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Priesterweihe

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Sie lesen auf dieser Seite:
1.  Priesterweihe in Oberbayern
2. Priesterweihe in Hamburg
2. Primiz in Stockholm
3. Im KZ Dachau um Priester geweiht: Karl Leisner
4. Zahl der Priesterweihen in den USA in diesem Jahr um 25 Prozent gestiegen
5. Die katholische Kirche wächst weltweit  in jedem Jahr um 15.000.000 Mitglieder
Ende dieses Jahres werden es 1,3 Milliarden sein
6. Bischof Marc Davies, Shrewsbury: „Glaubst du fest an die göttliche Gnade?
7. Papst Franziskus: Botschaft zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen

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Die Krönung eines langen Weges, der nun erst wirklich beginnt. Zur Allerheiligenlitanei liegen
die fünf Kandidaten auf dem Boden des Passauer Doms. Sie bekunden die Hingabe an Gott

Warum wird heute einer Priester? Das ist in den Augen von Hermann Schächner die falsche Frage.
   Der Bauernsohn aus Oberbayern hat sich die Gegenfrage gestellt und ist seiner Berufung zum Dienst der Kirche gefolgt. Die Tage von Priesterweihe und Primiz sind die Krönung dieser Entscheidung.

Der Weg in den Himmel führt über Arbing    kip-Weihe-epWilhelmSchraml-   Bischof Wilhelm Schraml

   Die schmale graue Katze schnürt durch das Hoftor in den Schatten. Noch steht die Sonne hoch, und wer kann, tut es dem Tier gleich. Fünfunddreißig Grad zeigt das Thermometer. Es riecht nach Kuhstall, die Fliegen summen. An die hundert Gäste warten auf die Erscheinung des Herrn. Denn so wird er in diesen Tagen immer wieder adres- siert, der hochwürdige Herr Primiziant. Am Morgen hat ihn der Bischof von Passau im Dom zusammen mit vier anderen jungen Männern zum Priester geweiht. Und jetzt soll er heimkommen, der Hermann. Empfang am elter- lichen Hof, so heißt der Programmpunkt in einem zweitägigen Veranstaltungsmarathon. Auf der Hügelkuppe sind Böllerschützen in Stellung gegangen, das Asphaltband der Straße flimmert und gleißt. Wann wird er kommen?
   Er ist einen langen Weg gegangen, der Bauernsohn aus dem oberbayerischen Arbing. Vorgezeichnet war ihm dieser Weg nicht, auch wenn die Eltern, gläubige Katholiken, ihm die Freiheit gaben, den Weg einzuschlagen. „Ich habe mir nicht das Messer auf die Brust gesetzt", sagt Hermann Schächner. Vier Söhne haben die Schächners, der älteste ist gerade dabei, den stattlichen Vierseithof mit hundertachtzig Hektar Land und zwei großen Kuhställen zu übernehmen. Um das Jahr 1300 ist das Anwesen das erste Mal urkundlich erwähnt. Wir sind im Holzland, unweit nördlich des Wallfahrtsortes Altötting gelegen. Man sagt hier du zueinander, und der Vorname folgt in Wort und Schrift dem Taufnamen. Auch wenn es hier in manchen Ecken aussieht wie vor hundert Jahren, soll man sich nicht täuschen. Der Schächnerhof hat eine Photovoltaik- und eine Biogas-Anlage, man betreibt Direktvermarktung und Online-Shop. Auf dem Scheunendach kleben Solarpaneele, am Wohnhaus ein Fertigbalkon, Palmen in Töpfen und Baumarktnippes garnieren das Wohnhaus. Die Welt von gestern in der Version 2012. Herkunft ist hier ein exi- stentielles Gefühl.  

kip-Weihe-3z  Empfang am elterlichen Hof

   Der Zweitgeborene zeigt zunächst erwartbare Neigungen. Für Maschinen und ihr Innenleben hat er sich schon früh interessiert. Die ehemalige Lehrerin wird am Festplatz in Arbing berichten, dass der Hermann einen Preis für eine Zeichnung bekam, die einen Mähdrescher zeigte. Der wird Bauer, habe sie damals gedacht, doch schon im Alter von fünfzehn Jahren  habe der begeisterte Ministrant als Berufswunsch Pfarrer angegeben. Dreizehn Jahre später ist es tatsächlich so weit; man wird nicht von einer überstürzten Entscheidung reden wollen.
   Es ist freilich ein Schritt, den immer weniger Männer in Deutschland zu gehen bereit sind. Die ihn tun, treffen auf eine katholische Kirche, der die Auszehrung schon anzusehen ist. Seit einer Dekade fasst man immer mehr Pfarreien zu sogenannten Seelsorgeeinheiten zusammen. Einer sinkenden Priesterzahl - 2010 waren es noch gute 15.000 - steht eine wachsende Laienschar gegenüber, die im pastoralen Dienst tätig ist. Dreihundert Priester- weihen wären nötig, um den Status quo zu halten, um die hundert finden derzeit pro Jahr statt.
   Im Bistum Passau, einer kleinen Diözese mit knapp 500.000 Katholiken - Tendenz auch hier: sinkend -, sind es in diesem Jahr fünf Kandidaten. Kein schlechter Wert, auch im Langzeitvergleich. Der Priestermangel hat es erzwun- gen, dass Pfarreien zusammengelegt werden. Die Stadt am Zusammenfluss  von Donau, Inn und Ilz galt lange als Hort eines tiefschwarzen Katholizismus; ein Image, das als überwunden gelten darf.
   Selbstbewusst und strahlend liegt sie an diesem Sommerwochenende unter einem Bilderbuchhimmel, Altstadt und Uferpromenaden sind voll mit Touristen. Der barocke Dom St. Stephan ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Zwölf Dutzend Priester und Messdiener ziehen ein, die Reihen der Gottesdienstbesucher sind weltkirchlich bunt in Hautfarbe, Stand und Kleidung.  Seidige Trachten, selten getragene Anzüge, Goldkettchen, Karohemden, Sandalen - der Dresscode ist so vielfältig wie jene lärmende Welt, die draußen vor der Tür nicht begreifen will, warum jetzt keine Domführung stattfinden kann. Wir feiern Gottesdienst - dieser Hinweis genügt heute nicht, die Ordner von der Domaufsicht müssen deutlich werden.
   Derweil nehmen die Primizianten vor dem Bischof auf samtrot gepolsterten Schemeln Platz, wo sonst Brautleute sitzen. „Bist du bereit? - Ich bin bereit": bereit, Priester im Sinn der katholischen Kirche zu sein. „Versprichst du mir und meinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam?" - „Ich verspreche es." Sie tun dies „in die Hand hinein". Bis heute ist die Wendung gebräuchlich, wenn es sich um eine besonders ernst gemeinte Zusage handelt. Nach Evangelium und Predigt beginnt die eigentliche Weihe, sie geschieht durch Handauflegung des Bischofs und Gebet in völliger Stille. Chor und Orgel müssen jetzt schweigen, die Kandidaten sind flach ausgestreckt auf dem Boden, dazu werden in der Allerheiligenlitanei die Blutzeugen angerufen.
   Zehn Minuten liegen sie so, den Kopf auf den verschränkten Armen, reglos. In langer Prozession kommen die Geistlichen zur Handauflegung vor den Altar, als Zeichen der Aufnahme in die priesterliche Gemeinschaft. Nach dem Anlegen des Priestergewands und der Handsalbung mit Chrisamöl erhalten die fünf Kelch und Hostienschale. Begleitet wird die Handauflegung allein von der größten Glocke des Doms, der Pummerin. Das ist schon ein ge- waltiges Rauschen, das da anhebt und durch den mächtigen Hallraum des Kirchenschiffs braust. Dem gemein- samen Schlusssegen schließt sich der feierliche Auszug an, in den schon mit Macht die Vorhut der Touristen stößt, die endlich von ihrem Besichtigungsrecht Gebrauch machen wollen. Weide meine Schafe, heißt es im Johannes- Evangelium.
   „Hermann - grüß Gott dahoam!" steht auf einer Tafel, die im Hoftor hängt. Am Schächnerhof ist Bewegung in die Sache gekommen. Ein Anruf ist eingegangen, die aktuelle Position des Primizianten auf der Autobahn wurde gemeldet. Böllerschüsse rumpeln, Rauchfahnen ziehen ins Blau. Die Szenerie ist voller Gespanntheit, ebenso gut könnte jeden Augenblick eine Armee Napoleons über den Hügel kommen. Stattdessen gleitet ein schwarzes Cabrio über die Kuppe. Das Brautfahrzeug mit Blumenschmuck auf der Motorhaube. „Primiz 2012“ steht auf dem vorderen Nummernschild, auf dem hinteren tatsächlich „Grod g’weiht“. Der Bräutigam steigt freudestrahlend aus. Applaus brandet auf. Die Dorfjugend witzelt bei Begutachtung des Gefährts: „Wo soll bei dem die Anhänger- kupplung sein? Der ist ja zu gar nichts zu gebrauchen."
   Im straßenseitigen Stadel ist eine kleine Kapelle, in der der Primiziant mit seinen frisch gesalbten Händen den Primizsegen spendet. Es ist sehr warm hier drin, und wenn die Tafel links der Türe nicht wäre, würde nichts an das Unglück erinnern, das sich hier vor vier Jahren zutrug. In der Stille einer Spätsommernacht rasten von Schöftenhub her drei fünfzehnjährige Burschen auf dem Moped in ein querendes Reh. Die Rehe kommen nachts gern bis ans Haus, sagt der örtliche Pfarrer, sie holen sich Kirschen und Beeren.
   So groß war die Wucht des Sturzes, dass zwei der Jugendlichen mitsamt der Maschine durch die geschlossene Kapellentür geschleudert wurden und zu Füßen des Altars ihren Verletzungen erlagen. Den dritten fand Hermann Schächner,  als er kurz nach dem Unfall nach Hause kam, noch lebend vor der Tür der Kapelle. Er leistete Erste Hilfe, rief den Notarzt und wurde so zum Lebensretter. Der Gerettete ist bei der Primiz auch dabei. Damals hatte Schächner gesagt, ohne Glauben könne man so ein Unglück nicht bewältigen. Gerade weil solche Unfälle immer wieder geschähen. Wirklich verändert habe ihn die Tragödie nicht, „vor allem für die Eltern ist es immer noch schlimm. In einer solchen Situation gibt dir nur der Glaube Hoffnung."

