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Auf dieser Seite richten wir den Blick auf die katholische  Kirche in Pakistan

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Pakistan: Erzbischof rät christlichem Minister zu Vorsicht    Foto: Moschee in Lahore, Pakistan

   Die Regierung des zweitgrößten muslimischen Staates der Welt, Pakistan, will offenbar wirksamer gegen Menschenrechtsverletzungen im Land vorgehen: Das zuständige Ministerium plant eine rund um die Uhr besetzte Gratis-Hotline für solche Fälle, wie der vatikanische Fidesdienst berichtet. Seit einem Monat ist Kamran Michael Minister für Menschenrechte in Pakistan. Der Senator gehört der christlichen Minderheit an. Teil seiner Pläne ist auch die Einrichtung lokaler Menschenrechts-Komitees auf Provinz- und Distriktebene. Der Erzbischof von Lahore, Sebastian Francis Shah, würdigt diese Vorstöße des Ministers. Er hoffe, sie würden in Pakistan mittelfristig „zu mehr Bewusstsein“ in der Frage der Menschenrechte führen, sagte der Franziskaner im Gespräch mit Radio Vatikan. „Meine Auffassung ist, wenn es keine Gerechtigkeit gibt, wird es keinen Frieden geben. Um Frieden zu erlangen, müssen wir für Gerechtigkeit sorgen, für alle Leute, ob sie Christen sind oder Muslime, arm oder reich. Alle Leute haben das Recht auf Gerechtigkeit.“
   Erzbischof Shah hat einige Angehörige der nationalen Menschenrechtskommission bereits in Lahore getroffen; sie arbeite „sehr gut“, so der Bischof. Zugleich rät er dem christlichen Menschenrechtsminister, in seiner Position auf der Hut zu sein. „Kamran Michael muss sicherlich vorsichtig sein. Wenn wir nämlich über Gerechtigkeit für alle reden, müssen wir etwas vorsichtig sein, mit wem wir sprechen und wo wir sprechen.“
   Mit diesem allgemeinem formulierten Rat bezeichnet Erzbischof Shah das schwierige Umfeld, in dem die Christen seit etlichen Jahren in Pakistan leben. 2011 wurde in Islamabad der damals einzige christliche Minister im Kabinett Shabaz Bhatti ermordet. Er war ins Visier islamischer Extremisten geraten, weil er das berüchtigte Blasphemiegesetz kritisierte. Dieses Gesetz sieht schwerste Strafen bis hin zur Todesstrafe für die Beleidigung des Islam vor und kann, so sehen es Menschenrechtler, sehr leicht missbraucht werden, weil es ermöglicht, Angehörige religiöser Minderheiten unter fast beliebigen Vorwänden strafrechtlich zu belangen.
   Oder schlimmer noch: Christen werden von Mitbürgern der Blasphemie beschuldigt und unmittelbar gelyncht. Das geschah dem jungen Ehepaar Shama Bibi und Shahzad Masih am 4. November 2014 in dem Dorf Chak 60 Kilometer südlich von Lahore. Eine aufgebrachte Menge ermordete die beiden, indem sie sie lebend in einen Ziegelofen warfen. Das Ehepaar habe beim Hausputz Koranseiten verbrannt, lautete der Vorwurf. Mehr als 100 Tatverdächtige wurden vorübergehend festgenommen, doch selbst der Hauptverdächtige kam frei. Erst vergangene Woche nahm Papst Franziskus am Rand der Generalaudienz aus der Hand der pakistanischen Menschenrechtlerin Aneeqa Anthony einen Ziegelstein entgegen, den drei Kinder des ermordeten Ehepaares in Erinnerung an ihre Eltern bemalt hatten.
Asia Bibi: „Sie wird freikommen"
   Relativ besser erging es der wegen Blasphemie zum Tod verurteilten Christin Asia Bibi. Hinrichtung durch den Strang, hieß zwar das Gerichtsurteil 2009, das Höchstgericht setzte aber die Vollstreckung des Urteils 2015 aus. „Wir arbeiten hart an Asia Bibis Sicherheit und ihrer Freilassung“, sagte uns Erzbischof Shah; in seinen wiederum sehr vorsichtig gewählten Worten schwingt mit, dass die Frau, einmal freigelassen, den umgehenden Lynchmord riskiert. „Es ist derzeit ein sehr langsamer Prozess“, erklärt der Erzbischof. „Aber es gibt trotzdem ein Voranschreiten. Wir hoffen, dass sie eines Tages freigelassen wird. Ich habe ihren Anwalt vor zwei, drei Wochen getroffen, auch er ist sehr optimistisch. Er sagte: sie wird freikommen.“ Lesen Sie mehr über Asia Bibi unten auf dieser Seite!
   Zweieinhalb Millionen Bürger des 170-Millionen-Staates bekennen sich zum Christentum, die meisten leben in der Gegend von Shahs Bischofsstadt Lahore. Warum es in Pakistan diesen Hass, diese Wut auf Christen gibt, darauf weiß Erzbischof Shah selbst keine rechte Antwort. „Wir sind Pakistaner, wir leben in Pakistan“, erklärt er, „wir sind hier geboren. Mein Großvater und meine Großmutter waren schon hier geboren, als Christen. Wir wissen selbst nicht, warum es diesen Hass gibt.“ 
   Und Shah, der bei der pakistanischen Bischofskonferenz für den interreligiösen Dialog zuständig ist, deutet an, es sei ein Gewissensbildungsprozess in ganz kleinen Schritten im Gang. „Wir hatten Anfang Juni eine sehr gute Konferenz über interreligiösen Dialog zusammen mit vielen Imamen und Muslimgelehrten, auch die Botschafter  von Saudi-Arabien und Qatar waren dabei. Und ich sagte, es ist das Jahr der Barmherzigkeit, und das ist nicht nur zum Machen von Fahnen und Kalendern gut, sondern dazu, unseren Geist zu reinigen. Das sagte ich vor den Imamen und Botschaftern. Wenn alle Menschen barmherzig werden untereinander, und auch ihre Kinder dazu anhalten, sodass sie keinen Menschen mehr hassen auf der Welt, welcher Religion auch immer er angehört, das wäre ein Weg. Das Jahr der Barmherzigkeit ist ein Übungsjahr, um barmherzig zu werden. Viele Leute mochten diese Idee; das sei eine tolle Hausaufgabe, unsere Kinder sollten lernen, niemanden zu hassen. Und so ganz langsam, durch unsere kleinen Anstrengungen, geht es voran.“ Rv160630gs

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Vatikan verurteilt feiges Attentat von Lahore Foto: Trauer in Lahore

   Der Vatikan zeigt sich schwer betroffen über das Attentat in Pakistan an diesem Sonntagabend, dem zahlreiche Christen zum Opfer gefallen sind. Wie der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, Pater Federico Lombardi, in einer Aussendung von diesem Montag erklärte, handle es sich um ein „feiges Attentat“, das wieder einmal auf die „Schutzlosesten“ ziele. Das Attentat in einem belebten Park von Lahore werfe „einen Schatten von Trauer und Entsetzen auf die Osterfeierlichkeiten“. Der Papst bete für die Opfer und versichere sie und ihre Familien seiner Anteilnahme, so Pater Lombardi weiter.
   Mindestens 70 Menschen, darunter vor allem christliche Frauen und Kinder, fielen an diesem Ostersonntag einem Selbstmordattentat zum Opfer. Mehr als 340 wurden Regierungsangaben nach verletzt. Der Sprengsatz war mit Nägeln präpariert, um möglichst viele Opfer mit in den Tod zu reißen. In dem Park hielten sich zum Zeitpunkt des Anschlags vor allem christliche Familien auf, die das Osterfest mit einem gemeinsamen Ausflug feierten. Eine Taliban-Splittergruppe hat sich mittlerweile zu dem Anschlag mit dem Ziel bekannt, möglichst viele Christen zu treffen. Rv160328cs

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Pakistan: Leidensweg von Fouzia Sadiqe nimmt kein Ende
Foto: Pakistanische Christen nach der Weihnachtsmesse 2015

   Die pakistanische Christin Fouzia Sadiqe wurde während der Palmsonntagsfeier erneut verschleppt. Dies berichtet die vatikanische Presseagentur Fides. Erst am 8. März war es ihr gelungen, dem Mann zu entfliehen, der sie nach ihrer Entführung im Juli 2015 dazu zwang, zum Islam zu konvertieren und ihn zu heiraten. Seitdem hatte sie sich versteckt gehalten. Der christliche Anwalt Sardar Mushtaq Gill hatte ein Verfahren gegen ihren Peiniger eingeleitet. Die erste Anhörung war auf den 5. April festgesetzt worden. Nun setzt sich ihr Leidensweg fort. Während sie zusammen mit ihrer Familie den Palmsonntagsgottesdienst mitgefeiert hatte, wurde sie von mehreren Männern erneut verschleppt. Ihre Angehörigen fürchten nun, dass sie ihr Gewalt und Folter angedroht und angetan werde, damit sie vor Gericht bestätige, dass sie aus freiem Willen konvertiert sei und ihren muslimischen Mann geheiratet habe. Damit wäre der Prozess endgültig beendet.
   Im Rahmen einer Kampagne wollte Fouzia auf das Schicksal vieler entführter und zwangskonvertierter Frauen in Pakistan aufmerksam machen. Jedes Jahr werden offiziell mindestens 1.000 junge Frauen aus religiösen Minderheiten in Pakistan entführt und zwangsverheiratet, so Fides. Die Dunkelziffer sei jedoch weitaus größer. Rv130323ar

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Foto oben: Heilige Messe in Pakistan

as-p-204-aepSebastianFrancisShawLahore-zxx Pakistan: Dialog-Arbeit vieler Jahre ist zerstört Foto: Bischof Shaw

   Nach dem Selbstmordattentat am Ostersonntag in Lahore leben Christen in der pakistanischen Millionenmetropole in großer Sorge. „Natürlich hatten wir angesichts der Drohungen und Anschläge auf Christen schon vorher Angst, und es herrschte eine Unsicherheit“, sagte der katholische Erzbischof von Lahore, Sebastian Francis Shaw, in einem auf Spiegel Online veröffentlichten Interview. „Aber normalerweise können wir unseren Glauben praktizieren. Pakistanische Sicherheitskräfte schützen uns, und wir haben auch gelernt, auf uns aufzupassen. Durch die Anschläge wird die Angst nun aber größer.”
   Bei dem Attentat in einem Park in Lahore waren mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen; rund 340 wurden verletzt. In Lahore, der Hauptstadt der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab, lebt laut Angaben von Shaw die älteste und größte christliche Gemeinde Pakistans. Zwar würden auch hier wie in anderen Teilen des Landes Christen diskriminiert, aber normalerweise lebten sie friedlich mit den Muslimen zusammen. In manchen Teilen der Stadt stellten sogar Christen die Mehrheit und unterhielten große Einrichtungen.
   Der Anschlag drohe die Arbeit mehrerer Jahre zunichte zu machen, so Shaw. Nach dem 11. September 2001 sei die Lage für Christen „sehr angespannt“ gewesen. „Aber in den vergangenen vier, fünf Jahren ist es etwas besser geworden.“ Zugleich zeigte sich der Erzbischof dankbar für die weltweite Solidarität, aber auch die Reaktionen der Menschen in Pakistan selbst: „Politiker und Vertreter anderer Religionen haben uns ihr Beileid ausgesprochen.“ Rv160330ord

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Erzbischof von Lahore Sebastian Francis Shaw besucht Opfer des Terrors Foto: missio

   Manchmal fällt es selbst dem Erzbischof von Lahore schwer, noch Trost zu spenden. „Uns fehlten die Worte", schrieb Sebastian Francis Shaw diese Woche in einer eMail an Glaubensbrüder in Deutschland, nachdem er drei Tage lang von Krankenhaus zu Krankenhaus und von Beerdigung zu Beerdigung geeilt war. Besonders nah ging ihm das Schicksal einer Frau, die nicht einmal zur Bestattung ihres Ehemanns gehen konnte, weil zwei ihrer Kinder im Krankenhaus noch um ihr Leben kämpften. Wie immer in solchen Fällen war der Franziskaner auch nach dem jüngsten Talibanangriff, bei dem an Ostern in einem Lahorer Freizeitpark 72 Menschen getötet worden waren, sofort an die Orte des Geschehens geeilt. Und wie immer hatte er nicht nur die Christen, sondern auch die Muslime unter den Opfern an ihren Krankenbetten besucht und nahm Kontakt auf zum Imam von Pakistans zweitgrößtem Gotteshaus, der Badshahi-Moschee. Interreligiöser Dialog ist für die kleine christliche Minderheit des Landes keine hübsche Floskel, sondern eine Überlebensstrategie.
   Angriffe auf Christen sind in Pakistan immer auch Momente, in denen das Verhältnis der Mehrheitsgesellschaft zur diskriminierten Minderheit neu definiert wird. In denen sich die Frage stellt, ob die Nation um sie ebenso trauert. Umgekehrt hatte sich Shaw in den vergangenen Jahren immer an die Seite der muslimischen Religionsgelehrten gestellt, wenn sie gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen protestierten. Meinungsfreiheit habe Grenzen, sagte er dann. Überhaupt irrt sich, wer Shaw wegen seines Glaubens für westlich orientiert hält. Gegenüber Gesprächspartnern aus lern Ausland pflegt der Erzbischof hervorzuheben, dass die Christen ein Teil Pakistans seien. Als Shaw vor 58 Jahren in einem rein christlichen Dorf in der Provinz Sindh geboren wurde, lag die Gründung Pakistans gerade einmal zehn Jahre zurück - der Bau der ersten Kirche in Lahore dagegen schon 360 Jahre.
   Vielleicht um seinen Patriotismus zu unterstreichen, zumal in einem Land, das seine Identität islamisch definiert, erzählt Shaw gern die Geschichte von seinem früheren Wunsch, dem Militär beizutreten. Doch er verpasste den Termin für die Musterung, weil er in einer Kirche einschlief - und verstand dies als Zeichen, einen anderen Weg einzuschlagen. 1991 wurde Shaw zum Priester ordiniert, arbeitete aber zunächst als Lehrer. Einen Teil seines Studiums verbrachte er auf den Philippinen. Seit 2013 leitet er als Erzbischof von Lahore die größte Diözese des Landes. Ihre Mitglieder sind mehrheitlich arm und ungebildet. Die meisten haben erlebt, dass Muslime ihnen nicht die Hand geben und nicht mit ihnen essen wollen. Shaw sieht sich als ihr Anwalt, setzt sich für eine Überarbeitung von diskriminierenden Schulbüchern und für eine Reform der Blasphemiegesetze ein, die oft gegen Christen missbraucht werden. Doch kaum ein Politiker in Pakistan ist bereit, sich öffentlich für religiöse Toleranz auszusprechen. Dass Shaw trotzdem noch nicht verbittert wirkt, ist bemerkenswert. FAZ160329FriederikeBöge

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Pakistan: „Hoffnung für Kampf gegen Terror“

