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Kreuzzüge

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1. Vierter Kreuzzug: Das Lateinische Kaiserreich
2. Fünfter Kreuzzug: Kühn in des stolzen Sultans Gegenwart
3. Kinderkreuzzug

Die Kreuzzüge - Vierter Kreuzzug: Das Lateinische Kaiserreich

Die Pläne Heinrichs VI.
   Drei Jahre nachdem Richard Löwenherz das Heilige Land nach dem Scheitern des Dritten Kreuzzugs verlassen hatte, gelobte der Staufer Heinrich VI. am 31. Mai 1195 in Bari, einen erneuten Feldzug gegen die Ungläubigen zu unternehmen. In Wirklichkeit gingen Heinrichs Bestrebungen weit über die Befreiung des Heiligen Grabes hinaus. Der Kaiser war 1194 in den Besitz des von seiner Frau Konstanze geerbten Königreichs Sizilien gekommen und be- absichtigte nun, einen mächtigen Herrschaftsbereich im Mittelmeerraum aufzubauen, um Byzanz zu vernichten und die Macht des Papstes zu schwächen. Er erklärte Zypern und Kleinarmenien zu Königreichen und stellte damit unverblümt die päpstliche Hoheit über die Gebiete im Osten in Frage, da alle lateinischen Staaten des Heiligen Landes Vasallen des Apostolischen Stuhls waren. Heinrich betrachtete sich als den „König der Könige" und gab dies ganz offen zu: Schließlich war er der Sohn des großen Friedrich Barbarossa, der Richard Löwenherz nach lan- ger Gefangenschaft zu seinem Vasallen gemacht hatte, und er hasste Byzanz, dessen jahrtausendlange Tradition und ausgedehnten Gebiete er sich zu eigen machen wollte. Sein plötzlicher Tod im Jahr 1197 machte diese Pläne jedoch zunichte.

Papst Innozenz III. und der Kreuzzug          ale-Kreuz-Innozent-III-Zz

   Am 8. Januar des darauffolgenden Jahres wurde Lotario di Segni zum Papst gewählt und nahm den Namen Inno- zenz III. an. Um einiges entschlossener als sein Vorgänger Coelestin III. (1191-1198), setzte der neue Papst seine Autorität und die seinem Amt gebührenden Vorrechte und Würden entschieden durch. Diese wurden in dem theokratischen Werk Regale sacerdotium zusammengefasst, welches den Papst an die Spitze einer vereinten und ihm unterstehenden Christenheit stellte, Könige und Kaiser eingeschlossen. Der Pontifex hatte einen Auftrag und eine Macht, die weit über das Weltliche hinausgingen: Er war der Statthalter Christi auf Erden und stand somit über allen anderen. Ein Nichteinverständnis war ausgeschlossen. Häretiker sollten während der Amtszeit des Innozenz rückhaltlos verfolgt und seine bisher erfolglosen Bemühungen, die katholische mit der orthodoxen Kirche auszusöhnen, verstärkt werden. Auch machte dem Papst die Situation in den östlichen Gebieten große Sorgen, auf deren heiligem Boden sich das Heidentum ausbreitete. Erschüttert von den Hilferufen aus Palästina der fränki- schen Adligen und lateinischen Bischöfe, der Templer und des Malteserordens, rief er im August des Jahres 1198, wenige Monate nach seiner Wahl, zum Kreuzzug auf Bulle Post miserabile vom 5. August 1198. Der Moment schien günstig für ein Gelingen des Feldzugs. Mit dem Tod Heinrichs war nun eine unbequeme und gefährliche Präsenz ausgeschaltet. Der zweite und dritte Kreuzzug waren aufgrund der Machtgier von Königen und Kaisern fehlgeschlagen, und mit Heinrich VI. an der Spitze wäre es mit Sicherheit auch diesmal nicht anders gewesen - die Bestrebungen des Schwaben waren wohlbekannt. Der Papst schlug aus der Vakanz des Thrones Kapital, da er höchster Schiedsrichter in dem Streit um die deutsche Krone war, dem Negotium Romani Imperi, in dem nun der Bruder Heinrichs, Philipp von Schwaben, gegen Otto von Braunschweig antrat. In diesem Disput unterstützte Inno- zenz den letzteren, um die allzu ehrgeizigen - und gefährlichen - Ambitionen der Staufer zu schwächen. Aber das war noch nicht alles. Mit dem Tod Heinrichs war auch die Bedrohung einer Vereinigung Siziliens mit dem Reich gewichen. Innozenz, Herrscher über das Vasallenreich des Heiligen Stuhls, konnte nun die deutschen Lehnsherren in Sizilien bekämpfen, die die Autorität des Papstes zwar offiziell anerkannten, die Insel aber weiterhin regieren wollten.
   Auch in anderen Ländern schienen die Dinge zugunsten der päpstlichen Pläne zu stehen: In England hatte die Frage der Thronfolge nach dem Tod des Richard Löwenherz im Jahr 1199 eine Auseinandersetzung zwischen seinem Bruder Johann und dessen Neffen Arthur ausgelöst, an der auch Philipp August von Frankreich beteiligt war. Außerdem sollte der Papst aufgrund der Scheidung Philipps von Ingeborg von Dänemark schon bald das Interdikt über Frankreich verhängen. Im Übrigen hatte der Papst sich klar ausgedrückt: Schon in der Bulle Post miserabile hatte er das Verhalten der europäischen Fürsten gerügt, die sich dem Ehebruch und der Völlerei hin- gaben und in Luxus schwelgten adulterinis amplexibus, deliciis et divitiis abutentes, anstatt die durch die Krän- kungen des islamischen Feindes im Heiligen Land erlittene Schmach zu tilgen. Auf die Fürsten konnte er also nicht zählen. Johann von England seinerseits bat den Papst um eine Befreiung von der Teilnahme am Kreuzzug für sich und seine Adligen, da sein Interesse am Heiligen Land praktisch inexistent war.

Balduin IX. wurde 1194 Graf von Flandern. Seine Teilnahme am Vierten Kreuzzug war durch den im Jahr 1200 ge- schlossenen Frieden zwischen England und Frankreich bedingt, da er nun der kapetingischen Monarchie allein ge- genüberstand. Zuvor hatte Balduin, unterstützt von den Engländern, einige Territorien Flanderns zurückerobern können, die Frankreich der gräflichen Herrschaft seiner Familie ohne Waffengewalt, kraft eines Schiedsspruchs, ab- genommen hatte (es handelte sich um die Städte Tournai, Aire und Saint-Omer). Während des Vierten Kreuzzugs stach er durch seine Persönlichkeit und als tapferer Krieger hervor und befürwortete sowohl den Angriff Zaras als auch die Kursänderung des Kreuzzugs Richtung Konstantinopel. Diese Ansichten teilten auch die Venezianer, was ihm die Gunst des Dogen eintrug, der ihn bei der Kaiserwahl unterstützte. Als das Lateinische Kaiserreich errichtet war, kämpfte Balduin nach einer Zwistigkeit mit seinem Lehnsherrn Bonifatius von Montferrat gegen die aufständi- sche Bevölkerung von Thrakien, angeführt vom Zar der Bulgaren Kalojan. Bei der Schlacht von Adrianopel am 4. April 1205 kapitulierten die kaiserlichen Truppen; Balduin wurde verletzt und gefangen genommen. Danach hörte man nichts mehr von ihm. In einem Brief an Innozenz III. vom darauffolgenden Jahr erklärte der Zar ihn für tot, doch bediente ein Hochstapler sich einige Jahre später des geheimnisumwitterten Verschwindens Balduins, um von dessen Töchtern die Grafschaft Flandern zu fordern. Seine Frau Marie von Champagne, die ihm entgegenge- reist war, starb Ende August 1204 in Akkon.

