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Kardinäle

    >  zur Sonderseite > Alexander VI.   1. Rodrigo Borgia: Der Renaissance-Papst Alexander VI.   
 2. “Die Kardinalswürde, Annahme, Verzicht und Verlust    
2. Konklave zur Wahl Leos XIII. (20. Februar 1878)   
4. Eine Buchvorstellung mit Fürstin Alessandra Borghese und Gloria von Thurn und Taxis   
5. Interview mit Fr. Paul Bonnici: Die Fürstin entdeckt wie schön ein Leben mit Jesus ist  

Auf dieser Seite lesen Sie:
Papst Franziskus macht ernst!
1. Kardinal Pietro Parolin zum Staatssekretär (Nummer 2 im Vatikan!) ernannt
2. Neuer “Außenminister des Vatikans: Erzbischof Paul Gallagher

3. Neun Kardinäle werden künftig Papst Franziskus bei der Regierung der Kirche beraten,
darunter auch der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx.
4. Die ersten Personalentscheidungen in der Kurie
5. Zusammenlegung und Reform von “
Dikasterien” (Ministerien)
6. Kardinal Sarah aus Guinea zum Präfekten der Liturgie und Gottesdienstkongregatiobn ernannt
Was ist ein Konsistorium?
7. Papst Franziskus erwählt am 19. November 2016 neue Kardinäle
8. Kurzbiografien der 17 neu-erwählten Kardinäle

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Franziskus macht ernst!  

   Neben Kardinal Müller ernannte Franziskus auch Erzbischof Pietro Parolin zum Kardinal. Parolin ist seit dem vergangenen Oktober 2013 Kardinalsstaatssekretär und damit informell die Nummer zwei in der Kirchenhierarchie, das Amt hatte vor Parolin Kardinal Tarcisio Bertone inne. Auch der Erzbischof von Westminster, Vincent Nichols, wird Kardinal. Insgesamt kommen sechs der neuen bei der Papstwahl wahlberechtigten Kardinäle aus Europa, davon vier aus Italien. Fünf stammen aus Südamerika, darunter einer aus Franziskus' Heimatland Argentinien. Außerdem machte der Papst zwei Afrikaner, zwei Asiaten und einen Nordamerikaner zu Kardinälen.  Spiegel-online140112

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Kardinal Parolin: Ich hoffe, dass der Papst eines Tages Großbritannien besuchen wird

   Kardinal Parolin Foto oben Mitte zelebriert die Heilige Messe in der römischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Zum Friedensgruß umarmt er Kardinal Nichols, Foto unten Mitte den Erzbischof von Westminster. Die Vatikan “Nummer Zwei” kam nach London, um das Jubiläum der 100-Jahr-Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Britannien und demHeiligen Stuhl zu feiern.
  Kardinal Pietro Parolin, vom Papst Franziskus zum Staatsekretär des Vatikans ernannt, sagte im Radio Vatikan, er hoffe, dass auch Papst Franziskus Britannien besuchen werde, um das “gute Ergebnis” der Pilgerfahrt seines Vorgängers Benedikt XVI. vor  vier Jahren zu vertiefen.  An der Festmesse nahmen auch Erzbischof Antonio Mennini, der päpstliche Nuntius für Britannien Teil, sowie der Erzbischof Arthur Roche, der Sekretär der vatikanischen Kongregation für Liturgie.
     Britannien und der Heilige Stuhl nahmen die zwischenstaatlichen Beziehungen unmittelbar nach Beginn des 1. Weltkrieges 1914 wieder auf. Die diplomatischen Beziehungen waren durch die “Glorious Revolution von 1688” abgebrochen. Ende des 18.Jahrhunderts wurden in Sorge um die Auswirkungen der französischen Revolution informelle Gesandtschaften ausgetauscht.  CatholicHerald141204MarkGreaves

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   In einem Interview mit Radio Vatikan sprach Kardinal Parolin links von einem “sehr bedeutenden Jubiläum” und fügte hinzu, es sei sehr wichtig, in diesem Kommunikationskanal schwere Probleme der Welt zu beraten und Lösungen dafür zu finden. Gefragt nach der “Euro-Skepsis” in Britannien, sagte Kardinal Parolin, die Reise von Papst Franziskus nach Straßburg hatte die Absicht, die Bedeutung des europäischen Porjekts voranzubringen.
   Die Frage nach einem möglichen päpstlichen Besuch in England meinte der vatikanische Staatssekretär dass Franzkskus zunächst Asien und Afrika aufuschen werde, in diesem Jahr 2015 stehe der Besuch in Philadelphia/USA zum Welt-Familien-Kongress an. “Zur Zeit ist eine Reise nach Großbritannien noch nicht auf seiner Agenda. Wir hoffen aber, dass der Papst eines Tages die guten Ergebnisse des Pastoralbesuchs von Papst Benedikt XVI. fortgeführt werden können.” CatholicHerald141204MarkGreaves

  Kardinal Pietro Parolin  cdd-PietroParolin-5Z  Staatssekretär

Parolin über Papst Franziskus, menschliche Diplomatie und Europa

   Der Chefdiplomat des Heiligen Stuhles wünscht sich viel Menschlichkeit in der Diplomatie. Vatikan-Staatssekretär Pietro Parolin, der im November 2014 sein Amt antrat, äußerte sich dazu in einem ausführlichen Interview mit dem Vatikan-Fernsehsender CTV. Parolin verriet in dem Gespräch außerdem, welche Prioritäten er bei Papst Franziskus sieht und wie er selbst sein Amt als „zweiter Mann im Staat“ versteht. Radio Vatikan fasst die wichtigsten Aussagen hier zusammen.
Wie Pietro Parolin sein Amt versteht: „Was für Franziskus Priorität hat, steht auch für mich an erster Stelle“
   „Ich muss sagen, dass das Amt des Staatssekretärs ein sehr anspruchsvoller Dienst ist, ein Dienst der sehr viel von mir fordert und auch mit sehr viel Verantwortung verbunden ist. Vor allen Dingen ist es aber ein Dienst, den ich mit sehr viel Leidenschaft ausübe in diesem ,neuen Frühling der Kirche’, den das Pontifikat von Papst Franziskus eingeläutet hat. Meine Priorität als Staatssekretär, also als erster und engster Mitarbeiter des Papstes, kann gar nichts anderes sein als das, was auch für den Papst selbst Priorität hat: Das, worauf er seit den ersten Tagen seines Pontifikats immer wieder zu sprechen kommt und was er uns in ,Evangelii Gaudium’ sagt.“
Priorität des Papstes: Der missionarische Umbruch der Kirche
   „Ich würde sagen, für Papst Franziskus ist der missionarische Umbruch der Kirche die oberste Priorität: Eine Kirche, die aus sich herausgeht, wie er selbst ja immer wieder sagt, die ständig in Mission ist. Und diese Charakteristik, diese kirchliche Erneuerung, diese pastorale Umstellung muss auch die römische Kurie betreffen und die kirchliche Diplomatie. Das sind auch die Hauptbereiche der Aktivitäten des Staatssekretärs. Ich hoffe, wie ich hinzufügen möchte, dass wir all dies immer mit dem Herzen tun: Dass wir es für den Herrn tun und es uns so auch gelingt, die Herzen der Menschen zu berühren.“
Neue Kapitel in der Diplomatie-Geschichte des Heiligen Stuhls: Franziskus’ Gebetswache für den Frieden
   „Ich würde sagen, dass wir jeden Tag neue Seiten in der Geschichte der Diplomatie des Heiligen Stuhls schreiben. Neue Kapitel, die an jene der Vergangenheit anknüpfen. (…) Zu den neuen Seiten gehören die vielen verschiedenen Treffen mit Staats- und Regierungs-Chefs, mit Vertretern internationaler Organisationen, die Papst Franziskus begegnen wollen, um mit ihm über die großen Herausforderungen unserer Zeit zu sprechen. Außerdem möchte ich ganz besonders noch einmal an den Fasten- und Gebetstag für den Frieden in Syrien erinnern. Das war eine sehr bedeutende Seite der diplomatischen Aktivitäten des Heiligen Stuhls – ins Leben gerufen von Papst Franziskus selbst, der so die moralische Kraft und Aktivität der Kirche zum Ausdruck gebracht hat.“
Papst Franziskus wird von den Diplomaten gehört
   „Papst Franziskus ist in diesem Fall so etwas wie das moralische Gewissen der Menschheit. (…) Eines möchte ich diesbezüglich unterstreichen: Manchmal scheint es, als würde es nicht sofort eine Antwort auf die Appelle des Papstes geben. Ich möchte aber betonen, dass es eine große Sehnsucht nach dem Guten gibt, es gibt wirklich auch sehr große Anstrengungen, tatsächlich Frieden auf der Welt zu schaffen. (…) Ich denke also, dass die Aufrufe von Papst Franziskus – die es übrigens ja auch bei vorherigen Päpsten gab – gut aufgenommen werden und langsam einen Weg zum Gewissen und zum Handeln der Menschheit finden.“
Plädoyer für eine menschliche Diplomatie
   „Die Diplomatie muss menschlich sein. Ich denke, in ihrem Zentrum muss der Mensch stehen: Das scheint mir das erste und wichtigste Prinzip. Dazu möchte ich auch sagen, dass Papst Franziskus uns dazu bringt, den Menschen im Zentrum nicht auf abstrakte Art und Weise zu sehen, also den Mensch an sich. Vielmehr muss jeder einzelne Mensch für uns im Zentrum stehen und ganz besonders gilt das für die Armen, für Außenseiter, für schwache und besonders verletzliche Menschen, für die, die keine Stimme haben. (…) Das erfordert erstens eine Begegnung miteinander, das Aus-sich-Herausgehen zu den anderen hin. Zweitens: Solidarität und drittens: sich die Lage der anderen zu Herzen nehmen. Papst Franziskus bemängelt ja nicht umsonst auch immer wieder eine ,Kultur der Gleichgültigkeit’. (…) Letztlich lässt sich sagen: Das Prinzip einer menschlichen Diplomatie ist die Liebe und die Aufmerksamkeit für jeden Menschen auf dieser Welt. “
Hauptaufgabe der Vatikan-Diplomatie: Unterschiede als Bereicherung erkennen
   „Ich denke, das ist unsere Aufgabe, ist immer die Aufgabe der Vatikan-Diplomatie gewesen: in diesen Zeiten so vieler Konflikte immer die Begegnung fördern, den Dialog und den gegenseitigen Respekt. Für mich ist das eine der Grund-Herausforderungen der heutigen Zeit (…) – auch in der kirchlichen Diplomatie – dafür zu sorgen, dass Unterschiede politischer, kultureller oder religiöser Natur nicht Gründe für Kämpfe werden, sondern als gegenseitige Bereicherung begriffen werden.“
Auch Europa verdient Aufmerksamkeit
   „Selbstverständlich liegt Papst Franziskus als Hirte der Weltkirche die ganze Welt am Herzen. (…) Ich möchte aber etwas zu Europa sagen: Europa ist ein Bereich, der meiner Meinung nach Aufmerksamkeit verdient. Besonders gilt das für die Schaffung eines ,Haus Europa’. Das scheint mir sehr wichtig und etwas, wozu die Kirche einen Beitrag leisten kann: damit dieses Haus auch Werte hat und nicht nur ein rein politisches oder rein wirtschaftliches Konstrukt ist. Damit wichtige Werte geteilt werden, die ja auch ein wenig den Geist des europäischen Grundgedankens inspiriert haben. Selbstverständlich ist unsere Aufmerksamkeit heute mehr auf den Süden der Welt gerichtet, auf die Konflikte dort, wo tatsächlich das Wichtigste ist: Den Frieden wiederzufinden, einen Frieden, der dann die Grundlage der ganzen menschlichen Entwicklung ist.“ RVsta140117ctv 

