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Lourdes I

Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Heilung von Serge Francois in Lourdes kirchlich anerkannt
2. weitere Heilung in Lourdes: Rosa Mollica kann wieder gehen
3.  68.anerkannte Heilung in Lourdes - gelähmte Ordensschwester kann wieder gehen
4. Staute der Muttergottes von Lourde nach Feuersturm unversehrt!
5. Interview mit dem Chefarzt Dr. Patrick Theillier
6. Spontanheiling der Italienerin Antonia Raco - wissenschaftlich nicht erklärbar
7. Der Wallfahrtsort in den Pyrenäen erwartet im Jubiläunmsjahr acht Millionen Pilger
8. Zwei Muslima in Lourdes geheilt
9. Präsident Dr. Sandro De Franciscis zum Leiter des medizinischen Büros in Lourdes ernannt
10. Christoph Kardinal Schönborn, Wien, über Lourdes: Souverenität des Himmels”.
11. Bischof Friedhelm Hofmann, Würzburg: Maria - Heil der Kranken
12.  150 Jahre Wallfahrtsort Lourdes: Jubiläumsfeierlichkeiten
13. Franz Werfel: Das Lied der Bernadette
14. Geistliches Pilgerwort des Erzbischof von Tarbes und Lourdes Jaques Perrier
15. Nicola Brouwet zum Bischof von Tarbes und Lourdes ernannt
16. Fürbitten per eMail direkt nach Lourdes
17. Literatur - Neuerscheinung: Dr. med. Patrick Theillier: “Lourdes - wenn man von Wundern spricht”
18. Der Leib von Bernadette ist unverwest
19. Fr. Francis Marsden: Die heilige Jungfrau hat mich erwählt, weil ich arm und ungebildet war
20. Heiliger Papst Johannes Paul II.: Botschaft zum Welttag der Kranken
21. Papst Franziskus: Botschaft zum Welttag der Kranken
22. Franziskus bittet um Solidarität mit den leidgeprüften Familien
23. Jubiläums-Ablass
24. Chronic der 18 Begegnungen mit der Jungfrau Maria
25. Ingrid Beancourt pilgert nach Befreiung aus der Geiselhaft der kolumbianischen Farc-Rebellen nachg Lourdes

mehr über Lourdes  >>> Lourdes III 

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Kirche erkennt Heilung in Lourdes als «außergewöhnlich» an

   Die katholische Kirche hat eine weitere Heilung im französischen Marienwallfahrtsort Lourdes als «außer- gewöhnlich» eingestuft. Der zuständige Bischof Emmanuel Delmas von Angers erklärte nach Angaben der Wallfahrtsstätte vom Montag, die Heilung könne als ein persönliches Geschenk Gottes an den Betroffenen und als ein Zeichen der Gnade betrachtet werden.     

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   Der Mann, Serge Francois Fotos oben, hatte über Jahre an einem Bandscheibenvorfall gelitten, war deswegen zweimal operiert worden und litt unter starken Schmerzen und einer Lähmung des linken Beins. Laut franzö- sischen Medienberichten hatte er am 12. April 2002 Lourdes aufgesucht, wo er eine plötzliche Heilung erlebte. Das Internationale Ärztekomitee in Lourdes stufte die Heilung Anfang Dezember 2008 ebenso wie vier weitere Fälle als «außergewöhnlich» ein. Nach ausführlichen Prüfungen sei das Komitee zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine plötzliche und mit Lourdes verbundene Heilung handele, erklärten die Verantwortlichen des Wallfahrts- ortes.
   Die Ärzte verzichteten allerdings darauf, beim örtlichen Bischof die Anerkennung der Heilungen als Wunder zu beantragen. Als Grund gab Bischof Jacques Perrier von Lourdes an, dass die Bedingungen für die Anerkennung als Wunder praktisch nicht mehr zu erfüllen seien. So hätten alle Betroffenen auch medizinische Hilfe erfahren. Eine psychische Dimension sei bei der Genesung ebenfalls nicht völlig auszuschließen.
   Seit 2006 prüft das Medizinerkomitee Heilungsberichte in drei Stufen. In einem ersten Verfahren wird mit Blick auf die Krankengeschichte festgestellt, ob es sich um eine «unerwartete» Heilung handelt. In einem zweiten Schritt wird geklärt, ob es eine «bestätigte» Heilung ist. Erst in einem dritten Schritt wird der «außergewöhnliche Charakter» der Heilung anerkannt. In Lourdes 1858 erschien dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous die Gottesmutter Maria. An diesem Wallfahrtsort sind 30.000 Heilungen bekannt geworden; 6.000 sind dokumentiert, 2.000 gelten als «medizinisch unerklärlich». Die Kirche hat davon 67 als Wunderheilungen aner- kannt. Liborius110308knaWeltonline110328

Lou-11SergeFrancois6x     Lesen sie die vollständige Geschichte des Serge Francois im Internet  Lourdes-Magazin Nr.181 DE /deutsch)      >    www.calameo.com/books/000221543c6b32066f354   

   Der Vatikan berichtet von einer medizinisch nicht erklärbaren Heilung in Lourdes. Die 50-jährige Italienerin Rosa Mollica war an multipler Sklerose erkrankt und wurde auf einer Pilgerfahrt in Lourdes geheilt. Frau Mollica wohnt in Ripi in Mittelitalien. Nachdem sie ihre Beine in die Gnadenquelle getaucht hatte, erklärte sie, dass sie geheilt sei und warf ihre Krücken weg. An ihrem Heimatort wurde dieses Ereignis bestätigt. „Unmittelbar, als sie ihre Beine in das Lourdes-Wasser senkte, begann sie zu hüpfen“, sagt ihre Nachbarin Valentina Fanucci, die sie auf der Pilger- fahrt begleitet hatte. Eine Ärztekommission beginnt nun mit der Untersuchung. CT090517

Rosa Mollica im italienischen Fernsehen _Lou-RosaMollica-xx

Wunder in Lourdes? Eine kranke Frau kann plötzlich wieder gehen

   Ist wirklich ein Wunder geschehen? Eine Frau (50) aus Italien litt 20 Jahre lang an einer unheilbaren Krankheit. Sie konnte nur noch an Krücken gehen. Jetzt besuchte sie den Wallfahrtsort Lourdes – und kann wieder laufen! Der Vatikan untersucht das mögliche Wunder.
   Rosa Mollica (50) aus Ripi (Italien) war vor mehr als 20 Jahren an Multipler Sklerose erkrankt. Die Krankheit hatte ihr linkes Bein vollständig gelähmt. Um zu laufen, musste sie eine Gehhilfe verwenden.
   Vor knapp zwei Wochen war sie mit einer Gruppe Schwerbehinderter nach Lourdes (Frankreich) gepilgert. Mollica nahm an einer heiligen Messe an der Gotte teil, in der im Jahr 1858 die Mutter Gottes dem Mädchen Bernadette Soubirous erschienen ist. Danach ließ sie sich in den angrenzenden Bädern in das eiskalte Wasser tauchen, das aus der Gnadenquelle entspringt, die die Muttergottes damals als bleibendes Zeichen entstehen ließ.
  Als Mollica das Bad verließ, warf sie ihre Krücken weg und konnte gehen. Sie rief: „Es ist ein Wunder, ein Wunder, ich spüre mein Bein wieder!“ Jetzt untersucht eine Gruppe Mediziner das mögliche Wunder. Professor Sandro De Francisci berät sich mit den Ärzten, die Rosa Mollica jahrzehntelang behandelt haben. Es geht um vor allem darum, ob die Frau sicher an Multipler Sklerose litt.
   Nach einem ersten Zwischenergebnis, das dem Vatikan vorliegt, handelt es sich sich um eine „wissenschaftlich nicht erklärbare Heilung einer unheilbaren Krankheit“. Es wird aber noch Monate dauern, bis die katholische Kirche das Wunder anerkennt. Die Kirche ist dabei extrem zurückhaltend. Von den etwa 4.000 aus wissenschaftlicher Sicht unerklärlichen Heilungen erkannte die katholische Kirche bisher nur 67 als Wunder an.

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Lourdes: Heilung einer Gelähmten   - 68. anerkannte Wunderheilung in Lourdes

   Neues Wunder für Lourdes: Die unerklärliche Heilung einer gelähmten Ordensschwester nach einem Besuch der französischen Wallfahrtsstätte im Jahr 1965 ist offiziell als Wunder von der katholischen Kirche anerkannt worden. Wie französische Medien berichten, bestätigte der italienische Bischof Alceste Catella aus der Diözese Monferrato die Heilung offiziell als Wunder. Bei der Gelähmten handelt es sich um die Salesianerin Luigina Traverso Fotos oben, die aus der Diözese Monferrato stammt. Die 1934 geborene Ordensfrau litt seit 1962 unter schweren Schmerzen und Lähmungserscheinungen im linken Bein. Medizinische Eingriffe bis hin zu Wirbelsäulenoperationen waren den Angaben zufolge wirkungslos geblieben. Auf einer Trage hatte die Ordensfrau 1965 an einer Lourdes- Wallfahrt teilgenommen und dort laut Berichten eine Spontanheilung erfahren. Das internationale Ärztekomitee von Lourdes hatte die Heilung im November 2011 als unerklärlich eingestuft. Lourdes ist einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt. In dem südfranzösischen Städtchen ist 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous 18 Mal Maria erschienen. Nach den Berichten des Mädchens wies sie die als „weiße Dame" auftretende Gottesmutter an, Wasser aus einer Quelle zu trinken, Buße zu tun und „den Priestern zu sagen, hier eine Kapelle zu bauen und dass man hierher in Prozessionen kommen solle". 1862 wurden die Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 von Papst Leo XIII. anerkannt. Jahr für Jahr reisen mehrere Millionen Pilger, darunter auch Zehn- tausende Kranke und Behinderte, nach Lourdes. Immer wieder kommt es zu unerklärlich anmutenden Heilungen, die durch ein internationales  Ärztekomitee geprüft  werden.  30.000 Heilungen  soll  es  bislang gegeben haben; 6.000 sind dokumentiert, 2.000 gelten als „medizinisch unerklärlich". Die Zahl der kirchlich anerkannten Wunder- heilungen liegt nun bei 68. Dem sogenannten Lourdes-Wasser aus einer Quelle nahe der Mariengrotte werden heilende Kräfte zugeschrieben. DT121017kna

Weitere unerklärliche Heilung in Lourdes

   Das internationale Ärztekomitee im südwestfranzösischen Marienwallfahrtsort Lourdes hat eine weitere Heilung der vergangenen Jahre als „außergewöhnlich" eingestuft.
   Nach ausführlichen Prüfungen sei das Komitee zu dem Schluss gekommen, dass es sich um plötzliche und mit Lourdes verbundene Heilungen handele, erklärten die Verantwortlichen des Wallfahrtsortes. Bischof Jacques Perrier von Tarbes und Lourdes werde die Unterlagen an den Bischof der Herkunftsdiözese der Geheilten weiterleiten. Dort müsse entschieden werden, welche religiöse Interpretation zu geben sei.
   Es  handelt es sich nach Angaben des Komitees um eine im Jahr 1946 geborene Frau, die seit dem Jahr 1982 mehrere schwere Operationen über sich ergehen lassen musste. Mit ihnen versuchten die Ärzte vergeblich, die Ursachen für schwere Bluthochdruckkrisen zu beseitigen. Erst bei einer Wallfahrt nach Lourdes im Jahr 1989 spürte sie eine plötzliche Besserung und ist seither beschwerdefrei. Das Ärztekomitee habe in seiner übergroßen Mehrheit den Fall als eine mit Lourdes verbundene und medizinisch nicht erklärbare Heilung eingestuft.
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Seit 2006 prüft das Medizinerkomitee Heilungsberichte in drei Stufen. In einem ersten Verfahren wird mit Blick auf die Krankengeschichte festgestellt, ob es sich um eine „unerwartete“ Heilung handelt. In einem zweiten Schritt wird geklärt, ob es eine „bestätigte“ Heilung ist. Erst in einem dritten Schritt wird der „außergewöhnliche Charak- ter“ der Heilung anerkannt. Eine medizinische Beurteilung einer Heilung als unerklärlich bedeutet nicht, dass die kirchlichen Instanzen das Ereignis als „Wunder“ einstufen.

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Muttergottesstatue verbrannte nicht bei einem Feuer auf einem spanischen Fliegerhorst

   Die Statue der Muttergottes von Lourdes hat einen Feuersturm auf der Militärbasis El Golso bei Madrid im Monat Julli 2015 unbeschadet überstanden. Rundum war die Vegetation großflächig verbrannt. In Twitter heißt es: “darüber wird man noch lange sprechen.” CH26 Aug 2015staff

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Warum überleben Statuen der Muttergottes Katastrophen?
Foto rechts: Die Marienstatue stand zwischen zerstörten Häusern in New York nach dem Hurrikan Sandy

Ein Wohnungsbrand zerstörte alle meine religiösen Gegenstände in meinem Schlafzimmer – außer einem.
   Die Presse berichtete in dieser Woche, das seine Statue der Muttergottes von Lourdes unbeschädigt blieb nach einem Feuersturm die eine Militärbasis bei Madrid zerstörte. Siehe den vorstehenden Bericht! Beim Lesen dieser Nachricht erinnerte ich mich an ein ähnliches Geschehen in meinem Leben. Vor sieben Jahren wurde durch ein starkes Feuer mein Schlafzimmer verkohlt. Meine sämtlichen religiösen Statuen, Rosenkränze und Gebetskarten wurden zu Staub verbrannt. Als der giftige Rauch entlüftet war und die Wände abgekühlt waren, konnte ich meine Wohnung wieder betreten. Ein stechender Geruch von verbranntem Plastik lag in der Luft. Fast alles, was aus Plastik war, schmolz dahin und wurde zum Brennmaterial für die Flammen. Ich sage “fast alles”, denn als ich den Schutt durchsuchte, war ich erstaunt: ein Andenken aus Fatima, Erde vom Erscheinungsort, aufbewahrt in einer Platikkugel, war durch die Flammen nicht beschädigt worden. Ich untersuchte die Plastik, die nicht dicker als eine Frischhaltefolie war, unbeschädigt; und mir wurde gesagt, dass sie in der Hitze verbrannt oder explodiert sein müsste. Ich glaube, dass die wütenden Flammen daran gehindert wurden, diesen winzigen Teil des Bodens zu zerstören, den die Muttergottes von Fatima persönlich besucht hatte.
   Genau so ist es mit der Statue der Muttergottes von Lourdes ergangen, die vom Feuer unberührt blieb, denn sie ist ein Bild von der wunderbaren Marienerscheinung in Lourdes, als die Königin des Himmels unserer Heimat besuchte. Dies sind nicht vereinzelte Beispiele – und auch nicht jeder geweihte Gegenstand, der geheimnisvoll einen Brand übersteht, ist eine Madonna oder ist auf eine Marienerscheinung bezogen. Schon immer war die Geschichte von dem Jesuskind in Prag Foto oben links für mich unbegreiflich: dass es unversehrt geblieben ist, trotz der Verwüstungen und Feuersbrünste.
   Hören Sie hier noch diese erstaunliche Geschichte wie eine ländliche katholische Kirche in Syston, Leicestershire, dazu kam, ihre Pfarrkriche dem “Jesulein von Prag” zu weihen. Bei Luftangriffen in den 1940-er Jahren die Gemeinschaftsräume rund um die Kirche durch gewaltige Feuer zerstört. Die Statue vom “Jesulein von Prag” wurde von Pfarrer Horgan unter den Trümmern gefunden, der dieses Jesuskind sehr verehrte . Die Statue war zerbrochen, aber nicht zu Schutt und Asche geworden. Nach einem Bericht von Helen Harwood “war Pfarrer Horgan so erfreut über die Auffindung in diesem Haus, dass er dies als ein Zeichen erkannte und die Weihe der neuen Pfarrkirche in Syston dem ‘Jesulein von Prag’ geweiht wurde”. 
CH150828Mary O'Regan

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 Dieser Mann entscheidet, was ein Wunder ist - schreibt Andreas Englisch in „Bild“
Foto links: Dr. Patrick Theilier, Lourdes      Foto rechts: Andreas Englisch

