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Sie lesen auf dieser Seite:
1. Rentenerhöhubng 2002 - 2016
2. Renten steigen so stark wie nicht mehr seit 20 Jahren

3. Die Rente ab 63 ist stark gefragt
4. Immer mehr Deutsche gehen vorzeitig in den Ruhestand
5. Rentenversicherung kostet weniger  -  Beiträge werden gesenkt
6. Rentenpaket treibt Beitragssatz  bis 2020 hoch
7. Rentner dürfen hoffen: Altersbezüge könnten 2016 deutlich steigen
8. 9/10-Regelung - Sich zu informieren ist vorrangige Pflicht
9. Studie beklagt große Rentenlücke
10. Sozialministerin plant Angleichung der Rente in Ost und West

11. Anträge online stellen – ein neuer Service der Deutschen Rentenversicherung
12. Rente leichter online berechnen
13. Rente wird beim Todesfall drei Monate ungekürzt weitergezahlt
14. Rente wird drei Monate ungekürzt weitergezahlt
15. Die verengte Debatte über Altersarmut
16. Mit Immobilienrente Altersrente aufbessern
17. Verrentung des Eigenheims ist für Senioren bittere Pille - Der Markt für umgekehrte Hypotheken
18. Eigene Immobilie wird als sichere Altersvorsorge gewertet 
19. „Rechenfehler" meist Folge falscher Daten - So prüfen Sie Ihren Rentenbescheid
20. Nicht einmal jeder Zehnte erreicht die Rente mit 65
21. Was man zur Rente wissen sollte: Langes Arbeitsleben bewahrt vor Rentenkürzung
22. Wie viele arme Rentner gibt es wirklich?
23. Widerspruch zum Rentenbescheid  -  „Korrekturen bei weniger als einem Prozent”
24. Rente mit 67
25. Pflege: Rentner müssen selbst zahlen
26. Rente gegen Einmalzahlung oft wenig rentabel
27. Laut Koalitionsvertrag wird die Regelaltersgrenze ab 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben
28. Hinzuverdienstgrenzen für Rentner. Vorsicht vor unseriösen Angeboten!
29. Worauf arbeitende Rentner unbedingt achten sollten: Ab 400 Euro Verdienst wird Rente gekürzt
30. Teurer Nebenjob - Rentner unter 65 müssen Verdienstgrenzen beachten
31. Das dicke Ende mit der Rente. Scheidung: Die Ungerechtigkeit nach dem Versorgungsausgleich

 re-Rentensicherg-2002-16-ZZ   

Renten steigen so stark wie seit mehr als 20 Jahren nicht
Altersbezüge werden um fast 6 Prozent erhöht - doch langfristig sinkt das Niveau

   Die etwa 20 Millionen Rentner in Deutschland bekommen von Juli an deutlich mehr Geld. In Westdeutschland steigt die Rente um 4,25 Prozent und im Osten um 5,95 Prozent. Das hat das Bundessozialministerium mitgeteilt. Es ist die größte Rentenerhöhung seit 23 Jahren. Bei einer Monatsrente von brutto 900 Euro bringt sie etwa 38 Euro mehr im Westen und 54 Euro mehr im Osten.
   Die nun bevorstehende Anhebung der Renten wird kaum durch die Preisentwicklung aufgefressen. Die Europäische Zentralbank erwartet eine Teuerungsrate von nur 0,1 Prozent in diesem Jahr. Möglich ist das hohe Rentenplus dank der guten Beschäftigungslage und der gestiegenen Einkommen. Für die alten Bundesländer wurde bei der Berechnung der Rentenhöhe eine Lohnsteigerung von knapp 3,8 Prozent zugrunde gelegt, für Ostdeutschland von 5,5 Prozent. Es gibt aber auch einen Sondereffekt: 2015 fiel die Erhöhung wegen einer Änderung bei der Lohnstatistik niedriger aus.
   Die durch Umlagen finanzierte Rente bewähre sich, sagte Sozialministerin Andrea Nahles (SPD). „Das ist eine gute Nachricht - gerade in Zeiten niedriger Zinsen." Der Beitragssatz bleibe in den kommenden Jahren bei 18,7 Prozent. Die Kluft zwischen Ost und West verringert sich weiter - erkennbar am sogenannten Rentenwert, quasi der monatlichen Rente für ein Jahr Beschäftigung mit Durchschnittsentgelt. Im Osten beträgt der Wert nun 94,1 Prozent des Westniveaus.
   Auf längere Sicht könnten sich die Perspektiven für Rentenversicherte allerdings verschlechtern: Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) schließt man in Regierungsberechnungen ein deutliches Absinken des Rentenniveaus - also des Verhältnisses der Standardrente zum Durchschnittsverdienst - nicht aus, sofern nicht gegengesteuert werde. Die Schätzungen gehen demnach für das Jahr 2030 im schlimmsten Fall von einem Niveau von nur noch 41 Prozent aus. Dagegen stehen die offiziellen Prognosen von 43 Prozent.
   „Das Rentenniveau sinkt weiter", sagte Anneliese Buntenbach, Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund, dem RND. „Bei den Übergängen vom Berufsleben in den Ruhestand fehlt es weiter an flexiblen, verlässlichen und abgesicherten Lösungskonzepten und an einem wirksamen Schutz vor Altersarmut." Der Grünen-Experte Markus Kurth meinte, die Regierung versäume es, „die gute Finanzlage zu nutzen und die Rentenversicherung zukunftsfest zu machen".
Die Annahme, dass das Rentenniveau bis 2030 unter 43 Prozent sinken könnte, sei „völlig unbewiesen", betonte dagegen der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Reinhard Göhner. Die Rentner könnten „mit weiteren Zugewinnen rechnen". Voraussetzung sei aber, „dass die Regierung aufhört, an den Renten herumzujonglieren, wie dies zuletzt bei der Rente mit 63 geschehen" sei.
HAZ160322BasilWegenerDieterWonka

   Rentner und Familien mit Kindern haben vom 1. Juli an mehr Geld in der Tasche. Die rund 20 Millionen Rentner profitieren von der höchsten Rentenerhöhung seit 23 Jahren. Angehoben wird auch der Kinderzuschlag. Gute Nachricht gibt es zudem für alle, die in den Urlaub fahren. Die Staugefahr reduziert sich, weil in den Sommermonaten Juli und August Lastwagen jetzt auch sonnabends nicht mehr fahren dürfen. Folgende gesetzliche Änderungen stehen laut Bundesregierung im Juli an:
   Rente: Zum 1. Juli steigt die Rente um  4,25 Prozent in den alten Ländern und um 5,95 Prozent in den neuen Ländern, Rechnet man die derzeit geringen Preissteigerungen mit ein, ist es sogar die höchste reale Rentenerhöhung seit 1977. Die Rentenversicherung überweist die höheren Altersbezüge automatisch. Auch die Versorgungsbezüge werden in den alten und neuen Ländern um 4,25 Prozent angehoben. Rund 161.000 Berechtigte erhalten mehr Geld. Das sind vor allem Kriegs- und Wehrdienstopfer, Impfgeschädigte und Opfer von Gewalttaten. HAZ160701

Kabinett billigt kräftige Rentenerhöhung
 
  Die Altersgelder der mehr als 20 Millionen Rentner in Deutschland steigen in diesen Jahr so stark wie seit 23 Jahren nicht mehr: Im Westen werden sie zum 1. Juli um 4,25 Prozent erhöht und im Osten sogar um 5,95 Prozent. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch den entsprechenden Verordnungsentwurf von Sozialministerin Andrea Nahles (SPD). Dass die Erhöhung in diesem Jahr so kräftig ausfällt, liegt an der guten Arbeitsmarktlage sowie an einem statistischen Sondereffekt. Letzterer hatte die Rentenerhöhung im vergangenen Jahr um rund einen Prozentpunkt auf 2,1 Prozent im Westen und 2,5 Prozent im Osten gedämpft. Dies wird nun automatisch ausgeglichen. Die Ergebnisse der Berechnung, die zur diesjährigen Erhöhung führen, hatte Nahles schon im März mitgeteilt. Sie lagen schon vor der von CSU-Chef Horst Seehofer ausgelösten Debatte über drohende Altersarmut auf dem Tisch.
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ahles wertete die Erhöhung am Mittwoch als Beleg für die Solidität der umlagefinanzierten Rente. Sie bleibe „die zentrale Säule" des Alterssicherungssystems. „Das ist eine gute Nachricht, gerade in Zeiten niedriger Zinsen", erklärte die Ministerin.
   Der SPD-Vorsitzende und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel äußerte indes scharfe Kritik daran, dass die gesetzliche Rente in der Vergangenheit geschwächt worden sei. Zwar erklärte er die von der rot-grünen Koalition im Jahr 2002 eingeführte Riester-Rente anders als Seehofer nicht offen für „gescheitert". Gabriel wandte sich aber dennoch entschieden gegen die damalige Idee, die Altersvorsorge stärker auf kapitalgedeckte Elemente zu stützen: Die Finanzkrise des Jahres 2008 habe gezeigt, „dass das sicherste das solidarische Umlagesystem ist und das unsicherste der Versuch, über Kapitaldeckung lange Lebensrisiken abzudecken", sagte Gabriel. Er sei Seehofer dankbar, dass er diese Diskussion angestoßen habe. Die turnusmäßige Rentenerhöhung zum 1. Juli führt zu Mehrausgaben von 12,7 Milliarden Euro in diesem Jahr. Der Beitragssatz kann den Vorausberechnungen zufolge dennoch bis 2020 bei 18,7 Prozent stabil bleiben. FAZ160421de

Änderungen 2016 in Sachen Rente

Rentenversicherung: Die neue monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) steigt ab Januar 2016 von 6.050 auf 62.00 Euro (74.400 Euro jährlich). Ab Januar 2016 liegt die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) bei 5.400 Euro im Monat (2015: 5.200 Euro); jährlich sind das 64.800 Euro. Bis zu diesen Einkommensgrenzen müssen Arbeitnehmer im nächsten Jahr Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden die Grenzen für die Beitragsbemessung im nächsten Jahr bei 7650 Euro/Monat (West), also 91.800 Euro jährlich, und für die östlichen Bundesländer bei 6650 Euro/Monat (79.800 Euro pro Jahr) liegen.
Rentenerhöhung: Ab Juli 2016 erhalten die mehr als 20 Millionen Rentner in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Schätzerkreises Rentenversicherung ein Plus von 4,3 Prozent (West) und von etwas über 5 Prozent (Ost). Im Schätzerkreis sind Experten der Rentenversicherung, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Deutschen Rentenversicherung Bund vertreten. Beispiel: Nimmt man eine monatliche Rente von 1200 Euro an, dann steigt sie bei fünf Prozent brutto um 60 Euro, bei vier Prozent um 48 Euro.
Rentenbesteuerung: Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt 2016 von 70 auf 72 Prozent. Somit bleiben nur noch 28 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt für im Jahr 2016 neu hinzukommende Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen.
Flexi-Rente: Die sogenannte Flexi-Rente wird kommen. Gemeint ist damit, fließende Übergänge in den Ruhestand zu ermöglichen. So soll sich für Arbeitnehmer stärker als bislang auszahlen, wenn sie über die Altersgrenze von derzeit 65 Jahren und vier Monaten hinaus einer Tätigkeit nachgehen. In Zukunft sollen sie Beiträge in die Rentenversicherung zahlen können, die ihre Rente erhöhen. Aktuell zahlen Arbeitgeber, die einen Rentner beschäftigen, ihren Anteil in die Rentenkasse, ohne dass dies die Rente des Beschäftigten erhöht.
Wohngelderhöhung: Haushalte mit geringem Einkommen dürfen sich im neuen Jahr über mehr Wohngeld freuen. Im Zuge der Reform des Wohngeldrechts steigt das Wohngeld zum Beispiel für einen Zwei-Personen- Haushalt von bisher durchschnittlich 112 Euro im Monat dann auf im Schnitt 186 Euro. NOZ160102pm

Die Renten steigen, das Rentenniveau sinkt - 2017 etwa 2,5 Prozent Rentenerhöhung, danach größeres Plus

    Für 2017 wird im Westen eine Erhöhung um 2,44 Prozent vorhergesagt, im Osten um 2,53 Prozent. 2018 könnte es dann 2,41 Prozent im, Westen und 2,5 Prozent im Osten geben. Insgesamt sollen die Renten demnach bis 2028 um rund 39 Prozent steigen. „Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von gut 2 Prozent pro Jahr", heißt es im Bericht. Die Sozialverbände warnen vor überzogenen Erwartungen.
    Die schlechte Nachricht folgt aber auch im Bericht schon auf dem Fuße: Der Abstand zwischen Arbeitseinkommen und Rente wächst. Das Rentenniveau sinkt also, und das kräftiger, als noch im Rentenversicherungsbericht 2013 vorhergesagt. Nach dem neuen Bericht sinkt das Sicherungsniveau vor Steuern auf 47 Prozent im Jahr 2020 und weiter auf 44,8 Prozent im Jahr 2017 und 44,4 Prozent im Jahr 2028 ab. Das Mindestsicherungsniveau in Höhe von mindestens 46 Prozent bis zum Jahr 2020 und von mindestens 43 Prozent bis 2030 wird somit eingehalten - das Rentenniveau rückt aber immer näher an die kritischen Werte heran. Im alten Bericht hatte die Regierung für 2020 mit einem Rentenniveau von 47,5 Prozent und 2017 immerhin mit 45,4 Prozent gerechnet - also mit 0,6 Punkten mehr als im aktuellen Bericht. Schuld an der verschärften Situation ist auch das Rentenpaket der Bundesregierung, das zusätzliche Leistungen für die Rente mit 63 sowie höhere Mütterrenten beschert.
   Das Arbeitsministerium stellt wie in jedem Rentenversicherungsbericht fest, die gesetzliche Rente werde künftig allein nicht ausreichen, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen. „In Zukunft wird der erworbene Lebensstandard nur erhalten bleiben, wenn die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die staatliche Förderung genutzt werden, um eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen." Das gesamte Versorgungsniveau aus Sicherungsniveau vor Steuern einschließlich einer Riester-Rente für Rentenzugänge könne nahezu über den gesamten Prognosezeitraum in der Größenordnung des Jahres 2008 zwischen knapp 50 und knapp 51 Prozent gehalten werden. FAZ141119enn

