hatte. 1983 gerät der Fund in den Antiquitätenhandel, ein Ägypter bietet ihn weltweit zu dem sehr hohen Preis von drei Millionen Dollar an. 1983 verhandelt er in Genf mit dem Münsteraner Koptologen Stephen Emmel: „Wie durften keine Notizen ma- chen”, schildert der Professor die abenteuerlichen Umstände; er habe nicht gewagt, die zerbröselnden Blätter auch nur mit einer Pinzette zu berühren.
   Im Jahr 2000 bekommt die griechische Antiquitätenhändlerin Frieda Nussberger-Tchacos die Schrift angeblich für 300.000 Dollar. Ein Jahr später übergibt sie das Dokument der Maecenas-Stiftung für antike Kunst in Basel, die es restaurieren lässt. Die Kosten übernimmt „National Geographic” für das Recht der weltweiten Veröffentlichung. Das Original kehrt nach Ägypten zurück und liegt heute im Koptischen Museum in Kairo.
   Die „National Geographic”-Sendung setzt eine Diskussion in Gang, die noch längst nicht abgeschlossen ist. So erklärt etwa der Kirchengeschichtler Hans van Oort von der Radboud-Universität im niederländischen Nimwegen das biblische Bild vom Verräter für obsolet: „Judas befreite Jesus, indem er ihn auslieferte.” Der Wuppertaler Theo- loge Thomas Söding dagegen, Mitglied der Päpstlichen Bibelkommission, findet den Text „religionsgeschichtlich interessant, aber nicht sensationell”. Er belege lediglich „eine Facette der Frömmigkeit innerhalb der religiösen Be- wegung der Gnosis”.
   In diese Diskussion stößt jetzt der Archer-Roman. Archer ist mit Schlagzeilen vertraut: Der Druckersohn saß mit 26 Jahren im Londoner Stadtparlament, zog drei Jahre später als jüngster Abgeordneter ins Unterhaus ein, trat mit Millionenschulden zurück und schrieb den Bestseller „Kain und Abel” über einen polnischen Einwanderer in Amerika. 1992 geadelt, kandidierte er 2000 in London als Bürgermeister, wurde aber wegen Meineids in einer Affäre mit einer Prostituierten angeklagt und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

St-apokyJudas-Zz   Der Judas-Kuss (Giotto 1303) 

   In seinem neuen Roman „Das Evangelium nach Judas, von Benjamin Iskariot” macht Archer sich nicht die Sicht- weise der Kainiten zu eigen, folgt aber auch nicht der Darstellung im Neuen Testament, sondern erzählt die von manchen Bibelforschern schon länger vertretene These, Judas habe den Gottessohn aus politischer Enttäuschung an die Hohenpriester ausgeliefert: Damals gab es in Judäa zahlreiche Gruppen, die darauf hofften, mit göttlicher Hilfe die römische Fremdherrschaft abzuschütteln. Als Jesus sagte, sein Reich sei nicht von dieser Welt, wandten sich viele Jünger ab, innerlich vielleicht auch Judas. Als Erzähler führt Archer einen fiktiven Sohn des Apostels namens Benjamin ein, als Koautor nahm er den australischen Theologen Francis Moloney von der Catholic University of America in Washington an Bord. Zur Leitung der Buchpräsentation im Presseklub von Rom erklärte sich der Rektor des Päpstlichen Bibelinstituts, Stephen Pisano, bereit.

Der Papst über Judas und die Sünde      B-075

   Die möglichen Motive des Verräters bewegten zuletzt auch Benedikt XVI., der bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz sagte: „Die Frage ist Gegenstand verschiedener Hypothesen. Einige ziehen den Faktor seiner Geldgier heran. Andere befürworten eine Erklärung auf messianischer Ebene: Judas sei enttäuscht gewesen, dass die politisch-militärische Befreiung seines Landes nicht zu den Plänen Jesu gehörte. In Wirklichkeit aber unterstreichen die Evangelien einen anderen Aspekt. Johannes sagt ausdrücklich: ,Der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern.’ Auf diese Weise geht man über die histo- rischen Motivationen hinaus und erklärt das Geschehen auf der Grundlage der persönlichen Verantwortung des Judas, der einer Versuchung des Bösen auf erbärmliche Weise nachgab.”
   Der Verrat des Judas, sagte Benedikt weiter, „bleibt auf jeden Fall ein Geheimnis”. Die Möglichkeiten der Verir- rung des menschlichen Herzens seien in der Tat zahlreich. Der einzige Weg, ihnen vorzubeugen, bestehe darin, „nicht nur eine rein individualistische, autonome Sicht der Dinge zu pflegen, sondern sich im Gegenteil immer wieder aufs Neue auf die Seite Jesu zu stellen und seine Sichtweise anzunehmen”. Im Übrigen sei die negative Rolle des Judas „der höheren Führung der Ereignisse durch Gott” unterzuordnen:  „Sein Verrat führte zum Tod Jesu, der die schreckliche Hinrichtung in einen Akt Heil bringender Liebe und in die Hingabe seiner selbst an den Vater umwandelte. In seinem geheimnisvollen Heilsplan nimmt Gott die unentschuldbare Tat des Judas als Ge- legenheit zur vollkommenen Hingabe des Sohnes für die Erlösung der Welt an.”  JosefNyaryHA070315

Das sagt die Bibel über Judas

   In der Heiligen Schrift trägt Judas den Beinamen „Iskariot”, entweder weil er aus dem Ort Kerijot bei Hebron stammt  oder weil er ein „sicarius” ist, einer der Freischärler, die sich mit einem Dolch (lateinisch „sica”) bewaffnen. Er verwaltet die Kasse der Apostel und veruntreut offenbar Spendengelder, da er von dem Evangelisten Johannes als „Dieb” bezeichnet wird. Beim letzten Abendmahl erfährt Judas von Jesus, dass er ihn ausliefern werde, und geht sofort hinaus. Er verrät den Gottessohn für 30 Silberlinge an die Hohenpriester. Bei der Festnahme zeigt er den Schergen im Garten Gethsemane durch einen Bruderkuss an, wen sie ergreifen sollen. Nach Jesu Verurteilung wirft er das Sündengeld in den Tempel und erhängt sich. In der Apostelgeschichte reißt der Strick, der Leichnam fällt auf den Boden und birst entzwei. Zu seinem Nachfolger bei den Aposteln wird später Mattias gewählt, der einzige Apostel, dessen Grab nördlich der Alpen liegt (in Trier).

Die Judas-Forschung

  Judas ist die griechische Form des jüdischen Jehuda oder Juda („Gepriesener”), zu Jesu Zeiten einer der häufig- sten Namen. Juda heißt schon der vierte der zwölf Stammväter Israels, nach dem das Land Judäa und seine Bewohner Juden genannt sind. In steinernen Gebeinkisten jener Zeit kommt der Name häufig vor, mindestens einmal sogar zusammen mit Jesus und Maria. Ein zweiter Apostel namens Judas führt zur Unterscheidung den Beinamen Thaddäus. Ein anderer Judas war ein Schriftgelehrter aus Gamala östlich des Jordan und bezahlte im Jahr 6 n. Chr. einen erfolglosen Aufstand gegen die Römer mit dem Leben.

Über Irenäus von Lyon

   Irenäus ist der älteste unter den sogenannten altkatholischen Vätern. Man kann ihn insofern als den ersten Kir- chenvater bezeichnen, als er der erste ist, der die katholische [im Sinn von ökumenische] Kirche als Begriff voraus- setzt und theologisch erörtert. Er unterscheidet sich dabei nicht grundsätzlich von Ignatius, wo der Begriff »ka- tholische Kirche« zum ersten Mal gebraucht wird.
   Das Geburtsjahr des Irenäus ist auf 140/150 zu schätzen. Er war Kleinasiate und kam auf eine unbekannte Art nach Gallien. Nach seiner Rückkehr aus Rom, wo er in einem Streit vermittelte, trat er die Nachfolge des inzwischen als Märtyrer gestorbenen Bischofs Photinus an. Später wurde er noch einmal in kleinasiatischem Interesse tätig. Nach Ausbruch des Osterfeststreites zwischen Papst Victor [189-198] und den kleinasiatischen Bischöfen mahnte er in mehreren Schreiben, von denen mindestens eines an Victor gerichtet war, zum Frieden.
Texte der Kirchenväter, Kösel

Die Auferstehung Jesu Christi
Carsten Peter Thiede: “Ohne das leere Grab hätte die frühchristliche Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi in ihrem jüdischen Umfeld keine fünf Sekunden überlebt.” Der Autor war Historiker und Papyrologe, lehrte in Basel und Beer-Scheva und leitete im Auftrag der Israelischen Antikenbehörde eine Ausgrabung bei Jerusalem.