cdd-PaulGallagher-Z   Neuer “Außenminister” des Vatikans Foto: Erzbischof Paul Gallagher

“Außenminister” des Vatikans
   Papst Franziskus hat den in Liverpool geborenen Erzbischof Paul Gallagher zum Außenminister des Vatikan ernannt. Der bisherige Sekretär für Verbindungen zu den Staaten (so der offizielle Name) war der in Marokko geborene Erzbischof Dominique Mamberti, der vom Papst zum Präfekt des Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur erhoben. Nach Anfängen im 15. und 16. Jahrhundert wurde im Jahre 1608 dieses höchstes Gericht der römischen Kurie geschaffen und ist damit Kassationsgerichtshof, Verwaltungsgerichtshof und Justizministerium des Vatikans.
   Seine neue Ernennung kommentierend sagt Erzbischof Gallagher, 60, “das kommt in einer Zeit auf mich zu, da die Welt vor großen, schweren Herausforderungen steht. Ich bin überzeugt: Die Diplomatie bleibt ein unverzichtbares Werkzeug im Streben nach Frieden und Harmonie zwischen den Nationen. Mit dieser Ernennung hat Papst Franziskus mir eine große Ehre erwiesen, wofür ich ihm in bescheidener Weise dankbar bin. Es ist ein Privileg mit dem Heiligen Vater zu arbeiten, der sich als eine bedeutende Stimme in einer kritischen Zeit eingeführt hat. Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die in diesem Amt auf mich zukommt. Ich werde starke Unterstützung durch das Gebet nötig haben, woran es mir in all meinen priesterlichen und diplomatischen Diensten für den Heiligen Stuhl bisher nicht gefehlt hat.”
   Obgleich Erzbischof Gallagher der erste von Geburt her englisch sprechende Außenminister im Vatikan ist, meint er: “Ich denke nicht, dass das besonders bedeutsam ist; es zeigt aber, dass der Heilige Stuhl mit notwendigen Erneuerungen vorangeht, denn die wahre weltweite Identität der Kirche findet in der Kurie ihren Ausdruck. Ohne über mich selbst zu urteilen denke ich, dass die Voraussetzungen für die richtige Person für dieses Amt nicht abhängt von der Nationalität. Der diplomatische Dienst ist seit langem wirklich international durch ihre Mitarbeiter aus sehr verschiedenen Ländern. Offensichtlich spiegeln sich die Größe der nationalen katholischen Community und die Zahl der priesterlichen Berufungen wider in der Zahl der Diplomaten aus den größeren Ländern und den kleineren Gruppen wie aus  Großbritannien.”
   Erzbischof Gallagher war 2012 von Papst Benedikt XVI. als Nuntius nach Australien gesandt. Das Amt des Außenministers hat er im Januar 2015 übernommen. Auf seine erste Stelle als Nuntius in Burundi hatte ihn im Jahre 2004 Papst Johannes Paul II. berufen. Sein dortiger Vorgänger Erzbischof Michael Courtney wurde von unbekannten Tätern niedergeschossen. Das war der erste Fall einer Ermordung eines päpstllichen Botschafters in der modernen Zeit.

Der neue vatikanische Außenminister im Gespräch mit Radio Vatikan
   Erzbischof Paul Gallagher wird der erste vatikanische „Außenminister“ englischer Muttersprache. Franziskus hatte den aus Liverpool stammenden Geistlichen jüngst zum neuen Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten am päpstlichen Staatssekretariat ernannt; Gallagher folgt in diesem Amt auf Erzbischof Dominique Mamberti, der wie die meisten seiner Vorgänger aus Frankreich stammte. Erzbischof Gallagher ist 60 Jahre alt und ein erfahrener Diplomat, der zuletzt die Nuntiatur in Sydney leitete. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte Gallagher, er trete seine neue Aufgabe in Rom mit großem Respekt an.
   „Doch alles, was wir in der Kirche tun, tun wir in einem Geist des Vertrauens. Meine Aufgabe ist es im Wesentlichen, eng mit dem Kardinalstaatssekretär zusammenzuarbeiten, um die Arbeit der diplomatischen Vertretungen des Heiligen Stuhles auf der ganzen Welt zu koordinieren, die sich mit den jeweiligen Regierungen austauschen. Das ist ja, wozu der Heilige Stuhl diplomatische Beziehungen unterhält. Da geht es darum, die Lage der Ortskirchen und die jeweiligen Gesellschaften zu verstehen, auch die großen Zusammenhänge des Weltgeschehens, sodass wir den Heiligen Vater unterstützen können in seinen Entscheidungen. Auch, um die Arbeit der Weltkirche weiterzuführen, die Evangelisierung ist, daneben auch mit Blick auf die Menschenrechte und Entwicklung der Völker.“
Wie wichtig ist es, diese Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den Regierungen aufrechtzuerhalten? Der Heilige Stuhl vertritt schließlich eine Religion, wozu braucht es da Kontakte zur Politik?
   „Das ist eine geschichtliche Frage. Der Heilige Stuhl hatte im Laufe der Geschichte immer eine Anerkennung von Seiten von Nationen und Kaiserreichen. Die Päpste haben gewissermaßen darauf gebaut. Das 19. Jahrhundert brachte das Ende des Kirchenstaates, aber obwohl die Päpste kein Territorium mehr hatten, war ihr Einfluss weiterhin erwünscht. So hat die Kirche vor allem im 20. Jahrhundert einen positiven Einfluss auf den Lauf der Geschichte ausgeübt. Wenn man heute als päpstlicher Diplomat in der Welt herumkommt, so treten – das ist meine Erfahrung – wenig Feindseligkeiten gegen den Heiligen Stuhl auf. Eher wird der Wert darin gesehen. Wir arbeiten so, dass wir einen Beitrag bringen wollen, der in unserem Glauben verwurzelt ist, aber auch in der Erfahrung und Geschichte der Kirche.“
Sie haben in allen fünf Kontinenten gearbeitet. Welche Erfahrungen bringen Sie nach Rom mit, was hat Sie am meisten inspiriert?
    „Ich war immer inspiriert von vielen Nuntien, denn viele erbringen wirklich große Opfer. Viele meiner Vorgänger in Australien brachten dort Jahre und Jahre zu, ohne jemals die Gelegenheit zur Rückkehr nach Europa zu haben. Ich war aber auch ermutigt von vielen Kollegen im Staatssekretariat. Sicher, dort gibt es auch Karrieristen, aber die Mehrheit der Kollegen, mit denen ich arbeitete, war hoch motiviert. Als ich 2004 nach Burundi kam, folgte ich auf Erzbischof Michael Courtney, der ermordet worden war. Michael war ein besonderer Mensch, jemand, der sich wirklich selbst hingab und dort tatsächlich sein Leben verlor. Ihm nachzufolgen, war besonders. Ich war immer überzeugt, dass der diplomatische Dienst der Päpste ein wichtiger Dienst ist. Ich glaube gar nicht, dass es eine Berufung ist, päpstlicher Diplomat zu sein – ich denke eher, man muss vor allem seine priesterliche Berufung in diesem Dienst bewahren, um etwas wirklich Gutes zu leisten, und zwar auf beiden Seiten: Die Ortskirche in Rom zu erklären und Rom in der Ortskirche zu erklären.“ rv141111

        Nuntius in Burundi  aepMichaelAidanCourtneyBurundiNuntius-x   + Erzbischof Michael Aidan Courtney

           In Burundi starb der Apostolische Nuntius des Landes, Erzbischof Michael Aidan Courtney. Am Sonntag wurden auf ihn und drei Begleiter Schüsse abgegeben. Wer die Tat zu verantworten hat, ist zur Zeit nicht bekannt. Während zwei seiner Begleiter unverletzt blieben und einer eine leichte Verwundung am Arm erlitt, wurde der Erzbischof von drei Kugel schwer verletzt. Er starb im Laufe einer Notoperation ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.