Der Kreuzzug ohne Könige
   Beim niederen Adel, im Besonderen bei Theobald von Champagne, erntete der Aufruf zum Kreuzzug in der Post miserabile mit wiederholten Verweisen auf die Heilige Schrift großen Beifall. Im November 1199 forderte der Graf seine Gäste bei einem Turnier an seinem Hof in Ecry auf, zu dem vor wenigen Monaten vom Papst ausgerufenen Kreuzzug Stellung zu nehmen. Theobalds Interesse am Heiligen Land hatte triftige Gründe: Er war Neffe Richards von England und Philipp Augusts, und sein Bruder Heinrich war König von Jerusalem gewesen. Die anfänglich zögernden Ritter ließen sich schließlich von den feurigen Reden Fulkos von Neuilly überzeugen, den der Papst beauftragt hatte, in Frankreich den Kreuzzug zu predigen. Zusammen mit Theobald nahmen Balduin IX. von Flandern und seine Brüder Eustach und Heinrich, Graf Ludwig von Blois, Simon IV. von Montfort, Gottfried von Villehardouin - Verfasser einer wertvollen Chronik des Feldzugs - und weitere Adlige Nordfrankreichs und der Niederlande das Kreuz. Zu den Kreuzrittern der ersten Stunde gesellten sich in der Folge einige Deutsche und zahlreiche norditalienische Barone. Theobald von Champagne starb im März 1201, woraufhin die Kreuzfahrer bei der Versammlung von Soissons Bonifatius I. von Montferrat zum neuen Anführer des Feldzugs wählten.
   Bonifatius hatte Verbindungen zum Adel von Outremer; seine Familiengeschichte war so stark durch die Kreuz- züge geprägt, dass seine Teilnahme praktisch zwingend war. Einer seiner Brüder hatte Sibylle von Jerusalem geheiratet und war Vater des späteren Königs Balduin V.; sein Bruder Konrad hatte während des Dritten Kreuzzugs Tyrus gerettet und war kurze Zeit König von Jerusalem, bevor er im Jahr 1192 von Assassinen erstochen wurde. Nun war Maria, die Tochter Konrads und Isabellas, die Thronerbin des Reiches und Bonifatius selbst hatte seine Markgrafschaft nach Konrads Tod geerbt. Doch war er - zum Leidwesen des Papstes - Freund und Verbündeter Philipps von Schwaben, der mit Irene Angelina, Tochter des byzantinischen Kaisers Isaak II. Angelos, verheiratet war.
Unruhe in Byzanz
   Isaak II. Angelos war 1195 von seinem Bruder Alexios entthront, geblendet und eingekerkert worden. Alexios hatte den Unmut ausgenutzt, der sich wegen Isaaks schlechter Verwaltung des Reichs, der Korruptheit seiner Beamten, dem Verlust von Gebieten auf der balkanischen Halbinsel und der Südküste der Türkei und den zahl- reichen, an italienische Händler verkauften Konzessionen unter der Bevölkerung breit gemacht hatte. Nachdem Alexios III. die Macht übernommen hatte, überließ er die Regierung weitgehend seiner Frau Euphrosyne Kamatera und widmete sich Fragen der Innenpolitik: Thronfolge, Hofintrigen, Volksaufruhre aufgrund der ökonomischen Krise und Bestechlichkeit im Verwaltungswesen. Der Tod Heinrichs VI. ermutigte ihn und er rehabilitierte die unter Manuel Komnenos (1143-1180) verfolgten Venezianer, bevorzugte jedoch die Pisaner und Genuesen. Alexios Angelos, den man zusammen mit seinem Vater Isaak II. eingekerkert hatte, gelang es Ende 1201 zu entkommen und nach Deutschland zu fliehen. Für Alexios III. stellte dies eine Bedrohung dar. Die Verwandtschaft seines Nef- fen mit Philipp von Schwaben - er war Ehemann der Schwester des Alexios - hätte diesem einen Vorwand liefern können, Byzanz anzugreifen.
   Die Befürchtungen des Basileus waren berechtigt. An Weihnachten des Jahres 1201 traf Alexios Angelos am Hof seines Schwagers ein, wo sich auch Bonifatius von Montferrat aufhielt, der bereits zum Anführer des bevorstehen- den Kreuzzugs gewählt worden war. Welche bessere Gelegenheit hätte sich dem jungen Angelos bieten können, sich an seinem Onkel Alexios III. zu rächen? Ein Sturz des Ursupators wäre für alle von Vorteil gewesen. Philipp von Schwaben hätte von Alexios IV. nach dessen Krönung die Huldigung empfangen und so Byzanz dem Heiligen Römischen Reich unterworfen. Der Kreuzzug hätte unter der Führung Bonifatius von Montferrat und mit der logistischen und militärischen Unterstützung eines ihm wohlgesinnten Herrschers den angestrebten Ausgang genommen. Alexios IV. hingegen hätte den Thron erhalten, der ihm seiner Meinung nach zustand. Die beiden erarbeiteten also einen Plan, den sie dem Papst vorlegten. Innozenz III. ging jedoch nicht in die Falle. Trotz Bonifatius von Montferrats Zusicherungen und den Versprechungen des Alexios Angelos einer Aufhebung des Schismas zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche, sobald er an die Macht gekommen wäre, weigerte sich der Papst, einem Bruderkrieg unter Christen zuzustimmen und den Kreuzzug von seinem ursprünglichen Ziel abzuwenden. Außerdem wollte er natürlich auf gar keinen Fall Philipp von Schwaben begünstigen.

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Bonifatius II., Graf von Montferrat, wird 1201 in der Kirche Notre-Dame de Soissons zum Anführer des Vierten Kreuzzugs gewählt, 1201. Öl auf Leinwand von Henri Decaisne (1799-1852). Chäteau de Versailles

   Alexios III. erfuhr von den Plänen seiner Feinde. Er wandte sich an Innozenz III., um ihm die negativen Folgen eines Bündnisses zwischen den Staufern und Angelos auszumalen: Sein Neffe hätte mit Sicherheit Philipps Kandi- datur unterstützt, sobald er auf dem Thron wäre. Mit seiner leicht ironischen Antwort gönnte der Papst sich eine kleine Revanche für die Haltung des Patriarchen bezüglich des Schismas und für das Abtrünnigwerden des Alexios. Nach seiner Wahl im Sommer 1198 war nämlich eine Gesandtschaft aus Byzanz bei Innozenz erschienen, welcher daraufhin an Alexios geschrieben hatte, um die Verhandlungen zur Vereinigung beider Kirchen wiederaufzu- nehmen und die Frage des Kreuzzugs zu diskutieren. Dem Patriarchen von Konstantinopel hatte er ein ähnliches Schreiben gesandt, jedoch in einem weit mehr theologischen Stil: Es enthielt einen Ausschnitt aus den Versen des Matthäus-Evangeliums Tu es Petrus („Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen"; Mt 16, 18-19), um die Notwendigkeit einer vereinten Kirche zu bekräftigen. Die Antwort der beiden war enttäuschend, vor allem hinsichtlich der von den byzantinischen Gesandten vorgegebenen Einsatzbereitschaft.
   Was den Kreuzzug betraf, zog Alexios es vor, eine defensive Haltung gegenüber dem Islam einzunehmen und erklärte, die Zeit, das Heilige Land zu befreien sei noch nicht gekommen. Er drohte außerdem mit einer gewaltsamen Zurückeroberung Zyperns. In Wirklichkeit jedoch musste er all seine Kräfte auf die Konsolidierung seines Reichs und die Abwendung eventueller Verschwörungen konzentrieren. Auch die Antwort des Patriarchen hatte den Papst irritiert. Während Innozenz mit der Notwendigkeit einer Aussöhnung zwischen der Mutterkirche(Rom) und ihrer Tochter (Konstantinopel) argumentiert hatte, erklärte der Patriarch, dass die orthodoxe die eigentliche Kirche sei.
   Der Papst antwortete dem Basileus, dass im Westen viele bereit wären, Alexios Angelos' Vorschläge zu akzep- tieren, um die orthodoxe Kirche für ihren Ungehorsam gegenüber dem Apostolischen Stuhl zu strafen. Auch sei Philipp von Schwaben für den Osten wahrscheinlich gefährlicher als für den Papst, dem es bisher gelungen war, ihn im Zaum zu halten. Und auch wenn es stimmte, dass Alexios Angelos keinerlei Anspruch auf das Ostreich hatte und der Papst ihn nicht unterstützte, verlangte Innozenz nun von Alexios III. unmissverständliche Zeichen seines Einsatzes für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Einigung der Kirchen.

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Foto: Der Doge Enrico Dandolo beschwört im Markusdom feierlich den Vertrag mit den Kreuzfahrern
von Jean Leclerc. Palazzo Ducale, Venedig.

Fertig zum Aufbruch
   Die Schwierigkeiten, mit welchen sich die vorhergehenden Feldzüge auf dem Landweg konfrontiert sahen, die fehlende Kontrolle über den Balkan und Anatolien seitens Byzanz und die Erinnerung an die Worte Richard Löwenherz - er hatte in Ägypten die Schwachstelle für die Passage ins Heilige Land erkannt - hatten die Kreuz- ritter von den Vorteilen der Reise Richtung Palästina auf dem Seeweg überzeugt. Im Jahr 1201 wurden die Ver- handlungen mit Venedig für den Transport des Heeres aufgenommen. Gottfried von Villehardouin handelte ein Abkommen aus, dass fünfundachtzigtausend Silbermark und den Verkauf der Hälfte der eroberten Gebiete an Venedig im Gegenzug für den Transport auf dem Seeweg von viertausendfunfhundert Rittern, ebenso vielen Pfer- den, neuntausend Knappen, zwanzigtausend Infanteristen und Lebensmitteln für ein Jahr vorsah. Außerdem soll- ten am 24. Juni 1202 fünfzig Galeeren bereitgestellt werden. Der Papst ratifizierte den Vertrag im Mai 1201. Die im folgenden Frühjahr zwischen Venedig und Kairo getroffenen, gewerblichen Vereinbarungen bedeuteten jedoch einen ersten Umweg des Feldzugs. Im Übrigen hatten die Kreuzfahrer - trotz der erheblichen, von den Anführern persönlich investierten Summen - bisher nur fünfzigtausend Mark gesammelt und das in Venedig eingetroffene Heer, welches aus nur einem Drittel der vorgesehenen Männer bestand, war nach den ersten Unruhen auf der Insel Lido einquartiert worden, die sich bald in ein regelrechtes Ghetto verwandelte. Diese unhaltbare Situation wurde von Bonifatius entschärft, der gerade das enttäuschende Treffen mit dem Papst hinter sich hatte und nun mit dem Dogen Enrico Dandolo verhandelte. Die Kreuzfahrer sollten den Aufschub der Bezahlung für ihren Trans- port mit einem Angriff auf die Stadt Zara bezahlen, die vor kurzem vom König Ungarns erobert worden war. Der Papst untersagte dem Heer zwar, auf den Vorschlag Venedigs einzugehen, doch waren die Kreuzfahrer inzwi- schen so erschöpft, dass sie den Handel trotz seiner fragwürdigen Korrektheit akzeptierten. Die Absprache zwischen Bonifatius und Enrico ging jedoch weit über die Eroberung Zaras hinaus. Beide waren bereit, Byzanz anzugreifen, sie mussten sich nur noch einig werden...