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    Wer die jüdischen Schriften aus der Zeit vor Jesus liest, begreift sofort eines: der jüdische Auferstehungsglaube war nicht mythisch, auch nicht symbolisch oder sonst wie im Irrealen beheimatet, er war leiblich. Es ging nicht um Visionen, sondern um Knochen und Körper. Allgemein bekannt ist die Stelle über „Israel, das Totenfeld” in Hesekiel 37. Die Prophezeiung von den verdorrten Gebeinen enthält unter anderem die Verse 5 bis 6: „So spricht der Herr Gott zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Atem in euch bringen, dass ihr wieder lebendig werdet. Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Atem geben, damit ihr wieder lebendig werdet, und ihr sollt erfahren, dass ich der Herr bin.”
    Daraus war zuerst einmal die Körperlichkeit der Auferstehung abzuleiten, in unübersehbarem Gegensatz zu allen antiken Mythen, dann aber auch noch etwas anderes, Wichtiges: Der Körper eines am Ende der Tage Auf- erstehenden ist ein neuer, veränderter Körper. Sehnen, Fleisch, Haut: Nach Hesekiel entstehen sie neu über den verdorrten Gebeinen.
   Tatsächlich fällt auf, dass die Menschen, die dem auferstandenen Jesus begegnen, ihn zuerst nicht erkennen
    - Maria Magdalena hält ihn für einen Gärtner,
    - die Emmaus-Jünger wissen erst überhaupt nicht, wer er ist, und
    - der Jünger Thomas, der zu Unrecht den Beinamen  „der Ungläubige” erhielt - denn er war allenfalls skeptisch -, will weitergehende Beweise.
Der Glaube der Juden an eine reale Auferstehung des Leibes
   Dennoch ist in keinem dieser Fälle eine Vision vorausgesetzt, sondern eine reale, körperhafte Person, die trotz aller Veränderung auch noch unzweideutige Kennzeichen trägt: Thomas gegenüber weist Jesus auf seine unter dem Gewand nicht sofort sichtbaren Wundmale hin. Er hat einen wirklichen Körper, er kann gehen, Fisch braten, essen und trinken - aber wiedererkennbar ist er erst an Gesten wie dem Brotbrechen, und an bestimmten Worten. Für Petrus war später das Essen und Trinken ein so entscheidendes Kriterium, dass er es ausdrücklich hervorhob, um dem römischen Hauptmann Cornelius und allen anderen Anwesenden in Caesarea die Leibhaftigkeit der Aufer- stehung zu beweisen Apg 10,41; vgl. Lk 24,42-43.
 
Dem beharrenden Thomas wird noch etwas Zusätzliches gezeigt, und gerade da ist es aufschlussreich, dass uns die nicht zuletzt durch zahllose Gemälde verbreitete Deutung irreführt: Er berührt die Wunden nämlich nicht, obwohl Jesus ihm das sogar ausdrücklich anbietet  Jo 20,27-28. Wenn es in dieser Situation ein Wunder gab, dann lag es nicht etwa darin, dass der Auferstandene plötzlich, wie es schien, durch Türen oder Wände hindurch auftrat. Was ein Auferstandener leisten konnte, war von den prophetischen Schriften im Einzelnen schließlich nicht festgelegt - da musste man, als informierter und aufgeklärter Zeitgenosse, einfach offen sein. Verblüffend, nicht zuletzt für Thomas, war vielmehr etwas anderes: Da Thomas als ein mit den Heiligen Schriften aufgewachsener Jude wissen musste, dass der Auferstehungsleib ein neuer Körper war, durfte es diese Wundmale eigentlich gar nicht mehr geben. Dass der neue, veränderte Leib des auferstandenen Jesus sie dennoch als Zeichen des Leidens am Kreuz unverändert trug, überwältigte ihn. Er verstand, dass der Auferstandene zugleich immer noch der Ge- kreuzigte war. Inmitten historischer Wirklichkeit  begriff er eine Heilswahrheit, und so erst konnte er Jesus seinen Herrn und Gott nennen Jo 21,28.
   Das wird in den Evangelien sorgfältig notiert, sachlich und ohne weitschweifige Kommentare. Warum hätten sie gerade hier auch kommentieren sollen? Wie es an Jesus, dem Auferstandenen, zu beobachten war, so hatte Hesekiel es schließlich beschrieben. Es ist eines dieser eigentümlichen Ergebnisse der Archäologie, dass in der Synagoge auf der jüdischen  Festung Masada,  in einem Raum hinter der Torah-Nische, ein Schriftrollenfragment mit Hesekiel Kapitel 37 entdeckt wurde. Das war es, was die verzweifelten Juden, die sich gegen die Römer ver- teidigten, im Jahre 73/74 nach Christus beim Herannahen des sicheren Todes lasen: Die Zusage einer wirklichen, körperlichen, nicht etwa irgendwie geisterhaften Auferstehung. Die Hoffnung dieser Männer und Frauen war nicht abstrakt, sondern sehr leiblich, sehr konkret.
  Ähnlich argumentiert Jesaja Jes 26,19: „Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen.”  Oder lesen wir Daniel 12,2: „Und viele, die unter der Erde schlafen liegen,  werden aufwachen.” Leichname sind hier gemeint, nicht Geistwesen, Seelen oder ähnlich Unkörperliches. Die Menschen dieser Zeit konnten zwischen einer körperlichen Auferstehung und Geistwesen sehr genau unterscheiden Apostelgeschichte 23,8. Die Saddu- zäer, die weder an die Auferstehung noch an Engel und Geister glaubten, waren die liberalen Theologen ihrer Zeit - sie hatten Macht, doch niemand traute ihnen. Nicht nur die Pharisäer waren da erheblich aufgeklärter und glaubten daran.  Auch die Bewegung der Essener, die zurzeit Jesu keineswegs nur in Qumran, sondern überall im Heiligen Land präsent war, zeigte sich von der leiblichen Auferstehung überzeugt: In der vierten Höhle, der großen Bibliothekshöhle von Qumran, wurde das Fragment 4 Q 521 entdeckt. Es greift diesen festen Glauben unmittelbar vor der Zeit Jesu auf und bestätigt damit, dass auch diese sehr frommen, sehr orthodoxen Juden nicht zögerten, solche Zuversicht auszusprechen. „Der Herr wird die Toten auferwecken”, heißt es da, und etwas später wird ge- sprochen von „dem Einen, der auferweckt, der die Toten seines Volkes auferstehen lässt ...”. Gegen Ende des letzten Bruchstücks dann noch einmal, völlig eindeutig, dieser Satz: „Und er wird öffnen die Gräber”. Kurz: Jüdischer Auferstehungsglaube beharrte auf den Knochen, auf die Gott seine Sehnen spannen und das neue Fleisch und die neue Haut legen konnte.
   Auch einem Gekreuzigten wurde die leibliche Auferstehungs-Hoffnung nicht verweigert, auch er wurde nicht verscharrt, auch er hatte ein Recht darauf, wie jeder andere Jude von Gott allein endgültig beurteilt zu werden, auch er durfte, mit seinen Knochen, auf die leibliche Auferstehung warten: Aus der Zeit zwischen 7 und 66 nach Christus stammt der im Nordjerusalemer Stadtteil Givat ha-Mivtar („Ammunition Hill”) entdeckte Knochenkasten („Ossuar") eines Jehochanan Ben Hazkul. Unter seinen Knochen war auch die von einem Nagel durchbohrte rechte Ferse. Man hatte diesen Johannes (denn das heißt Jehochanan übersetzt) mit den Beinen seitlich an den Kreuzesstamm genagelt. Dadurch, dass sich der rechte Nagel beim Auftreffen auf eine Verhärtung im Holz vorn umgebogen hatte, konnte er bei der Abnahme des Leichnams nicht herausgezogen werden. Der Fersenknochen wurde mit dem Nagel in das Ossuar gelegt.
Wenn nicht etwas „dazwischengekommen” wäre
   So haben wir auf diese Weise den einzigen archäologischen Beleg für eine Kreuzigung, exakt aus der Zeit Jesu. Und das Ossuar des Jehochanan zeigt uns, wie glaubwürdig das Verhalten des Joseph von Arimathäa ist, der sich den Leichnam Jesu geben lässt, um ihn nach jüdischer Sitte zu bestatten. Auch für Jesus hätte es später sicher ein solches Ossuar gegeben, wenn nicht zwei Tage später etwas „dazwischengekommen” wäre: die leibliche Aufer- stehung dieses Gekreuzigten.
   All das heißt, dass kein Jude an eine Auferstehungsbotschaft glauben konnte, bei der das Grab noch ungeöffnet und der Leichnam noch vorhanden war. Um es anders zu sagen: Ohne das leere Grab am Ostermorgen hätte die frühchristliche Botschaft in ihrem jüdischen Umfeld keine fünf Sekunden überlebt. Weder hätten die Frauen daran geglaubt, noch einer der später hinzueilenden Männer, und schon gar nicht irgendeiner der Skeptiker und Gegner. Das leere Grab war die unverzichtbare, historische Grundvoraussetzung dafür, dass überhaupt irgend jemand, Mann oder Frau, von einer Auferstehung berichten konnte. Auch für den Juden Paulus war das so selbstverständ- lich, dass er es in seinen Briefen ebenso wenig ausdrücklich erwähnt, wie ein Biologielehrbuch erwähnen muss, dass ein Schimmel weiß ist. Die Evangelien, die von historischen Abläufen berichten, müssen es natürlich darlegen. Auch Petrus, der in seiner öffentlichen Rede zu Schavuot, dem Wochenfest, das wir Pfingsten nennen, vor den versammelten Festpilgern aus aller Welt sprach, wies auf den Gegensatz hin, von dem sich nun gleich jeder selbst überzeugen konnte: Das Grab Jesu war leer, das Grab des von allen verehrten Erzvaters David dagegen, nicht weit entfernt auf dem Ofel-Hügel, war noch immer voll. ApG 2,29-32.
   Das Problem für die Skeptiker war damals eben nicht, dass dieses Grab leer war. Ihr Problem bestand darin, den Vorgang möglichst geschickt umzuinterpretieren, um sich den Konsequenzen nicht stellen zu müssen. Man kann sich gut vorstellen, dass Matthäus ein wenig lächelte, als er aufschrieb, was den Gegnern der Botschaft schließlich einfiel: dass die Jünger den Leichnam gestohlen hätten.  Das ist als Begründung so armselig, dass die Gegner noch die Vermutung der Bestechung hinzunehmen mussten Mt 28,13-15. Wie auch hätten die niedergeschlage- nen, in all ihren messianischen Hoffnungen restlos und bitter enttäuschten Jünger plötzlich zu begeisterten, todesbereiten Rednern und Verkündern der Auferstehung werden können, wenn sie irgendwo im Schrank oder im Keller zwischen den Weinflaschen noch den Leichnam des Gekreuzigten aufbewahrt hätten und jederzeit damit rechnen mussten, dass die jüdischen und römischen Suchtrupps ihnen auf die Spur kommen würden? Eine gänz- lich absurde Vorstellung. Gerade weil wir es hier mit Juden zu tun haben, müssen wir uns noch einmal vergegen- wärtigen, was da geschehen war:  Jesus war als Verbrecher von den Römern gekreuzigt worden. Der Tod „am Holz” galt seit der Torah als schändlichste Form der Hinrichtung Deut 21,22-23. Das heißt: Nach menschlichem Ermessen hatten die verbliebenen Anhänger Jesu nicht die geringste Chance, weiter daran zu glauben, dass er der von den Gott verheißene, von den Propheten verkündete Messias, der Gesalbte des Allerhöchsten, gewesen sein könnte. Durch den Tod am Kreuz galt er unter frommen Juden im Gegenteil als „verflucht bei Gott”. Wollte man den Beweis, dass Jesus nicht der Messias war, sondern bestenfalls ein weiterer gescheiterter Prätendent, dann hatte sein Tod am Kreuz diesen Beweis erbracht.
Der nüchterne Befund: die Faktizität der Ereignisse
   Ein Jude hatte nun keine Chance mehr, Jesus für den wahren Messias zu halten. Seine ehemaligen Anhänger mussten sich, wenn sie messianisch gesinnt bleiben wollten, einfach einen neuen Kandidaten suchen, oder aber still und leise nach Hause gehen, um im Dunkel der Anonymität zu verschwinden.
   Wer wollte denn zugeben, einem falschen Messias gefolgt zu sein, Haus, Arbeit und Familie für einen hinge- richteten Verführer verlassen zu haben und sich dafür auch noch auslachen lassen? Denn erschwerend kam hinzu, dass die geradezu erdrückende Mehrheit des Judentums nicht daran glaubte, dass es einen sterbenden und auferstehenden Messias geben könnte: Jene Stellen vor allem bei Jesaja und Daniel, aber auch in anderen Schrif- ten, die seit dem frühesten, jüdischen Christentum so verstanden wurden, kamen erst nach dem unerwarteten Ostergeschehen in den Blick. Anders gesagt: Schon aus solchen Beobachtungen folgt zwangsläufig, dass die Jünger Jesu nicht nach einem oder zwei Tagen Bedenkzeit gleichsam von innen heraus das Gegenteil glaubten, was sie als Juden bis dahin für sicher hielten, um ohne physische Evidenz öffentlich zu erklären, dass doch alles ganz anders war. Erschwerend kam ja noch hinzu, dass selbst die Mehrzahl der Juden, die an eine leibliche Auf- erstehung glaubten, damit erst für das Ende der Zeiten rechneten, wenn es zu einer allgemeinen Auferstehung des Volkes Gottes kommen würde. Dass einer allein, und dann noch ein zuvor Gekreuzigter, vorangehen würde, lag zu diesem Zeitpunkt  keineswegs im Bereich des zu Erwartenden oder zu Erhoffenden.
  Und gegen alle diese Widerstände, die ihnen als frommen Juden natürlich bestens vertraut waren, verkündeten sie schon wenige Tage später, ohne Scheu vor ihren Mitjuden, auf deren höhnisches Gelächter oder erbitterten Widerstand sie sofort gefasst sein mussten, dass es genau so war. Es ist geradezu abenteuerlich, angesichts solcher Zusammenhänge, vor dem Hintergrund einer so vollständigen Katastrophe, von wenig später einsetzen- dem fröhlichem Wunschdenken und Einbildungen zu sprechen, statt den nüchternen Befund zur Kenntnis zu nehmen: die Glaubwürdigkeit der Zeugen und Faktizität der Ereignisse. DT040410
Wir weisen empfehlend auf ein Buch des Autors über die Welt des Jesus Christus hin: Carsten Peter Thiede: Ein Fisch für den römischen Kaiser, Luchterhand, ISBN 3-630-87994-2