   In Pakistan wurden im vergangenen Jahr so viele Todesurteile vollstreckt wie nie zuvor - 320. Das geht aus dem jüngsten Amnesty-Bericht zur Situation der Todesstrafe in der Welt hervor. Pakistan ist somit nach dem Iran das Land mit den meisten Hinrichtungen überhaupt. Erst vor Kurzem wurde eine weitere prominente Todesstrafe vollstreckt: der Mörder von Salmaan Taseer, dem damaligen Gouverneur von Punjab, wurde erhängt. Taseer wurde von dem Islamisten getötet, weil er sich für die Christin Asia Bibi siehe unseren Bericht unten! eingesetzt hatte, die ihrerseits wegen Beleidigung des Propheten Mohammed in Pakistan zum Tode verurteilt ist. Der ehemalige Minderheitenminister und Christ, Paul Bhatti, ist der Bruder des ebenfalls von Islamisten getöteten Shahbaz Bhatti. Dieser war seinerzeit selbst Minderheitenminister in Pakistan. Er sei zwar gegen die Todesstrafe, sehe in der Vollstreckung der Todesstrafe gegen den Mörder Taseers jedoch auch ein Zeichen für Gerechtigkeit. Claudia Zeisel erklärte er, warum.
   Das Attentat von Lahore am vergangenen Ostersonntag war gewissermaßen die Antwort auf die Vollstreckung der Todesstrafe am Mörder von Gouverneur Taseer, erklärt Paul Bhatti. Weil der Gouverneur sich für die Freilassung der zum Tode verurteilten Christin Asia Bibi eingesetzt hatte, wurde er von den Islamisten zunächst bedroht und schließlich umgebracht. „Dieser Mord wurde von den Islamisten auf unvorstellbare Weise gefeiert. Die Menschen gingen auf die Straßen, sie schrieben in ihren Blogs und auf Facebook, dass der Mord eine schöne Sache sei. Wir konnten das kaum glauben“, sagte Paul Bhatti am Dienstag bei einem Podium zum Thema Christenverfolgung in Asien an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Dass der Mörder Ende Februar erhängt wurde, machte eine Gegenreaktion der Islamisten wahrscheinlich. „Wir hatten einerseits die Illusion, dass Attentate in Pakistan aufgehört hätten. Nicht nur gegen Christen, sondern auch gegen alle anderen. Auf der anderen Seite haben wir auch damit gerechnet.“ Unter den 72 Toten durch den Anschlag in Lahore waren allerdings mehr Muslime als Christen - und eine Welle der Empörung ging durch Politik und Medien Pakistans.
Todesstrafe gegen Islamisten zeigt Funktionieren des pakistanischen Rechtsstaats“
   Die Erhängung des Islamisten zeige letztlich auch, dass die Justiz in Pakistan – wenn auch mit dem Mittel der Todesstrafe – funktioniere. „Das Höchste Gericht hat die Todesstrafe verhängt und die Regierung unterstützte das Urteil. Wir sind gegen die Todesstrafe, aber das ist eben die Rechtslage in Pakistan. Und sie wurde umgesetzt, trotz der Drohungen und dem Druck der Extremisten.“
   Die Lage der Christen und anderer Minderheiten hängt nach Ansicht Bhattis von der allgemeinen Situation in Pakistan ab. Wenn in Pakistan Frieden herrsche, gehe es auch den Christen gut. Wenn es keinen Frieden gebe, litten die Minderheiten stärker, weil sie schwächer seien und unterdrückt würden. Insgesamt sieht der Christ Bhatti, dessen Bruder Shahbaz selbst von Islamisten getötet wurde, die Lage für Christen im Land hoffnungsvoll. „Von Seiten des Militärs, der Regierung und der Politiker gibt es ernsthafte Bemühungen, den Terrorismus auszulöschen. Sie haben sehr viele Religionsschulen geschlossen, Waffenproduktionsstätten vernichtet und sie haben sehr viele Islamisten-Zentren geschlossen. Viele Menschen beginnen darüber zu sprechen, dass die Verfassung zugunsten der Minderheiten geändert werden muss. Das ist ein positiver Schritt. Das bedeutet einen Wandel.“
   Wichtig sei, dass die Minderheiten im Parlament eine Stimme bekämen. Bhatti war ebenso wie sein Bruder Minderheitenminister, doch das Ministerium wurde abgeschafft. Das will er gemeinsam mit der von ihm gegründeten Allianz für pakistanische Minderheiten ändern. „Wir versuchen mit dem Premierminister zu verhandeln, auch über eine Verfassungsänderung, sowie über die Anerkennung von Ehen der Minderheiten. Auch das Wahlsystem muss geändert werden, denn wenn sich jemand aus der Minderheit zur Wahl stellt, dann wird er nie gewählt werden von der Mehrheitsbevölkerung. So kommen die Minderheiten nie ins Parlament. Das jetzige Wahlsystem kann nicht garantieren, dass die Minderheiten vertreten werden. Deshalb braucht es zumindest einen Minister für die Minderheiten.“
   Der Papst habe ihm in diesem Vorhaben immer Mut gemacht. Das war der Fall sowohl bei Begegnungen mit Franziskus als auch mit Benedikt XVI.:
   „Ich denke, der Papst war den verfolgten Christen, insbesondere in Pakistan, immer nahe. Als ich Benedikt XVI. zum ersten Mal gesehen habe, sagte er mir: ‚Dein Bruder ist ein Märtyrer. Mach dir keine Sorgen, denn er hilft dir von oben aus.’“ Rv160406cz

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 Thomas Arnold/Klaus Vellguth: Seid fröhlich in der Hoffnung:  Die deutsche Kirche blickt nach Pakistan

   Pakistan stand im Zentrum des diesjährigen Sonntags der Weltmission. Die Situation der Christen in dem südasiatischen Land ist alarmierend. Sowohl die staatliche Gesetzgebung als auch die von einem fanatisierten religiösen Mob aufgeheizte gesellschaftliche Stimmungslage tragen dazu bei, dass Christen in Pakistan verfolgt werden.
   Als Papst Franziskus das Apostolische Schreiben Evangelii Gaudium veröffentlichte, wies er auch auf die Bedrohung der Religionsfreiheit in vielen Regionen der Welt hin. Als hätte er die konkrete Situation der Christen in Pakistan im Blick, sprach er von den Herausforderungen, die „sich in echten Angriffen auf die Religionsfreiheit oder in neuen Situationen der Christenverfolgung, die in einigen Ländern alarmierende Stufen des Hasses und der Gewalt erreicht haben" zeigen. An einer späteren Stelle des Dokumentes verwies er darauf, dass die Religionsfreiheit „als ein fundamentales Menschenrecht betrachtet wird. Sie schließt die Freiheit ein, die Religion zu wählen, die man für die wahre hält, und den eigenen Glauben öffentlich zu bekunden." Tatsächlich wird das Recht auf Religionsfreiheit aber in vielen Ländern der Welt bis heute mit Füßen getreten. Alarmierende Zahlen präsentierte diesbezüglich der „Ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit in 2013". In 160 Ländern der Welt werden Menschen daran gehindert, ihren Glauben frei auszuüben oder sich zu einer Religionsgemeinschaft ihrer Wahl zu bekennen.
 Besonders Christen gehören zu den am stärksten verfolgten Angehörigen einer Religion: Sie gelten in 111 Staaten als bedrängt oder verfolgt. Besonders gravierend ist die Verletzung ihrer Religionsfreiheit im südasiatischen Pakistan. Zwar ist das Recht, sich zu einer Religion zu bekennen und religiöse Einrichtungen zu etablieren, in Artikel 20 der pakistanischen Verfassung ausdrücklich erwähnt. Und Artikel 36 betont, dass Minderheiten zu schützen sind. Darüber hinaus erwähnt die pakistanische Verfassung nach einer Verfassungsänderung im April 2010 bereits in der Präambel, dass allen Pakistanern das Recht auf eine freie Religionsausübung zugestanden werden müsse. Und schließlich hat Pakistan den Artikel 18 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, der das Recht auf eine freie Religionsausübung benennt, ebenso unterzeichnet wie den Artikel 18 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte vom 16. Dezember 1966, der eine staatliche Selbstverpflichtung darstellt, das Recht auf Religionsfreiheit zu gewähren. Doch was sind Artikel in der Verfassung wert, wenn in Pakistan fast tausend Menschen wegen Blasphemie-Vergehen angeklagt und zum Tode verurteilt werden: 479 Muslime, 340 Amadis, 119 Christen, 14 Hindus sowie weitere Personen, deren Religionszugehörigkeit nicht bekannt ist, wurden in den vergangenen Jahren in juristisch mehr als zweifelhaften Verfahren der Blasphemie angeklagt und gemäß Paragraph 275-C zum Tode verurteilt. Der in Deutschland bekannteste Fall ist sicherlich derjenige von Asia Bibi, die vor inzwischen mehr als fünf Jahren inhaftiert wurde, weil man sie nach einem Konflikt der Blasphemie bezichtigte. Die Katholikin aus dem Dorf Irranwali in der Provinz Punjab wurde nach einem Streit unter Landarbeiterinnen der Blasphemie angeklagt. Der Vorwurf: Die Christin soll den Propheten Mohammed beleidigt haben. Asia Bibi habe für eine Gruppe Landarbeiterinnen Wasser geholt, woraufhin sie von diesen aufgefordert worden sei, sich zum Islam zu bekennen, damit die anderen Frauen das Wasser trinken könnten. Daraufhin sei eine Diskussion entbrannt, während der Asia Bibi behauptet haben soll, dass Jesus Christus und nicht Mohammed der wahre Prophet Gottes sei. Als die Dorfbewohner daraufhin versuchten, Asia Bibi in ihre Gewalt zu bringen, schritt die Polizei ein und verhaftete die Katholikin. Es kam zum Prozess vor dem Provinzgericht in Nankana (Punjab), das am 8. November 2010 die Todesstrafe verhängte. Rechtskräftig ist dieses Urteil allerdings erst dann, wenn es vom Obersten Gericht des Punjab bestätigt wird.

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Der Gouverneur von Panjab Salman Taseer zur Anhörung von Asia Bibi im Gefängnis

Salman Taseer wurde ermordet  -  Asia Bibi unternimmt die letzte Anstrengung, ihr Leben zu retten.
Foto: Der Gouverneur der Punjab Provinz in Pakistan, Salman Taseer, hört Asia Bibi 2010 in einem Gefängnis in der Nähe von Lahore an. Die Anklage wegen Blasphemie gegen Asia Bibi ist von ihren Feinden frei erfunden, erklärt ihr Rechtsanwalt. Obgleich bisher noch niemand in Pakistan wegen Blasphemie hingerichtet wurde, sind 52 Personen seit 1990 wegen der Beleidigung des Propheten oder auch wegen Unterstützung der Reform des Blasphemie- Paragrafen öffentlich ermordert worden. Als Salmaan Taseer, der Gouverneur von Punjab, sich für Asia Bibi einen Gnadenerlass des Präsidenten erwirkenn wollte, wurde er von einem seiner Leibwächter ermordet.CH141124DBarett

   Ein muslimischer konservativer Parlamentsabgeordneter führt in einer Kampagne gegen hohe Beamte in Pakistan, um eine Mutter von fünf Töchtern, zu befreien. Mehr als 50 Abgeordnete haben der pakistanischen Regierung eine Forderung zu einer sofortigen Überprüfung des Urteils im Asia Bibi Fall überstellt.
   Frau Bibi ist eine christliche des Lesens und Schreibens unkundige Landarbeiterin vom Punjab, die seit fünf Jahren in Haft genommen wurde, wegen einer Beleidigung Mohammeds während eines Nachbarschaftsstreits am Brunnen. Im letzten Monat hat das Hohe Gericht die Todesstrafe für die Muttter von fünf Kindern bestätigt – trotz großer Proteste aus der ganzen Welt. In einem gemeinsamen Brief des muslimischen konservativen Parlamentsabgeordneten Rehman Chishti halten 54 britische Parlamentsabgeordnete das Todesurteil gegen Asia Bibi für ein Fehlurteil und fordern vom pakistanischen Premierminister Nawaz Sharif und dem Justizminister Nasir-Ul-Mulk, diesen Vorfall dringend zu überprüfen. Wenn das Urteil vollstreckt wird, ist Asia Bibi die erste Frau in der Geschichte Pakistans, die wegen Blasphemie hingerichtet wird.
   Asia Bibi appelliert an das Höchste Gericht, um Zeit zu gewinnen. Der Parlamentsabgeordnete des britischen Unterhauses für Gillingham, Mr. Chrishti, hat den Fall Asia Bibi bei verschiedenen Gelegenheiten im Unterhaus zur Sprache gebracht. Zuletzt hat er auch den Premierminister David Cameron aufgefordert, den Fall mit dem pakistanischen Parlament zu besprechen. Mr. Cameron erklärte vor dem Unterhaus: “Wir haben die pakistanische Regierung gedrängt, die Blasphemie-Gesetze zu verbessern. Ich werde in dieser Sache mit dem pakistanischen Ministerpräsiden sprechen.”
   Der Fall der 43 Jahre alten Asia Bibi hat weltweite Aufmerksamkeit erregt. Die herausgehobenen scharfen Blasphemie-Gesetze, die nach Meinung der Kritiker oft angewandt werden bei Streitigkeiten und nachbarschaftlichen Neid.
   Zwei pakistanische Politiker, die Muslim Salmaan Tasser und Christian Shabbaz sind ermordert, weil sie sich für Asia Bibi eingesetzt haben. Kanada hat angeboten, Asyl zu gewähren. Eine Gruppe in Amerika hat 200.000 Unterschriften dafür gesammelt, dass die US-Hilfe für Pakistan beendete wird. Ein französischer Journalist hat ihre Memoiren als Ghost-Writer publiziert.
 -CH-