   Innozenz sandte den Kreuzfahrern einen Brief sine salutatione: Der Gruß und der Apostolische Segen fehlten salutem et apostolicam benedictionem. Dies war üblich, wenn der Adressat eines päpstlichen Schreibens (in die- sem Fall das Kreuzfahrerheer) exkommuniziert war. Die Kreuzritter waren dem Teufel anheimgefallen und hatten christliches Blut vergossen, sie, die die Christenheit hatten retten und dafür die Vergebung all ihrer Sünden erhalten sollten! Doch nicht genug: Das gotteslästerliche Vorgehen gegen Zara, trotz der Verhandlungsversuche seitens der Bewohner der Stadt, hatte sich nicht auf die schon an sich verwerfliche Eroberung beschränkt, son- dern war in Plünderung, Verleugnung des Kreuzes und der Kirche und in einem Affront gegenüber König Emmerich von Ungarn ausgeufert, dem einzigen unter den europäischen Herrschern, der das Kreuz genommen hatte! All dies in Missachtung des Verbots des Papstes. Die Bewohner Zaras hatten versucht, letzteren zur Hilfe zu rufen, waren aber von den Venezianern daran gehindert worden.

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Altes Stadttor von Zara mit dem Markus-Löwen, dem Wappen von Venedig

Zara
   Bei einer feierlichen Messe im Markusdom nahmen die Venezianer das Kreuz und man brach in Richtung Zara auf, wo das Heer nach zwei Tagen eintraf. Ein heftiger Angriff wurde unternommen und die Stadt kapitulierte innerhalb von achtundvierzig Stunden (15. November). Dann folgten Plünderung, heftiger Streit um die Beute und der Be- schluss, in der eroberten Stadt zu überwintern. Der Papst war erzürnt. Bestürzt über diesen Angriff einer christ- lichen Stadt exkommunizierte Innozenz III. die Kreuzfahrer. Im Februar 1203 ersuchte eine Gesandtschaft des Heeres in Rom um die päpstliche Vergebung - schließlich und endlich waren die Kreuzritter erpresst worden! - die sie unter der Bedingung, sich unverzüglich ins Heilige Land zu begeben, ohne weiteres christliches Blut zu ver- gießen, auch erhielten. Die Venezianer sollten erst bei ihrem Eintreffen in Jerusalem vom Kirchenbann gelöst wer- den, wobei sie die Autorität des päpstlichen Legaten anerkennen mussten, der im Falle einer Weigerung ihrerseits bevollmächtigt war, sich umgehend mit dem Rest des Heeres in Richtung Heiliges Land zu wenden und die Vene- zianer für von Gott verstoßen zu erklären.
  Bei seiner Rückkehr nach Zara verheimlichte der von Bonifatius überredete Gesandte den Venezianern die päpst- lichen Bestimmungen jedoch, da man befürchtete, dass die Weiterreise in den Osten dadurch verzögert werden könnte. Den Dogen interessierten die päpstlichen Beschlüsse ohnehin nicht; er verfolgte weiter seine Interessen. Im Februar 1203 traf ein Botschafter Philipps aus Deutschland ein, der Bonifatius von Montferrat aufforderte, sich nach Konstantinopel zu begeben und Alexios Angelos auf den Thron zu setzen. Nach seiner Machtergreifung hätte Alexios die Schulden bei den Venezianern getilgt, mit Geld und zehntausend Männern die Fortsetzung des Feld- zugs in Richtung Ägypten gesichert und der Stadt Jerusalem nach ihrer Befreiung ein fest installiertes Schutz- kontingent geboten, wobei gleichzeitig die Unterwerfung der orthodoxen Kirche gesichert worden wäre. Des Weiteren waren zweihunderttausend Mark für die Anführer des Kreuzzugs vorgesehen. Unter den Kämpfern gegen die Muselmanen wurden zwar einige abtrünnig, während andere sich nach Syrien einschifften, doch der Großteil des Heeres war bereit, sich gegen Konstantinopel zu wenden. Für die Frömmsten unter ihnen bedeutete es eine Gelegenheit, die schismatischen Griechen endlich zur Vernunft zu bringen, während sich die habgierigeren Opportunisten von der Militäraktion reiche Beute, fruchtbare Erde und ertragreiche Lehen versprachen.
   Der Doge war mehr als zufrieden. Dank der gemeinsamen Interessen Venedigs und der mit den Angelos ver- wandten Schwaben war es ihm gelungen, sein Vorhaben durchzusetzen. Der Papst bemühte sich unterdessen, über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Natürlich hätte der von Alexios Angelos betriebene Zusammenschluss der beiden Kirchen und seine Unterstützung des Kreuzzugs einen Sturz des Alexios III. gerechtfertigt. Außerdem hatte Innozenz III. inzwischen nicht mehr die Kraft, das Unterfangen zu verhindern. Er hätte heftig protestieren können, tat es aber nicht. Sein Tadel war nur schwach: Er verbot unter Androhung des Kirchenbanns die Ein- mischung in Fragen des byzantinischen Reichs, die Plünderung byzantinischer Territorien und das Bekämpfen von Christen,  es sei denn, diese behinderten den Heiligen Krieg. Er forderte die Kreuzfahrer zum Kampf gegen den wahren Feind des Glaubens auf: die Muselmanen. Selbstverständlich betrachteten später die Griechen, die Rom gegenüber ohnehin schon voreingenommen waren, den Papst als den wahren Regisseur der Machenschaften der Kreuzfahrer.

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Die Kreuzfahrer laufen in den Hafen von Konstantinopel ein.
Miniatur aus der Chronique abrégée, XV. Jhdt. Paris, Bibliothèque de l‘Arsenal.

Kurs auf Byzanz
   Alexios Angelos traf am 25. April 1203 in Zara ein. Das Heer war aufbruchbereit. Erste Etappe war Dyrrhachion, wo Angelos zum Kaiser proklamiert wurde. Anschließend unterzeichnete der angehende Basileus in Korfu den Bündnisvertrag mit den Kreuzfahrern und es konnte losgehen. Die Truppen bebten: endlich Krieg! Die venezia- nische Flotte umschiffte die griechische Halbinsel und ankerte dann vor Konstantinopel (24. Juni). Nach ersten Angriffen auf Chalcedon und Crysopolis am östlichen Ufer des Bosporus, gelang es der Flotte schließlich, die Blockade am Goldenen Horn zu durchbrechen und den Hafen einzunehmen. Alexios III. hatte nicht die Absicht, sich zu verteidigen. Er traute nicht einmal seiner eigenen Leibwache (Warägergarde) über den Weg, die wie der Rest seines Heeres fast ausschließlich aus Söldnern bestand, zum Großteil Europäer - Angelsachsen, Dänen, Franken und Slawen - mit Ausnahme der Petschenegen. Er war vielmehr verblüfft, dass die Stadt sich zur Verteidigung gegen den Eindringling bereitmachte. Auch die Kreuzfahrer wunderten sich, da Alexios Angelos ihnen versichert hatte, dass man sie als Befreier gefeiert hätte. Am 17. Juli konnten die Venezianer endlich eine Bresche in die Stadtmauern schlagen. Alexios III. floh mit einem Beutel Edelsteine und seiner Lieblingstochter Irene. Die Hof- beamten fanden schließlich eine Lösung, um ein Massaker zu vermeiden: Sie befreiten den Vater Alexios des Angelos Isaak II. aus dem Gefängnis und ließen die Venezianer wissen, dass jeder weitere Kampf überflüssig war. Es wurde vereinbart, dass Alexios an der Seite seines Vaters als Alexios IV. den Thron besteigen und Isaak II. die von seinem Sohn getroffenen Abkommen respektieren sollte. Am 1. August wurde Alexios in der Hagia Sophia feierlich zum Mit-Kaiser von Byzanz ausgerufen.

   Am 25. August 1203 setzten Balduin von Flandern und Alexios IV. den Papst von der Eroberung Konstantinopels in Kenntnis. Im Februar 1204 antwortete Innozenz III. mit einem weiteren Schreiben sine salutatione: Aufgrund der Eroberung von Byzanz wurden die Kreuzfahrer erneut mit dem Kirchenbann gestraft und einzig die Beendi- gung des Feldzugs im Heiligen Land konnte die begangenen Schandtaten wiedergutmachen. Des Weiteren for- derte der Papst den neuen Basileus auf sich um die Beilegung des Schismas verdient zu machen. Innozenz, der die wirklichen Zustände in Byzanz nicht kannte, hoffte noch immer; seinen Traum einer geeinten Christenheit zu verwirklichen.