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Die Psalmen zum Beten und Singen: P. Dr. Willibald Kuhnigk OSB Foto oben,  uns bekannt durch unsere Einkehr- tage im Benediktinerpriorat Nütschau gehört zum Übersetzer-Team. Psalter: Die hohe Dichtung neu übersetzt

   In schönes schwarzes Leinen sind sie eingebunden. In der neuen Buchform liegen sie gut in der Hand. Und auf der Vorderseite zieht sich ein farbiges Band mit Spektrallinien über den Titel und hebt sich vom Schwarz ab. “Die Psalmen enthalten das ganze Spektrum der menschlichen Emotionen und des Lebens, wie die Farben das Licht ausmachen”, erklärt Andreas Wagner, Sprecher des Vier-Türme-Verlags, die grafische Entscheidung für den Ein- band.
  Insider haben lange darauf gewartet, nun sind sie auch für die Allgemeinheit zugänglich, die Psalmen in “Neu”- Übersetzung. Benediktiner aus dem deutschsprachigen Raum haben sie in langer Kleinarbeit zusammen mit Kirchenmusikern erarbeitet. Und doch ist diese Übersetzung so neu nicht. Über zehn Jahre saßen seit Mitte der achtziger Jahre Fachleute für Altes Testament und Kirchenmusik zusammen. Letztere haben immer wieder den Rhythmus der Sprache abgeklopft, ob sich die Übersetzungen auch gut im Stundengebet singen lassen.
   “Die Arbeit war zunächst gar nicht für die Allgemeinheit bestimmt, sondern für den internen benediktinischen Gebrauch im  Stundengebet”,  erkärt Pater Dr. Willibald Kuhnigk vom Kloster Nütschau. Der im Alten Testament promovierte Theologe aus dem Erzbistum Hamburg hat an den Übersetzungen fast von Anfang an mitgewirkt. Gedruckt werden die neu übertragenen Psalmen zunächst zwischen anderen Liedern, Antiphonen und Introiti erstmals 1995 für das Stundengebet der Benediktiner in drei dicken Büchern, die bisher über 100 Euro kosteten. Nun hat der Vier-Türme-Verlag die Psalmen in die biblische Reihenfolge gestellt und zwei verschiedene Ausgaben auf den Markt gebracht, in schwarzem Leinen und als Taschenbuchausgabe für die Reise. Die Psalmüberschriften hat der Nütschauer Bruder Willibald exklusiv für den Druck neu erstellt, denn sie werden im Stundengebet nicht gesungen.
   “Münsterschwarzacher Psalter” steht auf dem Buch. Nicht nur weil die Initiative von den Klosterbrüdern in der Nähe von Würzburg ausging. Erklärt wird dieser selbstbewusst klingende Titel in zwei Versionen. Während die Übersetzer bescheiden sagen, sie wollten nicht in Konkurrenz zur Einheitsübersetzung treten, behaupten die Marktstrategen im Verlag, es gehe auch darum eine “neue Marke zu schaffen, die Inbegriff von Klosterleben sig- nalisiert”, so Andreas Wagner. Dabei sollte der gute Ruf der Benediktiner von Münsterschwarzach (Anselm Grün) bewusst eingesetzt werden, um die Ausgaben verkäuflich zu machen. Aber auch Bruder Willibald gibt zu beden- ken: “Die Einheitsübersetzung ist nun schon einige Jahre alt und die Erkenntnisse gerade im Alten Testament ha- ben sich erweitert.” In ihrer Arbeit haben die Übersetzer bewusst den hebräischen Text zur Grundlage genommen und sich nicht wie in der katholischen Tradition üblich auf die Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testamentes gestützt. Obwohl davon auszugehen ist, dass diese alte griechische Übersetzung auf viel älteren hebräischen Textdokumenten beruht. “Es geht nicht immer nach älter oder jünger und nebenbei gesagt sind die Datierungen der Textfragmente auch nicht immer eindeutig”, gibt Pater Willibald zu bedenken. Es sei ihnen vor allem darum gegangen, die Poesie der hebräischen Sprache zu erspüren und diese dann im Deutschen nachzu- bilden. “Die Psalmen sind hohe Dichtung und Dichtung ist immer in einer höheren Sprache geschrieben und das ist nicht die Sprache der Zeitung, sondern eine Sprache, die herausfordert”, beschreibt der Nütschauer Benediktiner das Deutsch in der nun vorliegenden Ausgabe. Und so wird beispielsweise im Psalm 73,6 das alte Wort “Hoffart” wieder eingesetzt, wo die Einheitsübersetzung das leichter verständliche “Hochmut” verwendet. Dichtung heißt, über einzelne Worte nachdenken und ihre Bedeutungen erarbeiten.
   Wer sich einige Verse laut vorliest, merkt gleich: Die Psalmen in der benediktinischen Übersetzung lassen sich viel schöner lesen als andere Übertragungen, sie haben Rhythmus. Die großen Zusammenhänge lassen sich leicht verstehen. Auch der Satzspiegel der kleinen neuen Ausgaben ist hervorragend gelungen. Für die Drucklegung sei viel in die grafische Arbeit investiert worden, so Wagner vom Verlag. Und verrät: “Bei den Preisen von 20 Euro für die gebundene und 12,80 Euro für die Taschenbuchausgabe wird sich das Projekt erst nach der zweiten Auflage rechnen”.
   Dennoch rät Pater Willibald auch den Käufern einer Bibelausgabe, erst einmal die Übersetzung im Buchladen zu vergleichen und die zu kaufen, die einem am meisten liegt. “Das ist wie in der Liebe”, so der Benediktiner schmun- zelnd, “nicht alle finden das gleiche Mädchen schön”. kibo 04/03

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bu-BuchDerPs--   2011 / 1. Auflage Buch / Hardcover  68,00 €