Prognose: Rente steigt bis 2028 um 39 Prozent
   Die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland können in den nächsten Jahren mit Rentenerhöhungen von bis zu 4,6 Prozent rechnen. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht 2014 hervor. Aufgrund von Modellrechnungen geht der Bericht von ei­ner Rentenanpassung im Westen von 1,57 Prozent im kommenden Jahr aus. Er nennt dann Erhöhungen um 4,51 Prozent für 2016, um 2,44 Prozent für 2017 und um 2,41 Prozent für 2018.
   Für Ostdeutschland nennt der Bericht mögliche Erhöhungen um 1,71 Prozent fürs kommende Jahr, um 4,62 Prozent für 2016, um 2,53 Prozent für 2017 und um 2,5 Prozent für 2018. Der Bericht weist Ergebnisse von auf Annahmen beruhenden Modellrechnungen aus - um Regierungszusagen handelt es sich nicht. Insgesamt steigen die Renten demnach bis 2028 um rund 39 Prozent. „Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von gut zwei Prozent pro Jahr", so der Bericht.
   Dennoch sinkt das Rentenniveau - denn der Abstand zwischen Arbeits­ und Renteneinkommen wächst. Die gesetzliche Rente werde künftig alleine nicht ausreichen, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen, heißt es in dem Bericht. Der Beitragssatz sinkt, wie bereits bekannt, 2015 um 0,2 Punkte auf 18,7 Prozent. Bis 2018, so der Bericht, bleibe er unverändert. Anschließend steigt der Beitragssatz schrittweise wieder an, über 19,5 Prozent im Jahr 2020 bis auf 21,4 Prozent im Jahr 2028."
   Der Sozialverband Deutschland sprach von großen Hoffnungen bei den Rentnern, die nun geweckt würden. „Sie nach den schmalen Rentenanhebungen der vergangenen Jahre erneut zu enttäuschen, wäre verhängnisvoll", sagte Verbandspräsident Adolf Bauer.
  Ein Teil der Rentensteigerung dürfte durch steigende Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung aufgefressen werden.  Nach Einschätzung des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem müssen gesetzlich Versicherte 2016 i wohl 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte und ein Jahr später 0,5 Prozentpunkte mehr an die Kasse zahlen als derzeit. HA141118rtr

Die Rente ab 63 ist stark gefragt - Antragszahl steigt weiter – nur nicht mehr so schnell

   Allein im November haben nach neuen Daten der Rentenversicherung 23.000 Arbeitnehmer die neue abschlagsfreie Rente ab 63 beantragt. Von der Einführung der umstrittenen Regelung im Juli bis Ende November seien insgesamt 186.000 Anträge gestellt worden, teilte die Deutschen Rentenversicherung am Freitag mit. Den Stand für Ende Oktober - also für die ersten vier Monate - hatte sie mit ins­gesamt 163.000 Anträgen beziffert.
    Die Steigerung um 23.000 im Novem­ber deutet vor diesem Hintergrund darauf hin, dass die erste Bugwelle an Anträgen nach Inkrafttreten des Rentenpakets allmählich nachlässt. Doch dürfte die neue Zahl kaum geeignet sein, den Konflikt um eine drohende Kostenexplosion zu entschärfen. Die Rentenversicherung selbst hatte vor drei Wochen auf Grundlage der Oktoberzahlen eine aktualisierte Schätzung vorgelegt, wonach die Rente ab 63 die Beitragskasse bis Ende 2014 mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro belasten werde. Das wären 600 Millionen Euro mehr als die Bundesregierung ursprünglich in ihrem Gesetzentwurf veranschlagt hatte.
   Für den Gesamtzeitraum bis 2018 hatte die Regierung Mehrausgaben von 8,9 Milliarden Euro für die Rente ab 63 vorhergesagt - zuzüglich Einnahmeausfällen durch fehlende Beiträge der Frührentner. Vertreter der Opposition werfen der Regierung vor, sie habe die Kosten der Rente mit 63 mutwillig klein gerechnet. Diese hält entgegen, die Kritiker legten nicht die vollständige Kostenschätzung von damals als Messlatte an. FAZ141206dc

Jeder zweite Rentner verzichtet auf 110 Euro
Immer mehr Deutsche gehen vorzeitig in den Ruhestand. Unternehmen locken Mitarbeiter.

aaDie Zahl der Menschen, die früher in Rente gehen und dafür finanzielle Einbußen hinnehmen, ist auf einem neuen Rekordstand. Fast jeder zweite Neurentner (48,2 Prozent) verzichtet nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung lebenslang auf durchschnittlich rund 110 Euro im Monat, um drei Jahre vor der Altersgrenze (Mittelwert) in Rente zu gehen. Dabei gehen noch mehr Frauen als Männer (51,7 zu 44,1 Prozent) unter Verzicht auf Geld vorzeitig in den Ruhestand. Der Grund dafür liegt nach Expertensicht darin, dass Frauen oft jünger sind als ihre Ehepartner und sich vorzugsweise mit ihnen gemeinsam vom Berufsleben verabschieden wollen.
         Der Präsident des Bundesverbandes der Rentenberater, Martin Reißig, sagte dem Hamburger Abendblatt: „Der Trend,  mit Abschlägen früher in Rente zu gehen,  hat auch mit den Vorruhestandsregelungen großer Firmen zu tun." So gebe es in Unternehmen häufig finanzielle Anreize, den Renteneintritt vorzuziehen. „Das wird für die Mitarbeiter finanziell abgefedert", so Reißig.
   Allerdings könnten sich Handwerksbetriebe und kleinere Firmen das oft nicht leisten. Über Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen werde oft auch Personal abgebaut, sagte Reißig. Ein weiterer Grund für einen frühen Ruhestand seien die steigenden Belastungen im Job. „Viele Menschen sagen sich: Diese Tretmühle halte ich nicht mehr aus. Ich gehe lieber jetzt schon mit Abschlägen, aber gesund in Rente." Anderen bleibt gar nichts anderes übrig: Die Zahl der Frührentner, die ihren Job wegen einer psychischen Erkrankung aufgeben, steigt seit Jahren bestän- dig. Vier von zehn Erwerbsminderungsrentnern mussten wegen seelischer Leiden vorzeitig in Rente.
   Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) macht vor allem die alternde Bevölkerung und politisch gewollte Rentenreformen der vergangenen Jahre für die hohe Quote an Neurentnern mit Abschlägen verantwortlich. Die Zahl der über 60-Jährigen habe zugenommen und somit auch die der Menschen, die in Rente gehen. Von der Leyens Sprecher sagte: „In vielen Fällen wird im Haushaltskontext mit dem Ehepartner genau kalkuliert: Was haben wir mit Rente, Zusatzvorsorge etc.? Was brauchen wir? Was können wir uns an Abschlägen leisten?"
   Tatsächlich ist der Anteil der privaten Altersvorsorge an der Rente zuletzt deutlich gestiegen. Auch so werden Abschläge bei der gesetzlichen Versorgung ausgeglichen. Das soll in Zukunft noch mehr werden. Allerdings rufen zum  Beispiel  Millionen Riester-Sparer derzeit die staatlichen Zuschläge und eine volle Förderung oft nicht ab.  Bei 13,25 Millionen Verträgen im Jahr 2009 gab es rund 9,6 Millionen Sparer mit einer Grundzulage. Gut drei Millionen Menschen mit Riester-Verträgen haben die Zulage für 2009 nicht einmal beantragt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, aus der die „Süddeutsche Zeitung" zitiert.
   Nur 5,36 Millionen Sparer haben die volle Zulage erhalten. Ministerin von der Leyen hatte einen „Beipackzettel" für Riester-Verträge versprochen, den Verbraucherschützer immer wieder anmahnen. In der Debatte um die Rentenreformen ist dieser Punkt offensichtlich in Vergessenheit geraten. HA121207ChristophRybarczyk 
Lesen Sie: Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert Verfassungsrang für die Rente > Rente - sicher?

Frührentner haben höheres Armutsrisiko
  Das Armutsrisiko für Arbeitnehmer, die wegen gesundheitlicher Probleme eine Erwerbsminderungsrente beziehen, steigt weiter. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlichte eine Studie, wonach eine volle Erwerbsminderungsrente im Durchschnitt nur noch bei 634 Euro monatlich liegt. In Deutschland beziehen rund 1,5 Millionen von 20 Millionen Rentnern eine Erwerbsminderungsrente. HA130613epd

Immer mehr Rentner arbeiten
      Die Zahl der arbeitenden Rentner steigt: Von 2003 bis 2013 nahm die Zahl der Minijobber über 65 Jahre von 560.000 auf 830.000 zu, wie aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Derweil kostet die Existenzsicherung für arme Rentner den Staat immer mehr. Das Ministerium rechnet damit, dass die Kosten für Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung von derzeit 5,5 Milliarden Euro bis 2018 auf 7,2 Milliarden Euro steigen werden. FAZ140625enn

 Die Rente steigt, der Beitragssatz sinkt - Regierung lehnt Korrektur der Rentenformel ab

   Die 20 Millionen Rentner in Deutschland können auch 2015 real mit mehr Geld rechnen, obwohl eine Statistikänderung die Rentenerhöhung dämpft. Die Rentenanpassung zum 1. Juli 2015 werde nach derzeitigen Berechnungen so hoch ausfallen, dass den Rentnern nach Abzug der Inflation mehr Kaufkraft bleibe, hieß es aus Kreisen der Rentenversicherung: „Es wird eine reale Rentensteigerung geben." Auch Arbeitnehmer und Arbeitgeber können eine Entlastung erwarten: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung werde 2015 voraussichtlich um 0,2 Prozentpunkte sinken. Die Beitrags­zahler würden damit um rund 2 Milliarden Euro entlastet.
   Das Bundesarbeitsministerium bestätigte am Montag, dass zum 1. Juli 2015 anstehende Rentenerhöhung durch eine Änderung der Beschäftigtenstatistik ge­ringer, 2016 dafür aber umso höher ausfallen werde. Es wies Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zurück, deshalb die Rentenformel zu ändern. Es gebe „keine Absicht, in die Ren­tenformel gesetzgeberisch einzugreifen".
   DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hatte in einem vom Freitag datierten Schreiben an Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sowie an das Kanzleramt und die Fraktionschefs von Union und SPD gefordert, die Rentenformel zu ändern. „Wenn der Gesetzgeber nichts tut, fällt die Rentenanpassung im nächsten Jahr künstlich niedrig und die Beitragssenkung künstlich hoch aus, und im Jahr 2016 würde dann die Rentenanpassung wiederum nach oben korrigiert", erklärte Buntenbach am.
   Hintergrund ist, dass die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit im August neu abgegrenzt wurde und beispielsweise auch Arbeitnehmer in Behindertenwerkstätten als Beschäftigte führt. Dies hat führt dazu, dass die rechnerischen Löhne je Arbeitnehmer etwas sinken. Diese Löhne je Arbeitnehmer fließen jedoch als vorläufige Größe in die Berechnung jeder Rentenanpassung ein.Grund ist, dass validere Daten erst mit Verzögerung vorliegen. Die Rentenformel ist jedoch so konstruiert, dass dabei entstehende Abweichungen auch bei der Rentenanpassung ein Jahr später ausgeglichen werden.
   Die Arbeitgeber wiesen die DGB-Forderung zurück und beharrten darauf, finanzielle Spielräume in der Rentenkasse für Beitragssenkungen zu nutzen. „Der Rentenbeitragssatz für das kommende Jahr sollte so festgelegt werden, wie es das Gesetz verlangt", sagte Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer. Niedrigere Beiträge sorgten für mehr Netto vom Brutto bei den Beschäftigten und entlasteten die Betriebe bei den Arbeitskosten. In Kreisen der Rentenversicherung wurde bestätigt, dass der Schätzerkreis für 2015 eine Beitragssenkung von 18,9 auf 18,7 Prozent für möglich hält.  Laut Gesetz muss der Beitrag sinken, wenn die Rücklagen der Rentenkasse das 1,5-Fache einer Monatsausgabe übersteigen. Ende 2014 könnten es nach den Berechnungen 1,8 Monatsausgaben oder gut 33 Milliarden Euro sein. Für 2014 hatte die große Koalition die damals fällige Beitragssenkung gestoppt, um mehr Geld für ihr Rentenpaket zu haben. Für 2015 hat Nahles aber zugesagt, dass der Beitrag sinken soll.
HA141027