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Foto links: Zwölf Dutzend Priester und Ministranten begleiten die Neupriester am Tag der Weihe:
Der Auszug aus der Sakristei im Passauer Dom beginnt mit dem Kreuzzeichen
Foto rechts: Nach achtundneunzig Jahren der erste Pfarrer aus der Gemeinde, da war es Zeit für eine Jahrhundertfeier: Dreitausend hochgestimmte Besucher erleben die Primizfeier.

   Hermann Schächner ist der erste Pfarrer den die Gemeinde nach achtundneunzigjähriger Durststrecke hervor- bringt. Dementsprechend hochgestimmt ist der Bischöflich Geistliche Rat Ludwig Samereier. Er zitiert aus der Lauretanischen Litanei, in der die Gottesmutter Maria angerufen wird - zu der man sich hier in der Nähe der Schwarzen Madonna von Altötting nach wie vor mit Begeisterung bekennt. „Du Ursache unserer Freude" wird sie im Gebet genannt, und das gelte heute auch für ihren Verehrer Hermann. Samereier schwitzt in seiner schwarzen Soutane, er strahlt über das ganze Gesicht. Heute gilt der alte Spruch: Priesterleben ist Opferleben. Und das beginnt mit dem Schwitzen bei der Primiz.
   Die Mutter des Primizianten ist vor Freude so überwältigt, dass sie kaum einen Satz herausbringt. Überhaupt ist Begeisterung der vorherrschende Zustand dieses Wochenendes, auf das die Dörfler seit dem Frühjahr hingear- beitet haben. So ist die Primiz nebenbei zu einem Konjunkturprogramm geworden, mit dem man das Dorf auf Vordermann gebracht hat. Und sie ist ein Treffen weitgestreuter Familien und Freundeskreise, die sich - mit Aus- nahme der Jugend - nicht auf Facebook, sondern nur bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen oder eben bei einer Primiz treffen. Viele Hände werden geschüttelt, der „schöne Gruß daheim" hat noch Nachrichtenwert. Auch das alte Dankeswort „Vergelt's Gott" wird oft und mit Selbstverständlichkeit ausgesprochen.
   Was ist aus dem Zusammenhalt auf dem Land geworden? Als Mitglied des Festkomitees hat der Neupriester erlebt, dass bei vielen Freiwilligen erst in der Vorbereitung ein Gefühl dafür entstanden sei, man könne zusammen mehr erreichen. Denn die vielbeschworene Volksfrömmigkeit hat auch im Holzland Konkurrenz von weltlichen Freizeitangeboten bekommen. Der Geburtsort von Papst Benedikt XVI., Marktl am Inn, liegt um die Ecke. Das bringt zwar Touristen, aber nicht zwingend eine Belebung des christlichen Lebens. Pfarrer Samereier sagt diplomatisch, mit der Rekatholisierung sei es jedenfalls nicht rasend vorwärtsgegangen. Man habe sich womöglich zu viel Hoffnung gemacht, was die Strahlkraft des Papstes angeht.

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Im Frühtau nach Arbing: Die Prozession zur Feier der ersten Messe

   Am Sonntagmorgen beginnt mit einem Festzug der Auftakt zu eigentlichen Primiz, der prima missa, der ersten Messfeier des neuen Priesters. Die örtliche Presse wird sie zu Recht als „Jahrhundertfeier" beschreiben. Ein temporärer Altar, bekränzt von vierundzwanzig weißen und sechsundzwanzig gelben Glühbirnen mit einem auf- wendig bemalten Altartisch nebst Ambo, steht in der Ortsmitte zwischen Wirtshaus und Kirche. Der Pfarrhof ist renoviert, das Gotteshaus gestrichen, ein Festzelt für 1.100 Gäste aufgebaut, Bierbänke für 1.500 Gottesdienst- besucher stehen bereit, Parkplätze sind ausgewiesen, Fensterbänke geschmückt, Buchsbaumgebinde, Fahnen und Bänder allüberall. Der Chorgesang ist einstudiert, Rosenkränze wurden geknüpft, eine Festschrift gedruckt, Sketche eingeübt.
   Der Zug vom Schächnerhof in den Vierhundert-Seelen-Ort Arbing hat mehrere Hundert Teilnehmer. Vierzig Ver- eine sind dabei, Schützen, Marianische Männerkongregation, Landfrauenbund, Rotes Kreuz, Feuerwehr, Burschen- schafter aus Rom. Der Primiziant fährt mit Eltern und einem Mädchen, das die Rolle der Primizbraut übernommen hat, in einer Kutsche. An diesem Tag soll alles stimmen, weswegen der Kapellmeister der Arbinger Blasmusik seinen Trommler anraunzt, gefälligst die Sonnenbrille abzunehmen, weil er der Einzige sei. Aber der verweigert den Befehl.
   Sechs Dutzend Geistliche und Ministranten feiern den Gottesdienst. In der Predigt wird an Jean-Marie Baptiste Vianney, den Pfarrer von Ars, und an sein berühmtestes Diktum erinnert. Den Satz, den er einem Hirtenjungen im Wald sagte: „Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt, ich werde dir den Weg in den Himmel zeigen."

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Geschenk der Gemeinde: Hermann Schächner freut sich über die Stola