  Erich Zengers meisterliche Psalmenauslegungen jetzt als preiswerte Sonderausgabe. Die vier Bände versammeln die reiche Frucht jahrzehntelanger Beschäftigung mit den biblischen Texten, hier erstmals erschlossen durch ein Psalmenregister für alle Bände und mit aktualisierten Literaturempfehlungen versehen. Herkunft und Entstehung der Psalmen werden ebenso erläutert wie die geistliche Tiefe dieses Gebetsschatzes, der Juden und Christen gemeinsam ist. Für Meditation und Gebet ein Gewinn, für Studium und Gottesdienstvorbereitung unentbehrlich. Inhalt der Kassette: Auslegungen 1: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern Auslegungen 2: Ich will die Morgen- röte wecken Auslegungen 3: Dein Angesicht suche ich Auslegungen 4: Ein Gott der Rache? Feindpsalmen verste- hen.
   Bibelkundig und mit Gespür für das Leben hat der Münsteraner Theologe die Psalmen zugänglich gemacht. Die vier Bände dieser Ausgabe versammeln die reiche Frucht jahrzehntelanger Beschäftigung mit den biblischen Tex- ten, hier erstmals erschlossen durch ein Psalmenregister für alle Bände und mit aktualisierten Literatur- empfehlungen versehen. Für Studium, für Meditation und Gebet ein Gewinn.   4 Bände (Paperback, je 11,9x19,8 cm), 896 Seiten in einer Schmuckkassette € 38,- /€ [A] 39,10 ISBN 3-451-27615-1

Msgr. Johann J. Meyer:   tn_MM Nü 38b_jpg  Das Vaterunser

   Wir alle wünschen uns Schalom. Die Übersetzung aus dem Hebräischen heißt aber nicht einfach “Frieden”, sondern wörtlich: “Übereinstimmung mit dem Willen Gottes”. Das ist die unaufgebbare Voraussetzung für den inneren Frieden des Menschen - die Grundlage für den Frieden in der Welt. Die Jünger haben an Jesus die Bitte gerichtet: “Herr, lehre uns beten!” Die Antwort und damit verbindliche Weisung Jesu finden wir in der kürzesten Zusammenfassung des Evangeliums, im Vaterunser. Das Gebet des Herrn, das uns Schalom bringt, möchte ich Ihnen biblisch erklären.

Das Vaterunser

Einheitsübersetzung. Lukas 11:
1 Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat. 2 Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. 3 Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. 4 Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung.
5
Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; 6 denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, 7 wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon ver- schlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? 8 Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. 9 Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. 10 Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
11 Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, 12 oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? 13 Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.
Einheitsübersetzung. Matthäus 6
9 So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, 10 dein Reich komme, dein Wille ge- schehe wie im Himmel, so auf der Erde. 11 Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. 12 Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
Erklärungen zum Text:
Gegenüber Matthäus fehlen bei Lukas die 3. und 7. Bitte. Grund: Zur Zeit der Evangelien- abfassung hatte sich das Vaterunser noch nicht einheitlich durchgesetzt. Es war noch nicht Liturgie geworden. In den jungen Christengemeinden wurde es dreimal täglich privat gebetet. Die Texte erweisen: es handelt sich hier nicht um ein Gebetsformular sondern um eine Gebetsnorm! Die Jünger bitten nicht: ‚Herr, lehre uns ein Gebet’, sondern: ‚lehre uns beten’. Die Jünger sollen am Gebet des Herrn lernen, wie sie ihr eigenes  Gebet gestalten sollen. Aus zwei Gründen wurde die Matthäus-Fassung zum Standard in der Kirche: 1. weil in der Urkirche das Matthäus-Evangelium sehr angesehen war und 2. weil die jungen Christen vom Gebet des Herrn möglichst viel haben wollten, also die längere Fassung wählten.
Vater. „Abba” ist Ausdruck eines intimen Gottesverhältnisses. Matthäus schränkt das vertrauliche Abba durch das Abstand gebietende „im Himmel” ein. Ein Jude scheut sich, mit Gott so intim zu werden.
Name. Hier die Verhüllung Gottes (JHWH) in den Vier-Buchstaben gemeint. Unter Namen ist hier zu verstehen: das Wesen, die Wirklichkeit Gottes - wie im Psalm 5,12:  Doch alle sollen sich freuen, die auf dich vertrauen, und sollen immerfort jubeln. Beschütze alle, die deinen Namen lieben, damit sie dich rühmen. Psalm 9,3: Ich will jauchzen und an dir mich freuen, für dich, du Höchster, will ich singen und spielen.
   Der Name Gottes soll geheiligt werden bedeutet: Gott selbst soll geheiligt werden. Hinter solcher vorsichtigen Ausdrucksweise verhüllten die Menschen des Alten Bundes ehrfürchtig den Namen Gott! Übersetzt in unsere Sprache müssten wir sagen: „Heilige Deinen Namen, Gott!” Das finden wir öfter im Alten Testament. Jesaja 5, 16: Doch der Herr der Heere ist erhaben, wenn er Gericht hält, durch seine Gerechtigkeit erweist der heilige Gott sich als heilig. Hesekiel 20,44: Ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich um meines Namens willen so an euch handle und nicht nach eurem verkehrten Verhalten und nach euren verwerflichen Taten, ihr vom Haus Israel - Spruch Gottes, des Herrn.
   Gott erweist sich als heilig, weil er die Macht besitzt, sein Volk aus der Knechtschaft herauszuführen. Hesekiel 36,23: Meinen großen, bei den Völkern entweihten Namen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt, werde ich wieder heiligen. Und die Völker - Spruch Gottes, des Herrn - werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mich an euch vor ihren Augen als heilig erweise.
   Das Schicksal Israels wurde von den Völkern als Schwäche Jahwes ausgelegt. Deshalb hat Gott sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens herausgeführt und nach Jerusalem hinaufgeführt und somit seinen Namen geheiligt. Gott schützt sein Volk Hesekiel 38,22 und erweist sich als der Starke. Hesekiel 38,23 So werde ich mich als groß und heilig erweisen und mich vor den Augen vieler Völker zu erkennen geben. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.
   Maria hat diese Worte meditiert. Ihre Antwort im Magnificat: Lk 1,46f Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter ... Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.
Durch das Handeln Gottes im Gericht wird sein Name machtvoll geheiligt.
Es komme dein Königtum. Vom Königtum Jahwes sprach auch das Judentum. Gott ist König - das ist sowohl Glaubensbekenntnis als auch ethischer Ruf. Wer das Königtum Gottes anerkennt, der unterstellt sich jetzt schon der Königsherrschaft Gottes, akzeptiert Gott und seine Thora. Noch waren es damals wenige. Die Herrschaft Gottes ist verborgen. In der zukünftigen Welt wird sie auch äußerlich sichtbar die ganze Welt umfassen, sie wird  ein Reich sein. Das griechische Wort „Basileia” bedeutet Königsherrschaft und Reich. Gott ist schon immer Herr auf Grund der Schöpfung, er ist in einem besonderen Sinn Herr bei denen, die bereit sind, sein Gesetz anzunehmen und er wird später einmal die Herrschaft über die ganze Welt antreten. Dann wird sich sein Wille überall durchsetzen. Die rabbinische Theologie sprach nicht so deutlich wie Jesus vom Kommen des Reiches: „Es möge sich offenbaren. Es möge das Reich erscheinen”. Das Vaterunser spricht vom zukünftigen Hereinbruch des Reiches. Diese einmalige Akt der Offenbarung Gottes ist mit dieser Bitte gemeint. Gott wird dann der einzige offenbare König sein. Dann wird erfüllt sein, was in der 3. Bitte bei Matthäus ausgedrückt wird: Dein Wille geschehe.
Gib uns jeden Tag das tägliche Brot. Unser Brot für morgen gib uns Tag für Tag. In einer alten koptischen Übersetzung steht hier „morgig”. Im Aramäischen gibt es nicht das Wort täglich. Dafür steht: Dieser Tag und der folgende Tag.  Demnach würde die griechische Übersetzung lauten: Unser Brot gib uns Tag für Tag. Jesus weist also seine Jünger an, für das Brot zu beten. Dies setzt auf Seiten der Jünger das Wissen um die Abhängigkeit von Gott voraus, aber auch das Vertrauen auf die Güte Gottes. Zugleich erzieht die Bitte den Jünger zur Genügsamkeit und Freiheit, da sie ihm verwehrt, Vorratswirtschaft zu treiben. Die Haltung dieser Bitte ist die des Kindes, sie entspricht ganz der Verkündigung Jesu. Das ganz neue Gottesverhältnis kommt hier einzigartig zum Ausdruck. Jesus anerkennt, was der Mensch braucht. Der Mensch soll und darf um den täglichen Lebensbedarf bitten.  Aber vor diesen Bitten stehen jene, die sich auf das Königtum Gottes beziehen. Das Vaterunser will kein Gebetsformular sein, sondern eine Gebetsnorm.
Vergib uns unsere Schuld. Der Jünger soll auch um die Vergebung der Sünden bitten. Voraussetzung dafür ist, dass auch wir jedem vergeben. Matthäus schreibt sogar: „.. weil wir schon vergeben haben müssen”. Nach ihm muss also die Vergebung der Schuld der Mitmenschen schon der Bitte um die Vergebung unserer Sünden voraus- gegangen sein [vgl. dazu die Parabel vom unbarmherzigen Knecht].
Und führe uns nicht in Versuchung. Gott führt den Menschen in Versuchung. Das setzt diese Bitte voraus. Hier ist also eine göttliche Versuchung gemeint, nicht eine diabolische. Gen 22,1f Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich... Ex 16,4 Da sprach der Herr zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Deut 8,2 Du sollst an den ganzen Weg denken, den der Herr, dein Gott, dich während dieser vierzig Jahre in der Wüste geführt hat, um dich gefügig zu machen und dich zu prüfen. Er wollte erkennen, wie du dich entscheiden würdest: ob du auf seine Gebote achtest oder nicht. Deut 13,4  dann sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten oder Traumsehers hören; denn der Herr, euer Gott, prüft euch, um zu erkennen, ob ihr das Volk seid, das den Herrn, seinen Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele liebt. 2 Chron 32,31 So war es auch, als die babylonischen Obersten ihre Unterhändler zu ihm sandten, um Auskunft über das Zeichen zu erlangen, das im Land erschienen war. Da überließ ihn Gott sich selbst, um zu erproben, wie er wirklich gesinnt war. Sir 2,1f... wenn du dem Herrn dienen willst, dann mach dich auf Prüfung gefasst! Sei tapfer und stark, zur Zeit der Heimsuchung überstürze nichts! Hänge am Herrn, und weiche nicht ab, damit du am Ende erhöht wirst. Nimm alles an, was über dich kommen mag, halt aus in vielfacher Bedrängnis! Denn im Feuer wird das Gold geprüft, und jeder, der Gott gefällt, im Schmelzofen der Bedrängnis. Vertrau auf Gott, er wird dir helfen, hoffe auf ihn, er wird deine Wege ebnen.
Die Versuchung durch Gott will die Bewährung des Menschen. Jak 1,13f Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung. Jeder wird von seiner eigenen Begierde, die ihn lockt und fängt, in Versuchung geführt.
  
