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Jahr des Glaubens

Jahr des Glaubens: vom 11. Oktober 2012 bis 24. November 2013

Das motu proprio zum Jahr des Glaubens: Porta Fidei - Tür zum Glauben auf der nächsten Seite > Porta Fidei

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Lesen Sie das apostolische Schreiben des Papstes > Porta Fidei (Die Tür zum Glauben 
... und weitere aktuelle Nachrichten zum Jahr des Glaubens auf der folgenden Seite Porta Fidei  
aktueller Bericht über die Weltbischofssynode zum Jahr des Glaubens

vat-be-JahrDGlaubens-z Papst kündigt „Jahr des Glaubens“ an

   Zur Stärkung des Glaubens in den Ländern des Westens hat der Papst ein „Jahr des Glaubens“ angekündigt. Benedikt XVI. beging im Petersdom eine Messe mit katholischen Kirchenvertretern aus aller Welt, die sich um eine Erneuerung des Glaubens bemühen – und zwar in Ländern, in denen das Christentum zwar Tradition hat, aber an Kraft verliert. Der Gottesdienst bildete den Abschluss einer internationalen Konferenz zum Thema im Vatikan, auf der sich Kurienvertreter sowie Mitglieder von über 30 nationalen Bischofskonferenzen und 115 Orden und christlichen Gemeinschaften über ihre Erfahrungen mit der Neuevangelisierung ausgetauscht hatten.
   „Um der Verkündigung der ganzen Kirche einen erneuerten Impuls zu geben, dass sie die Menschen aus der Wüste, in der sie sich im Augenblick befinden, herausführt zum Ort des Lebens, der Freundschaft mit Christus, der uns das Leben in Fülle gibt, möchte ich in dieser eucharistischen Feier Folgendes bekannt geben: Ich habe ent- schieden, ein „Jahr des Glaubens“ zu verkünden, das ich in einem apostolischen Schreiben genauer erklären werde. > Porta Fidei (Die Tür des Glaubens). Es begann am 11. Oktober 2012, am 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, und es wird am 24. November 2013, dem Christkönigsfest, enden. Es wird eine Zeit der Gnade und einer immer engeren Verbindung mit Gott sein, um unseren Glauben an ihn zu stärken und ihn mit Freude den Menschen unserer Zeit zu verkünden.“
   Nach dem Paulusjahr im Jahr 2008/09 und dem Priesterjahr 2009/10 will Benedikt XVI. also mit einem Jahr des Glaubens die Mission der Kirche unterstützen. Denn die Sendung der Kirche bedeute ja „vor allem, von Gott zu sprechen, an seine Hoheit zu erinnern“, führte der Papst aus. Und sie bedeute auch, stets an die Wahrheit zu erinnern, so Benedikt XVI. mit Blick auf die bewegte Geschichte des 20. Jahrhunderts. Nach der „unheilvollen Zeit der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts“ bräuchten die Menschen heute „einen umfassenden Blick auf die Welt und die Zeit“. Der Papst:
   „Einen wirklich freien Blick, einen friedlichen Blick, einen Blick, den das zweite Vatikanische Konzil in seinen Doku- menten überliefert hat, und den meine Vorgänger, der Diener Gottes Paul VI. und der selige Johannes Paul II. in ihrer Lehre gezeigt haben.“
  Weiter unterstrich Benedikt XVI. in seiner Predigt die Bedeutung der kirchlichen Gemeinschaft für die Weiter- gabe und Stärkung des Glaubens: Alleine könne man nicht evangelisieren, erinnerte der Papst, der aus einem Brief des „größten Evangelisators aller Zeiten“ - des Apostels Paulus - zitierte. Für Paulus „moderne Nachfolger“ heißt das also in den Worten des Papstes: „Die neuen Evangelisatoren sind gerufen, vor allem diesen Weg zu gehen, der Christus ist, um dem Nächsten die Schönheit der frohen Botschaft zu zeigen, die Leben gibt. Und auf diesem Weg geht man nicht alleine, sondern in Gemeinschaft: Eine Erfahrung der Gemeinschaft und der Brüder- lichkeit, die sich ereignet, wenn wir uns begegnen, um unsere Erfahrungen Christi und seiner Kirche zu teilen.“
   Vor der Papstpredigt erbat der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, Erz- bischof Rino Fisichella, vom Papst ermutigende Worte für die im Petersdom versammelten Geistlichen und deren Mission. Papst Benedikt XVI. war bereits am Vorabend kurz mit den Konferenzteilnehmern in der Audienzhalle Foto unten links zusammengetroffen und hatte dort an Wesen und Aufgabe des Neuevangelisierungsrates erinnert. Erzbischof Rino Fisichella Foto unten rechts hatte bei dieser Gelegenheit darauf verwiesen, dass Neuevangelisie- rung nicht erst mit Einrichtung einer neuen Vatikanbehörde stattfinde, sondern bereits Realität sei – dank des Einsatzes tausender Gläubiger und Kirchenvertreter, die auf der ganzen Welt das Evangelium aktiv und neu verkünden. Rv111016pr 

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   Das apostolische Schreiben Porta Fidei [Tür zum Glauben] von Papst Benedikt XVI. zum Jahr des Glaubens erklärt Radio Vatikan im folgenden Interview:

Worum geht es Papst Benedikt mit seinem „Jahr des Glaubens“?
  
Er weist in seinem Motu Proprio Porta fidei selbst darauf hin, dass schon Paul VI. 1967 ein solches Jahr durch- geführt hat – und dass es damals um die Umsetzung des kurz zuvor beendeten Konzils ging. Auch Benedikt dem XVI. geht es bei seiner Initiative um das Zweite Vatikanische Konzil, darum startet sein Glaubensjahr zum 50. Jahrestag der Konzilseröffnung. Er fordert die Gläubigen dazu auf, sich die Konzilstexte anzueignen und sich vor allem mit – wie er schreibt – „einer der wichtigsten Früchte des Konzils“ zu beschäftigen, nämlich dem Weltkatechismus. Dieser war zu Anfang der 90er Jahre vom heutigen Papst zusam- mengestellt worden; Joseph Ratzinger war damals Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation. Also, es geht dem Papst wesentlich um eine Wiederaneignung von Glaubenstexten: „Nicht zufällig“, so bemerkt er, „waren die Christen in den ersten Jahrhunderten dazu angehalten, das Credo auswendig zu lernen.“
Was schlägt der Papst an Aktionen für das „Jahr des Glaubens“ vor?
  
Es ist nicht bekannt, ob er – wie 1967 Papst Paul VI. – im Namen der Kirche ein feierliches Glaubensbekenntnis verfassen und vorlesen wird. Stattdessen verweist er auf die Bischofssynode zur Neuevangelisierung, die genau zum Start des Glaubensjahres im Vatikan stattfindet, und lädt alle Bischöfe dazu ein, das Jahr in einer, wie er schreibt, „würdigen und fruchtbaren Weise“ zu begehen. Er schlägt den Bistümern, Pfarreien und katholischen Gruppierungen weltweit ein „öffentliches Bekenntnis des Credo“ vor in der Form, die sie für richtig halten, und kün- digt an, dass es bald konkrete Vorschläge aus der Glaubenskongregation zum „Jahr des Glaubens“ geben wird. Wichtig ist dem Papst aber nicht nur das öffentliche Glaubensbekenntnis von Einzelnen und Gruppen: Die Menschen sollen dem Glauben „ihre Herzen öffnen“ und ihn auch in der Öffentlichkeit leben.
Die Öffentlichkeit in den westlichen Ländern wirkt aber nicht sehr offen für das Zeugnis von Glaubenden.
  
Das erwähnt Benedikt XVI. in seinem Motu Proprio auch. Es werde heute oft geleugnet, dass der Glaube „eine offensichtliche Voraussetzung für das Zusammenleben“ sei; die „Glaubenskrise“ sei weitverbreitet. Aber er wolle nun einmal „nicht akzeptieren, dass das Salz schal wird und das Licht unter den Scheffel gestellt wird“: „Auch der Mensch von heute“, so der Papst wörtlich, „kann von neuem das Bedürfnis spüren, wie die Samaritanerin zum Brunnen zu kommen, um Jesus zu hören ... Wir müssen den Geschmack wiederfinden, uns vom Wort Gottes und vom Brot des Lebens zu nähren“.
Steckt hinter dem Glaubensjahr die Vorstellung, dass die Katholiken einfach mal wieder öffentlich zeigen müssen, wer sie sind?
   „Nicht nur – Benedikt ruft in seinem Motu Proprio auch nach einer „Erneuerung der Kirche“. Aber die gebe es eben vor allem – so wie er das auch bei seiner Deutschlandreise betont hat – „durch ein erneuertes Zeugnis des Lebens bei den Gläubigen“. Darum wünscht sich der Papst allem voran „eine authentische und erneute Umkehr zum Herrn“, einen „Glauben, der durch Gelebtwerden stärker wird“. Und davon ausgehend dann ein neuer Elan der Kirche, damit auch andere „wieder die Freude am Glauben entdecken“. Er zeigt übrigens wieder mal seinen tiefen Respekt vor allen, die nicht glauben, aber auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind. Diese Suche nennt er „eine echte Präambel zum Glauben“. Übrigens betont der Papst auch, dass er im „Jahr des Glaubens“ auf eine intensivierte Caritas hofft – das gehört für ihn nämlich zum Glauben mit dazu"
Es gab unter Benedikt XVI. schon ein
Priester- und ein Paulusjahr, jetzt also ein Jahr des Glaubens. Was kommt danach?
  
„Das weiß man noch nicht. Allerdings darf man wohl zu diesem Glaubensjahr, womöglich auch schon vorher, mit einer Enzyklika Benedikts zum Thema Glauben rechnen, die nach dem Rücktritt von Benedikt von seinem Nachfol- ger vollendet und veröffentlicht wurde.. Und  Papst Benedikt betonte, dass es mit einem Glaubensjahr von gut 13 Monaten – es endet ja erst Ende November 2013 – nicht getan ist: Wer die „Tür des Glaubens“, die immer offenstehe, durchschreite, der sei „auf einem Weg, der das ganze Leben dauert“. Rv111017sk

Warum ein „Jahr“ des Glaubens?
     Dieses Jahr des Glaubens hat bisher alle Elemente, die normalerweise solche ‚Events’ haben: Auftakt- und Schlussveranstaltung, Höhepunkte, ein eigenes Logo, etc. Der Vatikan wird nicht der einzige Ort sein, an dem Dinge zum Jahr des Glaubens stattfinden, wenn es gut läuft, werden sich viele Ortskirchen beteiligen und ihre eignen Veranstaltungen, Treffen, Gottesdienste, Tagungen, Ausstellungen und so weiter unter dem Motto dieses Jahres veranstalten.
   Dabei bringt ein solches Themenjahr immer auch die Gefahr der Eventisierung mit sich, ein Problem, das schon länger mit Bezug auf die Weltjugendtage diskutiert wird. Tausende von Menschen kommen zusammen, die Stim- mung und die vielen Menschen, die Musik und das Besondere der Atmosphäre verändern die Menschen und die Wahrnehmung, aber dann fahren alle wieder nach Hause und in den Alltag und es ist schwierig, von der dort erlebten Stimmung etwas mitzunehmen. Dasselbe kann bei den besonderen Ver-nstaltungen passieren, die das Jahr des Glaubens prägen werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass Events auf den Augenblick ausgerichtet sind. Der Glauben und vor allen Dingen auch der Glaube des Alltags will aber mehr, er will Dauer und Zeugnis und Weitergabe, er will den Glaubenden verändern. Die Stimmung des Augenblicks und sei der auch noch so schön reicht nicht aus. Das Jahr des Glaubens darf also nicht nur eine Sammlung von Events werden.
Was also will das Jahr des Glaubens sein?
   Papst Benedikt hat in aller Kürze bei der Predigt am 16. Oktober vergangenen Jahres, in der er das Jahr an- kündigte, seine Absichten skizziert. Dabei benutzt er vor allem aktive Verben: geben, führen stärken, schenken und natürlich verkünden. Der Papst will - um sein eigenes Wort zu benutzen - einen Impuls für die ganze Kirche sehen. Etwas später am selben Tag, während des Angelusgebetes, präzisierte der Papst die Absicht des Jahres noch einmal: Es geht nicht um Gedenken, zum Beispiel um das Jubiläum des Konzils als solches, sonder um das Weitertragen, um die Verkündigung. Das Jahr des Glaubens will also aktiv sein, oder besser: es will Aktivität im Glauben wecken.
   Das Jahr des Glaubens kann auch als Event seinen Beitrag dazu leisten. Das Stichwort ist „Impuls“. Die Ver- anstaltungen und Treffen, die Gottesdienste und Konzerte bieten keine Lösung an für die Fragen, die anstehen. Aber sie können die Fragen an die Oberfläche bringen. Dazu eignen sich Events sehr wohl: Sie setzen Themen.
   Das Jahr des Glaubens ist somit eine Fortsetzung dessen, was die Bischofssynode  im Vatikan tut. Und es ist eine Fortsetzung dessen, was das Erinnern an das Zweite Vatikanische Konzil tun will: Ein Aggiornamento des Aggiornamento.
   Der Kirche tut es gut, sich einmal ein ganzes Jahr lang mit der Frage nach der Verkündigung der Gaubens im Heute zu beschäftigen und zu wissen, dass das alle anderen auch tun. Und genau dazu will das Jahr des Glaubens ja anregen. Der Rest muss dann wieder im Alltag passieren. RV121016PaterBerndHagenkordSJ

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   Papst Benedikt XVI. hat den Bischof von Washington, Kardinal Donald William Wuerl Foto, zum Generalrelator der Bischofssynode im Jahr 2012 ernannt. Das teilte der Vatikan mit. Die Synode wird zum Thema „Neuevange- lisierung“ tagen. Gleichzeitig ernannte der Papst den Erzbischof von Montpellier, Pierre-Marie Carre, zum Sekretär der Synode. rv11102

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Benedikt XVI. zu Aufgaben des Neuevangelisierungsrates: „Kostbares Instrument“
   Als eine Art „Seismograph“ für die Moderne hat der Papst den Päpstlichen Rat für Neuevangelisierung beschrie- ben. Benedikt XVI. äußerte sich vor Teilnehmern der internationalen Konferenz über Neuevangelisierung in den Ländern des Westens. Auch wenn die Neuevangelisierung keine leichte Aufgabe sei - die christliche Botschaft habe das Potential, auch in der heutigen Gesellschaft die gleiche Faszination entfalten wie zu Zeiten der Apostel, zeigte sich der Papst überzeugt.
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   Das Treffen fand als eines der ersten seiner Art im Vatikan statt, eingeladen dazu hatte der Rat für Neu- Evangelisierung. Ranghohe Vertreter von 33 nationalen Bischofskonferenzen, aus dem Vatikan und von 115 geist- lichen Gemeinschaften und Orden hörten dem Papst in der vatikanischen Audienzhalle zu, als er ihnen Gedanken zum Auftrag und Wesen der neuen Kurienbehörde zur Neuevangelisierung mit auf dem Weg gab. Benedikt XVI. hatte diese im September 2010 selbst neu eingerichtet.
   „Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung ist ein kostbares Instrument, um die großen Fragen zu identifizieren, die verschiedene Bereiche der Gesellschaft und der modernen Kultur umtreiben. Der Rat soll der Kirche bei ihrer Mission vor allem in Ländern antiker christlicher Tradition helfen, die gegenüber dem Wort Gottes gleichgültig oder gar feindlich eingestellt geworden sind.“
   Der moderne Mensch sei „häufig verwirrt“ und nicht dazu in der Lage, Antworten auf viele Fragen zu finden, die sich ihm zum Sinn seines Daseins stellten, so der Papst. Auch das „flüchtige Glück“ könne dieses tiefe Bedürfnis nach Sinn nicht stillen. Um so dringender brauche es heute Vermittler, die sich für die Verkündigung des Glaubens einsetzten, unterstrich Benedikt XVI. an seine geistlichen Zuhörer gerichtet:
   „Wenn ich euch und euren großen Einsatz sehe, mit dem jeder von euch seine Mission erfüllt, bin ich überzeugt davon, dass es immer mehr Evangelisatoren geben wird, die eine echte Veränderung einleiten werden, die die Welt heute braucht. Nur durch Männer und Frauen, die von Gottes Präsenz erfüllt sind, wird Gottes Wort weiter in der Welt Früchte tragen. Evangelisatoren zu sein ist kein Privileg, sondern ein Einsatz, der vom Glauben her kommt.“
   Auch wenn Neuevangelisierung keine leichte Aufgabe sei - die christliche Botschaft habe das Potential, auch in der heutigen Gesellschaft die gleiche Faszination entfalten wie zu Zeiten der Apostel, zeigte sich der Papst überzeugt. Die Überzeugungskraft des Evangeliums hänge letztlich nicht vom menschlichen Handeln ab, sondern verdanke sich dem Wirken Gottes, sagte Benedikt XVI. rv111015pr