   Der Prediger verweist auf das Privileg der Freundschaft Gottes, dem man „Du" sagen dürfe. Das muss freilich auf dem Land nicht betont werden. Eine Attraktion ist der Taubenauflass: Zwei Dutzend weiße Tauben werden freigelassen, sie steigen auf, drehen ruckelnd mehrere Orientierungsrunden über dem Ort - weiß-grau gewendetes Licht, eine Schleife zum Kirchturm von St. Georg. Wind kommt auf, Schleierwolken schieben sich über die Szene. „Ein solches Gefühl gibt ein Computer nicht", sagt der Primiziant hinterher.
   Die 2.300 Miniatur-Rosenkränze, die den Gästen ans Revers geheftet werden, reichen bei weitem nicht aus, auch die Sitzplätze nicht. Dreitausend Besucher sind gekommen. Das ist nicht die einzige Rekordzahl: Zweitausend Schnapsfläschchen mit Porträt des Primizianten werden im Festzelt verkauft, die Freiwillige Feuerwehr verteilt zweieinhalbtausend Flaschen Mineralwasser. Das hilft, das Rote Kreuz bleibt arbeitslos. So eine Primiz, da sind sich alle einig, hat man selten erlebt.
   Hat man am Ende nicht zu viel des Guten getan, überinszeniert? Passt das zum „Opferleben"? Keinesfalls, sagt Hermann Schächner ein paar Tage später. Er habe die Feier als „beeindruckend und emotional" erlebt. Über manches Weltliche wie das Brautauto müsse man hinwegsehen, das sei Teil des Brauchtums. Er habe seinen Cousin bei dessen Hochzeit chauffiert, und nun habe der sich revanchiert. Und die Blumenkrone auf der Motorhaube könne man als Symbol dafür nehmen, dass der Priester die Krone des Himmels erlangen soll. Bald sein halbes Leben hat er sich nun auf seine Aufgabe vorbereitet. Der Glaube sei ihm immer schon wichtig gewesen. Geborgen und gebraucht fühle er sich in der Kirche, im Dienst Gottes. Die Berufung sei nach und nach von außen gekommen.
   Nach der Hauptschule beginnt er als Spätberufener die Ausbildung zum Priesteramtskandidaten. Er holt das Abitur nach, studiert im Seminar St. Mathias nahe Wolfratshausen. Für ein Jahr kehrt er zurück auf den heimatlichen Hof, arbeitet in der Landwirtschaft. 2005 tritt er ins Passauer Priesterseminar ein, 2008 verbringt er ein Jahr in Rom, danach beschließt er das Studium in Regensburg. Es folgt ein Pastoraljahr in einer kleinen Gemeinde im Landkreis Passau.
Besonders in jenem römischen Jahr sei der Wunsch gewachsen, „den kompletten Schritt zum Priester zu tun". Dort habe er gelernt, „dass Christus bei allen Völkern der Erde bekannt ist. Und dass sich die Gewichte der Kirche auf die ganze Welt verteilen." Das sei in Deutschland viel zu wenig im Blick, in dieser „Jammerkirche, in der viele auf Fertigrezepte warten", sagt Schächner. Wie hatte der Bischof in seiner Predigt gesagt: „Als Menschenfischer soll ihr Menschen aus der Finsternis der Welt ins Licht Gottes ziehen?" Und weiter: Das Kapital des Priesters bestehe in der Liebe zu Gott und zur Gottesmutter. So eine Deutung von Kapital wirkt in unserer Kapitalmarktzeit wie eine Herausforderung.
In ihrer Ansprache hatte die Grundschullehrerin Hermann Schächner ins Stammbuch geschrieben, er solle die Kirche vorwärtsbringen: „Lass Frauen in der Kirche was gelten!" Frauen seien nicht nur zum Blumenbinden da/ Schächner findet das gar nicht so lustig: Erstens, weil er Blumenschmuck nicht als Beiwerk geringschätzt, und zweitens, weil er die Liberalisierungserwartungen nicht mag, die sich heute automatisch mit jungen Priestern verbinden - bis hin zum Frauenpriestertum. Das sei für ihn jedenfalls zu viel Auftrag auf einmal. „Für mich ist jetzt ist eine tolle Zeit des Anfangs. Die Menschen erzählen mir Dinge, die sie nur mir anvertrauen." Auch seine erste Krankensalbung hat er vollzogen; ein paar Tage später sei der Mann gestorben. „Gut, dass ich gleich hingefahren bin."
Im Herbst zieht Hermann Schächner in den Bayerischen Wald. Seine erste Stelle als Kaplan wird er in Grafenau antreten. Das hat ihm der Bischof beim Mittagessen in Passau verkündet. Er weiß, dass er Erfahrungen sammeln muss, aber er ahnt auch die Gefahr, dass ihn Vereinskatholizismus und Priestermangel zum Pastoralmanager machen könnten. Die Kernaufgabe, die Seelsorge, wird er sich erkämpfen müssen. Gott sei Dank hat ihn bei seiner Primiz ausnahmsweise keiner gefragt, wie man in dieser Zeit noch Priester werden könne. Üblicherweise beantwortet er das so: „Die Frage hätte sich Jesus genauso gut stellen können."
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Ein Leben für den Glauben
Ferdinand Moskopf im Mariendom Hamburg zum Priester geweiht - genau wie einst sein Vater

Hamburg, St.Georg: Ferdinand Moskopf  Foto rechts ist ein aufgeschlossener, fröhlicher Mann - ein Typ zum Pferdestehlen, der locker auf andere zugeht. Wenn der 27-Jährige an diesem Sonnabend im Mariendom in Hamburg von Erzbischof Stefan Heße Foto links zum katholischen Priester geweiht wird, entscheidet er sich ganz bewusst für ein Leben, das den Glauben in den Mittelpunkt stellt. Priester sein bedeutet auch automatisch, allein bzw. ehelos (zölibatär) zu leben. Dadurch unterscheidet sich sein Weg deutlich von dem seines Vaters Peter. Denn der ist zwar auch katholischer Priester, hat aber Ehefrau und Kinder.
   Die Familiengeschichte der Moskopfs ist sehr ungewöhnlich. Peter Moskopf war ursprünglich Krankenpfleger am UKE gewesen, bevor er sich zum Studium der evangelischen Theologie entschloss. Bis zum Jahr 2000 war er evangelischer Gemeindepastor im Kreis Herzogtum Lauenburg. Dann konvertierten er, seine Frau Gisela und die Kinder Ferdinand, Astrid und Florian gemeinsam zur katholischen Kirche. Peter Moskopf benötigte als nicht zölibatär lebender Familienmensch eine päpstliche Sondergenehmigung (Dispens) für die Priesterweihe. Die nahm dann übrigens der frühere Hamburger Erzbischof Werner Thissen vor.
Warum ein Priester für eine Familie eigentlich eine Zumutung ist
  
Peter Moskopf hatte sich im Laufe der Kirchenarbeit immer stärker der katholischen Kirche genähert, unter anderem durch verschiedene Wallfahrten. Auch die Schriften des katholischen Ökumenikers Otto H. Pesch haben seine Hinwendung zum Katholizismus bewirkt. Ganz so einfach war die Sache dann aber nicht: Moskopf senior musste nach seinem Übertritt noch ein zusätzliches katholisches Theologiestudium absolvieren. Mittlerweile ist der Sechzigjährige Pfarrer in der Lübecker Pfarre St. Joseph-St. Georg.
   Für Ferdinand Moskopf ist der Weg zu einer Familie mit der Priesterweihe unmöglich, aber er empfindet das nicht als etwas Negatives. „Ehelosigkeit ist auch ein Lebensentwurf", sagt er entschlossen, „und enthält genauso viele Chancen wie eine irdische Beziehung." Sein Vater hat einmal gesagt, dass ein Priester für seine Familie eigentlich „eine Zumutung" sei, und den Zölibat hält er für eine „kluge Einrichtung".
Moskopf hätte den eingeschlagenen Weg auch jederzeit abgebrochen
  
Ferdinand Moskopf, der ja erst Priester wird, kann diese Einstellung trotzdem schon jetzt verstehen. „Als Priester, der zusätzlich eine eigene Familie hat, lebt man eigentlich ständig in zwei Welten, genau genommen hat man sogar ständig den einen Fuß in der einen, den anderen in der anderen." Ferdinand Moskopf wurde in Henstedt-Ulzburg geboren, wuchs aber im Lübecker Pfarrhaus auf. Er wurde Messdiener und entschied sich nach dem Studium für das Studium der katholischen Theologie - sozusagen ohne Umweg.
   Natürlich war sein Lebensweg durch das Elternhaus stark geprägt, aber nach seiner Einschätzung auch nicht unbedingt vorgezeichnet. „Ich hatte mir überlegt, dass ich diesen Weg ausprobieren wollte, aber ich wäre auch jederzeit zum Ausstieg bereit gewesen, wenn er mir nicht zugesagt hätte", stellt er klar. „Wenn ich es nicht versucht hätte, wären mir immer Zweifel geblieben, und ich bin nach wie vor glücklich über meine Entscheidung." An der katholischen Kirche gefällt ihm insbesondere das Weltumspannende, wie er sagt. „Man geht irgendwohin und hat sofort eine Heimat." Seine erste Messe als sogenannter Hauptzelebrant, die Primiz, feierte der frisch gebackene Priester am Pfingstsonntag übrigens in der Lübecker Pfarre seine Vaters.
   Ferdinand Moskopf könnte sich vorstellen, in Norddeutschland zu bleiben, er ist aber auch auf einen Ortswechsel vorbereitet.  „Gerade Hamburg ist eine faszinierende Stadt", findet er, „Eine Stadt mit unendlich vielen Möglichkeiten." HA150523MatthaisSchmoockMarzelloHermandez

cdd-MauroPiacenza-xx       Vatikan dankt Müttern von Priestern

   Der Vatikan hat sich bei Müttern von Priestern und Seminaristen bedankt. Wie Radio Vatikan berichtet, würdigte der oberste Zuständige für die Priester der Weltkirche, Kardinal Mauro Piacenza, 68 Foto, in einem Brief an alle betreffenden Mütter deren „einzigartige und besondere Rolle" für das Leben eines Geistlichen. Piacenza sagte dem Radiosender, er habe den Frauen einen besonderen Dank für ihre Förderung der geistlichen Berufungen aussprechen wollen. Sie hätten zusätzlich eine „geistliche Mutterschaft" übernommen. HA130109KNA

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Gott hat einen Plan für jeden - Priester- und Diakonenweihe im Bistum Stockholm

Foto rechts: Bischof Anders Arborelius empfängt vom neugeweihten Priester Pär-Anders Feitenheim den Primiz- segen. Schräg hinter dem Bischof steht Diakon Per-Anders Österberg.
   Am Festtag Maria Geburt, dem 8. September, gab es eine Priesterweihe und eine Diakonweihe im Stockholmer Dom. Pär Anders Feitenheim wurde zum Priester geweiht und Per-Anders Osterberg zum Ständigen Diakon. Hauptzelebrant war Bischof Anders Arborelius Foto links. In seiner Predigt erinnerte Bischof Anders an den Plan Gottes für jeden Menschen. Einige aber bekämen eine spezielle Berufung, Menschen zu helfen und zu verstehen, wie sehr Gott sie liebt und wie groß es ist, nach Gottes Abbild geschaffen zu sein. Danach wandte sich der Bischof besonders an die Weihekandidaten: „Um über Jesus reden zu können, müsst ihr auch mit Jesus reden und auch zusammen mit ihm still sein können.
   Pär-Anders Feitenheim ist in der Gemeinde „Unser Erlöser" in Malmö eingesetzt, wird aber das nächste Jahr in Rom sein, um seine Lizentiatsarbeit über die Kirchenlehre des heiligen Thomas von Aquin zu beenden. Per-Anders Österberg wohnt und wirkt in der Sankt-Petri-Gemeinde in Trollhättan.
  Bei dem von Paul Degen vorbereiteten Essen im Anschluss an den Weihegottesdienst verriet Bischof Anders, dass seine eigene Priesterweihe auch an einem 8. September war - vor 33 Jahren. Worauf einer der Anwesenden ein „Hoch soll er leben, 100 Jahr" anstimmte. Die Atmosphäre war ausgelassen, und auch für die Neugeweihten wurden Lieder angestimmt. Das Bistum und die Gemeinden brauchen die Dienste der Priester und Diakone und sind dankbar für deren Berufung.