Rentenversicherung kostet weniger  -  Beiträge werden gesenkt,
   Um die Rentenbeiträge wird seit Jahrzehnten heftig gerungen - ähnlich wie um die Rentenerhöhungen. Die Abgaben werden gleichberechtigt von Arbeitnehmern und Unternehmen bezahlt. Lohnerhöhungen sind also auch immer in der Rentenkasse spürbar, die sich schneller füllt. Umgekehrt profitieren auch die Rentner von niedrigen Beiträgen. Denn dadurch steigen die Löhne. Und mit etwas Verzögerung können dann auch die Renten erhöht werden.
   Die Arbeitgeber begrüßen die Beitragssenkung. Seit Jahren beklagen ihre Verbände, dass in Deutschland die Lohnzusatzkosten im internationalen Vergleich zu hoch sind. Derzeit liegen sie bei 40,05 Prozent vom Monats- bruttoverdienst (ohne Unfallversicherung). Davon gehen 19,6 Prozent in die Renten-, 15,5 Prozent in die Kranken-, 3,0 Prozent in die Arbeitslosen- und 1,95 Prozent in die Pflegeversicherung.
   Der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und der Konjunktur haben die hohen Beiträge aber zuletzt offenbar nicht geschadet. Dennoch gibt es Grenzen, die politisch gezogen wurden, um die Beiträge nicht ausufern zu lassen. Schon Norbert Blüm (CDU) ließ als Arbeitsminister eine Beitragsobergrenze von 24 Prozent für die Rente festschreiben. Unter Walter Riester (SPD) wurde ein Limit von 22 Prozent bis zum Jahr 2030 beschlossen.
   Der Grund lag darin, dass immer weniger Arbeitnehmer in Zukunft immer mehr Rentner finanzieren müssen. Auch die Rente mit 67 ist letztlich dieser demografischen Entwicklung geschuldet. Mit dieser Grenze wurde auch das stabile Rentenniveau aufgegeben.
  Nun dürfen die Renten von gut 50 auf 43 Prozent der Durchschnittslöhne sinken. „Dadurch wird die Rentenversicherung perspektivisch zu einer Basisversorgung, die mit staatlich subventionierten privaten Riester- Renten und/ oder Betriebsrenten ergänzt werden muss, wenn man im Alter in etwa den Lebensstandard auf- rechterhalten will", schrieb Bert Rürup im Hamburger Abendblatt. Allerdings sollen die möglichen Ausfälle bei der gesetzlichen Rente durch private Vorsorge kompensiert werden. Deshalb werden Riester- und Betriebsrenten steuerlich gefördert.
   Und tatsächlich zeigen die Statistiken: Bereits in den vergangenen Jahren ist der Anteil der privaten Renten am Gesamteinkommen der Rentnerhaushalte angestiegen. Rürup rechnete vor, dass im Jahr 2000 bei einem durchschnittlichen Zwei-Personen-Rentnerhaushalt „etwa 85 Prozent des Alterseinkommens auf Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und 15 Prozent auf die private Vorsorge oder Betriebsrenten" entfielen. Dieses Verhältnis werde sich in 30 Jahren auf etwa 60 zu 40 Prozent verschieben.
   Der frühere Wirtschaftsweise warnte gleichzeitig: „Heute benötigt ein Durchschnittsverdiener etwa 27 Bei- tragsjahre, um einen Anspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe der Grundsicherung im Alter zu erwerben: derzeit etwa 680 Euro im Monat. Auf der Basis des geltenden Rechts werden im Jahr 2030 dazu mehr als 32 Jahre erforderlich sein." HA121026ChristophRybarczyk

Rentenpaket treibt Beitragssatz hoch
Im Jahr 2020 Anstieg auf 19,4 Prozent, bis 2030 voraussichtlich auf fast 22 Prozent

   Das Rentenpaket der großen Koalition wird nach Einschätzung der Rentenversicherung den Rentenbeitragssatz von 2020 an nach oben treiben. Nach jüngsten Schätzungen könne der Beitragssatz bis 2019 bei 18,9 Prozent bleiben, müsse aber 2020 auf 19,4 Prozent steigen, sagte der Vorsitzende des Bundesvorstandes der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, am Mittwoch in Potsdam. Bis 2030 werde der Beitragssatz voraussichtlich auf 21,9 Prozent steigen. Damit läge er um 0,4 Prozentpunkte höher als ohne die Reform mit Mütterrente und Rente mit 63. Gleichzeitig werde die Reform das Rentenniveau weiter dämpfen. Es werde bis 2030 voraussichtlich auf 43,8 Prozent des Durchschnittsverdienstes sinken und damit um 0,5 Prozentpunkte niedriger liegen als ohne Reform. Außerdem verringert das Rentenpaket nach Angaben der Reitenversicherung die Rentenerhöhung 2015 um 1,4 Prozentpunkte.
   Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Vrbeitgeberverbände (BDA), sagte weiter, die Rentenversicherung werde das laufende Jahr trotz Mehrausgaben von 7,4 Milliarden Euro mit einem ausgeglichenen Haushalt abschließen.Die Nachhaltigkeitsrücklage werde bei 32 Milliarden Euro stabil bleiben. Gunkel kritisierte jedoch abermals die Finanzierung des Rentenpakets. Zusätzliche, nicht beitragsgedeckte Leistungen wie die Mütterrente dürften nicht über höhere Beiträge und verminderte Rentenanpassungen finanziert werden, sondern müssten voll aus Steuern bezahlt werden. Die geplante Aufstockung des Bundeszuschusses von 2019 an reiche nicht aus, die zusätzlichen Leistungen im Rahmen der Mütterrente und der abschlagsfreien Rente mit 63 adäquat aus Steuermitteln zu finanzieren. Mit den Zuschüssen beteilige sich der Bund bis 2030 mit nicht mehr als einem Viertel an den Mehrausgaben des Rentenpakets.
   Der neue Präsident der Rentenversicherung, Axel Reimann, kritisierte, das Rentenpaket sei „die Abkehr von grundlegenden Handlungsmaßstäben". Die rasche Umsetzung sei für die Rentenversicherungsträger eine große Herausforderung.
   Man werde die Mütterrente für Frauen, die von Juli an neu in Rente gehen, bei der Rentenfestsetzung schon berücksichtigen können. Bei den 9,5 Millionen Rentnerinnen, deren laufende Rente sich aufgrund der Mütterrente erhöhe, werde die Umsetzung allerdings einige Zeit benötigen. Die Auszahlung der zusätzlichen Leistungen werde im vierten Quartal abgeschlossen sein. Auch bei der abschlagsfreien Rente ab 63 gebe es zusätzlichen Bearbeitungsaufwand vor allem in Fällen, in denen für das Erreichen von 45 Versicherungsjahren auch Zeiten der Arbeitslosigkeit angerechnet werden sollten, sagte Reimann.
   Parallel zum Rentenpaket kommt am 1. Juli die nächste Rentenerhöhung: Rentner im Osten bekommen 2,53 Prozent, im Westen 1,67 Prozent mehr. 2013 sind die  Renten im Schnitt gestiegen: Wer 2013 im Westen in Rente ging, erhielt nach Angaben der Rentenversicherung 913 Euro, 15 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Frauen erhielten 505 Euro, 12 Euro mehr. Für ostdeutsche Rentner stiegen die Bezüge im Schnitt von 903 auf 915 Euro, für Rentnerinnen um 33 auf 786 Euro. FAZ140626enn  

Zu erwartende Rentenleistung
Nettorenten bei verschiedenen Monatslöhnen, unterschiedlichen Erwerbsdauern und Niveaus

re-2012-2030x

Grundlagen:Aktuelle Rechtslage, Vollzeit, keine Kindererziehungszeiten, keine Pflegezeiten, keine zusätzliche Vor- sorge, keine künftigen Lohn- und Rentensteigerungen berücksichtigt, keine Anhebung des Grundsicherungs- bedarfs berücksichtigt. Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Grafik: kbwn

Die Rentenversicherung rechnet ab
Öffentliche Kritik am Arbeitsministerium - „Zusammenhänge bei Altersarmut komplexer als nahegelegt”

  Es geschieht nicht oft, dass die um Seriosität und Überparteilichkeit bemühte Deutsche Rentenversicherung (DRV) sich mit politischen Stellungnahmen zu Wort meldet. Doch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat es jetzt geschafft. Ihre Darstellung, auch langjährig versicherte Vollzeitbeschäftigte seien in hohem Maß von Altersarmut bedroht, will die DRV so nicht stehen lassen. Die Zusammenhänge zwischen dem Niveau der gesetz- lichen Rente und Altersarmut seien „weitaus komplexer, als es überschlägige Betrachtungen nahelegen".
   Die Rentenversicherung moniert vor allem, dass die Beispiele des Arbeitsministeriums weder Kindererziehungs- zeiten noch Pflegezeiten aufweisen. „Damit bleiben aber bei einer Regelarbeitszeit von aktuell bereits über 65 Jahren wenigstens weitere zehn Jahre der Erwerbsbiografie nicht berücksichtigt."
   Von der Leyen hatte vorrechnen lassen, dass Arbeitnehmer 2.500 Euro brutto im Monat verdienen und 35 Jahre Vollzeit arbeiten müssten, um wenigstens eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro zu er- halten. Wer weniger verdient, wird demnach zum Sozialfall. Hintergrund ist die Rentenreform, nach der das Ren- tenniveau bis 2030 von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns vor Steuern sinkt.
   Die DRV entgegnet, eine niedrige gesetzliche Rente sei „nicht zwangsläufig mit Armut im Alter gleichzusetzen". Hierauf habe auch die Bundesregierung immer wieder zu Recht hingewiesen. Denn: „Von Armut im Alter kann man nicht sprechen, wenn zwar das eigene Einkommen eines Versicherten niedrig ist, sein Ehepartner jedoch über ein entsprechend hohes Alterscinkommen verfügt."
   Die Versicherung räumt zugleich ein, dass das Rentenniveau aufgrund der Reformen von 2001 und 2004 sinkt. Jedoch sei damals zugleich der Aufbau einer Zusatzvorsorge beschlossen worden. „Sofern Versicherte diese För- derung nutzen, wird - nach den Berechnungen der Bundesregierung - im Alter zwar ihr Rentenniveau geringer, das Niveau ihrer Alterseinkünfte aus gesetzlicher Rente und Zusatzvorsorge insgesamt aber sogar höher ausfallen als heute.  Das Rentenniveau (vor Steuern) sinkt danach zwar im Zeitraum von 2008 bis 2025 von 50,5 Prozent auf 46,2 Prozent, das Versorgungsniveau (vor Steuern) einschließlich Riester- Rente steigt aber auf 51,3 Prozent an."
   Von der Leyen versucht mit ihren Beispielen die Notwendigkeit einer Zuschussrente zu belegen. Doch auch das lässt die DRV nicht gelten. So gehe die Ministerin davon aus, dass Versicherte neben der gesetzlichen keine zusätzliche Vorsorge haben. Genau dies, eine langjährige Zusatzvorsorge, sei aber Voraussetzung für den Erhalt der geplanten Zuschüsse. Fazit: „Die jetzt vorgelegten Berechnungen sind als zusätzliche Argumentation zugunsten der Einführung einer Zuschussrente nicht geeignet." NOZ120905UweWestörp

re-gRentenniveau         Das Rentenniveau sinkt     

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2013: Nur drei Euro mehr für die meisten Rentner
Senioren im Westen müssen Kaufkraftverlust hinnehmen. Dagegen starker Anstieg im Osten

   Die 16 Millionen Rentner im Westen Deutschlands gingen 2013 nahezu leer aus. Ihre Bezüge wurden zur Jahres- mitte lediglich um 0,25 Prozent erhöht. Für den sogenannten Standardrentner mit einem Einkommen von 1.263,15 Euro bedeutet dies 3,16 Euro mehr im Monat. Bei einer Teuerungsrate von 1,5 Prozent müssen Senioren in den alten Bundesländern deshalb mit realen Kaufkrafteinbußen rechnen.
   Die neue Rentenhöhe gab Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Berlin bekannt. Anders als im Westen wurden die Bezüge für die vier Millionen ostdeutschen Ruheständler kräftig erhöht - um 3,29 Prozent. Die Differenz zwischen West und Ost fällt damit deutlich stärker aus als in den Prognosen erwartet.
   „Der Osten holt auf", sagte von der Leyen. Sie freue sich für die Rentner in den neuen Bundesländern. Die Ren- tenanpassung wurde auf der Basis der Lohnentwicklung im vergangenen Jahr berechnet. Nach Angaben des Arbeitsministeriums lag die Lohnsteigerung im Westen bei 1,5 Prozent und bei 4,32 Prozent im Osten.
   Anders die Finanzen der Rentner im Westen. Sie müssen sich noch länger gedulden, bis auch bei ihnen wieder mehr Geld im Portemonnaie ist. „Im Westen zeichnet sich nach den heute verfügbaren vorläufigen Daten für das  Jahr 2014 wieder ein spürbares Plus ab", erklärte Ministerin von der Leyen. Neben der allgemeinen Lohnentwick- lung dämpfte auch die sogenannte Rentengarantie den Anstieg im Westen. Leyen verteidigte diesen Mechanismus als „goldrichtig". Er habe „die Renten in der Krise geschützt und die deutsche Wirtschaft in schwierigster Lage stabil gehalten". Die Rentengarantie hatte im Jahr 2009 trotz der negativen Lohnentwicklung eine Kürzung verhin- dert. Die Renten fielen dadurch rechnerisch zu hoch aus, im Westen mehr als im Osten. Dieser Überhang wurde nun mit der Erhöhung teilweise verrechnet. 