Hier ist eine moralische Versuchung gemeint. Die Versuchung von Gott besteht in einer Heilszuwendung, die aber für den Menschen zugleich eine Bewährung seines Herzens bedeutet, weil er sie zurückweisen und falsch deuten kann. Jesus weist die Jünger an, Gott zu bitten, sie nicht in solche Versuchungen zu führen, weil sie den Menschen oft in Stolz uns falsche Selbstsicherheit führen. Die Gefährdung soll den Jüngern zum Bewusstsein kommen. Gerade die Gnade kann den Menschen gefährden. Auch die Erlösung kann zur Versuchung werden - wie der Pharisäismus zeigt. So will diese Vaterunser-Bitte den Jünger vor Stolz bewahren.
Erlöse uns von dem Bösen. Diese letzte Bitte im Matthäus-Vaterunser fehlt bei Lukas. Die Kirche lässt es offen, ob hier “der Böse” oder “das Böse” gemeint ist. Viele Bibelwissenschaftler schließen aus der Syntax der griechischen Sprache, dass wir hier  in der Urschrift des Neuen Testamentes um die Befreiung von “dem Bösen” bitten sollen; denn wenn das erste Wort im Vaterunser Vater heißt, so ist das am weitesten davon entfernt stehende Wort “der Böse” ganz sicher ebenfalls personal zu verstehen, wie wir von Jesus an vielen Stellen der Heiligen Schrift vor dem Lügner von Anbeginn, dem Herrscher der Welt, dem Satan, dem Verwirrer gewarnt werden. Außerdem kann man “a malo” nur personal übersetzen (de malo nur sachlich).
Schluss. Das Vaterunser hat schon in der frühen Übersetzung der Sachsen – in der Ulfilas-Bibel – den Zusatz erhalten: Denn dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Dieser Zusatz steht nicht im Neuen Testament und ist aus 1 Chron 29,10f übernommen: "Da pries David den Herrn vor der ganzen Versammlung und rief: Gepriesen bist du, Herr, Gott unseres Vaters Israel, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dein, Herr, sind Größe und Kraft, Ruhm und Glanz und Hoheit; dein ist alles im Himmel und auf Erden. Herr, dein ist das Königtum. Du erhebst dich als Haupt über alles.

va-Vat.II-z

Gotteswort - im Jahr der Bibel. Dei Verbum
Apostolische Konstitution des  Zweiten Vatikanischen Konzils über die Göttliche Offenbarung