 Wie schwierig es ist, in einer religiös fanatisierten Gesellschaft gegen das Unrecht eines Blasphemievorwurfes vorzugehen, zeigt das Engagement des Gouverneurs von Panjab, Salman Taseer, der sich für Asia Bibi einsetzte und auch den häufigen Missbrauch des Blasphemiegesetzes in Pakistan anprangerte. Am 4. Januar 2011 wurde Taseer von einem Angehörigen seiner eigenen Leibgarde ermordet. Zwei Monate später wurde auch Shahbaz Bhatti, der pakistanische Minister für Minderheiten, aufgrund seines Eintretens für Asia Bibi Opfer eines Mordanschlags. Als ein Mitarbeiter von missio nach Pakistan reiste, um von einem pakistanischen Menschenrechtsaktivisten Hintergrundinformationen über den Fall von Asia Bibi zu erhalten, wurde ihm während des Gesprächs im Hotelzimmer wortlos ein Zettel überreicht auf dem stand, dass man im Hotel nicht frei sprechen könne, da das Gespräch vermutlich vom pakistanischen Geheimdienst abgehört werde. Als der missio-Mitarbeiter sich in diesem Jahr in Europa mit einem Richter am Obersten Gerichtshof Pakistans traf, um mit ihm über Möglichkeiten zu sprechen, wie der Fall von Asia Bibi evtl. gelöst werden könne, bekannte der pakistanische Richter freimütig, dass selbst die Richter des Obersten Gerichtshof Angst vor Vergeltungsanschlägen hätten, sobald sie für einen Freispruch plädieren würden.
Zwischen Akzeptanz und Intoleranz
   Wenn in Pakistan das Recht auf Religionsfreiheit heute mit Füßen getreten wird, so liegt hinter dem südasiatischen Staat eine wechselhafte Geschichte. Als die islamische Republik Pakistan am 11. August 1947 gegründet wurde, hatte Mohamed Ali Jinnah, der Gründer der pakistanischen Nation, seinen Landsleuten wenige Tage zuvor noch zugerufen: „Ihr seid frei, zu eurer Moschee und euren Tempeln oder jeglichen anderen Orten der Anbetung zu gehen. Ihr könnt jeglicher Religion angehören. Der pakistanische Staat hat damit nichts zu tun [...] Es wird die Zeit kommen, wenn Muslime aufhören werden, Muslime zu sein und Hindus aufhören werden, Hindus zu sein - nicht im religiösen Sinne, denn das ist ihr persönlicher Glaube, sondern als Bürger Pakistans." Doch diese Zusage einer religiösen Toleranz wich in Jahrzehnten gewalttätiger politischer Umbrüche staatlichen Islamisierungstendenzen. Im Jahr 1977 putschte sich Zia-Ul-Haq an die Macht und setzte eine umfassende Islamisierung des öffentlichen Lebens, der Justiz und der Politik in Pakistan durch. Das ursprünglich in der Verfassung verbriefte Grundrecht auf eine freie Religionsausübung wurde außer Kraft gesetzt, die Blasphemiegesetze, die bis heute für Angst und Schrecken in Pakistan sorgen, wurden in den 1980er Jahren eingeführt.
Blasphemiegesetz öffnet Willkür Tür und Tor
   Bei der berüchtigten pakistanischen Blasphemie-Gesetzgebung handelt es sich um Artikel 15 (Straftaten in Bezug auf Religion) des Pakistanischen Gesetzbuches in Zusammenspiel mit den Artikeln 295 bis 298. Entscheidend sind die Artikel 295-B (Schädigung des Heiligen Koran) und 295- C (Verwendung von abfälligen Anmerkungen in Bezug auf den Heiligen Propheten). Beide Normen setzen eine konkrete Handlung - unabhängig von der Intentionalität des „Täters" - voraus. Folge einer Verurteilung wegen „Schändung des Korans" kann die lebenslange Haft sein, bei „Verwendung von abfälligen Anmerkungen in Bezug auf den Heiligen Propheten" sind eine Geldstrafe, lebenslange Haft oder gar die Todesstrafe möglich. Ob Anklage erhoben wird, ist willkürlich. Da das Gesetz leicht zu missbrauchen ist, wird es oftmals zu einem Mittel, um persönliche Rache zu üben oder „offene Rechnungen" zu begleichen. Abhängig vom allgemeinen Klima im Land verändert sich auch die Häufigkeit der Anwendung des Blasphemiegesetzes. Gerade mit einem stärkeren Einfluss der islamischen Fundamentalisten in den vergangenen Jahren kam es zu einem dramatischen Anstieg der Gerichtsverhandlungen aufgrund des Blasphemieverdachts. In diesem Bereich ist die Anzahl der Verfahren, in denen Christen beschuldigt werden, in den vergangenen Jahren enorm gestiegen.
   Problematisch an der Blasphemie-Gesetzgebung in Pakistan ist zum einen, dass die Motive des Angeklagten keine Rolle spielen. So reichte es in der Vergangenheit beispielsweise, eine Visitenkarte einer Person mit dem Namen Muhammed mit den Füßen zu berühren, damit der Strafbestand der Blasph emie erfüllt ist. Darüber hinaus öffnet das Blasphemiegesetz der Denunziation und Willkür Tür und Tor. Wer einem anderen Menschen schaden will, kann ihn eines Blasphemievergehens bezichtigen, und der Beschuldigte hat kaum eine Chance, seinen Kopf wieder „aus der Schlinge herauszuziehen". So betonte der wegen seines Einsatzes gegen die Blasphemie-Gesetzgebung ermordete pakistanische Minister für Minderheiten, Shabazz Bhatti, dass das Blasphemiegesetz in Pakistan in über 90 Prozent der Fälle, in denen es angewandt wird, missbraucht wird, um Unschuldigen zu schaden.
Freie Religionswahl unmöglich
   In dem von Pakistan ratifizierten Internationalen Pakt IPbR sind in Artikel 18, Absatz 2 die freie Apostasie, also die Abwendung von einer Religion, wie auch die Konversion, d.h. der Übertritt zu einem anderen Bekenntnis, als Möglichkeit verankert. Diese zwei Wege zur Wahrung der freien Religionsausübung gelten als „Lackmustest" der verwirklichten Religionsfreiheit in einem Staat. Doch trotz der offiziellen Ratifizierung kann sich praktisch in Pakistan kein Apostat bzw. Konvertit sicher sein, dass er nicht Opfer von Gewalt wird, sobald seine Tat in der Öffentlichkeit bekannt wird. Insbesondere wer in Pakistan zum Christentum konvertiert, läuft Gefahr, verfolgt zu werden.
   Wie folgenreich, aber zugleich einseitig die Folgen einer Konversion sein können, offenbaren die Zwangs- konversionen junger Mädchen, sowie die hohe Anzahl junger Frauen, die nicht-muslimischen Minderheiten angehören, aber von muslimischen Männern entführt, missbraucht und dann zum Übertritt zum Islam sowie zur Heirat des muslimischen Entführers gezwungen werden. Wegen der Gleichgültigkeit der Ordnungskräfte und der lokalen Gerichte bleibt dies eine der schmerzlichen Realitäten ungeachteter Religionsfreiheit und verletzter Menschenwürde.
Die römisch-katholische Kirche in Pakistan
   Die Christen in Pakistan leben als Minderheit im südasiatischen Land. Etwa die Hälfte von ihnen bekennen sich zum katholischen Glauben. Der römisch-katholischen Kirche Pakistans gehören etwa eine Million Gläubige an, die sich überwiegend auf die Erzdiözesen Karatschi und Lahore sowie die Diözesen Faisalabad, Multan und Islamabad- Rawalpindi und das Apostolische Vikariat Quetta verteilen. Dabei gehört die Mehrheit der Christen in Pakistan den untersten sozialen Schichten der Gesellschaft an. Dementsprechend niedrig ist das Bildungsniveau. Oftmals sind sie Latrinenreiniger, Tagelöhner in der Landwirtschaft u.a.
   Gesellschaftlich betätigt sich die katholische Kirche in Pakistan aktiv im Bereich der Bildung und im Gesundheits- sowie sozialen Sektor und wird deshalb als aktive Minderheit aufmerksam wahrgenommen. Als Glaubensgemeinschaft in einer Diasporasituation haben die Christen in den vergangenen vier Jahrzehnten verschiedene Wege gefunden, um ihren Glauben zu leben und die Gesellschaft zu gestalten. So wurde Caritas Pakistan seit 1974 zu einem Zeichen der Hilfsbereitschaft und christlichen Liebe. Sie schenkt Hoffnung in Situationen der Armut und wird im Katstrophenfall wie beispielsweise dem dramatischen Hochwasser im August 2010 tätig. In ihrem Engagement wendet sich die Caritas in Pakistan aber auch gegen Diskriminierung und fördert Projekte zur Entwicklung eines interreligiösen Friedens.
   Neben der Linderung der Not setzt sich die katholische Kirche mit ihrer National Commission for Justice and Peace (NCJP) dafür ein, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Frieden im Land zu gestalten. Das 1985 von der pakistanischen Bischofskonferenz gegründete Büro unterstützt zahlreiche Projekte und wird damit zum Anwalt für die Umsetzung der Menschenrechte in dem südasiatischen Land. Die Dringlichkeit dieses Engagements wird deutlich, wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen die Menschen in Pakistan leben und arbeiten. Außerdem unterstützt die NCJP die politische und demokratische Bewusstseinsbildung. Mit den sieben regionalen Büros in Rawalpindi, Gujranwala, Faisalabad, Multan, Hyderabad, Karachi und Quetta sowie ihrem Nationalbüro in Lahore, das die Arbeit koordiniert, arbeiten über 500 Menschenrechtsaktivisten aus verschiedenen Religionen und Kulturen zusammen, um der Gesellschaft Pakistans ein menschenwürdiges Antlitz zu geben.
   Auf die starke Islamisierungswelle von Seiten des Staates in den achtziger Jahren antwortete die katholische Kirche mit verschiedenen Aktionen zum Aufbau eines interreligiösen Dialogs. Ein entscheidender Schritt auf diesem Weg war die Gründung der National Commission for Interreligious Dialogue & Ecumenism (NCIDE) durch die pakistanische Bischofskonferenz im Jahr 1985. Von der Kommission werden Programme initiiert, die den Frieden zwischen Christen und Muslimen fördern sowie eine interreligiöse Gemeinschaft ohne die Benachteiligung der Minderheiten aufbau­en. Um dieses Ziel zu erreichen, lädt die Kommission Führer der verschiedenen Religionsgemeinschaften des Landes zu vertrauensbildenden Diskussionen ein. Dieser Dialog des Lebens trägt Früchte: So laden sich die Vertreter der Religionen heute oft gegenseitig zu ihren jeweiligen religiösen Festen ein: Wichtige kleine Schritte zu Verständnis und Toleranz.
Projekte fördern interreligiösen Dialog
   Es sind die über das ganze Land verstreut initiierten Dialogprojekte, die dazu beitragen, das Klima des Landes zu verändern. Beispielhaft ist die Initiative der Christian Muslim Rabta Society, die regelmäßig zu gemeinsamen Besuchen von religiösen Städten der Sikhs, Muslime und Hindus einlädt.  Diese Initiative ist im Jahr 2011 entstanden, nachdem in der Aziz Colony in Gujranwala Blasphemievorwürfe gegen zwei Christen erhoben worden sind. Spontan beriefen Christen und Muslime in Gujranwala eine Friedenskonferenz ein, um mögliche Ausschreitungen eines religiös fanatisierten Mobs zu verhindern. Heute organisiert die Christian Muslim Rabta Society neben den gemeinsamen Besuchen religiöser Städte regelmäßig Friedensdebatten, interreligiöse Kunstausstellungen, rel ig ionsverbindende Sportveranstaltungen etc.
   Um den interreligiösen Dialog zu fördern, wurde 2010 das Dominican Peace Center, ein Ort der Begegnung für Menschen verschiedener Religionen, eröffnet. Bei der Segnung des Zentrums nannte der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran, Toleranz, gegenseitigen Respekt und Zusammenarbeit als wichtigste Voraussetzungen für den Interreligiösen Dialog. Ein Raum der Begegnung und des Lernens ist die Bibliothek, deren Bestand zur Friedenserziehung im Land beitragen soll. Schon heute werden Seminare zum Thema Frieden, Gerechtigkeit und Religionsfreiheit angeboten. Außerdem werden verschiedene Zeitschriften, Broschüren und Bücher publiziert. Indem das Dominican Peace Center für alle Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen Religionszugehörigkeit offensteht, trägt es über Religionsgrenzen hinweg dazu bei, Frieden in der pakistanischen Gesellschaft zu säen.
   Im Fall von Naturkatastrophen leisteten die Kirchen in Pakistan effektive Soforthilfe. Auch die kirchliche Bildungs- und Sozialarbeit sowie zahlreiche kirchliche Einrichtungen tragen maßgeblich zur Entwicklung des Landes bei. Seit 2006 hat die von der National Commission for Justice and Peace gegründete Pakistan Catholic Women's Organization ihre Arbeit aufgenommen und vertritt mutig die Rechte der christlichen Frauen, um ihnen im gesellschaftlichen Leben Gehör zu verschaffen. Besonders Christin zu sein, ist in Pakistan eine zweifache Herausforderung, die der Unterstützung bedarf. Denn „die Stellung der Frau ist durch Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch gefährdet. Frauen kämpfen um den Zugang zu Bildung und der Arbeitswelt", fasst es Rosemary Noel, die nationale Koordinatorin der Pakistan Catholic Women's Organization (PCWO) zusammen. Die kirchliche Frauenorganisation will mehr den Frauen in Pakistan Selbstbewusstsein vermitteln und bietet dezentral Seminare und Workshops an, damit Frauen ihre Fähigkeiten erkennen und einsetzen lernen.
   Sie organisiert Rechtshilfe für Frauen, die sich vor Gericht verantworten oder für ihre Rechte kämpfen müssen und wendet sich an die nationale und internationale Öffentlichkeit, um Frauen zu schützen bzw. um gegen Menschenrechtsverletzungen in Pakistan zu protestieren.
Dialog als Weg in eine gemeinsame Zukunft
   Der Dialog zwischen den Religionen und das Engagement für Minderheiten, sei es religiös oder aber kulturell, stellt für die Christen in Pakistan die entscheidende Aufgabe dar. Deswegen unterstützt das Internationale Missionswerk missio zusammen mit engagierten Katholiken in Deutschland zahlreiche Projekte in diesem Bereich und wird seinen Einsatz für die Christen in Pa­kistan im Jahr 2014 weiter verstärken. Mit der Auswahl Pakistans als Schwerpunktland des diesjährigen Weltmissionssonntags möchte missio das Ringen um die Religionsfreiheit in der islamischen Republik thematisieren. Einerseits soll so die deutsche Bevölkerung für die Situation aller religiösen Minderheiten in Pakistan sensibilisiert, andererseits den Verfolgten Pakistans in der deutschen Politik eine Stimme gegeben werden. Dies trägt dazu bei, um auf internationaler Ebene die Bestrebungen für ein friedliches und freies Miteinander der Religionen unterstützen.

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    Erzbischof Coutts: "Wir sind keine schweigende Minderheit" 
Foto rechts:  Prälat Wolfgang Huber missio/Fritz Stark

   missio-Präsident Wolfgang Huber: Christsein in Pakistan ist nicht einfach. Der Glaubensalltag in dem islamisch geprägten Staat wird seit Jahren vermehrt durch Extremisten bedroht. Auf die Bedeutung des Christentums für Pakistan hat der Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Coutts, hingewiesen. Auf der Pressekonferenz zum Weltmissionssonntag bei missio München sagte er: "Wir Christen sind keine schweigende Minderheit, wir haben sogar Repräsentanten im Parlament. Wir sind Pakistani und wir tragen mit unseren Schulen, Krankenhäusern und Einrichtungen für behinderte Menschen zum Wohl der ganzen Gesellschaft bei."
   Monsignore Wolfgang Huber wies darauf hin, dass der Sonntag der Weltmission jedes Jahr ein Zeichen der Solidarität vor allem mit den Christen in schwierigen Lebenssituationen sei. Zur Zeit stehe insbesondere die schwierige Minderheitensituation der Christen in Pakistan im Fokus. Da "ein Glaubensalltag ohne Benachteiligung von Christen in Pakistan nicht gesichert ist", sei der Interreligiöse Dialog lebensnotwendig, betonte Huber.
   Der Weltmissionssonntag stand in diesem Jahr unter der Verheißung Jesu aus dem Johannesevangelium "Euer Kummer wird sich in Freude verwandeln" Joh 16,20b. Pakistan ist in diesem Jahr das Partnerland von missio.
   Für Karachis Erzbischof Coutts zeigt sich seit einigen Jahren eine immer stärker werdende Intoleranz gegenüber Christen: "Diese kommt aber nicht vom Staat als solchem oder von den gemäßigten Muslimen, sondern von Extremisten, deren Einfluss immer größer wird. Wir leben in einem Zustand des ständigen Fürchtens, weil wir nicht wissen, wo Extremisten möglicherweise einen Anschlag planen." In dieser Situation sei die Hilfe und Unterstützung von missio bei zahlreichen Projekten sehr hilfreich, betonte Coutts.

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Das Europaparlament hat auf die Bestätigung des Todesurteils gegen die Christin Asia Bibi „mit großer Besorgnis und Trauer“ reagiert. Das steht in einer Entschließung vom Donnerstag, zwei Tage nach der Rede von Papst Franziskus in Straßburg. Pakistan wird in dem Text aufgerufen, sein umstrittenes Gesetz über Gotteslästerung abzuschaffen und bereits verhängte Todesurteile auf Grundlage dieses Paragrafen fallen zu lassen. Pakistans Blasphemiegesetz könne gegenüber Menschen aller Glaubensrichtungen missbraucht werden, kritisierte das EU- Parlament. Besonders bedroht seien dabei religiöse Minderheiten wie Christen oder auch Mitglieder der um 1900 gegründeten islamischen Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya.
   Auch die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International“(CSI)-Österreich hatte in dieser Woche auf das Schicksal von Asia Bibi aufmerksam gemacht - mit einer Petition an den Präsidenten Pakistans, adressiert an die pakistanische Botschaft in Wien. Ersucht wurde dabei einerseits um Begnadigung der fünffachen Mutter, andererseits um eine Aufhebung des Blasphemiegesetzes.
   Asia Bibi war im Jahr 2009 von zwei Arbeitskolleginnen vorgeworfen worden, sich beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert zu haben, was sie selbst bestreitet. Nachdem das 2010 ausgesprochene Todesurteil durch Strang im Oktober 2014 vom Berufungsgericht in Lahore bestätigt wurde, wird derzeit über ihren Einspruch vor dem Verfassungsgericht entschieden – das ist die letzte Instanz, die die Vollstreckung des Todesurteils noch verhindern kann. Rv141128kap

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Foto: Pakistan: Letzter Einsatz für Asia Bibi rechts

   Mit einer Petition an den Präsidenten Pakistans will die Menschenrechtsgruppe „Christian Solidarity International“ die Begnadigung der zu Tode verurteilten Christin Asia Bibi erreichen. Das Land solle die Sicherheit der wegen Blasphemie beschuldigten fünffachen Mutter sowie auch die ihrer Familie garantieren und vor Folter schützen. „Ich kann nicht verstehen, dass ein Mitgliedsland der Vereinten Nationen wie Pakistan das Blasphemie- gesetz behält, das gegen die Menschenrechte verstößt und bei Folter wegsieht“, heißt es in der an die pakistanische Botschafterin Ayesha Riyaz adressierten Unterschriftenaktion wörtlich.
   Asia Bibi war im Jahr 2009 von zwei Arbeitskolleginnen vorgeworfen worden, sich beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert zu haben, was sie selbst bestreitet. Nachdem das 2010 ausgesprochene Todesurteil durch Strang im Oktober 2014 vom Berufungsgericht in Lahore bestätigt wurde, wird derzeit über ihren Einspruch vor dem Verfassungsgericht entschieden - der letzten Instanz, die die Vollstreckung des Todesurteils noch verhindern kann. Zahlreiche Politiker, NGOs, der Weltkirchenrat und religiöse Führer hatten sich bislang erfolglos für eine Freilassung der Christin eingesetzt, darunter auch die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus. Rv141127kap 