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Tabelle oben: Rentensteigerung 2013 -
Nach einer neuen Studie der Universität Freiburg sorgt jeder zweite Bundesbürger nicht ausreichend privat für das Alter vor. Im Schnitt fehlten ihm dann im Ruhestand nach heutiger Kaufkraft rund 800 Euro. HA130321

 „Sich zu informieren ist vorrangige Pflicht"   -  Rentenberater Wolfgang Thaysen erläutert die 9/10-Regelung -
Wer zeitweise nicht gesetzlich versichert war, muss aufpassen

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Die wichtigsten Fragen zur 9/10-Regelung beantwortet Wolfgang Thaysen vom Verband der Rentenberater:
Können Sie die 9/10-Regelung kurz erläutern?
   Aufgrund der 9/10-Regelung wird als Rentner in der Krankenversicherung nur der pflichtversichert, wer in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens zu 9/10 Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung gewesen ist. Das heißt, wer mit 15 in den Beruf gegangen ist und mit 63 Jahren in Rente geht, für den ist ein Zeitraum von 48 Jahren zu prüfen. Davon muss er in der zweiten Hälfte (= 24 Jahre) zu 9/10 (= 21,6 Jahre) Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung gewesen sein. Die Frist beginnt mit der erstmaligen Aufnahme einer Beschäftigung und endet mit dem Tag der Rentenantragstellung. Sie wird Tag genau berechnet.
Spielt die Art der gesetzlichen Krankenversicherung dabei eine Rolle?
Ob Pflicht- oder freiwilliges Mitglied, oder eventuell im Rahmen der Familienversicherung spielt keine Rolle. Wichtig ist nur die Zugehörigkeit zum System der gesetzlichen Krankenversicherung, die auch bei verschiedenen Kassen erbracht werden kann. Erfüllt der Versicherte die Voraussetzung nicht, bleibt er freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Besonderheit ergibt sich aus den Beitragsberechnungsvorschriften. Als Pflichtversicherter sind Beiträge aus der Rente, den Versorgungsbezügen und aus den Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit zu entrichten. Wer nur eine Rente erhält, zahlt auch nur Beiträge aus der Rente. Für freiwillig Versicherte gilt ein anderes Recht. Hier ist für die Beitragsberechnung die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit heranzuziehen.
Gibt es eine “Mindestbemessungsgrundlage"?
   Sofern der Ehegatte nicht gesetzlich krankenversichert ist, wird sein Einkommen zur Ermittlung des Familieneinkommens herangezogen. Für unterhaltsberechtigte Kinder können Pauschbeiträge abgezogen werden. Die Beitragsbemessung wird maximal aus 50 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze vorgenommen. Das sind für 2016 2.118,75 Euro, sofern das gesetzlich versicherte Mitglied nicht höhere Einkünfte hat. Für Ledige gilt, dass die Beiträge aus mindestens ein Drittel der Bezugsgröße zu berechnen sind. Die Bezugsgröße für 2016 liegt bei 2.905 Euro, davon ein Drittel, also 968,33 Euro, Beitragsbemessungsgrundlage. Auch dann, wenn die Rente nur bei 700 Euro liegt.
Welche Personengruppen sind besonders betroffen?
   Das gilt für alle, die, bei pauschaler Betrachtung, nach Vollendung des 40. Lebensjahres eine gewisse Zeit nicht gesetzlich versichert waren. Dazu gehören die, die sich einer privaten Versicherung angeschlossen haben. Aber auch ins Ausland entsandte Arbeitnehmer, für die der Arbeitgeber eine Gruppenversicherung abgeschlossen hat. Diese können die Fehlzeit in der gesetzlichen Krankenversicherung vermeiden, indem sie eine Anwartschaftsversicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse vor der Ausreise abschließen.
Sind die Klagen über eine nicht ausreichende Beratung durch die Krankenkassen berechtigt?
   Die Krankenkassen versuchen vielfach, bei Eingang einer Kündigung das Mitglied durch entsprechende Rückwerbebemühungen zu halten. Wer sich allerdings zu einem Systemwechsel entschließt, tut dies häufig, weil er mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen nicht zufrieden ist oder Beitragsvorteile sieht. Diese sind Argumenten über die Folgen des Systemwechsels häufig nicht zugänglich. Von der privaten Krankenversicherung können sie nicht erwarten, dass sie auf diese Folgen hinweisen. Wer in die private Krankenversicherung wechseln will, sollte sich vor der Vertragsunterzeichnung mit seiner Krankenkasse in Verbindung setzen und das Für und Wider abwägen. Wenn er sich dann für die private Krankenversicherung in vollem Bewusstsein der Risiken entscheidet, ist es okay. Sich zu informieren ist vorrangige Pflicht - nicht nur bei der Frage, welchem System der Krankenversicherung will ich angehören.
Einige Betroffene hätten nur wenige Wochen länger arbeiten müssen, um in die wesentlich preiswertere Krankenversicherung der Rentner (KVdR) zu kommen. Sowie der Antrag auf Rente gestellt ist, ist das aber angeblich zu spät ...
   Auch hier gilt, sich vorher zu informieren, wenn man weiß, dass es Zeiten außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung gegeben hat. Verbindlich entscheiden kann nur die jeweilige Krankenkasse. Solange der Rentenbescheid noch nicht rechtskräftig ist, kann der Versicherte zu jeder Zeit den Antrag zurückziehen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut stellen, wenn dann die 9/10-Regelung erfüllt ist. Das bedeutet aber unter Umständen einen Verzicht auf mögliche Rentenleistungen. Hilfreich hierbei ist die Beratung durch einen Rentenberater. Auch bei einem Wechsel von einer Erwerbsminderungs- in eine Altersrente oder bei der Beantragung einer Hinterbliebenenrente ist die Vorversicherungszeit erneut zu prüfen, mit einem unter Umständen anderen Ergebnis.
Welche Personengruppen müssen besonders achtsam sein?
  
Alle die, die die Option haben, einen Systemwechsel vornehmen zu können. Dazu gehört der Beamte, die nicht erwerbstätige Beamtenehefrau, der Selbstständige und auch der gut verdienende Angestellte mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze. NOZ160419WaltraudMessmann

Schock bei der Rente
 
Weil sie nicht die 9/10-Regelung erfüllen, müssen viele Rentner hohe Beiträge für die Krankenversicherung zahlen. Ein Petitionsverfahren zur Änderung der Regelung wurde jetzt zur großen Enttäuschung der Betroffenen eingestellt.
Im Petitionsausschuss vorerst gescheitert - Kämpferinnen gegen die 9/10-Regelung legen Widerspruch ein
   Die Hoffnung vieler Rentner im Kampf um niedrigere Krankenkassenbeiträge hat sich zerschlagen. Der Petitionsausschuss des Bundestages hat ein Verfahren mit dem Ziel einer Änderung der sogenannten 9/10- Regelung eingestellt.
   Seit zwei Jahren kämpft die Bielefelderin Eva Koslowski für eine Änderung der 9/10-Regelung. Nun mussten sie und ihre mehr als 200 Mitstreiterinnen eine empfindliche Niederlage einstecken: Der Petitionsausschuss des Bundestages hat ein von ihnen initiiertes Verfahren eingestellt. Doch die Frauen wollen das nicht hinnehmen. Viele von ihnen haben Widerspruch eingereicht.
   Die Bielefelderin ist eine von vielen Betroffenen der 9/10-Regelung. Nur wer sie erfüllt, wird als Rentner Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das bedeutet deutlich niedrigere Beiträge als bei einer freiwilligen Mitgliedschaft. In die werden viele Ehepartner von Beamten oder Selbstständigen beim Renteneintritt gezwungen. Hintergrund ist, dass sie irgendwann über ihre Partner Mitglied der privaten Krankenversicherung waren.
Rosinenpickerei?
  
Berlin begründet die 9/10- Regelung mit dem Solidarprinzip der gesetzlich Versicherten. Sie solle verhindern, dass Privatversicherte bei zunehmenden Kosten im Alter irgendwann in die günstigere gesetzliche Krankenversicherung wechseln. „Nach dem Willen des Gesetzgebers soll auch nur der im Alter beitragsprivilegiert sein, der dauerhaft diesem Solidarsystem angehört und es gestützt hat", erläutert Wolfgang Thaysen vom Verband der Rentenberater: „Für alle Lebensphasen das Günstigste erhalten zu wollen, sogenannte Rosinenpickerei, kann weder das eine noch das andere System bieten."
  
Nach Meinung vieler aber trifft die Regelung oft die Falschen: Denn als Pflichtmitglieder unerwünscht sind durch die 9/10-Regelung häufig auch Frauen, die ihr Berufsleben jung begonnen haben, Kinder aufgezogen und später in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zurückgekehrt sind. Meist um 1950 geboren, ist es ihr Pech, dass sie mit Beamten, Soldaten oder Richtern verheiratet waren oder sind und über ihre Männer in den Erziehungszeiten zeitweise privat versichert waren. Zur Bemessung der Beiträge zur freiwilligen Krankenversicherung werden auch die Bezüge des Ehepartners sowie sonstige Einkünfte herangezogen. Die Folge ist, dass diese Frauen bis zu zwei Drittel ihrer ohnehin kleinen Rente für eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung aufwenden müssen.
Der Petitionsausschuss begründete seine Ablehnung unter anderem damit, dass die 9/10-Regelung die treffen solle, die über die Pflichtgrenze hinaus verdient hätten. „Auf die Ehefrauen von Beamten im einfachen oder mittleren Dienst, die früher wegen der Kindererziehungszeit zu Hause waren und kein eigenes Einkommen hatten, trifft das aber nicht zu", meint Koslowski. So hätte ihr vierköpfiger Haushalt, als ihr Mann 1971 verbeamtet wurde, mit 800 DM auskommen müssen.
   Der Petitionsausschuss lässt aber in seinem Beschluss keine Ausnahmen zu: Weder rückwirkend noch künftig soll an der 9/10-Regelung gerüttelt werden, lautet seine klare Botschaft. Selbst die Härtefälle von Frauen,  denen nur Tage oder Wochen zur Erfüllung der 90 Prozent fehlen, sollen demnach bestehen bleiben. Auch wenn das gelegentlich problematisch sei, müsse es immer einen Stichtag geben, heißt es zur Begründung.
Lediglich in einem Punkt sieht der Ausschuss Handlungsbedarf: Er will die Bundesregierung prüfen lassen, ob die Informationen für Betroffene verbessert werden könnten. Damit nimmt sich der Ausschuss wenigstens eines der Anliegen der Antragstellerinnen an: Denn besonders wütend macht es sie, dass sie oft erst von der 9/10-Regelung erfahren haben, als sie ihren Rentenantrag bereits gestellt hatten. „Da fehlen einer Frau vier Tage, einer anderen elf Tage, und das nur, weil sie nicht beraten wurden", kritisiert Koslowski. Der Bielefelderin selbst fehlten zu den 90 Prozent nur wenige Monate. „Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich natürlich länger gearbeitet", betont sie. Doch weder die Krankenkasse noch die Rentenversicherung hätten sie vorgewarnt. So sei sie wie viele andere auch in die Falle getappt.
   Die Aussicht auf eine mögliche Verschärfung der Informationspflicht ist für diese Betroffenen kein Trost. In ihrem Widerspruchsschreiben an den Petitionsausschuss weist Koslowski deshalb auf die Paragrafen 13 bis 15 SGB I hin. Dort ist der sogenannte sozialrechtliche Herstellungsanspruch geregelt: Er zielt darauf ab, Pflichtverletzungen eines sozialen Leistungsträgers insbesondere aus dessen Verpflichtung zur Aufklärung, Beratung und Erteilung von Auskünften abzugleichen. Erwächst dem Bürger ein Nachteil, weil er von einer Sozialbehörde falsch oder unvollständig beraten worden ist, so kann er unter den Voraussetzungen des sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs verlangen, so gestellt zu werden, wie er stehen würde, wenn die Behörde sich rechtmäßig verhalten hätte, heißt es dort. Noch aber stoßen selbst Frauen, die sich aktiv um Autklärung über die 9/10-Regelung bemühen, bei den Leistungsträgern häufig auf taube Ohren: So wurde etwa eine Leserin der Neuen Osnabrücker Zeitung, die sich schriftlich bei ihrer Krankenkasse danach erkundigt hatte, ob sie trotz kurzzeitiger Mitgliedshaft in einer privaten Krankenversicherung bei Renteneintritt in einem Jahr die Bedingungen für die Mitgliedschaft in der kostengünstigeren gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner erfüllen werde, per Telefon mit dem Hinweis abgespeist, dass es für eine Aussage darüber viel zu früh sei. Nach Ansicht von Rentenberater Thaysen verletzt die Kasse damit nicht nur ihre Auskunfts- und Beratungspflicht. „Sie zeigt außerdem auch einen enormen Nachholbedarf im Kundenverständnis", kritisiert der Experte.
Hartnäckig zum Ziel
  
Eine andere Leserin kam nur durch Hartnäckigkeit zum Ziel: Nach mehreren Abfuhren bestand sie darauf, den zuständigen Sachbearbeiter ihrer Krankenkasse zu sprechen. Der klärte sie über die Fakten auf. Gleichzeitig nahm er seine Kollegen in Schutz: Wenn er sich nicht tagtäglich mit der 9/10-Regelung beschäftigen müsste, wüsste er sicher auch nichts davon. Unsere Leserin jedenfalls weiß jetzt Bescheid. Sie darf sich nur noch ein Jahr und zehn Monate privat versichern: „Wenn ich mit 63 Jahren in Rente gehen möchte, wäre danach für mich der Zug für die Aufnahme in die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner sonst definitiv abgefahren.“NOZ160419WaltrdMessmann

Studie beklagt große Rentenlücke 

   Die Deutschen investieren nicht ausreichend in ihre Altersvorsorge. Ost-West-Angleichung wird wieder verscho- ben. Rund 21 Millionen Menschen in Deutschland sorgen nach einer Studie im Auftrag der Union Investment nicht ausreichend für ihr Alter vor. Die staatliche Altersversorgung allein, die gesetzliche Rente, reiche bei weitem nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand fortzuführen, sagte Bernd Raffelhüschen vom For- schungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg, der die Studie erstellt hat.
   „Verlassen sich die 38 Millionen Arbeitnehmer lediglich auf die staatliche Altersversorgung, fehlen ihnen nach heutiger Kaufkraft im Schnitt 800 Euro pro Monat", sagte Raffelhüschen. Dagegen könnten die 16,6 Millionen Menschen, die in Form von Riester-Rente oder betrieblicher Vorsorge zusätzlich privat für ihr Alter sparten, ihre Rentenlücke schließen. Solche Riester-Verträge bietet auch die Union Investment an, die die Studie angeregt hat.
  Die Renten steigen nicht so stark, wie sie es aufgrund der Löhne könnten
  