Internetseite zur Neuevangelisierung

   Im Rahmen der Konferenz zur Neuevangelisierung im Vatikan ist eine Internetseite zum Thema Glauben präsen- tiert worden. Auf der Internetplattform www.aleteia.org können sich Gläubige und am Thema interessierte Menschen rund um Glaubensfragen und spirituelle Themen austauschen. Verbunden ist die Seite mit sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, so dass sich die „Debatte“ auch auf diesen Kanälen im Internet fortsetzen kann. Die Seite sei als „Dialogplattform“ gedacht, als „Brücke zwischen Glaubenden und denen, die nach Antworten und Sinn für das eigene Leben suchen“, gab Kardinal Sean O’Malley auf der Konferenz zur Neuevange- lisierung an. Die Seite wurde von der Medienabteilung des Rates zur Förderung der Neuevangelisierung initiiert und entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen katholischen Kommunikations- profis. Der Begriff „aleteia“ kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt „Wahrheit, die sich offenbart“. Die Seite ist seit 2011 in Funktion. RV111016pr

Jesus Colina  ale-JesusColina2-x   Neues Internet-Portal zur Neuevangelisierung

Kongress in Rom zur Neuevangelisierung
  
Der Päpstliche Rat zur Neuevangelisierung ist mit achttausend Teilnehmern aus aller Welt - davon mehrere Hundert aus dem deutschen Sprachraum - an den Start gegangen. Thema der Zusammenkunft ist nach Angaben des Präsidenten dieses Rates, Erzbischof Rino Fisichella, die Glaubensverkündigung in einem religionsfernen Um- feld. Mit einem neuen Portal will der Heilige Stuhl die Neuevangelisierung nun auch im Internet vorantreiben. Die Seite www.aleteia.org soll Fragen und Antworten zu Themen des Glaubens behandeln, wie der Präsident des Päpstlichen Rates zur Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, in einem Interview der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ mitteilte. Ob es auch eine deutschsprachige Version geben wird, ist noch offen. In den vergangenen Tagen war bekanntgeworden, dass der spanische Journalist und frühere Chefredakteur des mit dem Orden „Legionäre Christi" verbundenen Internetdienstes Zenit, Jesus Colina, das neue Portal zur Neuevangeli- sierung aufbauen soll. Colina war mit weiteren Redakteuren zu www.aleteia.org gewechselt. Jesus Colina, Anfang 40, ist ein dynamischer katholischer Laie, der vor 14 Jahren die Nachrichtenagentur „Zenit“ gründete, die er bald zum größten katholischen Nachrichtendienst der Welt entwickelte. Auf diese Zeit blickt er zurück: „Wir haben gute Arbeit geleistet.“ Wir werden von ihm im Portal der Neuevangelisierung noch hören. orLifeSiteNewsDT111014-15kna 

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  Das Jahr des Glaubens und die deutsche Kirche: Erzbischof Zollitsch im Interview -
Erzbischof Robert Zollitsch ist Mitglied im Rat zur Förderung der Neuevangelisierun

   Der Papst hat in der Predigt ein ‚Jahr des Glaubens’ angekündigt, es wird eröffnet zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils und während der Bischofssynode zur Neuevangelisierung im Oktober 2012. Nach der Messe haben wir den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zu diesem Projekt des Papstes und der Kirche befragt. Zollitsch ist selber Mitglied im Rat zur Förderung der Neu- evangelisierung und hat an der Veranstaltung im Vatikan zu diesem Thema teilgenommen.
Herr Erzbischof, wozu brauchen wir dieses ‚Jahr des Glaubens’?
  
„Ich sehe das so, dass es darum geht, uns auf die Grundlage dessen zu besinnen, wovon wir leben. Wir sollen wissen, dass bei allem, was wir tun, was wir entscheiden, es auf die persönliche Beziehung zu Jesus Christus und zu Gott ankommt; Gott ist das Ziel und die Mitte unseres Lebens. Damit spüren wir eines der zentralen Anliegen Papst Benedikts. Ich verstehe ihn so, dass er uns auf dieses Fundament hinweisen möchte und von dort auch dann das Konzilsjubiläum begehen will.“
Über die Neuevangelisierung, das ‚Jahr des Glaubens’ und den Gesprächsprozess
Es gibt ja schon eine ganze Reihe von Veranstaltungen; was hat das zum Beispiel mit dem Gesprächsprozess in Deutschland zu tun, der dann auch noch laufen wird
?
   „Wir werden sehen, wie wir das intensiv miteinander verbinden; aber sie wissen ja, dass es beim Gesprächs- prozess sehr darum geht, den Weg der Erneuerung der Kirche zu gehen, um die Besinnung auf das, wovon wir leben, auf das, was trägt. Damit sind wir bei der zentralen Frage nach dem Glauben. Ich sehe das so, dass die Frage nach dem Glauben die Folie ist, auf der wir den Gesprächsprozess durchführen werden. Diese Folie erinnert uns immer daran: ‚Vergesst Gott bei alldem nicht! Vergesst nicht, wovon ihr wirklich lebt! Vergesst nicht, worauf es entscheidend ankommt.’ Insofern sehe ich eine gute Verbindung mit dem Dialogprozess in Deutschland.“
Es ist also nicht zurückzuführen auf die Formulierung des Konfliktes: Wir haben ein Glaubensproblem, kein Kirchenproblem?
  
„Es wäre schade, wenn wir hier Gegensätze formulieren würden. Wir haben tatsächlich beides. Wir haben ein Glaubensproblem, nämlich die Gottesfrage. Wir spüren, dass die Frage nach Gott weit in den Hintergrund getreten ist und dass viele Menschen diese Frage gar nicht mehr stellen. Aber wir spüren zugleich, dass es auch die ganz konkreten Fragen gibt, die damit eng verbunden sind. Es ist immer schade, wenn wir Gegensätze machen. Ich glaube, das katholische ‚et et’ – das ‚sowohl als auch’ – geboten ist, dass wir die Dinge verbinden und von der Wurzel angehen.“
Über die Fähigkeit, offen über den eigenen Glauben zu sprechen
Mit der Messe ist das Treffen zur Neuevangelisierung zu Ende gegangen, bei dem sie dabei waren. Was nehmen sie nach Deutschland mit?

  „Es war für mich die Erfahrung, dass es weltweit eine ganze Fülle von Initiativen gibt, denen es darum geht, das Evangelium neu zum leuchten zu bringen. Das Schöne bei diesem Treffen war, dass eine ganze Bandbreite aufgetaucht ist. Andererseits habe ich aber auch feststellen dürfen, dass vieles von dem, was ich gestern gehört habe, tatsächlich bei uns in Deutschland schon angepackt ist.
   Da ist vieles gewachsen, vieles am werden, und die vielen Initiativen dürften nun in diesem Jahr und in der Bischofssynode näher zusammengeführt werden, damit die Stoßkraft noch größer wird.“
Da möchte ich noch einmal nachfragen: Sie persönlich tragen ja in Kopf und Seele viel von den Fragen, Pro- blemen und Möglichkeiten der deutschen Kirche herum. Was nehmen sie persönlich von diesem Treffen mit?
   „Ich nehme mit, dass die Frage der Weitergabe des Glaubens nicht nur ein Problem in Deutschland ist, sondern ein weltweites Problem. Und ich nehme mit – und das ist etwas Entscheidendes, was wir Deutsche lernen müssen – dass es in der Frage der Weitergabe des Glaubens auf das persönliche Zeugnis ankommt. Wenn ich in Amerika bin, ob das die USA oder Lateinamerika ist, da kann man mit einer großen Selbstverständlichkeit über den Glauben sprechen und darüber, was er mir bedeutet. Wir Deutschen halten das mehr im Herzen verborgen. Wir müssen lernen, von dem zu sprechen, was uns belebt, wovon wir leben und dann auch ganz persönlich Zeugnis zu geben. Das nehme ich mit, denn das haben viele in einer ganz spontanen Weise bei dem Treffen gezeigt; davon können wir Deutschen wirklich lernen. Warum verstecken wir das, was uns Gott bedeutet, das, was wir glauben, das wovon wir wirklich leben? Warum ist das nur eine Frage des Herzens? Es muss eine Frage im ganz normalen Gespräch werden.“
Über die Jugendarbeit, die sich früher hätte rühren müssen
Eine der Anfragen an das Treffen war, dass es nicht repräsentativ genug gewesen sei. Diese Anfrage kam vor allem aus den Jugendverbänden, aus dem BDKJ. Es seien vor allem neue geistliche Bewegungen versammelt, das würde gar nicht die Kirche in Deutschland repräsentieren. Wie bewerten sie das?

  „Man muss es vom Ausgangspunkt her sehen. Es war offen eingeladen worden: Die, die im Bereich der Neu- evangelisierung schon etwas machen, sollen sich melden. Da haben sich vor allem viele geistliche Gemeinschaften gemeldet, viele Initiativen. Unser BDKJ hat sich erst gemeldet, als sie merkten, dass sie nicht eingeladen waren. Sie haben vielleicht etwas spät entdeckt, dass da eine Aufgabe ist. Das, was wir in der Jugendarbeit tun, ist natürlich eine Form der Evangelisierung, vielleicht hätte man hier etwas früher schalten dürfen. Aber ich habe die Frage hier selbstverständlich bei den Verantwortlichen angesprochen.“
Über Wiederverheiratete Geschiedene und andere Konflikte
Vor dem Papstbesuch - und dann etwas vom Papstbesuch verdeckt - gab es ja auch noch andere Themen, sie hatten selber die Frage nach den Wiederverheirateten Geschiedenen angesprochen. Dann war die Frage nach der Spaltung in der katholischen Kirche, die in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. Bleibt das jetzt vom Papstbesuch und den neuen Initiativen verdeckt oder wie gehen sie da weiter vor?
   „Wir haben jetzt bei der Herbstvollversammlung der Bischöfe darüber beraten, was der Papstbesuch für uns bedeutet und haben das in der ganzen Breite angesprochen. Wir werden dann bei der nächsten Sitzung des ständigen Rates schauen, wie wir konkret diese Themen angehen, die für uns wichtig sind. Etwa, wie wir in der Pastoral mit denen umgehen, die geschieden und wieder verheiratet sind. Wie schaffen wir das unter ganz klarer Respektierung und Anerkennung der Unauflöslichkeit der Ehe. Wie gehen wir damit um? Oder auch die Frage nach der Stellung der Laien oder der Frauen in der Kirche. Diese Fragen werden wir in aller Sachlichkeit in nächster Zeit angehen. Aber der Hintergrund ist die Frage, was der Glaube für uns heute bedeutet.
   Ich erlebe immer wieder persönlich die Frage, ob es nicht die Alternative wäre, Neuevangelisierung statt Dialog- prozess. Da sage ich Nein, der Dialogprozess ist für uns ein Weg auch im Rahmen dessen, wie wir den Glauben neu verkünden wollen. Denn das Katholische ist, dass wir die Bandbreite dessen auszuhalten versuchen, was bei uns in der Kirche da ist, und deswegen dürfen auch die verschiedenen Anliegen und die verschiedenen Probleme auch zur Sprache kommen.“ RV111016ord

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Der Papst startet die neue Evangelisierung
Interview mit Erzbischof Rino Fisichella Foto. Motive und Inhalt der Neuevangelisierung

“In unserer Zeit, wo in vielen Regionen der Welt der Glaube Gefahr läuft, wie eine Flamme zu erlöschen,
ist für alle von höchster Priorität, Gott in dieser Welt präsent zu machen
und den Menschen einen Zugang zu Gott zu ermöglichen.
Nicht zu irgendeinem Gott, sondern zu dem Gott, der am Sinai gesprochen hat;
zu dem Gott, dessen Antlitz wir erkennen in seiner Liebe bis zum äußersten,
in Christus dem Gekreuzigten und Auferstandenen.”
So hat es Papst Benedikt XVI. im Heiligtum von Fatima gesagt bei seinem Besuch im Jahre 2010.

Wer sind nun konkret die Träger der Neuevangelisierung?
   Es sind die Vertreter der Kirche in all ihren Erscheinungsformen: Delegierte aus mehr als 30 Bischofs- konferenzen und damit mehr als die Hälfte der anzusprechenden westlichen Länder in den USA, Kanada, Europa und Lateinamerika; Vertreter der Diözesen und Gemeinden, alte und neue Bewegungen, traditionelle religiöse Orden und neue Ausdrucksformen des gottgeweihten Lebens. Es sind vor allem sehr viele Jugendliche, weil die Neuevangelisierung besonders die junge Generation begeistert hat. Wir dürfen aber auch nicht jene Ordens- gemeinschaften vergessen, welche die Notwendigkeit der Neuevangelisierung verstanden haben und bereit sind diesen Weg mitzugehen.
Was ist das Ziel dieses Treffens im Vatikan?
   An erster Stelle wollen wir dem Papst jene Tausende und Abertausende, vielleicht sogar Millionen von Gläubigen vorstellen, die bereits an der Neuevangelisation teilhaben. Bei unserem ersten Treffen in Rom waren es 8.000, aber es ist evident, dass die neuen Verkünder des Evangeliums weitaus mehr sind. Dies hier ist nur ein erstes Zeichen, womit wir dem Papst eine dynamische, lebendige Wirklichkeit zeigen, unter anderem viele junge Men- schen, die zuerst die Botschaft von Johannes Paul II. und nun von Benedikt XVI. zu Herzen genommen haben und nun daran arbeiten, eine tiefe, christliche Identität wieder zu gewinnen: durch ein starkes Bewusstsein der Zugehörigkeit zur Kirche und die Teilhabe an der Freude am Glauben weiterzugeben an so viele andere, die gleichgültig oder vielleicht auf der Suche sind.
Welches Thema haben Sie gewählt?
   Einen Text aus der Apostelgeschichte: „Das Wort des Herrn aber wuchs und breitete sich aus. 12,24. Deswegen präsentieren wir öffentlich die neuen Verkündiger des Evangeliums für die Kirche, weil so das Wort Gottes erkannt wird und die Zahl der Jünger des Herrn wächst. Vorrangig ist der Wille, eine Geisteshaltung und Kultur zu schaffen, für die Dringlichkeit und Notwendigkeit der Neuevangelisierung. Das zweite Ziel ist dann, der nächsten Bischofs- synode ein klares Zeichen vom Auftritt der Neuevangelisierung zu geben, die nicht in einer vatikanischen Behörde entstanden ist, sondern die bereits geschieht und eine Realität in der Kirche ist. Wir müssen nur eine gemeinsame Basis im Respekt für die verschiedenen kirchlichen Erfahrungen finden
Was haben Sie vorbereitet?
   Wir haben alle eingeladen, von denen wir erfahren haben während des ersten Jahres seit der Gründung des päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung, obwohl wir noch keine Schreibtische haben. Es ist eine ständige Pilgerschaft zu vielen Orten: zu den Bischöfen und Diözesen, zu alten und neuen Bewegungen, zu den Orden und religiösen Kongregationen. Die Idee zu diesem Treffen entstand in Zusammenarbeit mit diesen Gemeinschaften, durch ihre Vorschläge und aktive Beteiligung.
Schauen wir auf die Tagesordnung. Am Morgen treffen sich die Delegierten in Fachgruppen.
   Wir werden von den Vorbereitungen der Bischofssynode 2012 hören, die sich mit verschiedenen Bereichen der Neuevangelisierung befassen wird: Kultur, Einwanderung, Kommunikation, Liturgie, Politik, Familie und Pastoral. Deswegen wird unser Treffen nicht nur eine einfache Selbstdarstellung sein, sondern vielmehr ein gemeinsamer Weg, den wir zusammen gehen, es ist ein Augenblick des Prüfens, was konkret zu tun ist, insbesondere mit der Hilfe derer, die schon in diesen Bereichen arbeiten.