  Millionen Menschen pilgern in das kleine französische Städtchen Lourdes nahe der Grenze zu Spanien, um von Krankheiten geheilt zu werden. Einige sind danach geheilt. Wunder oder Einbildung? Ein Arzt untersucht das ganz offiziell. BILD.de hat ihn besucht.
Wunder gibt es immer wieder. Vor allem in Lourdes.
   Der südfranzösische Ort, 8. Dezember 1933: Die Menschen in Lourdes feiern. Gerade hat Papst Pius XI. die Seherin von Lourdes, Bernadette Soubirous, heilig gesprochen. Das Mädchen aus einfachem Hause hatte 1858 nach eigenen Angaben immer wieder Marien-Erscheinungen an einer einsamen Grotte. Die Grotte wurde zum berühmtesten Pilgerort der Welt. Und zum einzigen Pilgerort, der eine medizinische Abteilung zur Untersuchung der Wunder besitzt. Ihr Chef: Patrick Theillier (64), der Wunder-Ermittler. C.S.I. Lourdes. „Natürlich gibt es Wun- der“, sagt Theillier. „Ich habe sie selbst gesehen.“ Und weiter:„Ich kenne den Stand der Wissenschaften sehr gut, dennoch habe ich keinen Zweifel, es gibt Wunder, sie geschehen.“
Ein Beispiel?
   Theillier berichtet von einer in Stockholm wohnenden Libanesin: „Dieser Fall hat mich besonders bewegt. Ihre Tochter war mit 17 einfach weggegangen, die Frau wurde schwer krank. Sie kam nach Lourdes, um die Rückkehr ihrer Tochter zu erbitten – nicht ihre Heilung. Trotzdem wurde sie gesund, konnte wieder gehen. Und später schrieb dann ihre Tochter einen Brief: „Mama, darf ich zurückkommen?“ Das hat mich sehr berührt. Manchmal möchte ich niederknien.“
   7.200 Fälle rätselhafter Genesungen hat das Institut bisher untersucht, etwa 2.000 gelten als „unerklärlich“ – sprich: Sie könnten einmal als Wunder anerkannt werden. Der gebürtige Franzose Theillier (verheiratet, sechs- facher Vater, zwölffacher Großvater) arbeitet die Fälle streng medizinisch ab.
   So wie die Heilung der Italienerin Anna Santaniello. Die rüstige Rentnerin wurde 2005 (damals 95 Jahre alt) zum 67. bestätigten Lourdes-Wunder erklärt. 53 Jahre nach ihrem Besuch in dem Wallfahrtsort. Damals litt sie an einer Herzkrankheit, an Gelenkrheuma und einem Beinödem, konnte kaum noch laufen. Der Lourdes-Ermittler hatte sich über Jahre Santaniellos medizinische Befunde schicken lassen, die Frau in ihrer Heimat besucht. Danach war er sicher: Aus medizinischer Sicht war es eine Spontanheilung!
   Die langen Untersuchungen machen Theilliers Job schwer: „Viele Menschen wollen etwas so Intimes wie eine Heilung für sich behalten, die sind nicht interessiert daran, sich über Jahre und Jahre immer wieder untersuchen zu lassen.“
  Übrigens: Selbst wenn Theillier eine Spontanheilung zum Wunder erklärt – „die kirchliche Untersuchung der Wun- der ist noch weit strenger“, erklärt der Arzt. Medizinische Fakten sind stark. Doch der Glaube ist stärker. Bild090507

Italienerin in Lourdes geheilt       LouAntoniaRaco-x

    Eine 50-jährige Italienerin, Ehefrau und Mutter von vier Kindern, ist nach einem Aufenthalt in Lourdes von einer als unheilbar diagnostizierten Krankheit geheilt worden. Die Ärzte bezeichnen den Fall als wissenschaftlich uner- klärbar. Das meldet die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Antonia Raco aus Francavilla in Sinni in der süditalie- nischen Provinz Basilicata hatte an der Nervenkrankheit „Gehrig-Syndrom" (Amyotrophe Lateralsklerose - ALS) gelitten und hatte seit vier Jahren im Rollstuhl gesessen. Das berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten". Am ersten August 2009 nahm sie mit anderen Kranken an einer Wallfahrt ihrer Diözese in den südwestfranzösi- schen Marienwallfahrtsort Lourdes teil. Ihre Angehörigen hatten ihr die Reise geschenkt, weil sich ihr Zustand im- mer mehr verschlechterte. Seitdem kann die vierfache Mutter wieder gehen. Raco hatte ein Bad im Wasser der Quelle genommen, die der jungen Seherin Bernadette Soubirous 1858 von der erscheinenden Gottesmutter gezeigt wurde. "Sobald ich in die Quelle eintauchte fühlte ich einen stechenden Schmerz in den Beinen,  dann ein Gefühl von Leichtigkeit."  Fünf Tage lang, bis sie nach Hause kam, verbarg sie ihr Geheimnis aus Furcht vor den Meinungen anderer, bis "ich eine Stimme hörte, die mir auftrug, allen zu sagen, dass, ich gehen kann."  So erhob sie sich aus dem Rollstuhl und umarmte ihren Mann und ihre Kinder: "Sieh mal, ich gehe."
   Die Wallfahrt wurde vom Bischof der Diözese von Tursi, Francesco Nolè geführt. Antonia Raco wurde durch den Pastor von Francavilla in Sinni, Franco Lacanna begleitet. „Ich spreche lieber von einem Geschenk, einer Gnade, als von einem Wunder", berichtet sie. „Seitdem ich von Lourdes zurückgekehrt bin, kann ich gehen, ich bin nie müde und ich fühle keinen Schmerz. Es ist, als hätte ich eine zweite Chance bekommen", sagte Raco Berichten der italie- nischen Agentur ANSA zufolge. Mittlerweile wurde sie in dem Turiner Krankenhaus Molinette von dem bekannten Neurologen Adriano Chió untersucht, bei dem sie bereits seit 2006 in Behandlung war. Chió sagte nach der Unter- suchung, dass ihr Fall wissenschaftlich unerklärbar sei. „Ich habe niemals etwas Ähnliches bei ALS-Patienten gesehen. Die Diagnose war eindeutig. Die Krankheit kann sich verlangsamen, aber wir denken nicht, dass sie besser werden kann, weil sie die Nerven irreversibel schädigt. Ich selbst werde einige Zeit brauchen, dieses Phä- nomen zu verarbeiten", bekannte der Arzt. Als er Antonia Raco im Juni zum letzten Mal untersuchte, war sie im Rollstuhl. DT090903kath.net
  Im französischen Wallfahrtsort Lourdes hat es in den vergangenen Jahren fünf medizinisch nicht erklärbare Heilungen gegeben, die nun möglicherweise als Wunder anerkannt werden.
   Die bis ins Jahr 2004 zurückreichenden Fälle seien als bemerkenswerte Spontanheilungen anerkannt worden, teilte das internationale medizinische Komitee von Lourdes nach seiner jährlichen Sitzung mit. Es handele sich um Menschen zwischen 40 und 69 Jahren, die an unheilbaren Krankheiten gelitten hätten. Damit sind die Fälle aber noch nicht als Wunder anerkannt. Dazu ist nach einem Antrag der Heimatdiözese der Geheilten eine kirchen- interne Prüfung notwendig.
  Jährlich pilgern rund sechs Millionen Menschen in die Wallfahrtsstätte im Südwesten Frankreichs, wo dem 14jähri- gen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous vor 150 Jahren die Jungfrau Maria erschienen ist. Von 7.000 regi- strierten Spontanheilungen in Lourdes seit Ende des 19. Jahrhunderts hat die katholische Kirche nur 68 als Wun- derheilungen anerkannt. Zwischen dem Ende der 70er-Jahre und heute gab es nur fünf anerkannte Wunder. Bei gleich fünf Fällen, die der medizinische Rat nun als nicht erklärbar einstufte, könnte nun jedoch eine Wende ein- treten. NOZ081202AFP

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Vor 150 Jahren erschien die Mutter Gottes einem Mädchen in Lourdes. Der Wallfahrtsort in den Pyrenäen erwartet im Jubeljahr acht Millionen Besucher. Foto: Die Grotte der Marienerscheinung - für viele Kranke die letzte Hoffnung

   Am 11. Februar 1858 erschien dem Bauernmädchen Bernadette Soubirous in einer Grotte bei Lourdes zum ersten Mal die „weiße Dame”. 17 weitere Begegnungen sollten folgen, bevor die Katholische Kirche das Phänomen als Marienerscheinung anerkannte. Seither hat sich in dem kleinen französischen Pyrenäenort so manches Wunder ereignet. Das Städtchen, eine der weltweit bedeutendsten Pilgerstätten, erwartet im Jubiläumsjahr acht Millionen Gäste.
   „Man ist einfach ergriffen”, flüstert die deutsche Besucherin beim Anblick der Madonnenfigur. Heute wird Berna- dette Soubirous selbst als Heilige verehrt, und ihre Heimatstadt, die nur 16.000 Einwohner zählt, hat einen internationalen Flughafen. Die Hotels begegnen dem Pilgeransturm mit 32.000 Betten und zwei Herbergen, die 300 kranke oder behinderte Menschen aufnehmen.
   Auf der großen Esplanade drängen sich die Gläubigen, die Kranken reihen sich ein, Rollstuhl an Rollstuhl und Trage an Trage. Über der Grotte erhebt sich seit Ende des 19. Jahrhunderts eine gewaltige Basilika, deren Aus- maße von der unterirdischen noch übertroffen werden, die 1958 zur Hundertjahrfeier errichtet wurde. Als eine der größten Kirchen der Christenheit fasst sie 20.000 Personen. Ein gläserner Kanal führt das Wasser von der Grotte bis zu den Hähnen an der Basilika. Es ist gratis - vor Ort oder per Post. Rund 30.000 Liter werden im Jahr exportiert, nur Verpackung und Porto übernimmt der Empfänger. Immer wieder werden Heilungen auf dieses Lourdes-Wasser zurückgeführt, das sich chemisch durch nichts von gewöhnlichem Leitungswasser unterscheidet. Jahre nach ihrem Tod holte man Bernadette aus dem Sarg und war überrascht: Ihr Leichnam war nicht verwest. Seither liegt sie aufgebahrt im Kloster von Nevers. Sie litt lebenslang an Asthma und starb mit 35 an tuberkulösem Knochenfraß. Zur Quelle ihres Ruhms ist sie nicht mehr zurückgekehrt. HA080112MargitBoeckh

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   Lourdes beging dass 150-jährige Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen: Vom 22. bis 25. Mai fand zum 50. Mal die internationale Militärwallfahrt im Zeichen des Friedens statt.
   Das Bernadette gewidmete Musical „Aquero” wurde in der ersten Augusthälfte aufgeführt.
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reihe von Themenreisen mit drei und vier Übernachtungen inklusive Flug von München, Frankfurt und Hannover an. Preise: ab 569 Euro. Details: T: 08954 - 8110 www.pilgerreisen.de.

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Muslima in Lourdes geheilt.
Foto: Leiter des Ärztebüros: Medizinisch nicht erklärbare Genesung einer Schwerkranken

   Der Leiter des Ärztebüros von Lourdes, Dr. Patrick Theillier Foto oben hat im Gespräch mit der „Tagespost” bestätigt, dass immer mehr muslimische Pilger in der Hoffnung auf körperliche Heilung den französischen Marien- wallfahrtsort besuchen. Unter ihnen seien sowohl muslimische Gläubige, die in Frankreich lebten, als auch Pilger, die weite Anreisen, etwa aus Pakistan - auf sich nähmen und „Maria hohen Respekt entgegenbringen”. Die fran- zösische katholische Tageszeitung „La Croix” hatte unlängst in einem Beitrag zum 150. Jahrestag der Marien- erscheinungen in der Grotte von Massabielle die Heilung von zwei muslimischen Frauen erwähnt. Theillier, der seit 1998 an der Spitze des so genannten „Medizinischen Büros” und der Internationalen Ärztevereinigung von Lour- des steht, bestätigte, zwei Marokkanerinnen persönlich zu kennen, die aus gesundheitlichen Gründen nach Lour- des pilgerten unternahmen und sich anschließend an das Ärztebüro wandten. Beide Frauen leben nach Angaben Theilliers in Frankreich.
   Eine der beiden sei mit einem Katholiken verheiratet und habe nach der Geburt eines Sohnes dreizehn Jahre lang vergeblich auf ein zweites Kind gehofft. Einen Besuch bei Freunden in Südfrankreich habe sie mit einer Wall- fahrt nach Lourdes verbunden und sei tief beeindruckt abgereist. Zuhause habe sie kurze Zeit darauf bemerkt, dass sie schwanger geworden war. Der Geburtstag ihrer Tochter fiel auf den 18. Februar. Zur Erinnerung an die Seherin von Lourdes, die bei der Erscheinung am 18. Februar 1858 von der Gottesmutter erstmals persönlich angesprochen wurde, habe die Frau ihr Kind auf den Namen Marie Bernadette taufen lassen. Die Mutter selbst war zu diesem Zeitpunkt Muslima.
   „Sehr gut”, so Theillier, kenne er den zweiten Fall. Die Frau habe ungefähr zehn Jahre an schweren Entzün- dungen im Darmbereich gelitten. Aufgrund verschiedener Komplikationen, vor allem Abszessen im Darm, sei sie zwölfmal operiert worden. Ihr Zustand habe sich trotz ärztlicher Behandlung nicht verbessert. Eine befreundete Christin habe der Muslima 2004 zu einer Reise nach Lourdes geraten. Zu diesem Zeitpunkt habe die Kranke ihre Schmerzen täglich mit hohen Kortisondosen bekämpft. Beim ersten Bad im kalten Quellwasser habe sie eine starke innere Wärme gespürt und die Überzeugung gewonnen, geheilt worden zu sein. Diese innere Sicherheit habe die Pilgerin dazu bewogen, sämtliche Medikamente abrupt abzusetzen. Seit vier Jahren lebe die Frau ohne ärztliche Behandlung und Medikamente. Ein Abszess im Bauch habe sich von allein aufgelöst. Die Geheilte braucht Theillier zufolge heute auch keine Diät mehr zu halten. Dem Leiter des Ärztebüros gegenüber erklärte sie, sie habe bei ihrer ersten Lourdesreise „nichts über die katholische Kirche gewusst”. An Ostern 2007 habe sich die mit einem Muslim verheiratete Frau taufen lassen. Die Familie habe diesen Schritt nur mühsam akzeptiert. Die Toleranz des Ehemannes habe schließlich die Oberhand gewonnen. Mittlerweile habe die Frau ohne Komplikationen ein Kind zur Welt gebracht. „Sie ist heute sehr glücklich und ich bin immer wieder beeindruckt über ihren Glauben, wenn ich mit ihr telefoniere”, so Theillier. DTReginaEinig080506

LouSandoDeFranciscis-     Präsident Sandro De Franciscis (53)

   Sandro De Franciscis, Präsident der süditalienischen Provinz Caserta, gibt sein politisches Amt für einen Dienst als Arzt in Lourdes auf. Es handle sich um eine ungewöhnliche, aber freie Entscheidung, die nichts mit Politik zu tun habe, sagte De Franciscis im italienischen Rundfunk. Der gelernte Facharzt für Kinderheilkunde und Harvard- Absolvent leitet künftig in dem Pyrenäen-Wallfahrtsort als erster Nicht-Franzose das Medizinische Büro, in dem spontane Heilungen bei Pilgern auf einen möglichen Wundercharakter untersucht werden. De Franciscis, Mitglied der „Demokratischen Partei", war 2005 an die Spitze einer Mitte-Links-Regierung gewählt worden. Er verlässt seinen Posten ein Jahr vor Ablauf des Mandats. Nach der Entscheidung zum Wechsel entschuldigte sich De Franciscis bei der Bevölkerung von Caserta: Die Berufung zum medizinischen Gutachter durch Bischof von Lourdes, Jacques Perrier, habe ihn „als Gläubigen und vor allem als Arzt" angesprochen. DT090310

Christoph Kardinal Schönborn     cdChristophSchönborn-x       Wien

Wiener Kardinal Schönborn würdigt den Marienwallfahrtsort Lourdes: „Souveränität des Himmels"

    Die große Bedeutung des französischen Marienheiligtums Lourdes hat der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hervorgehoben. Die Geschehnisse in und rund um den Wallfahrtsort seien eines der stärksten Beispiele für die Souveränität des Himmels” und die „Freiheit Gottes”, sagte der Kardinal bei einer Pressekonferenz in Wien aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der Marienerscheinungen in Lourdes. Gott werde aktiv, wo es der Mensch nicht er- wartet. Millionen Menschen würden jedes Jahr dieses Zeichen der Zuwendung Gottes auf Fürbitte Marias wahr- nehmen und in Lourdes körperliche und seelische Heilung erflehen.
   Der Leiter des Medizinischen Büros des Marienheiligtums von Lourdes, Patrick Theillier, berichtete über seine Erfahrungen mit Heilungen in Lourdes. Gut 7.200 Personen hätten in den vergangenen 150 Jahren angegeben, auf Anrufung der Fürbitte Mariens geheilt worden zu sein. 2.000 Fälle seien tatsächlich als medizinisch zum jeweiligen Zeitpunkt nicht erklärliche Heilungen eingestuft worden und davon wiederum habe die Kirche 68 Fälle als Wunder anerkannt. Theillier wies in diesem Zusammenhang auf die strenge medizinische und „noch viel strengere” kirchliche Untersuchung aller Fälle hin.
   Maria habe in ihrer Botschaft immer wieder darauf hingewiesen, dass das Wichtigste die Bekehrung des Herzens sei; „durch die Wunder bestätigt Gott die Botschaft Marias”, so Theillier. Physische Heilungen seien so Zeichen für die vielen unsichtbaren inneren Heilungen der Seele. Die Seele könne die Medizin trotz aller Fortschritte nicht behandeln. Theillier: „Gott aber findet Antworten auf die heutigen Leiden der Menschen”. Der 64-jährige Arzt wurde 1998 vom Bischof von Tarbes und Lourdes zum Leiter des Medizinischen Büros des Marienheiligtums ernannt. Er ist auch Vorsitzender der Internationalen Medizinischen Vereinigung von Lourdes. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Beratungen dieser internationalen Ärztekommission über die Anerkennung von medizinisch nicht erklärbaren Heilungen in Lourdes vorzubereiten. Die Vereinigung, die aus gut 20 Klinikleitern besteht, trifft sich mindestens einmal im Jahr, um die anstehenden Fälle zu beraten. Oft würden auch weitere Spezialisten zu Rate gezogen, so Theillier. Das könne dann letztlich dazu führen, dass das Ärzteteam eine Heilung als derzeit medizi- nisch nicht erklärbar beglaubigt.  DT080506kKAP