Die Bundesregierung hat es trotz ihrer Festlegung im Koalitionsvertrag nicht geschafft, das Rentenrecht in Ost und West anzugleichen. Trotz des Rentenplus im Osten von 3,29 Prozent zum 1. Juli forderte Mecklenburg-Vor- pommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) eine gesetzliche Angleichung der Altersbezüge an die Rente West. Viele Menschen in den neuen Ländern empfänden es als große Ungerechtigkeit, dass es mehr als 20 Jahre nach der Deutschen Einheit immer noch eine Rente Ost und eine Rente West gebe, sagte Sellering. Die Bundes- regierung habe ihr Versprechen, in dieer Wahlperiode zu einer Angleichung zu kommen, gebrochen. „Spätestens nach der Bundestagswahl muss ein neuer Anlauf unternommen werden", forderte Sellering.
   Eine Angleichung der Renten würde allerdings zulasten Jüngerer gehen: Löhne im Osten werden für die Rente höher bewertet als im Westen, weil das Einkommensniveau in den neuen Ländern niedriger ist. Diese Sonder- regelung würde wegfallen. Der Präsident des Sozialverbandes SoVD, Adolf Bauer, sagte: „Im Westen setzen sich die massiven Kaufkraftverluste der vergangenen Jahre fort. Ohne die Kürzungsfaktoren könnte die Renten- anpassung hier deutlich höher ausfallen." Dazu gehören der Riesterfaktor und der Nachholfaktor. Die Renten- erhöhung fällt laut Berechnungsformel schmaler aus, weil es staatliche Zuschüsse für Riestersparer gibt. Der Nachholfaktor bedeutet, dass für die Rentengarantie Geld ausgegeben wurde, das nun eingespart werden muss. Mit der Rentengarantie hat die Bundesregierung im Jahr 2009 dafür gesorgt, dass die Renten nicht gesunken sind, obwohl sie es nach der Berechnungslogik mussten.
   Der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Fraktion, Peter Weiß, forderte: „Die Rentenformel muss reformiert und vereinfacht werden. Jeder soll verstehen können, wie die Renten zustande kommen und wie die Anpassung verläuft." HA130321

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  Nahles will die Einheit bei der Rente
Sozialministerin plant Angleichung in Ost und West. Kritik von der Union

   Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will die Angleichung der Ostrenten an das Westniveau vorantreiben. Sie werde Ende des Monats einen Vorschlag vorlegen, wie diese Angleichung umgesetzt werden könnte, kündigte ein Ministeriumssprecher an. Details nannte er nicht.
   Zuvor hatte die „Bild"-Zeitung berichtet, Nahles wolle die Unterschiede zwischen den Renten in mehreren Schritten abbauen. Sie bezog sich dabei auf ein Modell, das im Mai vom Wirtschaftsforschungsinstitut ifo veröffentlicht worden war. Danach würde die Angleichung im Jahr 2021 beendet sein und pro Jahr drei bis vier Milliarden Euro zusätzliche Kosten verursachen.
   Nahles Pläne könnten einen Konflikt in der Koalition auslösen. Zwar hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag verabredet, in diesem Sommer zu prüfen, wie weit sich die Renten in Ost und West angenähert haben. Auch wollten sie entscheiden, wie es weitergeht und ob die Angleichung beschleunigt werden soll. Unionsfraktionschef Volker Kauder hatte Anfang des Jahres deutlich gemacht, dass CDU und CSU wenig Interesse an dem Thema haben. „Es gibt in der Sache Diskussionsbedarf", sagt Fraktionsvizechefin Sabine Weiss. Die ostdeutschen Unionsabgeordneten würden davor warnen, dass es bei schneller Angleichung Verlierer gebe, sagt Weiss: „Die Ostrentner profitieren, aber die jüngere Generation verliert."
   Derzeit beträgt der Rentenwert in Ostdeutschland 94 Prozent des Westwerts. Bis zum Jahr 2020 sollen es 100 Prozent sein. Würde Nahles die Angleichung beschleunigen und den Rentenwert über die normalen Rentenerhöhungen hinaus anheben, um die Lücke zu schließen, dann würden alle Ostdeutschen profitieren, die bereits in Rente sind. Das wäre aber nur ein Teil der Rentenangleichung. Das politische Risiko lauert an anderer Stelle: Weil ostdeutsche Löhne im Schnitt noch immer unter den westdeutschen liegen, werden sie bei der Berechnung der Rentenpunkte extra aufgewertet - derzeit um 13 Prozent. Diese Aufwertung würde aber wegfallen, wenn in Ost und West dasselbe Rentenrecht gelten würde. Ostdeutsche Arbeitnehmer, die erst in einigen Jahren in Rente gehen, würden sich schlechter stellen als mit der aktuellen Regelung. Die spannende Frage dürfte sein, wie Nahles dieses Problem lösen will.
   Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ermunterte Nahles, die Angleichung der Ostrenten an das Westniveau rasch voranzutreiben. „Die Menschen in den ostdeutschen Ländern empfinden es als große Ungerechtigkeit, dass es mehr als 25 Jahre nach der Deutschen Einheit immer noch eine Rente Ost und eine Rente West gibt", sagte Sellering dieser Redaktion. „Wir müssen jetzt endlich zu einer Lösung kommen." Dass Nahles nun einen Vorschlag machen wolle, sei ein „klares Signal" für eine schrittweise Angleichung der Renten. Über die konkreten Schritte müsse man aber sprechen 
HA160707JochenGaugelePhilippNeumann

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Grafik: Steigerung der Renten 2002-2012 Nun doch mehr Geld für die Rentner
Foto: Präsident der Deutschen Rentenversicherung Herbert Rische sieht Spielraum für eine Erhöhung

Mehr Geld für 20 Millionen Menschen Deutsche Renten steigen kräftig
    2011 hatten sich die Rentner mit einer bescheidenen Erhöhung von einem Prozent zufriedengeben müssen. 2010 hatte es als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise noch eine Renten-Nullrunde gegeben. Die Renten orien- tieren sich jeweils an der Lohnentwicklung des Vorjahres.
   Möglich wird der überraschend hohe Rentenzuschlag in diesem Jahr deshalb vor allem durch die gute Lohnent- wicklung mit plus 3,2 Prozentpunkten im Westen und 3,3 Punkten im Osten, sagte Rische. Die Beitragssenkung wird begünstigt durch den sich für 2011 abzeichnenden Überschuss von 4,4 Milliarden Euro in der Rentenkasse. Deren Rücklagen erreichen damit zum Jahresende fast 24 Milliarden Euro. Das entspricht 1,38 Monatsausgaben.
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 Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische Foto oben, warnte davor, der Staat könne ver- suchen, seinen Anteil an der Finanzierung der Rente zu reduzieren und den Bundesschuss von rund 80 Milliarden Euro zu kürzen. „Die Bundesmittel sind keine Subvention", sagte Rische. Damit würden vielmehr Leistungen finan- ziert, die nicht zum Kerngeschäft der Rentenversicherung gehörten etwa die Anrechnung von Zeiten ohne Bei- tragszahlung, die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten sowie Finanztransfers von West nach Ost. Ihre Finanzierung aus dem allgemeinen Steueraufkommen sei sachgerecht. FAZ100625enn

Mögliche Rentenerhöhungen werden künftig je nur zur Hälfte weitergegeben
   Eigentlich hätte 2011 die gute Lohnentwicklung rechnerisch zu einer doppelt so hohen Rentensteigerung führen müssen: Das mögliche Rentenplus von 1,99 Prozent wurde aber halbiert, weil ein Überhang, der in den Vorjahren wegen unterbliebener, aber eigentlich fälliger Rentenminderungen entstanden ist, nun Schritt für Schritt abgebaut wird. Den Ausgleichsbedarf gab das Arbeitsministerium im Jahr 2011 mit 3,81 Prozent im Westen und 1,83 Prozent im Osten an. Er ist durch die Rentenschutzklausel entstanden, die bei schwacher Lohnentwicklung die Rentner vor Kürzungen schützt. Diese Klausel sorgte also dafür, dass die Rentner im Westen 3,81 Prozent mehr bekamen als ihnen ohne Rentengarantie zustünde. Im Osten waren es 1,83 Prozent im Jahr 2011.
   Dieser Überhang wird nun abgeschmolzen. Er verringerte sich zum 1. Juli im Westen auf 2,85 Prozent, im Osten auf 1,43 Prozent. In den kommenden Jahren wird er weiter abgebaut, indem mögliche Rentenerhöhungen jeweils nur zur Hälfte weitergegeben werden. Die Rentner bezahlen damit die Rentengarantie im Nachhinein. 2011 war das erste Jahr, in dem früher durch Schutzklauseln verhinderte Rentenminderungen nachgeholt werden. HA110316

Die Altersbezüge werden künftig fast so stark klettern wie die Löhne, weil viele Dämpfungsfaktoren auslaufen Anlage der Geldreserve nach Finanzkrise schwieriger geworden
   Die gesetzliche Rente bleibt für viele Bürger ein Buch mit sieben Siegeln. Wann man unter welchen Bedingungen in den Ruhestand gehen darf und was die Rentenkasse jeden Monat überweist, ist vielen unklar - trotz einer wahren Flut an Informationen. Deshalb bleibt die Zahl der Einsprüche hoch. Fast jeder Vierte legte nach einem Rentenbescheid Widerspruch ein. Von rund 1,6 Millionen Festlegungen der Rentenversicherung im Jahr 2009 wurden 375.000 angefochten. 185.000 Widersprüche betrafen die Bescheide zur Altersrente. Der Rest bezog sich zum Beispiel auf Reha-Maßnahmen, die nicht gewährt wurden. „Die Zahl der Widersprüche ist noch relativ stabil, aber rückläufig", sagte der Präsident der Rentenversicherung, Herbert Rische, dem Hamburger Abendblatt. Und die Erfolgsaussichten sind gering. 120.000 Widersprüche wurden gleich per Telefon oder auf kurzem Dienstweg ge- klärt. Häufig war den Antragstellern die Gesetzeslage oder die Berechnung nicht klar. 3.000 Eingaben führten zu einem Teilerfolg, 2.000 Widersprüchen gab die Rentenversicherung komplett statt. Zur Verwirrung trägt auch bei, dass beispielsweise für eine heute 60- jährige Frau (geboren im Oktober 1950) vier Zeitpunkte gelten, an denen sie in Rente gehen kann. Normalerweise endet ihr Berufsleben im März 2016. Mit 45 Beitragsjahren kann sie je- doch schon vier Monate früher gehen, mit lebenslang 8,4 Prozent Einbußen bei der Rente schon im November 2013. Verzichtet sie auf 18 Prozent der Rente, kann sie bereits heute in den Ruhestand. Bei Altersteilzeit oder Arbeitslosigkeit sehen die Bedingungen wieder anders aus. Die jedes Jahr verschickten Renteninformationen tragen immerhin zu etwas Aufhellung bei. Sie sollen künftig sprachlich so verfeinert werden, dass Otto Normal- versicherter sie besser versteht.
   Auch die Deutsche Rentenversicherung selbst muss sich mit einer komplexen Materie auseinandersetzen. Risches Rechenkünstler wissen kaum noch, wohin mit der Reservekasse. Die Geldanlage ist nach der Finanzkrise komplizierter geworden. Sicher müssen die Milliarden der Rentenversicherung investiert werden - und schnell ab- rufbar. Doch hohe Zinsen winken heute nicht. Rische sagte, man lege freie Mittel in Tagesgeld und Monatsgeld statt in renditestarken Papieren an. HA101111ryb

Anträge online stellen – ein neuer Service der Deutschen Rentenversicherung

   Anträge auf Leistungen der Rentenversicherung können jetzt auch online gestellt werden. Damit bietet die Deut- sche Rentenversicherung eine moderne, wirtschaftliche und bürgernahe Dienstleistung an. Hierauf weist die Deut- sche Rentenversicherung Bund in Berlin hin.
   Die Online-Antragstellung ist möglich über die Internetseite www.deutsche-rentenversicherung.de (Beratung). Der ausgefüllte Antrag wird auf sicherem Weg elektronisch an die Deutsche Rentenversicherung versandt und dort bearbeitet. Ähnlich wie beim Verfahren Elster der Finanzämter muss zusätzlich ein Unterschriftenblatt per Post an den zuständigen Rentenversicherungsträger gesandt werden. Wird eine Signaturchipkarte mit elektronischer Un- terschrift verwendet, entfällt dieser Schritt.
  Wer seinen Antrag zusammen mit einem Rentenfachmann stellen möchte, kann in den Auskunfts- und Beratungs- stellen der Rentenversicherungsträger, den Gemeindebehörden und Versicherungsämtern oder bei einem Versi- chertenberater einen Termin vereinbaren. Fragen, die bei der Antragstellung aufkommen, werden auch von den Mitarbeitern des Servicetelefons unter der kostenlosen Nummer 0800 1000 4800 beantwortet.
Online-Antragstellung
   Stellen Sie Ihren Rentenantrag bequem am eigenen Computer und leiten Sie ihn dann direkt weiter an die Deut- sche Rentenversicherung. Unser Service macht´s möglich. Damit können Sie im komfortablen Dialogverfahren einen Antrag in Ruhe zu Hause ausfüllen, Ihnen steht eine Online-Hilfe zur Verfügung, die Sie bei unklaren Frage- stellungen unterstützt und auf Eingabefehler hinweisen soll.
   Sie können bequem vom heimischen Computer aus Anträge auf Rente, auf eine Rehabilitationsmaßnahme, zur bargeldlosen Beitragsentrichtung oder auf Kontenklärung stellen. Völlig papierlos ist dies mit unserem eAntrag im eService möglich. Benötigt wird allerdings eine akzeptierte Signaturchipkarte und ein Internetzugang. Der un- komplizierte direkte Draht zum Rentenversicherer nutzt bereits während der Antragstellung die beim Renten- versicherungsträger vorhandenen Daten. So können Ihre Angaben gleich überprüft werden. Zeitaufwendige Nachfragen sollen dadurch entfallen. Auf Wunsch können Sie Ihren Bescheid auch per eMail erhalten. Dieser wird selbstverständlich auf genauso sicherem Wege verschickt wie Ihre Antragsdaten.
   Sie besitzen keine Signaturchipkarte, dann gibt es auch dafür eine Lösung. Alles was Sie für Ihren eAntrag brauchen, ist ein PC, ein Drucker und eine Internetverbindung. Zur Erfassung des Antrages benötigen Sie die Ver- sicherungsnummer. Diese finden Sie in der Post des Rentenversicherungsträgers. Damit der Antrag rechtsver- bindlich gestellt ist, bitten wir Sie, den Antrag erst elektronisch abzusenden und dann den unterschriebenen Ausdruck per Post innerhalb von 14 Tagen an Ihren Rentenversicherungsträger zu schicken. DR100507