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   Die wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilte Pakistanerin Asia Bibi hat einen Brief an Papst Franziskus geschickt. Darin bittet ihn die Christin, für ihre Freilassung zu beten. In der letzten Woche hatte ein Gericht in Lahore den Berufungsantrag der fünffachen Mutter abgelehnt. Asia Bibi war 2010 nach dem pakistanischen Blasphemiegesetz verurteilt worden. Muslime ihres Dorfes hatten ihr vorgeworfen, sich beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Bibi bestreitet dies aber. Pakistan: Asia Bibi schreibt an den Papst.
  Die wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilte Pakistanerin Asia Bibi hat einen Brief an Papst Franziskus geschickt. Darin bittet ihn die Christin, für ihre Freilassung zu beten. Dies berichtet das Internetportal „Vatican Insider“, dem das Schreiben vorliegt. Darin heiße es wörtlich: „Papst Franziskus, ich bin deine Tochter, Asia Bibi. Ich beschwöre Dich: Bete für meine Rettung und für meine Freiheit. In diesem Moment kann ich mich nur Gott, dem Allmächtigen anvertrauen, der alles für mich tun kann.“
  Sie halte „mit aller Kraft“ an ihrem Glauben fest und sei voller Vertrauen zu Gott, schreibt Asia Bibi. Sie danke dem Papst für seine „Nähe in diesem Moment des Leidens und der Enttäuschung“. In der letzten Woche hatte ein Gericht in Lahore den Berufungsantrag der fünffachen Mutter abgelehnt. Asia Bibi war 2010 nach dem pakistanischen Blasphemiegesetz verurteilt worden. Muslime ihres Dorfes hatten ihr vorgeworfen, sich beleidigend über den Propheten Mohammed geäussert zu haben. Bibi bestreitet dies aber. Ihre Anwälte wollen sich nun an das Oberste Gericht und somit die letzte juristische Instanz wenden. Bibi droht die Hinrichtung durch den Strang. Sowohl Papst Benedikt XVI. (2005-2013) als auch Franziskus haben öffentlich die Freilassung der Christin gefordert. Rv141026adnkronos

   Der Termin für den Berufungsprozess der zum Tod verurteilten Christin Asia Bibi wurde abermals verschoben. Das entschied der vorsitzende Richter bei einem nur wenige Minuten dauernden Gerichtstermin beim Hohen Gericht in Lahore. Als neuer Termin wurde der 16. Oktober genannt, sagten die Anwälte der wegen Gotteslästerung angeklagten Todeskandidatin dem Fidesdienst. Beim nächsten Gerichtstermin werden die Anwälte ihr „Schlussplädoyer“ in schriftlicher Form einreichen, aufgrund dessen der Richter sein Urteil fällen müsse. Sie zeigten sich zuversichtlich, dass das Gericht Asia Bibi freisprechen werde. RV140909fides

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500.000 fordern für Asia Bibi die Rückname des Todesurteils
Foto: Die Töchter der pakistanischen Christin Asia Bibi zeigt ein Foto von ihrer Mutter

   Asia Bibi wurde in Pakistan vor fünf Jahren wegen angeblicher Beleidigung von Mohammed zum Tode verurteilt. Eine Petition zur Freilassung der zum Tode verurteilten christlichen Frau hat eine halbe Millionen Menschen in Pakistan unterschrieben. Die online-Petition zur Freilassung der Mutter von fünf Kindern war im November 2010 zum Tode verurteilt. Sie wurde der für Gotteslästerung schuldig gesprochen, nachdem sie mit Muslim- Mitarbeiterinnen heftig im Streit gelegen hatte. Die Kampagne für ihre Freilassung durch Unterstützer hat letzte Woche erheblich zugenommen, bis jetzt haben 570.000 Menschen unterschrieben. Die Aktion wurde organisiert von der Studentin Emily Clarke, die betroffen war von der Notlage, in der sich Asia Bibi befindet. Sie ist die erste Frau, die in Pakistan zum Tode verurteilt ist. Zur Welle der Unterstützung in den letzten Tagen sagt Emily Clarke: “Diese wachsende Zustimmung ist unglaublich stark – sie zeigt dass die Menschen Asia Bibi nicht vergessen haben, die schon vor einigen Jahren ihr Urteil erhielt für ein Verbrechen, das sie standhaft bestreitet.” Diese Erklärung machte sie gegenüber “Kirche in Not”, einer Hilfsorganisation für verfolgte Christen, die diese Aktion mitträgt. Miss Clark fügt hinzu: “Menschen, die aufstehen für Asia Bibi, riskieren ihr Leben. Im Jahre 2011 wurden zwei Politiker ermordert, weil sie sich gegen das pakistanische barbarische Blasphemiegesetz aussprachen.” Shlaman Tazeer, Gouverneur des Punjab, und Shahbaz Bhatti, Minister für nationale Minderheiten, wurden erschossen, weil sie sich für Asia Bibi einsetzten. “Das macht es wichtiger denn je, dass die international Gemeinschaft zusammensteht und ihre Unterstützung zeigt für Asia und alle, die ihr Leben riskieren, sie zu retten. “
  Das Hohe Gericht in Lahore bestätigte im Oktober das Todesurteil. Die Familie von Asia Bibi appelliert als letzte Chance an das Höchste Gericht in Pakistan. Neville Kyrke-Smith, der Nationaldirektor von “Kirche in Not” sagt: “Von großer Bedeutung ist es, dass wir alles unternehmen, um wirkliche Gerechtigkeit für Asia Bibi zu erreichen und ihr Leben retten. CH150329

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Großbritannien

   Wir suchen die Unterstützung des Vereinigten Königsreichs und der internationalen Gemeinschaft, sich hinter die Notlage von Asia Bibi zustellen, aber auch um die pakistanischen Autoritäten zu ermutigen, diesen Fall fair zu untersuchen. Nach § 295C des Pakistanischen Strafgesetzbuches, das die Todesstrafe vorsieht für Beleidigungen und Verleumdungen des Propheten Mohammed. CH.

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Pakistan: Inhaftierte Christin bittet Papst um Hilfe  - Forderung nach Freiheit für Asia Bibi

   Asia Bibi bittet aus ihrer Todeszelle in Pakistan den Papst um Hilfe. Die wegen Blasphemie zum Tod verurteilte Christin hat ihrem Mann und dem Familienanwalt einen Brief an Franziskus ausgehändigt, den die beiden Männer zu Ostern dem Vatikan übermittelten. Das berichtet das Nachrichtenportal Vatican Insider. Gerade an diesem Ostermontag hat Papst Franziskus, vielleicht als Folge des Briees aus Pakistan, erneut Schutz für verfolgte Christen eingefordert. Schon in der Vergangenheit hatten sich die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus öffentlich und auf diplomatischem Weg für die Freilassung Asia Bibis eingesetzt.
   „Mit Ostern hat uns Jesus Christus ein Beispiel des Friedens und der Versöhnung gegeben“, schreibt Asia Bibi nun an Papst Franziskus. „Wir alle müssen das von Ihm und Seinem Opfer lernen, denn er wurde gekreuzigt für uns und Er sagte, er verzeihe allen, die Ihm das angetan haben. In diesen besonderen Tagen bitte ich alle Christen in Pakistan, in Frieden zu leben und zu beten.“ Asia Bibi geht nicht nur auf ihr persönliches Schicksal ein, sie erinnert auch an die vielen Angriffe auf andere Christen und kirchliche Einrichtungen. „Ich bitte den Papst um ein besonderes Gebet für den Frieden auf der Welt und für mich“, schreibt die Todeskandidatin.
   In der Zwischenzeit haben sich die Solidaritätsinitiativen pro Asia Bibi gehäuft. So hat das Stadtparlament von Paris jüngst beschlossen, die dreifache Mutter aus Pakistan zur Ehrenbürgerin der französischen Hauptstadt zu erklären. Auf dem Hauptgebäude der Pariser Stadtverwaltung wurde ein großes Bild Asia Bibis affichiert. Mehr als eine halbe Million Unterschriften hat eine britische Online-Petition erhalten, die ein politisches Eingreifen des britischen Premierministers David Cameron verlangt. Die Aktivisten machen aber darauf aufmerksam, dass es nicht nur um Asia Bibi geht, deren Todesurteil im Oktober 2014 das Oberste Gericht in Lahore in letzter Instanz bestätigte: etwa 8.000 Pakistani warten derzeit in der Todeszelle auf ihre Exekution. Asia Bibi stehe für sie alle, so die Online-Aktivisten.
   Asia Bibi, die drei Töchter hat, ist seit 19. Juni 2009 in Haft. Im November 2010 wurde sie aufgrund des umstrittenen Gesetzes 295-C wegen Blasphemie als erste Frau in Pakistan zum Tod verurteilt. Asia bestreitet, den Propheten beleidigt zu haben. Sie soll im Streit zwei Musliminnen die Frage gestellt haben: „Mein Jesus gab sein Leben für mich hin. Was hat euer Prophet für euch getan?“ Zwei Politiker, die für Asia Bibi Partei ergriffen und das Blasphemiegesetz kritisierten, wurden in den vergangenen Jahren ermordet: Salman Taseer, der Gouverneur von Punjab, und der Minderheitenminister Shahbaz Bhatti. Paradoxerweise scheint die Todeszelle für die christliche Angeklagte der sicherste Ort. Nicht nur sie selbst, sondern auch das ihr zugeteilte Wachpersonal erhält Morddrohungen. rv150406mg

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Treffen für Asia Bibi: Ehemann und zwei TöchterAsia Bibis  

   Der Ehemann und eine Tochter der pakistanischen Todeskandidatin Asia Bibi wünschen sich eine Begegnung mit Papst Franziskus. Das berichtet das Portal Vatican Insider. Demnach bereisen die Angehörigen der wegen Blasphemie zum Tod verurteilten Christin in der kommenden Woche Rom, Madrid, Paris, Berlin und möglicherweise auch Brüssel. Bei der ersten Etappe ihrer Europa-Reise will die Familie Asia Bibis im Vatikan Halt machen und bei der Generalaudienz mit dem Papst sprechen. Davor ist ein Treffen im italienischen Außenamt geplant, berichtet Vatican Insider. Die Reise ist von der katholischen spanischen Organisation Hazte Oir – lass dich hören – gesponsert. Asia Bibi hatte zu Ostern einen neuerlichen Brief mit der Bitte um Hilfe an den Papst geschrieben. Im April soll ihr Berufungsverfahren am pakistanischen Höchstgericht beginnen. Rv150412gs-vaticanInsider

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Asia Bibis Ehemann bittet den pakistanischen Präsidenten dringend um Begnadigung seiner Ehefrau Asia Bibi Foto

  Das Gesuch von Ashiq um Begnadigung seiner Ehefrau Asia Bibi wurde vom pakistanischen Präsidenten abglehnt. Sein Anliegen war die Haftentlassung oder die Erlaubnis, nach Frankreich auszuwandern. Im Jahre 2009 wurde Asia Bibi wegen Beleidigung des Propheten [Blasphemie-Paragraf] zum Tode verurteilt, nachdem eine Gruppe von muslimischen Frauen in ihrem Heimatort Itanwali abgelehnt hatten, aus demselben Glas zu trinken als die Christin.
  Frau Bibis Mann Ashiq Mashi hat nun einen offenen Brief geschrieben, in dem er beschreibt untern welch fürchterlichen Bedingungen seine Frau gefangen gehalten wird. Er schreibt auch, dass Asia Bibi nur durch einen Gnadenerlass durch Präsident Mammoon Hussain gerettet werden kann. “Wir sind überzeugt, dass Asia nur vor der Hinrichtung durch den Strang gerettet werden kann, wenn der ehrenwerte Präsident Mammoon Hussain ihr diese Gnade gewährt. Es darf doch keiner für ein Glas Wasser hingerichtet werden “, schreibt Ashiq Mashi.
   “Nachdem meine Frau schon vier lange Jahre unter furchtbaren Umständen im Gefängnis zugebracht hat, hatten wir gehofft, dass das Höchse Gericht in Lahore meine Frau entlassen würde. Sie hat keine Blasphemie begangen. Niemals.
  Seit das Berufungsverfahren mit der Bestätigung des Todesurteils endete, können wir nicht unser Land verstehen, unser geliebtes Pakistan, warum es so gegen uns ist. Unsere Familie hat zu keiner Zeit Unruhe gestiftet. Wir sind Christen, aber wir respektieren den Islam. Unsere Nachbarn sind Muslim und wir haben immer mit ihnen gut zusammengelebt in unserem kleinen Dorf. Aber seit einigen Jahren hat sich die Situation nur durch ein paar Leute geändert, darüber sind wir erschrocken. Heute könne viele von unseren muslemischen Freunde nicht verstehen, warum das pakistanische Justiz-System unserer Familie so viel Leiden zufügt.”
   In dem offenen Brief heißt es weiter: “Gestern habe ich Asia Bibi besucht. Sie bat mich Ihnen diese Botschaft zu geben: ‘Meine Gefängniszelle hat keine Fenster. Tag und Nacht ist für mich dasselbe. Aber dank aller, die mir helfen wollen, habe ich bis jetzt durchgehalten. Als mein Mann mir Fotos zeigte von Leuten mit denen ich mich nie getroffen habe, um ein Glas Wasser zu trinken, da floss mein Herz über. Ashiq hat mir gesagt, das die Stadt Paris unsere Familie einlädt. Ich sende meinen tief empfundenen Dank an Frau Bürgermeisterin von Paris, und ebenso an alle freundlichen Menschen in Paris und der weiten Welt. Sie sind meine einzige Hoffnung am Leben zu bleiben in diesem Kerker, darum bitte ich euch, gebt mich nicht auf. Ich habe keine Gotteslästerung begangen.”
   Hier bringen wir noch den Brief an Mammoon Hussain vom 17. November 2014 im Wortlaut:
   “Gestern kam ich zurück vom Gefängnis in Multan, wohin meine Frau Asia Bibi vor acht Monaten gebracht wurde. Seit Asia im November 2010 zum Tod verurteilt wurde, weil sie ein Glas Wasser aus unserem Dorfbrunnen getrunken hatte, lebt meine Familie in ständiger Furcht und unter Todesdrohungen. Ich lebe mit meinen fünf Kindern verborgen so nahe wie möglich zu Asia. Sie braucht sehr unsere Hilfe, um am Leben zu bleiben, um ihr Medizin zu bringen und gutes Essen, wenn sie krank ist. Nachdem meine Frau schon vier Jahre lang unter furchtbaren Bedingungen im Gefängnis gelebt hatte, hofften wir, dass das Höchste Gericht in Lahore meine Frau entlassen würde. Sie hat keine Gotteslästerung begangen – niemals. Seit das Gericht am 16. Oktober das Todesurteil bestätigt hat, verstehen wir nicht, warum unser Land, unser geliebtes Pakistan, so gegen uns ist. Unsere Familie hat immer hier im Frieden gelebt, und wir haben zu keiner Zeit Unruhe gestiftet.
   Wir sind Christen und respektieren den Islam. Unsere Nachbarn sind Muslim und wir haben immer mit ihnen gut zusammengelebt in unserem kleinen Dorf. Aber seit einigen Jahren hat sich die Situation nur durch ein paar Leute geändert, darüber sind wir erschrocken. Heute könne viele von unseren muslemischen Freunde nicht verstehen, warum das pakistanische Justiz-System unserer Familie so viel Leid zufügt.”
   Wir versuchen nun unser Bestes: die Revision beim Höchsten Gericht noch vor dem 04. Dezember. Aber wir sind überzeugt, dass Asia vor dem Vollzug des Todesurteils durch den Strang nur durch einen Gnadenerlass durch den ehrenwerten Präsident Mammon Hussain gerettet werden kann. Niemand darf getötet werden, weil er ein Glas Wasser getrunken hat. Meine fünf Kinder und ich haben nur überlebt durch den Schutz einiger weniger treuen Freunde, die täglich ihr Leben riskieren, um uns zu helfen. Wir sind der Ehemann und die Familie von Asia Bibi, viele Menschen wünschen, dass wir sterben. Wir danken unserer Freundin Anne-Isabelle Tollet, die unsere Schwester geworden ist. Seit vier Jahren hilft sie uns schon. Wir sprechen oft darüber, was in Paris und in der Welt geschieht, um mit ihrer Hilfe Asia zu retten. Allein, dass von so weit her Menschen Asia unterstützen, ist so wichtig für uns. Es hilft uns durchzuhalten.
   Jedes Mal, wenn ich Asia im Gefängnis besuche, erzähle ich ihr die Neuigkeiten. Manchmal macht es ihr Mut nicht aufzugeben. Gerade, als ich mich fertig machte für die 10-Stunden-Reise zum Besuch von Asia, erfahre ich, dass Paris Asia mit ihrer Familie einlädt nach Paris zu kommen, wenn sie aus dem Gefängnis entlassen wird. Wir fühlen uns tief beschämt über diese große Ehre. Ich möchte Ihnen, Frau Bürgermeisterin von Paris, meinen aufrichtigen Dank zum Ausdruck bringen und bin Ihnen für Ihr Interesse sehr verbunden.. Ich hoffe, dass wir sie eines Tages lebend besuchen dürfen und nicht tot.  CH-140920Arbeitsübersetzung:kbwn