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Foto oben: Bischof  Friedhelm Hofmann, Würzburg: Du Heil der Kranken 

Die Grotte von Massabielle  
   Massabielle, in der pyrenäischen Mundart „als Felsen”, ist der Stein des Anstoßes, Zentrum des Heiligen Bezirkes in Lourdes, Erscheinungsort der Gottesmutter vor 150 Jahren. Hier, an diesem damals etwas anrüchigen Ort, Ver- brennungsstätte von Krankenhausmüll und Treffpunkt von Liebespärchen, hat die 14-jährige Bernadette Soubi- rous vom 11. Februar bis zum 16. Juli 1858 achtzehn Erscheinungen der Gottesmutter gehabt.
   Eine vom Lyoner Bildhauer Fabisch 1864 aus weißem Marmor angefertigte Statue steht in jener Felsenhöhle, in der Bernadette die Erscheinung sah. Unter der Statue ist in bronzenen Lettern die Namensgebung „der Dame” am Fest Maria Verkündigung im damals geläufigen Pyrenäendialekt zu lesen „Que soy era immaculada Councepciou”- „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis”.
   Es blieb nicht nur bei dieser seltsamen Namensgebung innerhalb der 16. Erscheinung, die gewiss eine Paral- lelität zur Selbstoffenbarung Gottes im brennenden Dornbusch hat: „Ich bin, der Ich bin.” Vgl. 2 Mos 3,14 Das heißt doch: „Ich bin für euch da, heute, morgen und immer.” Vgl. 2 Mos 17. Auf die Gottesmutter, das Heil der Kranken, angewendet heißt dies doch: „Ich bin die im Zustand der Unbefleckten Empfängnis Verbleibende. Ich bin die Reine für euch, heute morgen und immer.”
Körperliche und vor allem seelische Heilungen
   Die Marienstatue ist nach einer Beschreibung der kleinen Seherin angefertigt worden. Etwas kleiner als lebens- groß steht die Gestalt Mariens aufrecht, mit gefalteten Händen da. Den leicht geneigten Kopf umspielt ein weißes Tuch, das über die Schultern herabhängt. Den Körper umhüllt ein langes weißes Gewand, das bis zu den Füßen reicht. Die Taille wird von einem blauen Band, das in der Mitte der Figur herunterhängt, umspielt. Auf den Füßen prangen zwei goldene Rosen. Am rechten Arm hängt ein Rosenkranz herunter.
   Bei aller Mühe, die sich der Skulpteur gegeben hat, musste doch selbst Bernadette im Angesicht dieser Statue bekennen, dass die Erscheinung viel schöner, strahlender, eben ganz anders war!
   Und doch, wie viele Menschen haben beim Anblick dieser Figur Maria selbst im Blick. In Lourdes wird Maria be- sonders als Heil der Kranken verehrt. Das bindet sich nicht nur an diese Statue und an die Quelle in der Grotte, die seit der neunten Erscheinung am 25. Februar 1858 ständig fließt. Sowohl beim Baden in der Quelle als auch bei der täglichen Sakramentsprozession werden Menschen geheilt. Von den geschätzten 4.000 bis 5000 Heilungen sind - nach strengen Kriterien bestimmt - 68 als Wunder anerkannt. Die Mediziner sprechen von „nicht erklärbaren, extramedikalen Heilungen”, die Theologen von „Wundern”.
   Aber nicht nur die körperlichen Heilungen sind im Blick. Es sind vor allem die seelischen Heilungen, die die Pilger suchen und finden.
  Wer je als Priester in einem der vielen aufgereihten Beichtstühle gesessen hat, weiß um die Erschütterungen, Aufbrüche und Neuanfänge. Verschüttete oder in sich als quälender Ballast eingekapselte Lebensentscheidungen werden nun im Lichte Gottes bekannt. Schluchzen und Tränen begleiten oft genug die seelischen Eruptionen. Im Frei- und Heilwerden durch das Bußsakrament konkretisiert sich der Heilswille Gottes im einzelnen Menschen, erfährt der Poenitent Vergebung und Ermutigung. Innere Ruhe, eine stille Freude über das ins Lot gebrachte Leben, Gewissheit über die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott und Vertrauen in die Zukunft stellen sich als Früchte ein, die der Empfang des Bußsakramentes mit sich bringt. Hier reift die Zwiesprache mit Gott in einer konkret fassbaren Begegnung.
   Seit der ersten kirchlich anerkannten Heilung der Catherine Latapie-Chouat aus Loubajac, die im Alter von 39 Jahren am 1. März 1858 von einer Lähmung geheilt worden war, reißt der Strom der Kranken nicht ab. Nach offizi- ellen Angaben des „Bureau de l'Hospitalité” kommen jährlich mindestens 50.000 Kranke nach Lourdes. Ihr Anblick auf Wagen und Bahren, in Rollstühlen und Betten gehört zu diesem Wallfahrtsort wie die vollgestopften Devotio- nalienläden. Aber Lourdes ist kein Kurort, keine Krankenheilstätte, die ärztliches Können und Mühen für über- flüssig erklärt. Hierhin dürfen sich vielmehr Menschen flüchten, um auf die Fürsprache Mariens Rettung aus ihrer - zumeist seelischen - Not zu erbitten.
   In Lourdes dürfen Kranke gemeinsam beten, gemeinsam leiden, gemeinsam hoffen. Das Gefühl der Verloren- heit, das sie Zuhause auf dem Krankenlager so oft einholt, verschwindet. Der Kranke und Leidende, der für viele Handreichungen Hilfe braucht, wird in Lourdes feierlich groß. Er gewinnt eine Größe, zu der der Gesunde aufschauen muss. Wenn aber in Lourdes namenloses Menschenleid wie in einem Delta ausmündet in ein Meer, dann ist es ein Meer der Barmherzigkeit, das Maria, Heil der Kranken, fürbittend begleitet.
DTBischofFriedhelmHofmannWürzburg080209.

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Pilgeransturm erwartet Lourdes feiert 150. Jahrestag der Marienerscheinungen

  Die Feiern zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen in Lourdes erreichten zum Start ihren ersten Höhepunkt. Im südwestfranzösisehen Wallfahrtsort waren rund 60.000 Pilger eingetroffen. Das Jubiläumsjahr war im Dezem- ber eröffnet worden. Die Kleinstadt Lourdes wurde 1858 durch die Marienerscheinungen der damals 14-jährigen Bernadette Soubirous weltberühmt. Die erste von 18 Erscheinungen fand am 11. Februar 1858 statt. Papst Bene- dikt XVI. hat in diesem Jahr Lourdes besuch - Lesen Sie unseren Bericht dazuz > Lourdes Die heilige Bernadette, „Seherin von Lourdes”, gehört zu den besonders verehrten Heiligen der katholischen Kirche. Ihre Lebensgeschich- te vermerkt: ein Mädchen aus bettelarmem Elternhaus, Jahrgang 1844, kränklich, lernschwach und ob ihrer mate- riellen und körperlichen Mängel verachtet, erfährt mit 14 Jahren beim Schafehüten das Schlüsselerlebnis ihres kurzen Lebens: Zwischen dem 11. Februar und dem 16. Juli 1858 erscheint ihr nach eigener Schilderung in der Grotte von Massabielle bei Lourdes 18 Mal eine schöne Dame, die sich zuletzt als die „Unbefleckte Empfängnis” zu erkennen gibt. Die Gottesmutter selbst habe sie beauftragt, eine Kapelle zu errichten und Wallfahrten abhalten zu lassen, berichtet Bernadette. Nirgends zählt ein Prophet so wenig wie in seiner Vaterstadt - das Bibelwort gilt zunächst auch in dem verschlafenen Ort am Fuß der Pyrenäen. Pilgerströme und Journalisten fallen ein in das Provinzidyll. Es gibt erste Berichte über unerklärliche Heilungen. Doch zu Hause wird Bernadette von ihrer Mutter der Lüge bezichtigt für ihren „Faschingsrummel”. Der Ortspfarrer und der Bischof unterziehen sie strengen Ver- hören. Und der Bürgermeister, dem die Behörden schon drohen, man werde die geplante Zugtrasse an Lourdes vorbeilegen, wenn es nicht bald zur Besinnung komme, klagt: „Sie werden sehen, diese kleine Landplage hat uns die Eisenbahn vermasselt.” Derselbe Bürgermeister plant später, als die Bahn schon längst und erst recht im Ort Station macht, den Verkauf eines nach ihm benannten Wassers.
   Der „Fall Soubirous” verselbstständigt sich: 1862 werden die Erscheinungen vom zuständigen Ortsbischof Laurence von Tarbes,  1891 von Papst Leo XIII. kirchlich anerkannt. 1925 wird Bernadette selig-, 1933 heilig- gesprochen. Bernadette, selbst immer wieder schwer krank, tritt in den Krankenpflege-Orden der „Dames de Ne- vers” ein. Dort stirbt sie 1879 mit nur 35 Jahren. DTkna080209

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Das Hohelied auf Bernadette von Franz Werfel

   Vor 150 Jahren, am 11. Februar 1858, erzählt Bernadette Soubirous erstmals, dass sie eine Erscheinung gehabt habe: "Ich hörte ein Geräusch ähnlich einem Windstoss, ich erhob die Augen zur Grotte und sah eine Dame, welche ein weißes Kleid, einen blauen Schleier und auf jedem Fuß eine gelbe Rose trug”. Knapp hundert Jahre später schreibt der Prager Schriftsteller Franz Werfel “Das Lied von Bernadette”.
   Keine andere Heiligenlegende im 20. Jahrhundert hat so viel Resonanz gefunden. Werfel zeichnet das Wunder nach, aber mit gleicher Intensität auch den weltlichen wie den kirchlichen Zweifel an einem solchen Geschehen.
   Viele Besucher von Lourdes wollen gern mehr über die Jungfrau Maria und die Botschaft von Lourdes wissen; sie kennen oft nicht die starke Liebe ihrer kleinen Freundin Bernadette, die mit himmlischer Gnade furchtlos für die Echtheit ihrer Erscheinungen kämpfte. Diesem unschuldigen und einfachen Mädchen Bernadette wurde die Gnade und Kraft gegeben, die dunklen Mächte der Kirche von der Botschaft von Lourdes zu überzeugen. Und sie hatte mit Hilfe der Jungfrau Maria Erfolg.
   Als diese Ereignisse im Jahre 1858 geschahen, war Bernadette 14 Jahre alt. Mit 16 Jahren war sie ein sehr hübsches, aber kränkliches Kind. Mit 22 Jahren trat sie im Kloster zu Nevers ein, wo man hart mit ihr umging und sie fast noch im selben Jahr starb. Vier Jahre später pflegte sie Verwundete des preußisch-österreichischen Krieges in Nevers. Sie ließ eine Spur von Freude und Leichtigkeit zurück. Nach dem Tod der erfahrensten Nonne unter ihnen, Sr. Sophie, ging die Gnade der Ermutigung und Stärkung des Konvents auf Bernadette über. Ihre Zelle wurde zum Herz des Klosters. In den letzten beiden Jahren ihres Lebens erschien sie wie ein Schatten ihrer selbst. Bernadette starb im Alter von 35 Jahren. Der tote Körper von Bernadette blieb unverwest und kann heute in einem Glasschrein im Kloster St. Gildarde in Nevers besichtigt werden.

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   Franz Werfel Foto oben schrieb, dass der Tod in einem einzigen Augenblick ein menschliches Gesicht auslöscht, aber das Gesicht von Bernadette erfüllte er mit Glanz. Franz Werfel schrieb 1941 "Das Lied der Bernadette”. Er wurde 1890 in einer deutschsprachigen jüdischen Familie in Prag geboren. In den 1920er Jahren wurde er als als begnadeter Stückeschreiber bekannt. In den 1930er Jahren schrieb er in Wien satirische Volksstücke und verhöhnte so das totalitäre Nazi-Regime. 1938 wurde Österreich von Deutschland besetzt und damit Teil des “Großdeutschen Reiches”. Franz Werfel und seine Frau Alma (die Witwe von Gustav Mahler) flohen nach Paris und machten Frankreich zum Zufluchtsort, bis die deutschen Truppen 1940 in Frankreich einmarschierten. In einem persönlichen Vorwort zum "Lied der Bernadette" erinnert Franz Werfel an diese Zeit mit diesen Worten: “In den letzten Junitagen 1940 – auf der Flucht nach dem Zusammenbruch Frankreichs – hatten wir beide, meine Frau und ich, gehofft, unseren Todfeinden über die spanische Grenze nach Portugal zu entkommen. Doch in derselben Nacht erreichte die deutsche Wehrmacht die spanische Grenze und besetzte die Grenzstadt Hendaye. Die Pyrenäen wurden für die Flucht zur Illusion – es herrschte dort das blanke Chaos. So mussten wir zurückfliehen ins Innere Frankreichs. Eine Familie in der Stadt Pau meinte, dass Lourdes ein Ort wäre, wo wir ein Obdach finden würden, wenn wir Glück hätten. Da Lourdes nur 30 km entfernt lag, seien wir gut beraten, den Versuch zu machen, dort an die Tore zu klopfen. Wir folgten diesem Rat und fanden Zuflucht in der Kleinstadt Lourdes am Fuß der Pyrenäen.”
   Hier in ihrer Heimatstadt wurde Franz Werfel vertraut mit der fremden und wundervollen Geschichte von Bernadette Soubirous. In der ganzen Zeit gejagt von der Gestapo erlebte Franz Werfel und seine Frau quälende Angst, nicht nur um sich selbst, sondern auch, weil sie ihre Gastgeber mitgefährdeten, die das Risiko ihrer eigenen Verhaftung auf sich nahmen. In dieser verzweifelten Situation boten einige mutige Familien den Werfels abwechselnd Schutz. Aus dem Mund dieser Familien erfuhren sie selbst die bewegenden Ereignisse und die wunderbare Erscheinung und die Wunderheilungen von Lourdes. Eines Tages legte Franz Werfel in großer Notlage ein Gelübde ab, wenn er dieser verzweifelten Lage entkommen könnte, würde er alles aufgeben und – so gut er könne – “das Lied der Bernadette singen”. Nach vielen Schwierigkeiten, erreichten die Werfels mit Hilfe von beherzten Franzo- sen und Spaniern und mit der Unterstützung der Britischen Botschaft von Lissabon das sichere Amerika. Dieses bewegende Buch ist das Ergebnis. Mit den eigenen Worten Franz Werfels: “Dieses Buch ist die Erfüllung meines Gelübdes.”
   Franz Werfel starb 1945. Der Erzbischof von Los Angeles gab ihm mit Erlaubnis seiner Familie ein christliches Begräbnis. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Franz Werfel nach Wien umgebettet.
   Weil Franz Werfel bei so vielen Familien in Lourdes lebte wurde “das Lied der Bernadette” zu einem solchen Schatz. Sein Buch enthält nicht nur Informationen, die Franz Werfel aus erster Hand von den Familien erhielt, deren Eltern noch Bernadette erlebt hatten, sondern es finden sich in seinem Werk auch viele Edelsteine, die in keinem anderen literarischen Werk von den wunderbaren Ereignissen in Lourdes zu finden sind.
   Hören wir noch einmal Franz Werfel: „Ich habe es gewagt, das Lied von Bernadette zu singen, obwohl ich kein Katholik bin, sondern Jude. Den Mut zu diesem Unternehmen gab mir ein weit älteres und viel unbewussteres Gelübde. Schon in den Tagen, da ich meine ersten Verse schrieb, hatte ich mir zugeschworen, immer und überall durch meine Schriften das göttliche Geheimnis zu verherrlichen und die menschliche Heiligkeit - des Zeitalters ungeachtet, das sich mit Spott, Ingrimm und Gleichgültigkeit abkehrt von diesen letzten Werten unseres Lebens.”
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Literatur-Hinweis: Franz Werfel: „Das Lied von Bernadette“ Fischer Taschenbuch Verlag € 12,90

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Hier bringen wir Ihnen das geistliche Pilgerwort des Bischofs von Tarbes und Lourdes: Jaques Perrier: Pastoralthema 2007 in Lourdes: Lasst euch mit Gott versöhnen  2.Kor 5,20

Rückblick auf die vergangenen Jahre
2002 - Trinkt aus der Quelle und wascht euch darin
2003 - Ein Volk aus vielen Nationen
2004 - Der Herr ist mein Fels
2005 - Kommt alle zu mir, die ihr leidet
2006 - Lasst eure Lampen brennen
  Diese fünf Themen bildeten ein Ganzes: sie erinnerten an die Dinge, die für alle Pilger sofort erkennbar sind, wenn sie sich auch nur für eine Stunde im Heiligen Bezirk aufhalten.
 Vor dem Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Gedenken an die Erscheinungen, schlagen wir vor, ein Thema zu erörtern, das schwieriger ist, aber dennoch von zentraler Bedeutung in der Botschaft von Lourdes:der Aufruf zur Buße.