   Der für seine erfolgreiche Arbeit in verschiedenen Ländern bekannte Erzbischof Gallagher sagte: “Ich denke, man muss sein pastorales Herz bewahren und die Aufgaben aus der pastoralen Perspektive angehen. Ich darf niemals vergessen, dass die Politik letztendlich für die Menschen und ihr Leben gemacht wird.” Er hoffe Wege zu finden, seinen geistlichen Dienst zu erfüllen, auch wenn er im Dienst des Vatikans als Außenminister tätig wird.
   Erzbischof Gallagher erhielt seine Ausbildung an der Franz-Xaver-Schule in Liverpool, Priesterweihe 1977 in Worlock, als Kaplan übernahm er seinen priesterlichen Dienst in der heutigen Universitätsklinkik in Aintree. Er studierte Kirchenrecht in der päpstlichen Diplomaten-Akademie und diente seit 1984 als Botschafter  nach Tansania, Uruguay und den Philippinen. Im vatikanischen Staatssekretariat übernahm er von 1994 – 2000 Stabs-Aufgaben für den diplomatischen Dienst in Süd-Ost Asien. Von 2009-2012 war er Nuntius in Guatemala.   CT141114CindyWooden

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   Die Gruppe “K-9” soll zudem eine Kurienreform vorbereiten. Damit macht Franziskus ernst mit dem, was im Vorkonklave von den Kardinälen gefordert wurde: mehr Beratung, mehr Beteiligung der Ortskirchen an den Entscheidungen der Kurie. Sieben der acht Kardinäle sind Ortsbischöfe; lediglich der Chef des Vatikanstaats . . .

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. . . Kardinal Giuseppe Bertello, Foto rechts kommt aus der römischen Zentrale Foto links und ist Italiener.
Damit macht Papst Franziskus auch mit der Internationalisierung in der Leitung der katholischen Kirche ernst.
   Die Regierungsberater des Papstes kommen von allen Kontinenten. . .

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Zu ihnen gehören auch einige, die im Vorfeld des Konklaves als papabile gehandelt wurden
wie der Erzbischof Sean Patrick O’Malley, Boston, Foto . . .

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und der Erzbischof von Tegucigalpa in Honduras, Oscar Rodriguez Maradiaga Foto.
Er wird auch die Gruppe der acht Kardinäle koordinieren.

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 Dieser Gruppe gehören zudem an: aus Lateinamerika
der emeritierte Erzbischof von Santiago de Chile, Francisco Javier Errázuriz Ossa,
Foto.

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aus Asien der Erzbischof von Mumbai, Oswald Gracias, Foto.

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aus Afrika der Erzbischof von Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya, Foto.  

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  sowie für Ozeanien der Erzbischof von Sydney, George Pell.  Foto.
Alle acht Kardinäle sind Schwergewichte auf ihrem Kontinent.

   Der Münchner Kardinal Reinhard Marx ist der jüngste im Beraterkreis. Er fiel im Vorkonklave vielen Mitbrüdern durch seine Beiträge positiv auf – wohl auch dem Papst. Klar, aber sachlich war seine Kritik an den Problemen in und mit der Kurie aus Sicht eines Diözesanbischofs. Er ist seit März 2012 Präsident der Kommission der Bischofs- konferenzen in der EU (COMECE). Marx wird damit in den künftigen Beraterkreis des Papstes die Stimme Europas einbringen. Franziskus hat bei der Besetzung des Gremiums darauf geachtet, dass die Mitglieder entsprechend auf ihren Kontinenten vernetzt sind. Kardinal Errázuriz Ossa war von 2003 bis 2007 Präsident der Lateinamerika- nischen Bischofskonferenz (CELAM) und hat damit auf dem Kontinent gute Kontakte. Weltweite Beziehungen hat Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga in seiner Funktion als Präsident von Caritas Internationalis. Der indische Kardinal Oswald Gracias ist Präsident der Föderation der Bischofskonferenzen in Asien.
   Mit seiner Entscheidung verschiebt der Papst die Machtverhältnisse in der katholischen Kirche. Die Ortskirchen erhalten mehr Gewicht im Vergleich zur römischen Kurie. Die ist in dem Gremium nur mit einer Stimme vertreten. Will der neue Papst damit auch signalisieren, dass er in der Kurie weniger ein Instrument der Leitung der Kirche sieht als vielmehr ein Instrument, die Beschlüsse des Papstes und seiner Berater umzusetzen. Betont der Papst damit die Dienstleistungsfunktion der Kurie künftig mehr?
   Auffallend ist, dass der amtierende Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone nicht in das Gremium berufen wurde; stattdessen der Chef des Vatikanstaats, Kardinal Giuseppe Bertello. Streng genommen gehört er nicht zur römischen Kurie, denn der Vatikanstaat ist eine eigene Größe. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass Bertello in Kürze zum Nachfolger von Bertone als Kardinalstaatssekretär ernannt wird. Der Name wird seit einiger Zeit immer wieder genannt, wenn es um das zweithöchste Amt in der katholischen Kirche geht. Bertello ist ein erfahrener Diplomat. Wird er nicht Kardinalstaatssekretär, müsste der Papst den Nachfolger von Bertone in das Berater- gremium „nachberufen“. Eine Kurienreform zu planen, ohne den Kardinalstaatssekretär einzubeziehen, macht wenig Sinn. Dass ein anderer Kardinal aus dem Beratergremium Staatssekretär wird, ist eher unwahrscheinlich. Traditionell ist bei einem nichtitalienischen Papst der Kardinalstaatssekretär ein Italiener. Angesichts der Tatsache, dass die Kurie italienisch „denkt und arbeitet“, würde sich ein Italiener an der Spitze sicher mit der Umsetzung von Reformen leichter tun, als ein Ausländer.
   Vier Wochen nach seiner Wahl setzt Papst Franziskus ein erstes wichtiges Signal: Er will Veränderungen in der katholischen Kirche. Damit meint er nicht nur den Stil, sondern auch die Strukturen. Das hatten viele bereits gehofft; seit heute ist es Gewissheit. Allerdings ist die Entscheidung nur ein erster Schritt. Eine lange Phase der Beratungen und der Umsetzung liegt noch vor Papst Franziskus. Ob Franziskus neben Stil und Strukturen auch an Inhalte geht, ist noch offen. Eigentlich vertritt er in theologischen Fragen traditionelle Positionen der katholischen Kirche. Neues bei Stil und Strukturen also “Ja”,  bei den Inhalten heißt es abwarten.
   P.S. Zur diplomatischen Karriere Bertellos: 1987 nahm er als Beobachter des Vatikans an einer Konferenz von Außenminister bündnisfreier Länder in Pjöngjang teil. Er war damit einer der ersten Vatikanvertreter, die nach dem Koreakrieg nordkoreanischen Boden betraten. Zwischen 1987 und 1995 war er Nuntius in verschiedenen afrikani- schen Ländern, darunter Ghana, Togo, Benin und Ruanda. Dort war er zur Zeit des Völkermords der Hutu an der im Land lebenden Tutsi-Minderheit. Später hatte Bertello Posten an UN-Vertretungen des Heiligen Stuhls in Genf und Bangkok, bevor er von 2007-2011 Nuntius in Italien wurde. Seit September 2011 ist er Governator des Vatikanstaats.
- - - Wenn das Gremium sich am Ende wirklich als der entscheidende Beraterkreis des Papstes etabliert, steigt der Münchner Kardinal Reinhard Marx mit seiner Ernennung zu einem der mächtigsten Kardinäle der Welt auf.ZdF130413

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Weder Hofstaat noch Abschottung