Der Bruch
  
Alexios IV. sah sich nun gezwungen, die Vereinbarungen mit den Kreuzfahrern einzuhalten, stieß dabei jedoch auf große Schwierigkeiten: Der orthodoxe Klerus verweigerte eine Unterwerfung gegenüber Rom und die Bevöl- kerung die Bezahlung neuer Steuern, mittels derer die auf Korfu vereinbarten Summen bezahlt werden sollten. Die außerordentlichen Maßnahmen des Alexios sahen des Weiteren die Beschlagnahme von Wertgegenständen in den Kirchen der Stadt vor. Die angespannte Stimmung in Konstantinopel nahm Tag für Tag zu. Der Unmut des Volkes und des Klerus aufgrund der Knechtung der Basilei durch die Europäer wurde vom Verhalten der Kreuzfahrer noch geschürt, die ihre Zeit mit Schlemmen, der Belästigung der Bewohner der Stadt und der Plünderung der umliegen- den Dörfer verbrachten. Dann geriet eine Rauferei zwischen Griechen und Italienern aus den Fugen, wobei eine Moschee in Brand gesetzt wurde. Die Flammen griffen rasch um sich und ganze Stadtviertel brannten nieder. Für Alexios IV. war der Moment gekommen, sich der Kreuzfahrer zu entledigen. Die Venezianer versuchten mit allen Mitteln, einen Vorwand für einen Handstreich zu finden. Unterdessen plante Philipp von Schwaben in Deutschland eine Reise nach Konstantinopel, um dort die Ordnung wiederherzustellen und die Eroberung des Byzantinischen Reichs in Angriff zu nehmen. Doch sollte die Situation früher als gedacht außer Kontrolle geraten...
   Im Februar 1204 konnte Alexios Dukas, genannt Murtzuphlos - Schwiegersohn Alexios III., Protovestiarius des Alexios IV. und Anführer des griechischen Widerstands gegen die Kreuzfahrer - dank eines Volksaufstands die Macht übernehmen. Alexios IV. hatte schon bei zwei Gelegenheiten erfolglos versucht, die Kreuzfahrerflotte  zu sabotieren, um die Abreise des Heeres zu beschleunigen. Die Venezianer hatten daraufhin das versprochene Geld eingefordert; Alexios musste zugeben, es nicht zu besitzen. Die Abordnung der Kreuzfahrer war beim Verlassen der kaiserlichen Residenz beinahe von der aufgebrachten Menge gelyncht worden, die sich gleich danach in der Hagia Sophia versammelte und per Akklamation den Adligen Nikolaos Kanabos zum Kaiser wählte. Dies geschah gegen dessen ausdrücklichen Willen, da er um sein Leben fürchtete. Diese Geschehnisse hatten Murtzuphlos einen Vorwand geliefert, in den Palast einzudringen und Alexios IV. inhaftieren und umbringen zu lassen (sein Vater Isaak sollte nur wenige Tage später sterben). Nunmehr wurde mit offenen Karten gespielt; der Handstreich des Murtzuphlos war eine Kriegserklärung. Das Kreuzfahrerheer zog sich in das Feldlager von Galata zurück und der Große Rat wurde einberufen. Der Vorschlag der Venezianer, ein Lateinisches Kaiserreich von Konstantinopel zu gründen, wurde einstimmig angenommen. Doch wer sollte die byzantinische Krone tragen? Philipp von Schwaben? Bonifatius von Montferrat? Nein, die Venezianer wollten weder den einen noch den anderen, da ersterer auf diese Weise allzu mächtig geworden wäre und der zweite ein Freund der Genuesen und zu ehrgeizig war. Der Kandidat sollte von einer aus sechs Kreuzfahrern und sechs Venezianern bestehenden Kommission gewählt werden. Im Falle, dass ein Venezianer gewählt worden wäre, sollte ein Franke der neue Patriarch von Jerusalem werden und umgekehrt. Aufteilung der Beute: drei Viertel für Venedig, ein Viertel für die Kreuzfahrer. Aufteilung des Territoriums: ein Viertel für den neuen Kaiser, der Rest als Lehen für Kreuzfahrer und Venezianer. Alle, bis auf den Dogen, sollten dem neuen Herrscher die Huldigung leisten. Das Heilige Land konnte warten...
Die Schlussattacke
  
Für die Kreuzfahrer war es relativ leicht, Konstantinopel einzunehmen. Die Stimmung unter den byzantinischen Soldaten war niedergedrückt und die finanzielle Unterstützung seitens der Venezianer erfüllte ihren Zweck. Nach- dem der erste Angriff abgewehrt worden war (6. April), gelang es der Flotte wenige Tage später, im Hafenviertel von Blanchernae eine Bresche in die Stadtmauer zu schlagen. Die Byzantiner gaben die Verteidigung auf, als hinter ihnen ein Feuer ausbrach. Handelte es sich um Verrat oder war es nur Pech gewesen? Murtzuphlos brachte sich und seine Frau in Mosynopoli bei seinem Schwiegervater Alexios III. in Sicherheit. Die griechischen Adligen beschlossen, Konstantin Laskaris zu krönen, der ein Bruder Theodors und ebenfalls Schwiegersohn Alexios III. war und zukünftiger Herrscher von Nikaia werden sollte. Konstantin war für nur einen Tag Kaiser von Byzanz (12. April); in derselben Nacht floh er zusammen mit seiner Frau, dem griechischen Patriarchen und anderen Adligen. Nachdem die Stadt eingenommen war, ließen die Anführer der Eroberer den Soldaten freie Hand, die drei Tage lang mordeten, vergewaltigten und jede andere Art von Gewalt verübten. Die Kirchen wurden geschändet und geplündert. Die Soldaten wussten ganz genau, wo sie die Reichtümer der Stadt suchen mussten, schließlich hatten sie monatelang dort gelebt. Bonifatius von Montferrat bemühte sich, der Barbarei ein Ende zu machen und gewann so die Gunst der griechischen Bevölkerung, doch die Zerstörungswut der Kreuzfahrer kannte keine Grenzen. Alles, was ihnen wertvoll erschien, wurde gestohlen und der Rest zerstört: Kunstwerke, Bücher, Wert- gegenstände. Selbst die Nonnen wurden von dieser Orgie der Gewalt nicht verschont. Sie verrichteten ein Blutbad ohnegleichen, mit der reichsten Beute, die je in einer einzigen Stadt gemacht worden war, einer Stadt, die nun in Schutt und Asche lag und wo die Leichen sich an den Straßenecken stapelten.

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Die vier Bronze-Pferde über dem Portal vom Markusdom in Venedig (Kopien) stammen aus der Beute der Venezianer. Ihre Originale sind heute im Museo Marciano ausgestellt

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Foto: Balduin IX., Graf von Flandern, wird in Konstantinopel unter dem Namen Balduin I. zum Kaiser des lateinischen Kaiserreichs gekrönt. Öl auf Leinwand, Louis Gallait (1810-1887). Chäteau de Versailles.

Balduin I. und das Lateinische Kaiserreich von Konstantinopel
 
Am 13. April übergab eine Gesandtschaft orthodoxer Geistlicher Bonifatius von Montferrat die Schlüssel der Stadt, welcher entgegen der Erwartungen der Griechen nicht zum Kaiser ernannt, sondern, wenngleich als Vasall des Kaiserreichs, König von Thessaloniki wurde. Zum ersten Herrscher über das neue Lateinische Kaiserreich wurde am 9. Mai 1204 Balduin von Flandern gewählt und am 16. des selben Monats in der Kirche Hagia Sophia in Ge- genwart des Dogen Dandolo feierlich gekrönt. Letzterer hätte gemäß der Vereinbarungen keinerlei gerichtliche Zuständigkeit über die Gebiete der Venezianer gehabt, die aus der ionischen Seite Griechenland und allen grie- chischen Inseln bestanden und auch den Teil Konstantinopels mit der Hagia Sophia umfasste, wo sich die Resi- denz des neuen Patriarchen, dem Venezianer Tommaso Morosini befand. Innozenz III., den Balduin mit einem offiziellen, symbolisch auf den Tag der Krönung datierten und in die päpstlichen Register übertragenen Schreiben von seiner Wahl informiert hatte, war zunächst sehr erfreut über die Ereignisse, da er an die Fortführung des Kreuzzugs im Heiligen Land und den Zusammenschluss beider Kirchen dachte. Doch waren seine Hoffnungen weit von der Realität entfernt. Als der Papst erfuhr, auf welche Weise die Eroberung Konstantinopels vonstatten ge- gangen war, war er bestürzt. Ihm wurde bewusst, wie viel Mühe ihm bevorstand, um die Gräueltaten der Kreuz- fahrer wiedergutzumachen und eine Beilegung des Schismas zu erreichen. Doch kommt eine schlechte Nachricht leider nie allein: Nach und nach deckte Innozenz die Machenschaften der Venezianer auf. Sie hatten unter Miss- achtung seiner päpstlichen Autorität einen Patriarchen bestimmt. Außerdem hatten sie die der Hagia Sophia gehö- renden Pfründe ausschließlich an venezianische Geistliche vergeben, eine für das kanonische Recht unzulässige und unannehmbare Bedingung (auch ohne zu berücksichtigen, dass die Begünstigten Venezianer, also mit dem Kirchenbann belegt waren). Er erfuhr außerdem, dass seine Legaten, die Kardinäle Pietro Capuano und Gottfried diejenigen Kreuzritter, die sich für ein Jahr in den Dienst des neuen Kaiserreichs stellten, von ihrem Gelübde gegenüber dem Heiligen Land entbunden hatten. Der Papst sandte den Kardinälen ein zornentbranntes Schreiben (12. Juli 1205). Wie hatten sie es wagen können, das Heilige Land ohne seine Erlaubnis zu verlassen? Was fiel ihnen ein, die Kreuzfahrer von ihrem Gelübde zu dispensieren, wo sowohl der König als auch der Patriarch von Jerusalem gestorben waren? Nun trieben die Araber dort ihr Unwesen und die christlichen Fürsten bekämpften sich gegenseitig. Dem Papst wurde seine Niederlage klar. Er hatte in der Zwischenzeit alles über die Missetaten der Kreuzfahrer erfahren, die von ihnen angerichteten Blutbäder, ihre Brutalität, die Vergewaltigungen und Plün- derungen, ihrem schlechten Ruf und ihrem Verzicht auf die Befreiung des Heiligen Landes, der den Sarazenen nur zugute kam. Wie konnte er Abhilfe schaffen? Mit einem erneuten Kreuzzug...