tn_Lourdes 402_psd   Bischof Jaques Perrier  Lou04epJaquesPerrier

Beginnen wir mit den Tatsachen:
   In der 8. Erscheinung am Mittwoch, dem 24. Februar, in der 2. Woche der Fastenzeit, sagte die Dame zu Bernadette: „Buße! Bittet Gott um die Bekehrung der Sünder“. Sie bittet Bernadette niederzuknien und drei Mal die Erde zu küssen „zur Buße für die Sünder”. Das Gesicht der Dame ist traurig.
   Am nächsten Tag, dem 25. Februar, hören die Umstehenden Bernadette wiederholen: „Buße! Buße! Buße!“. Am 25. Februar wird auch die Quelle entdeckt. Aber das Wasser ist zunächst noch ganz schlammig. Bernadettes Gesicht ist unkenntlich und die wankelmütige Umgebung hält jetzt diejenige für verrückt, die sie noch kurz zuvor für eine Heilige gehalten hatten.
   Wie sollte man da nicht an den leidenden Diener aus Jes 52,14 denken: Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch...?
    Als Bernadette noch dem Grund für ihr Verhalten gefragt wird, antwortet sie: „Das ist für die Sünder.” Bis zum 1. März wiederholt Bernadette diese Gesten der Buße. Mehr noch: sie begann Gras zu essen. Anspielung auf die Bitterkräuter des Paschamahls Ex 12,8, aber wer hätte das in jener Stunde begreifen können?
  Ihr ganzes Leben lang sollte Bernadette für die Sünder beten, jeden Augenblick und alle Schmerzen in der Meinung der Dame aufopfern. Als sie 21 Jahre nach den Erscheinungen stirbt, murmelt sie: „Heilige Mutter Gottes, bitte für mich arme Sünderin“. So bezieht sie das „Gegrüßet seist du Maria“ auf sich selbst: „... bitte für uns Sünder ...”
   Es wäre ein Irrtum, die Botschaft von Lourdes auf die Buße zu begrenzen. Aber sie schweigend zu übergehen, weil sie streng ist und stört,  das wäre Verrat. Die Worte der Jungfrau sind ein Echo auf die Predigt Johannes des Täufers, die von Jesus aufgegriffen wird: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.” Mt 3,2; 4,17
   Für die Belebung der Wallfahrt schlagen wir vor, die Liturgie des Sakramentes der Versöhnung als Leitfaden zu nehmen. Gewiss gehen Buße und Versöhnung über die sakramentale Feier hinaus. Um sich davon zu überzeugen, genügt es, auf zwei bedeutende Texte von Papst Johannes Paul II. hinzuweisen: Die Enzyklika „Dives in misericordia 30. 11. 1980 und das postsynodale apostolische Mahnschreiben „Versöhnung und Buße” 02. 12. 84. Die Prediger sollten diese Texte erneut aufmerksam lesen.
Warum soll die Liturgie der Versöhnung als Leitfaden genommen werden?
>
  weil sie für jede Form der Buße, sakramental oder nicht, passt.
>  weil der Empfang des Sakraments einen wichtigen Platz im Rahmen der Wallfahrt hat.
> weil Lourdes eine Gelegenheit sein kann, die sakramentale Liturgie wieder wertzuschätzen, nach dem „Ritual” von 1978. Dieses Ritual enthält neben anderem Orientierung aus Lehre und Pastoral. Es enthält 143 Verweise auf Stellen des Alten und Neuen Testaments, die für alle, die eine Wallfahrt vorbereiten, eine große Hilfe sein können. 

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1. Schritt:  Die Einführung
   In der Reihe der Erscheinungen stehen die Einladungen zur Buße keineswegs am Anfang. Zunächst ist ein Klima des Vertrauens entstanden zwischen Bernadette und der „jungen Dame”, wie Bernadette zunächst die Gottesmutter bezeichnet, die ihren Namen noch nicht genannt hat. Die Jungfrau bat Bernadette, ihr „die Ehre zu erweisen” während zwei Wochen zu kommen. Sie lehrte sie, das Kreuzzeichen zu machen. Während Bernadette den Rosenkranz betete, ließ die Dame die Perlen ihres Rosenkranzes durch die Finger gleiten. Sie lehrte Bernadette auch ein Gebet „ganz für sie allein”.
  Johannes der Täufer benannte die Sünder, die zum Jordan gekommen waren, „Schlangenbrut” Mt 3,7. Man kann also nicht sagen, dass er sie umschmeichelt hat. Sie kommen jedoch, weil dieser Mann Vertrauen erweckt. Sich selbst erlegt er mehr auf, als er von anderen fordert. Er selbst isst Heuschrecken, während er die anderen aufruft, ihr Essen zu teilen. Mt 3,4 Lk 3,11. Er ist anders als die Sittenlehrer, die viel von anderen fordern, selbst aber ein zweifelhaftes Leben führen.
  Jesus lässt die Sünder zu sich kommen. Lk 7,39. Er geht zu ihnen und isst mit ihnen. Für die, die schließlich seinen Tod fordern, ist es ein Sakrileg, mit Sündern zu essen Mt 9,10ff. Jesus macht sich selbst zum Bittsteller bei den Sündern: „Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.” Lk19,5. Das Gespräch mit der samaritanischen Frau beginnt mit den Worten „Gib mir zu trinken” Joh 4,7.
  Alles beginnt mit Vertrauen. Kurz vor seinem Tod hatte ein großer Apostel der Versöhnung, Frère Roger Schütz von Taizé, in aller Welt zu einer Wallfahrt des Vertrauens aufgerufen. Die erste Sünde ist ein Akt des Misstrauens: Vielleicht wollte Gott nicht wirklich das Gute für den Menschen Gen 3,4-5. Nach ihrem Sündenfall verstecken sich Adam und Eva, weil sie wissen, dass sie das Vertrauen Gottes nicht mehr verdienen Gen 3,8. Wenn der verlorene Sohn sich entschließt, zum Vater zurückzukehren, so deshalb weil er ein gewisses Vertrauen behalten hat. Sein Vater wird ihn aufnehmen, wenigstens als Knecht, und sich nicht rächen Lk 15,17-20.
   Der ideale Ort in Lourdes, diese erste Etappe zu beginnen, ist die Rosenkranz-Esplanade. Wo auch immer das Hotel liegt, sollte man am ersten Tag, von der Michaelspforte (am Ende der Längsachse des Heiligen Bezirks) den Weg der Buße beginnen. Am Anfang steht man am bretonischen Kalvarienberg. Unter dem Kreuz betrachten wir eine Statue von Maria Magdalena, die zu recht oder unrecht, als die reuige Sünderin angesehen wird. Die Basiliken liegen am anderen Ende, es bleiben also einige Schritte zu gehen. Die Bekehrung ist ein langer Weg. Angekommen bei der gekrönten Jungfrau, am Fuß der Rampen, werden wir mit offenen Armen empfangen. Von Maria? Von der Kirche? Vom Vater? Von Christus? Alle diese Antworten sind zusammen wahr. In diesem Jahr ziehe ich es vor zu sagen: Denn durch Christus, jenseits der Rampen, lässt der Felsen die Quelle fließen, wie aus der Seite Christi das Blut der Erlösung und das Wasser der Taufe fließen „zur Vergebung der Sünden“.
   Andere besondere Orte waren der Brunnen der samaritanischen Frau am „Weg des Wassers” oder die 8. Station des Kreuzwegs „weint nicht um mich” Lk 23,28.
    Für jede Etappe können Sie auch einen Heiligen auswählen. Vielleicht heute den heiligen Pfarrer von Ars, Jean- Marie Veanney.

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2. Schritt: Gewissenserforschung
   Die Bekehrung ist ein Weg. Man darf nicht am Ausgangspunkt stehen bleiben. Vertrauen erlaubt uns, voran zu schreiten. Und ich komme nicht voran, wenn ich nicht wahrhaftig bin. Wie Vertrauen notwendig ist (im 1. Schritt), so ist die Wahrhaftigkeit klare Voraussetzung auf allen Ebenen menschlicher Existenz und Beziehung.
   Im Rahmen des Heiligen Jahres 2000 hatte Papst Johannes Paul II. die Kirche zur Reue aufgerufen, zur „Reinigung des Gedächtnisses”: „Die Geschichte kennt viele Ereignisse, die ein Gegenzeugnis zum Christentum darstellen. Auch wir, die Söhne der Kirche, haben gesündigt und so konnte die Braut Christi nicht in der vollen Schönheit ihres Antlitzes erstrahlen”.
   Am ersten Fastensonntag hat der Papst im Namen des Kirche Gott sieben Mal um Verzeihung gebeten, für alle begangenen Fehler in allen Bereichen, aber besonders für die Fehler gegen die Wahrheit, gegen die Einheit, in den Beziehungen zu Israel oder zu anderen Völkern, gegen andere Kulturen, andere Religionen, gegen die Würde der Frauen, gegen die Menschenrechte, gegen die Einheit der Menschheit. Dies ist eine Art kirchlicher Gewissenserforschung, die jeden Einzelnen inspirieren kann.
   Die Gewissenserforschung kann sich an den zehn Geboten orientieren: in ihrer Nüchternheit sagen sie uns, was Gott von uns erwartet und worin unsere Verantwortlichkeit besteht. Denn die Sünde ist immer persönlich, ihre verheerenden Folgen breiten sich weit aus. Sie ist die Umkehrung der Gemeinschaft der Heiligen. Dieser Punkt ist wichtig für ein richtiges Verständnis der Versöhnung: die Bekehrung eines Sünders ist von Bedeutung für die ganze Kirche, dem Sakrament des Heils.
   Durch das wiederholte Begehen einer Sünde im Rahmen in einer freizügigen Gesellschaft entsteht eine „Struktur der Sünde”. Wir erklären oft leichtfertig, dass wir in dieser Struktur eingezwängt sind. Aber beim Betrachten der Zehn Gebote könnten wir erkennen, dass wir nur zu oft Komplizen solcher Strukturen sind, sei es in der sozialen Gerechtigkeit, dem Respekt vor dem Leben, oder bei der Ehrlichkeit der Liebe.
   Auch andere Stellen der Heiligen Schrift können uns helfen, aufrichtig gegenüber uns selbst zu sein:
> Die Versuchungen Christi, denen er nicht erlegen ist, können uns zeigen, wie leicht wir Gott und unsere Brüder und Schwestern verraten für unsere eigene Befriedigung.
> Auch die Passionsgeschichte offenbart uns unsere eigene Grundhaltung. Der Verrat, die Verleugnung, der Hass, die grundlose Gewalt der Soldaten, die Schwäche, die Pilatus gegen sein Gewissen handeln lässt. Gefühle, die nicht zur Bekehrung führen, die Dummheit, die mit den Wölfen heult, das Verächtlich machen, die Gotteslästerung. Der Kreuzweg könnte deshalb ein besonderer Ort für diesen 2. Schritt der Wallfahrt sein.
> Das Buch der Offenbarung beginnt mit 7 Briefen an die sieben Kirchen Kleinasiens. Jede dieser Kirchen hatte Gottes Gaben großzügig empfangen. Aber sie waren mehr oder weniger treu. Es ist Zeit, dass sie sich bekehren, um nicht in Lauheit zu verfallen. „Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien. Du behauptest:  Ich bin reich und wohlhabend, und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist, arm, blind und nackt.”  Off 3, 16-17
  Sünde geschieht nicht nur auf der Ebene von Gewissen und Wille. Aus christlicher Sicht verletzt die Sünde mehr noch die Beziehung zu Gott, die in seinem Gesetz begründet ist. Von daher ist die Sünde nicht nur unmoralisch, schlimmer noch:  ein Treuebruch. Aber angesichts der Untreue des Menschen lässt uns der Glaube bekennen. „Gott ist treu”. 1 Kor 10,13. Die Gewissenserforschung weitet sich so zu einer Vertrauensprüfung - nach einer bekannten Formulierung früheren Wallfahrtspriesters in Lourdes, Père Barraqué.
  Die Gewissenserforschung zum Erkennen seiner Sünden, ist keine Prüfliste, die man abarbeiten muss, um Gerätefehler zu reparieren. Deshalb benötigen wir die Hilfe des Heiligen Geistes. Als Jesus seinen Jüngern die Sendung des Heiligen Geistes ankündigt, versprach er ihnen „wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist” Joh 16,8. Das Erkennen der Sünde als solche ist bereits eine Wirkung der Gnade: sie wird im Gebet erreicht. Der Ort für dieses Gebet ist nicht gleichgültig. Es ist gut, wenn ein Zeichen der Nähe Gottes uns daran erinnert, dass wir nicht von uns eine Inneninspektion abzuliefern haben.  Diese Zeichen können sein: die Grotte, das Kreuz, das Heilige Sakrament.
     Der Psalmist weint oft über seine Sünden Ps 6, 7-8. Petrus bekehrt sich unter bitteren Tränen Lk 22,62. In den Seligpreisungen zögert Jesus nicht, jene selig zu preisen, die über ihre Sünden weinen. Das alte Messbuch enthielt eine Messe mit der Bitte um die Gabe der Tränen, die als Mittel angesehen wurden, Vergebung der Sünden zu erlangen, sofern es nicht Todsünden waren 1 Joh 5,16. Zu Beginn jeder Messe bitten wir um die Gnade eines zerknirschten Herzens.
   Zu guter Letzt: die Erkenntnis der Sünde führt zum Bekenntnis. Schon der Psalmist wusste, dass er seine Sünden voller Vertrauen bekennen konnte: Hier finden wir jene Grundhaltung wieder, die wir schon im 1. Schritt – den Weg der Buße – beschrieben haben.  Ps 31-32.  
  Unter den Heiligen, die viel über ihre Sünden geweint haben, seien Augustinus und Ignatius von Loyola genannt.

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3. Schritt: die Vergebung
   Alle marianischen Wallfahrtsorte sind Stätten der Vergebung. Wird Maria nicht in den Litaneien „Zuflucht der Sünder” genannt? Lourdes versagt sich nicht dieser Mission. Zwölf Beichtstühle wurden in der Krypta der Basilika der Unbefleckten Empfängnis aufgestellt. 1914 wurde eine Beichtkapelle am Beginn und Ende des Kreuzweges erbaut. Darin liegt eine starke Symbolkraft.
  Anlässlich des Heiligen Jahres 2000 wurde die Kapelle der Versöhnung in das frühere Hospital Notre Dame verlegt, um einen größeren und besser durchlüfteten Raum zu haben, vor allem aber, damit er für durchreisende Pilger leichter auffindbar und besser zugänglich ist.
   Hier im „Pastoralthema” ist nicht Raum, die Theologie der Erlösung zu entwickeln. Begnügen wir uns damit, auf einige Texte zu verweisen, vor allem auf das erste Eucharistische Hochgebet zur Versöhnung. In der Präfation heißt es: „und jetzt, wo dein Volk preist die Zeit der Gnade und der Versöhnung ...” – sind diese Worte nicht angemessen für eine Wallfahrt?  Deswegen empfehle ich besonders dieses Eucharistische Hochgebet zu verwenden.
   Von noch größerer Bedeutung ist die Lossprechung, wie sie nun in diesem Rituale steht:

           Gott, der barmhertzige Vater,
           hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes
die Welt mit sich versöhnt
           und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden.
           Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden.
           So spreche ich dich los von deinen Sünden
           im Namen des Vaters und des Sohnes + und des Heiligen Geistes. Amen!

   Das Gebet, das zur Lossprechung führt, ist ein Gebet an den Dreifaltigen Gott, ebenso wie die Hymne am Anfang des Epheser-Briefes. Die „Barmherzigkeit” des Vaters lässt denken an das Buch Numeri 6,24-26. Die Versöhnung verweist auf den Vater, durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes. Das findet sich gut in einem Abschnitt aus dem 2. Korintherbrief, daher kommt auch das Pastoralthema für das Jahr 2007:
    “Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat. Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung (zur Verkündigung) anvertraute. Wir sind also Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi Statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!” 2 Kor 5,18-20.
   Eine kleine Randbemerkung: In den Evangelien verbindet Jesus die Verzeihung der Sünden niemals mit seiner eigenen Person, auch wenn „der Menschensohn” die Vollmacht besitzt Mk 2,10. Er selbst sagt: „Deine Sünden sind dir vergeben”. Mk 2,5. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun” Lk 23,34. Die Sünde ist Anmaßung. Jesus masst sich nicht die Vergebung der Sünden an.  
   Die Verbindung zwischen dem Heiligen Geist und der Vergebung der Sünden lässt an die ausgetrockneten Gebeine denken Hes 37,9-10 und an die Erscheinung Jesu im Johannesevangelium am Osterabend Joh 20,22-23.
   Der „Dienst der Kirche” erstreckt sich auf das fürbittende Gebet für die Sünder. Davon haben wir bereits gesagt, welchen Platz es im geistlichen Leben von Bernardette einnahm. Die Kirche begrenzt diesen Dienst nicht nur auf ihre irdischen Glieder: Die Gemeinschaft der Heiligen übersteigt den Tod. Hier müsste man vom Ablass sprechen, hier ist die beste Gelegenheit dafür. Die Lossprechungsworte erinnern an die Taufformel: die grammatische Form des Indikativs, dieselbe Anrufung des dreifaltigen Gottes.
   Der Gläubige, der das Sakrament „feiert” Römisches Rituale Nr.11, antwortet „Amen” wie im Eucharistischen Hochgebet und zur Kommunion.
  Viele Psalmen besingen das Vertrauen des Sünders auf die Barmherzigkeit Gottes Ps 51; 103; 130.
  Viele Traditionen in Lourdes erhalten im auf dem „Weg der Buße” einen besonderen Sinn:
> den Kreuzweg gehen, wie eine Betrachtung Christi als Lamm Gottes, als leidender Gottesknecht Jes. 52-53, der trägt und hinweg nimmt die Sünde der Welt, unsere Sünden. Im 2. Schritt hatten wir angeregt, die Grundhaltung der Sünde zu beobachten. Jetzt können wir die Menschen beobachten, die vorausweisen auf die Auferstehung: Simon von Zyrene, Veronika, Maria und den Lieblingsjünger, der „gute Schächer” (der trotz allem ein Räuber war), den Zenturio, Nikodemus, Joseph von Arimathäa.
> das Wasser der Quelle trinken, sich mit dem Wasser an einer der vielen Zapfstellen waschen, in den Bädern ganz in das Wasser eintauchen; alle diese Zeichen erinnern an die Taufe, die im Sakrament der Versöhnung wieder hergestellt wird.
> durch die Grotte gehen. Die Grotte ist ein Ort des Vertrauens. Das Wasser fließt durch den Felsen, Symbol für die geöffnete Seite Christi. Der Täufling empfängt eine brennende Kerze: am Ausgang der Grotte erleuchten viele Kerzen euer Gesicht.
   Die Heilige, die wir an diesem Tag besonders anrufen können, ist Schwester Faustina, Apostel der „göttlichen Barmherzigkeit“ oder ihre Vorgängerinnen Theresia von Lisieux und Margareta Maria Alacoque, Apostel des Her- zens Jesu (ihre Statue findet sich auf dem großen Kreuzweg).  