Vorwort
   1. Gottes Wortvoll Ehrfurcht hörend und voll Zuversicht verkündigend, folgt die Heilige Synode den Worten des heiligen Johannes: "Wir künden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns erschien. Was wir gesehen und gehört haben, künden wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft habt mit uns. Gemeinschaft sei mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus” 1 Joh 1,2-3. Darum will die Synode in Nachfolge des Trienter und des Ersten Vatikanischen Konzils die echte Lehre über die göttliche Offenbarung und deren Weitergabe vorlegen, damit die ganze Welt im Hören auf die Botschaft des Heiles glaubt, im Glauben hofft und in der Hoffnung liebt1
1. Kapitel: Die Offenbarung in sich
   2. Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun vgl. Eph 1,9: dass die Menschen durch Christus, das fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur  vgl. Eph 2,18; 2 Petr 1,4. In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott vgl. Kol 1,15; 1 Tim 1,17 aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde vgl. Ex 33, 11; Joh 15,14-15 und verkehrt mit ihnen vgl.Bar 3,38, um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen. Das Offenbarungs- geschehen ereignet sich in Tat und Wort, die innerlich miteinander verknüpft sind: die Werke nämlich, die Gott im Verlauf der Heilsgeschichte wirkt, offenbaren und bekräftigen die Lehre und die durch die Worte bezeichneten Wirklichkeiten; die Worte verkündigen die Werke und lassen das Geheimnis, das sie ent- halten, ans Licht treten. Die Tiefe der durch diese Offenbarung über Gott und über das Heil des Menschen erschlossenen Wahrheit leuchtet uns auf in Christus, der zugleich der Mittler und die Fülle der ganzen Offenbarung ist2.
   3. Gott, der durch das Wort alles erschafft vgl. Joh 1,3 und erhält, gibt den Menschen jederzeit  in den geschaf- fenen Dingen Zeugnis von sich vgl. Röm 1,19-20. Da er aber den Weg übernatürlichen Heiles eröffnen wollte, hat er darüber hinaus sich selbst schon am Anfang den Stammeltern kundgetan. Nach ihrem Fall hat er sie wieder- aufgerichtet in Hoffnung auf das Heil, indem er die Erlösung versprach vgl. Gen 3,15. Ohne Unterlass hat er für das Menschengeschlecht gesorgt, um allen das ewige Leben zu geben, die das Heil suchen durch Ausdauer im guten Handeln vgl. Röm 2,6-7. Später berief er Abraham, um ihn zu einem großen Volk zu machen vgl. Gen 12,2, das er dann nach den Patriarchen durch Moses und die Propheten erzog, ihn allein als lebendigen und wahren Gott, als für- sorgenden Vater und gerechten Richter anzuerkennen und auf den versprochenen Erlöser zu harren. So hat er dem Evangelium den Weg durch die Zeiten bereitet.
   4. Nachdem Gott viele Male und auf viele Weisen durch die Propheten gesprochen hatte, “hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns gesprochen im Sohn” Hebr 1,1-2. Er hat seinen Sohn, das ewige Wort, das Licht aller Menschen, gesandt, damit er unter den Menschen wohne und ihnen vom Innern Gottes Kunde bringe vgl. Joh 1,1- 18. Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, als “Mensch zu den Menschen” gesandt3, “redet die Worte Gottes” Joh 3,34 und vollendet das Heilswerk, dessen Durchführung der Vater ihm aufgetragen hat vgl. Joh 5,36; 17,4. Wer ihn sieht, sieht auch den Vater vgl. Joh 14,9. Er ist es, der durch sein ganzes Dasein und seine ganze Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließt und durch göttliches Zeugnis bekräftigt, dass Gott mit uns ist, um uns aus der Finsternis von Sünde und Tod zu befreien und zu ewigem Leben zu erwecken. Daher ist die christliche Heilsordnung, nämlich der neue und endgültige Bund, unüberholbar, und es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten vor der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit vgl. 1 Tim 6,14 und Tit 2,13.
 5. Dem offenbarenden Gott ist der “Gehorsam des Glaubens” Röm 16,26; vgl. Röm 1,5; 2 Kor 10,5-6 zu leisten. Darin überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit, indem er sich “dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft” 4 und seiner Offenbarung willig zustimmt. Dieser Glaube kann nicht vollzogen werden ohne die zuvorkommende und helfende Gnade Gottes und ohne den inneren Beistand des Heiligen Geistes, der das Herz bewegen und Gott zuwenden, die Augen des Verstandes öffnen und “es jedem leicht machen muss, der Wahrheit zuzustimmen und zu glauben”5. Dieser Geist vervollkommnet den Glauben ständig durch seine Gaben, um das Verständnis der Offenbarung mehr und mehr zu vertiefen.
   6. Durch seine Offenbarung wollte Gott sich selbst und die ewigen Entscheidungen seines Willens über das Heil der Menschen kundtun und mitteilen, “um Anteil zu geben am göttlichen Reichtum, der die Fassungskraft des menschlichen Geistes schlechthin übersteigt” 6.Die Heilige Synode bekennt, “dass Gott, aller Dinge Ursprung und Ziel, mit dem natürlichen Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen sicher erkannt werden kann” vgl.Röm 1,20; doch lehrt sie, seiner Offenbarung sei es zuzuschreiben, “dass, was im Bereich des Göttlichen der menschlichen Vernunft an sich nicht unzugänglich ist, auch in der gegenwärtigen Lage des Menschen- geschlechtes von allen leicht, mit sicherer Gewissheit und ohne Beimischung von Irrtum erkannt werden kann” 7.
2. Kapitel: Die Weitergabe der göttlichen Offenbarung
   7. Was Gott zum Heil aller Völker geoffenbart hatte, das sollte so hat er in Güte ver fügt - für alle Zeiten unversehrt erhalten bleiben und allen Geschlechtern weitergegeben werden. Darum hat Christus der Herr, in dem die ganze Offenbarung des höchsten Gottes sich vollendet vgl. 2 Kor 1, 20; 3,16-4,6, den Aposteln geboten, das Evangelium, das er als die Erfüllung der früher ergangenen prophetischen Verheißung selbst gebracht und persönlich öffentlich verkündet hat, allen zu predigen als die Quelle jeglicher Heilswahrheit und Sittenlehre 1 und ihnen so göttliche Gaben mitzuteilen. Das ist treu ausgeführt worden, und zwar sowohl durch die Apostel, die durch mündliche Predigt, durch Beispiel und Einrichtungen weitergaben, was sie aus Christi Mund, im Umgang mit ihm und durch seine Werke empfangen oder was sie unter der Eingebung des Heiligen Geistes gelernt hatten, als auch durch jene Apostel und apostolischen Männer, die unter der Inspiration des gleichen Heiligen Geistes die Botschaft vom Heil niederschrieben 2. Damit das Evangelium in der Kirche für immer unversehrt und lebendig bewahrt werde, haben die Apostel Bischöfe als ihre  als ihre Nachfolger zurückgelassen und ihnen “ihr eigenes Lehramt überliefert” 3. Diese Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift beider Testamente sind gleichsam ein Spiegel, in dem die Kirche Gott, von dem sie alles empfängt, auf ihrer irdischen Pilgerschaft anschaut, bis sie hingeführt wird, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen, so wie er ist vgl.1 Joh 3,2.
  8. Daher musste die apostolische Predigt, die in den inspirierten Büchern besonders deutlichen Ausdruck gefunden hat, in ununterbrochener Folge bis zur Vollendung der Zeiten bewahrt werden. Wenn die Apostel das, was auch sie empfangen haben, überliefern, mahnen sie die Gläubigen, die Überlieferungen, die sie in mündlicher Rede oder durch einen Brief gelernt haben vgl. 2 Thess 2,15, festzuhalten und für den Glauben zu kämpfen, der ihnen ein für allemal überliefert wurde vgl. Jud 34. Was von den Aposteln überliefert wurde, umfasst alles, was dem Volk Gottes hilft, ein heiliges Leben zu führen und den Glauben zu mehren. So führt die Kirche in Lehre, Leben und Kult durch die Zeiten weiter und übermittelt allen Geschlechtern alles, was sie selber ist, alles, was sie glaubt. Diese apostolische Überlieferung kennt in der Kirche unter dem Beistand des Heiligen Geistes einen Fortschritt 5: es wächst das Verständnis der überlieferten Dinge und Worte durch das Nachsinnen und Studium der Gläubigen, die sie in ihrem Herzen erwägen vgl. Lk 2,19.51, durch innere Einsicht, die aus geistlicher Erfahrung stammt, durch die Verkündigung derer, die mit der Nachfolge im Bischofsamt das sichere Charisma der Wahrheit empfangen haben; denn die Kirche strebt im Gang der Jahrhunderte ständig der Fülle der göttlichen Wahrheit entgegen, bis an ihr sich Gottes Worte erfüllen. Die Aussagen der heiligen Väter bezeugen die lebenspendende Gegenwart dieser Überlieferung, deren Reichtümer sich in Tun und Leben der glaubenden und betenden Kirche ergießen. Durch dieselbe Überlieferung wird der Kirche der vollständige Kanon der Heiligen Bücher bekannt, in ihr werden die Heiligen Schriften selbst tiefer verstanden und unaufhörlich wirksam gemacht. So ist Gott, der einst gesprochen hat, ohne Unterlass im Gespräch mit der Braut seines geliebten Sohnes, und der Heilige Geist, durch den die lebendige Stimme des Evangeliums in der Kirche und durch sie in der Welt widerhallt, führt die Gläubigen in alle Wahrheit ein und lässt das Wort Christi in Überfülle unter ihnen wohnen vgl. Kol 3,16.
  9. Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift sind eng miteinander verbunden und haben aneinander Anteil. Demselben göttlichen Quell entspringend, fließen beide gewissermaßen in eins zusammen und streben demselben Ziel zu. Denn die Heilige Schrift ist Gottes Rede, insofern sie unter dem Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde. Die Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn und vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter, damit sie es unter der erleuchtenden Führung des Geistes der Wahrheit in ihrer Verkündigung treu bewahren, erklären und ausbreiten. So ergibt sich, dass die Kirche ihre Gewissheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Heiligen Schrift allein schöpft. Daher sollen beide mit gleicher Liebe und Achtung angenommen und verehrt werden 6.
  10. Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift bilden den einen der Kirche überlassenen heiligen Schatz des Wortes Gottes. Voller Anhänglichkeit an ihn verharrt das ganze heilige Volk, mit seinen Hirten vereint, ständig in der Lehre und Gemeinschaft der Apostel, bei Brotbrechen und Gebet vgl. Apg 8,42 griech., so dass im Festhalten am überlieferten Glauben, in seiner Verwirklichung und seinem Bekenntnis ein einzigartiger Einklang herrscht zwischen Vorstehern und Gläubigen7. Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte 8 Wort Gottes verbindlich zu erklären, ist nur dem lebendigen Lehramt der Kirche anvertraut 9, dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird. Das Lehramt ist nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nichts lehrt, als was überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt und weil es alles, was es als von Gott geoffenbart zu glauben vorlegt, aus diesem einen Schatz des Glaubens schöpft. Es zeigt sich also, dass die Heilige Überlieferung, die Heilige Schrift und das Lehramt der Kirche gemäß dem weisen Ratschluss Gottes so miteinander verknüpft und einander zugesellt sind, dass keines ohne die anderen besteht und dass alle zusammen, jedes auf seine Art, durch das Tun des einen Heiligen Geistes wirksam dem Heil der Seelen dienen.