AnsgarInfo1/13MagaretaMurrayNyman aus dem Schwedischen übersetzt von Sandra Flaspöhler

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Sich von der Gnade erreichen lassen

   Papst Franziskus ermuntert junge Männer und Frauen, die eine geistliche Berufung spüren, sich mutig darauf einzulassen. Jede Berufung verlange „stets ein Herausgehen aus sich selbst, um das eigene Dasein auf Christus und sein Evangelium auszurichten“. Das schreibt er in einer Botschaft zum Weltgebetstag für geistliche Berufe, der auf weltkirchlicher Ebene am 11. Mai begangen wird. Wörtlich schreibt Franziskus: „Sowohl im Eheleben als auch bei den Formen der Ordensgelübde und im priesterlichen Leben muss man Denk- und Handlungsweisen, die mit dem Willen Gottes nicht übereinstimmen, überwinden. Es ist ein Auszug, der uns auf einen Weg der Anbetung des Herrn und des Dienens an ihm in den Brüdern und Schwestern führt“. Es gehe darum, sich „erreichen zu lassen vom Impuls der Gnade“. „Wir dürfen keine Angst haben: Gott sorgt mit Leidenschaft und Sorgfalt für das Werk, das aus seinen Händen hervorgegangen ist, in jedem Abschnitt des Lebens. Er verlässt uns nie! Die Umsetzung seines Planes mit uns liegt ihm am Herzen, und dennoch will er ihn mit unserer Zustimmung und mit unserer Zusammenarbeit durchführen.“ RV140116sk

Im KZ Dachau zum Priester geweiht St-B-KarlLeisner-xx Karl Leisner

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Foto links: Sonderbriefmarke der Deutschen Post 2015  Foto rechts: Bischof Clemens August Graf von Galen

Der selige Karl Leisner
   "Ich glaube sicher, Sie haben dem Himmel einen Heiligen geschenkt!" Dies schrieb 1945 Bischof Clemens August Kardinal von Galen an Wilhelm Leisner zum Tod seines Sohnes Karl. Was der "Löwe von Münster" in seinem Beileidsschreiben formulierte, wurde 51 Jahre später Wirklichkeit: Am 23. Juni 1996 sprach Papst Johannes Paul II.

Olympia-Stadion Berlin  St-B-KarlL-Berlin1996-JPII-Z3 Johannes Paul II.

den jungen Mann von Niederrhein im Berliner Olympia-Stadion selig Foto oben. Leisners Name steht für das historisch einmalige Ereignis einer Priesterweihe in einem deutschen Konzentrationslager (KZ) und gleichzeitig für die nicht kleine Zahl furchtloser Christen, die in den Jahren von 1933 bis ‘45 mutig und nicht selten auch widerspenstig durch ihren Glauben der "Braunen Diktatur" trotzten.
In Kleve aufgewachsen
   Dass Karl Leisner in Gegensatz zur Obrigkeit geraten könnte, war ihm keineswegs in die Wiege gelegt; sein Vater war Gerichtssekretär und damit im staatlichen Dienst. Am 28. Februar 1915 wurde er im niederrheinischen Rees geboren. Sechs Jahre später folgte die Versetzung des Vaters nach Kleve.
    Die Stadt und ihre Umgebung wurden so für den Jungen zur Heimat. Dort wuchs er in der durch und durch katholischen Familie auf, die er liebte: "In dieser Familie bin ich geborgen, daheim. Das gibt mir, muss mir geben ein ruhiges Gefühl der Sicherheit", wie er einmal schrieb.
Gebet und Messbesuch
   Schon bald engagierte sich der Junge in der katholischen Jugendarbeit. Sie faszinierte ihn, und dort wurde er 1927 selber Leiter einer Gruppe. Die Mitglieder mochten ihn, er hatte die Gabe, andere zu begeistern. Unermüdlich rackerte er für "seine Jungs".
    Gebet und Messbesuch gehörten als Selbstverständlichkeit zum Programm von Fahrten. Religiöse Gespräche und Themen waren Bestandteile von Gruppenstunden.

"Christus meine Leidenschaft"

   Aufmerksam verfolgte der Jugendliche die politischen Veränderungen in Berlin und sah im Sturz des Zentrumpolitikers Brüning einen "schwarzen Tag" für Deutschland. 1934 wurde Leisner Bezirksjungscharführer für die Dekanate Kleve und Goch; im gleichen Jahr machte er sein Abitur. Er entschloss sich, Priester zu werden. Am 1. Mai ‘34 trug er in sein Tagebuch ein Wort ein, das seine Einstellung kennzeichnet: "Christus - Du bist meine Leidenschaft."
    Bischof Clemens August, der von den Qualitäten des Jugendführers erfahren hatte, ernannte den 19-jährigen zum "Diözesanjungscharführer". Zur Jungschar gehörten im Bistum mehr als 30.000 Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren.
Begeisterungsstürme
   Viele der Gruppen besuchte der Theologiestudent und löste zum Teil Begeisterungsstürme aus: Im westmünsterländischen Vreden trugen die Jungen ihn enthusiastisch auf den Schultern über den Kirchplatz, während an einer anderen Ecke drohend Mitglieder der Hitlerjugend standen.
    Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) wurde auf den Jugendführer aufmerksam und legte eine eigene Akte an. Nach seiner Zeit im Reichsarbeitsdienst 1937 konfiszierte die Gestapo die Tagebücher Leisners.
Lungentuberkulose
 Im März ‘39 wurde Leisner zum Diakon geweiht. Seine Mutter merkte kurz danach dem 24-jährigen gesundheitliche Probleme an und drängte ihn, zum Arzt zu gehen. Dessen Diagnose traf ihn hart: Lungentuberkulose.
    Ein sofortiger Sanatoriumsaufenhalt im Schwarzwald wurde erforderlich. Dort machte die Heilung schnell Fortschritte. Leisner sehnte sich danach, Priester zu werden: "Und so hoffe ich mit Zuversicht, die heilige Weihe an Weihnachten zu empfangen."
Staatsfeindliche Äußerungen
   Doch es kam anders: "Leisner wurde in St. Blasien wegen staatsfeindlicher Äußerungen festgenommen und in das Gerichtsgefängnis in Freiburg/i. Br. eingeliefert", heißt es in einem Schreiben der Gestapo. Eine unvorsichtige Äußerung zum Attentat auf Hitler am 8. November ‘39 wurde von einem Denunzianten der Polizei zugetragen, die daraufhin nur noch die Akte "Leisner" ziehen musste und somit einen willkommenen Anlass hatte, ihn in "Schutzhaft" zu nehmen.

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    Nach der Haftzeit in Freiburg kam Leisner über das Gefängnis in Mannheim und das KZ Sachsenhausen bei Berlin in das "Muster-KZ" Dachau, Foto oben wo während der Hitler-Diktatur knapp 30.000 Menschen den Tod fanden. Von den übrigen Insassen noch einmal abgetrennt, lebten dort mehr als 2.800 Priester aus 23 Nationen - 1.072 Geistliche starben, 1036 von ihnen waren römisch-katholisch.
Hölle von Dachau
   In der "Hölle von Dachau" brach die Krankheit wieder auf. Karl Leisner war ein Todeskandidat, der nur durch die mutige Tat eines Mithäftlings im Oktober ‘42 von einer Liste für die Vergasung gestrichen wird. Andere bewunderten ihn, dass Bischof von Galen schreiben konnte: "So sagen alle, die mit ihm in Dachau waren, dass seine fromme und frohe Tapferkeit dort in all dem Leid ihnen Erbauung und Trost und Vorbild gewesen ist." Die übrigen Priesterhäftlinge wussten vom größten Wunsch des jungen Diakons, Priester werden zu können.
    1944 wurden mit Heranrücken der Front Lager im Westen aufgelöst. Mit einem Häftlingstransport kam im September auch der französische Bischof Gabriel Piguet von Clermont-Ferrand nach Dachau. Die Geistlichen schmiedeten den Plan, den 29-jährigen von dem Bischof weihen zu lassen.