4. Schritt: unbedingt Dank sagen
   Papst Pius X. empfahl den häufigen Empfang der heiligen Kommunion. Damit löste er die lange Zeit bestehende Blockade zwischen Beichte und Kommunion. Die Beichte war die Bedingung für die Kommunion, und diese Lohn der Buße. Aber es wäre auch widersinnig, beide Sakramente zu trennen: alle Sakramente führen zur Eucharistie. Könnten die Abschlussmessen der Pilger die Danksagung für die Pilger weiterführen, die das Sakrament der Versöhnung empfangen haben, aber auch alle, die – ohne das Bußsakrament zu empfangen – den geistigen Bußweg mitgegangen sind. Wenn wir gleich über die Danksagung sprechen, vergessen wir dann nicht den Aspekt des Bußsakramentes, der ihm seinen Namen gab: die Buße? Nach der Ordnung frühere Zeiten ging der Versöhnung die Buße voraus; manchmal waren die Wege weit und die Buße sehr beschwerlich. Die Wallfahrten verstanden sich als Wallfahrten und nicht als Ausflüge. Als Maria Bernadette zur Buße aufforderte, sollte sie das nicht für sich selbst tun, sondern stellvertretend für die Sünder. Das zeigt uns: Buße gehört zur Gemeinschaft der Heiligen. Im Leben der Heiligen mangelt es nicht an Beispielen der Buße für die nicht Bußbereiten.
   Heute wird die Buße – mehr als symbolische Handlung - nach der Lossprechung  verrichtet. In einem gewissen Sinn wird damit das Wort Buße entleert. Vielleicht trägt das mit dazu bei, dass das Bußsakrament weniger geschätzt wird; denn was leicht zu haben ist, hat keinen Wert.
   Gleichwohl hat die Buße in der Logik der Liebe einen Stellenwert, den man nicht übersehen darf. Welche Anstrengungen würde ein untreuer Mensch nicht auf sich nehmen,  um die Liebe des anderen zurückzugewinnen, wenn er erkennt, das er trotz allem geliebt wird?  Was würde der Ungetreue, dem verziehen wurde, nicht alles tun, um seine Dankbarkeit und Freude zu zeigen? Allerdings geht es nicht an, die Liebe Gottes mit der menschlichen Liebe zu vergleichen. Die Liebe Gottes können wir nicht erobern, aber wir müssen die göttliche Liebe in unsere Menschlichkeit, in unser Verlangen, in unsere Freude einbrennen.
   Die Buße ist nicht das Gegenteil der Freude. Bernadette, die den Ruf zur Buße tief verstanden hat, strahlte stets Freude aus. Der Heilige Paulus nennt nach der Nächstenliebe die Freude an zweiter Stelle, wenn er von der „Frucht des Geistes” spricht Gal 5,22.
   Im Evangelium ist die Liebe zu Gott nicht zu trennen von der Liebe zu den Brüdern und Schwestern. Das Verlangen, Gott seine Dankbarkeit dafür zu bezeugen, weil er mir, einem Gewohnheitssünder, vergeben hat, kann seinen Ausdruck finden im Dienst am Nächsten. Das ist zu unterscheiden von der Wiedergutmachung, die ich – soweit möglich – dem zu geben habe, dem ich Schaden zugefügt habe: Wiedergutmachung ist eine Angelegenheit der reinen Gerechtigkeit. Aber wenn Gott mir durch seine Vergebung zeigt, dass er mich grenzenlos liebt, dann wäre es gut, dass auch ich mich entscheide den Nächsten zu lieben – ein wenig nach dem Vorbild Gottes.
   Die erste Form dieser umsonst geschenkten Liebe ist – wenn sie auch manchmal sehr schwierig ist – die Verzeihung. Die fünfte Bitte des Vaterunsers ist für viele ein Problem. Das wäre die Verweigerung der Liebe.  Manche sprechen diese Bitte nicht aus. Zu Unrecht; denn Jesus, der uns kennt, lässt uns  darum bitten, nicht in Versuchung (in den Hass) geführt zu werden und uns vom Bösen zu erlösen.
   In diesem 4. Schritt will ich nicht vergessen, dass Sünde, die stets personal ist, auch eine kollektive Auswirkung hat, sei es in der Gesellschaft oder Kirche. Die Buße als Antwort der Liebe kann daher auch ein Einsatz für das Kollektiv oder die Gemeinschaft sein.
   Wenn die Pilger den wahrhaftigen und liebenswerten Weg der Bekehrung / Buße / Versöhnung gegangen sind, müsste die Wallfahrt in großer Freude und erneuerter brüderlicher Liebe zu Ende gehen.
   Der Selige, der uns in diesem 4. Schritt des Pilgerweges Vorbild sein kann, scheint mir Charles de Foucauld zu sein. Wahrhaftig ein Büßer, der mit einer Freude, die mehr und mehr innerlich wird, mit stets wachsender innerlicher Freude und dessen Antlitz transparent für das Leuchten der Gnade wird, der Gott Dank sagte in der Eucharistie an im Dienst an seinen Brüdern bis zum Tod.
  Schlussbemerkung: Zum Bußsakrament stellen sich unzählige weitere Fragen, die hier nicht beantwortet wer- den können.  Die Leiter und Prediger der Wallfahrten werden darauf eingehen können in ihren Konferenzen, Zeugnissen, auf dem Kreuzweg und in ihren Predigten. Hier wollen wir nur einen Weg aufzeigen, der den Pilgern vorgeschlagen werden kann. Trotz noch offener Fragen sollten wir mit großer Freude das Geschenk Gottes  annehmen und seinen Sohn, der „unser Friede ist” Eph 2, 14.
                                                           + Jaques Perrier, Bischof von Tarbes et Lourdes

    Nicolas Brouwet ist neuer Bischof von Lourdes     Lou-epNicolasBrouwet-x

   Papst Benedikt XVI. hat ihn am 11. Februar 2012 zum neuen Bischof für den südfranzösischen Marienwallfahrtsort ernannt. Als Bischof von Tarbes und Lourdes tritt er die Nachfolge von Jacques Perrier an, dessen altersbedingten Rücktritt der Papst am gleichen Tag annahm. Brouwet ist Mitglied der vom Theologen Hans Urs von Balthasar gegründeten Johannesgemeinschaft. Der Wechsel an der Spitze des Bistums erfolgte am Jahrestag der ersten Marienerscheinung in Lourdes. Ab dem 11. Februar 1858 jenes Jahres war die Gottesmutter mehrmals der Seherin Bernadette Soubirous erschienen. Rv120211kna

  Fürbitten per eMail nach Lourdes

   Fürbitten können Sie per eMail direkt nach Lourdes senden. Sie werden täglich um 15.30 Uhr in der Grotte des Wallfahrtsortes verlesen und dort niedergelegt, wo die Muttergottes 1858 der Bernadette Soubirous erschienen ist. Die Erscheinungen und Botschaften von Lourdes sind von der Kirche anerkannt, aber nicht Dogma. CT503 
Gebete können gesandt werden an: www.lourdes-france.org/bonjour.htm
oder schneller und direkt an: intention@lourdes-france.com

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Wir empfehlen Ihnen ein im Sankt Ulrich Verlag in Augsburg  erschienenes Buch von Dr. med. Patrick Theillier: “Lourdes: wenn man von Wundern spricht”. 136 Seiten, gebunden, 16,90 Euro /sFR 29 ISBN: 3-936-484-11-2
   Millionen Menschen suchen jährlich mit ihren Krankheiten, Leiden und Sorgen Zuflucht im berühmten französischen Marienwallfahrtsort Lourdes. Immer wieder wird über Heilungen und Wunder berichtet. Dr. Theillier erklärt: “Ein Wunder ist nicht das Unmögliche, das doch eintritt, sondern die Anerkenntnis, dass dieses Ereignis mit Gott in Zusammenhang steht, der dem Menschen Gutes will.” Der Autor ist als Chef des 1883 gegründeten Ärztebüros in Lourdes beruflich damit befasst, medizinisch unerklärbare Heilungen zu unter- suchen. Anhand von elf Lebens- zeugnissen widerlegt Dr. Theillier Vorurteile und lässt in Textzeugnissen Betroffene von Heilungen zu Wort kom- men. Das letzte Heilungswunder - das 68. in 145 Jahren - wurde 2012 offiziell anerkannt.  Foto: Der Autor.

 

Der Leib von Bernadette ist unverwest: Ist das ein Wunder?
  Bernadette Soubirous hat viel gelitten. Eine der Dimensionen ihrer Heiligkeit ist, dass sie ihre Krankheit mit Mut und Glauben bis zum Ende durchgetragen hat, während es nach den Erscheinungen von Lourdes zahlreiche Heilungen gab.
   Sie starb am Ostermittwoch, den 16. April 1879. Noch heute sind ihr Leib und ihr Gesicht unverwest, und alle können sie in Nevers, 800 km von Lourdes entfernt, sehen. Es handelt sich nicht um eine Versteinerung. Sie wurde nicht einbalsamiert und nicht mumifiziert. Kann dieses außerordentliche biologische Phänomen als Wunder bezeichnet werden? Die Kirche hält diese Art von Phänomenen nicht für ein Wunder, auch wenn jeder ein Zeichen darin sehen kann. Mehr unter: www.lourdes-france.org

Eine Vision der Liebe inspirierte Bernadette:
“Die heilige Jungfrau hat mich erwählt, weil ich sehr arm und ungebildet war.”

    Diese Worte der heiligen Bernadette Soubirous offenbaren das ungewöhnliche Vertrauen der Müllerstochter von Lourdes, dass der Himmel in seiner grandiosen Planung das Niedrige und Demütige wählt.
    Der 11. Februar ist der Gedenktag der Jungfrau Maria von Lourdes. Er bezeichnet den Beginn der Marienerscheinungen. Damals ging die 14jährige Bernadette mit ihrer jüngeren Schwester Antoinette und ein Freund nach Massabielle, dem Felsmassiv am Fluss Gave, wo sie Brennholz suchen wollten, um es zu verkaufen. “Ich hörte ein Geräusch wie einen Windstoß... Ich blickte auf, schaute zur Grotte und sah eine weiß gekleidete Frau. Sie trug ein weißes Gewand, einen weißen Schleier, einen blauen Gürtel und eine gelbe Rose auf jedem Fuß.”
    Zuerst dachte Bernadette, sie wäre das Opfer einer Halluzination. Sie nahm ihren Rosenkranz, war aber nicht in der Lage, das Kreuzzeichen zu machen. Schließlich begann sie den Rosenkranz zu beten. Die Erscheinung begleitete ihr Gebet, ohne jedoch die Lippen zu bewegen. Als Bernadettes Schwester abends ihrer Mutter von der Frau erzählte, verbot sie ihrer Tochter, noch einmal zur Grotte zu gehen. Aber nach einigem Drängen gab die Mutter nach. Am Sonntag Abend, dem 14. Februar, kehrte Bernadette nach Massabielle zurück. Sie hatte Weih- wasser mitgebracht, um den Teufel zu vertreiben. Die Frau lächelte sie an, als Bernadette das Weihwasser versprengte.  
    Den folgenden Donnerstag besuchte sie erneut die Grotte. Dabei wurde sie von einigen Erwachsenen be- gleitet. Damit sie alles, was die Frau ihr mitteilen würde aufschreiben konnte, hatte sie Tinte und Schreibfeder mitgebracht. Die Frau sagte, Feder und Tinte seien nicht notwendig. Dann bat sie Bernadette in den nächsten fünfzehn Tagen wiederzukommen. Das junge Mädchen betete den ganzen Rosenkranz. Dann forderte die Erschei- nung sie auf, zur Quelle zu gehen, zu trinken, sich zu waschen und dort einige Wildkräuter zu essen, die dort wuchsen. Da Bernadette keine Quelle sah, wollte sie zum Fluss Gave gehen. Die Frau rief sie zurück und zeigte auf die Stelle, wo sie sich waschen und trinken sollte. Am Fuß der Grotte, an der linken Seite, fand sie ein paar Tropfen Wasser, vermischt mit Schlamm. Bernadette grub ihre Hände hinein und die kleine Vertiefung füllte sich langsam mit Wasser, das aber so trüb war, dass sie es dreimal beiseite warf. Sie wollte nicht davon trinken, doch die Weisung der Frau war so beeindruckend, dass sie schließlich ein Schlückchen davon trank. Sie aß auch von den Wildkräutern in der Nähe. Aus dieser Quelle sprudeln heute 17 bis 71 Kubikmeter Wasser am Tag, abhängig von starkem Regen und Trockenheit.
   Die Vision forderte sie auf, den Priestern zu sagen, sie wünsche, dass an dieser Stelle eine Kapelle gebaut werden sollte. Bernadette solle für die Sünder beten. “Sie sagte mir auch, dass sie mir Glückseligkeit nicht in dieser Welt, sondern in der nächsten verspreche.” Die Kirche würde ihr dazu helfen, dass dieses Versprechen erfüllt würde.
   In ihrer Aussage vor dem Polizei-Chef, dem feindseligen Kommissar Jacomet, am 21. Februar, nannte Bernadette die Frau “Aquero”, das heißt im baskischen Dialekt “jene da”.
  Während der nächsten 15 Tage erschien die Frau 13 Mal der Bernadette. Erst am 25. März in der 16. Erscheinung erklärte die Frau endlich ihre Identität: “Que soy era Immaculada Councepciou.” “Ich bin die unbefleckte Empfängnis”.
  Der Pfarrer von Lourdes (1854-1972) Abbé Peyramale hatte Zweifel an den von Bernadette behaupteten Visionen. Er hatte seinen Kaplänen verboten, die Grotte zu besuchen, ließ sich aber sorgfältig über die Vorgänge Bericht erstatten. Dreimal besuchte Bernadette den Pfarrer, um ihm die Forderungen der Vision zu übermitteln. Er aber glaubte nicht daran und war ziemlich abweisend.
   Die Worte “Ich bin die Unbefleckte Empfängnis” änderte seine Meinung. Bernadette hatte keine Ahnung, was diese Aussage bedeutete, aber Abbé Peyramale wusste es. Im Dezember 1854 hatte Papst Pius IX. das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis verkündet. Bernadette konnte diesen Begriff natürlich nicht kennen, sie bereitete sich erst noch auf die Erste Heilige Kommunion vor. Jetzt wurde der Abbé zum ihrem tatkräftigen Unterstützer und zu einer Säule väterlicher Ermutigung. Er führte seither einen beständigen Briefwechsel mit Bernadette, auch noch, als sie von Lourdes in das Kloster von Nevers übersiedelte. 
   Peyramale hatte sich auch mit einer Serie von Nachahmern der Vision abzugeben. Mädchen gingen in die Grotte von Massabielle um zu beten. Sie gaben an, neblige Phantombilder zu sehen und Wolken von Dampf. Eine von ihnen, Josephine Albario, wollte die Jungfrau gesehen haben, die in einem weißen Kleid mit schwarzem Helm und Schleier auf das Ende der Welt hinwies. Später verließ sie die Familie und lebte als Bettlerin und Hausiererin.
  Auch die zweifellos fromme Marie Courrech hielt sich für eine “Seherin” und behauptete die Jungfrau gesehen zu haben. Eine zeitlang hielt die bischöfliche Kommission ihre Aussagen für glaubwürdig. Die Leute baten sie um Gebete und Fürbitte. Schließlich wurde ihr selbst bewusst, dass ihre “Visionen” kein Geschenk von Gott waren sondern eine gefährliche Versuchung, die einzigartigen Erfahrungen von Bernadette zu untergraben.  
   In den acht Jahren nach den Erscheinungen veränderte sich Lourdes bemerkenswert. Die Bewohner hatten sich geistlich erneuert. Die Werktagsmessen wurden zahlreich besucht. Der Bau der Krypta unter der Basilika wurde vollendet. Der Zustrom der Pilger wuchs beständig. Die zukünftige junge Heilige konnte manchmal eigenwillig und trotzig sein. Abbé Peyramale übernahm es selbst, damit sie sich nicht stolz überhebe, sie vor Fremden zu demütigen: “Die Heilige Jungfrau hat sie mit ihrem Segen beschenkt, den sie nicht verdient hat. Viele ihrer Freundinnen wären wohl würdiger gewesen!”
   Viele Menschen belagerten sie zuhause. Sie versuchte Reliquienjägern aus dem Weg zu gehen. Die Leute bedrängten sie, ihre Rosenkränze zu berühren, aber die Geistlichen untersagten ihr, die den Priestern vorbehaltenen Segnungen auszuüben.  
   Unbeugsam lehnte sie Geschenke ihrer Bewunderer ab. Eine reiche Ausländerin versuchte ihr “unter großem Drängen Geld zu geben. Das Mädchen fühlte ihre Würde verletzt und lehnte stets ab ... das ist bezeichnend für dieses Kind aus dem Volke, das so arm war und nicht genug zu essen hatte, diese Geschenke mit solcher Würde abzulehnen”, schreibt der Abbé.
   Ein Bischof, der sie besuchte, wollte sie überreden, ihm ihren Rosenkranz zu geben gegen seinen goldenen und mit Perlen besetzten Rosenkranz, der von Papst Pius IX. mit Ablässen versehen war. Sie lehnte ab und blieb bei ihrem einfachen Rosenkranz. 
  Ein Jesuit versuchte ihr zu beweisen, dass die Frau der Teufel gewesen sei, und wollte ihr einreden, dass die Frau einen Klumpfuß gehabt hätte. Doch Bernadette bestand darauf: “Sie hatte hübsche bloße Füße”. Als der Jesuit lang und breit erklären wollte, wie missgestaltet der Teufel sei, sagte Bernadette zu ihrer Begleitung: “Er will nicht glauben, lass uns gehen!”.
   Ihre Gegenwart in Lourdes lenkte einige Leute von der Jungfrau und der Grotte ab. Deswegen ging sie mit 22 Jahren in das Kloster St. Gildard in Nevers. Bernadette nahm hier den Namen Schwester Marie-Bernard an. Oft war sie krank, sie litt unter Asthma Tuberkulose. Im Kloster half sie in der Küche und half mit in der Krankenstation. Ihre letzten Jahre waren schmerzerfüllt: “Ganz gewiss hätte ich mir diese Inaktivität, auf die ich reduziert bin, nicht ausgesucht … Nur das Gebet ist mir geblieben ... Gehorchen ist Liebe. Im Schweigen leiden für Christus bedeutet Freude! Wirklich lieben heißt alles hingeben, auch den Schmerz!”
    “Kein Ort, keine Sache, keine Person, kein Gedanke, kein Gefühle, keine Ehren, kein Leid kann mich trennen von Jesus.  Er ist meine Ehre, meine Freude, mein Herz und meine Seele. Er, den ich liebe, ist meine Heimat. Der Himmel ist schon hier! Mein Schatz! Meine Liebe! Jesus, und der gekreuzigte Jesus, bedeutet mir Glückseligkeit!”
    Ihr Leiden in der Endphase ihrer Krankheit war hart. Ihre geschwächte Brust brannte; ihr krankes Knie verursachte immense Pein. “Ich bin gemahlen wie ein Weizenkorn. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass ich so viel leiden müsste!” Bernadette starb am 16. April 1879 im Alter von 35 Jahren.