3. Kapitel: Die göttliche Inspiration und die Auslegung der Heiligen Schrift
  11. Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden; denn aufgrund apostolischen Glaubens gelten unserer heiligen Mutter, der Kirche, die Bücher des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen als heilig und kanonisch, weil sie, unter der Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben vgl.Joh 20,31; 2 Tim 3,16; 2 Petr 1,19- 21; 3,15-16, Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind1. Zur Abfassung der Heiligen Bücher hat Gott Menschen erwählt, die ihm durch den Gebrauch ihrer eigenen Fähigkeiten und Kräfte dazu dienen sollten2, all das und nur das, was er - in ihnen und durch sie wirksam3 - geschrieben haben wollte, als echte Verfasser schriftlich zu überliefern4. Da also alles, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt zu gelten hat, ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, dass sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte5. Daher “ist jede Schrift, von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Beweisführung, zur Zurecht- weisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Gott gehörige Mensch bereit sei, wohlgerüstet zu jedem guten Werk”2 Tim 3,16-17 griech.
  12. Da Gott in der Heiligen Schrift durch Menschen nach Menschenart gesprochen hat 6, muss der Schrifterklärer, um zu erfassen, was Gott uns mitteilen wollte, sorgfältig erforschen, was die heiligen Schriftsteller wirklich zu sagen beabsichtigten und was Gott mit ihren Worten kundtun wollte. Um die Aussageabsicht der Hagiographen zu ermitteln, ist neben anderem auf die literarischen Gattungen zu achten. Denn die Wahrheit wird je anders dargelegt und ausgedrückt in Texten von in verschiedenem Sinn geschichtlicher, prophetischer oder dichterischer Art, oder in anderen Redegattungen. Weiterhin hat der Erklärer nach dem Sinn zu forschen, wie ihn aus einer gegebenen Situation heraus der Hagiograph den Bedingungen seiner Zeit und Kultur entsprechend - mit Hilfe der damals üblichen literarischen Gattungen - hat ausdrücken wollen und wirklich zum Ausdruck gebracht hat 7. Will man richtig verstehen, was der heilige Verfasser in seiner Schrift aussagen wollte, so muss man schließlich genau auf die vorgegebenen umweltbedingten Denk-, Sprach- und Erzählformen achten, die zur Zeit des Verfassers herrschten, wie auf die Formen, die damals im menschlichen Alltagsverkehr üblich waren 8. Da die Heilige Schrift in dem Geist gelesen und ausgelegt werden muss, in dem sie geschrieben wurde 9, erfordert die rechte Ermittlung des Sinnes der heiligen Texte, dass man mit nicht geringerer Sorgfalt auf den Inhalt und die Einheit der ganzen Schrift achtet, unter Berücksichtigung der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche und der Analogie des Glaubens. Aufgabe der Exegeten ist es, nach diesen Regeln auf eine tiefere Erfassung und Auslegung des Sinnes der Heiligen Schrift hinzuarbeiten, damit so gleichsam auf Grund wissenschaftlicher Vorarbeit das Urteil der Kirche reift. Alles, was die Art der Schrifterklärung betrifft, untersteht letztlich dem Urteil der Kirche, deren gottergebener Auftrag und Dienst es ist, das Wort Gottes zu bewahren und auszulegen 10.
   13. In der Heiligen Schrift also offenbart sich, unbeschadet der Wahrheit und Heiligkeit Gottes, eine wunderbare Herablassung der ewigen Weisheit, “damit wir die unsagbare Menschenfreundlichkeit Gottes kennen lernen und erfahren, wie sehr er sich aus Sorge für unser Geschlecht in seinem Wort herabgelassen hat” 11. Denn Gottes Worte, durch Menschenzunge formuliert, sind menschlicher Rede ähnlich geworden, wie einst des ewigen Vaters Wort durch die Annahme menschlich-schwachen Fleisches den Menschen ähnlich geworden ist.
4. Kapitel: Das Alte Testament
  14. Der liebende Gott, der um das Heil des ganzen Menschengeschlechtes besorgt war, bereitete es vor, indem er sich nach seinem besonderen Plan ein Volk erwählte, um ihm Verheißungen anzuvertrauen.  Er schloss mit Abraham vgl. Gen 15,8 und durch Moses mit dem Volke Israel vgl. Ex 24,8 einen Bund. Dann hat er sich dem Volk, das er sich erworben hatte, durch Wort und Tat als einzigen, wahren und lebendigen Gott so geoffenbart, dass Israel Gottes Wege mit den Menschen an sich erfuhr, dass es sie durch Gottes Wort aus der Propheten Mund allmählich voller und klarer erkannte und sie unter den Völkern mehr und mehr sichtbar machte vgl.Ps 21,28-29; 95,1-3; Jes 2,1-4; Jer 3,17. Die Geschichte des Heiles liegt, von heiligen Verfassern voraus- verkündet, berichtet und gedeutet, als wahres Wort Gottes vor in den Büchern des Alten Bundes; darum behalten diese von Gott ein- gegebenen Schriften ihren unvergänglichen Wert: “Alles nämlich, was geschrieben steht, ist zu unserer Unter- weisung geschrieben, damit wir durch die Geduld und den Trost der Schriften Hoffnung haben” Röm 15,4.
  15. Gottes Geschichtsplan im Alten Bund zielte vor allem darauf, das Kommen Christi, des Erlösers des Alls, und das Kommen des messianischen Reiches vorzubereiten, prophetisch anzukündigen vgl. Lk 24,44; Joh 5, 39; 1 Petr 1,10 und in verschiedenen Vorbildern anzuzeigen vgl.1 Kor 10,11. Die Bücher des Alten Bundes erschließen allen entsprechend der Lage, in der sich das Menschengeschlecht vor der Wiederherstellung des Heils in Christus befand, Wissen über Gott und Mensch und erschließen die Art und Weise, wie der gerechte und barmherzige Gott an den Menschen zu handeln pflegt. Obgleich diese Bücher auch Unvollkommenes und Zeitbedingtes enthalten, zeigen sie doch eine wahre göttliche Erziehungskunst 1. Ein lebendiger Sinn für Gott drückt sich in ihnen aus. Hohe Lehren über Gott, heilbringende menschliche Lebensweisheit, wunderbare Gebetsschätze sind in ihnen auf- bewahrt. Schließlich ist das Geheimnis unseres Heiles in ihnen verborgen. Deshalb sollen diese Bücher von denen, die an Christus glauben, voll Ehrfurcht angenommen werden.
  16. Gott, der die Bücher beider Bünde inspiriert hat und ihr Urheber ist, wollte in Weisheit, dass der Neue im Alten verborgen und der Alte im Neuen erschlossen sei 2. Denn wenn auch Christus in seinem Blut einen Neuen Bund gestiftet hat vgl. Lk 22,20; 1 Kor 11,25, erhalten und offenbaren die Bücher des Alten Bundes, die als Ganzes in die Verkündigung des  Evangeliums  aufgenommen  wurden 3, erst im Neuen Bund ihren vollen Sinn vgl. Mt 5,17; Lk 24, 27; Röm 16,25-26; 2 Kor 3, 14-16, wie sie diesen wiederum beleuchten und deuten.
5. Kapitel: Das Neue Testament
  17. Das Wort Gottes, Gottes Kraft zum Heil für jeden, der glaubt vgl. Röm 1,16, kommt zu einzigartiger Darstellung und Kraftentfaltung in den Schriften des Neuen  Bundes; denn als die Fülle der Zeit kam  vgl. Gal 4,4, ist das Wort Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, voll Gnade und Wahrheit vgl. Joh 1,14. Christus hat das Reich Gottes auf Erden wiederhergestellt, in Tat und Wort seinen Vater und sich selbst geoffenbart und sein Werk durch Tod, Auferstehung, herrliche Himmelfahrt und Sendung des Heiligen Geistes vollendet. Von der Erde erhöht zieht er alle an sich vgl. Joh 12,32 griech.; denn er allein hat Worte des ewigen Lebens vgl. Joh 6,68. Anderen Geschlechtern ward dieses Geheimnis nicht kundgetan, wie es nun geoffenbart worden ist seinen heiligen Aposteln und Propheten im Heiligen Geist vgl. Eph 3,4-6 griech.,damit sie das Evangelium verkünden, den Glauben an Jesus als Christus und Herrn wecken und die Kirche sammeln. Dafür sind die Schriften des Neuen Bundes das unvergängliche und göttliche Zeugnis.
  18. Niemandem kann es entgehen, dass unter allen Schriften, auch unter denen des Neuen Bundes, den Evangelien mit Recht ein Vorrang zukommt. Denn sie sind das Hauptzeugnis für Leben und Lehre des fleisch- gewordenen Wortes, unseres Erlösers. Am apostolischen Ursprung der vier Evangelien hat die Kirche immer und überall festgehalten und hält daran fest;  denn was die Apostel nach Christi Gebot gepredigt haben, das haben später unter dem Anhauch des Heiligen Geistes sie selbst und Apostolische Männer uns als Fundament des Glaubens schriftlich überliefert: das viergestaltige Evangelium nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes1.
  19. Unsere heilige Mutter, die Kirche, hat entschieden und unentwegt daran festgehalten und hält daran fest, dass die vier genannten Evangelien, deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat bis zu dem Tag, da er aufgenommen wurde vgl Apg 1,1-2. Die Apostel haben nach der Auffahrt des Herrn das, was er selbst gesagt und getan hatte, ihren Hörern mit jenem volleren Verständnis überliefert, das ihnen aus der Erfahrung der Verherrlichung Christi und aus dem Licht des Geistes der Wahrheit 2 zufloss 3. Die biblischen Verfasser aber haben die vier Evangelien redigiert, indem sie einiges aus dem vielen auswählten, das mündlich oder auch schon schriftlich überliefert war, indem sie anderes zu Überblicken zusammenzogen oder im Hinblick auf die Lage in den Kirchen verdeutlichten, indem sie schließlich die Form der Verkündigung beibehielten, doch immer so, dass ihre Mitteilungen über Jesus wahr und ehrlich waren 4. Denn ob sie nun aus eigenem Ge- dächtnis und Erinnern schrieben oder auf Grund des Zeugnisses jener, “die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren”, es ging ihnen immer darum, dass wir die “Wahrheit” der Worte erkennen sollten, von denen wir Kunde erhalten haben vgl. Lk 1,2-4.
   20. Der neutestamentliche Kanon umfasst außer den vier Evangelien auch die Briefe des heiligen Paulus und andere apostolische Schriften, die unter der Eingebung des Heiligen Geistes verfasst sind. In ihnen wird nach Gottes weisem Ratschluss die Botschaft von Christus dem Herrn bestätigt, seine echte Lehre mehr und mehr erklärt, die Heil bringende Kraft des göttlichen Werkes Christi verkündet; die Anfänge der Kirche und ihre wunderbare Ausbreitung werden erzählt und ihre herrliche Vollendung vorausverkündet. Denn der Herr Jesus ist bei seinen Aposteln geblieben, wie er verheißen hatte vgl. Mt 28,20, und hat ihnen als Beistand den Geist gesandt, der sie in die Fülle der Wahrheit einführen sollte vgl. Joh 16,13.
6. Kapitel: Die Heilige Schrift in Leben der Kirche