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Foto links:  Bischof Gabriel Piguet                                     Foto rechts: Sonderbunker im KZ Dachau

Priesterweihe unter größter Geheimhaltung
   In größter Geheimhaltung schmuggelten sie Schreiben an Bischof Galen und den Münchener Kardinal Faulhaber um Erlaubnis der Weihe heraus. Gewänder und Bischofsinsignien wurden erstellt. Alles geschah unter Lebensgefahr und wäre beinahe noch aufgeflogen. In einem Brief entdeckte die Zensurstelle das Wort "Primiz"; der katholische Lagerdekan, den die SS danach befragte, wiegelte ab: "Das ist so eine Andacht."
   Am 17. Dezember 1944 dann wurde Leisners Traum Wirklichkeit. Der Bischof weihte ihn in der Kapelle des Lagers zum Priester. Tage später, am zweiten Weihnachtstag, konnte er seine erste und einzige heilige Messe, eben seine Primiz, feiern.
Befreiung durch die Amerikaner
   Seine Kräfte ließen mehr nicht zu. Der Todgeweihte erlebte im Mai ‘45 die Befreiung des Lagers durch die Amerikaner. "Endlich frei von der verdammten Nazityrannei" schrieb er in sein Tagebuch.
   Im Sanatorium Planegg bei München konnte sein Ende nicht mehr aufgehalten, nur etwas verschoben werden. Noch einmal sah er seine Mutter und seine Schwestern. Am 12. August ‘45 starb er als Blutzeuge für seine Einstellung und seinen Glauben.
Grab im Xantener St.-Viktor-Dom
   "Wie gütig hat Gott ihn geführt, so dass er trotz seines schweren Leidens die lange Haft ausgehalten hat, um schließlich doch noch das ersehnte Ziel des Priestertums zu erreichen", so Galen in seinem Kondolenzschreiben. Leisners letzte Tagebucheintragung: "Segne, Höchster, auch meine Feinde." Er fand in der Märtyrerkrypta des Xantener St.Viktor-Doms sein Grab.
      Karl Leisner schrieb in sein Tagebuch, was auch heute Christen als Aufgabe gegeben ist: "Das ist meines Lebens letzter Sinn: Christus zu leben in dieser Zeit."

Karl Leisner: in der Lagerkapelle im KZ Dachau zum Priester geweiht

   Ein Privileg der Geistlichen. Hier versuchten sie ein geistliches Leben zu führen. Diese Aufnahme entstand während der Generalprobe zur Priesterweihe Karl Leisners. Ein Unternehmen, das alle Beteiligten das Leben gekostet hätte, wäre es an die SS verraten worden. 
Mitten in der Welt des Terrors
   Foto unten:
SS-Chef Heinrich Himmler bei einem Besuch im KZ Dachau, wo ab 1940 - im so genannten "Priesterblock" – Priester interniert wurden.                 Quelle: Bundesarchiv

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Dachau
   Das Musterlager der SS und Ausbildungslager für die Mörder von Auschwitz und Treblinka war Dachau. Seit 1940 das Hauptlager für inhaftierte Priester. Gequält von dem Terrorsystem der SS und durch Krankheiten wie Ruhr und Tuberkulose geschwächt, vegetieren sie dahin, den Tod vor Augen. Unter ihnen Karl Leisner, der Häftling Nummer 22356. Schwer an Tuberkulose erkrankt, hat er nur noch einen Wunsch: Er möchte zum Priester geweiht werden. Es grenzt an ein Wunder. In der Welt des Hasses und Terrors wird Karl Leisner, den eigenen Tod vor Augen, am dritten Adventssonntag 1944 (17. Dezember1944) zum Priester geweiht.
   Priesterblock 26. Eine "Kirche im Kleinen", wie der Leisner-Freund Otto Pies die Situation im KZ beschreibt: In diesem Block hatte Himmler mehr als 2.800 Priester zusammentreiben lassen. Hier hausten beispielsweise 450 deutsche und österreichische Priester, mehr als 1.500 polnische Priester, etwa 150 Priester aus anderen europäischen Ländern und rund 60 evangelische Geistliche. Alle hierarchischen Stufen der Kirche waren hier anzutreffen: vom jungen Theologiestudenten bis zum Bischof. Der älteste Priester war ein 82-jähriger Mann.
Das Unmögliche wird möglich
   In der Mitte der Geistlichen lebte der 29-jährige Karl Leisner. Mit ihnen versucht der junge Diakon des Bistums Münster, gegen alle Hindernisse der SS-Schergen ein geistliches Leben zu führen: Breviergebet, Beichte, Exerzitien und Empfang der Heiligen Kommunion. Und das, obwohl sich sein sehnlichster Wunsch, die Weihe zum Priester, aller Voraussicht nach nicht erfüllen wird. Am 9. November 1939 war Leisner verhaftet und über Mauthausen nach Dachau verlegt worden. Grund der Verhaftung: Leisner hatte bedauert, dass Hitler das Attentat im Münchener Bürgerbräukeller überlebt hatte. Diese Äußerung hatte ein Denunziant an die NSDAP weitergeleitet.
   In Dachau scheint im Herbst 1944 das Unmögliche möglich zu werden: Unerwartet wird der französische Bischof vom Clermont-Ferrand, Gabriel Piguet, ins Lager eingeliefert. Bald schon wird wegen Leisners sich rapide verschlechternden Gesundheitszustandes die Frage erörtert, ob eine Priesterweihe im Lager möglich wäre. Ein zunächst schier unmöglicher Gedanke.
   Doch nach und nach beginnt man in tiefster Verschwiegenheit die Weihe vorzubereiten: Eine Schlüsselfunktion bekommt die Schwesternschülerin Imma Mack, genannt "Mädi". Sie organisiert die notwendigen Maßnahmen außerhalb des Klosters: Die Zustimmung des Ortsbischofs, Michael Kardinal Faulhaber, muss eingeholt werden, Öle, liturgische Bücher und Paramente müssen besorgt und ein Koffer mit Kelch und Gewand für Leisner müssen ins Lager geschleust werden.

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Ein göttlicher Funke in der Welt von Hass und Terror
   Aus Beutestoffen werden die Gewänder geschneidert, und ein russischer Kriegsgefangener schmiedet einen Bischofsring. Ein Benediktinerpater schnitzt einen Bischofsstab mit den Worten "Victor in vinculis – Sieger in Fesseln". Foto oben.
   Und endlich kommt auch die Erlaubnis des Bischofs von Münster. Gern gibt Clemens August von Galen die Zusage, da er die Entwicklung Leisners mit großer Zuneigung beobachtet.
   Zwei Tage vor der Weihe wird Leisner aus der Krankenstation entlassen. Eine Generalprobe wird gehalten, denn die Feier soll würdig verlaufen. Der Weihegottesdienst kann beginnen. Wie sonst auch bei Pontifikalgottesdiensten wird der Bischof aus der Wohnstube abgeholt und unter den Klängen des priesterlichen Gesangs Ecce sacerdos magnus zieht Bischof Piguet in die arme Lagerkapelle, gefolgt von dem bleichen Karl Leisner wie vielen anderen.

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   Es ist ein gespenstisches Bild: Zunächst sitzt der Weihekandidat bleich, aber aufrecht und gesammelt, auf einem Holzschemel vor dem einfachen Holzalter mit dem aus Holz geschnitzten Kruzifix. Dann liegt der Diakon lang ausgestreckt in seiner weißen Albe vor dem Altar. Später erhebt sich Leisner und kniet vor dem Bischof nieder. Der Nachfolger der Apostel legt Leisner die Hände auf. Der große Augenblick ist da: Es ist still. Der Heilige Geist senkt sich herab. "Er wandelt diesen kranken und gefangenen Menschen zu einem Werkzeug der Allmacht Gottes", sagt Otto Pies später.
Primizmesse war seine letzte Messe
   Die Bedeutung dieses Ereignisses ist heute nur auf der Basis starken christlichen Glaubens nachzuvollziehen. Mitten in der Welt des KZ, einer Welt, die von vielen als Welt ohne Gott beschrieben wurde, geschieht ein unfassbares Ereignis. Der von der Nazi-Gesellschaft ausgestoßene Leisner erhält im KZ die Vollmacht Gottes, Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi zu wandeln. In Dachau, wo Frauen und Männer aus vielen Nationen leben, Nationen, die sich "draußen" als Todfeinde im Krieg befinden, finden sich Geistliche zu einer festlichen Feier zusammen. Auch evangelische Geistliche nehmen intensiv an dieser Zeremonie teil. In einer Welt von Tod und Hass scheint ein göttlicher Funke aufzuglühen. Der verstorbene Pfarrer Sonnenschein Foto unten, der als Zeremonienmeister in der Weihe fungierte, sagt später, dass er in dieser Feier den tiefsten Sinn seiner Priesterweihe erkannt habe.
   Karl Leisner selbst hält am Stephanustag 1944 seine Primizmesse. Es bleibt seine letzte Messe. Seine schwere Lungenkrankheit und die KZ-Haft kosten ihn das Leben. Er stirbt am 12. August 1945 in Planegg bei München, nach der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner. In Berlin hat Papst Johannes Paul II. Karl Leisner zusammen mit Bernhard Lichtenberg am 23. Juni 1996 selig gesprochen.                                   JürgenKappel"Kirche+Leben" und IKLK
 