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Foto: Balduin I., Kaiser des Lateinischen Kaiserreichs.
Öl auf Leinwand, Frangois Edouard Picot (1786-1868). Chateau de Versailles.

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Die Kreuzzüge - Fünfter Kreuzzug  -  Kühn in des stolzen Sultans Gegenwart!

Das Vierte Laterankonzil
   Das 4. Laterankonzil wurde am 19. April 1213 von Papst Innozenz III. einberufen und fand im November 1215 statt. Anlass zu dieser ökumenischen Versammlung, an der nicht nur Bischöfe und Äbte, sondern auch Mitglieder der Kirchenkapitel, der religiösen Orden (Zisterzienser, Prämonstratenser, Malteser und Templer) und weltliche Herrscher teilnahmen, war wieder einmal die Situation im Heiligen Land. Der Vierte Kreuzzug war trotz der un- ablässigen Appelle des Papstes und der von ihm verhängten Kirchenstrafen in Konstantinopel im Sande verlaufen. Der neue Feldzug sollte den Kampf gegen die Ketzer wieder aufnehmen und ebenso wie die Kirchenreform zur Wiederherstellung einer christlichen Gemeinschaft führen, die sich geeint und kompakt um den Papst sammelte, ein soziales Bindemittel, das die Christenheit im Kampf gegen die Ungläubigen vereinte. Außerdem sollte der Kreuzzug zu einer Einigung der katholischen und der orthodoxen Kirche beitragen, die sich aufgrund der jüngsten, tragischen Ereignisse von Byzanz voneinander entfernt hatten.
Die Situation in Palästina
   Unterdessen war die Lage der Franken in Palästina dank des von Almerich II. von Lusignan, König von Zypern und Jerusalem - damals unter arabischer Aufsicht - mit dem Sultan der Ayyubiden, Abu-Bakr Malik al’Adil I. (genannt Saphadin), Bruder des verstorbenen Saladin, geschlossenen Waffenstillstands relativ entspannt. Nach dem Tod Almerichs II. (1205) gingen die Reste des Lateinischen Königreichs von Jerusalem an Maria von Mont- ferrat über, die Tochter Konrads (Bruder des Markgrafen Bonifatius, einer der Hauptdarsteller des Vierten Kreuz- zugs) und Isabellas (Tochter Almerichs I. von Jerusalem), die 1198 in zweiter Ehe Almerich II. geheiratet hatte, wobei bis 1210 Marias Cousin Johann von Ibelin ihr Vormund und Herrscher des Reichs sein sollte. Nach der Hochzeit mit der achtzehnjährigen Maria ging die Macht an den sechzig Jahre alten Johann von Brienne über.

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Johann von Brienne, Porträt von Frangois Edouard Picot (1786-1868) Chateau de Versailles

   Da er als Ritter unvermögend war, hatten ihn sowohl der König von Frankreich Philipp August als auch Innozenz III. beschenkt, um diese Heirat zu ermöglichen, die gleichzeitig Maria unter die Haube brachte und dem fränki- schen Reich von Outremer politische Stabilität sicherte. Ibelin hatte zuvor versucht, den Waffenstillstand mit Saphadin zu erneuern, doch konnte der Großmeister des Templerordens Philipp du Plessiez den Großen Rat des Reiches davon überzeugen, den zukünftigen Herrscher Johann von Brienne - der am 13. September endlich in Ak- kon eintraf - nicht festzulegen. Während der ersten zwei Jahre seiner Herrschaft bewies Brienne sowohl seinen Vasallen als auch den Arabern gegenüber seine politischen Fähigkeiten, und im Sommer 1212 gelang es ihm, den Friedensvertrag mit Saphadin um weitere fünf Jahre zu verlängern. Gleichzeitig schrieb er jedoch nach Rom und bat inständig darum, bei Ablauf des Waffenstillstands unverzüglich einen erneuten Kreuzzug auszurufen. Die päpstliche Kurie sollte einige Jahre darauf dank eines Berichts des neuen Bischofs von Akkon Jakob von Vitry - späterer Verfasser der Historia Hierosolimitana - erfahren, dass weder die arabischen Christen noch die Franken von Outremer an einem Kreuzzug interessiert waren. Erstere hätten es vorgezogen, weiterhin unter musel- manischer Herrschaft zu leben, letztere - sowohl der Klerus als auch die weltliche Macht - hatten sich den orien- talischen Gebräuchen angepasst und führten ein träges und sittenloses Leben. Die politische Stabilität hatte die Lebensbedingungen erheblich verbessert und in Akkon, Tyrus oder Beirut wollte niemand mehr auf Wohlstand verzichten. Sowohl Christen als auch Muselmanen profitierten vom Handel und vom Frieden.
Die ersten Kreuzfahrer
  Beim Vierten Laterankonzil wurde für die Zusammenkunft der Kreuzzügler der 1. Juni 1217 in Sizilien oder Apulien festgelegt, um von dort aus ins Heilige Land aufzubrechen. Die Prediger für den Kreuzzug wurden bis hin zur skandinavischen Halbinsel in sämtliche christliche Gebiete des Westens ausgesandt, wo sie zwar bei Fürsten und Adligen nur wenig Begeisterung wecken konnten, beim einfachen Volk aber um so mehr Anklang fanden.
   Am 16. Juli 1216 starb Innozenz jedoch in Pisa, wo er sich aufhielt, um die Streitigkeiten zwischen der Stadt und ihrer alten Rivalin Genua beizulegen. Der Nachfolger von Innozenz war Papst Honorius III. (Cencio Savelli), der die Projekte seines Vorgängers weiterverfolgte und an König Johann von Brienne in Akkon und sämtliche euro- päischen Herrscher schrieb. Er erhielt nur wenige Antworten: von König Inge II. von Norwegen, der kurze Zeit später starb, und von Andreas II. von Ungarn, den Innozenz aufgrund des Bürgerkriegs in seinem Reich vom Kreuzzug freigestellt hatte. Die Bestrebungen des Andreas zielten auf Byzanz ab: Seine Frau war die Nichte des gegenwärtigen Lateinischen Kaisers von Konstantinopel, Heinrich von Flandern (Bruder des verstorbenen Balduin, dem ersten Lateinischen Kaiser von Byzanz). Der Thron ging nach Heinrichs Tod jedoch an Peter von Courtenay über, den Schwiegervater des Andreas, der beschlossen hatte, am Kreuzzug teilzunehmen. Im August 1217 er- reichte er mit seinem Heer Split in Dalmatien, wo er sich mit den Streitkräften Leopolds von Österreich zusam- menschloss. Den beiden Heeren standen nur wenige Schiffe zur Verfügung und so blieb ein Großteil der Ungarn zurück, während der Rest im September in Akkon einlief, wo inzwischen auch Hugo I. von Zypern, Sohn Almarichs II. von Lusignan, mit seinen Truppen eingetroffen war. König Johann von Brienne, der sofort auf den Feldzug gehen wollte, standen also außer den Ritterorden (Templer, Malteser und Deutscher Orden) österreichische, ungarische und zyprische Soldaten zur Verfügung. Bis zum Ende des Jahres gab es diverse Scharmützel; die Stadt Bet Sche’an wurde erobert und Johann von Brienne versuchte mit Hilfe der Ritterorden die Burg auf dem Berg Tabor einzunehmen, allerdings erfolglos. Um Neujahr suchten Andreas von Ungarn und Hugo von Tripolis Bohe- mund IV. auf, den früheren Fürsten von Antiochia, der vor kurzem die Halbschwester Hugos, Melisende von Lusignan, geheiratet hatte, Tochter Almarichs II. und Isabellas von Jerusalem. Während dieses Aufenthalts in Tripolis starb Hugo (10. Januar 1218),  woraufhin Andreas beschloss, dass seine Mission im Heiligen Land abgeschlossen war. Er hatte sich geschlagen, hatte Reliquien errungen (eine Amphore von der Hochzeit zu Kana und den Kopf des heiligen Stephanus) und konnte sein Gelübde guten Gewissens als erfüllt betrachten. Er marschierte also mit seinen Truppen nach Armenien und stach von dort aus mit einem Geleitbrief des seldschukischen Sultans Richtung Konstantinopel in See.

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Foto: Die Kreuzfahrer greifen Damiette vom Meer aus an.
Miniatur aus der Chronica Majora. Cambridge, Corpus Christi College.