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Am Samstagnachmittag im Saal Paul VI., sind vor dem Konzert mit dem blinden Tenor Andrea Bocelli Foto und dem Grußwort des Papstes vier Zeugnisse vorgesehen. Können Sie uns etwas über den Inhalt sagen?
   Zunächst hören wir das Zeugnis einer tiefen Spiritualität von Schwester Verónica Berzosa Bericht unten, einer außergewöhnlichen Frau, die in kurzer Zeit mit der ihr eigenen Begeisterung und mit ihrem großen Entwurf eines radikal-religiösen Lebens in Spanien die Iesu Communio gründete, die mehr als 150 junge Frauen in einem gott- geweihten Leben zusammenführte.
   Das zweite Zeugnis betrifft die Frage der Kultur, Fragen des Westens zu Jesus Christus.
   Dann wird es um die Welt der Wissenschaft gehen, weil junge Menschen heute Nachrichten hören, die nicht wahr sind: dass der Glaube im Gegensatz zu Fortschritt und Forschung steht.
   Das vierte Zeugnis wird von Lateinamerika handeln, wo es eine große kontinentale Mission gibt, reich an Erfah- rungen der Neuevangelisation.
Papst Benedikt XVI. wird zwei Mal dabei sein. Wie beurteilen Sie diese Aufmerksamkeit?
   Es ist ein großes Geschenk und Privileg, und ich gestehe, dass ich mich ein wenig schuldig fühle, den Heiligen Vater gebeten habe, diese große Anstrengung auf sich zu nehmen. Andererseits zeigt dies auch, was ihm die Neuevangelisierung bedeutet. Wir danken ihn für die prophetische Tat der Errichtung eines päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung, aber auch für seine geistvollen Reden die er auf seinen Reisen - wie jetzt in Deutschland – gehalten hat. Ich denke zum Beispiel an seine Rede auf der Sitzung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in Freiburg am 25. September, wo der Papst der Kirche den Weg zeigt, wohin die Reise geht, weil die Verkündigung des Evangeliums der ureigene Auftrag der Kirche ist.
Welche anderen Projekte stehen noch an?
   Die Eröffnung wird unseren Auftrag zielorientiert in die Medien bringen: Die neue Web-Site www.Aleteia.org wird Fragen und Antworten bringen zum Thema „Glauben“ in Zusammenarbeit mit dem päpstlichen Rat für Kommunika- tionsmittel. Weiter arbeiten wir an einer Zusammenfassung der Neuevangelisation mit allen einschlägigen Texten des kirchlichen Lehramtes von Pius XII. bis Benedikt XVI. Diese Handreichung wird hilfreich und nützlich sein für Bischöfe und Priester, aber auch für alle Gläubigen, für Verkündigung und Studium.
Und dann ist da noch die „Großstadtmission in der Fastenzeit 2012….
   Dieses Experiment ist zur Zeit auf Europa bezogen, wird aber dann ausgeweitet auf andere Gebiete der Welt. Es sind zunächst 12 Großstädte – eine Zahl mit starker Symbolik für die Apostel – die eine hohe Kultur und auch ein weithin säkularisiertes Leben haben. Das Ziel ist, ein einheitliches Zeichen zu geben: 12 große Metropolen gehen zusammen und machen den gleichen Weg zur selben Zeit, wenn auch mit je eigener Tradition. Die Ortskirche ist gerufen zur Mitte, zur Kathedrale, die wieder auf Neue zur Mutter wird, die uns beschützt, uns unterweist, mit uns den Glauben feiert und die lebt durch die Liebe.
OR111015LaBuhardilladeJerónimoArbeitsübersetzung:kbwn.

Die Kathedrale von Burgos begrüßt die neue Schwesterngemeinschaft „Iesu Communio”.

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   Die Gründerin und Oberin des neuen spanischen Schwesternordens "Iesu Communio", Sr. Verónica Maria Berzosa Martinez Foto links, war zum Kongress zur Neuevangelisierung eingeladen. Erst im Februar 2011 wurde diese Kongregation in Burgos (Spanien) vom Vatikan als Institut päpstlichen Rechts anerkannt. In der überfüllten Kathedrale von Burgos wurde diese neue Gemeinschaft vom Nuntius und dem Erzbischof von Burgos begrüßt.
   Den Schwestern, die von den Klarissen in Lerma und Aguilera kamen, haben sich viele junge Frauen angeschlos- sen. Zur Gemeinschaft gehören jetzt 177 Schwestern Foto rechts. Eine so große Zahl von Berufungen hat die Kirche von Spanien seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr gesehen. Sie sind jung, viele haben studiert. Unter ihnen finden sich Ärztinnen, Ingenieurinnen, Architektinnen und Dolmetscherinnen. Im Vatikan wurde das Institut vorge- stellt als eine neue Form gottgeweihten Lebens, das in einer spirituellen Nähe zur Neu-Evangelisierung steht, im Dienst gegen Armut und Ungleichheit. An der Spitze dieser Gemeinschaft steht Schwester Verónica Maria Berzosa Martinez, eine leibliche Schwester des neuen Bischofs von Ciudad Rodrigo (Raúl, der auch in der Kathedrale von Burgos dabei war). Sr. Verónica ist eine einflussreiche Frau in der spanischen Kirche – mit guten Kontakten zum Heiligen Vater. Kraft ihrer überwältigenden Ausstrahlung ist es ihr gelungen, eine starke und einflussreiche Schwesterngemeinschaft aus dem Nichts in Rekordzeit zu schaffen. Eine Nähe zu den neuen nachkonziliaren Bewegungen ist unverkennbar, viele Schwestern kommen aus den neuen jugendorientierten Gemeinschaften. Die Gemeinschaft Iesu Communio" wird den Idealen des heiligen Franz von Assisi und der heiligen Clara von Assisi folgen. Auf dem Weltjugendtag in Madrid zeigten sie sich erstmals der Öffentlichkeit.

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   Selbstbewusst treten die Schwestern des Instituts Iesu Communio auf: ein Jeans-Kleid mit weißem Gürtel, dazu ein blauer Schleier und ein Medaille als Halsschmuck sind ihre Kennzeichen. DiocBurgosNet111020

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Papst approbiert Neokatechumenalen Weg

  Die neue geistliche Bewegung des Neokatechumenalen Wegs ist nun endgültig vom Heiligen Stuhl anerkannt. Das entsprechende Dekret des Päpstlichen Laienrates wurde am 20. Januar 2012 veröffentlicht. Papst Benedikt empfing zu diesem Anlass am Vormittag 7.000 Angehörige des Neokatechumenats in Audienz. Dabei ermutigte er die Familien und Priester ausdrücklich dazu, die Gemeinschaft mit der Weltkirche fest im Blick zu behalten. Gleichzeitig bedankte sich der Papst im Namen der Kirche bei den Angehörigen der geistlichen Bewegung. „Die Kirche braucht euch für die Neuevangelisierung“, so Benedikt wörtlich. Und weil die Laienmission ein Schwerpunkt des Neokatechumenats ist, entsandte der Papst bei der Audienz mehrere Klein- gruppen von Laienmissionaren. Rv120120

ale-KikoArgüello-x  Papst Benedikt XVI. begrüßt Francisco “Kiko” Argüello

 „Sucht in eurem wertvollen Weg immer eine tiefe Einheit mit dem Apostolischen Stuhl und mit den Hirten der Orts- kirchen, in die ihr eingefügt seid: Die Einheit und die Harmonie des Körpers der Kirche sind eine wichtige Bezeu- gung Christi und seiner Botschaft in unserer Welt.“
   Gleichzeitig bedankte sich der Papst im Namen der Kirche bei den Angehörigen der geistlichen Bewegung. „Die Kirche braucht euch für die Neuevangelisierung“, so Benedikt wörtlich. Danach ging er auf die spirituellen Feiern ein, die dem Neokatechumenat eigen sind und die mancherorts zum Verdacht geführt hatten, die Bewegung wolle aus der Weltkirche ausscheren. Diese Feiern, sagte der Papst, dienten der Vorbereitung des einzelnen Christen auf die eigentliche Gemeindemesse. Sie seien „nicht streng liturgisch, sondern gehören zum Weg des Wachstums im Glauben. Dies ist ein weiteres Element, das euch zeigt, wie die Kirche euch aufmerksam in einem geduldigen Prozess der Findung begleitet, ein Prozess, der euren Reichtum umfasst, aber auch auf die Einheit und Harmonie des Körpers der gesamten Kirche schaut. … Die zunehmende Reifung der Einzelnen und der kleinen Gemeinschaft muss ihre Eingliederung in das Leben der großen kirchlichen Gemeinschaft fördern, die ihre ordentliche Form in der liturgischen Feier der Pfarrei findet, in die und für die sich das Neokatechumenat einsetzt.“
 Ein Schwerpunkt des Neokatechumenats ist die Laienmission. So entsandte der Papst bei der Audienz Foto unten mehrere Kleingruppen von Laienmissionaren. Jede von ihnen besteht aus drei bis vier Familien und einem Priester und wird in säkularisierte oder noch nicht evangelisierte Gebiete geschickt, um die Frohe Botschaft zu leben und zu verkünden. Die Feier der Eucharistie ist auch für den Neokatechumenalen Weg der Höhepunkt des christlichen Lebens, zitierte Papst Benedikt bei der Audienz aus den Statuten der Bewegung.
   Die von den Angehörigen der Bewegung gefeierten Messen müssen überdies allen Gläubigen offen stehen.
   „Eben um die Annäherung an den Reichtum des sakramentalen Lebens für Menschen zu begünstigen, die sich von der Kirche entfernt haben oder keine entsprechende Ausbildung erhalten haben, können die Neokatechu- menalen die sonntägliche Eucharistie in der kleinen Gemeinschaft feiern, nach der Vesper am Samstagabend. Aber jede eucharistische Feier ist eine Handlung des einzigen Christus zusammen mit seiner einzigen Kirche und des- halb offen für alle, die dieser seiner Kirche angehören.“
   Die liturgischen Bücher seien „treu zu befolgen“, schärfte der Papst den Angehörigen der Bewegung ein. Wie der Neokatechumenale Weg in einer Aussendung mitteilte, hat die vatikanische Gottesdienstkongregation die Feiern der Bewegung 15 Jahre lang geprüft, ehe sie für gut befunden wurden. Mit der nun erfolgten Billigung sei die Approbation der Bewegung insgesamt abgeschlossen. Bereits 2008 hatte der Heilige Stuhl deren Statuten an- erkannt. 2010 folgte die kirchenrechtliche Billigung des 13 Bände umfassenden Katechismus der Bewegung „als gültige und verbindliche Unterstützung für die Katechesen des Neokatechumenalen Wegs“. In dem jetzt verle- senen Dekret heißt es, dass alle Feiern approbiert seien, die bisher noch nicht durch die katholische Liturgie gedeckt waren. RV120120s

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Priester des neokatechumenalen Wegs bei der Verkündigung des Dekrets durch Papst Benedikt XVI.

Der Neokatechumenale Weg und seine Liturgie
  
Der Neokatechumenale Weg begann am Stadtrand von Madrid, als 1964 der Künstler Francisco „Kiko“ Argüello erst allein, dann gemeinsam mit der Theologin Carmen Hernández begann, ihren Glauben in den Elendsvierteln der Stadt zu bekennen und Menschen um sich zu sammeln. Bald wurde daraus eine eigene Form der Katechese, die einen Weg der Initiation in den christlichen Glauben darstellt. Jeder, der diesen Weg unternimmt, wird Schritt für Schritt und über bis zu 14 Jahre hinweg zu einem engagierten und gemeinschaftlich gelebten christlichen Glauben geführt. Rv120120
  
Der Neokatechumenale Weg hat sich seit ihrer Gründung in der ganzen Welt verbreitet und zählt nach eigenen Angaben heute in 8.000 Pfarreien in über 900 Diözesen 30.000 Gemeinschaften. Die Zahl der Anhänger des Neo- katechumenats (und folglich auch die Feier von deren Eigenliturgie) hat mittlerweile international die Millionen- grenze weit überschritten. 2007 befanden sich auf dem Neokatechumenalen Weg 3.000 Priester und 5.000 Ordensschwestern. Vom Neokatechumenat wurden 73 neue Priesterseminare in der ganzen Welt gegründet, im deutschen Sprachraum finden sie sich in Berlin, Bonn und bei Wien. Diese werden Redemptoris Mater „Mutter des Erlösers“ genannt und sind Eigentum der jeweiligen Diözese. Bisher sind ungefähr 1.000 Priester in diesen Seminaren ausgebildet worden, weitere 2.000 wurden in Diözesanseminaren ausgebildet. Darüber hinaus erwuchsen aus dem Neokatechumenalen Weg 5.000 weibliche Berufungen zum Ordensleben.

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Fotos (l-r): Ikone des neokatechumenalen Wegs, Benedikt XVI., Der Gründer des Weges: Kiko Argüello

Ursprung
   Die Bewegung breitete sich sehr bald aus, zunächst in spanischen Großstätten, aber bald auch schon in Rom. 1985 gab es bereits mehr als 7.200 Gemeinschaften in über 2.600 Pfarreien in 65 Nationen.
Geistlich
versteht sich der Neokatechumenale Weg als Prozess der Umkehr, der sich in Pfarreistrukturen und in Verbindung mit der Ortskirche vollzieht. Man will die Verkündig vor allem für Getaufte, die den Glauben nicht mehr leben. Die Erwachsenenkatechese findet in kleinen Gemeinschaften statt. Diese Katechese ist in Methode und Inhalt genau festgelegt und in einem 13-bändigen Katechismus festgehalten, der vom Vatikan 2010 approbiert wurde. Das Programm ist verpflichtend.
Liturgische Besonderheiten
   Liturgisch gibt es einige Besonderheiten, die bereits 2005 weitgehend an die kirchliche Liturgie angepasst wurden. Die weiterhin bestehenden Sonderformen wurden jetzt durch den Vatikan approbiert. So werden die Messfeiern bereits am Samstagabend gefeiert. Während des Wortgottesdienstes werden die Lesungen von Vor- bereitern eingeleitet und kommentiert. Auch vor der Predigt haben die Anwesenden die Gelegenheit, zu sprechen und etwas aus ihrer Lebenserfahrung oder ihrer Lebenssituation beizutragen. Das wohl bekannteste Merkmal ist, sich direkt nach den Fürbitten und nicht erst während der Kommunionfeier den Friedensgruß zu reichen. Auch wird Matzen als eucharistisches Brot verwendet und die Kommunion unter beiderlei Gestalten, also in Form von Brot und Wein, am eigenen Platz entgegengenommen.
   Der Neokatechumenale Weg vermeidet den Begriff der Heiligen Messe und des Opfergedankens, die eucharisti- sche Liturgie soll dem urchristlichen Feiern wieder näher kommen.
Der Prozesscharakter
   Die Liturgien richten sich am Wegcharakter der Bewegung aus, nicht alle Liturgien sind für alle Stufen des Pro- zesses gedacht. Sie sollen die Gemeinde durch ihre Riten in ihrem Prozess begleiten.
Der Neokatechumenale Weg
will durch diese Weg-Methode den Nöten des modernen Menschen entsprechen. Es entstehen strukturierte und von Laien geleitete Gruppen, in denen Kirche und Geschwisterlichkeit erfahren werden. Glaube und soziale Be- ziehungen fallen so zusammen und stützen einander. rv120120ord

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Papst: „Neokatechumenaler Weg tut der Kirche gut“
Franziskus mit dem Spanier Kiko Arguello, Gründer des Neokatechumenalen Weges

    Papst Franziskus hat 250 Familien des „Neokatechumenalen Wegs“ zur sogenannten „misso ad gentes“ entsandt. Sie werden im Auftrag des Papstes die Frohe Botschaft verkünden. Bei einer Audienz mit mehreren tausend Mitgliedern der katholischen Bewegung in der Audienzhalle ging der Papst auf die Bedeutung der Glaubensvermittlung ein.
   „Ich sage das immer, dass der Neokatechumenale Weg ein großes Gut für die Kirche ist. Ihr geht nun im Namen Christi in die Welt, um das Evangelium hinauszutragen: Christus hat euch das vorgezeigt, möge er euch begleiten und jene Rettung erfüllen, die ihr verkündet!“
   In der missionarischen Tätigkeit des „Neokatechumenalen Weges“ spielen Familien eine wichtige Rolle. Eine kleine Gruppe oft kinderreicher Familien werden zusammen mit Priestern in Regionen mit schwachausgeprägtem oder fehlendem christlichen Leben entsandt, etwa nach Ostdeutschland oder China. Bei der Aussendungs-Audienz segnete Papst Franziskus das Charisma – also die Besonderheit – der Bewegung, die sich ganz der Vermittlung des Glaubens verschreibt.
   „Das mache ich jetzt nicht, weil ich von dem Gründer Kiko Argüello bezahlt wurde, sondern weil ich das machen will. Es gibt auch etliche Kardinäle und Bischöfe, die euch begleiten und unterstützen in eurer Mission. Alle tragen viel bei, und das tut der gesamten Kirche gut.“
   Bei der Audienz war auch der Gründer der Bewegung, der 75-jährige Kiko Argüello, anwesend. Der Weg wird in kleinen Gemeinschaften gelebt. Seit seiner Entstehung vor 40 Jahren in Madrid hat sich der Neokatechumenale Weg über fünf Kontinente in 106 Ländern mit insgesamt 18.000 Gemeinschaften ausgebreitet. In Deutschland gibt es ihn in 14 Diözesen.  Rv150306mg 

Vatikanisches Lob für die Feiern des Neokatechumenats  cdAntonioCanizaresLlovera-c