   Mit der Einsetzung dieses Rates zieht der Papst nach den Worten von Walter Kardinal Kasper die Konsequenzen daraus, dass man die Weltkirche nicht mehr eurozentristisch regieren könne und dass die Kurie effizienter ge- macht werden müsse. Auch in Zukunft wird der Papst das letzte Wort haben, aber er sieht sich nur „als Bischof unter Bischöfen", wie er selbst sagt. Franziskus konnte beim Umgang der Kurie mit seinem Vorgänger sehen, wie sie dazu neigt, den Papst in einem goldenen Käfig zu isolieren. Benedikt machte das wenig aus; er hatte seine wissenschaftliche Arbeit und sah in den Büchern seine „wahren Freunde". Franziskus aber will weder Hofstaat noch Abschottung. Der Bischof von Rom greift selbst zum Telefon. Als er sich kurz nach seiner Wahl mit seinem Ordensgeneral unterhalten wollte und an den Pförtner geriet, wollte der ihn zunächst nicht durchstellen: „Jeder kann sagen: Sono Papa Francesco (ich bin Papst Franziskus)." Der Papst schimpfte nicht, sondern fragte: „Und wie heißen Sie?" Er sei der Andrea, antwortete der Pförtner nach seiner Erinnerung; aber schon bei der Frage habe er begriffen, dass da wirklich der Papst in der Leitung war.
   Franziskus trägt nicht die purpurfarbene Mozetta, den königlichen Schulterumgang. Er trägt auch nicht ein reich mit Spitzen verziertes Rochett (Chorhemd). Er erscheint stets in einer weißen Soutane, die längst sein „Markenzeichen" wurde. Er hat kein goldenes Brustkreuz, sondern eines aus Eisen. Beim Ostergottesdienst saß Franziskus nicht auf einem goldenen Thron wie die Vorgänger; und bei der Besitznahme der Kirche seines Bistums, der Lateranbasilika, nutzte er nicht den vergoldeten Hirtenstab Benedikts, sondern den silbern glänzenden von Paul VI. Während Benedikt XVI. diese höfischen Äußerlichkeiten hinnahm, weil er sich der Tradition verbunden sah, schüttelt Franziskus sie ab. Er wittert in diesen Äußerlichkeiten die Gefahr der Distanzierung von der Gemeinde. Die Kirche aber dürfe „nicht um sich selbst kreisen, sondern muss in die Welt gehen, bekennen und mit Freuden die Kirche bauen", sagt er: „Die Freude an Gott ist eure Stärke!", ruft er den Priestern zu. Wie in seiner Heimat küsst Franziskus Jugendlichen in einer Strafanstalt die Füße. Das geschah an Gründonnerstag: „Der Hirte muss riechen wie seine Schafe." Längst ist seine Wohnung im Apostolischen Palast für ihn bereit; aber Franziskus benutzt die barocken Hallen nur für Audienzen. „Ich liebe es nicht, isoliert zu sein", sagt der Jesuit, der sich an seinem Ordensgründer Ignatius von Loyola und seinem Namenspatron orientiert und dafür die Frage des Ignatius stellt: „Was kann ich heute dafür tun, um so zu leben wie Franz von Assisi?" Dieser erste Jesuitenpapst will die Armen nicht vergessen, die Freiheit und den Respekt vor der Schöpfung. So wohnt Franziskus bescheiden im Appartement 201 im „Haus der heiligen Martha". Dort arbeitet er auch. Jeden Morgen nimmt er an der Morgenandacht des Gästehauses teil, wozu er gerne Gruppen einlädt:den Gesundheitsdienst oder das Gendarmeriekorps des Vatikans.
   Franziskus nimmt die Mahlzeiten zwar an einem für ihn reservierten Tisch ein, doch nicht in einem abgetrennten Raum. Vor Wochen kam der junge philippinische Kardinal Luis Tagle an seinen Tisch: „Heiliger Vater; darf ich mich zu Ihnen setzen"? Der Papst antwortete: „Ja bitte, Heiliger Sohn." Wenn so sein Lebensstil völlig anders aussieht als bei seinem Vorgänger, der nicht gerne unter Menschen war und keine Neigung zum „Smalltalk" verspürte,  so setzt Franziskus vor allem theologisch das Werk seines Vorgängers fort. Die Frage nach Christus, die Sorge um eine Welt ohne Gott, die Evangelisierung sind auch seine Hauptthemen. Franziskus fordert Barmherzigkeit und „mehr Mut zu Zärtlichkeit". Die Predigten sind aber keine theologischen Herleitungen wie bei Benedikt. Franziskus spricht wie ein Gemeindepastor und leitet vom Evangelium zum täglichen Leben über und gibt eigene Erfahrungen wieder.
   Nun strebt der freilich auch schon 76 Jahre alte Franziskus eine vermutlich mehrere Jahre dauernde Kurienreform an, bei der womöglich Räte gestrichen, kollegiale Strukturen zwischen den Dikasterien und „Kabinettssitzungen" eingeführt werden sollen, bei denen der Papst regelmäßig mit seinen „Ministern" berät. Es wird wohl an eine kollegiale Berufungsstruktur gedacht und an eine bessere Besoldung, um Kurienmitarbeiter aller Ränge gegen Bestechlichkeit besser zu wappnen. Nur eine kuriennahe Institution erhielt kurz vor Benedikts Rücktritt über ein international bewährtes Berufungsverfahren noch einen neuen Präsidenten: Der süddeutsche Unternehmer Ernst von Freyberg wurde Chef der Vatikanbank (IOR). Franziskus ließ bald nach seiner Wahl das Institut per Telefon wissen, er bedanke sich für die Reformarbeit und wolle, dass sich die Bank vollständig den internationalen Standards anpasse.
   Franziskus besetzte de n ersten Kurienposten neu: Der Generalminister des Franziskanerordens, Jose Rodriguez Carballo Foto unten mit Papst Franziskus, wurde zum Sekretär der „Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens" berufen. Das geschah schon kollegialer als bisher üblich.

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    Franziskus befragte zuvor den Präfekten der Kongregation, Kardinal Joao Braz de Aviz. Der frühere Sekretär Joseph William Tobin war im Oktober gegen den Wunsch des Präfekten entlassen worden; er ist heute Erzbischof von Indianapolis. Der Präfekt der Glaubenskongregation, der frühere Erzbischof von Regensburg Gerhard Ludwig Müller wurde in seinem Amt bestätigt. Der Papst ist nicht nur von Müllers Arbeit überzeugt; er schätzt auch, dass sich Müller in Südamerika auskenne und Spanisch spreche; Müller könne die europäisch geprägte Theologie in die Welt tragen. FAZgekürzt130415JörgBremer

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Der Kardinalsrat tagt

Themen der Beratung: 
  
Einerseits der Laienstand und die Familie, unter besonderer Erwähnung der Bewegungen, der Pastoral und der Rolle der Frau; andererseits Gerechtigkeit und Frieden, die Nächstenliebe, die Frage der Migranten und Flüchtlinge, der Schutz des Lebens, die Gesundheitspflege und die Ökologie. 
   Dies sind die Themen – ebenso wie die konkrete Art und Weise, wie man sich »auf koordinierte und umfassende Weise« innerhalb der Römischen Kurie mit ihnen auseinandersetzen könne –, mit denen sich der Kardinalsrat im Lauf seiner sechsten Versammlung befasst hat, die am Montag Vormittag, 15. September, begann und am 17. September 2014 zu Ende ging. Dies gab der Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhles, P. Federico Lombardi, im Verlauf eines Briefing für die Journalisten bekannt. Er betonte, dass Papst Franziskus an allen Arbeitssitzungen teilgenommen habe, mit Ausnahme derer, die mit der Generalaudienz zusammenfiel.
   Der Jesuit erläuterte auch, dass die Kardinäle sich bei diesem Treffen nicht mehr mit wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Fragen auseinandergesetzt hätten, wie es in den vergangenen Versammlungen der Fall gewesen war, sondern dass sie sich auf die Zukunft der Kongregationen und Päpstlichen Räte konzentriert hätten. Schließlich kündigte er an, dass bereits ein einleitender Entwurf zur neuen Apostolischen Konstitution über die Reform der Römischen Kurie ausformuliert und gebilligt worden sei, und dass die nächsten Versammlungen vom 9.- 11. Dezember 2014 und vom 9.-11. Februar 2015 stattfinden werden.
   Ab diesem Dienstag, dem 09. Dezember 2014 trifft sich der Kardinalsrat, der Papst Franziskus bei seiner Kurienreform berät, zu einer neuen Gesprächsrunde im Vatikan. Es ist das siebte Mal, dass der kurz K9 genannte Rat zusammentritt. Franziskus hatte ihn im April 2013, nur einen Monat nach seiner Wahl zum Papst, eingerichtet. Unter dem Vorsitz des Papstes werden die neun Kardinäle, unter ihnen der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, drei Tage lang vor allem über die künftige Gestalt des Staatssekretariats nachdenken. In einem Interview mit einer argentinischen Zeitung versichert Franziskus, die Kurienreform sei auf einem guten Weg. Allerdings bestehe sie aus einem „langsamen Prozess“, der wohl kaum im Jahr 2015 zum Abschluss kommen werde. Rv141208

Kardinäle beraten über Zusammenlegungen von Räten

   Langsam, aber beharrlich kommt die Neuorganisation der Arbeit des Heiligen Stuhls voran. Die neun Kardinäle, die Papst Franziskus bei der Kurienreform beraten, arbeiten bereits an einem Vorschlag für die Neufassung von „Pastor Bonus“, Grundlagentext der Vatikanbehörden. Nach Angaben von Vatikansprecher Pater Federico Lombardi sprach die K-9 genannte Beratergruppe, auch über eine mögliche Neuaufteilung der vatikanischen Räte und ihrer Zuständigkeiten. Dabei geht es um eine Verschlankung des Kurienapparats.

   Die Neuorganisation der Arbeit des Heiligen Stuhls schreitet langsam, aber beständig voran: Die neun Kardinäle, die Papst Franziskus bei der Kurienreform beraten, arbeiten bereits an einem Vorschlag für die Neufassung der Konstitution „Pastor Bonus“. Das sagte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi an diesem Mittwoch vor Journalisten. Die Kardinäle hätten sich bereits auf einen Entwurf zur Einleitung des Papiers geeinigt. „Pastor Bonus“ ist der Grundlagentext für die Arbeitsweise an den Behörden des Heiligen Stuhles.
   Der sogenannte K-9-Rat war zu seinem sechsten Treffen im Vatikan versammelt. Intensiv hätten die Kardinäle diesmal über die Aufteilung der vatikanischen Räte und ihre Zuständigkeiten gesprochen. Lombardi:
   „Zum einen lag der Schwerpunkt auf dem Themenbereich Laien und Familie, der auch Frauen, Jugendliche, geistliche Bewegungen umfasst. Der andere Themenbereit war Gerechtigkeit und Frieden, einschließlich Migranten, Caritas, Gesundheit, Leben und Ökologie, besonders Human-Ökologie. Diese beiden Überthemen wurden verhandelt, um zu sehen,  wie man sie an der Kurie besser koordinieren und auf einer großen Basis betrachten kann.“
   Damit steht eine mögliche Zusammenlegung verschiedener päpstlicher Behörden im Raum. Auf der einen Seite wären demnach der Laien- und der Familienrat betroffen, auf der anderen die vier Räte für Gerechtigkeit und Frieden, Migranten und Krankenpastoral sowie das päpstliche Hilfswerk „Cor Unum“. Die Phase der K9-Beratungen über wirtschaftlich-administrativen Angelegenheiten sei hingegen abgeschlossen, erklärte Lombardi und verwies auf die neue vatikanische Wirtschaftsarchitektur, die Kardinal Pell bereits vorgestellt hatte.
   Neuerlich betonte Lombardi, der K9-Rat treffe selbst keine Entscheidungen, sondern werde dem Papst Vorschläge unterbreiten, die ihm Entscheidungsgrundlage dienten. Franziskus werde sie eventuell in weitere Beratungen einbringen, um die Vorschläge etwa mit den Chefs der Kurienbehörden zu besprechen. Diese träfen sich zu ihrem turnusmäßigen Gespräch mit dem Papst.
   Als Termin für die nächste Versammlung des K9-Rates nannte Lombardi den 9. bis 11. Februar 2015. Neun Kardinäle aus allen Erdteilen sind Mitglieder des Rates. Neben Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin – dem einzigen K-9-Mitglied aus der Kurie – gehört dem Gremium Kardinal Reinhard Marx an.  Rv140917gs

 Es geht um das Herzstück  der Reform
Nach den Chefs der Dikasterien kommt der Kardinalsrat zusammen, um über die Kurie der Zukunft zu beraten

    Die Reform der römischen Kurie nimmt noch keine konkrete Gestalt an, aber sie nimmt Fahrt auf: Wenn der Rat der neun Kardinäle, der Papst Franziskus bei der Neuausrichtung der vatikanischen Dikasterien und internen Abläufe berät, zu seiner kommenden Sitzung vom 9. bis 11. Dezember zusammenkommt, kann der Sekretär des Gremiums, Bischof Marcello Semeraro von Albano, über die Anregungen und Vorschläge berichten, die das Treffen der Spitzenvertreter der vatikanischen Dikasterien am 24. November ergeben hat. Denn dort stand ebenfalls die Kurienreform auf der Tagesordnung: Die Präfekten und Präsidenten der Kongregationen und Päpstlichen Räte konnten nun ihrerseits zum Stand der bisher diskutierten Neuerungen Stellung nehmen.