Die Belagerung
  Im April und Mai 1218 waren die Friesen mit ihrer Flotte, die teils in Lissabon und teils in Gaeta überwintert hatte, in Akkon eingetroffen. Bald sollten auch die in Italien versammelten Franzosen im Heiligen Land ankommen. Nun konnte Johann von Brienne Ägypten angreifen, die arabische Flotte zerschlagen, die Muselmanen in das Niltal zurückdrängen und endlich Jerusalem definitiv zurückerobern! Der Entschluss war schnell gefasst. Eingedenk der Ratschläge von Richard Löwenherz, der in Ägypten die Achillesferse des Islam erkannt hatte, sollten die Kreuzritter zunächst Damiette im Nildelta angreifen, etwa zwei Kilometer östlich des Nils. Die Stadt war im Süden und Osten durch den Manzaleh-See und ein Sumpfgebiet geschützt. Im Norden war eine enorme Eisenkette gespannt worden, die mit einem Turm auf einer kleinen Nilinsel verbunden war und so das Vordringen feindlicher Schiffe verhinderte. Am 24. Mai 1218 brachen die Kreuzfahrer auf den friesischen Schiffen unter dem Kommando Johanns von Brienne aus Akkon in Richtung Ägypten auf. Aufgrund einer Flaute waren jedoch drei Tage später nur einige der Schiffe vor Damiette angelangt. Zunächst wollte man auf den Rest der Flotte warten; dann gelang es jedoch dem Erzbischof von Nicosia Eustorgius, die Gemüter der Soldaten zu erhitzen. Es wurde beschlossen, an der Ostseite der Flussmündung eine Bresche zu schlagen. Als Sultan Saphadin von dem Angriff auf Damiette erfuhr, war seine erste Gemütsregung Unglaube, um sich dann in Enttäuschung zu verwandeln. Trotz all seiner Bemühungen, den Frieden zu erhalten, musste er nun, mit dreiundsiebzig Jahren, einen erneuten Krieg gegen die Christen führen. Er hatte sein Möglichstes getan, um eine bewaffnete Auseinandersetzung zu vermeiden: Verträ- ge mit den europäischen Händlern, Toleranz gegenüber seinen christlichen Untertanen und Geduld mit den über- eifrigen Muselmanen, die ihn beschuldigten, den Heiligen Krieg zu verleugnen. Er musterte also schnell ein Heer in Syrien an, während sein Sohn und Vize in Ägypten al-Kamil seine Truppen von Kairo in Richtung Norden führte und in al-Adiliya, südlich von Damiette, das Lager aufschlug. Im Juni verstärkten die Christen ihre Angriffe, die haupt- sächlich darauf abzielten, den Kettenturm zu zerstören, um das Passieren der Flotte in den Hafen von Damiette zu ermöglichen. Nach verschiedenen erfolglosen Versuchen wurde ein hölzerner Schiffsturm ersonnen, der auf zwei aneinandergebundenen Schiffen transportiert wurde. Mit diesem Hilfsmittel und anhand von Sturmleitern gelang den Soldaten am 24. August 1218, nach einem Tag des Kampfes, die Erstürmung des Kettenturms. Der Zugang zur Stadt war offen.

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Die Befestigungsanlagen von Damiette von Alphonse Osbert(1857-1939) Paris, Musee d'Orsay

Der päpstliche Legat
   Unterdessen hatten sich diejenigen Kreuzritter, denen Honorius III. die Reise bezahlt hatte, unter der Führung des Benediktiners Pelagius von Albano in Brindisi eingeschifft, während Hugo von Lusignan und Hervé de Donzy mit den Genuesen den Transport der englischen und französischen Kreuzfahrer aushandelten. Verschiedene französische Bischöfe und der päpstliche Legat Robert von Courgon hatten sich dem Feldzug angeschlossen. Am 31. August starb Saphadin, wahrscheinlich an einem Herzanfall, in Damaskus. Er hinterließ diverse Söhne und eine nicht sehr klare dynastische Folge, so sehr er sich auch bemüht hatte, Auseinandersetzungen zwischen seinen Nachkommen zu vermeiden. In Ägypten regierte al-Kamil, in Palästina und Syrien, bis hin zur Stadt Horns, al-Mu’azzam, in Nordsyrien und auf der arabischen Halbinsel al-Aschraf, während der Sohn Saladins, al-Aziz, Herrscher von Aleppo war, aufgrund seiner Jugend jedoch von dem Eunuchen Togril vertreten wurde.
   Mit der Ankunft des päpstlichen Legaten Mitte September begannen die ersten Unstimmigkeiten zwischen den Kreuzfahrern. Johann von Brienne war zwar einhellig als Anführer des Feldzugs anerkannt worden, doch wollte Kardinal Pelagius die Autorität des von ihm repräsentierten Papstes geltend machen. Außerdem sollte schon bald Friedrich II. mit einem gewaltigen Heer eintreffen und in seiner Eigenschaft als König zum Oberhaupt des Kreuzzugs ernannt werden. Nach Meinung des Legaten hatte Johann einzig dank seiner Heirat die Krone erworben, während die wahre Königin Jerusalems, seine Frau, gestorben war. Gewiss verhielt sich Pelagius nicht sehr diplomatisch. Seine Verhandlungen mit der orthodoxen Kirche hatten deren Beziehungen zu Rom nur verschlechtert. Er war intolerant und fanatisch, verfugte nicht über das mindeste Taktgefühl und war ein erbitterter Feind der Muselmanen, mit denen er niemals Kompromisse eingegangen wäre. Bis Ende Oktober gab es weitere Gefechte, an denen auch die zuletzt eingetroffenen Engländer und Franzosen teilnahmen. Doch trotz aller Angriffe war es al-Kamil gelungen, die Verteidigung von Damiette zu kräftigen und aus Damaskus wurde Verstärkung erwartet. Im Lager der Kreuzritter brachten eine Überschwemmung mit einer nachfolgenden Seuche - die einem Sechstel der Männer das Leben kostete, darunter Kardinal Courgon - und der kalte Winter die Militäraktionen zum Stillstand. Dann wendete sich das Schicksal jedoch zugunsten der Kreuzzügler.
Friedensangebote
   Eine Verschwörung gegen al-Kamil wurde angezettelt. Im Februar 1219 musste der Sultan von Ägypten das Lager von al-Adiliya aufgeben, das unverzüglich von den Kreuzfahrern besetzt wurde, die so Damiette in der Hand hatten. Urheber der Verschwörung war der Emir Imad ad-Din, der den Sultan entmachten und dessen Bruder al-Faiz auf den Thron bringen wollte. Doch dank der Ankunft al-Mu’azzams mit einem mächtigen Heer in der Stadt Ashmun, in die al-Kamil sich zurückgezogen hatte, konnten die Verräter verhaftet und eingesperrt werden. Der Thron war gerettet, Damiette jedoch verloren. Nach dem Scheitern der Offensive zogen die Araber nach Fariskur, südlich von Damiette, in der Hoffnung, den Kreuzfahrern in den Rücken fallen zu können, wenn diese Damiette stürmten. Die darauffolgenden Scharmützel, die bis zum Frühjahr anhielten, führten allerdings zu keinerlei Ergebnis. Zwischen Juli und August riskierte das Kreuzfahrerheer die Vernichtung, ohne bis in die Stadt vorgedrungen zu sein; eine Initiative gemeiner Soldaten endete in einem ungeordneten Rückzug, der von Johann von Brienne mit seinen Truppen und den Militärorden verteidigt werden musste.
   Leopold von Österreich war in Zwischenzeit mit einem Splitter des Heiligen Kreuzes in die Heimat zurückgekehrt. Zwei Jahre des Kreuzzugs hatten ihm gereicht. Außerdem waren auch die Versuche einer Friedensvermittlung des heiligen Franz von Assisi fehlgeschlagen, dem man gestattet hatte, persönlich beim Sultan vorzusprechen; auch ihm gelang es jedoch nicht, den Konflikt beizulegen. Dante Alighieri erwähnt diese Begebenheit in seiner Göttlichen Komödie:

              Dann predigend, aus Durst nach Märtyrertume,
              kühn in des stolzen Sultans Gegenwart,
              von Christi und von seiner Folger Ruhme.

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Das Treffen Franziskus von Assisi mit Sultan al-Kamil. Privatsammlung

   Kurze Zeit später wurde dennoch ein Waffenstillstand geschlossen. Die Söhne Saphadins hatten auch interne Probleme und wollten die Kreuzfahrer loswerden. Sie hatten mit der Abrüstung von Jerusalem und anderen, an- grenzenden Städten begonnen, um sie den Christen auszuliefern, wenn diese in den Frieden eingewilligt hätten. Doch selbst die Übergabe der Heiligen Stadt konnte den Kriegsdurst der Kreuzfahrer nicht stillen. Nur einige von ihnen folgten im September 1219 dem Beispiel Leopolds und kehrten in ihre Heimat zurück. Zum Glück für die Kreuzzügler brachten aber kurze Zeit später zehn genuesische Galeeren Verstärkung aus Frankreich. Die An- kömmlinge wurden sogleich durch einen Angriff der Muselmanen auf die Probe gestellt, die sie jedoch zurück- drängen konnten. Al-Malik war des Krieges müde. Ende Oktober machte er ein verlockendes Friedensangebot: den Abzug aus Ägypten gegen Jerusalem, Bethlehem, Nazareth, Zentralpalästina, Galiläa, das Heilige Kreuz und einen jährlichen Tribut. Sämtliche fränkischen Adligen, einschließlich König Johann von Brienne, waren mit dem Vorschlag einverstanden, nicht jedoch der Legat Pelagius und der Patriarch von Jerusalem.  Ihr Motto war: Niemals Kompro- misse mit den Ungläubigen eingehen.