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USA

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Zahl der Priesterweihen in den USA gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent gestiegen
Foto: Priesterweihe in der Co-Kathedrale von St. Joseph in Brooklyn (New York) im Juni 2014

   In diesem Jahr werden fast 600 US-Amerikaner die Priesterweihe erhalten. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent. Nach einer Information der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten von Amerika stehen 595 Diakone bereit zum Empfang der Priesterweihe. 2014 wurden in den USA nach Auskunft der CARA der Georgetown University 477 Priester geweiht. Das Durchschnittsalter der Weihekandidaten ist 34 Jahre. 25 Prozent dieser Diakone sind außerhalb der USA geboren, vorrangig in Nigeria, Polen, Vietnam, Kolumbien, Mexiko und auf den Philippinen. Während die große Mehrheit der Kandidaten von Geburt an katholische getauft waren, empfingen 41 der zukünftigen Priester als Erwachsene die Taufe. Bei 84 Prozent der Diakone sind beide Eltern katholisch; 37 Prozent wurden von Welt oder Ordenspriestern begleitet. 70 Prozent der Weihekandidaten beteten schon vor dem Eintritt ins Priesterseminar den Rosenkranz und pflegten die eucharistische Anbetung. CH150409

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Wie alljährlich wurde auch im März 2015 eine Gruppe von Priestern ausgesandt zur Mission

Die katholische Kirche wächst weltweit täglich um 41.900 Mitglieder

Die katholische Kirche wächst in jedem Jahr um 15.000.000 Mitglieder - Ende 2015 werden es 1,3 Milliarden sein 

    Zum 31. Dezember 2012 lebten auf der ganzen Welt insgesamt 7.023.377.000 Menschen, d.h. 90.067.000 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg betrifft alle Kontinente einschließlich Europa. Nach Kontinenten gegliedert entsteht folgendes Bild: Asien +51.473.000, Afrika +26.664.000; Amerika  + 8.639.000¸   Europa  +  2.977.000  und Ozeanien + 314.000.
   Zum selben Datum (31. Dezember 2012) betrug die Anzahl der Katholiken insgesamt 1.228.621.000, das bedeutet einen Anstieg um 15.030.000 im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl stieg auf allen Kontinenten. Nach Kontinenten gegliedert  entsteht  folgendes  Bild:  Amerika + 6.509.000; Afrika +4.920.000; Asien +2.403.000; Europa +1.122.000; Ozeanien +76.000.
   Der Anteil der Katholiken stieg weltweit (wie im Vorjahr) um 0,01 % an und beträgt damit insgesamt 17,49 %. Nach Kontinenten gegliedert entsteht folgendes Bild: Amerika +0,12; Asien + 0,01; während es in und Europa -0,01 und Ozeanien +0,02 einen Rückgang gab, gleichbleibend ist der Anteil in Afrika.
   Insgesamt gibt es 1.847 Missionsstationen mit einem eigenen Priester (65 weniger als im Vorjahr). Die Zahl stieg in Amerika (+31), Asien (+51) und Ozeanien (+11) während es in Afrika (-23) und Europa (-5) einen Rückgang gab. Die Zahl der Missionsstationen ohne eigenen Priester ging dieses Jahr um 659 zurück und liegt damit heute weltweit bei 130.795. Die Zahl stieg in Afrika (-1.152) und Asien (+443) während es in Amerika (-2.038), Europa (-4) und Ozeanien (-201) einen Rückgang gab.
         Die Zahl der Priester stieg weltweit um 895 und liegt damit bei 414.313. Einen Rückgang verzeichnet erneut Europa (- 1.375) und in geringerem Ausmaß in Amerika (-90) und Ozeanien (-80) während es in Afrika (+1.076) und Asien (+1.364) Anstiege gab.
   Die Zahl der Ordensschwestern ging auch dieses Jahr wieder weltweit zurück (–10.677) und beträgt damit insgesamt 702.529. Nach Kontinenten gegliedert entsteht folgendes Bild: einen Anstieg gab es auch dieses Jahr in Afrika (+727) und Asien (+2.167), einen Rückgang in Amerika (–4.288), Europa (-9.051) und Ozeanien (–232). Die Zahl der Laienmissionare beträgt weltweit 362.488 und ging damit um insgesamt 19.234 zurück,  wobei Anstiege in Asien (+9.294) und Europa (+71) Afrika verzeichnet wurden während es in Afrika (-578), Amerika (-18.764) und Ozeanien (-257) einen Rückgang gab. Die Zahl der Katechisten stieg weltweit um 45.408 an und beträgt damit insgesamt 3.170.643. Einen einzigen bemerkenswerten Anstieg gab es dabei in Asien (+61.913). Einen Rückgang in Afrika (-7.254), Amerika (-4.090), Europa (-4.341) und Ozeanien (-820).
    In aller Welt befinden sich zahlreiche Schulen und Bildungseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, im Einzelnen entsteht folgendes Bild: 71.188 Vorschulen mit 6.728.670 Schülern; 95.246 Grundschulen mit 32.299.669 Schülern; 43.783 Sekundarstufen mit 18.869.237 Schülern; insgesamt 2.381.337 Schüler besuchen weiterführende Schulen der katholischen Kirche und 3.103.072 Studenten studieren an kirchlichen Universitäten. Insgesamt gibt es weltweit 115.119 Pflegeeinrichtungen und Wohlfahrtsinstitute in kirchlicher Trägerschaft.
   Insgesamt sind zum 8. Oktober 2014 weltweit 1.109 Kirchsprengel der Kongregation für die Evangelisierung der Völker unterstellt. Dies ist einer mehr als im Vorjahr (in Afrika). Die meisten befinden sich in Afrika (507) und in Asien (476) gefolgt von Amerika (80) und Ozeanien (46).  SL Fides 141025  mehr Statistiken auf der Seite > weiltweite Kirche   

Großbritannien

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Bischof Mark Davies von Shrewsbury: Predigt in der Chrisammesse 2015 in Chester, St. Columba