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Audienz beim Papst

   In der Generalaudienz am 15. April 2015 begrüßte Papst Franziskus den Ehemann und eine Tochter der 2009 in Lahore wegen Blasphemie zum Tod verurteilten Ehefrau Asia Bibi. Sie hat Widerspruch beim Höchsten Gericht in Lahore eingelegt – ein letzter Versuch, ihr Leben zu retten.
    Asia Bibi arbeitete auf einem Feld zusammen mit muslimischen Frauen. Als sie gefragt wurde, Wasser zu holen, waren die muslimischen Frauen dagegen, weil eine Nicht-Muslima das Wassergefäß nicht berühren dürfe. Später erhoben diese Frauen Anklage wegen Blasphemie (Beleidigung des Propheten). Das ist in Pakistan ein Kapitalverbrechen. 
   Im Oktober 2013 hat ein Hohes Gericht in Lahore das Urteil der Todesstrafe bestätigt. Jedoch muss vor der Hinrichtung noch das Höchste Gericht in Pakistan damit befasst werden.
   In einem Interview mit Radio Vatikan, erklärte Asia Bibis Rchtsanwalt Joseph Nadeem, dass die internationale Gemeinschaft Druck auf die pakistanische Regierunng ausgeübt werden müsse, damit Frau Bibi frei kommt. “Die letzte Chance ist ein Gnadenaktdes Präsidenten, der durch die Bitte um Befreiung von Asis Bibi und durch den Druck der internationalen Gemeinschaft auf die pakistanische Regierung möglich würde. Wir richteten zwei Gesuche an das Höchste Gericht um Wiederaufnahme des Prozesses, aber die Justiz wies unsere Anträge zurück mit der Empfehlung, auf eine passende Zeit zu warten. Das kann ein bis vier Jahre dauern.” CH150415 

Franziskus empfängt Mann von Asia Bibi
Der Papst mit den Angehörigen von Asia Bibi - Papst Franziskus hat nach der Generalaudienz vom Mittwoch den Ehemann und eine Tochter von Asia Bibi empfangen. Die Christin sitzt seit sechs Jahren in einem pakistanischen Gefängnis; wegen angeblicher „Blasphemie" ist sie zum Tod verurteilt worden. Der Papst sprach mit den beiden Besuchern aus Pakistan ein kurzes Gebet und sagte ihnen, er bete „für Asia, für euch und für alle Christen, die leiden". Das berichtet das römische Nachrichtenportal „Vatican Insider". Asia Bibis Ehemann Asiq Masih und ihre jüngste Tochter Eishan nahmen am Mittwochnachmittag an einer Veranstaltung über Christenverfolgung im italienischen Parlament teil, bei der u.a. Außenminister Paolo Gentiloni das Wort ergriff. Rv150415gs

Pakistan: Krank in der Todeszelle
  
Asia Bibi ist schwer krank. Die Katholikin aus Pakistan, eine Mutter von fünf Kindern, ist seit fünf Jahren im Gefängnis, zum Tod verurteilt wegen Blasphemie. Seit einiger Zeit leidet sie unter hohem Fieber und starken Kopfschmerzen. Wenn das Oberste Gericht das Todesurteil gegen sie nicht aufhebt, muss sie mit ihrer Hinrichtung rechnen. Mobeen Shahid ist Pakistaner, er unterrichtet Islamisches Denken und Religion an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom. Im RV-Interview sagt er:
   „Asia Bibi geht es schon seit Jahren schlecht; dass sie so gut wie keine Möglichkeiten hat, ihre Familie einmal zu sehen, macht ihr sehr zu schaffen. Nicht nur das: Sie hat auch Angst davor, von einer ihrer Zellengenossinnen getötet zu werden. Darum ist sie physisch sehr schwach, und ihre Isolierung setzt ihr sehr zu.“
   Shahid hat einen Verband pakistanischer Christen in Italien gegründet; er engagiert sich sehr für eine Entlassung Asia Bibis aus der Haft. Aus seiner Sicht besteht einige Hoffnung, dass das Oberste Gericht das Todesurteil annulliert.
   „Ich muss schon sagen, diese Möglichkeit ist relativ groß. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass die Richter es in diesem Fall gar nicht so leicht haben – denn das Oberste Gericht ist in Islamabad, und in Islamabad befindet sich auch das Parlament, in dem fundamentalistische Gruppen vertreten sind. Diese Gruppen sind es, die eine fanatische Einstellung gegen Asia Bibi im Volk schüren. Es wird dem Richter, der den Fall behandelt, also schwer fallen, sich vor dieser Aggression religiöser Gruppen zu schützen. Und es ist schwer vorstellbar, Asia Bibi freizulassen, wenn sie dann in Pakistan bleiben soll. Ihre Sicherheit wäre nicht gewährleistet, irgendjemand könnte sich berechtigt fühlen, sie zu töten. Ein religiöser Führer und Politiker aus Peshawar hat ja auch eine Geldprämie ausgesetzt für den, dem es gelingt, sie zu töten. Bei einer Freilassung von Asia Bibi bliebe die Fatwa gegen sie in Kraft; es ist nicht leicht, sie in Pakistan zu beschützen.“ Rv141208

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Pakistan: 2.200 Tage in Haft - Asia Bibi hat noch Hoffnung - Asia Bibi, seit 2010 zum Tode verurteilt
   Mehr als 2.200 Tage sitzt Asia Bibi bereits im Gefängnis. Der Pakistanerin wird vorgeworfen, sie hätte sich blasphemisch gegen den Propheten Mohamed geäußert. Im Gefängnis von Multan in der Provinz Punjab in Pakistan erwartet sie die Entscheidung des höchsten Gerichts des Landes, welches die Haftentlassung verfügen könnte. Aber auch danach besteht Gefahr für die Christin, auf sie ist eine Art Kopfgeld ausgesetzt, umgerechnet etwa 80 Euro. Es soll die Belohnung für ihren Tod werden. Das berichtet ihr Ehemann, Ishaq Masih, britischen Medien gegenüber.
   „Es gab während der ganzen Zeit immer wieder Momente der Hoffnung und der Enttäuschung“, berichtet Paul Bhatti, ehemaliger pakistanischer Minderheitenminister und selber Christ. „Sie ist jetzt in Isolationshaft, auch um sie zu vor der Gewalt im Gefängnis dort zu schützen. Erst neulich hat in Rawalpindi ein Polizist zwei Insassen erschossen, die der Blasphemie angeklagt waren. Die Verwaltung vor Ort passt nun besonders auf Asia Bibi auf, wohl auch des internationalen Drucks wegen, der auf die Regierung ausgeübt wird.“
   Der Fall Asia Bibi ist zu einem Symbol für die Verfolgung der Christen in Pakistan geworden, berichtet Bhatti. Im November 2010 war sie zum Tod durch Erhängen verurteilt worden, sie war für schuldig befunden worden, den Propheten beleidigt zu haben. Beim Wasserholen sei sie von anderen Frauen aufgefordert worden, sich zum Islam zu bekehren, weil die Frauen sonst das geholte Wasser nicht trinken könnten, so die übereinstimmenden Schilderungen. Bibi weist aber bis heute den Vorwurf zurück, sie habe anschließend Beleidigungen ausgesprochen. Nur mit Mühe konnte sie damals durch die Polizei vor einem Mob geschützt werden, der sie direkt töten wollte.
   Das Blasphemiegesetz, der juristische Hintergrund der Verurteilung, steht international in der Kritik. „Wir beobachten den Fall Asia Bibi genau,“ so Bhatti, „denn er steht auch für viele andere Christen oder andere Minderheiten. Da ist zum Beispiel Sawan Masih, der nach Blasphemieanschuldigungen im Gefängnis sitzt. Es gibt so viele, die mit falschen Anklagen konfrontiert sind und die Schlimmes durchmachen.“
   Masih war im März 2014 angezeigt worden, danach kam es in Lahore zu Ausschreitungen, die Häuser von Christen wurden angezündet. Immer wieder kommt es zu Gewalt, auch zwei pakistanische Politiker, darunter der Bruder von Paul Bhatti, Shabbaz Bhatti, wurden ermordet, weil sie sich für die Christen und gegen das Blasphemiegesetz eingesetzt hatten.
   „Wir brauchen dringend Lösungen für dieses Problem und wir brauchen Hilfe für die unschuldigen Opfer, und wir müssen auch dafür sorgen, dass dieser Hass in Pakistan an ein Ende kommt. Wir arbeiten an vielen Fronten daran, auch mit der aktuellen Regierung, durch Dialog oder durch Bildung.“
   Er sei hoffnungsvoll, fügt Bhatti an, auch was den konkreten Fall Asia Bibi angehe. Viele juristische und unabhängige Untersuchungen hätten die Unhaltbarkeit der Vorwürfe gezeigt, bislang sei noch keines der vor den obersten Gerichtshof gekommenen Todesurteile endgültig bestätigt worden. Das werde auch bei Asia Bibi so sein, hofft er. Aber es braucht weiter Unterstützung. „Die internationale Gemeinschaft sollte nicht nur auf Einzelfälle schauen, sondern ganz konkrete Schritte unternehmen, um diesen Hass und diese Diskriminierung zu unterbinden, die sich gegen Christen und andere Minderheiten wenden. Ich denke hier auch an IS oder an Boko Haram, also an Gruppen, die aus einer Religion heraus wachsen und im Namen dieser Religion Menschen töten. Asia Bibi ist eine Geschichte, aber es gibt so viele andere unschuldige Menschen, auch Journalisten, die von Menschen umgebracht werden, die ihre Lebensauffassung mit Gewalt einführen wollen. Das ist weder Religion, noch ist es radikal: Es ist Terror, es ist eine Ideologie der Gewalt. Die internationale Gemeinschaft – und besonders die Europäische Gemeinschaft – muss sich zusammen tun und konkrete Schritte unternehmen.“ Rv150717ord

Pakistan: „Vergesst die Christen nicht"

   Die pakistanische Rechtsanwältin Aneeqa Anthony setzt sich für verfolgte Christen in ihrer Heimat ein. Der Christin wurde einmal selbst vorgeworfen, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Sie floh außer Landes und engagiert sich unter anderem in der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Mit Radio Vatikan sprach sie über die aktuelle Situation der Christen in Pakistan und zeichnete ein düsteres Zukunftsbild, sollte sich nicht grundlegend etwas an der Gesetzeslage dort ändern.
   Aneeqa Anthony arbeitete als junge Anwältin in Pakistan, als sie eines Tages Kollegen in ein Gespräch über den Propheten Mohammed verwickelten. Prompt warfen sie ihr Gotteslästerung vor – Anthony floh umgehend außer Landes. Denn bereits zu früherer Zeit war sie von religiösen Fanatikern angegriffen worden, in einer engen Straße von einem ganzen Mob. Sie war damals schon auf dem Weg zu einem Klienten, dem Blasphemie vorgeworfen wurde. In der Zwischenzeit ist Anthony – trotz hohen Risikos – in ihre Heimat zurückgekehrt. Und sieht, dass die Christen es immer schwerer haben im Land:
   „Die Situation für Christen in Pakistan wird immer schlimmer. Sei es das Blasphemie-Gesetz, die Zwangskonversion, Gewalt gegen Christen. Alles hat am 11. September seinen Ausgang genommen. Die Muslime in Pakistan sehen die Christen als westlich an, als Verbündete Amerikas und Europas. Sie wollen es dem christlichen Abendland zeigen. Mittlerweile kann jeder zur Polizei gehen und behaupten, sein Nachbar habe den Propheten beleidigt. Das muss man nicht mal mehr beweisen.“
   Immerhin konnte Anthony jüngst einen Erfolg verbuchen. Sie vertrat einen vierfachen Familienvater aus der Region Punjab, der ungerechtfertigt der Blasphemie beschuldigt wurde. Er kam gegen Kaution frei – mit Unterstützung von Aneeqa Anthony’s Organisation „The Voice Society“, die sich um Menschenrechtsanliegen in Pakistan kümmert. Ein Einzelfall in einer Flut ähnlicher Verfahren, die weniger glimpflich ausgehen. 
   „Die Christen in Pakistan verlieren ihre Hoffnung. Viele von ihnen konvertieren zum Islam, entweder aus Zwang oder weil sie Probleme bekommen. Es gibt also keine Hoffnung für die Christen, bis die Regierung nicht die Diskriminierung stoppt, auch auf rechtlicher Ebene. Die Gesetze müssen dringend vebessert werden. Und dann müssen sie auch befolgt werden. Christen in Pakistan sind meist ziemlich arm, sie sind ungebildet. Sie haben keine Mittel für Bildung und um ihr Leben zu verbessern. Deshalb muss die Regierung handeln. Ansonsten gibt es keine Hoffnung für Christen in Pakistan. Sie müssen entweder sterben oder zum Islam konvertieren.“
   Schlimmes Beispiel war der Fall eines christlichen Ehepaares, das von einem wütenden Mob bei lebendigem Leibe verbrannt wurde – unbegründet, wie sich später herausstellte. Die Opfer hatten nicht den Propheten beleidigt, im Grund sei es ein gewöhnlicher Streit unter Nachbarn gewesen. Ein häufiges Phänomen. Anthony bittet auch um internationale Unterstützung, um dem Leiden der Christen in Pakistan ein Ende zu setzen:
   „Die Christen, die nach Deutschland und Europa kommen, tun das nur mit großen Schwierigkeiten. Die Christen kommen nur schwer nach Europa oder Amerika. Sie bekommen oft kein Visum. Ihre Probleme müssen wir beachten. Der Westen sollte auch auf sie achten. Sicher hat Europa zurzeit viele Probleme, aber die Christen leiden auch.“ Rv151102cz