   15 Jahre lang hat die vatikanische Gottesdienstkongregation die liturgischen Feiern des Neokatechumenalen Weges geprüft; jetzt kam dann die offizielle Billigung. Die Hinführung zum Christentum ist immer eine Einheit aus Wort und Feier, das wurde mit der Approbation des Neokatechumenalen Weges bestätigt, sagte Kardinal Antonio Canizares Llovera, der Präfekt der Gottesdienstkongregation, im Gespräch mit Radio Vatikan.
   „Es ist das Wort Gottes, das Handeln Gottes, es ist Gott, der in den Feiern spricht. Diese Feiern markieren die verschiedenen Abschnitte des Neokatechumenalen Weges, die der Weg jeder christlichen Initiation sind. Schon in der Spätantike war die Vorbereitung der Täuflinge durch besondere Feiern für jeden Abschnitt markiert, und heute macht man dasselbe. Diese Feiern des Neokatechumenats haben also nichts Künstliches, sie sind keine eigens erfundene simple Methodologie, sondern entsprechen dem Weg der Bekehrung, des Glaubens und der gänzlichen Eingliederung in das christliche Leben der Kirche.“
   Als Spanier kennt Kardinal Canizares das Neokatechumenat schon lange: Die geistliche Bewegung ist in den 60er Jahren in Spanien entstanden. Besonders würdigt Canizares im Gespräch mit Radio Vatikan das Verhältnis zwischen religiöser Unterweisung und Liturgie im Neokatechumenat; dieses sei „vorbildlich“.
   „Einige wollen ja eine Hinführung zur Taufe ausschließlich auf Basis der Katechese, also etwas, das vom Men- schen gemacht wird und sich auf rein intellektueller Ebene abspielt. Aber die christliche Initiation ist immer ein Han- deln der Mutter Kirche, in der wiederum Gott handelt. Gott ist die Priorität: Gott handelt, der Mensch antwortet. Der Mensch vollzieht einen Weg, der vom Wort Gottes erleuchtet sein muss und gleichzeitig als Handeln Gottes erlebt und angenommen werden muss. Das ist im Neokatechumenalen Weg sehr klar.“
Hintergrund
   Der Neokatechumenale Weg ist eine der neuen geistlichen Gemeinschaften der Kirche. Sein Ziel ist es, getaufte Christen langfristig auf ihrem Glaubensweg zu begleiten. Das geschieht durch geistliche Übungen und durch die Bildung fester Gruppen, die über einen Zeitraum von mindestens fünfzehn Jahren bestehen. Die Angehörigen der Bewegung feiern ihre Gottesdienste oft im geschlossenen Kreis, ihre Eucharistiefeier unterscheidet sich in einigen Punkten von der römischen Messe. RVgs120123sk

Papst empfängt Kiko Arguello    ale-Kiko-3-Zz

   Papst Franziskus hat am Freitag in einer Privataudienz den Gründer des Neokatechumenalen Wegs empfangen. Dabei habe der Papst eine Einladung Kiko Arguellos zu einem Treffen mit Familien, Priestern und Gemeinschaften der Bewegung angenommen, meldet die Agentur apic unter Berufung auf eine Aussendung des Neokatechumenalen Weges. Franziskus habe dem Gründer für die Arbeit der Bewegung gedankt, die sich der Hinführung zum Christentum verschrieben hat. Die neue geistliche Bewegung praktiziert eine mittlerweile bewährte Form der Evangelisierung: die Neokatechumenalen entsenden die oft sehr großen Familien, die ihr angehören, in Stadtgebiete, in denen das Christentum kaum noch präsent ist. Bei der Außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode zu Ehe und Familie waren neokatechumenale Familien zur Überraschung einiger Beobachter nicht vertreten. Rv141206apic 

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„Uns ist das Bild Gottes eingeprägt, wir gehören ihm“ Foto rechts: Erzbischof Rino Fisichella.
Predigt Papst Benedikt XVI. bei der Messfeier zum Ende des Treffens zur Neuevangelisierung

   Als eine Art „Seismograph“ für die Moderne hat der Papst den Päpstlichen Rat für Neuevangelisierung be- schrieben. Benedikt XVI. äußerte sich vor Teilnehmern der internationalen Konferenz über Neuevangelisierung in den Ländern des Westens. Das Treffen fand als eines der ersten seiner Art im Vatikan statt, eingeladen dazu hatte der Rat für Neuevangelisierung. Ranghohe Vertreter von 33 nationalen Bischofskonferenzen, aus dem Va- tikan und von 115 geistlichen Gemeinschaften und Orden hörten dem Papst in der vatikanischen Audienzhalle zu, als er ihnen Gedanken zum Auftrag und Wesen der neuen Kurienbehörde zur Neuevangelisierung mit auf dem Weg gab. Benedikt XVI. hatte diese im September 2010 selbst neu eingerichtet.
   „Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung ist ein kostbares Instrument, um die großen Fragen zu identifizieren, die verschiedene Bereiche der Gesellschaft und der modernen Kultur umtreiben. Der Rat soll der Kirche bei ihrer Mission vor allem in Ländern antiker christlicher Tradition helfen, die gegenüber dem Wort Gottes gleichgültig oder gar feindlich eingestellt geworden sind.“
   Der moderne Mensch sei „häufig verwirrt“ und nicht dazu in der Lage, Antworten auf viele Fragen zu finden, die sich ihm zum Sinn seines Daseins stellten, so der Papst. Auch das „flüchtige Glück“ könne dieses tiefe Bedürfnis nach Sinn nicht stillen. Um so dringender brauche es heute Vermittler, die sich für die Verkündigung des Glaubens einsetzten, unterstrich Benedikt XVI. an seine geistlichen Zuhörer gerichtet:
   „Wenn ich euch und euren großen Einsatz sehe, mit dem jeder von euch seine Mission erfüllt, bin ich überzeugt davon, dass es immer mehr Evangelisatoren geben wird, die eine echte Veränderung einleiten werden, die die Welt heute braucht. Nur durch Männer und Frauen, die von Gottes Präsenz erfüllt sind, wird Gottes Wort weiter in der Welt Früchte tragen. Evangelisatoren zu sein ist kein Privileg, sondern ein Einsatz, der vom Glauben her kommt.“
   Auch wenn Neuevangelisierung keine leichte Aufgabe sei - die christliche Botschaft habe das Potential, auch in der heutigen Gesellschaft die gleiche Faszination entfalten wie zu Zeiten der Apostel, zeigte sich der Papst über- zeugt. Die Überzeugungskraft des Evangeliums hänge letztlich nicht vom menschlichen Handeln ab, sondern verdanke sich dem Wirken Gottes, sagte Benedikt XVI..
   Vor der Ansprache des Papstes fand in der Synodenhalle ein Konzert mit dem italienischen Tenor Andrea Bocelli statt. Nach der Begegnung mit dem Papst hatte die Diözese Rom die Teilnehmer des Kongresses zum gemein-- samen Gebet in mehrere Kirchen der historischen Innenstadt eingeladen. Rv111016pr

Benedikt XVI.: Rat für Neuevangelisierung „kostbares Instrument“
Neuevangelisierer stecken die Köpfe zusammen - Neuevangelisierung – wie macht man das?

   Darüber haben sich etwa 8.000 Experten und Praktiker aus vielen westlichen Ländern im Vatikan beraten. Ein- geladen hat sie der neue Päpstliche Rat für die Neuevangelisierung unter Erzbischof Rino Fisichella. Am Abend war auch Papst Benedikt dazugekommen. Zuvor haben Menschen, die auf ihre Weise schon längst mit diesem Projekt begonnen haben, aus ihren Erfahrungen berichtet. Johannes Seidel ist einer von ihnen: Der Mannheimer koordi- niert so genannte Alphakurse in katholischen Pfarreien in Deutschland und Österreich. Eine von vielen Ideen, um die es in Rom geht.
   „Der Alphakurs ist ein Kurs von zehn Einheiten; in der Regel wird er wöchentlich gehalten, und jeder Abend beginnt mit einem Abendessen. Es ist deshalb auch nicht so sehr ein Kurs, es ist vielmehr eine Einladung. Ein zweiter Teil ist ein Impulsvortrag über eines der grundlegenden christlichen Themen: Wer ist Jesus? Wozu starb Jesus? Wie kann ich beten? Was bedeutet die Bibel? Wie führt mich Gott? Und der dritte Teil – das ist eigentlich der wichtigste Teil – ist ein Gespräch in Kleingruppen, in denen sich die Leute frei über das austauschen, was sie gehört haben, was sie empfunden haben, wo sie Schwierigkeiten haben.“
   Alphakurse sind eigentlich eine anglikanische Idee: Eine Londoner Pfarrei erfand sie vor etwa zwanzig Jahren. Aber jede gute Idee ist willkommen, wenn sie den Christen im Westen neuen Schwung zu geben vermag, findet Seidel.
   „Das Anliegen des Alphakurses ist, die Begegnung mit dem Herrn auch anderen zugänglich zu machen. Durch die Gemeinschaft beim Essen, durch Lehre und Zeugnisse, aber auch dadurch, dass man Menschen kennen lernt, die Christen sind. Viele Menschen heute in unserer Zeit, in unseren säkularisierten Ländern kennen überhaupt nie- manden, der sich zu Christus bekennt und das pflegt. Das ist sozusagen die Grundlage: Christus bekannt zu machen. Für viele ist der Alphakurs so etwas wie die offene Tür zur Gemeinde. Wenn man in einen Gottesdienst geht, erschließt sich unser Glaube nicht von allein durch die Heilige Messe. Manche haben gesagt, der Alphakurs sei wie der erste Teil eines Films, von dem wir immer nur den zweiten Teil sehen. In meinem eigenen Dorf in unserem ersten Alphakurs hat jemand geschrieben: Wenn ich jetzt in den Gottesdienst gehe, ist mir nicht mehr so langweilig, weil mich jetzt jemand anspricht.“
   Langweilig wurde es auch den Kongressteilnehmern im Vatikan nicht: Dafür sorgte u.a. der bekannte italienische Tenor Andrea Bocelli. Einige Gruppen wollten nach dem Treffen im Vatikan auch mal rausgehen nach Rom und dort auf den Straßen evangelisieren.
   Am Sonntag feierte Papst Benedikt mit den Kongressteilnehmern die Messe im Petersdom. Dabei war auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Er erklärte dem Kölner Domradio, worum es dem Papst bei der Neuevangelisierung geht.
   „Er sieht ganz klar, dass unsere Geschichte vom Evangelium geprägt ist, dass wir eine gute christliche Basis besitzen - der Glaube an Jesus Christus aber an Glanz verloren hat. Wir müssen eine neue Sprache für den Glauben finden. Eine Sprache, die die Menschen verstehen, in Bildern, die die Menschen verstehen. Darum müssen wir ringen!“
   Unter den Gästen der Konferenz im Vatikan waren Vertreter von mehr als 30 nationalen Bischofskonferenzen sowie knapp 120 geistlichen Gemeinschaften, Orden und Gruppen. Aus dem Vatikan waren rund zwei Dutzend Kurienbischöfe sowie ein halbes Dutzend Kardinäle anwesend. Vortragende bei der Konferenz hinter verschlos- senen Türen waren Erzbischof Rino Fisichella, der kolumbianische Militärbischof Fabio Suescun Mutis und der itali- enische Publizist Vittorio Messori. Ferner hielt Verónica Berzosa ein Referat, die Gründerin der im vergangenen Dezember vom Vatikan anerkannten spanischen Gemeinschaft „Iesu Communio“, die sich der Mission unter Jugendlichen widmet. Über das Gespräch zwischen Wissenschaft und Glauben hielt der italienische Astrophysiker Marco Bersanelli von der Universität Mailand einen Vortrag. RVdr111015sk

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Europäische Bischöfe beraten über Neuevangelisierung
Foto links: St.Paulus-Kathedrale Tirana Foto rechts: Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Budapest

   Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen tagte in der albanischen Hauptstadt Tirana. Die Gespräche dreh- ten sich vor allem um die Neuevangelisierung, auch im Hinblick auf die Synode im Oktober 2012, die Papst Benedikt XVI. zu diesem Thema einberufen hat. Der Erzbischof von Budapest und Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, Kardinal Peter Erdö, hat mit Radio Vatikan über das Thema „Neu-Eevangelisierung“ gesprochen:
   „Hier in Albanien können wir natürlich nicht über dieses Thema reden, ohne über das Schicksal der Märtyrer zu- tiefst gerührt zu sein. Dieses traurige Experiment aus der Zeit der Kommunisten, die den Atheismus zur Staats- religion machten und damit die Freiheit jeder religiösen Konfession beschnitten. Wir erinnern an die Märtyrer die- ses Landes,  die durch ihr Schicksal eine Quelle der Kraft für das heutige Europa geschaffen haben. Für uns alle, die wir in den jeweiligen Ländern arbeiten.“
   Neuevangelisierung, so der Kardinal, bedeute die Verbreitung und Neuentdeckung des Evangeliums in jenen Ländern, deren kulturelle Wurzeln zwar im Christentum lägen, sich aber in großem Maße vom christlichen Glauben entfernt hätten.
   „Es gibt also wahre Menschenmassen in Europa, die mit dem christlichen Glauben noch nie in direkten Kontakt getreten sind. Darum ist die Neuevangelisierung auf der einen Seite wichtig, aber auch die Erneuerung der christ- lichen Identität und vor allem die Suche nach einer geeigneten Sprache, um die frohe Botschaft, die uns anvertraut worden ist, besser verbreiten zu können.“
   Die Menschen in Europa hätten sich verändert, so der Kardinal. Sie kommunizierten mehr über die Bildsprache, legten Wert auf audiovisuelle Effekte, interessierten sich eher für Eindrücke und Sensationen des Augenblicks. Dagegen verlöre die Schrift an Bedeutung, so der Budapester Erzbischof:
   „Das geschriebene Wort, die logische Argumentation, schafft manchmal Schwierigkeiten für viele unserer Zeit- genossen.  Wenn wir also auf der einen Seite all diese neuen Sprachen der Kommunikation lernen müssen, dann müssen wir auf der anderen Seite auch jene Sprachen bewahren, die vielleicht weniger in Mode sind. Wir dürfen weder die Bibel, die schriftliche Ausarbeitung unseres Glaubens, noch die logische Argumentation ablehnen.“
RV110930ak

be-187-133 Kardinäle treffen Papst hinter verschlossenen Türen

  Über das Thema Neuevangelisierung reden 133 Kardinäle vor dem Konsistorium 1912 hinter verschlossenen Türen mit dem Papst. Einen Tag vor seiner Ernennung von neuen Kardinälen hatte Benedikt XVI. seinen „Senat“ zu einem Tag des Nachdenkens und Betens zusammengerufen. Die Beratungen starteten mit Reden von Kardina- ldekan Angelo Sodano sowie den Erzbischöfen Timothy Dolan aus New York und Rino Fisichella von der Kurie. Danach folgten sieben frei gehaltene Ansprachen. Insgesamt gehören 213 Personen zum Kardinalskollegium, wenn man die 22 „Neuen“ mit einrechnet.
   Fisichella, der den Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung leitet, stellte den Kardinälen und dem Papst unter anderem den voraussichtlichen Kalender von Ereignissen für das „Jahr des Glaubens“ ab Oktober 2012 vor; der Kalender ist noch nicht öffentlich bekannt. Der neuernannte Kardinal Dolan unterstrich, „nicht nur Guinea“ müsse missioniert werden, sondern auch seine Bischofsstadt New York. Die Säkularisierung sei „keine Bedrohung für Gläubige, die von außen kommt, sondern entstellt den christlichen Glauben von innen“. Dolan fuhr fort, „als Gläu- bige müssen uns aber vor allem auch die am Herzen liegen, die sich als Agnostiker oder Atheisten bezeichnen“. Die Kirche solle „immer vertrauensvoll sein, aber nie triumphal“. Rv120217sk

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Katechese-Kongress: „Jungen Menschen helfen, sich selbst zu verstehen“ Foto:   Kardinal Vincent Nichols, London

   Wie junge Menschen in den Glauben einführen? Zu dieser Frage beraten in Rom Bischöfe aus mehr als 30 Ländern Europas. Schwerpunkt des Katechese-Kongresses, der vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) veranstaltet wird, sind die Vorbereitungen für die Erstkommunion und Firmung. Die Beratungen stehen im Kontext des von Papst Benedikt XVI. ausgerufenen „Jahr des Glaubens“ und der Bischofssynode zum Thema „Neuevangelisierung“ im kommenden Oktober. Vorbereitet wurde das Treffen vom Erzbischof von Westminster, Vincent Nichols:
   „Ich glaube, dass in verschiedenen Ländern die Situation auch verschieden ist. Eine der Stärken des Kongresses wird es sein, über Allgemeinplätze hinaus auf die einzelnen Stärken der Länder zu blicken, über die wir sprechen. In einigen ist das die Pfarrei, woanders die Schule oder die Unterstützung für Familien.“
   Eine Arbeitsgruppe hatte in den vergangenen Monaten einen Überblick über die Einführungen in den christlichen Glauben in Europa erstellt. Diese Daten wurden dem Kongress nun vorgelegt. In der Studie wurde dokumentiert, welchen Einfluss die Familie oder soziale und ökonomische Umstände auf die religiöse Entwicklung von Jugend- lichen haben. Die Ergebnisse wurden dann in Beziehung gesetzt zur jeweiligen Form der Katechese.
   Jugendliche und Heranwachsende haben bei der Befragung in ihren Antworten die Bedeutung persönlicher Ent- scheidungen betont. Diese Entscheidungen würden überwiegend zur Entfernung vom Glauben und von religiösen Vollzügen führen, steht in der Studie. Sie seien aber auch Zeichen der Suche, die junge Menschen ansprechbar mache für die „großen Fragen“, heißt es weiter. Dazu Erzbischof Nichols:
   „Die Herausforderung liegt darin, jungen Menschen zu helfen, sich selbst und ihre Erfahrungen und Wünsche zu interpretieren und das im Zusammenhang mit dem Evangelium zu sehen. Ich glaube nicht, dass das Evangelium irrelevant ist, sondern wir sind es, die wir die Verbindung mit dieser Relevanz verlieren.
  Es ist schwierig, weil sich die ganze Kultur Europas verändert hat. Was einmal ein christlicher Kontinent war, ist nun aus ganz verschiedenen Gründen der Ebbe und Flut ganz verschiedener Glaubensüberzeugungen und Über- zeugungen unterworfen. Was wir aber bei dem Kongress besprechen wollen, ist die darunter liegende Offenheit für das Transzendente – die können wir in jungen Menschen wahrnehmen.“ RV120508ord

Benedikt XVI.   B-BartholomaiosTUx   Bartholomaios I.