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So etwas nennt man Kassensturz
   Der völlige Umbau der finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten im kleinen Kirchenstaat scheint derzeit kein Thema mehr zu sein. Mit einer kleinen Mannschaft sitzt der Australier George Kardinal Pell  Foto als erster Präfekt des neu geschaffenen Wirtschaftssekretariats im Turm des heiligen Johannes an der Leoninischen Mauer in den vatikanischen Gärten und erarbeitet die Statuten seines neu geschaffenen Dikasteriums beziehungsweise eine Übersicht über die Geldströme und Guthaben hinter den heiligen Mauern. Kassensturz nennt man das. Auch sollen Buchführung und Bilanzierungen  der wirtschaftlichen und finanziellen Werte im Vatikan vereinheitlicht werden. Indem Papst Franziskus die Ordentliche Sektion der vatikanischen Güterverwaltung (APSA) dem neuen Wirtschaftssekretariat und damit dem Präfekten Pell unterstellt hat - die Außerordentliche Sektion der APSA ist eigenständig geblieben und fungiert in Zukunft als die Zentralbank des Heiligen Stuhls verfügt der australische Kardinal nun über eigenes Verwaltungspersonal und geschulte Mitarbeiter.

Christopher Francis Patten    vat-ChristopherFrancisPatten-Z

   Ein weiteres Ergebnis der bisherigen Empfehlung des Kardinalsrats war jetzt ebenfalls kein Thema: Die Reform der Medienarbeit des Vatikans. Auch hier geht es zu wie im Dikasterium von Kardinal Pell. Der Engländer Lord Christopher Francis Patten, der letzte britische Gouverneur der Kronkolonie Hongkong und ehemalige EU- Kommissar für die Außenbeziehungen, ist mit einem kleinen Expertenteam dabei, die Informations- und Nachrichtenpolitik der Päpste sowie die entsprechenden Mediendienste umzubauen - und in Zukunft wirtschaftlicher arbeiten zu lassen.
   Sowohl beim Treffen der Kurienspitzen wie auch bei der kommenden Sitzung des Kardinalsrats geht es stattdessen um das Herzstück der Reform: Die Zahl und Zuständigkeiten der vatikanischen Dikasterien. Von zwei neuen Dikasterien ist die Rede: Von einem, das für die Laien zuständig ist und unter dessen Dach der bisherige Rat für die Laien und für die Familie - wie es heißt in Form von Sekretariaten oder Abteilungen in der noch zu errichtenden Kongregation - eine neue Heimat finden könnten. Und einem weiteren Dikasterium, das im weitesten Sinne caritative Aufgabengebiete zusammenfasst, die also bisher etwa von den Päpstlichen Räten für die Migranten, für Gerechtigkeit und Frieden (Iustitia et Pax), für die Krankenpastoral und von dem kleinen Hilfswerk „Cor Unum" wahrgenommen wurden. Es zirkuliert auch der Vorschlag, den Päpstlichen Rat für die Kultur der Kongregation für die katholische Bildung zuzuschlagen. Noch sind die Beratungen nicht abgeschlossen, man ist in der Studienphase. Aber ein Ergebnis der Kurienreform wird sehr wahrscheinlich das sein, dass die Zahl der vatikanischen Dikasterien sinkt - und damit auch die der Kurienkardinäle, die an der Spitze dieser Vatikanbehörden stehen.

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 K9-Rat begann achte Tagung zur Kurienreform

   Der mit der Vorbereitung der Kurienreform beauftragte Kardinalsrat (K9-Rat) ist zu seiner bisher achten Konferenzrunde zusammengetreten. Die neun Kardinäle, unter ihnen der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, beraten über neue Strukturen für die vatikanische Zentrale. Der K9-Rat war im April 2013 genau einen Monat nach der Wahl von Papst Franziskus gegründet worden, um die Kurienkonstitution „Pastor bonus“ aus dem Jahre 1988 zu überarbeiten und neu zu fassen.
   Bei einem Konsistorium will Papst Franziskus, der an den meisten K-9-Sitzungen teilnimmt, das Kardinalskollegium über die bisherigen Planungen zur Kurienreform informieren. Hinter verschlossenen Türen will er auch die Meinung seines obersten Beratungsgremium dazu einholen. Rv150209mg

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Beratungen der Reform der Kurie: Die K9

   Die Reformkommission für den Vatikan – K9 genannt – hat ihre Beratungen in Rom mit der Diskussion der Statuten für den neuen Wirtschaftsrat fortgesetzt. Das teilte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi bei einer Pressekonferenz mit. Vor genau einem Jahr war dieser Rat von Papst Franziskus zur Koordination und Überprüfung aller Finanz-Aktivitäten des Vatikan gegründet worden, die Statuten sind nun abschließend beraten worden.
   Am dritten und letzten Tag der Beratungen ging es zunächst noch einmal um die Vorbereitungen auf das Konsistorium. Es tritt am Donnerstag und Freitag hinter verschlossenen Türen zusammen. Der Kardinalsrat legt diesem Konsistorium einen Bericht über die anstehende Kurienreform vor. In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die Kommission für Kinderschutz, die in der vergangenen Woche im Vatikan getagt hatte.
   Die nächste Sitzung des K9-Rates ist für den 13. bis 15. April vorgesehen, danach will man im Juli wieder tagen. Rv150211ord

cdd-RobertSarah-ZZ Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Liturgie-Kongregation

   Ein Zeichen dafür, dass in Zukunft nicht mehr alle Aufgabengebiete der Vatikanverwaltung, die bisher einem eigehständigen Rat zugeordnet waren, von einem Kurienkardinal geleitet werden, war die Beförderung des aus Guinea stammenden Präsidenten von „Cor Unum", Kardinal Robert Sarah. Papst Franziskus hat ihn am Christkönigsfest zum Präfekten der Kongregation für die Liturgie und Gottesdienste und damit zum Nachfolger des spanischen Kardinals Antonio Canizares Llovera ernannt, der in seiner Heimat die Erzdiözese Valencia übernommen hat.
Kardinal Sarah gilt als sehr geistlich ausgerichtet
   Den von Johannes Paul II. nach Rom berufenen Sarah - er war zunächst mehrere Jahre Sekretär der Missions- kongregation „Propaganda Fide" - hat Benedikt XVI. mit dem Wechsel an die Spitze des Rats „Cor Unum" in das Kardinalskollegium aufgenommen. Sarah gilt als ein sehr geistlich ausgerichteter Kurienkardinal, dem die würdige und feierliche Liturgie immer ein Anliegen war und der auch keine Berührungsängste hat, wenn es um Freunde und Anhänger der alten, von Benedikt XVI. wieder zugelassenen Messe geht.
   Nach dem Treffen des Kardinalsrats - Koordinator ist der aus Honduras stammende Kardinal Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga  siehe den ersten Bericht oben auf dieser Seite - kommt das Gremium wieder  zusammen, doch mit den abschließenden Ergebnissen und einer Apostolischen Konstitution, mit der der Papst die Kurienreform in Kraft setzt, dürfte erst in einigen Monaten zu rechnen sein. DT141129GuidoHorst

Kardinal Gérald Cyprien Lacroix, Quebec     ff-326-ZzKardinalGéraldCyprienLacroix-Quebec