  1909, 1919 und dann zum dritten Mal 1925 wurde ihr Sarg geöffnet. Ihr Leib war teilweise unverwest. Trotz einiger Spuren war ihre Haut weiß und straff, als ob sie natürlich mumifiziert war. Ihr Leib war nicht verwest oder verfallen. Was den Arzt am meisten erstaunte “war der vollkommene Erhalt von Skelett und Muskelgewebe (noch geschmeidig und fest), von Bändern und der Haut, und vor allem der absolut nicht zu erwartende Zustand ihrer Leber nach 46 Jahren”.
   Die Solidarität von Bernadette mit den Kranken und Leidenden leuchtet nicht nur in den Heilungswundern von Lourdes auf, mehr noch in ihren eigenen Leiden und Strapazen, gekrönt durch dieses besondere Zeichen der Auferstehung: “Ich möchte, dass mein ganzes Leben inspiriert ist durch die Liebe.” FrFrancisMarsdenCT07ß211

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 Solidarität mit den Kranken - Der Leib der Seherin St. Bernadette von Lourdes
ist für alle Pilger hinter Glas ausgestellt in Nevers, Frankreich, wo sie 1879 starb.

 Der Heilige Papst Johannes Paul II. in Lourdes     Lou06JPII

Botschaft von Johannes Paul II. zum Welttag des Kranken

  1. Der Welttag der Kranken, eine Gedenkfeier, die jedes Jahr auf einem anderen Kontinent begangen wird, hat diesmal eine einzigartige Bedeutung. Sie findet nämlich in Lourdes, in Frankreich, statt, an jenem Ort, an dem die Jungfrau am 11. Februar 1858 erschienen ist und der seit dieser Zeit zum Ziel zahlreicher Pilgerfahrten wurde. Die Muttergottes wollte in dieser Gebirgsregion ihre mütterliche Liebe besonders den Leidenden und Kranken offenbaren. Seither ist sie auch weiterhin mit steter Fürsorge gegenwärtig.
   Das Marienheiligtum wurde deshalb ausgewählt, weil im Jahr 2004 der 150. Jahrestag der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis gefeiert wurde. Es war der 8. Dezember 1854, als mein Vorgänger Pius IX. die Lehre verkündete, ”dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde”. In Lourdes sagte Maria damals in der örtlichen Mundart: “Que soy era Immaculada Councepciou.”
   2. Wollte die Jungfrau mit diesen Worten nicht auch ihre Verbundenheit mit der Gesundheit und dem Leben zum Ausdruck bringen? Wenn durch die Erbsünde der Tod in die Welt kam, so hat Gott durch die Verdienste Jesu Christi Maria vor jeglichem Makel der Sünde bewahrt, und über uns ist das Heil und das Leben gekommen vgl. Röm 5,12- 21.
   Das Dogma der Unbefleckten Empfängnis führt uns ein in die Herzensmitte des Geheimnisses der Erschaffung der Welt und der Erlösung vgl.Eph 1,4-12; 3,9-11. Gott  wollte dem Menschen das Leben in Fülle geben Joh 10,10, machte jedoch seinen Plan von einer freien und wohlwollenden Antwort abhängig. Mit der Ablehnung dieser Gabe durch den Ungehorsam, der zur Sünde führte, hat der Mensch den lebensnotwendigen Dialog mit dem Schöpfer auf tragische Weise unterbrochen. Dem “Ja” Gottes, Quelle des Lebens in Fülle, stellte sich das "Nein” des Menschen entgegen, erfüllt von hochmütiger Selbstgenügsamkeit als Vorbote des Todes vgl.Röm 5, 19.
 Die gesamte Menschheit wurde zutiefst von dieser Verschlossenheit gegenüber Gott erfasst. Nur Maria von Nazaret wurde im Hinblick auf die Verdienste Christi von jeglichem Makel der Urschuld bewahrt und völlig in den göttlichen Plan aufgenommen, damit der himmlische Vater in ihr das Vorhaben, das er für die Menschen vorgesehen hatte, verwirklichen konnte.
   Die Unbefleckte Empfängnis deutet auf die harmonische Verflechtung zwischen dem “Ja” Gottes und dem “Ja” Marias hin, das sie in völliger Hingabe aussprach,  als ihr der Engel die Frohe Botschaft überbrachte vgl. Lk 1,38. Dieses “Ja” im Namen der Menschheit eröffnet der Welt erneut die Pforten zum Paradies dank des Wortes Gottes, das in ihr durch das Wirken des Heiligen Geistes Fleisch geworden ist vgl. Lk 1,35. Der ursprüngliche Schöpfungs- plan wird auf diese Weise in Christus erneuert und bekräftigt;  und in diesem Plan findet auch sie, die Jungfrau und Mutter, Platz.
   3. Dies ist der Schlüssel zur Wende der Geschichte: Mit der Unbefleckten Empfängnis Mariens hat das große Erlösungswerk begonnen, das sich im kostbaren Blut Christi verwirklicht hat. In Ihm ist jede Person aufgerufen, sich ganz bis zur Vollkommenheit der Heiligkeit zu verwirklichen vgl. Kol 1,28.
   Die Unbefleckte Empfängnis ist deshalb die verheißungsvolle Morgenröte des strahlenden Tages Christi, der durch seinen Tod und seine Auferstehung die vollkommene Eintracht zwischen Gott und der Menschheit wiederherstellen wird. Wenn Jesus die Quelle des Lebens ist, die den Tod besiegt, so ist Maria die fürsorgliche Mutter, die auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingeht und für sie die Gesundheit an Seele und Körper erwirkt. Das ist die Botschaft, die das Heiligtum von Lourdes fortwährend den Gläubigen und Pilgern vermittelt. Das ist auch die Bedeutung der körperlichen und geistlichen Heilungen, die sich an der Grotte von Massabielle ereignen.
   Seit dem Tag, an dem die Jungfrau Bernadette Soubirous erschienen ist, hat Maria an jenem Ort Schmerzen gelindert und Krankheiten geheilt und somit vielen ihrer Kinder das körperliche Wohlbefinden wiedergeschenkt. Weit unvorhersehbarere Wunder hat sie jedoch in den Seelen der Gläubigen gewirkt, indem sie ihre Herzen öffnete für die Begegnung mit ihrem Sohn Jesus als wahre Antwort auf die innerste Sehnsucht des menschlichen Herzens. Der Heilige Geist, der im Augenblick der Menschwerdung des Wortes über sie kam, verwandelt die Seelen zahlloser Kranker, die sich ihr zuwenden. Auch wenn sie die Gabe der körperlichen Heilung nicht erhalten, so empfangen sie stets ein weit wichtigeres Geschenk: die Umkehr des Herzens als Quelle des Friedens und der inneren Freude. Diese Gabe verändert ihr Leben und macht sie zu Aposteln des Kreuzes Christi, Zeichen der Hoffnung, auch angesichts der härtesten und schwersten Prüfungen.
   4. In dem Apostolischen Schreiben “Salvifici doloris” betonte ich, dass das Leiden zur Transzendenz des Menschen gehört, der lernen muss, es zu akzeptieren und es zu bewältigen . Aber wie könnte ihm dies gelingen, wenn nicht durch das Kreuz Christi?
   Im Tod und in der Auferstehung des Erlösers findet das menschliche Leiden seinen tiefsten Sinn und seinen heilbringenden Wert. All die Last der Bedrängnis und der Schmerzen der Menschheit gründet im Geheimnis eines Gottes, der, indem er für uns Mensch geworden ist, sich erniedrigt und sich “für uns zur Sünde” gemacht hat 2 Kor 5,21. Auf Golgota hat er die Schuld jedes Menschen auf sich genommen, und in seiner Einsamkeit und Verlas- senheit zum Vater gerufen: “Warum hast du mich verlassen?” Mt 27,46
   Vom Paradoxon des Kreuzes leitet sich die Antwort auf unsere bedrängendsten Fragen ab. Christus leidet für uns: Er nimmt das Leid aller auf sich und befreit uns von ihm. Christus leidet mit uns, wodurch er uns ermöglicht, mit ihm unsere Schmerzen zu teilen. In Verbindung mit dem Leiden Christi wird das menschliche Leiden zum Heilswerk. Eben deshalb kann sich der Gläubige den Worten des heilige Paulus anschließen: “Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt” Kol 1,24. Der im Glauben angenommene Schmerz wird zur Pforte, um in das Geheimnis des erlösenden Leidens des Herrn einzutreten. Es ist ein Leiden, das uns nicht mehr des inneren Friedens und des Glücks beraubt, denn es ist erleuchtet vom Glanz der Auferstehung.
   6. In unserer Zeit wurden große Schritte unternommen bei der wissenschaftlichen Erforschung des Lebens, dieses fundamentalen Geschenkes Gottes, dessen Verwalter wir sind. Das Leben muss angenommen, respektiert und verteidigt werden von seinem Beginn an bis zum natürlichen Tod. Mit ihm soll die Familie als Wiege jedes entstehenden Lebens geschützt werden.
   Es wird mittlerweile allgemein von der “Gentechnologie” gesprochen, wobei man auf die außerordentlichen Möglichkeiten verweist, die die Wissenschaft bietet, um auf den Ursprung des Lebens einzuwirken. Jeder wahre Fortschritt in diesem Bereich kann nur ermutigt werden, vorausgesetzt, er respektiert immer die Rechte und Würde der Person vom Augenblick der Empfängnis an. Denn niemand darf es sich anmaßen, das Leben eines Menschen wahllos zu zerstören oder zu manipulieren. Es ist der besondere Auftrag der in der Pastoral im Krankendienst tätigen Personen, alle Menschen, die in diesem schwierigen Sektor arbeiten, dahingehend zu sensibilisieren, dass sie ihre Tätigkeit im Dienst am Leben ausführen.
   Anlässlich des Welttages der Kranken möchte ich allen danken, die in der Pastoral im Krankendienst arbeiten, besonders den Bischöfen, die in Euren jeweiligen Bischofskonferenzen diesen Sektor betreuen, den Krankenhaus- seelsorgern, den Pfarrern und allen weiteren Priestern, die in diesem Bereich wirken, den Orden und religiösen Kongregationen, den freiwilligen Helfern und all jenen, die nicht müde werden, ein treues Zeugnis vom Tod und von der Auferstehung des Herrn angesichts von Leid, Schmerz und Tod abzulegen.
   5. Zu Füßen des Kreuzes leidet Maria im Stillen und nimmt so auf besondere Weise an den Qualen ihres Sohnes teil. Sie wird zur Mutter der Menschheit, die bereit ist, Fürsprache einzulegen, damit jeder Mensch das Heil erlangt.
   In Lourdes ist es nicht schwer, diese einzigartige Teilhabe der Gottesmutter am heilbringenden Erlösungswerk Christi zu verstehen. Das Wunder der Unbefleckten Empfängnis erinnert die Gläubigen an eine grundlegende Wahrheit: Nur durch die fügsame Mitwirkung am Plan des Vaters ist es möglich, das Heil zu erwirken, denn er wollte die Welt durch den Tod und die Auferstehung seines eingeborenen Sohnes erlösen. Durch das Sakrament der Taufe wird der Gläubige in diesen Heilsplan eingeführt und von der Erbsünde befreit. Krankheit und Tod verlieren - wenn sie auch im irdischen Leben weiter fortbestehen - ihren negativen Sinn. Im Licht des Glaubens wird der körperliche Tod,  der  vom  Tod Christi besiegt ist vgl. Röm 6,4, zum unumgänglichen Übergang zur Fülle der Unsterblichkeit.
   Meine Anerkennung möchte ich auf die im Gesundheitswesen Tätigen ausweiten, auf das medizinische und paramedizinische Personal, die Forscher, besonders auf jene, die sich mit der Herstellung von neuen Heilmitteln und der Produktion von schwer zugänglichen Medikamenten auch für weniger begüterte Menschen befassen.
   Alle vertraue ich der allerseligsten Jungfrau an, die im Heiligtum von Lourdes in ihrer Unbefleckten Empfängnis verehrt wird. Möge sie jedem Christen helfen, Zeugnis davon abzulegen, dass die einzige wahre Antwort auf den Schmerz, das Leid und den Tod Christus ist, unser Herr, der gestorben und für uns auferstanden ist.
   Mit diesen Empfindungen erteile ich Ihnen, verehrter Bruder und allen, die an der Feier des Welttages der Kranken teilnehmen, meinen besonderen Apostolischen Segen.
     Aus dem Vatikan,                     
    Johannes Paul II.