Papst an Orthodoxe: Neuevangelisierung ist gemeinsames Anliegen

   Die Wiederbelebung des christlichen Glaubens in säkularisierten Ländern muss nach Worten von Papst Benedikt XVI. ein gemeinsames Anliegen von katholischen und orthodoxen Christen sein. Die Überzeugungskraft der Botschaft Jesu hänge maßgeblich von der Einheit der Christen ab, heißt es in der traditionellen Botschaft des Papstes zum Andreasfest an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I.. In dem Schrei- ben, das der päpstliche Ökumene-Minister, Kurienkardinal Kurt Koch, dem Patriarchen in Istanbul überreichte, überbrachte der Papst dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christenheit Grüße und Glückwünsche zum Patro- natsfest.
Gleiche Herausforderungen
   Das gegenwärtige kulturelle, wirtschaftliche und politische Umfeld stelle Katholiken und Orthodoxe vor „exakt die gleiche Herausforderung“, hebt Benedikt XVI. hervor. In den „zahlreichen“ einst christlich geprägten und heute weitgehend säkularisierten Regionen der Welt sei eine Verkündigung der Botschaft Jesu auf neuen Wegen beson- ders dringend. Die Verdrängung der Religion habe den Menschen seiner „tiefsten Dimension“ beraubt. Zugleich würdigte Benedikt XVI. die gemeinsamen Bemühungen um den interreligiösen Dialog. Er verwies auf das Welt- friedenstreffen im italienischen Assisi Ende Oktober, an dem auch Bartholomaios I. teilgenommen hatte. Gemein- sam mit ihm habe er die „aufrichtige Freundschaft“ und die „wahrhafte Brüderlichkeit“ zwischen den Religionen stärken können, so der Papst. RV111130mg

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Wie kommt Gott ins Internet?

   Der Medienverantwortliche des Vatikan, Erzbishof Claudio Maria Celli, hat es beklagt: Die Kirche ist nicht präsent genug, wenn es um die digitalen Medien und die Verkündigung geht. Ein Projekt, das für sich damit wirbt, eine „Marke“ zu sein, die für eine neue Form der Verkündigung stehe, ist der YouCat. Zuerst ein Buch und ein Katechis- mus für Jugendliche, dann auch ein Gebetbuch, ist es bald auch ins Internet gegangen, hat einen Blog, ist bei Facebook präsent und auch sonst sehr netzaffin. Am 04. Mai 2012 hat Bischof Konrad Zdarsa in Augsburg das YouCat Zentrum eröffnet, ganz ‚real’ und nicht nur ‚virtuell’. Stephan Ahrens ist Mitarbeiter dort, mit ihm haben wir über die Wege ins Netz gesprochen, die der YouCat Gott und dem Glauben bereiten will.
YouCat-Institut in Augsburg: Wie kommt Gott ins Netz?
  Wie sag’ ich’s meinen Kindern? Für Christen, die den Glauben weitergeben wollen, stellt sich diese Frage bedrän- gender denn je, denn die Welten der Kommunikation driften immer mehr auseinander.
   Gerade erst wieder wird das durch eine Studie bestätigt, die vom Sinus-Institut herausgegeben wurde. So verschieden die Lebenswelten der nachwachsenden Generation sind, so identisch ist ihre Einstellung zu Glaube und Kirche: Sie begegnen ihnen einfach nicht, Glaube, Gott und Kirche kommen nicht vor. Jugendliche bewegen sich in der digitalen Welt, sie nutzen Foren und Facebook, leben im Augenblick des Internets und nutzen nicht mehr die Wege, die für andere Generationen noch selbstverständlich waren oder sind.
   Wenn im Vatikan im Oktober die Bischöfe der ganzen Welt über das Thema der Verkündigung in der modernen Welt, die Neuevangelisierung, sprechen, dann wird das ein sehr prominentes Thema sein müssen.
   Am vergangenen Wochenende machten sich Fachleute im Stift Heiligenkreuz Gedanken darüber, wie man sich der Verkündigung unter den digitalen Bedingungen zuwenden könne. Erst einmal müsse man die Realität ins Auge fassen, so Erzbischof Claudio Maria Celli, im Vatikan zuständig für die sozialen Kommunikationsmittel. Und diese Realität sei wenig tröstlich:
   „Wenn man sich die Diözesen in der Welt anschaut, stellt man fest, das nur etwa 50% eine eigene Webseite haben. Hier in Österreich hat jedes Bistum eine, das stimmt, aber ich darf doch sagen, dass das meistens alte Webseiten sind: Das ist das „Web 1“, in dem der Name des Bischofs, des Generalvikars und der Mitarbeiter ge- nannt werden. Wenn der Bischof aktiv ist, dann stellt er auch seine Predigten ins Netz. Aber wer liest schon die Predigt eines Bischofs?
 Und selbst das machen nur 50% der Bistümer. Die moderne Welt läuft schon mit „Web 2“, man spricht schon über das Web 3, und unsere aktiveren Menschen sind immer noch im Web 1.“
   Zu dieser inneren Kluft, dem technischen Hinterherlaufen, tritt noch eine zweite: Die Kluft zwischen den „digital natives", also jenen Internetnutzern, die ihr christliches Lebenszeugnis im Netz leben, und jenen, die „als sozial und ökonomisch Marginalisierte" keinen Zugang zum Netz haben, werde größer, so Celli. Aber selbst diejenigen, die Zugang hätten, würden das Internet vernachlässigen.
   „Gehen wir mal der Frage nach, wer Jesus ist. Einer nicht mehr ganz neuen Zählung nach gibt es im Netz dazu 281 Millionen Antworten. Heute wird es noch mehr geben, sicherlich mehr als 300 Millionen Antworten auf die Internetsuche „Wer ist Jesus?“ Wenn ich im Netz etwas suche, bleibe ich normalerweise bei den ersten fünf Ergebnissen, maximal bei den ersten zehn. Wir brauchen mehr katholische Seiten in den Top 10!
   Es gibt darunter eine islamische Antwort auf die Frage, wer Jesus ist. Sie lachen, aber ich lache da nicht mehr. Wir überlassen es islamischen Organisationen, eine Antwort auf die Frage, wer Jesus ist, zu geben. Und wir Katholiken sind nicht präsent.“
   Kein Platz also für katholische Selbstüberschätzung, ein ganzer Kommunikationsraum liegt brach. Ganz brach? Nein, immer wieder gibt es Initiativen, die sich den neuen Verkündigungswegen widmen. Ein Projekt, das für sich damit wirbt, eine „Marke“ zu sein, die für eine neue Form der Verkündigung stehe, ist der YouCat. Zuerst ein Buch und ein Katechismus für Jugendliche, dann auch ein Gebetbuch, ist es bald auch ins Internet gegangen, hat einen Blog, ist bei Facebook präsent und auch sonst sehr netzaffin. Bischof Konrad Zdarsa hat in Augsburg das YouCat Zentrum eröffnet, ganz ‚real’ und nicht nur ‚virtuell’. Stephan Ahrens ist Mitarbeiter dort und zuständig für die Vernetzung des Projektes mit dem Internet. Radio Vatikan hat ihn gefragt, was die Kirche in Sachen Verkündigung im Internet von Projekten wie dem seinen lernen kann.
   „Was man zuerst vielleicht lernen kann ist, dass man mit relativ wenigen Mitteln ins Internet gehen kann und auch mit wenigen Mitteln Menschen erreichen kann. Im August 2011 sind wir mit dem YouCat online gegangen, wir haben die internationale Hompage youcat.org ins Leben gerufen, die mittlerweile in acht Sprachen online ist. Außerdem sind wir auf Facebook altiv und haben eine eigene YouCat Gruppe, in der etwa 27.000 User Mitglied sind. Angegliedert an diese Hauptgruppe auf Facebook sind so genannte „Study Groups“, d.h. es gibt Gruppen, in denen sich Jugendliche in Gruppen treffen, un in denen Sie über den Glauben sprechen.
   Wir haben seit August letzten Jahres über 170 Study Groups bei Facebook freigeschaltet – das waren immer Jugendliche, die sich bei uns gemeldet haben, um eine solche Gruppe zu gründen.
   Da wird sehr lebendig über den Glauben gesprochen und auch mal kontrovers diskutiert. Wir haben mit sehr wenigen Mitteln sehr viele Leute erreichen können, die sich über den Glauben austauschen möchten.
   Im Vorwort zum YouCat hat Papst Benedikt geschrieben, dass es sein Herzenswunsch sei, dass Jugendliche den Katechismus studieren, Lerngruppen bilden und sich im Internet austauschen. Hier haben wir den Heiligen Vater beim Wort genommen.“
   Die YouCat Initiative beschreibt sich selbst als Marke, wobei Marken ja normalerweise sich selbst vermarkten. Was will diese neue Marke darüber hinaus bei jungen Menschen erreichen?
   „Wir haben festgestellt, dass es wirklich einen großen Durst gibt – gerade unter jungen Menschen – nach Glauben und einen großen Durst nach Wissen über den Glauben. YouCat selber ist nicht nur der Katechismus, sondern unter dieser „Marke“ YouCat entstehen gegenwärtig viele Buchprojekte. Im Herbst ist ein YouCat Gebetbuch veröffentlicht worden, im kommenden Herbst kommt ein YouCat Firmbuch heraus, und im nächsten Jahr kommt der „DoCat“ heraus, von to do, etwas tun. Damit soll die Soziallehre der Kirche verständlich gemacht werden. Sozialethiker schreiben Artikel zur Soziallehre und Jugendliche entwerfen To-Do-Listen, wie das im Alltag gelebt werden kann. Das Internet ist der zweite Pfeiler, und der dritte Eckpfeiler ist das YouCat-Zentrum, das jetzt eröffnet wurde. Da sollen sich Jugendliche auch wirklich treffen können und über den Glauben austauschen.“
   Mit der Eröffnung des Zentrums in Augsburg gehen sie noch mal einen Schritt zurück oder weiter, je nachdem, wie man das sieht: Vom Buch, also etwas Realem, erst in die Virtualität des Internets und nun wieder zurück oder weiter in die reale Welt. Was erhoffen Sie sich von diesem Schritt?
   „Wir wollen zu einer Art Vollständigkeit gelangen. Wir wollen nicht den Fehler begehen und sagen, dass Glaubensverkündigung nur noch im Internet stattfindet. Wir wollen uns dann auch in der realen Welt um uns über den Glauben von Angesicht zu Angesicht austauschen.“ RV120505ord

ale-Youcat-Kalender--

Ein kleiner Begleiter für die Hosentasche
   Der neue Youcat-jugendkalender für das Jahr 2013 bietet sich als Geschenk für jugendliche an. Der Youcat ist als Jugendkatechismus inzwischen allgemein bekannt. Der in zahlreichen Sprachen erschienene Weltbestseller hat es geschafft, die religiöse Sprachlosigkeit der Jugendlichen zu überwinden. Da der Religionsunterricht die Katechese (die Vermittlung der Glaubensinhalte) der Pfarrei überlässt, diese jedoch nur punktuell Katechesen anbietet (Erstbeichte, Erstkommunion und Firmung), blieb die religiöse Wissensvermittlung in den letzten Jahrzehnten auf der Strecke. Dieses inhaltliche Glaubensvakuum hat der Youcat gefüllt. Hier zeigt sich, wie aktuell das bereits von Martin Luther und Petrus Canisius verwendete Frage-Antwort-Schema des Katechismus ist. Der Erfolg des Youcat zeigt selbst, wie notwendig er ist. Man kann eben nicht richtig katholisch sein, wenn man wenig weiß über den Glauben, die Sakramente, die Moral und das Gebet - und all das nicht auch praktiziert.
   Nun bringt das Augsburger Youcat-Zentrum einen Jugendkalender auf den Markt. Auf diese Weise werden die Jugendlichen, die oft weder zuhause noch durch den Religionsunterricht religiös sozialisiert werden, Tag für Tag mit religiösen Themen konfrontiert. Welcher Jugendliche wüsste schon, wie das Kirchenjahr aufgebaut ist? Der Jugendkalender illustriert dies sehr anschaulich in einer Zeichnung. Oder lernt man im Religionsunterricht vielleicht, wie man den „Engel des Herrn" betet? Im Jugendkalender findet man solche Gebetstexte. Was den Taschen- kalender auszeichnet, sind die zahlreichen liturgischen und religiösen Informationen im Laufe des Kalenderjahres. Hier finden sich die Sonntagslesungen ebenso wie die Heiligenfeste des deutschen Regionalkalenders. Damit lädt der Jugendkalender ein, auch einmal die Bibel aufzuschlagen. Sehr ansprechend sind darüber hinaus auch die Aus- führungen zur Taufe, zur Fastenzeit, zum Valentinstag, zu Pfingsten, zur Beichte und so weiter. Einprägsam sind die Illustrationen, die die katechetischen Inhalte vermitteln.
  Kleinere Auszüge aus dem Youcat verweisen immer wieder auf das neue katechetische Standardwerk für die Ju- gend, sodass der Keilender Geschmack auf den Jugendkatechismus macht. Mit Angaben über Papst Beneclikt XVI., seinen seligen Vorgänger Johannes Paul II., den heiligen Augustinus, die heilige Theresa von Avila und andere wird auch noch ein „faithbook" aus dem kleinen Kalender. Selbstverständlich fehlen auch nicht die Grundgebete. Ganz jugendgemäß werden „Filme des Monats" empfohlen; Stundenpläne und Ferienkalender sind ebenfalls inklusive. Der günstige Preis empfiehlt den Kalender als Jahresgabe für die Ministranten und als Geschenk zu Erst- kommunion und Firmung. Ermutigend und aus dem Leben gegriffen ist, was der Jugendkalender den Jugendlichen im Juni sagt: „Noah hatte ein Alkoholproblem, Abraham war zu alt, Jakob war ein Betrüger, Lea war hässlich, Josef wurde verschleppt, Moses war ein Mörder, Gideon hatte Angst, Rahab war eine Prostituierte, Jeremia fand sich zu jung, David war ein Ehebrecher, Elija hatte Selbstmordgedanken, Jona floh vor Gott, Hiob hatte alles verloren, Johannes der Täufer aß Heuschrecken, die Apostel schliefen beim Gebet ein, Martha machte sich um alles Sorgen, Maria Magdalena war von Dämonen besessen, die samaritische Frau hatte zu viele Männer, Zachäus war zu klein, Petrus hat Jesus verleugnet, Paulus hat die Christen verfolgt, Timotheus hatte ein Magenproblem, und Lazarus war sogar tot! - Und du glaubst, Gott kann dich nicht gebrauchen?"
YOUCAT Taschenkalender 2013
Flex-Cover-Einband, 160 S., durchgehend farbig. ISBN 978-3-86744-206-0, EUR 6,-    DT120828PeterChristophDüren

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Die Party geht weiter.
Nach dem internationalen Erfolg des Youcat werden jetzt die kirchlichen Firmkurse aufgefrischt

Göttliche Power, aus der du schöpfen kannst. Jetzt ist es soweit: Der Youcat-Firmkurs erscheint als Buch!
  