   Im Mai 1219 war Leo II. von Armenien gestorben, dessen Tochter Stephanie Johann von Brienne im Jahr 1214 in zweiter Ehe geheiratet hatte. Leo hatte jedoch seine Tochter Isabella, die aus der Ehe mit Sibylle von Lusignan, Tochter Almarichs II. von Jerusalem, stammte, zu seiner Erbin ernannt. Johannes versuchte daraufhin, den Thron für seinen und Stephanies Sohn zu beanspruchen. Es wird überliefert, dass letztere infolge der Misshandlungen ihres Mannes starb, da sie Jolante, seiner Tochter aus erster Ehe, angeblich eine schlechte Stiefmutter war. 1220 verließ Johann das Lager der Kreuzfahrer und begab sich nach Akkon, um dort seinen Interessen nachzugehen. Nur wenige Wochen nach der Mutter war auch sein Sohn gestorben, doch Johann kehrte einstweilen nicht nach Ägypten zurück. Überdies hatte al-Mu’azzam Caesarea und Atlit, eine Hochburg der Templer, angegriffen, und viele der Ritter hatten Damiette verlassen, um die Burg zu verteidigen.

   Die Militärorden waren gleichfalls gegen den Pakt, jedoch nicht aus religiösem Fanatismus, sondern aus strate- gischen Gründen,  da Jerusalem unmöglich ohne die Burgen von Oultrejourdain verteidigt werden konnte, die in arabischer Hand bleiben sollten. Auch die italienischen Seefahrer waren anderer Meinung, da die Beziehungen zu Ägypten doch schon abgebrochen waren. Da war es besser, Damiette einzunehmen und dort ein neues Zentrum für den Handel aufzubauen. Die hitzige Diskussion endete mit einer Zurückweisung des Angebots. Der Angriff auf Damiette war beschlossene Sache.
   Die Eroberung Damiettes Am 5. November 1219 kapitulierte Damiette, ohne dass Waffengewalt nötig gewesen war. In der Stadt befanden sich nur noch Tote, Kranke und dreitausend von der langen Belagerung aufgezehrte Bewohner. Viele von ihnen wurden als Sklaven verkauft, andere als Geiseln verwendet. Die Kinder wurden alle getauft und der Kirche anvertraut. Die vielen Reichtümer der Stadt sollten aufgeteilt werden, wobei ein Großteil jedoch trotz des Verbots des päpstlichen Legaten von den Soldaten geplündert wurde. Die Teilung der Beute führte zu Konflikten: Nach heftigen Diskussionen griff man zu den Waffen. Die Situation verschärfte sich noch, als auch Tanis, eine Stadt in der Nähe von Damiette, gestürmt wurde, die die Muselmanen aus Furcht verlassen hatten. Die Italiener, die unter dem Vorwand, betrogen worden zu sein, rebelliert hatten, wurden von den Ritterorden aus der Stadt gejagt. Pelagius war trotz allem zufrieden. Er wartete auf Friedrich II. (der jedoch erst im Jahr 1228 mit dem Sechsten Kreuzzug eintreffen sollte) und ersann währenddessen weitere mögliche Verbün- dete, die ihn bei der totalen Vernichtung des Islam unterstützen sollten: der Priesterkönig Johannes, König Giorgi IV. Lascha von Georgien und sogar Dschingis Khan! Unterdessen stellte er sich weiterhin gegen Johann von Brien- ne und lieferte diesem so einen guten Vorwand, um das Lager zu verlassen. In Damiette waren in der Zwischen- zeit der Erzbischof von Mailand und zwei Gesandte des Kaisers eingetroffen und hatten frische Streitkräfte mit- gebracht. Johanns Abwesenheit dämpfte jedoch die Begeisterung der Veteranen, die die Fähigkeiten des Königs von Jerusalem schätzten, während Pelagius aufgrund seiner zahlreichen Niederlagen selbst in den eigenen Reihen Missbilligung erntete. Nach dem Gelingen des Überfalls auf Burlos, zirka 30 Kilometer westlich von Damiette, waren die Franken auf dem Rückweg in einen Hinterhalt geraten, der sie diverse Verluste kostete. Vor Zypern war eine arabische Flotte auf Schiffe der Kreuzfahrer gestoßen, und auch bei dieser Gelegenheit hatten die Muselmanen mit großer Überlegenheit gesiegt. Pelagius hatte zwar schon im Voraus erfahren, dass al-Kamil seine Flotte aufrüste- te, hatte aber nichts unternommen, um ihn daran zu hindern oder Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Im Frühjahr 1221 gab die Ankunft Ludwigs, Herzog von Bayern, den Friedrich II. zusammen mit einem großen Kontingent gesandt hatte, dem Kardinal neue Hoffnung. Noch vor dem Eintreffen des Herzogs wies der apostolische Legat ein erneutes und den vorherigen Vorschlägen inhaltlich ähnliches Friedensangebot al-Kamils zurück: Übergabe Palästinas einschließlich Jerusalems an die Christen, Entschädigung für die Abrüstung der Stadt und einen dreißig- jährigen Waffenstillstand. Obgleich zwar fragwürdig wäre die Entscheidung des Pelagius weniger schwerwiegend gewesen, wenn nicht Honorius III. selbst ihm untersagt hätte, bei eventuellen Verhandlungsvorschlägen seitens des Feindes eigenmächtig und ohne päpstliche Zustimmung zu handeln.

ale-PapstHonorius-III-ZZPapst Honorius III.

Porträt Papst Honorius' III. Öl auf Leinwand von Giuseppe Franchi (1565-1628).
Mailand, Ambrosianische Pinakothek.

   Papst  Honorius III. misstraute Friedrich II., der sein Versprechen gebrochen hatte, sich ins Heilige Land zu be- geben und stattdessen Ludwig von Bayern entsandt hatte. Auch Friedrich hatte jedoch Vorsicht gezeigt, indem er Ludwig anwies, Zeit zu gewinnen und größere Militäraktionen zu vermeiden. Doch Ludwig glich Pelagius: Auch er war besessen von der Kriegslust und so wurden sich die beiden sofort einig. Mit der Ausrede der bevorstehenden Jahreszeit der Überschwemmungen, die nach Ludwigs Ansicht einen Vorstoß des Heeres ins Landesinnere unmög- lich gemacht hätten und die Sorge des Pelagius, den Sold nicht mehr lange bezahlen zu können, beschloss der Kriegsrat den Angriff. Da der Kaiser auf sich warten ließ, mussten sie selbst eine Entscheidung treffen! Nahezu alle Kreuzritter stimmten dem Beschluss zu, allerdings unter der Bedingung, dass Johann von Brienne den Feldzug anführte. Aus Palästina und Zypern traf die Nachricht ein, dass al-Mu’azzam mit einem riesigen Heer nach Ägypten ziehen wolle, wodurch die Kriegsabsichten des Pelagius nur noch bestärkt wurden.
Die Demütigung
   Am 12. Juli 1221 zogen das Heer und die Flotte der Kreuzritter längs des Nils in Richtung Fariskur, zirka 16 Kilo- meter südlich von Damiette gelegen. Hier wurde zur Verteidigung der Stadt eine starke Garnison stationiert. Der nicht allzu begeisterte Johann von Brienne war schon einige Tage früher eingetroffen. Auf dem Nil segelten sechs- hundertdreißig Schiffe, an seinem Ostufer marschierten fünftausend Ritter, viertausend Bogenschützen und vier- zigtausend Fußsoldaten. Die Araber hingegen stießen von Kairo aus Richtung Norden vor, doch ihre zahlenmäßige Unterlegenheit gegenüber diesem riesigen Heer zwang sie, sich zurückzuziehen und auf Verstärkung zu warten. Als die Franken in Scharimschah eintrafen, wollte der wegen der bevorstehenden Überschwemmungen besorgte Johann dort haltmachen,  doch war Pelagius natürlich dagegen. Dies war der Anfang vom Ende. Südlich von Scharimschah ergoss sich ein Kanal in den Nil, dessen Mündung die in Richtung Kairo vordringenden Kreuzzügler nicht kontrollierten. Nach zwölf Tagen Marsch standen sie dem Feind gegenüber. Die Truppen der Brüder al-Kamils hatten in der Zwischenzeit den Kanal weiter nördlich in der Nähe des Manzaleh-Sees überquert. Als der Kanal durch das Steigen des Wassers schiffbar geworden war, konnten die Schiffe al-Kamils über ihn den Nil erreichen und so die Flotte des Pelagius von hinten bedrängen. Die Kreuzfahrer waren umzingelt: Im Süden stand das Heer al-Kamils, im Norden und Westen ankerten seine Schiffe und weitere arabische Heere. In der Zwischenzeit stieg das Wasser weiter. Pelagius wurde klar, dass er, dem Feind zahlenmäßig unterlegen und ohne große Reserven, in der Falle saß. Am 26. August beschlossen die Kreuzritter den Rückzug. Der Sultan ließ die westlichen Schleusen des Nils öffnen und verwandelte so das Gebiet, wo die Christen sich befanden in einen Sumpf. Ihr kläglicher Rück- zug wurde trotz des von Johann von Briennes angeführten, tapferen Widerstands durch die fortwährenden An- griffe seitens der arabischen Kavallerie und Infanterie nur noch verschlimmert. Ein Großteil der christlichen Flotte, die von der Überflutung talwärts gedrängt wurde, fiel in arabische Hände. Nur wenigen Schiffen gelang es, dem Feind zu entgehen; Pelagius hatte Glück und konnte eine Gefangennahme vermeiden. Am 28. August sah er sich gezwungen, demütig vor dem Sultan zu kapitulieren.
   Die Bedingungen waren die folgenden: die Rückgabe Damiettes, ein achtjähriger Waffenstillstand - der aller- dings von Kaiser Friedrich bestätigt werden musste - den Austausch aller Kriegsgefangenen, die Zurückerstattung des Wahren Kreuzes an die Christen (welches allerdings im Moment der Übergabe unauffindbar war) und die Auslieferung der Anführer des Kreuzfahrerheeres an die Araber bis zur Rückgabe Damiettes. Pelagius, der Herzog von Bayern und weitere Herzöge und Bischöfe wurden dem Sultan als Geiseln ausgehändigt, der seinerseits den Kreuzrittern einen seiner Söhne, einen Bruder und einige Emire überließ. Die Soldaten in Damiette waren von dem Verlauf der Dinge nicht gerade begeistert. Als die Tempelritter und der Deutschritterorden das Ende des Konflikts bekanntgaben, rebellierte die Garnison. Schließlich waren Graf Heinrich von Malta und der Kanzler Friedrichs II., Walter von Pagliara, mit einer neuen Flotte eingetroffen! Warum also gaben die Kreuzritter auf?
   Als die Soldaten erfuhren, dass die christlichen Anführer in feindlicher Hand waren und die Araber drohten, Akkon anzugreifen, kühlte sich ihre Kampfeslust ab und sie zogen aus Damiette ab. Am 8. September schließlich, nach einem reichlichen, vom Sultan gebotenen Festmahl und mit Vorräten eingedeckt, verließen die Kreuzfahrer Ägyp- ten. Auch diesmal hatten die Unfähigkeit der Anführer und der Mangel an strategischem Vermögen das Unter- nehmen scheitern lassen, die Lebensqualität der Christen in der arabischen Welt gefährdet und das Vertrauen erschüttert, das die europäischen Händler im gesamten nahen Osten während der Jahre des Friedens errungen hatten.