Freiheit für einen Mörder in Rawalpindi is-Rawalpindi-z

   Wut – Anhänger verschiedener religiöser Gruppen schwingen Fahnen zur Unterstützung für Malik Mumtaz Hussain Qadri vor seinem Wohnsitz in Rawalpindi, Pakistan. Qadri wurde verhaftet, weil er den Gouverneur der Punjab- Provinz in Pakistan Salman Taseer ermordet hatte, der sich gegen das nationale Blasphemie-Gesetz gestellt hatte. In seiner Neujahrsansprache an die im Vatikan akkreditierten Diplomaten hatte Papst Benedikt XVI. die Aufhebung der pakistanischen Blasphemie-Gesetze gefordert. > Menschenrechte
Keine Hoffnung auf Aufhebung der Blasphemie-Gesetze
   Sprecher der katholischen Kirche in Pakistan zeigten sich enttäuscht über Premierminister Yousuf Raza Gilani, der erneut jede Änderung der nationalen Blasphemie-Gesetze ablehnte. Nach diesem Gesetz wird Beleidigung des Propheten Muhammed oder des Korans mit lebenslänglichem Gefängnis oder dem Tod bestraft. „Das ist ein Rück- schritt auf unserem Weg – aber wir müssen weitermachen“, sagt Erzbischof Lawrence Saldanha von Lahore, Präsident der pakistanischen Bischofskonferenz. „Wir sind wirklich enttäuscht“, meint Peter Jacob, Sprecher der katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Lahore. Eine solche Erklärung zu diesem sensiblen Thema ist typisch für die politische Lage der Regierung.
   Die Pakistanische Volkspartei, die größte Partei in der Koalitionsregierung Gilani hat nur 125 Sitze unter 342 Mitgliedern der Nationalversammlung und ist abhängig von der Unterstützung pro-islamischer Parteien und unab- hängiger Abgeordneten zum Überleben der Regierung. Beena Sarwar, Muslim und prominentes Mitglied der „Bür- ger für Demokratie“, die gegen den Missbrauch der Blasphemie-Gesetze kämpfen, hält die Bemerkung des Pre- mierministers, dass eine Gesetzesänderung ausgeschlossen sei, daher für einen „politischen Schachzug“. Die Lage soll entschärft werden, zumal die Rechtsextremisten durch Demonstrationen einen starken Druck auf die Regierung ausüben, meint Beena Sarwar. Aber „eine Beschwichtigung der Hardliner auf dem rechten Flügel, den Kampf zu beenden, werden langfristig keinen Erfolg haben“.
   Im Gespräch mit Journalisten drängt Gilani diese aus Verantwortung den Streit um die Blasphemie-Gesetzte zu beenden. Der Premierminister reagierte auch auf die Forderung in der Neujahrsansprache des Papstes an das diplomatische Corps, die Blasphemiegesetze zurückzunehmen, weil sie „als Vorlage für Akte des Unrechts und der Gewalt gegen religiöse Minderheiten dienen“. Gilani: „Das ist unser Gesetz, und wir werden danach handeln.“
   Der Papst erwähnte in seiner Ansprache an die Ermordung des Gouverneurs von Punjab Salman Taseer durch einen Leibwächter, weil er die Blasphemiegesetzte kritisiert hatte und weil er sich für Frau Asia Bibi eingesetzt hatte, eine Christin, die nach dem Blasphemiegesetz Anfang November zum Tode verurteilt wurde.
Erzbischof Saldanha ist nicht überrascht vom Protest einiger islamistischen Gruppen gegen die Forderung des Papstes. „Einige Gruppen ziehen Vorteile aus dieser Situation.“ Von 184 Millionen Bewohner Pakistans sind 97 Prozent Muslime. CT110123AntoAkkara

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Asia Bibis Todesurteil ist in Pakistan vom Höchsten Gericht aufgeschoben
Foto: Protestdemonstration in Lahore fordert Freilassung von Asia Bibi

   Frau Bibbi wurde im Jahr 2010 wegen Streit um Trinkwasser zum Tode verurteilt. Ihre Hinrichtung wurde vom Höchsten Gericht Pakistans aufgeschoben aufgrund ihres Widerspruchs. Sie wurde 2009 nach einem Streit mit einer Gruppe muslimischer Frauen über eine Schale mit Trinkwasser. Die Frauen zeigten sie an wegen Blasphemie (Beleidigung des Propheten Mohammed), die als Kapitalverbrechen in Pakistan verfolgt wird. Das Gericht verurteilte sie 2010 zum Tod durch den Strang. Frau Bibis Rechtsanwalt Saiful Malook erklärte gegenüber der Presse, dass das Höchste Gericht in Lahore die Bitte auf Revision des Urteils angenommen hätte. In gegebener Zeit werde das Gericht die Gründe für die Revsion überprüfen. Naved Azis, ein Vertreter der britisch-pakistanischen christlichen Gesellschaft, erklärte dazu, dass Schwester Asia wird zwar im Gefängnis bleiben müssen, aber ihre Freiheit sei nun eine reale Möglichkeit und nur noch eine Frage der Zeit.
   Seit der Fall weltweit von Menschenrechtsgruppen aufmerksam beobachtet wurde, stand in Pakistin die Berufung unter starkem Druck. Im November 2014 richtete ihr Ehemann Ashiq Mashi ein Gnadengesuch an den pakistanischen Präsident Mammoon Hussain und bat um die Möglichkeit der Auswanderung nach Frankreich. Im Vorfeld hatte der Anwalt von Asis Bibi, Joseph Nadeem, in einem Interview mit Radio Vatikan betont, wie hilfreich es sei, wenn die international Gemeinschaft Druck auf die pakistanische Regierung zur Freilassung von Frau Bibi ausübe.    CH150722DannyWiser

Pakistan: Todesstrafe gegen Asia Bibi suspendiert -    Asia Bibis Ehemann Ashiq Masiq und eine ihrer Töchter besuchten Papst Franziskus im April bei einer Generalaudienz

  Eine gute Nachricht aus Pakistan: Die Todesstrafe für Asia Bibi wird ausgesetzt, und ihr Fall muss neu verhandelt werden. Das hat das Oberste Gericht Pakistans in Lahore verfügt. Die Christin Asia Bibi war vorher in erster und zweiter Instanz der Blasphemie für schuldig befunden worden und sollte gemäß den Blasphemiegesetzen durch den Strang hingerichtet werden. Wie der vatikanische Fidesdienst an diesem Mittwoch berichtet, hat das Höchstgericht die Berufungsbeschwerde des Anwalts von Asia Bibi akzeptiert. Das Verfahren wird am Obersten Gericht neu verhandelt. Der pakistanische Menschenrechtler Cecil S. Chaudry, der als Direktor der Nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden die pakistanische Bischofskonferenz berät, sagte uns:
   „Das ist, wofür wir gekämpft haben: dass Gerechtigkeit hergestellt wird. Das Höchstgericht war wirklich die letzte Tür, bei der wir um Gerechtigkeit anklopfen konnten. Man hat eingesehen, dass in dem Verfahren Fehler gemacht  wurden, sodass es eine Revision braucht; denn jemand, der schuldlos ist, sollte am Galgen enden.“
   Das Todesurteil für Asia Bibi fiel vor bald fünf Jahren. Wie lange es nun dauern könnte, bis die höchste Instanz ein unwiderrufliches Urteil fällt, kann der christliche Menschenrechtler nicht sagen.
   „Ich bin kein Jurist, aber es wird seine Zeit dauern und wir sollten ein finales Urteil nicht in Kürze erwarten. Aber schon die Tatsache, dass das Höchstgericht den Fall aufrollen wird, bedeutet, man will das ordentlich tun, ehe man das Urteil fällt.“
   Asia Bibi ist zu einem Symbol für die Christenverfolgung in Pakistan geworden. Menschenrechtler auf der ganzen Welt – auch zwei Päpste - setzten sich für die Christin ein; der Fall zog auch im Land selbst immer weitere Kreise, erinnert Cecil Chaudry.
   „Dieser Fall hat ja auch zur Ermordung von Schlüsselfiguren im Land beigetragen, erinnern wir uns an den Minderheitenminister Shabaz Bhatti, der einem Mord zum Opfer fiel (weil er für Asia Bibi eintrat). Und so glaube ich wirklich, dass der internationale Druck zur Bewusstseinsbildung in der pakistanischen Regierung beigetragen hat, so man sich sorgt, wie die Welt auf Pakistan schaut. Ja, der internationale Druck war hilfreich.“
   Indirekt war das Verdikt des Höchstgerichts in Lahore zu Asia Bibi auch ein Kommentar auf die umstrittenen Blasphemiegesetze des Landes, analysiert Chaudry.
   „Wir haben alle Beispiele gesehen, wie die Blasphemie-Gesetze heute ja auch die  Bevölkerungsmehrheit angreift. Eine Menge Muslime werden der Blasphemie beschuldigt. Das zeigt, dass das Gesetz missbraucht wird für persönliche Zwecke. Das haben wir von Anfang an gesagt: es ist nicht an sich ein schlechtes Gesetz, aber ein Gesetz, das missbraucht wird. Pakistan muss geeignete Schritte setzen, um den Missbrauch des Gesetzes zu verhindern.“
Hintergrund
   Der Pakistanerin Asia Bibi wird vorgeworfen, sie hätte sich blasphemisch gegen den Propheten Mohamed geäußert. Sie sitzt im Gefängnis von Multan in der Provinz Punjab in Einzelhaft - auch um sie vor Gewalt im Gefängnis zu schützen. Im November 2010 war sie zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Sie war für schuldig befunden worden, den Propheten beleidigt zu haben. Beim Wasserholen sei sie von anderen Frauen aufgefordert worden, sich zum Islam zu bekehren, weil die Frauen sonst das geholte Wasser nicht trinken könnten, so die übereinstimmenden Schilderungen. Bibi weist aber bis heute den Vorwurf zurück, sie habe anschließend Beleidigungen ausgesprochen. Nur mit Mühe konnte sie damals durch die Polizei vor einem Mob geschützt werden, der sie direkt töten wollte.
Das Blasphemiegesetz, der juristische Hintergrund der Verurteilung, steht international in der Kritik. Zahlreiche Politiker, NGOs, der Weltkirchenrat und religiöse Führer hatten sich bislang erfolglos für eine Freilassung der Christin eingesetzt, darunter auch die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus. Letzterer hatte im vergangenen April den Ehemann und eine Tochter der Christin empfangen und mit ihnen gebetet. Rv-fides150722ord

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Christliches Ehepaar in Pakistan getötet  -  Kirche protestiert
Foto: Verwandte der ermordeten Eheleute weinen in ihrem Haus in Kasur, Pakistan.

   Shahzad Masih und seine schwangere Frau Shama Bibi waren angezeigtwegen “Blasphemie”. Führende Katholiken in Pakistan protestieren gegen die Gewaltanwendung und die Verbrennung des christlichen Paares, das wegen Entweihung des Korans angeklagt waren. “Die Regierung hat total versagt, das Recht auf Leben ihre Bürger zu schützen”, erklärte die Nationalkommission für Recht und Frieden (NCJP) der katholischen pakistanischen Bischofskonferenz in einer Stellungnahme am 05. November 2014. Die Verurteilung des verbrecherischen Mordes von Shahzad Masih, 28, und seiner schwangeren Frau Shama Bibi, 24, am 04. November 2014 zeig erneut, dass der Mord des Paares vom Straßenmob auf Grund einer “falschen Anklage wegen Blasphemie” erfolgte.
   Die Polizei erklärte, sie hätte versucht das Paar zu retten, das wäre aber nicht möglich gewesen, weil der Mob zahlenmäßig überlegen gewesen seien. Die Opfer seien in Ziegel-Öfen in Kot Radha Kishan, einer Stadt in der Provinz Punjab verbrannt, wo das Paar in der Ziegelei beschäftigt waren.
   “Blasphemie” ist ein sensitives Thema in Pakistan. Die Kritiker des Gesetzes haben festgestellt, dass dieses Gestz oft bei Streitigkeiten missbraucht wird und dass Minderheiten oft unfair als Ziele gesehen werden. Sechs Brüder der Masih-Familie arbeiteten in derselben Fabrik, wie auch der jüngste: Shahzad. “Das Paar wurde gefoltert und dann lebendig verbrannt”, sagte Shahzads älterer Bruder Shabbaz Masih. Er sagte, Shama hätte Müll verbrannt, nachdem sie das Haus ihres zukünftigen Schwiegervaters Nazar, der am 30. Oktober gestorben war, gereinigt hatte. Der Chef der Ziegelei gab an, er hätte Seiten mit Koran-Versen im Abfall gesehen und die örtlichen Muslim- Führer alarmiert. Diese Entdeckung wurde durch Lautsprecher in den Nachbarorten verbreitet, sagt Shabhaz, und erklärte, dass sein Bruder mit seiner Frau zu fliehen suchte, aber der Eigentümer der Ziegelei schloss sie in einem Zimmer der Fabrik ein.
   Früh am nächsten Morgen kamen hunderte Muslim mit Treckern, Transportern und Motorrädern in das Dorf, sagte der Bruder. “Der Mob brach das Dach auf und zog das Paar heraus und misshandelte beide. Dann wurde das Paar nackt vorgeführt und verbrannt”, sagte ein christlicher Rechtsanwalt Sardar Musthaq Gill der Nachrichtenagentur CNS.
   “Obschon mehrere Polizeibeamte zugegen waren, konnten sie gegen den Mob nichts ausrichten.” Die Nationalkommission für Recht und Frieden zeigte sich besorgt, dass nicht-muslimische Pakistani nicht den gleichen Schutz von der Regierung bekommen wie Muslim. “Die Beteiligten an solchen Taten sind noch nie vor Gericht gebracht, dazu fehlt der politische Wille. Minderheiten bleiben auch weiterhin als “weiche Ziele” verwundbar”, sagt Pater Emmanuel Yousaf Mani, der Direktor des National-Komitees.
CH111106   

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Abgeführte Verdächtige - Pakistan: 106 Angeklagte wegen Lynchmord an christlichem Paar

   Für den Lynchmord an einem jungen christlichen Ehepaar vor wenigen Monaten müssen sich 106 Personen vor Gericht verantworten. Das hat nach Angaben der Agentur Asianews ein Gericht für terroristische Straftaten in Pakistan verfügt. Unter den Angeklagten seien auch drei muslimische Geistliche, die die Menge zu dem Lynchmord angestachelt haben sollen. Im November vergangenen Jahres hatte ein aufgebrachter muslimischer Mob von mindestens 350 Personen den 28-jährigen Sajjad Masih und seine 25-jährige schwangere Frau Shama zuerst gesteinigt, dann bei lebendigem Leib verbrannt. Davor hatte ein Arbeitskollege die Frau beschuldigt, Seiten des Korans verbrannt zu haben. Das Paar hinterließ vier Kinder. Schauplatz des Mordes an dem christlichen Ehepaar war eine Ziegelfabrik im Distrikt Kasur in der Provinz Punjab. Rv150522Asianews

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Bewegt sich etwas beim Thema Blasphemie? Proteste in Pakistan: Regierung will Blasphemiegesetz strikter

  Die Regierung will angeblich dem häufigen Missbrauch des Anti-Blasphemie-Paragraphen einen Riegel vorschieben. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll bald im Parlament eingebracht werden. Pater Saelh Diego von der Justitia-et-Pax-Kommission des Erzbistums Karatschi spricht von einem wichtigen Schritt nach vorne. Allerdings rechnet er im Gespräch mit dem vatikanischen Missions-Infodienst Fides mit erheblichem Widerstand durch extremistische Parteien und Gruppen. Weiterer internationaler Druck auf die pakistanische Regierung könne in dieser Hinsicht weiter hilfreich sein.
   Der Gesetzesvorschlag wurde vom Innenministerium erstellt und vom Justizministerium bereits geprüft. Er sieht für einen Missbrauch des Anti-Blasphemie-Paragraphen schwere Strafen vor. Außerdem verbietet er jedwede Lynchjustiz. Eine Anklage wegen Blasphemie setzt künftig voraus, dass Absichtlichkeit und Böswilligkeit einer Tat nachgewiesen werden. Der Anti-Blasphemie-Paragraph richtet sich gegen eine Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed und des Koran; er sieht die Todesstrafe vor. Oft werden seinetwegen Angehörige anderer religiöser Minderheiten, aber auch Muslime verhaftet und angeklagt. Nach Angaben der pakistanischen Menschenrechtskommission sitzen derzeit 14 Pakistaner wegen Blasphemie in der Todeszelle; weitere 19 verbüßen deswegen Haftstrafen. Die Zahl der angeklagten Blasphemiefälle in den letzten 25 Jahren liegt über der 1.000er-Marke. Seit 1990 sollen nach Angaben eines Studienzentrums in Lahore 52 Menschen wegen Blasphemie hingerichtet worden sein.
Rv150527sk 