Wobei es eigentlich sogar zwei Firmkursbücher sind. Der Youcat-Firmkurs für Jugendliche nähert sich in zwölf Schritten dem Glauben an. Das Youcat Firmkurs-Begleitbuch unterbreitet den Katechetinnen und Katecheten Vorschläge, wie sie am besten zu den einzelnen Themen Firmstunden gestalten können. Monika Metternich bringt in > www.neue-tagespost.de einen exklusiven Vorabdruck vom Youcat-Firmkurs, der jungen Menschen originell  den ganzen Glauben der Kirche vermittelt.
   Nahezu revolutionär wirkt das neue von Bernhard Meuser, Nils Baer und dem Youcat Team Augsburg heraus- gegebene Youcat-Firmbuch aus dem Sankt Ulrich Verlag. Hier geht es von Anfang an um etwas Großes und An- spruchsvolles. Gleich auf den ersten Seiten werden die Firmbewerber aufgefordert, sich vorzustellen, an einem Marathon teilzunehmen, in Berlin oder New York. Dass man dafür ausdauernd trainieren müsse, stehe wohl außer Frage. Ganz ähnlich sei es mit der Firmung: „Auch hier musst du mindestens ein halbes Jahr vorher anfangen, um richtig auf Touren zu kommen für eine ganz große Sache." Der Sportvergleich macht deutlich, worum es bei der Firmung geht: „Beim Marathon ist deine Körperkraft gefragt - bei der Firmung ist wichtig, dass deine Seele, dein ICH, bereit ist. Beim Marathon schöpfst du eigene Kraftreserven aus - bei der Firmung nimmst du göttliche Power in dich auf, aus der du künftig schöpfen kannst. Ein Marathon steigert dein menschliches Selbstbewusstsein - in der Firmung bekräftigt Gott selber deine Identität als sein geliebtes Kind und sein Mitarbeiter." Ganz klar wird gleich am Anfang, was das eindrucksvolle Ziel ist: „Gott will, dass wir kraftvolle, stolze, freie Menschen sind, niemand Untertan außer Gott allein, leuchtend von innen heraus, liebevoll, warmherzig, aufmerksam, kreative Kämpfer für das Gute und Widerstandskämpfer gegen die Einflüsterungen Satans, wache Hüter der bedrohten Schöpfung, verlässliche Freunde der Armen und Verfolgten. Dir stockt der Atem? Wenn du so ein starkes Leben willst, wenn du es für dich willst, wenn du es mit Gottes Hilfe willst, dann kann ich nur sagen:Was für ein Trainings- programm! Du bist reif für den Weg der Firmung. Aber du musst wissen: Marathon ist dagegen Kinderkäse."
   Das basismäßige „Trainingsprogramm" wird in vier Punkten formuliert. Erstens: Keine einzige Firmstunde ver- säumen. Zweitens: Jeden Sonntag die heilige Messe besuchen. Drittens: Ins Gespräch mit Gott kommen. Und viertens: Auf Gottes Botschaft hören. Die Wichtigkeit jeden einzeln Punktes für die „geistliche Fitness" wird mit locker-fröhlicher Sprache derart plausibel und mit guten Tipps flankiert dargelegt, dass auch Erwachsene durchaus Nutzen daraus ziehen könnten. Die „Bettkantenregel" beispielsweise - „morgens nicht über die Bettkante ohne Morgengebet, abends nicht über die Bettkante ohne Abendgebe ist einfach, merkbar und logisch: „Niemand kann eine Beziehung zu Gott aufbauen, wenn er nicht mit ihm spricht." Solche Töne hat man seit Jahrzehnten nicht mehr in einem Firmkurs vernommen. Und das ist erst der Einstieg…
   Acht bis zehn Jugendliche sollte eine Firmgruppe, die mit dem Youcat-Kurs arbeitet, idealerweise umfassen. Zusätzlich Arbeitsmaterialien sind die Bibel und der Youcat. Auf - auch kontroverse! - Debatten und eine gute Dis- kussionskultur wird großer Wert gelegt, hinzu kommt aber eine Weisung an die - überraschenderweise im für sie bereitgestellten Handbuch geduzten - Katecheten, die wiederum einen Unterschied zu allen Vorgängermappen macht: „Dann ist es allerdings wichtig, dass du deutlich klarmachst, welche Position das Christentum in dieser Frage vertritt, darmit nicht der Eindruck entsteht, im Grunde wüsste auch die Kirche nicht so recht, wie es eigent- lich ist, und alles sei im Grunde irgendwie richtig." Hier dürfte die größte Herausforderung an die Katecheten liegen aber sie werden an keinem Punkt alleingelassen: Eine gut verständliche und ansprechend formulierte „theolo- gische Basis“ geht jeder vorzubereitenden Stunde voran. Jeder Katechet weiß, was das Ziel einer jeden Stunde darstellt, wie er dorthin kommt und was er vorzubereiten hat. Auf jede mögliche Schwierigkeit bei der Vermittlung wird humorvoll und lebensnah hingewiesen sowie Lösungsmöglichkeiten für aufkommende Eventualitäten aufgezeigt. Ausgewählte Filme - zuweilen durchaus überraschende Sequenzen wie solche aus der Kultserie „Die Simpsons" - themenvertiefende Kartenspiele, Puzzles, anschauliche Bilder, die herrlichen Strichmännchen-Szenen von Alexander Lengerke und viele andere durchaus „coole" Unterrichtsmedien wecken die Hoffnung, dass die einzelne Themenfelder wirklich sinnvoll und einprägsam erarbeitet und vermittelt werde können, ohne dass verschulte „Frontalunterrichtsstimmung" aufzukommen droht.
   Die im Firmkurs behandelten Themen zeigen deutlich, dass hier Abschied genommen wird von dem Durchein- ander von glaubensfernen Aktivitäten und zuweilen verschleiernder Glaubensvermittlung anderer Firmmappen. Logisch aufgebaut führt der Youcat-Firmkurs in die Geheimnisse des Glaubens ein, und zwar auf eine Weise, die keinerlei Grundkenntnisse voraussetzt. „Was wir über Gott wissen können" konfrontiert die jungen Leute nicht nur mit vielen atheistischen Argumenten, denen sie in Internetforen und im richtigen Leben reichlich hilflos gegenüber- stehen, sondern informiert und stärkt sie mit derart durchdachten und schlagenden Argumenten für einen ver- nünftigen Glauben, dass man sich auch als Erwachsener zuweilen eine so unkomplizierte und effektive Apologetikstunde wünschen würde. Gleichzeitig wird in ansprechender und methodenreicher Weise erklärt, was „Offenbarung" bedeutet, wie sie geschieht und warum die Bibel „kein Buch wie jedes andere" ist. Im Kapitel „Warum die Welt einen Knacks hat" wird sodann das Problem der Erbsünde derart eingängig erklärt - bezeichnenderweise von einem Ingenieur - dass man sich als Erwachsener wiederum fast wünscht, man hätte dieses knifflige Thema auch einmal so verständlich dargebracht bekommen. Jesus - mehr als ein Mensch" nimmt die schwierige Stelle des Credo „wahrer Gott und wahrer Mensch" auf eine Weise in den Blick, dass man sich wirklich etwas darunter vorstellen kann, wer und wie Jesus war und ist - für uns. Das Kapitel „Warum musste Jesus sterben?" gehört zu den Höhepunkten des Youcat-Firmbuches. Allein die Eingangsfrage: „Woran litt Jesus?" und deren Beantwortung ist preisverdächtig, bis hin zum „Geheimnis der Stellvertretung", das mit plausiblen und gutgewählten Beispielen so untermauert wird, dass das Geheimnis des Kreuzes plastisch wird und tief berührt. „Das Comeback Jesu - oder die Geschichte von der Auferstehung" lässt keine einzige kritische Anfrage an das Wunder aller Wunder unerwähnt - und gibt großartige Antworten. Wer dieses Kapitel im Firmkurs durchgearbeitet hat, wird einen echten Zugang zum wichtigsten christlichen Glaubensgeheimnis finden - für sich selbst und zum Weitersagen an andere. Die „Forschungsreise zum Heiligen Geist" gehört zu den berührendsten und - was bei diesem Thema erstaunlich ist - anschaulichsten Firmstunden, das Kapitel „Beten - auf Tuchfühlung mit dem leben- digen Gott" schließt sich organisch daran an und führt stark und ohne jede Frömmelei in ein lebendiges Gebets- leben ein. Die Stunde „Die Kirche - Heimat für dich und mich" beginnt mit der erleichternden und überfälligen Fest- stellung, dass die Kirche kein „Club der Vollkommenen" ist. Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil betonten Bezeichnungen „Leib Christi" und „Volk Gottes" für die Kirche werden anschaulich aufgeschlossen und fruchtbar gemacht. „Eucharistie - von der Großzügigkeit Gottes" holt nach, was vom Kommunionunterricht vergessen oder dort nicht gelernt wurde, jedoch - was für den ganzen Firmkurs gesagt werden muss - in einer erwachsenen, die jungen Leute sehr ernstnehmenden und gleichzeitig verständlichen und persönlich nahekommenden Form. „Update! Beichten!" beschäftigt sich sodann mit dem zu Unrecht unbeliebtesten Sakrament, indem es als Aus- gangspunkt „Was dich kaputtmacht" setzt und dabei eine gute Kenntnis des Innenlebens junger Menschen zeigt. Der neue Anfang, den Gott in diesem Sakrament schenkt, erscheint auf diese Weise als erstrebenswert und hoffnungserweckend. Die letzte Stunde widmet sich dem Sakrament der Firmung, dem Ritus und dem Ablauf der Firmmesse.
   Fazit der Erstbeurteilung des Youcat-Firmbuches: Es erscheint tatsächlich möglich, in einer jugendgemäßen Sprache, mit ansprechenden Materialien und mittels moderner Didaktik nicht nur die Essentials des christlichen Glaubens zu vermitteln, sondern diesen auch nachhaltig in die Herzen der Firmlinge zu pflanzen.  Sehr deutlich wird, dass die Youcat-Macher junge Menschen gut kennen - oder selbst welche sind. Hier liegt neben der inhaltlichen Ausrichtung ein entscheidender Unterschied zu herkömmlichen Firmmappen. Vielleicht wird nun der eine oder andere einwenden, die in ein Activity-Wochenende gepackte Firmvorbereitung sei weniger aufwendig als mindestens 12 Firmstunden über ein halbes Jahr, die herkömmlichen Firmvorlagen seien weniger fordernd für die Katecheten in der Vorbereitung sowie stromsparender für das Kopiergerät im Pfarrbüro, und darüber hinaus sei die Anschaffung von wiederverwendbaren Bibeln und Youcats speziell für die Gemeindekatechese zu teuer. Seien wir ehrlich: All das sind keine Argumente, jungen Getauften den Glauben der Kirche nur verkürzt zu verkün- den oder gar vorzuenthalten, die oft weder daheim noch im Religionsunterricht auch nur ansatzweise davon erfahren dürfen. Die Gemeindekatechese wird nach wie vor gern besucht, oft vielleicht aus den falschen Gründen, aber damit verbunden mit einer großen Chance: der nächsten Generation das Ganze des christlichen Glaubens so zu verkünden, dass er jedem einzelnen dieser Jugendlichen zur tragenden Lebensgrundlage und zur Erfüllung werden kann. Der Youcat-Firmkurs kann diese große Aufgabe, leisten.
Die beiden Bücher des Youcat-Firmkurses sind: Firmkurs für Jugendliche, 56 S., EUR 8,95
sowie das Begleitbuch für Katecheten, 88 S., EUR 16,95

ale-JahrDesGlaubens-x                 Jahr des Glaubens nimmt Formen an

Pressekonferenz zum Jahr des Glaubens: Für Menschen, die Sehnsucht nach Gott haben
   Die Überwindung der geistlichen Armut in einer Welt, die nicht mehr imstande ist, die Gegenwart Gottes wahrzunehmen: dies ist das Ziel des »Jahres des Glaubens«, das sich an Menschen richtet, die Sehnsucht nach Gott haben. Die von Papst Benedikt XVI. ausdrücklich gewünschte Initiative wird vom 11. Oktober 2012 bis 24. November 2013 in der ganzen Weltkirche begangen. Eine Vorschau auf diese besondere Zeit der Gnade gab am 21. Juni 2012 der Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, im Presseamt des Heiligen Stuhls. Zunächst ging er dabei auf die Zielsetzungen ein: „Das Jahr des Glaubens“, so der Bischof, „soll die vielen Gläubigen im Glauben stärken, die in den Mühen des Alltags mit Mut und Überzeugung ihr Leben dem Herrn anvertrauen.“ Auch wenn das Glaubenszeugnis nicht für „Schlagzeilen“ sorgt, ist es doch in den Augen des Allerhöchsten sehr wertvoll, betonte Erzbischof Fisichella. Es gehe in der heutigen Zeit darum, den verlorengegangenen Sinn des Glaubens wiederzufinden, in einer Welt die von einer umfassenden Krise gezeichnet ist, die selbst vor dem Glauben nicht Halt gemacht hat.
   Jahrzehnte dessen, was Erzbischof Fisichella ohne zu zögern als „Spritztouren eines Säkularismus“ definierte, „der im Namen der individuellen Autonomie nach Unabhängigkeit von jeder Art von geoffenbarter Autorität schrie und das Motto ‘Leben, als ob es Gott nicht gäbe’ auf seine Fahnen geschrieben hatte“. Das hat zu einer anthropologischen Krise geführt, „die den Menschen sich selbst überlassen hat«, wobei sie ihn „verwirrt und allein zurückließ, ein Spielball von Kräften, von denen er nicht einmal das Gesicht kennt, und ohne ein Ziel, nach dem er sein Dasein ausrichten konnte“.
   Von daher kommt das Bedürfnis, darüber hinaus zu gehen. Durch einen Weg, der bedeutsamerweise durch das Logo repräsentiert wird, das eine jede der zahlreichen geplanten Veranstaltungen charakterisiert. Es ist das klassische Bild der Kirche, die als Schiff auf graphisch gerade nur angedeuteten Wogen dahinfährt. Der Hauptmast ist ein Kreuz, an dem Segel gesetzt sind, ein dynamisches Zeichen, auf dem das Christusmonogramm »IHS« angebracht ist. Auf dem Hintergrund der Segel umringt eine stilisierte Sonne das Monogramm und bietet uns dadurch das symbolische Bild der Eucharistie. Außer auf das Logo hat Erzbischof Fisichella auch auf die neueingerichtete Internetseite www.annusfidei.va hingewiesen. Diese Seite ist den verschiedenen Daten des Terminkalenders gewidmet und ist in verschiedenen Sprachen abrufbar. OR120629

Das Jahr des Glaubens bekommt Konturen:
 
   Am Vorabend von Pfingsten, am 18. Mai 2013, sind Angehörige geistlicher Bewegungen zum Petrusgrab gepil- gert und eine Messe mit dem Papst auf dem Petersplatz gefeiert. Zu Fronleichnam, am 2. Juni, leitete Benedikt eine feierliche Eucharistische Anbetung, die zeitgleich in allen Kathedralen der Weltkirche „und in allen Kirchen der Welt“, teilnahmen. Am 7. Juli fand auf dem Petersplatz eine große Wallfahrt von angehenden Priestern und Ordensleuten ihren feierlichen Abschluss. Zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro von 23. bis 28. Juli nahmen über drei Millionen junge Katholiken die Einladung des Papstes an.  Der 29. September war besonders den Katecheten gewidmet sein, um „die Bedeutung der Religionsunterweisung beim Wachsen des Glaubens“ zu unterstreichen. Bei diesem Anlass wurde auch an den Weltkatechismus erinnert, der vor 20 Jahren veröffentlicht wurde, sagte Fisichella. Das Jahr des Glaubens endet am 24. November 2013, dem letzten Tag des Kirchenjahres.
   Fisichella nannte an Terminen ausschließlich solche, bei denen die Anwesenheit des Papstes vorgesehen war. Er verwies auf zahlreiche Initiativen in allen Teilkirchen und stellte gleichzeitig die neue Webseite vor, die solche Initiativen sammelt. annusfidei.va  ist auf Italienisch, Deutsch  und Englisch freigeschaltet. Fisichella stellte auch das Logo und die Hymne des Jahres des Glaubens vor und gab bekannt, dass die vatikanische Gottesdienst- kongregation ein neues Messformular für die Neuevangelisierung approbiert habe. RV120621gs

Erzbischof Rino Fisichella:     ale-aepRinoFisichella-2xx     Die Größe des Glaubens

Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Neuevangelisierung
Foto: Erzbischof Fisichella bei der Vorstellung des Jahres des Glaubens im Vatikanischen Pressesaal

   Benedikt XVI. ist wiederholt auf das Thema des Glaubens zurückgekommen. In seiner Weihnachtsansprache vor der Römischen Kurie sagte er: »Der Kern der Krise der Kirche in Europa ist die Krise des Glaubens. Wenn wir auf sie keine Antwort finden, wenn Glaube nicht neu lebendig wird, tiefe Überzeugung und reale Kraft von der Begegnung mit Jesus Christus her, dann bleiben alle anderen Reformen wirkungslos« O.R. Nr. 1,6.1.2012.
   Auf die gleiche Art hatte er im Verlauf seiner Deutschlandreise angemerkt: »Muss man dem Säkularisierungs- druck nachgeben, modern werden durch Verdünnung des Glaubens? Natürlich muss der Glaube heute neu ge-- dacht und vor allem neu gelebt werden, damit er Gegenwart wird. Aber nicht Verdünnung des Glaubens hilft, sondern nur ihn ganz zu leben in unserem Heute. (...) Nicht Taktiken retten uns, retten das Christentum, sondern neu gedachter und neu gelebter Glaube« O.R. dt., Nr. 39,30.9.2011,S. 12.
   Wie zu sehen ist, kehren zwei Ideen regelmäßig wieder: der Glaube sollte neu durchdacht und neu gelebt wer- den. Das Jahr des Glaubens könnte diesbezüglich eine günstige Gelegenheit sein. Ein regelrechter Kairos [der günstigste Augenblick für eine Entscheidung], der genutzt werden sollte, um es der Gnade zu ermöglichen, unseren Verstand zu erleuchten, und dem Herzen die Chance zu geben, einen Raum freizumachen, innerhalb dessen die Größe des Glaubens gedeihen kann.
   Ein erleuchteter Geist sollte vor allem dazu in der Lage sein, die Gründe für den eigenen Glauben darzulegen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde dieses Thema weder in der Theologie noch - und das ist eine Konsequenz davon - in der Katechese thematisiert. Das ist schmerzlich. Ohne eine solide theologische Reflexion, die imstande ist, die Gründe dafür vorzubringen, weshalb man glaubt, kann die Entscheidung des Gläubigen eigentlich keine Entscheidung sein. Sie bleibt vielmehr bei einem müden Herunterleiern von Formeln oder Liturgien stehen, es fehlt ihr aber die Überzeugungskraft. Es ist nicht einfach eine Frage der Kenntnis der Inhalte, sondern eine Frage der Freiheit.
   Man kann über den Glauben so sprechen, als handle es sich um auswendig gelernte chemische Formeln. Aber wenn die Entscheidung dafür kraftlos ist und nicht auf dem Weg durch eine Auseinandersetzung mit den vielleicht unliebsamen Wahrheiten über unser eigenes Leben getroffen wird, dann bröckelt alles. Die Kraft des Glaubens kommt aus der Freude über die Begegnung mit dem lebendigen Jesus Christus, der unser Leben verändert und umformt. Wenn die Gläubigen sich das zu Herzen nehmen und befolgen, dann können sie auch unsere sich ständig wandelnde Welt neu evangelisieren.
   Der zweite Ausdruck, den Benedikt XVI. anspricht, ist der »gelebte Glaube«. Dieser ist um so notwendiger, je mehr man den Wert des Glaubenszeugnisses erkennt. Im übrigen bekräftigt Paul VI. gerade im Hinblick auf die Neuevangelisierung mit Nachdruck: »Der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind« Evangelii nuntiandi, 41. Seitdem sind Jahrzehnte verstrichen, aber diese Wahrheit bleibt unverändert aktuell. Die Welt von heute hungert nach Zeugen. Sie verspürt ein vitales Verlangen nach ihnen, weil sie nach Kohärenz und Loyalität sucht.
  