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Franziskus zum Weltkrankentag: Pflege als Weg der Heiligung

   Papst Franziskus hat Menschen gewürdigt, die Kranke pflegen. Der Dienst am Krankenbett könne „mühsam und drückend“ werden, wenn er sich über Monate und Jahre hinziehe, sei aber ein wichtiger Weg der Heiligung, schreibt Franziskus in seiner Botschaft zum Welttag der Kranken. „Die an der Seite des Kranken verbrachte Zeit ist eine heilige Zeit. Sie ist ein Lob Gottes“, heißt es in dem Dokument, das der Vatikan veröffentlichte.
  Die Botschaft kreist um das Grundthema „Weisheit des Herzens“. Das bedeute beispielsweise, dem kranken Mitmenschen Zeit zu schenken und bei ihm zu verweilen, auch schweigend; es bedeute, „aus sich selbst heraus- und auf den Mitmenschen zuzugehen“ und „solidarisch mit dem Mitmenschen zu sein, ohne ihn zu beurteilen“. Die „wahre Nächstenliebe“ ist Franziskus zufolge „eine Teilnahme, die nicht urteilt, die sich nicht anmaßt, den anderen zu bekehren; sie ist frei von jener falschen Demut, die unterschwellig Anerkennung sucht, und freut sich über das vollbrachte Gute“.
   Zugleich wandte sich Papst Franziskus entschieden gegen subtile Versuche, Kranken ihr Lebensrecht abzusprechen. Hinter gewissen Äußerungen, die beharrlich die „Lebensqualität“ betonen, verberge sich eine „große Lüge“. Sie solle zu dem Glauben verleiten, „ein von schwerer Krankheit befallenes Leben sei nicht wert, gelebt zu werden“. „Auch wenn die Krankheit, die Einsamkeit und die Unfähigkeit die Oberhand über unser Leben der Hingabe gewinnen, kann die Erfahrung des Leidens ein bevorzugter Ort der Vermittlung der Gnade sein“, schreibt der Papst. Auch die „im Geheimnis von Leid und Schmerz versunkenen Menschen können, wenn dieses im Glauben angenommen wird, lebendige Zeugen eines Glaubens werden, der es erlaubt, sich im Leiden selbst niederzulassen, obwohl der Mensch mit seiner Intelligenz nicht fähig ist, es bis zum Grunde zu begreifen“.
   Der Welttag der Kranken geht auf Johannes Paul II. zurück. Er führte ihn 1993 zum Gedenken an alle von Krankheiten heimgesuchten und gezeichneten Menschen ein. Der Weltkrankentag wird am 11. Februar begangen, dem Tag der Muttergottes von Lourdes. Rv141230gs
 

arte-J-M-J-x      Franziskus bittet um Solidarität mit leidgeprüften Familien

   Papst Franziskus hat zu Solidarität mit Familien in schwierigen Situationen aufgerufen. Am Fest der Heiligen Familie, das die Kirche am Sonntag nach Weihnachten feiert, erinnerte das Kirchenoberhaupt beim Angelusgebet an Familien, die auf vielfältige Weise leiden, wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit, Diskriminierung oder weil sie in die Emigration gezwungen werden. Das Licht, das von der Heiligen Familie ausgehe – Jesus, Maria, Josef – „ermutigt uns, menschliche Wärme in solchen Familiensituationen zu geben, wo aus verschiedenen Gründen Frieden, Harmonie und Vergebung fehlen“, so der Papst.
   Das Evangelium zum Tag erzählt von jener denkwürdigen Begegnung im Tempel von Jerusalem zwischen der Heiligen Familie und den beiden Alten Simeon und Hanna, die Gott für die Ankunft des Erlösers preisen. „Ein Moment, der einfach ist und doch reich an Weissage“, so der Papst. Alle Beteiligten seien voller Freude und voller Glauben an das Wirken des Geistes. „Wer lässt sie aufeinander treffen? Jesus. Jesus ist jener, der die Generationen annähert. Er ist die Quelle jener Liebe, die die Familien und die Menschen eint, jedes Misstrauen überwindet, jede Vereinzelung, jede Entfernung.“ Das lasse auch an die wichtige Rolle der Großeltern in der Familie und in der Gesellschaft denken, fuhr Franziskus fort.
   Die Botschaft, die von der Heiligen Familie ausgehe, sei vor allem eine Botschaft des Glaubens. „In der Familie von Maria und Josef ist Gott wirklich im Mittelpunkt, und er ist es in der Person Jesu.“ Wenn Eltern und Kinder gemeinsam ein solches Klima des Glaubens atmeten, besäßen sie „eine Energie, die es ihnen erlaubt, auch schwierige Prüfungen zu bestehen“. Rv141228gs

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Jubiläumsablass anlässlich des 150. Jahrestages der Erscheinungen in Lourdes.
Maria und die Kirche wirken zusammen. Das Dekret der Apostolischen Pönitentiarie im Wortlaut

   Aus Anlass des 150. Jahrestags der Erscheinungen der seligen Jungfrau Maria in der Grotte Massabielle bei Lourdes wird den Gläubigen täglich der vollständige Ablass gewährt, die andächtig und unter den festgesetzten Bedingungen vom 8. Dezember 2007 bis zum 8. Dezember 2008 die Grotte Massabielle und vom 2. bis 11. Februar 2008 ein Gotteshaus, eine Gebetsstätte, eine Grotte oder einen würdigen Ort besuchen, an dem das geweihte Bild der seligen Jungfrau Maria von Lourdes feierlich zur öffentlichen Verehrung ausgestellt ist.
   Die Allmacht und unendliche Güte Gottes haben die von der Vorsehung bestimmte Sendung Marias - der Mutter unseres Herrn Jesus Christus und daher der Mutter Seines mystischen Leibes, der Kirche - in einer wunderbaren Beziehung mit dem Heilswerk der Kirche selbst vereint. So setzt der selige Abt Guerrico den Schutz, den die Gläubigen vertrauensvoll von der Mutter Maria erwarten, mit dem universalen Heilsdienst der katholischen Kirche in Verbindung: „Die heilige Mutter Christi erkennt sich auf der Ebene des Mysteriums als Mutter der Christen und bringt ihnen daher jede Aufmerksamkeit und Liebe entgegen, die einer Mutter eigen sind ... Auch die Christen erkennen sie als Mutter an und suchen - gedrängt durch ihre natürliche kindliche Liebe - in jeder Not und Gefahr bei ihr Zuflucht, indem sie voller Vertrauen ihren Namen anrufen, so wie Kinder im Arm ihrer Mutter” Diskurs 1 zu Maria Himmelfahrt.
   Die Dogmatische Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils, „Lumen Gentium", hebt die Sendung - die wir als gemeinschaftlich bezeichnen können - der Allerseligsten Jungfrau Maria und der Katholischen Kirche hervor: „Denn Maria vereinigt, da sie zuinnerst in die Heilsgeschichte eingegangen ist, gewissermaßen die größten Glau- bensgeheimnisse in sich und strahlt sie wider. Daher ruft ihre Verkündigung und Verehrung die Gläubigen hin zu ihrem Sohn und seinem Opfer und zur Liebe des Vaters. Die Kirche aber wird, um die Ehre Christi bemüht, ihrem erhabenen Typus ähnlicher durch dauerndes Wachstum in Glaube, Hoffnung und Liebe und durch das Suchen und Befolgen des Willens Gottes in allem” Nr. 65.
   Die Geschichte der Kirche und denkwürdige Zeugnisse marianischer Verehrung zeigen häufig und in aller Deut- lichkeit diese Wirkweise der göttlichen Vorsehung und empfehlen sie den Gläubigen, um ihren Glauben zu stärken.
   Der bevorstehende 150. Jahrestag des Tages, an dem die allerheiligste Jungfrau Maria, die dem jungen Mädchen Bemadette Soubirous geoffenbart hatte, dass sie die unbefleckte Empfängnis sei, wollte, dass an dem Ort namens Massabielle bei der Stadt Lourdes ein Heiligtum, ein Schatz der Gnade, errichtet und verehrt werde, ruft die zahllose Reihe von Wundern in Erinnerung, durch welche das übernatürliche Leben der Seelen sowie die leibliche Gesundheit großen Gewinn aus der allmächtigen Güte Gottes gezogen haben; in dieser Verfügung der göttlichen Vorsehung auf Fürsprache der Allerseligsten Jungfrau Maria hin, zeigt sich deutlich, dass das endgültige Ziel des Menschen das Wohl der ganzen Person ist - hier auf Erden und vor allem in der Heilsewigkeit.
  Die Gläubigen haben von den Anfängen des Heiligtums in Lourdes an verstanden, dass die selige Jungfrau Maria, durch den Dienst der katholischen Kirche, auf liebenswürdigste Weise an jenem Ort für das ganze Heil des Men- schen Sorge tragen wollte. So stärken sich die Gläubigen, welche die Allerseligste Jungfrau Maria an dem Ort verehren, „den ihre Füße berührt haben”, mit den heiligen Sakramenten, sie fassen feste Vorsätze, in der Zukunft ein immer gewissenhafteres christliches Leben zu führen, sie nehmen intensiv die Bedeutung der Kirche wahr, und aus all dem ziehen sie wertvolle und überzeugende Erfahrungen. Auch die Verknüpfung wunderbarer Ereignisse in der Folge der Zeiten lässt das gemeinschaftliche Wirken der seligen Jungfrau Maria und der Kirche erahnen. So wurde im Jahr 1854 das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria definiert; im Jahr 1858 ist die Allerheiligste Jungfrau Maria mit unaussprechlicher mütterlicher Liebenswürdigkeit der frommen Bernadette Soubirous erschienen und hat dabei die Worte der dogmatischen Definition „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis” verwendet.
   Damit aus diesem frommen Gedenken Früchte  erneuerter  Heiligkeit  erwachsen, hat Papst Benedikt XVI. beschlossen, großzügig das Geschenk des vollständigen Ablasses zu gewähren, wie im folgenden erklärt wird:  
   Alle Gläubigen, die wirklich bereuen, die ordnungsgemäß durch das Sakrament der Buße geläutert und mit der heiligen Kommunion gestärkt sind und schließlich auf andächtige Weise Gebete nach Meinung des Papstes sprechen, werden täglich den „Vollständigen Ablass”  erlangen können, der auch fürbittend für die Seelen im Fegfeuer anwendbar ist:
A. - wenn sie vom 8. Dezember 2007 bis einschließlich des gesamten 8. Dezember des Jahres 2008 folgende Orte auf andächtige Weise besuchen und dabei vorzugsweise die vorgeschlagene Reihenfolge beachten:
1. Das Baptisterium der Pfarrkirche, in der Bernadette getauft wurde; 2. das Haus der Familie Soubirous, das mit dem Namen „Cachot” bezeichnet wird; 3. die Grotte Massabielle; 4. die Kapelle des Hospizes, in der Bernadette die erste Kommunion empfangen hat, und dort jeweils einen angemessenen Zeitraum mit andächtigen Betrachtungen in innerer Sammlung verweilen, die sie mit dem Gebet des Vaterunser, dem Glaubensbekenntnis in einer der zugelassenen Formen und dem Jubiläumsgebet oder einem anderen marianischen Gebet abschließen.
B. - wenn sie vom 2. Februar 2008, dem Festtag der Darstellung des Herrn im Tempel, bis einschließlich des gesamten 11. Februar 2008, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes und dem 150. Jahrestag der Erscheinungen, das geweihte Bild der seligen Jungfrau Maria von Lourdes in einem Gotteshaus, einer Gebetsstätte, einer Grotte oder an einem würdigen Ort andachtsvoll besuchen, wo es feierlich zur öffentlichen Verehrung ausgestellt ist, und vor diesem Bild an einer marianischen Andachtsübung teilnehmen oder dort zumindest einen angemessenen Zeitraum mit andächtigen Betrachtungen in innerer Sammlung verweilen, und zum Abschluss, ein Vaterunser sowie ein Glaubensbekenntnis in einer der zugelassenen Formen beten und die Allerheiligste Jungfrau Maria anrufen.
C. - die alten und kranken Menschen sowie alle, die aus berechtigten Gründen nicht in der Lage sind, das Haus zu verlassen, können ebenfalls - zu Hause oder dort, wo sie durch ihre Verhinderung zurückgehalten werden - den vollständigen Ablass erlangen, wenn sie sich von jeder Sünde abkehren und die Absicht hegen, so bald wie möglich die gewöhnlichen drei Bedingungen zu erfüllen und an den Tagen vom 2. - 11. Februar 2008 mit verlangendem Herzen geistig einen Besuch (an den oben angegebenen Stätten) abstatten, die oben genannten Gebete sprechen und Gott vertrauensvoll durch Maria die Krankheiten und Beschwerlichkeiten ihres Lebens anbieten.
   Damit die Gläubigen dieser himmlischen Gunst einfacher teilhaftig werden können, mögen sich die Priester, die von der zuständigen Autorität zum Hören der Beichte zugelassen sind, großzügig bereitstellen, sie aufzunehmen und auf feierliche Weise die öffentlichen Gebete an die Unbefleckte Jungfrau Maria, die Mutter Gottes zu leiten.
Ungeachtet jeglicher gegenteilig lautenden Vorschrift.
Rom, am Sitz der Apostolischen Pönitentiarie,
am 21. November 2007, dem Fest Maria Tempelgang.
James Francis Cardinal Stafford, Großpönitentiar
Gianfranco Girotti, O.F.M. Conv., Titularbischof von Meta, Regens
ÜbersetzungClaudiaReimüllerDT071211

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...Fotos von unserer Lourdes-Pilgerfahrt finden Sie auf unserer Seite:  Lourdes II

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 Chronik der 18 Begegnungen vor 150 Jahren in Lourdes

   Vor 150 Jahren, 1858, erschien die Jungfrau Maria in der Grotte von Massabielle, unweit Lourdes, achtzehn Mal der 14-jährigen Bernadette Soubirous: Vom 11. Februar bis zum Abend des 16. Juli. Diese kleine Chronik jener Tage (die vor allem als Gebetshilfe verstanden werden will) lässt die wichtigsten Fakten und einige Worte und Zeugnisse wieder aufleben, die Bernadette damals selbst erzählt hat.
11. Februar - Donnerstag: erste Erscheinung
   Bernadette verlässt ihr Elternhaus in Begleitung ihrer Schwester Toinette und ihrer Freundin Jeanne Baloum, um beim Fluss Gave Brennholz zu sammeln. Da sie sich beim Überqueren des Flusses nicht die Füße nass machen will, zieht sie sich die Strümpfe aus. Während sie das tut, hört sie auf einmal ein Sausen wie einen Windstoss, der durch die Blätter fährt. Sie dreht sich um und sieht, dass sich die Pappeln hinter ihr nicht bewegen. „Dann”, so be- richtet sie, „begann ich, mir die Schuhe auszuziehen.” Da erhebt sich wieder ein Windstoss. Dieses Mal blickt sie in Richtung der Grotte, die in ein geheimnisvolles Licht gehüllt ist, und in diesem Licht erscheint Bernadette eine weiße Gestalt, die ihr zulächelt. „Sie war weiß gekleidet, hatte einen weißen Schleier, einen blauen Gürtel und je eine gelbe Rose auf den Füßen. Auch ihr Rosenkranz war gelb. Ich war verwirrt, und glaubte, mich zu irren. Ich rieb mir die Augen und sah noch einmal hin. Die Dame war immer noch da. Da griff ich in meine Tasche und zog den Rosenkranz heraus. Ich wollte das Kreuzzeichen machen, aber meine Hand gehorchte mir nicht. Ich schaffte es nicht, sie zur Stirn zu führen. Sie fiel einfach herunter. Das erschreckte mich sehr, und meine Hand begann zu zittern. Aber ich lief nicht fort. Die Dame nahm den Rosenkranz, den sie am Arm trug und machte das Kreuz- zeichen; ich versuchte es ihr gleichzutun, und dieses Mal gelang es mir. Ich hatte kaum das Kreuzzeichen ge- macht, da war die Angst, die mich befallen hatte, wie weggeblasen. Ich kniete nieder und betete mit der schönen Dame zusammen den Rosenkranz. Die Erscheinung ließ die Perlen ihres Rosenkranzes durch die Finger laufen, ohne die Lippen zu bewegen. Nach dem Rosenkranz bedeutete sie mir, näher zu kommen, aber das wagte ich nicht. Da war die schöne Dame auf einmal verschwunden.”
   Auf dem Rückweg erzählt Bernadette der Schwester und der Freundin, was sie gesehen hat und lässt sich versprechen, es niemandem zu verraten. Toinette sagt es jedoch den Eltern, die Bernadette am Abend ausfragen und ihr verbieten, zur Grotte zurückzukehren. Nach dieser ersten Erscheinung um die Mittagszeit ereignen sich alle anderen am Morgen, außer der vierzehnten und der achtzehnten, die sich am Abend ereignen.
14. Februar - Sonntag: zweite Erscheinung
   Es ist der Sonntag vor Aschermittwoch. Bernadette erzählt: „Am folgenden Sonntag bin ich zum zweiten Mal zur Grotte gegangen. Ich kann mich gut daran erinnern, weil ich von einer inneren Stimme dazu getrieben wurde. Meine Mutter hatte mir verboten, wieder dorthin zu gehen. Nach der Messe ging ich mit meinen beiden Gefährtinnen zu meiner Mutter und bat sie, mich zur Grotte gehen zu lassen. Sie wollte nichts davon wissen. Sie fürchtete, ich könnte ins Wasser fallen und nicht rechtzeitig zur Vesper wieder nach Hause kommen, was ich ihr aber hoch und heilig versprach. Da ließ sie mich gehen. Zuerst ging ich aber mit einer Flasche in die Pfarrei, um Weihwasser zu holen. Als wir bei der Grotte angekommen waren, begannen wir, den Rosenkranz zu beten. Ich hatte gerade die ersten 10 Ave Maria gebetet, als ich die Erscheinung wieder sah. Ich besprengte die Dame mit Weihwasser und bat sie, zu bleiben, sofern sie von Gott käme, andernfalls aber zu verschwinden. Sie lächelte mir zu und verneigte sich.” Bernadette fällt in Ekstase, ihre Gefährtinnen flüchten erschrocken. Erst der Müller Nicolau schafft es, sie von dort fortzubringen. Das Geschehene spricht sich in Windeseile herum. Ihre Mutter macht sich Sorgen und verbietet ihr erneut, zur Grotte zu gehen.
18. Februar - Donnerstag: dritte Erscheinung
  Die reiche Dame Milhet, von Neugier getrieben, kann der Mutter Bernadettes das Versprechen entlocken, sich von dem Mädchen zur Grotte von Massabielle begleiten zu lassen. Sie befiehlt Bernadette, die Erscheinung nach ihrem Namen zu fragen, drückt ihr ein Blatt Papier, einen Füllfederhalter und ein Tintenfass in die Hand: „Würden Sie wohl die Güte haben, Ihren Namen aufzuschreiben?” Da hört Bernadette zum ersten Mal die Stimme der Dame, als ihr diese antwortet: „Das ist nicht notwendig.” Und mit überraschender Güte bittet sie Bernadette: „Mach mir nur die Freude und komm vierzehn Tage lang täglich hierher.” Bernadette erzählt:„Ich bejahte. Sie versprach mir nicht, mich in dieser Welt glücklich zu machen, sondern in der andern. Ich kehrte vierzehn Tage lang zur Grotte zurück. Die Erscheinung zeigte sich mir jeden Tag, mit Ausnahme eines Montags und eines Freitags.”
19. Februar - Freitag: vierte Erscheinung
   Die Erscheinung dauert eine Viertelstunde. Bernadette hat die Kerze in der Hand, die ihr ihre Patin, Bernarde Casterot, gegeben hat, die mit einem Dutzend Personen mit ihr zur Grotte gekommen war. Die schöne Dame lächelt nur, und Bernadette antwortet ihr mit Gesten: „Sie grüßte mit den Händen und mit dem Kopf”. berichtet ihre Freundin Josephe Barinque: „Es war eine Freude, ihr zuzusehen. Es war, als hätte sie ihr ganzes Leben nichts anderes getan, als diese Gesten des Grußes einzustudieren. Ich konnte den Blick gar nicht von ihr abwenden.”
20. Februar - Samstag: fünfte Erscheinung
  Als Bernadette mit dem Rosenkranz beginnt, in Erwartung, dass die weiße Dame erscheint, sind dreißig Personen bei ihr. Auch an diesem Tag, dem 20. Februar, dauert die Erscheinung eine Viertelstunde. Während dieser Zeit schließt Bernadette kein einziges Mal die Lider, „nicht einmal, als sie den Kopf zum Gruß neigte”, berichtet Rosine Cazenave.
21. Februar - Sonntag: sechste Erscheinung
  Auch dieses Mal, am ersten Sonntag der Fastenzeit, gibt es nur Gesten und Lächeln, keine Worte. Am Nachmittag wird Bernadette von Kommissar Jacomet verhört, der davon überzeugt ist, dass die Geschichte erfunden ist. Bei dieser Gelegenheit wird zum ersten Mal der Begriff Aquerò gebraucht - der im Dialekt von Lourdes soviel bedeutet wie „dieses etwas” -, und mit dem das bezeichnet werden soll, was Bernadette sieht: „Sag mir, Bernadette, gehst du jeden Tag nach Massabielle?”. „Ja, Herr Kommissar.”  „Und siehst du dort etwas Schönes?”.  „Ja, Herr Kommissar.” „Sag mir, Bernadette, siehst du die heilige Jungfrau?”. „Ich sage nicht, dass ich die heilige Jungfrau gesehen habe.” „Dann hast du also nichts gesehen.”  „Doch, etwas habe ich gesehen.”  „Und was hast du gesehen?”. „Etwas Weißes.” „Etwas oder jemanden?”. „Aquerò / Dieses etwas, das die Form eines Mädchens hat”. „Und sie hat dir nicht gesagt: ich bin die heilige Jungfrau?”. „Das hat mir Aquerò nicht gesagt.”