Kurienreform: Riesenschritte, auch wenn es Unruhe gibt

   Die Reform der vatikanischen Kurie war zwei Tage lang Thema der Beratungen aller Kardinäle im Vatikan, an diesem Freitag ist die Versammlung – ein so genanntes Konsistorium – zu Ende gegangen. Zu Beginn hatte Papst Franziskus betont, dass Reform kein Ziel in sich selbst sei, sondern ein Mittel zu einer besseren Verkündigung und einem konstruktiven Dialog mit allen. Kardinal Gérald Cyprien Lacroix, Erzbischof von Quebec, war bei den Beratungen dabei und betont gegenüber Radio Vatikan, wie viele andere auch, dass die Wurzel dieser Reform in den Beratungen vor der letzten Papstwahl liegen, es habe den starken Wunsch vor dem Konklave nach Reform und Wandel gegeben.
   „Der Papst antwortet auf diesen Wunsch. Und die Kardinäle nehmen war, dass der Papst diese Frage ernst nimmt und mit neun Kardinälen daran arbeitet.“ Die Kurie müsse ein Dienstleister sein, so der Kardinal, vor allem für den Papst, „aber auch für die Aufgabe der gesamten Kirche und der Ortskirchen. Der Papst sagt, dass die Arbeit in der römischen Kurie nicht bedeute, in einer Zollstation zu arbeiten. Das Wesen der Kurie muss das sein, der Kirche zu helfen, ihre Mission zu erfüllen.“
   Viel war in der Vergangenheit von Widerständen die Rede gewesen. Jede Reform schaffe Unruhe, antwortet Kardinal Lacroix. „Jeder Wandel, sei er auch noch so klein, schafft Unruhe und manchmal sogar Angst. Das darf uns nicht überraschen. Wir sind alle katholisch, aber wir kommen von allen Teilen der Welt, wir stammen aus verschiedenen Kulturen, Sprachen und Traditionen. Das alles bereichert uns. Wir kommen aus verschiedenen Generationen und Denkschulen. Das alles zu einen und für die Reform zu arbeiten, ist anspruchsvoll: Aber ein Wandel ist notwendig!“
   Priorität habe, dass die Kurie ihre Glaubwürdigkeit zurück gewinne, berichtet der Kardinal. Karrierismus und Machtstreben müssten besiegt werden. „Der Papst will auf jeden Fall, dass sie sich nicht vor allem mit Organisation befasst, sondern mit Verkündigung.“ Auch die Dezentralisierung, bereits vom Zweiten Vatikanischen Konzil begonnen, sei in diesem Wandel ein wichtiger Aspekt, da müsse man weiter machen. „Mir scheint, dass das, was wir mit Papst Franziskus gerade erleben, das Ergebnis der großen Beginne des Konzils ist. Natürlich haben wir bereits Schritte gemacht, große Schritte. Aber das hier ist wie den Schritt eines Riesen zu machen und das ist zu begrüßen.“ rv 150214ord

Kardinal Edoardo Menichelli, Ancona Osimo   cdd-Edoardo-Menichelli-AnconaOsimo-Z

Konsistorium: Die Kirche muss Universalität ernst nehmen

    Geistliche Weltlichkeit sei gefährlicher als eine Grappa auf nüchternen Magen: Das hatte Papst Franziskus den neu ernannten Kardinälen in einem Brief geschrieben. Einer von ihnen ist Edoardo Menichelli, Erzbischof von Ancona-Osimo in Italien. Natürlich freue er sich über diese Ehre, sagt der neuernannte gegenüber Radio Vatikan, aber er habe auch widersprüchliche Gefühle: Warum? Was will Gott von mir? „Einer der Bischöfe, die mich in meinem Leben begleitet haben, hat mir einmal gesagt: ‚Vergiss nicht, Edoardo, es gibt niemals einen Sonntag ohne Freitag’. Das muss man zusammen denken: Die Schwäche, die Sünde, die Eitelkeit und auf der anderen Seite der Wunsch, dem nicht nachzugeben, weil sie überhaupt nicht einem Jünger Jesu entsprechen.“
   Der Hirte müsse den Geruch der Schafe haben, hatte Papst Franziskus das genannt. „Sehr, sehr“, kommentiert Menichelli diesen Satz. „Aber die Menschen heute schätzen Nähe, Trost und Barmherzigkeit mehr als große Reden. Das ist es, was sie brauchen. Ich glaube, dass man den berühmten Geruch bekommt, wenn man bei den Menschen ist, aber vor allem wird man reicher dabei, denn eine Begegnung bereichert alle.“
  Einige Aufregung hatte die Liste der neuen Kardinäle in Italien erregt, denn es finden sich nur drei Italiener auf ihr. Das sei ein klares Zeichen für die Universalität der Kirche, deutet Menichelli die Entscheidung von Papst Franziskus. „Wir [Italiener] waren daran gewöhnt, in der Überzahl zu sein. Aber ich glaube, dass die Kirche die Universalität ernst nehmen muss. Die Kirche in Ancona ist gleich der Kirche in Myanmar oder einem anderen Ort: Dass müssen wir und klar machen und umsetzen. Immer.“ rv150214ord

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Papst ernennt 17 Kardinäle. Nuntius in Syrien erhält Purpur

   Papst Franziskus hat nach dem Angelusgebet ein Konsistorium zum Abschluss des Heiligen Jahres angekündigt, bei dem er 17 neue Kardinäle kreieren wird. U.a. erhält der Papstbotschafter in Damaskus, Erzbischof Mario Zenari, das Kardinalspurpur. Die Ernennung eines amtierenden Nuntius ist außergewöhnlich, zudem der Papst eigens betonte, dass Zenari auf dem Posten bleiben wird. Beobachter werten die Ernennung als Ausdruck der hohen Bedeutung, die der Papst dem Syrienkonflikt zuschreibt. Bemerkenswert ist auch neben der Ernennung des Brüsseler Erzbischofs Jozef de Kesel und des Erzbischofs von Madrid Carlos Osoro Sierra die Ernennung einiger Bischöfe aus Ländern „an der Peripherie“: So ist der mit 49 Jahren sehr junge Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga, unter den neuen Purpurträgern. In Bangui hatte Papst Franziskus die erste Heilige Pforte zum Jahr der Barmherzigkeit eröffnet. Außerdem ist der Erzbischof von Dhaka (Bangladesch) unter den Ernannten und der Erzbischof von Mauritius, einer Insel im Indischen Ozean, sowie die Oberhirten aus Port Moresby (Papua Neuguinea) und der emeritierte Erzbischof von Kuala Lumpur (Malaysia). Die Kurie ist nur mit einem Kandidaten vertreten. Der neue Präfekt des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben, Kevin Joseph Farrell.
   Ein außergewöhnliches Zeichen setzt Papst Franziskus mit der Ernennung des albanischen Priesters Ernest Simoni (88) zum Kardinal. Dieser war in der Zeit der kommunistischen Verfolgung im Geheimen zum Priester geweiht worden. 18 Jahren verbrachte er im Gefängnis, teilweise in Isolationshaft. Mehrmals war er zum Tode verurteilt worden. 1981 wurde er aus dem Gefängnis entlassen und musste als „Feind des Volkes“ in den Kloaken der Stadt Shkodra im Norden des Landes arbeiten. Papst Franziskus war ihm bei seinem Besuch in Tirana am 21. September 2014 begegnet. Neben ihm sind drei weitere Kirchenmänner zu Kardinälen erhoben worden, die bereits das 80. Lebensjahr überschritten haben. Sie haben daher kein Papstwahlrecht mehr.
   Das Konsistorium ist für den 19. November geplant. Am 20. November, dem Christkönigsfest und Abschluss des Heiligen Jahres, beabsichtigt Franziskus, gemeinsam mit den neuen Kardinälen die Heilige Messe zu feiern. 

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Was geschieht bei einem Konsistorium? - Konsistorium in Sankt Peter: Als Gast ist Benedikt XVI. dabei

   Immer mehr war bereits in den vergangenen Jahren Wert darauf gelegt worden, diese Zeremonie nicht mit einem Sakrament, einer Weihe etwa, zu verwechseln. Papst Benedikt XVI. hatte die Überreichung von Hut und Ring bereits aus der Messfeier heraus genommen, um die Feier dem Anlass gemäßer zu gestalten und zu vermeiden, dass es aussieht wie eine Weihe. Wie läuft so eine Kardinalserhebung genau ab?
   Nach dem feierlichen Einzug des gesamten in Rom versammelten Kardinalskollegiums und der neu zu kreierenden eröffnete der Papst den Gottesdienst mit einem Gebet. Unter den Kardinälen dabei war auch Papst emeritus Benedikt XVI. der vom Papst beim Einzug herzlich begrüßt worden war.
   Erzbischof – danach Kardinal – Dominique Mamberti begrüßte den Papst in einer kurzen Ansprache im Namen aller Neuernannten. Diese Aufgabe wird jeweils vom ranghöchsten der Kurienmitarbeiter übernommen, die zu Kardinälen kreiert werden. Im vergangenen Jahr war es etwa Staatssekretär Pietro Parolin.
   Nach der Lesung und der Predigt des Papstes verlas Franziskus das offizielle Dokument zur Erhebung der Kardinäle und die Namen, alles auf Latein. Angeleitet von Dominique Mamberti sprachen die Ernannten dann das Glaubensbekenntnis und gelobten dem Papst gegenüber ihren besonderen Gehorsam und Dienst in ihrem neuen Amt.

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   Einzeln traten dann die Neuen vor den Papst vor den Hauptaltar von Sankt Peter und bekamen von ihm zuerst die roten Kopfbedeckungen – Pileolus und Birett – aufgesetzt, dann den Ring auf den Finger. Abschließend wies der Papst jedem seine eigene Titelkirche in Rom zu. Dazu wurden auch die entsprechenden Urkunden überreicht. Für den deutschen Kardinal Karl-Josef Rauber ist es die Kirche Sankt Antonius von Padua. Bei der Rückkehr auf ihren Platz wurden die Neuernannten dann von ihren Mitbrüdern begrüßt. Ein Gebet und das Vaterunser schloss den offiziellen Teil der Kardinalserhebung ab. rv150214ord 

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Foto: Mario Zenari, Apostolischer Nuntius in Syrien (Italien)
   Der Papst ernannte ihn am 15. Juni 1994 zum Ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei dem Büro der Vereinten Nationen in Wien und Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung und Ständigen Vertreter bei der Internationalen Atomenergie-Organisation und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Wien.
   Am 12. Juli 1999 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Iulium Carnicum und bestellte ihn zum Apostolischen Nuntius in der Elfenbeinküste und im Niger sowie am 24. Juli 1999 zum Apostolischen Nuntius in Burkina Faso. Die Bischofsweihe spendete ihm am 25. September desselben Jahres Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano; Mitkonsekratoren waren der Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kurienerzbischof Marcello Zago OMI, und der Bischof von Verona, Flavio Roberto Carraro OFMCap. Am 10. Mai 2004 wurde Mario Zenari Apostolischer Nuntius in Sri Lanka. Papst Benedikt XVI. bestellte ihn am 30. Dezember 2008 zum Apostolischen Nuntius in Syrien.