Rente leichter online berechnen

   Wer wissen möchte, wie viel Geld er im Seniorenalter voraussichtlich bekommt, kann das mit dem neuen Renten- schätzer des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) tun. Der DIA-Rentenschätzer 3.0 ist ein neutrales, produktunabhängiges Rechentool für die private Vorsorgeplanung. Er errechnet anhand aktueller Daten die künf- tige Nettorente und das Rentenniveau des Nutzers. Zudem weist er auf, wie man mögliche Versorgungslücken mit einem Sparplan schließen könnte. Auch die steuerlichen Auswirkungen werden dabei berücksichtigt. 
Internet:  www.rentenschaetzer.com/  NOZ120222dapd

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Rentenreform trifft auch Hinterbliebene
   Altersgrenze für die Witwenrente wird stufenweise von 45 auf 47 Jahre heraufgesetzt

 Die Rente mit 67 bringt seit Jahresbeginn 2012 peu à peu einen späteren Renteneinstieg als bisher - von Ausnah- men abgesehen. Zeitgleich damit wurde auch die Altersgrenze für die sogenannte „große" Witwenrente herauf- gesetzt: von 45 auf künftig 47 Jahre.
Wer ist davon betroffen?
   Zunächst das Grundsätzliche: Für den Anspruch auf eine Witwen-/Witwerrente aus der gesetzlichen Renten- versicherung genügt es im Regelfall, dass die verstorbene Person bereits eine Versicherungszeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt hatte.
Die sogenannte große Witwen-/Witwerrente von normalerweise noch 60 Prozent der Rente des verstorbenen Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners wird gezahlt, wenn der hinterbliebene Partner mindestens 45 Jahre alt ist oder ein waisenrentenberechtigtes Kind „unter 18" erzieht oder für ein behindertes eigenes Kind sorgt (ohne Altersgrenze) oder selbst vermindert erwerbsfähig ist. Diese Rente steht lebenslang zu.
Die kleine Witwen-/Witwerrente von 25 Prozent der Rente des verstorbenen Ehe-/Lebenspartners wird gezahlt, wenn nicht wenigstens eine der Bedingungen für die „große" Hinterbliebenenrente erfüllt ist. Sie wird nur zwei Jahre lang gezahlt. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die Witwe (beziehungsweise der Witwer) nach der Übergangszeit selbst voll für ihren Lebensunterhalt sorgen kann. Wird aber eine der Bedingungen für die „große" Witwenrente erfüllt, etwa der 45. Geburtstag gefeiert, so steht von da an auch die höhere Rente zu.
    Für Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner, die nach 2001 geheiratet haben oder bei denen beide Partner vor 2002 noch keine 40 Jahre alt waren, gilt zusätzlich neues Recht: Die große Witwenrente steht in solchen Fällen nur noch in Höhe von 55 statt 60 Prozent der Rente des verstorbenen Versicherten zu, die er bereits bezogen hat oder auf die er Anspruch gehabt hätte.
   Zum Ausgleich für die Rentenkürzung sieht das Gesetz für Hinterbliebene, die Kinder bis zum dritten Lebensjahr erzogen haben, einen „dynamischen Zuschlag" vor. Er beträgt für das erste Kind 22,15 Euro im Osten sowie 24,97 Euro im Westen bei der kleinen Witwenrente, 48,74 Euro im Osten und 54,93 Euro im Westen bei der „großen" Witwenrente - jeweils für das erste Kind. Für jedes weitere Kind gibt es die halben Zuschläge.
   Hat die Ehe (oder Partnerschaft) weniger als ein Jahr gedauert, so ist der Anspruch auf die Witwen-/Witwerren- te nur gegeben, wenn es sich nicht um eine „Versorgungsehe" gehandelt hat - wenn also nicht zu vermuten ist, dass die Verbindung deshalb eingegangen wurde, um dem Partner eine Hinterbliebenenrente zu verschaffen. Das könnte zum Beispiel bei einer Eheschließung auf dem Sterbebett der Fall sein.
   Die Vermutung kann zum Beispiel dadurch entkräftet sein, dass der Partner durch einen Unfall gestorben ist. Hochzeiten zu einem Zeitpunkt, in dem ein Partner etwa fortgeschritten krebskrank ist, bringen regelmäßig keinen Anspruch.
   Drei Monate nach dem Tod der oder des Rentenversicherten wird die Witwenrente stets in der Höhe gezahlt, die der/dem Verstorbenen selbst zugestanden hat oder hätte („Sterbevierteljahr").
   Die Anhebung der Altersgrenzen, bekannt als „Rente mit 67", wirkt sich auch auf die Hinterbliebenrenten aus: Die Altersgrenze für die „große" Witwenrente steigt von 45 auf 47 Jahre. Das gilt für Todesfälle nach 2011. Die Heraufsetzung vollzieht sich wie bei der Altersrente in sehr kleinen Stufen - anfangs von nur einem Monat je Le- bensjahr. Die Endstufe wird erst im Jahr 2029 erreicht. Dann wird die Rente erst gezahlt, wenn das 47. Lebensjahr vollendet ist.
   Ist der Ehe- oder Lebenspartner vor dem 63. Geburtstag gestorben, so wird die Hinterbliebenenrente gekürzt. Beim Tod des Verstorbenen vor dem 60. Geburtstag beträgt der Abzug 10,8 Prozent, beim Tod zwischen dem 60. und dem 63. Geburtstag sind es 0,3 Prozent für jeden Monat vor dem 63. Geburtstag. HAZ120102WolfgangBüser

Rente wird drei Monate ungekürzt weitergezahlt

  Stirbt der Partner oder ein Elternteil, dann zahlt die gesetzliche Rentenversicherung den Hinterbliebenen eine Art Unterhalt: Witwen, Witwer und Waisen erhalten eine Rente, in den ersten drei Monaten nach dem Tod des Part- ners sogar unabhängig vom eigenen Einkommen. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig- Hannover hin.
   Bekam der Verstorbene bereits eine Rente, dann bleiben den Hinterbliebenen in den ersten drei Monaten nach seinem Tod zumindest finanzielle Einbußen erspart. In dieser Zeit zahlt die gesetzliche Rentenversicherung die volle Rente weiter. Auch wenn bislang noch kein Altersgeld gezahlt wurde, erhält die Witwe oder der Witwer im so genannten Sterbevierteljahr eine Rente. Erst nach diesen drei Monaten wird geprüft, wie weit steuerpflichtige Einkommen der Hinterbliebenen angerechnet werden.
   Wie alle anderen Renten muss auch eine Hinterbliebenenrente zunächst beantragt werden. Die Familienange- hörigen können sich dabei an die Experten der gesetzlichen Rentenversicherung wenden. In der Auskunft und Be- ratung der Deutschen Rentenversicherung stehen ihnen erfahrene Rentenfachleute zur Seite. Auch die Ver- sichertenältesten helfen den Hinterbliebenen weiter. eHAZ060619 

Staatsdiener sind im Alter gut versorgt
Kluft zwischen Rente und Pension wird tiefer/ Besonders üppige Altersbezüge für Politiker 

   Abgeordnete und Minister sind im Alter um ein Vielfaches besser abgesichert als Rentner. Das geht aus dem Al- terssicherungsbericht der Bundesregierung hervor. Der alle vier Jahre erscheinende Bericht gibt Auskunft über die Entwicklung von Renten und Pensionen. Nach dem neuen Bericht bezog ein Rentner in den alten Ländern 2011 im Durchschnitt 985 Euro im Monat, in den neuen Ländern 1.079 Euro. Eine Rentnerin im Westen bekam 484 Euro, im Osten 715 Euro. Die höheren Renten in den neuen Ländern erklären sich laut Alterssicherungsbericht aus den län- geren Erwerbs- und Anrechnungszeiten. Im letzten, 2008 veröffentlichten Alterssicherungsbericht lag die Durch- schnittsrente der Männer noch bei 963 Euro im Westen und 1.066 Euro im Osten. Frauen bekamen damals 456 Euro (West) und 669 Euro (Ost).
   Deutlich besser als den Beziehern einer gesetzlichen Rente geht es jedoch nach dem Alterssicherungsbericht, aus dem auch die „Bild"-Zeitung zitiert, ehemaligen Beamten. Ein Pensionär des Bundes bekam nach den  jüng- sten  Erhebungen  von  2011  im  Durchschnitt  2.750 Euro Pension, ein ehemaliger Landesbeamter 2.940 Euro und ein Germeindebeamter 2.840 Euro Pension im Monat. Damit ist die Kluft zwischen Rentnern und Versorgungs- empfängern in disn letzten vier Jahren noch größer geworden. Der Bericht von 2007 wies Durchschnittpensionen von 2.580 Euro (Bund), 2850 Euro (Länder) und 2.680 Euro (Gemeinden) aus. Selbst die Hinterbliebenen- versorgung ist nach dem Bericht höher als die gesetzliche Rente. So bezog eine Bundesbeamten-Witwe im Schnitt 1.580 Euro, eine Landesbeamten-Wiitwe 1.690 Euro.
   Noch besser sind nur ehemalige Politiker im Ruhestand versorgt. Der Bundestag zahlt seinen rund 800 Abgeordneten-Pensionären im Durchschnitt 3.004 Euro Pension. Auch die Länder versorgen ihre früheren Politiker gut. So bekommen ehemalige Abgeordnete in Bayern 3.126 Euro, in Baden-Württemberg 2.792 Euro und in Rhein- land-Pfalz 2.724 Euro. Nur in den Teilzeit-Parlamenten der Stadtstaaten Hamburg (314 Euro) und Bremen (977 Euro) fallen die Pensionen relativ niedrig aus. Insgesamt zahlen Bund und Länder rund 112 Millionen Euro im Jahr für die Pensionen der Abgeordneten und ihrer Hinterbliebenen. Hinzu kommen für 258 ehemalige Minister und 133 Hinterbliebene in Bund und Ländern Pensionsausgaben von 40,7 Millionen Euro.
   Leicht vergleichen lassen sich die Alterssicherungssysteme indes nicht: Mehr als zwei Drittel der Pensionäre waren im höheren und gehobenen Dienst und verdienten überdurchschnittlich; so fallen auch die Pensionen höher aus. Außerdem belasten die Ausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung ehemalige Staatsdiener im Schnitt stärker. Unterschiedliche Belastungen kommen derzeit noch aus einer unterschiedlichen Besteuerung von Renten und Pensionen. Ferner erhalten Angestellte im öffentlichen Dienst in der Regel eine Zusatzversorgung, Beschäf- tigte in der Wirtschaft können zusätzlich Betriebsrenten beziehen. Diese sind im Bericht nicht berücksichtigt. FAZ121026emn

Jüngere Arbeitnehmer erhalten immer weniger Rente

   Durch die Rentenreform und Arbeitslosigkeit erreichen jüngere Arbeitnehmer nach einer Studie immer seltener volle Rentenansprüche. Die ausgezahlte Rente von Neu-Rentnern liege bereits deutlich unter der allgemeinen Durchschnittsrente der Ruheständler, teilte gestern die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mit, die die Studie gefördert hat. Durch einen späteren Berufseinstieg und Phasen von Arbeitslosigkeit sammelten jüngere Beschäftigte im Durchschnitt weniger Renten-Entgeltpunkte. Ein 45-jähriges Arbeitsleben sei für die meisten Ver- sicherten utopisch geworden, erklärte Falko Trischler vom Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie. Die jüngeren Jahrgänge seien öfter von Arbeitslosigkeit betroffen. Der durch die Rentenreform spätere Eintritt in die Rente verschärft nach Auffassung der Wissenschaftler das Problem. 17 Prozent der Versicherten seien in den letzten Jahren vor der Rente überwiegend arbeitslos. Nicht einmal einem Drittel der über 25 Jahre versicherungs- pflichtigen Beschäftigten gelinge ein glatter Ubergang in den Ruhestand. HA110520epd

re-ProfWinfriedSchmähl-x     Die verengte Debatte über Altersarmut

Foto: Winfried Schmähl ist Rentenfachmann und emeritierter Professor für VWL in Bremen.