   21. Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht. In ihnen zusammen mit der Heiligen Überlieferung sah sie immer und sieht sie die höchste Richtschnur ihres Glaubens, weil sie, von Gott eingegeben und ein für alle Male niedergeschrieben, das Wort Gottes selbst unwandelbar vermitteln und in den Worten der Propheten und der Apostel die Stimme des Heiligen Geistes vernehmen lassen. Wie die christliche Religion selbst, so muss auch jede kirchliche Verkündigung sich von der Heiligen Schrift nähren und sich an ihr orientieren. In den Heiligen Büchern kommt ja der Vater, der im Himmel ist, seinen Kindern in Liebe entgegen und nimmt mit ihnen das Gespräch auf. Und solche Gewalt und Kraft west im Worte Gottes, dass es für die Kirche Halt und Leben, für die Kinder der Kirche Glaubensstärke, Seelenspeise und reiner, unversieglicher Quell des geistlichen Lebens ist. Darum gelten von der Heiligen Schrift in besonderer Weise die Worte: “Lebendig ist Gottes Rede und wirksam” Hebr 4,12, "mächtig auf- zubauen und das Erbe auszuteilen unter allen Geheiligten” Apg 20,32; vgl. 1 Thess 2,13.
   22. Der Zugang zur Heiligen Schrift muss für die an Christus Glaubenden weit offen stehen. Darum hat die Kirche schon in ihren Anfängen die älteste Übersetzung des Alten Testamentes, die griechische, die nach den Siebzig (Septuaginta) benannt wird, als die ihre übernommen. Die anderen orientalischen und die lateinischen Über- setzungen, besonders die so genannte Vulgata, hält sie immer in Ehren. Da aber das Wort Gottes allen Zeiten zur Verfügung stehen muss, bemüht sich die Kirche in mütterlicher Sorge, dass brauchbare und genaue Über- setzungen in die verschiedenen Sprachen erarbeitet werden, mit Vorrang aus dem Urtext der Heiligen Bücher. Wenn die Übersetzungen bei sich bietender Gelegenheit und mit Zustimmung der kirchlichen Autorität in Zusam- menarbeit auch mit den getrennten Brüdern zustande kommen, dann können sie von allen Christen benutzt wer- den.
   23. Die Braut des fleischgewordenen Wortes, die Kirche, bemüht sich, vom Heiligen Geist belehrt, zu einem im- mer tieferen Verständnis der Heiligen Schriften vorzudringen, um ihre Kinder unablässig mit dem Worte Gottes zu nähren; darum fördert sie auch in gebührender Weise das Studium der Väter des Ostens wie des Westens und der heiligen Liturgien. Die katholischen Exegeten und die anderen Vertreter der theologischen Wissenschaft müssen in eifriger Zusammenarbeit sich darum mühen, unter Aufsicht des kirchlichen Lehramts mit passenden Methoden die göttlichen Schriften so zu erforschen und auszulegen, dass möglichst viele Diener des Wortes in den Stand gesetzt werden, dem Volke Gottes mit wirklichem Nutzen die Nahrung der Schriften zu reichen, die den Geist erleuchtet, den Willen stärkt und die Menschenherzen zur Gottesliebe entflammt 1. Die Heilige Synode ermutigt die Söhne der Kirche, die Bibelwissenschaft treiben, das glücklich begonnene Werk mit immer neuen Kräften und ganzer Hingabe im Geist der Kirche fortzuführen2.
  24. Die heilige Theologie ruht auf dem geschriebenen Wort Gottes, zusammen mit der Heiligen Überlieferung, wie auf einem bleibenden Fundament. In ihm gewinnt sie sichere Kraft und verjüngt sich ständig, wenn sie alle im Geheimnis Christi beschlossene Wahrheit im Lichte des Glaubens durchforscht. Die Heiligen Schriften enthalten das Wort Gottes und, weil inspiriert, sind sie wahrhaft Wort Gottes: Deshalb sei das Studium des heiligen Buches gleichsam die Seele der heiligen Theologie3. Auch der Dienst des Wortes, nämlich die seelsorgliche Verkündigung, die Katechese und alle christliche Unterweisung - in welcher die liturgische Homilie einen hervorragenden Platz haben muss - holt aus dem Wort der Schrift gesunde Nahrung und heilige Kraft.
   25. Darum müssen alle Kleriker, besonders Christi Priester und die anderen, die sich als Diakone oder Katecheten ihrem Auftrag entsprechend dem Dienst des Wortes widmen, in beständiger heiliger Lesung und gründlichem Studium sich mit der Schrift befassen, damit keiner von ihnen werde zu “einem hohlen und äußer- lichen Prediger des Wortes Gottes, ohne dessen innerer Hörer zu sein”4, wo er doch die unübersehbaren Schätze des göttlichen Wortes, namentlich in der heiligen Liturgie, den ihm anvertrauten Gläubigen mitteilen soll. Ebenso ermahnt die Heilige Synode alle an Christus Glaubenden, zumal die Glieder religiöser Gemeinschaften, besonders eindringlich, durch häufige Lesung der Heiligen Schrift sich die "alles übertreffende Erkenntnis Jesu Christi” Phil 3,8 anzueignen. “Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.”5 Sie sollen deshalb gern an den heiligen Text selbst herantreten, einmal in der mit göttlichen Worten gesättigten heiligen Liturgie, dann in frommer Lesung oder auch durch geeignete Institutionen und andere Hilfsmittel, die heute mit Billigung und auf Veranlassung der Hirten der Kirche lobenswerterweise allenthalben verbreitet werden. Sie sollen daran denken, dass Gebet die Lesung der Heiligen Schrift begleiten muss, damit sie zu einem Gespräch werde zwischen Gott und Mensch; denn “ihn reden wir an, wenn wir beten; ihn hören wir, wenn wir Gottes Weisungen lesen”. Die kirchlichen Vorsteher, “bei denen die Lehre der Apostel ist” 7, sollen die ihnen anvertrauten Gläubigen zum rechten Gebrauch der Heiligen Bücher, namentlich des Neuen Testamentes und in erster Linie der Evangelien, in geeigneter Weise anleiten durch Übersetzungen der heiligen Texte, die mit den notwendigen und wirklich ausreichenden Erklärungen versehen sind, damit die Kinder der Kirche sicher und mit Nutzen mit den Heiligen Schriften umgehen und von ihrem Geist durchdrungen werden. Darüber hinaus sollen mit entsprechenden Anmerkungen versehene Ausgaben der Heiligen Schrift geschaffen werden, die auch Nichtchristen gebrauchen können und die ihren Verhältnissen angepasst sind. Die Seelsorger und die Christen jeden Standes sollen auf jede Weise klug für ihre Verbreitung sorgen.
   26. So möge durch Lesung und Studium der Heiligen Bücher “Gottes Wort seinen Lauf nehmen und verherrlicht werden” 2 Thess 3,1. Der Schatz der Offenbarung, der Kirche anvertraut, erfülle mehr und mehr die Herzen der Menschen. Wie das Leben der Kirche sich mehrt durch die ständige Teilnahme am eucharistischen Geheimnis, so darf man neuen Antrieb für das geistliche Leben erhoffen aus der gesteigerten Verehrung des Wortes Gottes, welches “bleibt in Ewigkeit” Jes 40,8; vgl. 1 Petr 1,23-25.
Anmerkungen:
Vorwort/Kapitel 1:
1 Vgl. Augustinus, Büchlein vom ersten katechetischen Unterricht, 4: PL 40, 316. 2 Vgl. Mt 11,27; Joh 1,14.17;14,6; 17, 1-3; 2 Kor 3,16; 4,6; Eph 1,3-14. 3 Brief an Diognet VII., : F. X. Funk, Patres Apostolici I (Tübingen 1901) 403. 4 I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 3: Denz. 1789 (3008). 5 II. Konzil von Orange, can. 7: Denz. 180 (377); I. Vat. Konzil, a. a. O.: Denz. 1791 (3010).6 I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 2: Denz. 1786 (3005). 7 Ebd.: Denz. 1785 und 1786 (3004 und 3005).
Kapitel 2:
1 Vgl. Mt 28,19-20 und Mk 16,15. Konzil von Trient, Dekret über die kanonischen Schriften: Denz. 783 (1501).2 Vgl. Konzil von Trient, a. a. O.; I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 2: Denz. 1787 (3006). 3 Irenäus, Adv. Hær.III.,3, 1:PG 7, 848; Harvey 2,9. 4 Vgl. II. Konzil von Nicæa: Denz. 303 (602). IV. Konzil von Konstantinopel, Sess. X. can. 1: Denz. 336 (650-652). 5 Vgl. L Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 4: Denz.1800 (3020). 6 Vgl. Konzil von Trient, Dekret über die kanonischen Schriften: Denz. 783(1501). 7 Vgl. Pius XII., Apost. Konst.Munificentissimus Deus, 1. Nov. 1950: AAS 42 (1950) 756. Vgl. die Worte Cyprians: "die Kirche, das mit dem Priester vereinte Volk und die ihrem Hirten anhängende Herde", Ep. 66, 8: CSEL 3,2, 733. 8 Vgl. I. Vat. KonziI., Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap.3: Denz. 1792 (3011). 9 Vgl. Pius XII., Enz. Humani generis, 12. Aug. 1950: AAS 42 (1950) 568-569; Denz. 2314 (3886).
Kapitel 3:
1 Vgl. I.Vat. Konzil, Dogm.Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 2: Denz.1787 (3006); Bibelkommission, Dekret, 18. Juni 1915: Denz. 2180 (3629) und Ench. Bibl. 420; Hl. Officium, Brief, 22. Dez. 1923: Ench. Bibl. 499. 2 Vgl. Pius XII., Enz. Divino afflante, 30. Sept. 1943: AAS 35 (1943) 314; Ench. Bibl. 556. 3 In und durch den Menschen:vgl. Hebr 1,1;4,7 (in); 2 Sam 23, 2; Mt 1,22 und passim (durch); I. Vat. Konzil, Schema über die katholische Lehre, Note 9: Coll. Lac. VII., 522. 4 Leo XIII., Enz. Providentissimus Deus, 18. Nov. 1893: Denz. 1952 (3293); Ench. Bibl. 125. 5 Vgl. Augustinus, De Gen. ad litt. 2, 9, 20: PL 34, 270-271; CSEL 28, 1, 46-47 und Brief 82, 3: PL 33,277; CSEL 34, 2, 354; Thomas v. Aquin, De ver. q. 12, a. 2, C; Konzil von Trient, Dekret über die kanonischen Schriften: Denz. 783 (1501); Leo XIII., Enz. Providentissimus Deus: Ench. Bibl. 121.124.126-127; Pius XII., Enz. Divino afflante: Ench. Bibl. 539. 6 Augustinus, De Civ. Dei XVII., 6, 2: PL 41, 537; CSEL 40, 2, 228. 7 Augustinus, De Doctr. Christ. III., 18, 26: I, L 34, 75- 76; CSEL 80, 95. 8 Pius XII., a.a.O.: Denz. 2294 (3829-3830); Ench. Bibl. 557 - 562. 9 Vgl. Benedikt XV., Enz. Spiritus Paraclitus, 15. Sept. 1920: Ench. Bibl. 469; Hieronymus, In Gal. 19- 21: PL 26, 417 A. 10 Vgl. I. Vat.Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 2: enz. 1788 (3007).  11 Johannes Chrysostomus, ln Gen. 3,8 hom. 17,1: PG 53,134: “herab- gelassen”, lateinisch “attemperatio”, griechisch “synkatábasis”.
Kapitel 4:
1 Pius XI., Enz. Mit brennender Sorge, 14. März 1937: AAS 29 (1937) 151. 2 Augustinus, Quæst. in Hept. 2, 73: PL 34, 623. 3 Irenäus, Adv, Hær. III., 21, 3: PG 7, 950 (- 25,1: Harvey 2, 115); Cyrill von Jerusalem, Catech. 4, 35: PG 33, 497; Theodor von Mopsuestia, In Soph.1, 4-6: PG 66, 452 D- 453 A.
Kapitel 5:
1 Irenäus, Adv. Hær. III., 11, 8: PG 7, 885; Ausg. Sagnard, 194. 2 Vgl.Joh 14,26; 16, 13.3 Vgl. Joh 2,22; 16,16; vgl. 14, 26; 16,12-13; 7,39. 4 Vgl. die Instruktion Sancta  Mater Ecclesia der Päpstlichen Bibelkommission: AAS 56 (1964) 715.
Kapitel 6:
1 Vgl. Pius XII., Enz. Divino afflante: Ench. Bibl. 551.553.567; Päpstl. Bibelkommission, Instruktion über die rechte Art, in Klerikalseminarien und Ordenskollegien über die Bibel zu dozieren, 30. Mai 1950: AAS 42 (1950) 495-505. 2 Vgl. Pius XII., ebd. 569. 3 Vgl. Leo XIII., Enz. Providentissimus Deus: Ench. Bibl. 114; Benedikt. XV., Enz. Spiritus Paraclitus: Ench. Bibl. 483. 4 Augustinus, Serm. 179,1: PL 38,966. 5 Hieronymus, Comm. in Jes.,Prol.: PL 24,17; vgl. Benedikt XV., Enz. Spiritus Paraclitus: Ench. Bibl. 475-480; Pius XII., Enz. Divino afflante: Ench. Bibl. 544. 6 Ambrosius, De officiis ministrorum I, 20, 88; PL 16, 50.7 Irenäus, Adv. Hær. IV, 32, 1: PG 7, 1071 (= 49,2: Harvey 2, 255).

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