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Kreuzzüge: Der Kinderkreuzzug   ale-Kinderkreuzzug1212-ZZz

Der Kinderkreuzzug von 1212. Farblithografie aus Hutchinson’s Story of the British Nation

Der Kinderkreuzzug
   Im Mai 1212 wurde ein junger Hirte namens Stefan beim König von Frankreich, Philipp August, in Saint Denis vorstellig und behauptete, Jesus sei ihm auf den Weiden von Cloyes (30 Kilometer von Vendome entfernt) er- schienen, habe ihm einen Brief für den König übergeben und ihm befohlen, den Kreuzzug zu predigen. Der zwölf- jährige Visionär weigerte sich, Philipps väterlichen Rat zu befolgen, nach Hause zurückzukehren und nahm in Saint Denis das Predigen auf, womit er enormen Erfolg bei den Kindern erzielte. Wahrscheinlich war Stefan von den Aufrufen der zahlreichen Wanderprediger angesteckt worden, die in jenen Jahren durch Frankreich zogen. In der Tat fuhr Innozenz III. nach dem Vierten Kreuzzug fort, Prediger auszuschicken, um den Eifer der Gläubigen an- zustacheln. Im Jahr 1213 hatte der päpstliche Legat Robert von Courcon - der 1218 an einem Feldzug franzö- sischer und englischer Kreuzfahrer nach Damiette teilnehmen sollte - für einige Unruhe in Frankreich gesorgt, als er heruntergekommene Horden von Alten, Krüppeln und Dirnen um sich scharte und gleichzeitig versuchte, die französischen Vasallen für den Heiligen Krieg zu gewinnen, indem er sie von ihrem Eid gegenüber ihren Lehns- herren entband. In der Folge wurde der Eifer des Legaten, der so wie seine Vorgänger dank seiner Wort- gewandtheit in allen Bevölkerungsschichten Frankreichs einen wahren Kreuzzugswahn hervorgerufen hatte, durch den Protest seitens der französischen Adligen und päpstliches Einschreiten gebremst. Stefan verfügte selbst über eine gewisse Redefertigkeit und wusste von den Taten Peter des Einsiedlers (1050-1115) zu berichten, dem un- bestrittenen geistlichen Führer des Volkskreuzzugs. Es gelang ihm, tausende von Kindern für den Kreuzzug zu ge- winnen, denen er versprach, dass sich das Meer wie für Moses vor ihnen teilen würde und dass sie,  die "kleinen Propheten", das Heilige Land befreien würden.  Ende Juni 1212 brachen in Vendome dreißigtausend Kinder aus sämtlichen Bevölkerungsschichten auf, die reicheren zu Pferd, der Rest zu Fuß. Stefan, der wie ein Heiliger verehrt wurde, reiste auf einem Wagen mit Baldachin. Auf dem Weg nach Marseille kamen viele der Kinder durch Hitze und Trockenheit um, andere kehrten nach Hause zurück. Dennoch erreichte ein Großteil des Heeres den Hafen der Stadt. Als sich am darauffolgenden Morgen das Meer nicht auf Stefans Befehl hin teilte, gab es weitere Abtrünnige, doch die Beharrlichsten unter den Kindern warteten geduldig auf Gottes Einschreiten. Wenige Tage später boten zwei Händler aus Marseille, Hugo Ferreus und Wilhelm Porcus, Stefan und seinen Anhängern eine Schiffspassage ins Heilige Land an. Sieben Schiffe wurden beladen und man stach in See. Es wird überliefert, dass viele Jahre später, um 1230, ein Priester Nachricht über Stefans Kreuzzug nach Frankreich gebracht habe, da er persönlich als junger Mann daran teilgenommen hatte. Nachdem die Flotte den Hafen von Marseille verlassen hatte, brach ein schreckliches Unwetter aus, bei welchem zwei von den sieben Schiffen untergingen und keiner der Passagiere sich retten konnte. Die anderen Kinder wurden bei ihrer Ankunft an der algerischen Küste als Sklaven an die Araber oder nach Ägypten verkauft. Der Gouverneur von Alexandria erstand viele der jungen Sklaven für die Feldarbeit, während eine weitere Gruppe von Jugendlichen nach Bagdad gebracht wurde.  Hier wurden diejenigen unter ihnen, die lesen und schreiben konnten - darunter auch unser junger Priester - von Sultan al-Kamil gekauft, der sie als Übersetzer, Sekretäre und Lehrer einsetzte, ohne sie zu zwingen, zu seinem Glauben überzutreten. Der Priester hatte zusammen mit seinen Gefährten in Kairo ein behagliches Leben gefuhrt und Jahre später die Erlaubnis erhalten, in die Heimat zurückzukehren. Das deutsche Gegenstück zu Stefan, ein gewisser Nikolaus aus Köln, begann mit dem Predigen, sobald er von der Existenz des jungen, französischen Visionärs erfahren hatte. Auch Nikolaus war überzeugt, dass sich das Meer geteilt hätte und die deutschen Kinder mit ihrem religiösen Eifer die Ungläubigen bekehrt hätten. Es wird überliefert, dass die deutschen Kreuzzügler etwas älter als die franzö- sischen waren und dass sich neben Vagabunden, Prostituierten und anderen Gaunern auch einige Mädchen unter ihnen befanden. Der Kreuzzug hatte sich in zwei Gruppen geteilt. Die von Nikolaus angeführte Schar überquerte die Alpen Richtung Genua; nur knapp ein Drittel der zwanzigtausend in Köln aufgebrochenen Jugendlichen erreich- ten die ligurische Stadt. Die Genuesen gestatteten den jungen Kreuzfahrern den Aufenthalt in der Stadt zwar nur für eine Nacht, boten aber an, dass diejenigen, die es wollten, vollberechtigte genuesische Bürger werden konn- ten. Ein Teil von ihnen nahm das Angebot an, während die anderen ihre Reise nach Pisa fortsetzten. Dort angekommen gelang es einigen der jungen Kreuzzügler, sich Richtung Heiliges Land einzuschiffen, doch hörte man nie wieder von ihnen. Nikolaus zog weiter bis nach Rom, wo Innozenz III. ihn empfing, den der Glaubenseifer  der jungen Leute zwar beeindruckte, aber auch erschreckte. „Kehrt nach Hause zurück" soll der Papst zu ihnen gesagt haben, „nehmt das Kreuz später, wenn ihr erwachsen geworden seid". Viele der Kinder starben auf dem Rückweg, andere blieben in Italien. In  Deutschland machten derweil die Eltern der Kinder, die nicht heimgekehrt waren, den Vater des Nikolaus für diesen Verlust verantwortlich, da dieser seinen Sohn zum Predigen ange- stachelt haben sollte, um sich dann in dessen Ruhm zu sonnen. Er wurde verhaftet  und gehängt.
   Die zweite Gruppe des deutschen Kinderkreuzzugs war über die Schweiz und Ancona nach Brindisi gezogen. Auch hier beschloss ein Teil der Gruppe, den Rückweg nach Hause anzutreten, während andere sich nach Paläs- tina einschifften. Neuere Erkenntnisse ziehen allerdings in Zweifel, dass es  sich bei diesen Kreuzzüglern tat- sächlich um Kinder und Jugendliche handelte, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit, so wie bei den Anhängern Peter des Einsiedlers, eher um Menschen aus der Unterschicht, die in extremer Armut lebten.

Der Kinderkreuzweg         ale-Kinderkreuzzug-ZZZ

Der Kinderkreuzzug, Illustration aus Histoire des croisades von J. Michaud, Paris 1877

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