   Deutschlands Alterssicherung befindet sich nach angeblich „alternativlosen" politischen Entscheidungen in einem schleichenden, aber tiefgreifenden Umbruch. Privatisierung und Deregulierung zur Stärkung des „Finanzplatzes Deutschland" wurden seinerzeit begleitet von demographischen Krisenszenarios, mit denen das Vertrauen in die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung (GRV) systematisch untergraben wurde. Mit den zwischenzeit- lich in Kraft getretenen Maßnahmen wird das Leistungsniveau der GRV schrittweise um rund ein Viertel reduziert. Die gesetzlichen Renten wurden von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt und zunehmend mit Steuern und Sozialabgaben belastet. Privat- wie auch Betriebsrenten sind kaum dynamisiert. Steigendem Einkommens- bedarf bei Gesundheitsproblemen im Alter stehen Alterseinkommen gegenüber, die damit nicht Schritt halten.
   Die Bürger müssen die aufgerissene Lücke in der Alterssicherung durch private und betriebliche kapitalmarkt- abhängige Vorsorge stopfen, durchaus im Interesse der Finanzindustrie, setzt die Sparer dagegen weiteren Risi- ken aus und verteuert deren Altersvorsorge. Ergänzende Altersvorsorge erfolgt weder flächendeckend noch vom Umfang her ausreichend, nicht zuletzt wegen vielfach langdauernder Arbeitslosigkeit oder niedriger Einkünfte. Folgen sind eine zunehmende Ungleichheit von Alterseinkommen und die Gefahr steigender Altersarmut. Dies wurde lange geleugnet, rückt nun aber ins Zentrum der politischen Diskussion. Die Regierung diskutiert seit kurzem in einem „Rentendialog" Gegenmaßnahmen.
   Die Diskussion wird aber gezielt auf wenige Fragen verengt, denn die Gründe für unzureichende Altersein- künfte werden ausschließlich in der Entwicklung am Arbeitsmarkt und in Erwerbsbiographien gesucht, nicht jedoch in den politisch gewollten Leistungseinschnitten. Doch selbst ein Durchschnittsverdiener wird im Laufe der Zeit über 35 Beitragsjahre benötigen, um eine gesetzliche Rente in Höhe der - ohne Beitragszahlung erhältlichen - bedarforientierten Grundsicherung zu erzielen, bei unterdurchschnittlichem Verdienst sogar noch weitaus mehr. Selbst für Durchschnittsverdiener besteht die Gefahr, dass ihre spätere Rente bei Erwerbsunterbrechungen nicht einmal die Grundsicherung erreicht. Der Anreiz zur Beitragszahlung und zur privaten Vorsorge bei unterdurchsch- nittlichen Einkünften wird untergraben, da im Falle bedürftigkeitsgeprüfter Leistungen die frühere Vorsorge mögli- cherweise nur das Sozialamt entlastet, statt die eigene Einkommenslage zu verbessern. Verlust der Akzeptanz für ein Pflicht-Beitragssystem und eine sozialpolitisch brisante Zeitbombe drohen. Doch politische, nicht nur fiskalische Nachhaltigkeit ist erforderlich.
   Inzwischen werden altbekannte Vorschläge für eine untere Auffanglinie zugunsten langjährig Versicherter prä- sentiert: Integration bedürftigkeitsgeprüfter Leistungen in die gesetzliche Rentenversicherung oder die Anhebung niedriger Renten. Dies wären aber weitere Schritte zum Zerstören der gesetzlichen Rente als einem System, das auf Leistung und Gegenleistung beruht mit einer Rente als Lohnersatz. Stattdessen zielt dies auf ein Umvertei- lungssystem, das primär der Armutsbekämpfung dient und schließlich Steuerfinanzierung erfordert - ein Konzept, das schon bisher viele (mit Verweis auf Schweiz oder Niederlande) verfolgten.
   Die Alternative eines umlagefinanzierten, beitragsbezogenen Rentensystems mit einem Leistungsniveau, bei dem die Rente langjährig Versicherter spürbar über der Grundsicherung liegt, bleibt weiterhin politisch ausgeklam- mert, ist aber ökonomisch durchaus realisierbar. Dadurch würden negative Folgen der jetzigen Strategie vermie- den, ohne signifikant die Beitrags-Obergrenze von 22 Prozent zu überschreiten. Die insgesamt erforderlichen Vorsorgebeiträge könnten sogar sinken, wenn Privatvorsorge die GRV ergänzen und nicht ersetzen müsste. Kann Altersarmut nicht vermieden werden, dann sollte sie zielgenau bekämpft werden, tatsächliche Bedürftigkeit vor- aussetzen und außerhalb der GRV erfolgen, um Beitrags- und Steuerfinanzierung nicht weiter zu vermischen. Um Arbeitsanreize nicht zu verwässern, sollte dem Rentenbeitrag eine entsprechende spätere Gegenleistung gegen- überstehen, die spürbar zum Lebensunterhalt im Alter beiträgt.
   Die jetzige Alterssicherungspolitik zerstört ein Modell, das jahrzehntelang maßgeblich durch Lohnbezogenheit zur Vermeidung von Altersarmut beitrug. Doch bislang fehlen einflussreiche politische Kräfte, die ein Umsteuern auch nur in Erwägung ziehen. Eine Voraussetzung wäre, dass Medien der Bevölkerung Wirkungen alternativer Strategien aufzeigen. Auch wenn die Kürzung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rente bereits deutlich vorangeschritten ist, so ist es für die Korrektur noch nicht zu spät. Sie erfordert aber zweifel- los den politischen Mut einzugestehen, dass Versicherte und Rentner nicht zu den Gewinnern des statt- findenden Umbruchs in der Altersvorsorge gehören. FAZ111005

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Mit Immobilienrente Altersrente aufbessern - Staatliche Förderbanken starten neues Angebot
für Hausbesitzer ab 60 - Verbraucherschützer zufrieden

Für die Risiken beachten Sie, bitte, auch den folgenden Artikel!

Eine schöne Zusatzrente winkt Immobilienbesitzern, wenn sie das neue Angebot in Anspruch nehmen.
   Ältere Hausbesitzer können die eigene Immobilie schon bald zur Aufbesserung ihrer Rente nutzen und dabei lebenslang im Eigenheim wohnen bleiben. Möglich wird das durch die Immo-Förderrente, die in Kürze eingeführt wird. Dabei nimmt der Eigentümer eine Hypothek auf sein Haus oder die Eigentumswohnung auf. Vergeben wird das Darlehen durch öffentliche Förderbanken. Verbraucherschützer halten das Angebot für empfehlenswert. Das Grundkonzept überzeuge. „Ältere Immobilienbesitzer können sich so eine verlässliche Zweitrente sichern", sagt Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
  Entwickelt wurde das Modell vom Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), dem die Landes- banken sowie die bundes- und landeseigenen Förderbanken angeschlossen sind. Die Immo-Förderrente orientiert sich an Modellen, wie sie schon lange in den USA und Großbritannien unter der Bezeichnung „Reverse Mortgage"(Umkehrhypothek) angeboten werden. Gedacht ist das Produkt für Immobilienbesitzer ab 60 Jahren mit geringem Einkommen. „Die Immo-Förderrente soll ihnen bis ins hohe Alter das Wohnen im eigenen Haus ermöglichen", sagt VÖB-Expertin Beate Siewert.
   Bei der Umkehrhypothek baut sich die Schuldenlast mit der Rentenzahlung Jahr für Jahr auf, der Empfänger bleibt aber immer Immobilienbesitzer. „Die Besonderheit ist, dass die Kredithöhe ausschließlich vom Wert der Im- mobilie abhängt", erläutert Siewert. Dabei schätzen Gutachter, was das Haus in 20 bis 30 Jahren wert ist. Auf dieser Grundlage wird festgelegt, wie hoch Haus oder Wohnung belastet werden können. Entscheidend für die Höhe der monatlichen Rente sind das Alter des Kunden bei Vertragsabschluss sowie der aktuelle Festzinssatz.
  Wie die Immo-Förderrente funktioniert, verdeutlicht ein Beispiel: Ein Gutachter ermittelt als Wert eines Hauses die Summe von 280.000 Euro. Der erwartete Wert der Immobilie in 20 Jahren beträgt 250.000 Euro. Von dieser Summe wird das sogenannte Garantieentgelt abgezogen. Das errechnet sich aus der statistischen Lebens- erwartung des Kunden. Da die Rente in jedem Fall bis zum 110. Lebensjahr gezahlt wird und die ausgezahlte Rente die Darlehenssumme übersteigen kann, muss ein Garantieentgelt gezahlt werden, dessen Höhe zwischen 25 und 33 Prozent des Schätzpreises beträgt. Und so wird aus dem Schätzwert von 250.000 Euro ein Darlehen in Höhe von 150.000 Euro. Bei einem Zins von 6 Prozent würde ein 70-jähriger Eigentümer eine monatliche steuerfreie Rente in Höhe von 233 Euro bekommen.
   Als Rentenempfänger sind beide Eheleute berechtigt, und das gilt auch für das lebenslange Wohnrecht. Bei einem Umzug ins Pflegeheim endet der Vertrag automatisch. Dann kann der Eigentümer wählen, ob er das Haus verkauft, vermietet oder an die Erben übergibt. „Auf jeden Fall muss das Darlehen dann zurückgezahlt werden", erläutert Siewert.
   Die Immo-Förderrente ist zunächst in Schleswig-Holstein eingeführt, weitere Bundesländer folgen. „Allerdings werden die Vertragsbedingungen in jedem Land unterschiedlich ausfallen", sagt Siewert. Die Experten rechnen bundesweit mit einer erheblichen Nachfrage. Nach Untersuchungen des VÖB gibt es in der Altersklasse von 55 bis 69 Jahren bundesweit mehr als eine Million Haushalte, die eine Immobilie im Wert von mehr als 100.000 Euro besitzen und zugleich über ein unterdurchschnittliches Einkommen verfügen.
   Mittlerweile sind auch erste Angebote von Privatanbietern am Markt. Wolfgang Schuldzinski von der Verbrau- cherzentrale NRW warnt jedoch vor einem schnellen Abschluss. Interessenten sollten unbedingt mehrere Angebote vergleichen und möglichst warten, bis auch die Förderbanken dabei sind. Auch sei es ratsam, das Vorhaben mit den Erben abzusprechen, um Ärger zu vermeiden. Und schließlich könnten die Bankangebote auch für Ernüchterung sorgen, denn: „Der Wert des eigenen Hauses wird von den Besitzern meist viel zu hoch ge- schätzt." HAZap090720ManfredRolfsmeier

Verrentung des Eigenheims ist für Senioren bittere Pille - Der Markt für umgekehrte Hypotheken
kommt in Deutschland trotz hoher Nachfrage nicht in Schwung. Die Vermögensfrage.