Wir haben es hier mit dem Thema cor ad cor loquitur [das Herz spricht zum Herzen] zu tun, dessen wahrer Meister Newman war. Ein Glaube, der die Gründe des Herzens mitbringt, kann besser überzeugen, weil er über die Kraft der Glaubwürdigkeit verfügt. Die Herausforderung besteht also darin, den gelebten Glauben mit der Intelli- genz des Glaubens in Einklang zu bringen und umgekehrt.

Schönborn: „Kein Naturgesetz, dass Christen weniger werden“  cdd-ChristrophSchönbornWien

 „Die missionarische Aktivität der Kirche weltweit ist viel größer, als wir gemeinhin annehmen.“ Diesen Eindruck hat der Wiener Kardinal Christoph Schönborn von der römischen Weltbischofssynode mitgenommen. Dass die Christen in Europa immer weniger würden, sei vor allem ein demografisches Problem und hänge mit dem Geburten- rückgang zusammen, so Schönborn im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „Kathpress“. Es gebe jedenfalls „kein Naturgesetz, dass die Christen immer weniger werden“. Die Kirche sei grundsätzlich auf Wachstum ausgelegt, und es gebe keinen Grund zur Resignation. Schönborn wörtlich: „Die Herausforderung besteht darin, ob unser Glaube stark genug ist, dass Gott uns Wachstum schenkt; wenn auch vielleicht nicht innerhalb der gewohnten kirchlichen Strukturen.“
   Das Bischofstreffen zum Thema Neuevangelisierung ist in Rom zu Ende gegangen. Mit 262 Bischöfen und weite- ren 140 Gastexperten war es die bislang größte Synode gewesen. Er habe von der dreiwöchigen Versammlung einen „Sack voll guter Ideen“ für künftige Initiativen in der Kirche in Österreich mitgenommen, so Schönborn. Konkret nennen wollte der Wiener Erzbischof freilich noch keine.
   Sei beim Zweiten Vatikanischen Konzil noch die Inkulturation das große Thema gewesen, bemerke man in- zwischen einen eher gegenläufiger Trend, sagte Schönborn: In der globalisierten Welt seien die Herausfor- derungen für die Kirche im wesentlichen überall gleich. Schönborn nannte u.a. die Phänomene der Säku- larisierung, der religiösen Konkurrenz durch andere Religionen, Migration, Radikalisierungstendenzen, Fanatismus und Terror, vor allem auch gegen Christen. Als Grundüberzeugung durch die Beiträge der einzelnen Synoden- teilnehmer wie auch in den Diskussionen sei die Bedeutung von kleinen christlichen Gemeinschaften spürbar gewesen, so der Kardinal weiter. Evangelisierung könne nur gelingen „mit einem Angebot an Beheimatung in einer überschaubaren Gemeinschaft, wo gemeinsames christliches Leben möglich ist“. Insofern liege man auch mit der Strukturreform in der Erzdiözese Wien im weltweiten Trend.
   Evangelisierung könne auch nur erfolgreich sein, wenn man immer die konkrete Not der Menschen im Auge behält und hilft, sagte Schönborn. Ebenso klar hätten viele Bischöfe formuliert, „dass die Evangelisierung bei uns selbst beginnen muss“. Schönborn: „Man kann nicht evangelisieren, wenn man sich nicht immer wieder neu dem Anruf Jesu Christi stellt. Auch wenn man schon viele Jahre Bischof ist.“ Positiv hob der Kardinal hervor, dass viele Vertreter aus anderen christlichen Kirchen als Gäste an der Bischofsversammlung teilgenommen hatten. Die Palette reichte vom Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomaios I., und dem anglikanischen Primas Rowan Williams über Vertreter des Lutherischen Weltbundes bis zu einer methodistischen Bischöfin.
   Gewünscht hätte er sich mehr persönliche Evangelisierungserfahrungen für die Bischöfe vor Ort in Rom. Er selbst habe wenigsten einmal abends eine römische Jugendgruppe begleitet, die auf öffentlichen Plätzen den Rosen- kranz betet und danach das Gespräch mit Passanten sucht.
   Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte der Kardinal, dass die Laien die zentrale Rolle in der Neuevangelisierung spielen würden. Deshalb müssten auch alle getauften und gefirmten Gläubigen ermutigt und erinnert werden, dass sie dazu ermächtigt sind. Zugleich warnte Schönborn einmal mehr vor einem eingeengten Verständnis, dass nur der ein engagierter Laie sei, der in der Kirche eine Funktion ausübe. Es gehe vielmehr um die Sendung der Kirche in der Welt. Dass Laien auch innerkirchlich eine unerlässliche Rolle und Mitverantwortung haben, sei völlig klar, „aber wir sollten keine Klerikalisierung der Laien bei uns vorantreiben“, so Schönborn wörtlich. RVsk121030kap

Neuevangelisierung setzt Gespräch mit Israel voraus“

   Im Oktober 2012 hat der Papst mit einer Bischofssynode in Rom die „Neuevangelisierung“ angeschoben. Doch dieses Projekt ist keineswegs ein rein christliches – vielmehr kommt dabei auch das Judentum mit ins Spiel. Darauf macht Achim Buckenmaier aufmerksam, der Direktor des Lehrstuhls für die „Theologie des Volkes Gottes“ an der Päpstlichen Lateran-Universität in Rom. Im Gespräch mit Radio Vatikan wies Buckenmaier darauf hin, dass das Wort „evangelisieren“ – griechisch für „eine frohe Nachricht verkünden“ – nicht nur im Neuen Testament zu finden ist.
   „Tatsächlich kommt dieses Wort in dieser Bedeutung auch im Alten Testament vor, und zwar an heraus- gehobener Stelle, im 61. Kapitel des Buches Jesaja, wo das bekannte Jesajawort steht: Der Geist Gottes ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, dass ich den Armen eine frohe Botschaft bringe. – Insofern haben wir dieses Wort eben schon in der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes, und die Frische, die dieses Wort hat, kommt eben auch von dieser Stelle her, die eigentlich erklärt, was es bedeutet, frohe Botschaft zu bringen.“
   Jesus, der sich bei einem Synagogengottesdienst in Nazaret auf diesen Jesaja-Text bezogen hat, hat das weite Bedeutungsspektrum des Wortes – hebräisch „basar“ – vermutlich gekannt. Evangelisieren ist also sehr viel mehr, als von Jesus Christus zu erzählen. Es bedeutet, zerbrochene Herzen zu heilen, Gefangene zu befreien, das trauernde Zion zu trösten usw. Im Blickpunkt steht „die Wiederaufrichtung Israels“.
   „Und damit füllt sich natürlich das Wort Frohe Botschaft: Eine gute Nachricht ist für Israel, dass Gott es wieder sammelt und seine Wunden heilt, die die Geschichte und der Unglaube des Volkes geschlagen haben. Das steht sozusagen als eine ganze Palette von Inhalten hinter diesem Wort evangelisieren und ist natürlich dann viel mehr, als nur diese vier Gattungen der Evangelien weiterzugeben.“
   Evangelisierung ist nicht nur deutlich auf Israel bezogen, sondern hat im Licht des Jesaja-Textes auch konkrete Wirkung: „Es geht nicht um theoretische Einsichten in ein Gottesbild, sondern um die Wiederherstellung der zer- störten Gesellschaftsordnung des Gottesvolkes.“ Für Buckenmaier hat die Neuevangelisierung wichtige Implika- tionen für das Verhältnis von Christen und Juden.
   „Wir müssen im Gespräch mit Israel unsere eigene Geschichte wiederfinden. Der Dialog mit dem Judentum und mit Israel ist für die Christen viel mehr als ein Religionsdialog: Er ist die Begegnung mit unserer Geschichte, einer Geschichte, die ja im Judentum auf einer eigenen Linie bis in unsere Zeit fortdauert. Das Projekt der Neuevangeli- sierung setzt voraus, dass wir uns in dieses Gespräch mit Israel begeben, um den ganzen Reichtum und die Fülle dieses Wortes auch zu verstehen.“
   Die griechische Übertragung des hebräischen Alten Testaments, genannt Septuaginta, sei übrigens mehr als eine einfache Übersetzung gewesen. Eine reiche Welt des Diaspora-Judentums vor allem in Nordafrika und Meso- potamien habe mit diesem Werk das Gespräch mit der Kultur ihrer Zeit gesucht – ein Vorhaben, das in Buckenmaiers Augen durchaus Parallelen zur Neuevangelisierung hat.
   Und noch etwas ist dem Professor sehr wichtig: Die Schoa, also der Mord am europäischen Judentum im 20. Jahrhundert, habe die Kirche vieles gelehrt, darunter die Einheit von Altem und Neuem Testament.
   „Deswegen wird zur Neuevangelisierung heute unbedingt dazugehören müssen, dass in allen Aktivitäten, in allen Initiativen, die unternommen oder angedacht werden, geprüft wird, ob diese Einheit der Geschichte Gottes mit seinem Volk, die Einheit der Heilsgeschichte von Altem und Neuem Testament, sichtbar wird.“
   Neu ist die Neuevangelisierung nach Ansicht von Achim Buckenmaier zum einen „deswegen, weil der Prozess der Missionierung in Europa und anderen Teilen der Welt erneut angegangen werden muss“, zum anderen aber auch deswegen, „weil seit 1.700 Jahren auch das neutestamentliche Modell Gemeinde nur noch fragmentarisch in der Kirche sichtbar ist“. Für ein „kirchenloses Leben“ habe der Europäer von heute schon ein „anschaubares Modell in der modernen Gesellschaft“. Die Frage sei, ob er „auch eine anschaubare soziale Gestalt des Christlichen“ vor Augen habe.
   Unsere „Radio-Akademie“ zur Theologie der Neuevangelisierung (mit Prof. Buckenmaier, Autor Stefan v. Kempis) können Sie bei uns bestellen: cd@radiovatikan.de. Rv120928sk