Gedenken an den engagierten katholischen Politiker Shahbaz Bhatti

   Vatikanvertreter und Bischöfe der Weltkirche haben in Rom und in Pakistan des engagierten katholischen Politikers Shahbaz Bhatti gedacht. Bhatti wurde vor genau einem Jahr - am 2. März 2011 - in Islamabad ermordet. Er war pakistanischer Minister für religiöse Minderheiten im Kabinett des amtierenden Ministerpräsidenten Yousuf Raza Gilani. Die Gedenkmesse in Faisalabad wurde vom Vorsitzenden der Pakistanischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Karachi, Joseph Coutts, geleitet. Auch der Bruder Shahbaz Bhattis, Paul Bhatti, der aktuell der Minderheitenminister ist, nahm teil. In Rom fand die Gedenkmesse in der Märtyrerkirche San Bartolomeo statt und wurde vom unierten Erzbischof Mikhael al-Jamil geleitet. Shahbaz Bhatti gilt als moderner Märtyrer; die Kirche in Pakistan strebt seine Seligsprechung an. Der Minister war der einzige Christ in Gilanis Kabinett. Er war auf offener Straße in der Hauptstadt Islamabad ermordet worden. Zu der Tat hatte sich eine Taliban-Gruppe aus dem Punjab bekannt. RVC120304kap

mis-A-Pakistan,Kreuz-Zx  Pakistan: Größtes Kreuz Asiens in Karatschi

Gedenken für Opfer von Extremismus in Karatschi, Pakistan
   Im Herzen des muslimischen Landes, in Karatschi, soll bald ein übergroßes Kreuz Christen und anderen religiösen Minderheiten Mut machen. Laut Angaben der „Washington Post“ wird die Konstruktion am Eingang des größten katholischen Friedhofes der Millionenstadt mit 42 Metern Höhe und zwölf Metern Breite das größte Kreuz Asiens. „Das Kreuz wird Symbol Gottes und all derjenigen sein, die bei seinem Anblick Erleichterung empfinden“, formulierte gegenüber der US-amerikanischen Zeitung der Sponsor und Initiator des Projektes, Parvez Henry Gill. Gill, der Christ und pakistanischer Geschäftsmann ist, habe jetzt die offizielle Erlaubnis zur Konstruktion des Kreuzes erhalten, das von christlichen und muslimischen Arbeitern gemeinsam errichtet werden soll.
   In Pakistan leben 90 Prozent Muslime, Christen sind in absoluter Minderheit und häufig Verfolgungen und Diskriminierungen ausgesetzt. Rv150517washingtonPost

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Pakistan: Zügelloser Hass gegen Christen - Foto: Ein Demonstrant wirft ein Kreuz in Badami Bagh/Lahore

mis-A-Pakistan-ZZ

Betende Christin bei Osterfeiern in Lahore  -  Pakistan: Schüsse auf katholische Schule

  Drei bewaffnete Männer haben an diesem Freitagmorgen das Feuer auf eine katholische Schule in Lahore eröffnet. Das teilte die Kirche des Landes mit. Ein Schüler und zwei Wachmänner wurden verletzt und werden im Krankenhaus behandelt. Die Tatmotive sind bisher unklar, Ermittlungen wurden auf den Weg gebracht. Unterdessen wurden die „San Francis High School” und die angrenzende „St Mary High School” geschlossen. „Dieser erneute Übergriff zeigt, dass sich die Situation der Christen in Pakistan zuspitzt”, so der christliche Anwalt Sardar Mushtaq Gill.
   Die St Francis High School wurde 1842 von der katholischen Kirche gegründet und war damals die erste katholische Schule in Lahore. Die pakistanische Regierung verstaatlichte die Schule 1972. Rv150417ord

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is-203a-Zz   Ostern in Lahore / Pakistan: 14jähriger Junge Freitag lebendig verbrannt

   Eine Gruppe von jungen Muslim fragte einen pakistanischen Jungen, was er glaube. Er antworte: “Ich bin ein Christ”. Daraufhin übergossen sie ihn mit Kerosin uns steckten ihn Brand. Er starb als Märtyrer.
   Der schwerverletzte Nauman gab bei dem Polizeioffizier zu Protokoll, das sich ihm zwei Muslim auf einem Motorrad näherten und ihn nach seiner Religion fragten. Als er sagte, er sei ein Christ, begannen sie ihn zu schlagen und als Nauman wegrannte, verfolgten sie ihn, übergossen ihn mit Kerosin und zündeten ihn an. “Ich rannte bis zu einem Sandhaufen auf der Straße, warf mich auf den Sand und einige Nachbarn löschten das Feuer, indem sie Sand auf mich warfen. Als ich das Bewusstsein verlor, riefen sie den Rettungsdienst herbei”, sagte Nauman. Die Polizei hat den Anschlag zu Protokoll genommen und Anzeige gegen unbekannt erstattet. CH150415 

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Pakistanischer junger Christ von jungen Extremisten verbrannt
Foto: Naumann Masih im Krankenhaus kurz vor seinem Tod

   Ein von Muslimen in Brand gesteckter 14-jähriger christlicher Junge in Pakistan ist fünf Tage nach dem Anschlag seinen Verletzungen erlegen. Das meldet der asiatische katholische Pressedienst Ucanews unter Berufung auf Ärzte und die Familie des Jugendlichen. Wie der 14-Jährige laut dem Pressedienst unmittelbar nach dem Attentat in Lahore erklärte, hatten ihn zwei Unbekannte am Freitag nach seinem Glauben gefragt. Auf seine Angabe hin, er sei Christ, hätten die Männer ihn beschimpft, mit Kerosin übergossen und angesteckt. Laut dem behandelnden Arzt erlitt der Jugendliche schwere Verbrennungen auf 55 Prozent seiner Körperfläche. Die Polizei nahm den Angaben zufolge Ermittlungen auf.
   Die christliche Rechtshilfe-Organisation „Center for Legal Aid Assistance and Settlement“ sprach von einem „wachsenden Gefühl von Unsicherheit unter Christen“. Ihr Direktor Joseph Francis verwies auf zwei Selbstmordanschläge auf Kirchen in Lahore, bei denen am 15. März nach offiziellen Angaben mindestens 14 Menschen starben. Rv150415pr

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Weltverfolgungsindex: Christenverfolgung steigt Protest gegen Christenverfolgung

   In die Kirche gehen, beten, sich taufen lassen, kirchlich heiraten, eine christliche Beerdigung oder einfach Weihnachten feiern.  Das ist für Christen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Normalität, das gehört zur Ausübung unserer Religionsfreiheit. Der aktuelle Weltverfolgungsindex 2015, der von der Kerkesheimer Hilfsorganisation Open Doors veröffentlicht wurde, nennt 50 Länder in einer Rangliste, in welchen Christen verfolgt werden und ihre Religion nicht frei ausüben können. Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode bestätigt im Interview einen allgemeinen Anstieg der Verfolgungen, vor allem im Mittleren Osten, Afrika und Asien Christ sein war noch nie so gefährlich wie heute. Ein Satz, den wir immer wieder hören, können wir diesen Satz anhand des aktuellen Indexes bestätigen?
   „Man muss leider den Satz so stehen lassen, denn die weltweite Christenverfolgung hat gerade in den letzten Jahren noch einmal an Dynamik gewonnen, hat nochmals zugenommen und das ist das, was wir auch in dem Weltverfolgungsindex erkennen auch an den Punktzahlen, die letztendlich für die Intensität der Verfolgung stehen und auch die Rangfolge der Länder definieren, in denen die Verfolgung am härtesten ist.“
   Platz Eins der fünfzig Länder ist Nordkorea, Platz 50 Kuwait – dazwischen finden wir vor allem asiatische, afrikanische Länder und den Nahen Osten. Die Intensität der Verfolgung hat sich erhöht, das erkennt man an der Punkteanzahl, erklärt Markus Rode. Es brauche mittlerweile 48,5 Punkte der Zählung, um überhaupt auf die Liste der Länder mit verfolgten Christen zu kommen,  das sei ein Anstieg von vier Punkten gegenüber der letzten Statistik. Viele denken sofort an den Irak, Platz Eins bleibt aber Nordkorea.
   „In Nordkorea kann man als Christ nur im Untergrund überleben, weil dort Christen systematisch ausgerottet werden sollen. Sie werden von einer Gehheimpolizei gesucht und die Christen, die man ausfindig gemacht hat, die sind in Arbeitslagern oder hingerichtet worden. Derzeit gibt es circa 70.000 Christen in Arbeitslagern, die bis zum Tode gequält werden. Also hier gibt es kaum eine Überlebenschance für einen Christen, der bekannt wird.“
   Gründe für die Verfolgungen in den fünfzig Ländern gibt es viele, in Nordkorea ist es die kommunistische Unterdrückung oder auch diktatorische Paranoia, wie Markus Rode sagt. Ein Grund der dieses Jahr als verstärkte Haupttriebkraft gelte, sei der islamische Extremismus. Die zunehmende Islamisierung der christlichen Minderheiten gäbe es vor allem im Irak und im Nahen Osten dank der Eroberungsfeldzüge der IS.  Davon zeuge die aktuelle Situation in der christenfreien Stadt Mosul, dort gebe es keine Gottesdienste mehr.  Die größte Zunahme an Gewalt werde aber in Afrika verzeichnet, denn dort habe sich die Situation drastisch verschlechtert. Neben den afrikanischen Staaten Somalia, Eritrea, Nigeria unter den ersten zehn Ländern ist nun auch der Sudan aufgeführt.
   Die Position des Sudans begründet sich darauf, dass es 2011 eine Trennung gegeben hat, zwischen dem überwiegend christlichen Südsudan und dem Norden. Der Sudan als extrem muslimisches Land steht mit einer deutlichen muslimischen Bevölkerungsmehrheit und dort werden die wenigen Christen, die im Sudan sind unterdrückt und werden nach der Scharia verurteilt, vor allem wenn es um Konvertiten handelt.“
   Die schlimmsten zehn Länder, in welchen die Christen verfolgt werden, sind also Nordkorea, Somalia, Irak, Syrien, Afghanistan, Sudan, Iran, Pakistan, Eritrea und Nigeria. Trotz der Schwierigkeit, einzelne Geschichten, Schicksale und Verfolgungen, Gefühle in Zahlen und Statistiken zu verpacken, versucht die Hilfsorganisation Open Doors dies seit 1970 mit ihrem Index. Unabhängige Wissenschaftler werten dazu  Fragebögen aus, die Christen in den jeweiligen Ländern beantworten.  Die Anzahl der Befragten hängt auch von der Anzahl der Christen ab in den Ländern und die Fragen decken unterschiedliche Bereich ab – sei es nun das Kirchliche Leben, das Leben im Staat, das Soziale Leben oder das Privatleben.
   „Wir fragen unter anderem: Kann ein Christ in seiner Familie überhaupt seinen Glauben leben oder den Glauben wechseln. Gibt es da überhaupt Religionsfreiheit, wird er vom Staat verfolgt. Ist er ausgegrenzt, dass er zum Beispiel als Christ nicht mehr am Dorfbrunnen Wasser schöpfen darf?“ siehe den Bericht oben
   Das Ergebnis dieser Fragen: mehr als 100 Millionen Christen werden wegen ihres Glaubens oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit verfolgt und  Markus Rode konnte leider keine Verbesserung der Situation verzeichnen, dennoch  warnt er vor einer Instrumentalisierung dieser Daten.  Ziel der  Veröffentlichung der Daten soll eine Solidarisierung sein mit verfolgten Christen, aber keine Instrumentalisierung für Hassparolen. Rv150107no
  

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Eine Tötungslizenz?  -  Aus dem Koran kann jeder herauslesen, was er will

   Wer im Koran nach Suren sucht, die Gewalt rechtfertigen, wird rasch fündig. So heißt es in Koran 9:5: „Sind die heiligen Monate abgelaufen, dann tötet die Beigeseller [Götzendiener], wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie, und lauert ihnen auf aus jedem Hinterhalt." Wenig später heißt es in Sure 9:29: „Kämpft gegen die, die nicht an Gott glauben und auch nicht an den Jüngsten Tag (...), bis sie erniedrigt den Tribut aus der Hand entrichten." Viele andere beschäftigen sich mit Gewalt. So schildert Koran 33:25 die Vernichtung des jüdischen Stamms der Ouraiza im Jahr 627. Mit diesen und ähnlichen Stellen rechtfertigen islamistische Extremisten ihren Terror, mit diesen Textstellen begründen auch viele Nichtmuslime ihren Angst vor dem Islam.
   Islamische Theologen diskutieren jedoch, seit der Ausrufung des „Islamischen Staats" durch Abu Bakr al Bagdadi, kontrovers darüber, wie solche und auch andere Koranstellen zu deuten sind. Während die Extremisten im Wortsinn Fundamentalisten sind und einzelne Sätze des aus dem 7. Jahrhundert stammenden Korans auch heute wörtlich anwenden wollen, verweisen die meisten Religionsgelehrten auf den konkreten „Offenlbarungsanlass"; dabei gilt es, die historischen Umstände von Ort und Zeit, in die hinein die Offenbarung erfolgt ist, zu berücksichtigen, und ein allgemeines Prinzip zu formulieren, das in anderen Zeiten und an anderen Orten als in Mekka und Medina angewandt werden kann.
   Zeitgenössische konservative Theologen wie Yusuf al Qaradawi argumentieren beispielsweise in der Auslegung von Koran 9:29, dass die Nichtmuslime in der Frühzeit des Islam den Tribut, also die „Kopfsteuer" dschizya, zu entrichten gehabt hätten, weil sie vom Militärdienst, zu dem jeder Muslim verpflichtet gewesen sei, befreit waren. Heute gebe es keinen Militärdienst ausschließlich für Muslime, daher könne auch nicht die „Kopfsteuer" erhoben und die Nichtbezahlung zu einem Delikt gemacht werden.
   Diese Theologen fordern, auch den jeweiligen Kontext im Koran zu berücksichtigen. So beziehe sich etwa Koran 9:5 nicht auf „Götzendiener" im allgemeinen, sondern - wie Koran 9:7 erläutert - auf jene „Götzendiener", die mittels eines Vertrags einen Bund mit den Muslimen geschlossen hatten, diesen aber einseitig brachen. Aus dem Kontext genommen, klingen einzelne Textstellen wie Tötungslizenzen. Dass sie das nicht sind, zeigt auch die historische Erfahrung: So sind in der Geschichte des Islam die Yeziden, die für die Muslime „Götzendiener" sind, nie systematisch verfolgt worden; das geschieht erst heute.
   Jene, die der fundamentalistischen Auslegung der Koransuren zur Gewalt entgegentreten, berufen sich auf ganz andere Suren, etwa Koran 5:32: „Wenn jemand einen Menschen tötet, der keinen anderen getötet, auch sonst kein Unheil auf Erden gestiftet hat, so ist's, als töte er die Menschen allesamt." Die Behauptung, der Koran sei in seiner Gesamtheit ein Werk, das zu Gewalt aufruft und dem Gewalt inhärent ist, trifft nicht zu. Jeder liest heraus, was er will.
   Aufschlussreich ist die innerislamische Diskussion, die mit der Ausrufung des „Islamischen Staats" am 29. Juni 2014 eingesetzt hat. Selbst radikale Theologen wie Abu Muhammad al Maqdisi kritisieren Bagdadi und sein Kalifat. Maqdisi hatte als Mentor von Abu Musab al Zarqawi, der 1999 die Vorläuferorganisation des „Islamischen Staats" gegründet hatte, einen erheblichen Einfluss auf diese Bewegung. Bereits 2004 distanzierte er sich von Zarqawi, im Sommer 2014 auch von Bagdadi. Maqdisi lehnte die rohe Gewalt beider ab und bezeichnete den „Islamischen Staat" als eine „irregeleitete Organisation"; er hält aber grundsätzlich an der Idee des Dschihad fest.
   Theologisch wichtiger ist der Brief von 126 konservativen Religionsgelehrten aus der ganzen islamischen Welt vom 19. September 2014. Der Brief setzt sich mit 25 Positionen Bagdadis auseinander. Absicht des Briefs ist, Bagdadi als theologischen Dilettanten zu entlarven, der gegen die anerkannten theologischen Prinzipien verstoße, der weder Offenbarungsanlässe berücksichtige noch den Kontext. Sie erteilen ihm eine Lehrstunde in der Koranauslegung. In ihrer Exegese der Stellen zum Dschihad kommen sie zu dem Schluss, die Waffe Dschihad sei die Reinigung der Seele. Sie verurteilen ausdrücklich das Töten von „Sendboten", zu denen sie neben Diplomaten und Entwicklungshelfern auch Journalisten zählen. So kritisieren sie die Ermordung von zwei Journalisten durch den „Islamischen Staat" mit den Worten: „Was ihr getan habt, ist zweifellos verboten." FAZ150109 RainerHermann