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 23. Februar - Dienstag: siebte Erscheinung
  Bernadettes Vater lässt sich vom Kommissar einschüchtern und verbietet Bernadette, zur Grotte zurückzukehren. Sie ist ihm zunächst gehorsam, am Nachmittag jedoch zieht es sie wieder unwiderstehlich nach Massabielle. Die Dame erscheint ihr jedoch nicht. Am Tag darauf heben die Eltern das Verbot auf, und dieses Mal dauert die Erscheinung eine Stunde, erfolgt vor einer Menge von 150 Menschen. Während der Ekstase sticht Elenoire Perand, die ein Jahr später in den Orden der Schwestern des heiligen Vincenz von Paul eintritt, Bernadette mit einer Brosche. Doch das Mädchen zeigt keine Schmerzreaktion. Aquerò lehrt sie ein Gebet, das nur für sie bestimmt ist und das Bernadette von da an jeden Tag ihres Lebens beten sollte. Sie vertraut ihr auch drei Geheimnisse an, die sie niemandem anvertrauen darf.
24. Februar - Mittwoch: achte Erscheinung
   An diesem Tag hat die schöne Dame zum ersten Mal eine Botschaft, die alle betrifft: „Heute hat Aquerò ein neues Wort ausgesprochen: Buße! Und dann fügte sie an: ,Bete für die Umkehr der Sünder’. Und ich antwortete:,Ja’. Sie fragte mich, ob mir das unangenehm wäre, was ich verneinte. Dann bat sie mich, auf Knien ins Innere der Grotte zu kommen und den Boden zu küssen zur Buße für die Sünder.”
25. Februar - Donnerstag: neunte Erscheinung
   An jenem Tag ist zum ersten Mal von der Quelle im Innern der Grotte die Rede, aus der heute die Wasser- becken und Brunnen von Lourdes gespeist werden.
   Vor 500 Personen rutscht Bernadette auf Knien den leicht ansteigenden Weg empor, der ins Höhleninnere führt, und küsst den Boden. Wie ihr von Aquerò geheißen wurde, gräbt sie mit den Händen ein Loch, aus dem eine Quelle entspringt. Dreimal muss sie das daraus hervorsprudelnde Wasser wegschütten, weil es schmutzig ist, das vierte Mal kann sie es trinken.
27. Februar - Samstag: zehnte Erscheinung
   Dieses Mal lächelt sie nur. Bernadette vollzieht dieselben Gesten wie die zwei Tage zuvor: sie rutscht auf Knien ins Grotteninnere und trinkt das aus dem Boden hervorsprudelnde Wasser.
28. Februar - Sonntag: elfte Erscheinung
  Ein Beamter, der geschickt wird, um die Lage zu kontrollieren, registriert die Anwesenheit von 1.100 Personen während der Erscheinung, die sich genauso vollzieht wie am Tag zuvor. Am Nachmittag befragt Antonie Clarens Bernadette über die „merkwürdigen” Gesten, die Aquerò von ihr verlangt: „Die Erscheinung will, dass ich sie zur Buße vollziehe”, antwortet sie, „zunächst einmal für mich, und dann für die anderen.” Clarens fragt: „Ist dir irgend- etwas mitgeteilt, ... vielleicht eine Mission übertragen worden?”. „Nein, noch nicht.” Am Abend gehen einige Stein- metze von Lourdes zur Grotte und graben an der Stelle, wo Bernadette niederkriiete, um zu trinken. Da sprudelt klares Quellwasser im Überfluss hervor.
1. März - Montag: zwölfte Erscheinung
   Vor 1.500 Personen vollzieht Bernadette wieder die üblichen Gesten der Buße. Antoine Dezirat, ein junger Priester, sieht aus nächster Nähe zu: „Bernadette ließ den Rosenkranz durch ihre Finger laufen und bewegte kaum die Lippen, ihre entrückte Haltung, die ihr ins Gesicht geschriebene Verzückung waren nicht zu übersehen. Ihr Lächeln war so schön, dass man es nicht beschreiben kann ... Nur Bernadette sah die Erscheinung, aber alle hatten den Eindruck, ihre Gegenwart zu spüren ... ich kam mir vor wie im Vorzimmer zum Paradies.” Wenig später fühlt sich Catherine Latapie, eine junge schwangere Frau mit einer gelähmten Hand, unwiderstehlich von der Grotte angezogen, taucht die Hand ins Quellwasser und ist von der Lähmung geheilt. Es ist das erste von der Kirche anerkannte Wunder, das Unserer Lieben Frau von Lourdes zugeschrieben wird.

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2. März - Dienstag: dreizehnte Erscheinung
   Bernadette erinnert sich an jenen Tag wie folgt: „Sie befahl mir, den Priestern zu sagen, dass sie eine Kapelle errichtet haben will.  Ich  ging  zum Herrn Pfarrer, um es ihm zu sagen.”
   Die Botschaft wird wenig begeistert aufgenommen. Pfarrer Peyramale ist unsicher. Bernadette lässt sich nicht beirren und besteht auf „einer Kapelle, auch einer ganz kleinen.” „Nun gut”, antwortet Peyramale, „zuerst soll sie einmal ihren Namen sagen und den Rosenstrauch der Grotte erblühen lassen, dann bauen wir auch die Kapelle, und zwar keine kleine, sondern eine ganz große.”
3. März - Mittwoch: vierzehnte Erscheinung
   Am Morgen erscheint Aquerò nicht. Das tut sie erst am Abend, gegen 21 Uhr, und die Verspätung erklärt sie mit folgenden Worten: „Du hast mich heute morgen nicht gesehen, weil Personen, die nicht würdig waren, gekommen waren, um dein Verhalten mir gegenüber zu beobachten.” Bernadette fragt Aquerò nach ihrem Namen, aber sie antwortet nicht, sondern lächelt nur.
4. März - Donnerstag: fünfzehnte Erscheinung
   Es ist der letzte der 15 Tage. Eine riesige Menschenmenge wohnt der Erscheinung bei, wartet auf ein deutliches Zeichen für alle, aber wird enttäuscht. Nach dem vor Aquerò gebeteten Rosenkranz unterbricht sich Bernadette zweimal, bevor sie eines jener Kreuzzeichen vollendet, die die Anwesenden wegen ihrer Schönheit und Einfachheit immer so sehr beeindruckt haben. Ihre Cousine Jeanne Vedere fragt sie: „Warum hast du dreimal zum Kreuz- zeichen angesetzt?”. „Aquerò hatte es noch nicht gemacht. Ich konnte meine Hand nicht zur Stirn heben.” „Warum bist du manchmal froh, manchmal traurig?.” „Ich bin traurig, wenn Aquerò traurig ist, und ich lächle, wenn sie lächelt.”
25. März - Donnerstag: sechzehnte Erscheinung
   Von einer inneren Stimme getrieben, eilt Bernadette zur Grotte von Massabielle. Aquerò ist wieder dort und Bernadette stellt ihr die Frage, die ihr der Pfarrer auf getragen hat: „Könnten Sie bitte die Güte haben, mir zu sagen, wer Sie sind?”. Aquerò lächelt schweigend, aber Bernadette gibt sich dieses Mal nicht zufrieden. Da hebt die Dame die Augen zum Himmel, verschränkt die Arme in Brusthöhe und antwortet:„Que soy era Immaculada Councepciou / Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.” Bernadette ist dieser Ausdruck fremd. Auf dem ganzen Weg von der Grotte bis zum Haus des Pfarrers sagt sie ihn mit lauter Stimme immer wieder vor sich hin, um ihn nur ja nicht zu ver- gessen. Der Pfarrer ist sprachlos.  „Eine Dame kann nicht diesen Namen haben! Du musst dich irren, weißt du denn, was er bedeutet?”. Bernadette kann nur das wiederholen, was sie vernommen hat. Peyramale weiß, dass dieses einfache Mädchen niemals eine dogmatische Definition erfunden haben kann. Und nun ist auch er sichtlich ergriffen.
7. April - Mittwoch: siebzehnte Erscheinung
   Bei dieser Erscheinung kommt es zum so genannten „Kerzenwunder”. Die Flamme der Kerze, die Bernadette während der Erscheinung eine Viertelstunde lang in der Hand hält, züngelt lange um ihre andere Hand, ohne sie zu verbrennen. Doktor Dozous, der das Phänomen beobachtet, gibt seine Skepsis auf und bekehrt sich. Die heilige Jungfrau erneuert ihre Bitte, an diesem Ort eine Kapelle errichten zu lassen.
16. Juli - Freitag: achtzehnte Erscheinung
   Bei Sonnenuntergang  zieht es  Bernadette erneut   zur Grotte. Die heilige Jungfrau ist dort, wie das erste Mal, zu einer stillen Begegnung, der letzten hier auf Erden. „Was hat sie Dir gesagt?”, fragen sie die Freundinnen: „Nichts.”  Es genügt ihr, sie gesehen zu haben. Und sie schließt: „Nie zuvor war sie so schön.”
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Fotos oben: Zwei Ansichten der Mühle Lacadè, dem Elternhaus Bernadettes. Zur Zeit der Erscheinungen gehörte es Monsieur Lacadè, dem Bürgermeister von Lourdes; im Juli 1863 mietete Pfarrer Peyramale die Mühle für die Familie Soubirous.

LouQuellederHoffng-x      Aktuelles Buch  zum Lourdes-Jubiläum

     Die Meditationstexte von Autoren wie Benedikt XVI., Johannes Paul II., Alt-Abt Odilo Lechner, Pater Anselm Grün u. a. sowie anregende Bilder laden dazu ein, im Jubiläumsjahr das »Geheimnis von Lourdes« zu erspüren, dem jährich zehntausend Pilger folgen, die ihre seelischen und körperlichen Sorgen der Fürsprache der Gottesmutter empfehlen. 84 Seiten, 20x23 cm, mit zahlreichen Farbabbildungen, gebunden; Benno-Verlag;  Best.-Nr. 025 784 € 14,50

Jubiläum 2008 - 150. Jahrestag der Erscheinungen der Muttergottes in Lourdes
Auf Waldbühne Ahmsen erleben wir aus diesem Anlass die Ereignisse von “Lourdes”.
Einen einen aktuellen Fotobericht finden Sie auf unserer Seite:
Ahmsen

Jubiläums-CD - Marienerscheinungen in Lourdes
   Wir möchten Sie aufmerksam machen auf eine CD, die die Hörbücherei im Auftrag des DKBW anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten in Lourdes produziert hat. Vor 150 Jahren erschien Maria dem armen Mädchen Bernadette. Seither sind über 50 Millionen Menschen zu diesem Ort gepilgert.
   Die Audio-CD, mit einer Laufzeit von einer Stunde, enthält im einzelnen:
die Geschichte der Wallfahrt von Lourdes,
das Hörbild: Ein Pilgertag in Lourdes,
eine Novene zur Vorbereitung auf die Wallfahrt,
eine Novene für eine Wallfahrt aus der Ferne,
das gesungene Ave Maria von Lourdes
und den Hinweis auf das Hörbuch „Die Wunder von Lourdes" von Alfred Läpple,
das unter der DAISY- Buch-Nr. 22746 ebenfalls in Bonn auszuleihen ist.
   Eine CD für alle, die eine erste Information zur Wallfahrt suchen, die Lourdes besuchen wollen oder aus der Ferne an der Wallfahrt teilnehmen möchten, wie  es Menschen bereits seit dem 19. Jahrhundert tun.
Margrita Appelhans: Bestellung siehe: >
Hörbücher

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Foto oben links: Ingrid Betancourt hat sich im südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes mit bewegenden Worten bei der Jungfrau Maria für ihre Befreiung aus den Händen der Farc-Rebellen bedankt. „Danke, Maria! Danke für meine Freiheit, danke für das Leben”, sagte sie an der Seite des Erzbischofs Jacques Perrier vor Tausenden Pilgern. Während des Angelus-Gebets an der Grotte von Massabielle schloss Betancourt die Augen oder blickte ge- bannt auf die Statue der Heiligen Jungfrau. Mehrmals nahm sie ihre Mutter, ihre Schwester und ihre Kinder Melanie und Lorenzo in den Arm. Die Pilger applaudierten Betancourt anschließend, einige umarmten sie. Am Vormittag hatte sich die Katholikin allein zu einem Gebet in eine Kapelle zurückgezogen. Betancourts Mutter hatte während der Geiselhaft angekündigt, sobald ihre Tochter frei sei, werde die erste Reise der beiden nach Lourdes führen.
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Bedankt sich bei Maria
   Die ehemalige Geisel der kolumbianischen Farc-Rebellen, Ingrid Betancourt (46) mit ihre Sohn Lorenzo Foto oben Mitte, hat sich im südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes bei der Jungfrau Maria für ihre Befreiung bedankt. „Danke Maria! Danke für meine Freiheit, danke für das Leben!”, sagte sie an der Seite des Erzbischofs Jacques Perrier Foto oben links vor Tausenden Pilgern. Mit einem Rosenkranz in den Händen Foto oben rechts fügte sie hinzu: „Ich flehe dich an, meine liebe Maria (...), beschütze diejenigen, die zurückbleiben mussten. Sie brau- chen dich, deine Kraft, deine Hoffnung und dein Licht.” Während des Angelusgebets, das Perrier an der Grotte von Massabielle in Lour- des vortrug, schloss Betancourt ihre Augen oder blickte gebannt auf die Statue der Jungfrau Maria.    HA080714afp

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Dank nach der Befreiung aus der Geiselhaft der kolumbianischen Farc-Rebellen an der Grotte in Lourtes:
Ingrid Betancour Mitte mit Tochter Melanie und Sohn Lorenzo
Foto unten: Ingrid Betancour nach der Befreiung mit Staatspräsident Nicolas Sarkozy

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mehr über Lourdes  >>> Lourdes III  und >>> Lourdes   

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