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     Im Februar 2015 hatte Bischof Mark Davies Paare, die ihr christliches Ehejubiläum feierten, in die St. Columba- Kirche in Chester eingeladen. Es waren viele gekommen; zusammen 2.495 Ehejahre kamen zusammen. Als der Bischof nach der Messe ein Jubelpaar fragte, wie viele Jahre sie schon verheiratet wären, antworteten diese oft mit einem Satz, den er von Erwachsenen als Kind hörte, heute jedoch eher selten: “aber durch die Gnade Gottes”, sagten sie; denn es war ihnen bewusst, dass ihre lange christliche Ehe nicht ihre Leistung war. Gottes Gnade verdankten sie diese gemeinsame Zeit. Das ist ganz gewiss mehr als seine fromme Meinung, es ist eine klare, nüchterne Feststellung der Wirklichkeit einer jeden christlichen Berufung. Aber “durch die Gnade Gottes” konnte in diesem “Jahr der Berufungen” keine sakramentale Ehe geschlossen werden. In den Überlegungen über die Berufung zur Ehe und Familie kann man leicht über diese Berufung in rein soziologischen oder psychologischen Begriffen reden und dabei Gottes Gnade  übersehen, durch die erst eine christliche Ehe und überhaupt jede Berufung ermöglicht wird. Gnade – nach den Worten des Weltkatechismus CCC 1996:  “Die Gnade ist die ungeschuldete Gabe, die Gott uns schenkt, um uns an seinem dreifaltigen Leben teilhaben zu lassen und uns fähig zu machen, aus Liebe zu ihm zu handeln.” Das ist die frohe Botschaft für die Armen, für die Heilung der menschlichen Herzen, welche nach der Prophezeiung des Jesaja uns erlaubt zu sehen, dass jede Berufung ein Ruf der Gnade ist:  “Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe / und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde / und den Gefesselten die Befreiung.” Jes 61,1.
 Die Kirchenväter erklärten, dass Christus den Heiligen Geist nicht für sich selbst erhielt, sondern für jeden von uns! Cyrill von Alexandrien: Kommentar zum Johannesevangelium Bk.5. Die Kirchenväter beschreiben wie die Salbung Mit dem Heiligen Geist – heute Abend hier dargestellt durch die Weihe der heiligen Öle –, die von Christus, dem Haupt, über den ganzen Leib der Kirche herabfließt mit seiner Überfülle an Gaben und Gnaden, vor allem in den Sakramenten. Doch in dem Ereignis in der Synagoge von Nazaret, von dem der Evangelist Lukas berichtet, lehnt Gottes eigenes Volk die Erhabenheit ihrer Berufung ab. Sie konnten nicht verstehen, dass die Erlösung Gottes sich unter ihnen in der alltäglichen Wirklichkeit des Familien- und Arbeitsleben zeigt. Sie sagten: “Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.” Mk 6,3f. In Nazaret wurde das Angebot der göttlichen Berufung abgelehnt.
   Und dieses Drama wiederholt sich, wenn immer wir die Berufung zu Ehe und Familie nicht als Berufung zur Heiligkeit erkennen, die Berufung zum Priestertum und zum gottgeweihten Leben nicht wahrnehmen als Geschenk von Jesus Christus an seine Kirche, die Erhabenheit der Berufung von Laien, von einem Christen in der Welt, der die säkulare Ordnung verwandelt, entweltlicht und sich nicht ihr gleichförmig macht.
   Bei meinen ersten Gemeinde-Besuchen stand ich am Ende der Messe am Kirchenportal und hörte, wie eine ältere Dame – als sie an mir vorbeiging – zu ihrer Tochter sagte: “Ich kann’s nicht glauben, er ist so normal.” Worte die man unterschiedlich verstehen kann. Aber, die Gnade Gottes und sein Ruf werden in unserem normalen Leben ersichtlich und besonders, wenn wir fähig sind, zu leben und durchzuhalten in einer Weise, die wir selbst nie für möglich gehalten hätten. Ähnlich einem begeisternden Anblick eines Flugzeugs, das mühelos in den Himmel steigt, wenn man es vom Boden aus beobachtet. Was uns unmöglich zu sein scheint, ereignet sich vor unseren Augen: die Kraft des Aufstiegs übertrifft die Schwerkraft und bringt den Flieger in die Lüfte.  Heute Abend in diesem “Jahr der Berufung” möchte ich mir vorstellen, dass Ähnliches wahr wird für jeden Christen, gerufen durch die verborgene Macht der Gnade.
    Die uns umgebende vorherrschende Kultur zweifelt an lebenslangen Beziehungen und oft empfindet sie Eheversprechen als schrecklich und auch unsicher; unsere heutige Welt sieht die Keuschheit, die reine Liebe in der Ehe, als völlig weltfremd und nahezu unmöglich, ja unerreichbar an; und den zölibatär lebenden Priester und Frauen und Männer des geweihten Lebens wie ein verwegenes Abenteuer angesichts der menschlichen Schwäche. Doch ein Teil in dieser Rechnung wird nie erwähnt: Die Gnade Gottes, die allein unsere Berufung möglich macht. Auf dem Weltjugendtag in Madrid sprach Benedikt XVI. Zu unseren Jugendlichen aus Shrewsbury und einer Million junger Menschen aus aller Welt. Der Papst ermahnte sie, sich nicht von einer Kultur der Furcht lähmen zu lassen: “Habt keine Angst vor der Welt, noch vor der Zukunft, noch vor Eurer Schwäche… Ich bitte euch inständig, Gott zu bitten, euch zu helfen, damit ihr eure Berufung erkennt…” Vigil Madrid 20. August 2011. Der heilige Andreas von Kreta, der in seinem Leben nie den Start eines Großraumflugzeugs gesehen hat, drückt seine Vision von der Gnade in mitreißenden Worten zu Beginn der Karwoche aus: “..wegen seiner Liebe zu den Menschen wird er nicht aufhören, bis er die menschliche Natur vom Boden erhebt, von einer Stufe des Herrlichkeit bis zur nächsten, und das bezeugt Jesus durch seine Himmelfahrt”  Or. 9. Ohne die Gnade Gottes würden wir ständig auf der Rollbahn bleiben und niemals zu einem höheren Ziel aufsteigen!
 Bischof Davies sagt in der Chrisammesse in der St. Columba-Kirche in Chester: „Ich erinnere mich, dass der Bischof, der mich im Alter von 24 Jahren zum Priester weihte, mir nur diese einzige Frage stellte: „Glaubst du fest an die göttliche Gnade? Ich habe oft darüber nachgedacht und erkannt: dies ist die einzige Frage zur Berufung, die wirklich von Bedeutung ist. “Wenn der Ort der übernatürlichen Gnade aus unserem Horizont verschwindet, kann niemand mehr hoffen, die Anziehungskraft unserer Kultur oder unserer Schwachheit zu überwinden, um ein heiliges Leben in der Ehe und Famlie führen, ein apostolische Leben in der Welt, das Geschenk eines ganzen Lebens (das so klein zu sein scheint) im Dienst des Priesters oder im geweihten Leben für Frauen und Männer. Das ist das Thema in diesem Jahr. In unserer Berufung als Christ müssen wir uns immer erneut fragen: „Glauben wir fest an die Gnade Gottes? Sind wir bereit, unser Leben dafür einzusetzen, was Gottes Gnade möglich macht?“ Wir können nicht leicht die Worte der vergangenen Generation übernehmen: “Durch die Gnade Gottes…” Aber wir müssen sicherlich Zeuge werden, wir müssen unser eigenes Zeugnis ablegen von der Gnade Gottes in jeder christlichen Berufung.  Arbeitsübersetzung der Predigt von Bischof Mark Davies: kbwn.

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Shrewsbury Cathedral

   Bischof Mark Davies, Shrewsbury, eröffnet im September im Schatten der Kathedrale ein Haus für Männer, die sich für das Priestertum entscheiden wollen. In der Zeit etwa von einem Jahr sollen sie ihre Berufung prüfen.

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Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag geistlicher Berufungen.