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Foto  links: Dieudonné Nzapalainga, CSSp., Erzbischof von Bangui (Zentralafrikanische Republik)
  
Nzapalainga erwarb ein Lizenziat im Fach katholische Theologie am Centre Sèvres in Frankreich. Von 1998 bis 2005 war er Kaplan der Fondazione d’Auteuil und Vikar in der Pfarrei Saint Jerôme in Marseille. 2005 wurde Dieudonné Nzapalainga Regional-Superior der Spiritaner in der Zentralafrikanischen Republik und Pfarrer in Bangui. Von 2008 bis 2009 war er zudem Präsident der Konferenz der Ordensoberen in der Zentralafrikanischen Republik. Dieudonné Nzapalainga wurde am 26. Mai 2009 nach dem Rücktritt von Erzbischof Paulin Pomodimo zum Apostolischen Administrator von Bangui bestellt.
   Am 14. Mai 2012 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Bangui.[1] Der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Fernando Kardinal Filoni, spendete ihm am 22. Juli desselben Jahres die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren der Apostolische Nuntius in der Zentralafrikanischen Republik, Erzbischof Jude Thaddeus Okolo, und der Bischof von Bambari, Edouard Mathos. Die Amtseinführung erfolgte am 29. Juli 2012. Am 1. September 2015 erhielt er gemeinsam mit dem Imam Oumar Kobine Layama den Aachener Friedenspreis für deren Engagement den kriegerischen Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik friedlich beizulegen und ihre Bemühungen bei der Verständigung zwischen den Religionen. So hat der Erzbischof dem Imam und weiteren 10.000 Flüchtlingen Asyl auf kirchlichem Boden gewährt. Beide verhandeln oftmals persönlich mit Rebellen und erwirken Freilassungen von Geiseln, unabhängig von der Religionszugehörigkeit dieser.[2] Im April 2016 wurde er im niederländischen Middelburg mit dem Four Freedoms Award in der Kategorie Religionsfreiheit geehrt.

Foto rechts: Carlos Osoro Sierra, Erzbischof von Madrid (Spanien)
  
Am 27. Dezember 1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Orense. Die Bischofsweihe empfing er am 22. Februar 1997 in der Kathedrale von Ourense durch den Apostolischen Nuntius in Spanien, Erzbischof Lajos Kada; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Santiago de Compostela, Julián Barrio Barrio, und der Bischof von Tui-Vigo, José Diéguez Reboredo. Aus diesem Anlass wählte er sich den bischöflichen Wahlspruch Per Christum et cum Ipso et in Ipso („Durch Christus und mit Ihm und in Ihm“), der an die Schluss-Doxologie des Hochgebets angelehnt ist.
   Am 7. Januar 2002 berief ihn Johannes Paul II. zum Erzbischof von Oviedo; die kanonische Besitzergreifung und offizielle Amtseinführung fand dort am 23. Februar desselben Jahres statt.
   Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 8. Januar 2009 zum Erzbischof von Valencia; die feierliche Amtsübernahme fand am 18. April desselben Jahres statt. Carlos Osoro Sierra übernahm das Amt des Priors der Komturei Valencia des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
   Am 28. August 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum Erzbischof von Madrid. Die Amtseinführung erfolgte am 25. Oktober desselben Jahres. Papst Franziskus ernannte ihn am 9. Juni 2016 zusätzlich zum ersten Ordinarius des mit gleichem Datum errichteten Ordinariats für die Gläubigen der östlichen Riten in Spanien.

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Foto links: Sérgio da Rocha, Erzbischof von Brasilia (Brasilien)
  
Am 13. Juni 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Alba und bestellte ihn zum Weihbischof in Fortaleza. Der Erzbischof von Fortaleza, José Antônio Aparecido Tosi Marques, spendete ihm am 11. August desselben Jahres die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren der Bischof von São Carlos, Joviano de Lima Júnior SSS, und der Bischof von Bragança Paulista, Bruno Gamberini.
   Am 31. Januar 2007 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Koadjutorerzbischof von Teresina. Sérgio da Rocha wurde am 3. September 2008 in Nachfolge von Celso José Pinto da Silva, der aus Altersgründen zurücktrat, Erzbischof von Teresina. Am 15. Juni 2011 bestellte ihn Benedikt XVI. zum Erzbischof von Brasília.
Die brasilianischen Bischöfe wählten da Rocha am 20. April 2015 als Nachfolger Raymundo Kardinal Damasceno Assis’ zum Vorsitzenden der Brasilianischen Bischofskonferenz.

Foto rechts: Blase J. Cupich, Erzbischof von Chicago (U.S.A.) 
   Der Erzbischof von Omaha, Daniel Eugene Sheehan, spendete ihm am 16. August 1975 die Priesterweihe. Anschließend war er viele Jahre als Pastor tätig. Von 1989 bis 1996 war er Rektor des Päpstlichen Kollegs Josephinum in Columbus, Ohio, dem einzigen Päpstlichen Kolleg außerhalb Roms.
   Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 7. Juli 1998 zum Bischof von Rapid City. Der Erzbischof von Saint Paul and Minneapolis, Harry J. Flynn, spendete ihm am 21. September 1998 die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Elden Francis Curtiss, Alterzbischof von Omaha, und Charles Joseph Chaput OFMCap, Erzbischof von Denver. Zudem war er Sekretär des Apostolischen Nuntius in Washington, D.C.
   Am 30. Juni 2010 wurde er von Benedikt XVI. zum Bischof von Spokane ernannt und am 3. September 2010 in das Amt eingeführt.
Von 2008 bis 2011 Präsident des
USCCB Committee for the Protection of Children and Young People der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Im Juni 2014 kritisierte Cupich die aktuelle Globalisierung, die er „nicht im Einklang mit der katholischen Soziallehre“ sieht. Papst Franziskus ernannte ihn am 20. September 2014 zum neunten Erzbischof von Chicago. Die Amtseinführung fand am 18. November desselben Jahres statt. Am 30. April 2015 gab er eine große Zahl von Neuernennungen in Führungspositionen bekannt.

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Foto: Patrick D’Rozario, C.S.C., Erzbischof von Dhaka (Bangladesch) (Mitte)
   Patrick D’Rozario trat der Ordensgemeinschaft der Kongregation vom Heiligen Kreuz bei, legte am 14. Juni 1962 die Profess ab und empfing am 8. Oktober 1972 die Priesterweihe.
   Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 21. Mai 1990 zum Bischof von Rajshahi. Der Bischof von Dinajpur, Theotonius Gomes CSC, spendete ihm am 12. September desselben Jahres die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Michael Rozario, Erzbischof von Dhaka, und Piero Biggio, Apostolischer Pro-Nuntius in Bangladesch.
   Am 3. Februar 1995 wurde er zum Bischof von Chittagong ernannt. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 25. November 2010 zum Koadjutorerzbischof von Dhaka. Mit der Emeritierung Paulinus Costas folgte er diesem am 22. Oktober 2011 im Amt des Erzbischofs von Dhaka nach

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Foto: Baltazar Enrique Porras Cardozo, Erzbischof von Mérida (Venezuela)
   Am 23. Juli 1983 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Lamdia und zum Weihbischof in Mérida. Die Bischofsweihe spendete ihm José Alí Kardinal Lebrún Moratinos am 17. September desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren die Erzbischöfe Miguel Antonio Salas Salas CIM und Domingo Roa Pérez. Am 30. Oktober 1991 berief ihn Johannes Paul II. zum Erzbischof von Mérida. Am 13. Oktober 2008 erhielt er von der Universidad Nacional Andrés Bello in Chile die Ehrendoktorwürde für Geschichte. Er war Präsident der Bischofskonferenz von Venezuela (CEV) und ist seit 2007 Vizepräsident des Lateinamerikanischen Bischofsrates.

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Foto: Jozef De Kesel, Erzbischof von Malines-Bruxelles (Belgien)
   Er wurde am 26. August 1972 zum Priester für die Diözese Gent geweiht.  Professor für Religion an der Hochschule der Bischofs Eeklo (1974-1980), Professor für Religion, Philosophische Anthropologie und zeitgenössischen Denken an die School of Social Gent (1977-1980), Professor für Fundamentaltheologie  und Dogmatik im Seminar von Gent (1980-1996) und zur gleichen Zeit, Professor der Theologie höheren Institut für Religionswissenschaft  in Gent, wo er auch Dekan war, Professor für Christology an der katholischen Universität Löwen (1989-1992), verantwortlich für die Bildung von Seelsorgern in Gent (1983-2002), Bischofsvikar  für die theologische Ausbildung und pastorale in der Diözese Gent (1992-2002).
  
Papst Johannes Paul II ernannte ihn zum Titularbischof von Bulna und Weihbischof von Malines-Brüssel am 20. März 2002. Er wurde am 26. Mai eingeweiht und hat als Generalvikar für das Vikariat von Brüssel ernannt. In der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) Konferenz ist er für die Inter-Diözesan-Kommission für die Pastoral Liturgie (Flämische und Französisch) und einem Vertreter der Kommission der Bischofs verantwortlich ". Bischof von Brügge am 10 Juli 2010 ernannt. Am 6. November 2015 benannte Papst Francis De Kesel André- Joseph Léonard als Erzbischof von Mechelen-Brüssel und Primas von Belgien.

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Foto: Maurice Piat, Erzbischof von Port-Louis (Mauritius)
   Am 21. Januar 1991 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Koadjutorbischof von Port-Louis. Jean Kardinal Margéot spendete ihm am 19. Mai 1991 die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren der Bischof von Saint-Denis-de- La Réunion, Gilbert Aubry, und der Erzbischof von Bangalore, Alphonsus Mathias. Am 15. Februar 1993 wurde Maurice Piat Bischof von Port-Louis.
   Maurice Piat wurde am 23. September 2009 durch Papst Benedikt XVI. zum Mitglied der Zweiten Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika (4. bis 25. Oktober 2009) ernannt.