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Drohungen gegen Christen in Pakistan. Foto links: Erzbischof John Lawrence Saldanha, Lahore, Pakistan.
   Foto rechts: die pakistanische Flagge - Grafik und Farbe: Symbol des Islam -
der weiße Streifen weist hin auf die nichtmuslemische Minderheit in Pakistan

   Ein  pakistanischer Bischof hat die neu gewählte Regierung aufgefordert, gegen die wachsenden Gruppen von Extremisten durchzugreifen, die Christen androhen, sie zu töten, wenn sie nicht zum Islam konvertieren. Anlässlich der Präsidentenwahl in Pakistan hat Erzbischof Lawrence Saldanha von Lahore von zunehmendem “Hass und In- toleranz” von Gruppen gesprochen, die im Widerspruch zur pakistanischen Verfassung versuchen, Christen mit Gewalt zum Islam zu bekehren.
   Erzbischof Saldanha, der Präsident der pakistanischen katholischen Bischofskonferenz nannte besonders den Fall eines jungen katholischen Vaters von vier Kindern, der entführt und mit dem Tode bedroht wurde. Der Überfall erfolgte unmittelbar nachdem dieser Mann zum Leiter einer Bank aufgestiegen war, was offenbar den Neid seiner Kollegen erweckte. Während seiner Gefangenschaft im letzten Monat wurde der Banker Haroon gezwungen, seine Frau anzurufen und ihr mitzuteilen, dass er getötet würde, wenn sie die Polizei einschalten würde. Haroon aus Narang, das liegt 30 km nördlich von Lahore in der Provinz Punjab im Nordosten Pakistans, konnte aber in einem unbewachten Augenblick entkommen. Seither wechselt er ständig seinen Aufenthaltsort und befindet sich zur Zeit iin einem Bauernhaus im Süden der Provinz - 450 km von Lahore entfernt. Die Geiselnehmer gehören zur Terrror- Organisation Jamaat-ul-Dawah in Pakistan.
   Erzbischof Saldanha beruft sich auf die pakistanische Verfassung, die ausdrücklich das Recht auf Religions- freiheit anerkennt, und verlangt gegen den Extremismus ein hartes Vorgehen der Regierung. Der Erzbischof schreibt: “Die Geschichte von Haroon zeigt aufs Neue die Schwierigkeiten und Unterdrückung von Menschen in einem Land, wo der Extremismus sich ausbreitet und wenig Toleranz gegenüber Nichtmuslimen herrscht. Christen auf dem Lande und in entlegenen Orten sind besonders verletzbar. Hass und Intoleranz sind weit verbreitet. Zum Glück ist Haroon ein hochgebildeter Mann, der fest zu seinem katholischen Glauben steht. So war er fähig, seinen Angreifern zu widerstehen.”
   Der Erzbischof berichtete von der Flucht, wie es Haroon gelang, die Hauptstraße zu erreichen, mit dem Bus in die Stadt kam und dort eine katholische  Missionsstation fand.
   In seiner Botschaft aus dem Bischofshaus in Lahore berichtet der Erzbischof auch von der Not christlicher Mäd- chen, die entführt werden und dann gezwungen werden, muslimische Männer zu heiraten – und eben dadurch die Religion wechseln müssen. Schon im Mai letzen Jahres hatte Erzbischof Saldanha vor extremistischen Gruppen ge- warnt, die Christen unter Androhung von Gewalt zum Islam zwingen.
   In einem Interview mit der kirchlichen Hilfsorganisation “Kirche in Not” erwähnte der Erzbischof auch diesen Fall: 500 Christen erhielten anonyme Briefe, in denen sie vor gewalttätigen “Vergeltungen” gewarnt wurden, wenn nicht innerhalb der nächsten zehn Tage eine Massenkonversion zum Islam erfolgen würde. Der Erzbischof sagt: “Es macht uns Sorge, dass Christen durch die Androhung von Gewalt zum Islam bekehrt werden sollen. Das hat es hier nie zuvor gegeben. Wir Christen sind Bürger wie jeder andere und verlangen auch dieselben Rechte.”
   “Kirche in Not” unterstützte nach der Welle der Gewalt, die durch die dänischen Mohammed-Karikaturen aus- gelöst wurde, den Wiederaufbau der abgebrannten Kirchen und andere Häuser der Kirche. Es gibt etwa 1,1 Milli- onen katholische Christen in Pakistan. Nach einer Warnung durch islamische Terroristen gegen das Chrst-König- Priesterseminar in Karachi wurden die Sicherheitsmaßnahmen dort verstärkt.   CTJohnPontifexJohnNewton080302

Kil-GLAnneqaMariaAkhtar-Z       Rechtsanwältin Aneeqa Maria Akhtar

„Blasphemie-Vorwurf Waffe gegen religiöse Minderheiten”
Die Rechtsanwältin Aneeqa Maria Akhtar verteidigt in Pakistan Christen

             Pakistan hat mit Asif Ali Zardari einen neuen Präsidenten. Ob das an der prekären Lage der Christen im Land etwas ändert, hat Johannes Seibel von der Würzburger Tagespost die pakistanische christliche Rechtsanwältin Aneeqa Maria Akhtar gefragt. Die Menschenrechtsaktivistin bei CLAAS, einer Mitgliedsorganisation der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), ist am Trinity Law College in Lahore tätig.
Sie verteidigen Christen, die der Blasphemie angeklagt wurden, und Christen, die zur Konversion zum Islam gezwungen wurden. Wie groß sind diese Probleme in Pakistan?
   Das ist ein großes Problem, da von islamischen Fundamentalisten der Blasphemie-Vorwurf als Waffe gegen religiöse Minderheiten benutzt wird. Wenn eine Person der Blasphemie gegenüber dem Islam beschuldigt wird, ist es sehr leicht, eine aufgebrachte Mehrheit in der Gesellschaft zu finden, die sogar vor einer Ermordung des Beschuldigten nicht zurückschrecken würde. Aber wir haben es in manchen Fällen schon erreicht, dass diejenigen, die den Blasphemie-Vorwurf erheben, ihn dann in einem Prozess belegen müssen. Dann kommen die Ankläger in Schwierigkeiten. Aber selbst wenn wir juristisch etwas erreichen, sind die Opfer der Vorwürfe sozial gebrandmarkt. Das hat oft gravierende materielle Folgen. Der Arbeitsplatz, eigenes Land, das eigene Geschäft, alles kann ver- loren gehen.
Kann die Kirche in Pakistan helfen?
   Die Kirche kann für diese Opfer beten und moralisch die Menschenrechtsorganisationen unterstützen. Politisch aber haben sie in Pakistan keinen Einfluss.
Wird sich für die Christen in Pakistan unter dem neuen Präsidenten etwas ändern?
   Man kann jetzt noch nicht abschätzen, ob der neue Präsident gut oder schlecht für die Christen in Pakistan ist.
Sie helfen mit CLAAS den Opfern mit verschiedenen Projekten. Ein Beispiel?
   Wir kümmern uns um die vom Blasphemie-Vorwurf betroffenen Frauen und die, die zur Konversion zum Islam gezwungen wurden. Dazu kommen Opfer von häuslicher Gewalt und Vergewaltigungen, deren Leid von der Gesellschaft nicht anerkannt wird. Wir nehmen sie in einem von uns aufgebauten Haus für Frauen auf, das „Mein Haus” heißt. Wir helfen ihnen, ein neues Leben zu beginnen, eine neue Perspektive zu finden.
Warum konvertieren überhaupt Muslime zum Christentum in Pakistan?
   Da gibt es verschiedene Gründe. Wenn ein Muslim eine Christin heiratet, konvertiert er. Aber das ist eher die Ausnahme. Andererseits werden die Menschen durch das Christentum inspiriert - wenn sie eine gute Ausbildung durch Priester oder andere Verantwortungsträger im Sinne der christlichen Lehre bekommen und fähig werden, den Koran zu verstehen, und nicht nur auswendig zu lernen, so dass sie Christentum und Islam vergleichen können, dann kann es passieren, dass sie konvertieren.
Wie können deutsche Christen helfen?
  Die Kirchen und Organisationen in Pakistan brauchen vor allem finanzielle Hilfe, aber auch moralische. Öffentlicher Druck aus dem Ausland kann helfen. Dies geschah zum Beispiel 1994, als mehrere Personen vom Obersten Gericht zum Tode verurteilt wurden. Die amerikanischen Kirchen, die dortige Regierung und Teile der amerikanischen Bevölkerung haben CLASS geholfen, indem sie durch Briefe an das Außenministerium und Justizministerium Pakistans das dortige Gericht veranlassten, die Angeklagten freizulassen. Eine Person wurde später trotzdem getötet. DT090813

Pakistan: Erneut Ermordung eines jungen Christen

   Nach dem Mord an einem jungen Christen fordern Pakistans Bischöfe erneut eine Abschaffung des so genannten Blasphemiegesetzes. Es sei ein „ungerechter Paragraph“, der letztlich für die jüngste Gewalt gegen Christen in Pakistan verantwortlich sei,  meinte der Präsident der pakistanischen Bischofskonferenz, Bischof Lawrence Saldanha. Das Gesetz ahndet jede Beleidigung des Korans und Mohammeds mit einer Haft- oder sogar mit der Todesstrafe. Im September 2009 wurde ein junger Christ, am Tag seiner Verhaftung wegen Blasphemie in seiner Zelle ermordet aufgefunden. Rv090916asca

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Pakistan: Um ein Haar  -  Foto: Pakistan: In einer Koranschule

   Nur knapp hat die Polizei einen Lynchmord an einem christlichen Paar verhindern können. Laut pakistanischen Medienberichten wurde das Paar Masih in der zentralen Provinz Punjab von einer aufgebrachten Menge verfolgt, die sie mit Knüppeln und Steinwürfen verfolgten. Der Mob wurde offenbar von Moslem-Führern angestachelt; der Vorwurf gegen die beiden Christen lautete Gotteslästerung. Die lokalen Behörden befreiten das Paar den Angaben zufolge aus den Händen der rund 500 Angreifer und verhafteten zwei Religionsführer. Der Vorfall ereignete sich im Dorf Makki im Distrikt Sheikhpura.
   Immer wieder kommt es in Pakistan zum Missbrauch des so genannten Blasphemie-Paragraphen, der die Lästerung des Propheten Mohammed unter Strafe stellt. Religiöse Minderheiten, darunter Christen, werden unter dem Vorwand angeblicher Gotteslästerung verfolgt, verhaftet und getötet. Dass die lokalen Behörden in diesem Fall einschritten, kann als Ausnahme gelten.  Rv150704pr

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Pakistan: Christlicher TV-Sender abgefackelt -  Foto: Pakistanische Christin

   Die Episoden der Gewalt gegen Christen in dem überwiegend muslimischen Land nehmen nicht ab. In der Nacht auf Mittwoch steckten vermummte Männer einen christlichen Fernsehsender in Karatschi in Brand. Die Büroräume brannten komplett aus. Gawahi TV ist ein Gemeinschaftsunternehmen von katholischen und protestantischen Christen, der Sender war seit zweieinhalb Jahren in Betrieb und erreichte nach Angaben von Asianews rund zwölf Millionen Menschen, die regelmäßig zuschauten. Bereits früher waren Drohungen bei der Sendeanstalt eingegangen. Pakistan ist unter den zehn Ländern mit der höchsten Rate an Christenverfolgung weltweit.  Rv151125gs

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Pakistan: 13-jährige Christin entführt und zwangsislamiert  -  Foto: Pakistanerinnen  für Frauenrechte

   Neuerlich ist in dem mehrheitlich muslimischen Land ein Fall von Entführung und Zwangsislamierung einer jungen Christin bekannt geworden. Wie die Agentur Asianews berichtet, wurde vor zwei Wochen in der Stadt Sialkot in der nordöstlichen Provinz Punjab die 13 Jahre alte Sana John auf dem Weg zur Schule gekidnappt. Der Täter ist Sohn eines wohlhabenden Muslim aus der Nachbarschaft, sagte die Schwester des Mädchens, die mit dieser zur Schule unterwegs war. Die Eltern wandten sich Hilfe suchend an die muslimische Gemeinde und erstatteten darüber hinaus Anzeige bei der Polizei. Ihnen zufolge schalteten sich die Beamten nicht ein, um das Mädchen zu befreien. Die Familie des mutmaßlichen Entführers hat Asianews zufolge dem Vater der 13-Jährigen gedroht, weitere seiner Töchter zu kidnappen. Entführungen christlicher Mädchen kommen in Pakistan häufig vor. Rv151126gs

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Pakistan: „Tausend ist vorsichtig ausgedrückt“
Pakistanische Christinnen werden in ihrer Heimat oft Opfer von Zwangskonvertierungen

   Zuletzt passierte es am 14. April: Eine junge Frau, 23 Jahre alt, wurde in Pakistan von zwei muslimischen Männern entführt. Entscheidendes Detail: Die Frau ist Christin. Und so wie ihr geht es jedes Jahr über tausend jungen Christinnen oder Angehörigen von Minderheiten-Religionen: Sie werden entführt, bedroht und mit Gewalt zum Islam „bekehrt“.
   „Die Lage dieser jungen Frauen, ob sie nun Christinnen oder Hindus sind, ist wirklich düster, und diese Fälle nehmen auf eine Art und Weise zu, die keiner vorhergesehen hat“, sagt der pakistanische Intellektuelle und Aktivist Mobeen Shahid. „Dass das vor allem Angehörigen von religiösen Minderheiten passiert, liegt daran, dass sie der verletztlichste Teil der Gesellschaft sind – das gilt erst recht für die Frauen.“
   „Wir betreuen derzeit zweihundert junge christliche Mädchen, die solche Dinge durchgemacht haben; sie helfen in der Ausbildung und in der sozialen Inklusion. Aber das ist nur ein Tropfen in den Ozean der Ignoranz und Armut in Pakistan. Das Recht der Scharia sieht in der Verfassung selbst starke Diskriminierungen vor, nur weil es um Frauen geht.“
  
Shahid unterrichtet in Rom an der Päpstlichen Lateran-Universität; er ist Gründer eines Verbands pakistanischer Christen in Italien, der sich um die bedrängten Glaubensbrüder und –schwestern in der Heimat kümmert. Auf die Frage, wie viele solcher Zwangsbekehrungen von Frauen zum Islam es tatsächlich gebe, sagt er: „Tausend ist vorsichtig ausgedrückt, denn allein im letzten Jahr waren es 1.200 registrierte Fälle, und die stellen nur die Spitze des Eisbergs dar. Die Polizei bekommt oft Geld von den Kriminellen und deckt deshalb häufig die Taten. Außerdem sehen viele auch aus religiösen Gründen weg: Wenn es da um eine Christin oder eine Hindu geht, sieht die Polizei nur zu und bleibt gleichgültig.“
   Die Christen hätten leider nicht die geringste Handhabe, sie könnten sich lediglich auf das Gesetz berufen. Oder ihren Pfarrer um Hilfe bitten. „Der Pfarrer ist eine Art religiös-soziale Respektsperson, er versucht in der Regel, in solchen Fällen zu helfen.“ Erfolgversprechender sei es nur, wenn es den Christen in Pakistan gelinge, internationale Aufmerksamkeit für ihre Bedrängnis zu wecken, zum Beispiel mit der Hilfe von Nichtregierungsorganisationen.  Rv160427sk

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Minderheiten-Minister von Taliban ermordetFoto: Beerdigungsfeier für ermordeten Minister Sardar Soran Singh

   Die katholische Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan hat den Mord an dem Minister für Minderheiten-Angelegenheiten in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, Sardar Soran Singh, verurteilt. Der Politiker wurde am Freitag in der nordpakistanischen Provinz von einer Gruppe der islamistischen Taliban erschossen, wie die Kommission der katholischen Bischofskonferenz am Samstag in Faisalabad mitteilte.
   Der Kommissionsvorsitzende, Bischof Joseph Arshad, bezeichnete die Menschenrechtslage in Pakistan als alarmierend. Die Minderheiten des Landes lebten weiterhin in Unsicherheit. Die Kommission bekundete ihre Solidarität mit den Sikhs, zu denen der ermordete Politiker gehörte. Rv160424mg

                            kbwn:Pakistan

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