Liebe Brüder und Schwestern,
   der vierte Sonntag der Osterzeit stellt uns das Bild des Guten Hirten vor Augen, der seine Schafe kennt, sie ruft, sie nährt und sie führt. An vierten Sonntag in der Osterzeit begehen wir den Weltgebetstag für geistliche Berufe seit über fünfzig Jahren. Jedes Mal erinnert er uns an die Bedeutung dieses Gebetes, denn Jesus selbst sagte zu seinen Jüngern: »Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden« Lk 10,2. Jesus erteilt diesen Auftrag im Zusammenhang mit einer missionarischen Aussendung: Außer den zwölf Aposteln hat er zweiundsiebzig weitere Jünger gerufen und sendet sie zu zweit in die Mission vgl. Lk 10,1-16. Wenn die Kirche »ihrem Wesen nach missionarisch« ist Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Ad gentes, 2, dann kann in der Tat die christliche Berufung nur innerhalb einer missionarischen Erfahrung aufkeimen. Die Stimme Christi, des Guten Hirten, hören und ihr folgen, indem man sich von ihm anziehen und führen lässt und ihm das eigene Leben weiht, bedeutet also zu erlauben, dass der Heilige Geist uns in diese missionarische Dynamik einführt und in uns den Wunsch und den frohen Mut erweckt, unser Leben hinzugeben und es für die Sache des Gottesreiches einzusetzen.
   Die Hingabe des eigenen Lebens in dieser missionarischen Haltung ist nur möglich, wenn wir fähig sind, aus uns selbst herauszugehen. Darum möchte ich an diesem 52. Weltgebetstag für geistliche Berufe einige Überlegungen anstellen über gerade diesen besonderen „Exodus“, der die Berufung – oder besser: unsere Antwort auf die Berufung – ist, die Gott uns schenkt. Wenn wir das Wort „Exodus“ hören, denken wir sofort an die Anfänge der wunderbaren Liebesgeschichte zwischen Gott und dem Volk seiner Kinder, eine Geschichte, die die dramatischen Tage der Sklaverei in Ägypten, die Berufung des Mose, die Befreiung und die Wanderung zum Land der Verheißung durchläuft. Das Buch Exodus – das zweite Buch der Bibel –, das diese Geschichte erzählt, stellt ein Gleichnis der gesamten Heilsgeschichte wie auch der Grunddynamik des christlichen Glaubens dar. Der Übergang von der Sklaverei des alten Menschen zum neuen Leben in Christus ist ja das Erlösungswerk, das sich in uns durch den Glauben vollzieht vgl. Eph 4,22-24. Dieser Übergang ist ein wirklicher „Exodus“, er ist der Weg der christlichen Seele und der ganzen Kirche, die entscheidende Ausrichtung des Lebens auf den himmlischen Vater hin.
   An der Wurzel jeder christlichen Berufung liegt diese grundlegende Bewegung der Glaubenserfahrung: Glauben heißt sich selbst loslassen, aus der Bequemlichkeit und der Härte des eigenen Ich aussteigen, um unserem Leben in Jesus Christus seine Mitte zu geben; wie Abraham das eigene Land verlassen und sich vertrauensvoll auf den Weg begeben in dem Wissen, dass Gott den Weg zum neuen Land weisen wird. Dieser „Auszug“ ist nicht als eine Verachtung des eigenen Lebens, des eigenen Empfindens, der eigenen Menschlichkeit zu verstehen, im Gegenteil: Wer sich in der Nachfolge Christi auf den Weg macht, findet Leben im Überfluss, indem er sich ganz und gar Gott und seinem Reich zur Verfügung stellt. Jesus sagt: »Jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen« Mt 19,29. All das hat seine tiefe Wurzel in der Liebe. Tatsächlich ist die christliche Berufung vor allem eine Berufung der Liebe, die den Menschen anzieht und ihn über sich selbst hinausweist, ihn aus seinem Zentrum herausrückt und etwas auslöst, das ein »ständiger Weg aus dem in sich verschlossenen Ich zur Freigabe des Ich, zur Hingabe und so gerade zur Selbstfindung, ja, zur Findung Gottes« ist Benedikt XVI., Enzyklika Deus caritas est, 6.
   Die Erfahrung des Exodus ist ein Paradigma des christlichen Lebens, insbesondere derer, die einer Berufung zu spezieller Hingabe an den Dienst am Evangelium folgen. Sie besteht in einer Haltung immer neuer Umkehr und Verwandlung, darin, stets „unterwegs“ zu bleiben, vom Tod zum Leben überzugehen, so wie wir es in der gesamten Liturgie feiern: Es ist die österliche Dynamik. Im Grunde ist die Berufung – angefangen von der Abrahams bis zu der des Mose, von der Wanderung Israels in der Wüste über den Aufruf der Propheten zur Umkehr bis hin zum missionarischen Weg Jesu, der in seinem Tod und seiner Auferstehung gipfelt – immer jenes Handeln Gottes, das uns aus unserer ursprünglichen Situation herausholt, uns von jeder Form der Sklaverei befreit, uns aus der Gewöhnung und der Gleichgültigkeit herausreißt und uns in die Freude der Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen führt. Auf den Ruf Gottes zu antworten bedeutet also zuzulassen, dass er uns aus unserer falschen Beständigkeit herausholt, damit wir uns auf den Weg machen zu Jesus Christus, dem ersten und letzten Ziel unseres Lebens und unseres Glücks.
   Diese Dynamik des Exodus betrifft nicht nur den einzelnen Berufenen, sondern die missionarische und evangelisierende Tätigkeit der ganzen Kirche. Die Kirche ist ihrem Meister in dem Maße wirklich treu, wie sie eine Kirche „im Aufbruch“ ist, nicht um sich selbst besorgt, um ihre Strukturen und Errungenschaften, sondern vielmehr fähig, aufzubrechen, sich zu bewegen, den Kindern Gottes in ihrer realen Situation zu begegnen und mitzuleiden an ihren Verletzungen. Gott geht aus sich selbst heraus in einer trinitarischen Dynamik der Liebe, hört auf das Elend seines Volkes und greift ein, um es zu befreien vgl. Ex 3,7f. Zu dieser Seins- und Handlungsweise ist auch die Kirche berufen: Die evangelisierende Kirche geht hinaus und auf den Menschen zu, verkündet das befreiende Wort des Evangeliums, pflegt mit der Gnade Gottes die Wunden an Seele und Leib und richtet die Armen und Notleidenden auf.
   Liebe Brüder und Schwestern, dieser befreiende Exodus auf Christus und die Mitmenschen zu ist auch der Weg für das volle Verstehen des Menschen und für das menschliche und gesellschaftliche Wachstum in der Geschichte. Den Ruf des Herrn hören und annehmen ist nicht etwa eine private, intimistische Angelegenheit, die mit einer Gemütsbewegung des Augenblicks verwechselt werden könnte; es ist ein konkretes, reales und totales Engagement, das unsere ganze Existenz einbezieht und sie in den Dienst am Aufbau des Gottesreiches auf Erden stellt. Darum drängt die christliche Berufung, die in der Betrachtung des Herzens des himmlischen Vaters verwurzelt ist, zugleich zum solidarischen Einsatz für die Befreiung der Mitmenschen, vor allem der ärmsten. Der Jünger Jesu hat ein offenes Herz für den unbegrenzten Horizont seines Herrn, und seine innige Verbundenheit mit ihm ist nie eine Flucht aus dem Leben und der Welt, sondern im Gegenteil, »sie stellt sich wesentlich als missionarische Communio dar« Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 23; Johannes Paul II., Nachsynodales Apost. Schreiben Christifideles laici, 451.
   Diese Exodus-Dynamik auf Gott und den Menschen zu erfüllt das Leben mit Freude und Sinn. Das möchte ich vor allem den jüngeren Menschen sagen, die – auch aufgrund ihres Alters und ihres Bildes von der Zukunft, die sich vor ihnen auftut – verfügbar und großherzig zu sein verstehen. Manchmal besteht die Gefahr, dass das Unvorhersehbare und die Zukunftssorgen wie auch die Ungewissheit, die den Alltag einschneidend beeinflusst, ihren Schwung lähmen und ihre Träume verkümmern lassen bis zu dem Punkt, dass sie denken, es lohne sich nicht, sich einzusetzen, und der Gott des christlichen Glaubens schränke ihre Freiheit ein. Bei euch jedoch, liebe junge Freunde, soll es die Angst, aus euch selbst herauszugehen und euch auf den Weg zu machen, nicht geben! Das Evangelium ist das Wort, das befreit, verwandelt und unser Leben schöner macht. Wie schön ist es, sich vom Ruf Gottes überraschen zu lassen, sein Wort aufzunehmen und mit den Schritten eures Lebens den Spuren Jesu zu folgen, in der Anbetung des göttlichen Geheimnisses und in der großherzigen Hingabe an die anderen! Euer Leben wird von Tag zu Tag reicher und froher werden!
   Die Jungfrau Maria, Modell jeder Berufung, hat sich nicht gefürchtet, auf den Ruf des Herrn mit ihrem „fiat“ zu antworten. Sie begleitet und führt uns. Mit dem großherzigen Mut des Glaubens hat Maria die Freude besungen, aus sich selbst herauszugehen und Gott ihre Lebenspläne anzuvertrauen. An sie wenden wir uns, um für den Plan, den Gott für jeden von uns hat, völlig verfügbar zu sein, und damit in uns der Wunsch, aufzubrechen und eilig zu den anderen zu gehen, vgl. Lk 1,39 stärker werde. Möge die jungfräuliche Mutter uns allen Beschützerin und Fürsprecherin sein.
Aus dem Vatikan, am 29. März 2015, FR-SIGN---

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Kardinal Stella: Volksnähe von Franziskus Vorbild für Priester Papst Franziskus kniet im Beichtstuhl  

   Papst Franziskus wünscht, dass die katholischen Priester ein authentisches Leben führen. Das sagt der Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation, Kardinal Beniamino Stella, im Interview mit Radio Vatikan. Stella äußerte sich anlässlich des Gedenktages von Jean-Marie Vianney, des heiligen Pfarrers von Ars, an den die Kirche am 4. August erinnert.
   Bei einem Besuch in der Kleruskongregation vergangenen Mai habe Papst Franziskus bemerkt, man spreche so viel von der Kurienreform, referierte Kardinal Stella; aber, so der Papst weiter: „die Kurienreform ist gebunden an eine Reform der Kirche, an eine Wiederentdeckung des Evangeliums. Und zu dieser Erneuerung der Kirche gelangt man nur über das Priesteramt.“ Das sei die alte Frage nach dem Gewicht der Priester im Leben der Kirche, analysierte Stella. „Der Papst wünscht die Authentizität des Lebens.“ Franziskus selbst sei da ein Vorbild, ein „großes Beispiel der Nähe zum christlichen Volk. Im Leben von Papst Franziskus, in seinem Stil, Bischof zu sein und Priester zu sein, hat er etwas, das verbindet, und das alle Priester der Kirche an einige grundlegende und ursprüngliche Anforderungen erinnert: Gebetsleben, persönliche Disziplin, apostolischer Eifer, Liebe zur Herde, Zusammensein mit der Herde….Hirten der Herde, treu, demütig, einfach. Die Leute hören, was wir sagen, sie sehen, wie wir handeln, aber sie bedenken vor allem, was wir sind!“
   Für das bevorstehende außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit wünscht sich Kardinal Stella „mehr Arbeit“ für die Priester: allerdings „keine bürokratische Arbeit, sondern eine wahrhaft priesterliche“. Es gehe um die Früchte der Begegnung mit Gott in der Liturgie und in der Beichte sowie um die Glaubensvertiefung. Diese Form von „Mühe, Engagement, Opfer“ sei es, die der Papst wünsche.
   Jean-Marie Vianney (1786-1859), der Pfarrer von Ars, galt zu seinen Lebzeiten als begnadeter Beichtvater. Papst Franziskus habe die Priester dazu eingeladen, die Gewohnheit der Beichte auch bei sich selbst nicht zu vernachlässigen, erinnerte Kardinal Stella. „Wir haben gesehen, wie sich der Papst letzten März bei der Bußliturgie vor seinen Beichtvater niederkniete, im Petersdom. Das ist ein Bild, das uns lieb sein soll. Der Papst hat gesagt und wiederholt es ständig: „Ich bin ein Sünder.“ Und jeder Sünder hat das Bedürfnis, sich zu reinigen und der Barmherzigkeit des Herrn zu begegnen. So würde ich sagen, ein großes Beispiel, das den Heiligen Pfarrer von Ars und Papst Franziskus vereint, ist das Predigen der Barmherzigkeit und die Übung der Barmherzigkeit für die anderen und für sich selbst.“  Rv150804gs

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                                           kbwn:Priesterweihe

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