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Foto: Kevin Joseph Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familien und das Leben (U.S.A.)
   Die Familienpastoral im Licht des Papstschreibens Amoris Laetitia, und der Dienst der Laien in der Kirche: Diese beiden Punkte nennt der frisch ernannte Präfekt des neu eingerichteten Dikasteriums für Familie, Laien und das Leben als Prioritäten. Kevin Farrell, ein gebürtiger Ire und bisher Bischof von Texas, war an diesem Mittwoch von Papst Franziskus zum Leiter der neuen Institution im Vatikan ernannt worden. „Ich habe mich immer für ganz einfach einen Bischof eines Bistums gehalten, der den Menschen hier dient“, so Farrell aus Dallas gegenüber Radio Vatikan. „Wenn man so einen Anruf des Heiligen Vaters bekommt, der einen bittet, diese Arbeit zu übernehmen, dann überrascht einen das schon und macht sehr demütig.“
   „Es ist eine große Herausforderung, vor allem deswegen, weil das Schreiben des Papstes zur Familie, Amoris Laetitia, von der Welt so gut angenommen wird. Deswegen ist das, was einmal der Familienrat gewesen ist, Nummer eins auf meiner Agenda. Dazu kommt dann die Förderung des Dienstes der Laien: Laien sollen ihren rechtmäßigen Platz in der Kirche einnehmen, und dazu gehört das Apostolat der Laien. So sehe ich die Herausforderung“, sagt der Bischof, um dann anzufügen: „In meinem Leben hatte ich so etwas nicht mehr erwartet, aber so ist das eben.“
   Recht bald schon wird Kevin Farrell seinen Dienst im Vatikan antreten, am 1. September beginnt das neue Dikasterium seine Arbeit offiziell. Er wird dann aber nicht der einzige Bischof Farrell im Vatikan sein: „Mein Bruder arbeitet als Sekretär [zweiter Mann] im Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen“, berichtet Kevin Farrell über Brian Farrell. „Darauf freue ich mich wirklich. Wir sind jetzt beide seit so vielen Jahren Priester, aber wir haben niemals gemeinsam in einer Stadt gearbeitet, das ist etwas Neues.“  Rv160818ord

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Foto: Carlos Aguiar Retes, Erzbischof von Tlalnepantla (Mexico)
   1974 bis 1977 Biblische Theologie am Päpstlichen lateinamerikanischen Kolleg „Pius“ sowie am Päpstlichen Bibelinstitut. Er war von 1978 bis 1991 Rektor des Seminars von Tepic. 1991 absolvierte er ein Doktoratsstudium in biblischer Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. 1996 wurde er Professor für Heilige Schrift an der Päpstlichen Universität von Mexiko.
   Am 28. Mai 1997 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Texcoco ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von Monterrey, Adolfo Antonio Kardinal Suárez Rivera, am 29. Juni desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren sein Amtsvorgänger, Bischof Magín Camerino Torreblanca Reyes, und Alfonso Humberto Robles Cota, Bischof von Tepic.
   Am 5. Februar 2009 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof des Erzbistums Tlalnepantla. Die Amtseinführung fand am 31. März desselben Jahres statt.
   Von 2004 bis 2007 war er Generalsekretär des CEM. Seit 2009 ist er Präsident der mexikanischen Bischofskonferenz (Conferencia del Episcopado Mexicano CEM). Seit 2007 ist er Mitglied des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog.
   Carlos Aguiar Retes war von 1999 bis 2003 Generalsekretär des CELAM. Auf der 23. Vollversammlung des CELAM in Montevideo wurde er 2011 für vier Jahre zum Vorsitzenden des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM gewählt.

ccdd-JohnRibat,MSC-PortMoresby-ZZ

Foto: John Ribat, M.S.C., Erzbischof von Port Moresby (Papua Neu-Guinea)
   John Ribat trat der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare bei und empfing am 1. Dezember 1985 die Priesterweihe.
   Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 30. Oktober 2000 zum Weihbischof in Bereina und Titularbischof von Macriana Minor. Der Bischof von Bereina, Gérard-Joseph Deschamps SMM, spendete ihm am 11. Februar des nächsten Jahres die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Brian James Barnes OFM, Erzbischof von Port Moresby, und Benedict To Varpin, Erzbischof von Madang.
   Am 12. Februar 2002 wurde er zum Bischof von Bereina ernannt. Am 16. April 2007 wurde er zum Koadjutorerzbischof von Port Moresby ernannt. Nach der Emeritierung Brian James Barnes' OFM am 26. März 2008 folgte er ihm als Erzbischof von Port Moresby nach.

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Foto: Joseph William Tobin, C.SS.R., Erzbischof von Indianapolis (U.S.A.)
   Von 1979 bis 1984 war Joseph William Tobin Pfarrvikar der Pfarrei Holy Redeemer
in Detroit und von 1984 bis 1990 war er Pfarrer derselben Pfarrei. Tobin war zudem von 1980 bis 1986 Bischofsvikar des Erzbistums Detroit und Mitarbeiter des Diözesangerichts. Er war von 1990 bis 1991 Pfarrer der Pfarrei Saint Alphonsus in Chicago. 1991 wurde Joseph William Tobin Generalkonsultor der Redemptoristen und am 9. September 1997 Generaloberer der Redemptoristen. Am 26. September 2003 wurde er in diesem Amt bestätigt. 2003 wurde Tobin zudem Vizepräsident der Union der Generaloberen. Joseph William Tobin war von 2001 bis 2009 Mitglied des Rates für die Beziehungen zwischen der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens und der Internationalen Union der Generaloberen. Tobins Amtszeit als Generaloberer der Redemptoristen endete am 4. November 2009. Papst Benedikt XVI. bestellte ihn am 31. Mai 2010 zum Apostolischen Visitator für die Ordensgemeinschaften in Irland.
   Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 2. August 2010 zum Titularerzbischof von Obba und bestellte ihn zum Sekretär der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens
 Die Bischofsweihe spendete ihm am 9. Oktober 2010 Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB im Petersdom; Mitkonsekratoren waren der Kardinalvikar für das Bistum Rom, Agostino Kardinal Vallini, und der Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Franc Kardinal Rodé CM.
   Am 18. Oktober 2012 ernannte ihn Benedikt XVI. zum Erzbischof von Indianapolis. Die feierliche Amtseinführung (Inthronisation) fand am 3. Dezember desselben Jahres statt.
Joseph William Tobin spricht neben Englisch auch Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch.

Außerdem vier weitere Kardinäle, die über achtzig Jahre alt sind,
und die wegen ihrer Verdienste um die Kirche zu Kardinälen erhoben werden:

Anthony Soter Fernandez, emeritierter Erzbischof von Kuala Lumpur (Malaysia)
Renato Corti, emeritierter Erzbischof von Novara (Italia)
Sebastian Koto Khoarai, O.M.I, emeritierter Bischof von Mohale’s Hoek (Lesotho)
Ernest Simoni, Priester des Erzbistums von Shkodrë-Pult (Scutari – Albanien).

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Kommentar der FAZ
   Nur zwei Konklave-Wahlberechtigte kommen aus Europa. Franziskus will zum Ende des Heiligen Jahres im November 17 neue Kardinäle ernennen. Das gab er am Sonntag nach dem Angelusgebet auf dem Petersplatz bekannt. 13 von ihnen haben das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet und wären daher wahlberechtigt, sollte in nächster Zeit ein Nachfolger für Franziskus gewählt werden. Vier weitere Bischöfe ziehen als „Ehrenkardinäle" in den päpstlichen Senat ein. Schon beim Rückflug von seinem jüngsten Kaukasusbesuch hatte der Papst gesagt, er müsse aus einer langen Liste 13 Kandidaten auswählen, die an einem Konklave teilnehmen könnten: „Kriterium ist die Universalität der Kirche. Nicht nur Europa also, denn die Kirche ist überall auf der Welt."  Besonders wichtig ist für den Papst offenbar die Ernennung seines Nuntius' in der syrischen Hauptstadt Damaskus, des italienischen Erzbischofs Mario Zenari. Damit wolle Franziskus deutlich machen, dass für ihn die Suche nach einem Frieden in dem Bürgerkriegsland von höchster Priorität ist, hieß es. Nur zwei neue wahlberechtigte Kardinäle kommen aus Europa: der Erzbischof von Brüssel, Jozef de Kesel, und der Erzbischof von Madrid, Carlos Osoro Sierra. Wieder gehen italienische Bistümer leer aus. Auch der Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, wurde im Gegensatz zu allen seinen Vorgängern seit 1957 nicht berücksichtigt. Aus dem Vatikan will der Papst einzig den Präfekten des neu gebildeten Dikasteriums für Familie, Laien und Lebensschutz, den Amerikaner Kevin Joseph Farrell zum Kardinal erheben.
   Im übrigen hat Franziskus neben je einem Erzbischof aus Brasilien, Venezuela, Mexiko und den Vereinigten Staaten vor allem Bischöfe aus der Peripherie des Christentums ausgewählt: so den mit 49 Jahren jungen Erzbischof von Bangui, Dieudonne Nzapalainga. Dieser Geistliche aus der Zentralafrikanischen Republik war vor knapp einem Jahr Gastgeber des Papstes gewesen und hatte mit ihm in Bangui die erste Heilige Pforte des „Jahres der Barmherzigkeit" eröffnen können siehe Foto oben. Ein  besonderes Zeichen ist die Ernennung des 88 Jahre alten albanischen Priesters Ernest Simoni zum Ehrenkardinal. Simoni war zur Zeit des Kommunismus im Geheimen zum Priester geweiht worden und verbrachte 18 Jahre im Gefängnis, bisweilen in Isolationshaft und wurde mehrmals zum Tod verurteilt.
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