ale-B-JdGl-xx      Papstpredigt zum Glaubensjahr 

Verehrte Mitbrüder, liebe Brüder und Schwestern!
   Mit großer Freude beginnen wir heute, fünfzig Jahre nach der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das Jahr des Glaubens. Gerne richte ich meinen Gruß an Sie alle, speziell an den Patriarchen von Konstantinopel, Seine Heiligkeit Bartholomäus I., und an den Erzbischof von Canterbury, Seine Gnaden Rowan Williams. In besonderer Weise verbinde ich mich auch mit den Patriarchen und den Großerzbischöfen der katholischen Ostkirchen sowie mit den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen. Um des Konzils zu gedenken, das einige der unter uns Anwesenden persönlich erleben durften – sie begrüße ich besonders herzlich –, ist diese Feier durch einige spezielle Zeichen bereichert worden: die Eingangsprozession, die an die denkwürdige Prozession der Konzilsväter erinnern wollte, als sie feierlich in diese Basilika einzogen; die Inthronisation des Evangeliars – einer Kopie dessen, das während des Konzils benutzt wurde; die Übergabe der sieben Schlussbotschaften des Konzils sowie des Katechismus der Katholischen Kirche, die ich am Ende, vor dem Segen, vornehmen werde. Diese Zeichen rufen nicht nur unsere Erinnerung wach, sondern sie bieten uns auch die Perspektive, um über das Gedenken hinauszugehen. Sie laden uns ein, tiefer in die geistige Bewegung einzudringen, die das Zweite Vatikanum geprägt hat, um sie uns zu eigen zu machen und sie in ihrem wahren Sinn weiterzuführen. Und dieser Sinn war und ist der Glaube an Christus, der apostolische Glaube, beseelt von dem inneren Impuls, Christus jedem und allen Menschen mitzuteilen, im Wan- dern der Kirche auf den Wegen der Geschichte.
   Das Jahr des Glaubens, das wir heute eröffnen, ist konsequent mit dem ganzen Weg der Kirche in den letzten fünfzig Jahren verbunden: vom Konzil, über die Lehre des Dieners Gottes Pauls VI., der 1967 ein „Jahr des Glau- bens“ ausrief, bis zu dem Großen Jubiläum des Jahres 2000, mit dem der selige Johannes Paul II. der gesamten Menschheit erneut Jesus Christus als den einzigen Retter – gestern, heute und allezeit – vor Augen gestellt hat. Zwischen diesen beiden Päpsten, Paul VI. und Johannes Paul II., bestand ein tiefe und volle Übereinstimmung gerade in Bezug auf Christus als Mittelpunkt des Kosmos und der Geschichte und auf die apostolische Sorge, ihn der Welt zu verkündigen. Jesus ist das Zentrum des christlichen Glaubens. Der Christ glaubt an Gott durch Jesus Christus, der Gottes Angesicht offenbart hat. Jesus Christus ist die Erfüllung der Schrift und ihr endgültiger Inter- pret. Er ist nicht nur Objekt des Glaubens, sondern – wie der Hebräerbrief sagt – „Urheber und Vollender des Glaubens“ 12,2.
       Das Evangelium von heute sagt uns, dass Jesus Christus, der vom Vater im Heiligen Geist „gesalbt“ wurde, der wahre und ewige Träger der Evangelisierung ist. „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe“ Lk 4,18. Diese Sendung Christi, diese seine Bewegung setzt sich in Raum und Zeit über die Jahrhunderte und die Kontinente hin fort. Es ist eine Bewegung, die vom Vater ausgeht und mit der Kraft des Geistes den Armen die gute Nachricht bringt, in materiellem wie in spirituellem Sinn. Die Kirche ist das erste und notwendige Mittel dieses Werkes Christi, denn sie ist mit ihm vereint wie der Leib mit dem Haupt. „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ Joh 20,21. Das sagte der Auferstandene zu seinen Jüngern, und indem er sie anhauchte, fügte er hinzu: „Empfangt den Heiligen Geist!“ v. 22. Gott ist der Hauptträger der Evangelisierung der Welt, und zwar durch Jesus Christus. Christus selbst aber wollte seine Sendung der Kirche übertragen, und er tat dies und tut es weiterhin bis zum Ende der Zeiten, indem er seinen Jüngern den Heiligen Geist einflößt – denselben Geist, der auf ihn herabkam und sein ganzes Erdenleben hindurch in ihm blieb und ihm Kraft gab, damit er „den Gefangenen die Entlassung ver- künde und den Blinden das Augenlicht“; damit er „die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe“ Lk 4,18-19.
   Das Zweite Vatikanische Konzil hat den Glauben nicht zum Thema eines spezifischen Dokuments machen wollen. Und doch war es ganz und gar durchdrungen von dem Bewusstsein und dem Wunsch, sich sozusagen neu in das christliche Mysterium zu vertiefen, um es dem Menschen von heute wieder wirksam vortragen zu können. Dies- bezüglich sagte der Diener Gottes Paul VI. zwei Jahre nach dem Ende der Konzilsversammlung: „Wenn das Konzil den Glauben nicht ausdrücklich behandelt, so spricht es doch auf jeder Seite von ihm, erkennt seinen lebens- wichtigen und übernatürlichen Charakter an, geht davon aus, dass er unverkürzt und stark ist, und baut auf ihn seine Lehren auf. Es würde genügen, an [einige] Konzilsaussagen zu erinnern […] um zu entdecken, welch wesentliche Bedeutung das Konzil in Übereinstimmung mit der Lehrüberlieferung der Kirche dem Glauben beimisst, dem wahren Glauben, dessen Quelle Christus und dessen Kanal das Lehramt der Kirche ist“ Katechese in der Generalaudienz vom 8. März 1967. Soweit Paul VI.
   Doch nun müssen wir auf den zurückgehen, der das Zweite Vatikanische Konzil einberief und es eröffnete: auf den seligen Johannes XXIII. In seiner Eröffnungsansprache stellte er das Hauptziel des Konzils mit folgenden Worten vor: „Dies betrifft in höchstem Grade das Ökumenische Konzil: dass das heilige Gut der christlichen Lehre bewahrt und in wirksamerer Form weitergegeben wird […] Das Hauptanliegen dieses Konzils ist also nicht die Diskussion über das eine oder andere Thema der Lehre … Dafür bedurfte es nicht eines Konzils … Es ist nötig, dass diese sichere und unveränderliche Lehre, an der in Treue festgehalten werden muss, vertieft und in einer Weise vorgetragen wird, die den Erfordernissen unserer Zeit entspricht“ AAS54 [1962], 790.791-792.
   Im Licht dieser Worte versteht man, was ich selbst damals erleben konnte: Während des Konzils herrschte eine bewegende innere Spannung angesichts der gemeinsamen Aufgabe, die Wahrheit und die Schönheit des Glaubens im Heute unserer Zeit erstrahlen zu lassen,  ohne sie den Ansprüchen der Gegenwart zu opfern, noch sie an die Vergangenheit gefesselt zu halten: Im Glauben schwingt die ewige Gegenwart Gottes mit, die über die Zeit hinausreicht und dennoch von uns nur in unserem unwiederholbaren Heute aufgenommen werden kann. Darum halte ich es – besonders an einem so bedeutsamen Jahrestag wie diesem – für das Wichtigste, in der ganzen Kirche jene positive Spannung, jenes tiefe Verlangen, Christus dem Menschen unserer Zeit erneut zu verkünden, wieder zu beleben. Damit aber dieser innere Antrieb zur neuen Evangelisierung nicht auf der Ebene der Vorstellungen stehen bleibt und nicht zu Verwirrung führt, muss er sich auf ein konkretes und präzises Fundament stützen, und dieses Fundament sind die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils, in denen er zum Ausdruck gekommen ist. Darum habe ich mehrmals auf der Notwendigkeit bestanden, sozusagen zum „Buchstaben“ des Konzils zurückzukehren – d. h. zu seinen Texten –, um auch seinen authentischen Geist zu ent- decken, und habe wiederholt, dass in ihnen das wahre Erbe des Zweiten Vatikanums liegt. Die Bezugnahme auf die Dokumente schützt vor den Extremen anachronistischer Nostalgien einerseits und eines Vorauseilens anderer- seits und erlaubt, die Neuheit in der Kontinuität zu erfassen. Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen. Es hat sich vielmehr darum bemüht dafür zu sorgen, dass derselbe Glaube im Heute weiter gelebt werde, dass er in einer sich verändernden Welt weiterhin ein gelebter Glaube sei. Wir müssen in der Tat dem Heute der Kirche treu sein, nicht dem Gestern oder dem Morgen. Und dieses Heute finden wir gerade in den Konzilsdokumenten, weil sie immer so aktuell sind, wie der Diener Gottes Paul VI. und die Konzilsväter sie verkündet haben, in ihrer Vollständigkeit und in ihrem Zusammenhang, ohne Abstriche und ohne Hinzufügungen.
   Wenn wir uns in Einklang mit der authentischen Grundausrichtung begeben, die der selige Johannes XXIII. dem Zweiten Vatikanischen Konzil geben wollte, können wir sie im Laufe dieses Jahres des Glaubens aktualisieren, innerhalb des einen Weges der Kirche, die das uns von Christus anvertraute Glaubensgut fortwährend vertiefen möchte. Die Konzilsväter wollten den Glauben wieder wirkungsvoll präsentieren; und wenn sie sich zuversichtlich dem Dialog mit der modernen Welt öffneten, so geschah dies, weil sie sich ihres Glaubens, des sicheren Felsens, auf dem sie standen, sicher waren. In den darauffolgenden Jahren haben hingegen viele die herrschende Menta- lität ohne Unterscheidungsvermögen angenommen und die Fundamente des depositum fidei selbst in Frage ge- stellt, die sie leider in ihrer Wahrheit nicht mehr als geeignet empfanden.
   Wenn die Kirche heute ein neues Jahr des Glaubens und die neue Evangelisierung vorschlägt, dann nicht, um ein Jubiläum zu ehren, sondern weil es notwendig ist, mehr noch als vor fünfzig Jahren! Und die Antwort auf diese Notwendigkeit ist dieselbe, die von den Päpsten und Vätern des Konzils beabsichtigt war und die in den Doku- menten enthalten ist. Auch die Initiative, einen Päpstlichen Rat zu schaffen, der der Förderung der neuen Evangelisierung gewidmet ist und dem ich für seinen besonderen Einsatz für das Jahr des Glaubens danke, gehört in diese Perspektive. In diesen Jahrzehnten ist eine geistliche „Verwüstung“ vorangeschritten. Was ein Leben, eine Welt ohne Gott bedeutet, konnte man zur Zeit des Konzils bereits aus einigen tragischen Vorfällen der Geschichte entnehmen, heute aber sehen wir es leider tagtäglich in unserer Umgebung. Es ist die Leere, die sich ausgebreitet hat. Doch gerade von der Erfahrung der Wüste her, von dieser Leere her können wir erneut die Freude entdecken, die im Glauben liegt, seine lebensnotwendige Bedeutung für uns Menschen. In der Wüste entdeckt man wieder den Wert dessen, was zum Leben wesentlich ist; so gibt es in der heutigen Welt unzählige, oft implizit oder negativ ausgedrückte Zeichen des Durstes nach Gott, nach dem letzten Sinn des Lebens. Und in der Wüste braucht man vor allem glaubende Menschen, die mit ihrem eigenen Leben den Weg zum Land der Verheißung weisen und so die Hoffnung wach halten. Der gelebte Glaube öffnet das Herz für die Gnade Gottes, die vom Pessimismus befreit. Evangelisieren bedeutet heute mehr denn je, ein neues, von Gott verwandeltes Leben zu bezeugen und so den Weg zu weisen. Die erste Lesung hat uns von der Weisheit des Reisenden gesprochen vgl. Sir 34,9-13: Die Reise ist ein Bild für das Leben, und der weise Reisende ist derjenige, der die Kunst des Lebens gelernt hat und sie mit den anderen teilen kann – wie es den Pilgern auf dem Weg nach Santiago oder auf den anderen Pilgerwegen geht, die nicht zufällig in diesen Jahren wieder in Mode gekommen sind. Wie kommt es, dass heute so viele Menschen das Bedürfnis haben, diese Wege zu gehen? Ist es vielleicht, weil sie dort den Sinn unseres Erdendaseins finden oder zumindest erahnen? Da sehen wir also, wie wir dieses Jahr des Glaubens bild- lich darstellen können: als eine Pilgerreise durch die Wüsten der heutigen Welt, bei der man nur das Wesentliche mitnimmt: keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd – wie der Herr den Aposteln aufträgt, als er sie aussendet Lk 9,3, sondern das Evangelium und den Glauben der Kirche, dessen leuchtender Ausdruck die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils sind, ebenso wie der Katechismus der Katholischen Kirche, der vor nunmehr 20 Jahren veröffentlicht wurde.
   Verehrte, liebe Mitbrüder, am 11. Oktober 1962 wurde das Fest der heiligen Gottesmutter Maria gefeiert. Ihr vertrauen wir das Jahr des Glaubens an, wie ich es vor einer Woche getan habe, als ich mich als Pilger nach Loreto begab. Möge die Jungfrau Maria immer als Stern über dem Weg der neuen Evangelisierung leuchten. Sie helfe uns, die Aufforderung des Apostels Paulus zu befolgen: „Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! … Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!“ Kol 3,16-17. Amen. RV121011

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Der Bischof von Osnabrück Dr. Franz-Josef Bode lädt in der Fußgängerzone ein zu Nightfever

Die Idee
   Der Grundgedanke hinter Nightfever ist gleichzeitig einfach als auch genial: wir öffnen nachts die Kirchen und laden alle ein, einfach ein paar Minuten zur Ruhe zu kommen.
Erst Kirche, dann Disco? Oder umgekehrt?
   Nightfever möchte besonders Jugendliche und junge Erwachsene einladen, in Berührung mit Gott zu kommen. Die jungen Menschen haben heute oft keine tiefe Beziehung zum christlichen Glauben und noch weniger zur katholischen Kirche. Daher möchten wir diesen neuen Weg gehen, in der Fußgängerzone einzuladen.
   Wer freitags oder samstags Abend in der Stadt unterwegs ist hat meist eine ganz andere Abendplanung - Kneipe, Disco, Kino... Wir sprechen deswegen die Menschen an, für wenige Minuten innezuhalten, die Planung beiseite zu lassen und in die Kirche zu kommen. Wir schenken den Besuchern eine Kerze und laden dazu ein, diese in der Kirche anzuzünden.

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Kommen und gehen, wie man Zeit und Lust hat!
    Wer die Kirche betritt, ist meist von der schönen Atmosphäre überrascht. Denn die Kirche ist fast ausschließlich von Kerzen erleuchtet, ruhige Live-Musik rahmt den Abend. In der Kirche kann man verschiedene Angebote wahrnehmen: eine Kerze anzünden, einen Bibelspruch ziehen, einfach irgendwo sitzen, Anliegen aufschreiben oder ein Gespräch mit einem Priester führen.
Welche Angebote man wahrnimmt, bleibt einem selbst überlassen.
   Man kann auch einfach mal langsam durch die Kirche gehen und dort stehen bleiben, wo man sich wohl fühlt. Und man kann so lange bleiben, wie man möchte: wenige Minuten, eine Viertelstunde oder gar den halben Abend.
Wie entstand Nightfever?
              Die Idee zu den Nightfever-Abenden wurde im Anschluss an den Kölner Weltjugendtag 2005 geboren. Zwei Studierende aus Bonn haben damals den Anfang gemacht. Aus einem ursprünglich einmalig geplanten Abend am 29. Oktober 2005 wurde so eine internationale Initiative. Info: Orte, Zeiten und mehr > www.nightfever-online.de

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Nightfever in Osnabrück. Für Rückfragen steht Kaplan Dietmar Hagemann gern zur Verfügung
eMail: dietmar.hagemann@st.johann-os.de  Tel.: 0541-350 63 13

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“Ich bin beeindruckt, hätte nie geglaubt, wie einfach man zur Ruhe kommen kann. Die Umgebung der Kirche in der so herrlicher Gesang ertönt sind auch für ... “ > www.nightfever-osnabrueck.de

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Jahr des Glaubens: Zurück zu den Grundlagen unseres Glaubens

   Am 24. Juni 2000 wurde die Kirche St. Michael in Absam (Österreich) zur Basilika erhoben, und das ohne das Zutun der Gemeinde. Die Votivtafeln in der Kapelle vor der Kirche künden von der Dankbarkeit vieler Pilger, deren Gebete hier erhört worden sind. Auf der rechten Altarseite ist im Fenster ein Gnadenbild der Muttergottes ver- ewigt, welches trotz mehrerer Reinigungsmaßnahmen immer sichtbar bleibt.  wikipedia
   Wir erinnern im Jahr des Glaubens an das Bild der Muttergottes im Dorf Absam in der Nähe von Innsbruck - ein Bild wie das Gnadenbild in Guadalupe -  das nicht von Menschen geschaffen wurde Fotos oben und unten. Die Geschichte begann am Abend des 17. Januar 1797. Die 18jährige Rosina Puecher saß zu ebener Erde dem Fenster gegenüber und nähte. Plötzlich sah sie zwischen drei und vier Uhr nachmittags ein Bild auf der Fensterscheibe: Das Gesicht einer schönen jungen Frau, die ihren Kopf zur Seite lehnte. Rosina rief ihre Mutter, die nun das Bild ebenfalls sah und beide meinten, es sei die Jungfrau Maria, die durch das Fenster hereinschaute und ihnen damit ihre mütterliche Nähe zusichere und sie zu ihrem Sohn führe, so wie es die heilige Jungfrau es immer wieder tut.

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  Zuerst dachten sie, dies sei ein böses Omen für ein großes Unglück. Vielleicht wären Rosinas Vater und Bruder, die beide im Salzbergwerk arbeiteten, ein schreckliches Unglück zugestoßen. Glücklicherweise kamen beide Männer wenig später gesund nach Hause. Dann beschlossen sie, einen Priester zu rufen.
   Die Fensterglasscheibe wurde schließlich zu einer Untersuchung geschickt. Gelehrte der Universität Innsbruck, der Mathematiker Franz von Zollinger, der Chemieprofessor Dr. Schöpfer, der berühmte Freskenmaler Josef Schöpf aus Telfs, die beiden Glasermeister Schwänninger und Appeller prüften das Bild im Beisein von Vertretern kirch- licher und weltlicher Behörden. Die skeptischen Fachleute versuchten das Bild wegzureiben, mit Wasser abzu- waschen und sie benutzen auch Säuren. Wenn sie Erfolg gehabt hätten, wäre der Nachweis ein für alle Mal erbracht worden, dass dieses geheimnisvolle Bild von Menschen gemacht ist - ein Scherz einer frommen Familie. Aber das Gesicht der Mutter Gottes konnte nicht entfernt werden und die Herkunft konnte nicht erklärt werden. Es wurde aber festgestellt, wenn man das Bild ins Wasser tauchte  verschwand es, es wurde aber sofort wieder sichtbar, wenn es trocken war.
   Das kleine Glasfenster kam dann zurück zur Familie Puecher. Auf Bitten der Dorfbewohner und des Ortspfarrers wurde es der St.Michaelskirche zur sicheren Aufbewahrung und zur Verehrung übegeben. Das gläubige Volk von Absam und ganz Tirol ließ sich nicht beirren. "Wo der Sohn ist, da muss auch die Mutter sein!" Mit diesen Worten trugen die Leute unter feierlichem Geläute aller Glocken in einer Prozession das Gnadenbild in die Kirche. Dies geschah am 24. Juni 1797.
   Zuerst stand das Bild auf dem Hochaltar, jetzt hat es seinen Platz - für jedermann zugänglich - unter dem Wandgemälde der gotischen Madonna.  Scharen von Pilgern kamen und schon bald wurden Gnadenerweise durch die Fürbitte der „Muttergottes von Absam“ bekannt. Nach Art anderer Wallfahrtsorte wurden viele dieser Gebets- erhörungen anschaulich dargestellt in Votivbildern, die in einer eigenen Kapelle außerhalb der Kirche angebracht wurden. Bis auf den heutigen Tag kann man dort einige hundert Bilder betrachten, die Soldaten, Bauern mit ihren Tieren, Familien und Kranke zeigen - alle knien in Dankbarkeit zu den Füßen der Muttergottes.
   Absam wurde ein angesagter Ort für Hochzeiten. Ein solches Paar, das den Bund des Lebens vor der heiligen Jungfrau schließen wollte pilgerten im Juli 1885 von Bayern aus diesem Grund nach Absam: Es waren der Bäcker Isidor Rieger und Maria Tauber-Peintner - die Großeltern mütterlicherseits von Papst Benedikt XVI.
   Das Jahr 1797 scheint nicht sehr weit entfernt von 2012; es war eine Zeit, in der viele Menschen gleichgültig dem Glauben gegenüber und kritisch gegenüber den Dogmen der Kirche waren infolge des herrschenden Säkula- rismus und Relativismus. Die Kirche war darüberhinaus noch bedroht durch den Einfluss der französichen Revo- lution. Die Soldaten Napoleons waren schon auf dem Weg nach Rom. In dieser Zeit der politschen Spannungen war Absam ein Ort von mehreren Marien-Ereignissen. In Rom und Umgebung wurde von mehreren Marienbildern ausgesagt, dass sich ihre Augen bewegt hätten, als die französichen Truppen sich der Ewigen Stadt näherten. Auch heute betrachten manche Menschen den Glauben wie die Tiroler Skeptiker, die das Bild der Muttergottes wegwischen und das Übernatürliche durch rationalistische Argumente wegdiskutieren wollten. Manchmal sind wir diesen Skeptikern ähnlich und begreifen den religiösen Glauben in Begriffen der rein menschlichen Philosophie und Selbstverwirklichung und verwerfen die gläubige Volksfrömmigkeit als altmodisch und abergläubig.
    Wir befinden uns im „Jahr des Glaubens“. Es wird uns hoffentlich erlauben, zu den Grundlagen unsers Glaubens zurückzugehen. Da werden wir unseren Glauben erkennen als liebende und vertrauensvolle Antwort auf Gottes Offenbarung von sich selbst in der Person von Jesus Christus (wie das II. Vatikanische Konzil lehrt).
    Möge dieses Jahr des Glaubens uns erlauben, den Primat der Gnade zu sehen, die Freude des Glaubens wieder zu entdecken und unseren Glauben überzeugend und begeisternd weiterzugeben. Vielleicht kann Maria, die Gottesmutter von Absam, ein Urbild des Glaubens und der Jüngerschaft für uns sein. CT121014FrNicholasSchofield

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        kbwn:Jahr des Glaubens

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