   Die Altersversorgung ruht in der Regel auf drei Pfeilern. Zuerst kommt die gesetzliche Rente. Dann folgen die be- trieblichen Leistungen. Zum Schluss wird das private Vermögen angezapft. Es besteht in vielen Fällen aus dem Eigenheim und freiem Kapital, so dass die Gesamtrente aus vier Quellen gespeist wird. In einzelnen Haushalten, vor allem bei Freiberuflern und Gewerbetreibenden, sieht die finanzielle Wirklichkeit freilich nicht so rosig aus. Hier reicht die gesetzliche Rente, sofern sie überhaupt fließt, fürs tägliche Leben, aber betriebliche Zuwendungen sind ein Fremdwort. Das Eigenheim mag schuldenfrei sein. Doch zusätzliche Vermögenswerte wie Anleihen, Immobilien und Aktien sind nicht überall vorhanden.
   Genauso kann es aber auch Angestellten gehen. Und die Tendenz, dass es so kommen wird, nimmt deutlich zu. Das liegt in erster Linie an der Lebensgestaltung, die sich in den vergangenen Jahren gewaltig geändert hat. Die akademische Ausbildung verschlingt viel Zeit. Danach kann es eine Weile dauern, bis der Einstieg in das Berufs- leben klappt. Wenn überhaupt geheiratet wird, findet die Hochzeit selten vor Ende 20 statt. Die ersten Kinder kommen bei vielen Frauen mit Mitte 30. Das Eigenheim wird mit Ende 30 angepackt. Wenn dann auch noch die Finanzierung auf 25 oder 30 Jahre angelegt wird, sind Engpässe kaum zu vermeiden. Bei solchen Verläufen steht nur selten Geld für den Aufbau des freien Vermögens zur Verfügung, so dass im frühen Alter guter Rat teuer ist.
   Die jungen Rentner, vormals angestellt oder selbständig, sitzen in der Falle. Sie leben in goldenen Käfigen, die vielleicht 300.000 oder 400.000 Euro wert sind. Doch die laufenden Bezüge sind so gering, dass die Frage auf- taucht, wie die Objekte versilbert werden können, um den Lebensabend in finanzieller Hinsicht aufzuhellen. Die gegenwärtigen Möglichkeiten werden in folgendem Fall deutlich.
   Ein Verkäufer ist 65 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, die finanziell auf eigenen Beinen stehen. Der Vater hat über viele Jahre hinweg ordentlich verdient. Allerdings hat der Vertreter, wie das im Verkauf üblich ist, auch „flott" gelebt. In den Anfangsjahren sind die Provisionen in den Konsum geflossen. Später hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es nicht nur Einnahmen und Ausgaben, sondern auch noch Steuern gibt. So hat es für größere Rücklagen einfach nie gereicht. Autos,  und Urlaube standen immer an vorderster Stelle. Das Leben des Verkäufers war von Provisionen, Konsum und Steuern bestimmt. Und es ist fast ein Wunder, dass der Familienvater wenigstens ein Eigenheim gebaut und die Hypotheken und Kredite getilgt hat.
    Die Reserve ist heute Gold wert, weil die gesetzliche Rente nur 1.500 Euro im Monat beträgt. Die laufenden Ausgaben für Auto, Ernährung, Haus, Kleidung und Versicherungen betragen aber 2.500 Euro je Monat. Der Verkäufer macht trotz seiner 65 Jahre noch das eine oder andere Geschäft. Doch auf Dauer sind die Einnahmen im Verhältnis zu den Ausgaben zu gering. Daher rückt das Eigenheim, das etwa 350.000 Euro wert ist, immer mehr in den Blickpunkt der familiären Diskussion: Verkaufen, verschulden oder verrenten?
Hausverkauf ist der einfachste Weg
  Der einfachste Weg ist der Verkauf des Hauses, doch dieser Schritt erscheint dem Mann wie ein Offenbarungseid. Er hat Jahrzehnte für das Eigenheim geschuftet und die Schulden abgetragen, so dass es eine bittere Erfahrung wäre, diesen Schatz wieder aus der Hand zu geben. Trotzdem kann der Umzug in eine Mietwohnung sinnvoll sein. Der Verkauf des Hauses liefert,  falls  es  für 350.000 Euro über den Tisch geht,  monatliche Bruttoeinnahmen von 1.600 Euro.
   Hinter dem Betrag steckt die Idee, mit dem Geld zu einer Versicherung zu gehen und eine Leibrente einzu- kaufen, die bis zum Lebensende bezahlt wird. Der Tausch des Einmalbetrages gegen die lebenslange Rente ist ein Klassiker, der bei Privatleuten unterschiedliche Reaktionen auslöst. Die einen Anleger begrüßen die Einfachheit: Geld auf den Tisch, Rente in die Tasche, fertig ist die Laube. Die Anleger müssen sich im Alter nicht mehr um die Verwaltung ihres Geldes kümmern, und die Rente fließt dem bis zum letzten Atemzug. Die Bequemlichkeit hat frei- lich ihren Preis, und darüber regen sich in der Regel die Kritiker auf. Im vorliegenden Fall beträgt die Verzinsung des Geschäftes brutto 1 Prozent, wenn die Rente insgesamt 20 Jahre bezahlt wird. Das ist vielen Leuten zu we- nig, Sie fordern eine Rendite von 3 Prozent im Euro Jahr. Das bedeutet in Zahlen, dass die Rente mindestens 26 Jahre bezahlt werden muss. Natürlich könnte auch die Monatsrente erhöht werden, aber das ist bei Leibrenten nicht vorgesehen. Hier ist die Sterbetafel die entscheidende Stellschraube. Und wenn ein Anleger schon 65 Jahre auf lange dem Buckel hat, rechnen die Versicherungen damit, dass dieser Mann auch 90 Jahre alt werden könnte. Das drückt trotz des hohen Zinses die monatliche Rente.
      Die Bezüge sind nicht steuerfrei. Die Ertragsanteile der Leibrente unterliegen der persönlichen Besteuerung. Bei einem 65 Jahre alten Mann beträgt dieser Anteil konstant 18 Prozent. Bei einer Monatsrente von 1.600 Euro werden jedes Jahr knapp 3.500 Euro wie Zinsen behandelt, so dass bei einem Steuersatz von beispielsweise 20 Prozent rund 700 Euro an das Finanzamt gehen. Die Abgaben drücken die Verzinsung der Leibrente bei einer Laufzeit von 240 Monaten auf Werte von 0,5 bis 0,6 Prozent im Jahr.
Selbst ist der Mann
   Wem die Zahlen zu niedrig sind, muss um die Leibrente einen Bogen machen und selbst Hand anlegen. Der Ver- käufer kann die 350.000 Euro zum Beispiel in Anleihen solider Staaten und Unternehmen anlegen. Hier winken jährliche Renditen von schätzungsweise 3 Prozent vor Steuern. Davon werden nach Abzug der Abgeltungsteuer noch 2,2 Prozent übrig bleiben. Das Vermögen muss im Laufe der Zeit aufgebracht werden. Das führt wie bei der Leibrente zu der unangenehmen Frage, wie lange der Anleger noch leben wird.
   Bei einer Vorgabe von 20 Jahren können jeden Monat rund 1.800 Euro in die Kasse kommen. Das sieht auf den ersten Blick wunderbar aus, aber bei genauem Hinsehen ist es fast egal, ob die Rente monatlich 1.800 oder 1.600 Euro beträgt. Viel wichtiger ist das Bewusstsein, dass das Geld nicht für den Konsum zur Verfügung steht, weil von diesen Renten die Miete für die „neue" Wohnung bezahlt werden muss. Bei einer Kaltmiete von 1.000 Euro wird die Wohnung warm 1.300 Euro kosten, so dass die wahre Zusatzrente zwischen 300 und 500 Euro betragen wird.
   Der dritte Weg auf dem Weg zum „flüssigen" Eigenheim sind die Aufnahme und die Anlage von Geld. Der Ver- käufer beleiht das Objekt bis zum Dachfirst - sprich 80 Prozent des Verkehrswertes - und nimmt 280.000 Euro auf. Dafür bezahlt er bei zehnjähriger Zinsbindung nominal 3 Prozent im Jahr. Wenn er viel Glück hat, findet er eine Bank, die keine Tilgung fordert. In diesem Fall würde die Zinsrate monatlich 700 Euro betragen.
   Die 280.000 Euro fließen in einen Investmentfonds, der zu gleichen Teilen aus Aktien und Renten besteht. Die Mischung möge vor Steuern jährlich 4 Prozent bringen, und das Kapital wird im Laufe der 20 Jahre aufgezehrt. Das führt nach Abzug der Abgeltungsteuer zu einer Monatsrente von etwa 1.500 Euro. Die Differenz zwischen Fonds- rente und Zinsrate ist die effektive Zusatzrente und beträgt monatlich 800 Euro. Außerdem wird es nach dem Tod des ehemaligen Verkäufers für die Nachkommen ein kleines Erbe von 70.000 Euro geben, wenn der Hauswert höher als die Restschuld sein wird.
   Der verständliche Wunsch, bis zum Tode im Eigenheim zu leben, hat in den vergangenen Jahren einige Stiftun- gen und Unternehmen auf den Plan gerufen. Sie bieten älteren Menschen die Möglichkeit, ihr Haus gegen Zahlung einer Stifterrente zu kaufen. Die Anbieter sind freilich keine Samariter, sondern nüchterne Kaufleute. Sie kennen die Sterbetafeln der deutschen Aktuare. Sie können Immobilien bewerten. Und auch der Umgang mit Zinsen ist ihnen nicht fremd.
   In Oberschwaben zum Beispiel gibt es eine Stiftung, die den 65 Jahre alten Anleger auf dem Papier noch 20 Jahre leben lässt. In dieser Zeit wird das Haus mit 2 Prozent im Jahr abgeschrieben, weil die Stiftung nicht viel Geld in die Instandhaltung des Eigenheims stecken will. Folglich wird der Wert von 350.000 auf 210.000 Euro sinken. Das mag nicht nur diesen Besitzer, der mit Leib und Seele an seiner Scholle hängen, vor den Kopf stoßen, doch die Vorgehensweise ist unter kaufmännischen Aspekten richtig, weil der Glaube, dass alte Häuser ohne größere Instandhaltung wertvoller werden, ein böser Trugschluss ist.
   Die Geldgeber fordern einen Zins von 4 Prozent im Jahr. Folglich stiften sie dem Verkäufer eine Rente von 550 Euro im Monat. Damit ist das Geschäft aus Sicht der Stiftung ein Sparvertrag. Sie gibt 20 Jahre monatlich 550 Euro in den Topf,  sprich  in den  Verkäufer,  und  am  Schluss müssen dort bei einem Zins von 4 Prozent mindestens 200.000 Euro sein. Die Differenz zu den kalkulierten 210.000 Euro, die das Objekt in 20 Jahren wert sein wird, ist eine geringe Reserve, frei nach dem Motto: Man weiß ja nie, wie alt der Mensch wird, und Fehler beim Rechnen gehen ins Geld.
   Nun ist der Verkäufer am Zuge. Er hat die Qual der Wahl oder die Wahl der Qual. Der Wechsel in die Mietswohnung bringt 300 bis 500 Euro, die Geldaufnahme führt zu 800 Euro, und die Stifterrente spült 550 Euro in die Kasse. Bei diesen Zahlen sprechen alle Anzeichen für die dritte Lösung. Die Sache hat freilich einen Haken. Hinter dem Handel steckt ein heikles Zinsdifferenzgeschäft. Der Anleger bleibt bei diesem Modell zwar Eigentümer seines Haus. Er verschuldet sich aber bis zur Halskrause und steckt jeweils 140.000 Euro in Anleihen und Aktien. Damit wird er zum Sklaven der Finanzmärkte. Diese „Unfreiheit" ist im Alter mit Vorsicht zu genießen.
   Bei den ersten Modellen ist die Freiheit kaum größer. Hier gibt der Verkäufer das Eigenheim aus der Hand und begibt sich in die Hände von Versicherern und Vermietern. Das ist für viele Senioren keine schöne Aussicht, so dass es kein Wunder ist, dass sich die meisten Rentner mit Händen und Füßen gegen diese Lösung wählen. Nur gibt es kaum Alternativen. Die Stifterrente ist eine Überlegung wert, weil weniger Rente manchmal mehr Rente ist. Hier geben die Anleger ihr Haus aus der Hand. Doch sie dürfen bis zum Tod in dem Objekt leben. Bei diesem Modell gehen zwar die Erben leer aus. Doch die Menschen sollten sie sich im Alter um ihre Gesundheit kümmern und mit Gelassenheit alt werden. Dann wirft das Modell die mit Abstand höchste Rendite ab.
FAZ120707olkerLooman Der Autor ist Finanzanalytiker in Reutlingen

Eigene Immobilie wird als sichere Altersvorsorge gewertet 

   Zunehmend steigende Mieten und niedrige Zinsen bewegen viele Menschen hierzulande dazu, vermehrt Wohn- eigentum zu erwerben. Gleichzeitig schwindet das Vertrauen in andere Investments wie etwa Aktien oder An- leihen.
   Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage „Immobilienbarometer" von Interhyp und Immobilien-Scout 24. Die Umfrage, für die im März über 6.700 Interessenten von Kaufimmobilien befragt wurden, wird als Vergleichs- studie jährlich wiederholt.
   Auf dieser Grundlage lässt sich beobachten, dass Wohneigentum für die Altersvorsorge der Bundesbürger von jeher eine bedeutende Rolle spielt. Die Altersvorsorge steht auch 2012 bei jedem zweiten Befragten (52 Prozent) ganz oben auf der Liste der Gründe für einen Immobilienerwerb.
   Neu hingegen ist, dass der Anteil jener gewachsen ist, die durch den Kauf einer Immobilie hohe Mietzahlungen vermeiden wollen. Statt 29 sind es nun 37 Prozent. Dies gaben vor allem die Befragten an, die in Städten wohnen.
   Ein weiterer starker Anreiz für die Entscheidung, eine Immobilie zu kaufen, ist das noch immer historisch niedrige Niveau der Zinsen. Rund 41 Prozent der Befragten erklärten, deshalb die derzeit günstigen Konditionen für Baugeld nutzen zu wollen. Dies war auch schon im vergangenen Jahr der Fall. Als weiteren Grund wird die Unab- hängigkeit vom Vermieter (28 Prozent) angegeben.
   Rund ein Fünftel der befragten Käufer sucht derzeit eine Immobilie als reine Kapitalanlage. Bei dieser Gruppe spielt verstärkt eine Rolle, dass ihr Vertrauen in andere Finanzinvestitionen in den letzten Monaten kontinuierlich gesunken ist. So hat sich knapp jeder dritte Anleger (29 Prozent) 2012 für eine Immobilie entschieden, da er anderen Investments nicht mehr vertraut. Zum Vergleich: 2011 gaben dies nur 18 Prozent der befragten Kapital- anleger an. HA120512

senBerndRaffelhüschen-    Experte: Der Steuerzahler ist der Verlierer

Der Ökonom Bernd Raffelhüschen Foto warnt vor Konsequenzen für Beitragszahler. Bernd Raffelhüschen, Rentenexperte der Uni Freiburg, unterstützt Peer Steinbrück in seiner Kritik an der Rentengarantie.

  Im Hamburger Abendblatt erklärt der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, was er von der Rentengarantie hält und wer die Verlierer und die Gewinner sind.
Die Verlierer
   Die heutigen und zukünftigen Erwerbstätigen sind Raffelhüschens Ansicht nach die Verlierer. „Herr Steinbrück hat vollkommen und uneingeschränkt recht", sagte er dem Abendblatt. Die Rentengarantie sei nichts anderes als ein Wahlgeschenk an ältere Wähler. „Vernünftig ist sie jedenfalls nicht."
   Steinbrück hatte die Garantie für stabile Renten kritisiert, weil sie seiner Ansicht nach auf Kosten der jüngeren Generationen gehe. Sie sieht vor, dass die mehr als 20 Millionen Rentner künftig auch bei sinkenden Löhnen keine Kürzung ihrer Bezüge fürchten müssen. Normalerweise ist die Rente per Gesetz an die Lohnentwicklung gekop- pelt. „Während andere um ihre Arbeitsplätze bangen, steigen in der Krise die Renten so stark wie seit drei, vier Jahren nicht", kritisierte Steinbrück. Die „Gekniffenen" seien die 25- bis 35-Jährigen.
   Rentenexperte Raffelhüschen schätzt dies ähnlich ein: „Wir wissen nicht, ob es die Beitragszahler oder die Steuerzahler sind, die die größten Verlierer sein werden. Wir wissen nur eins: Eine der beiden Gruppen wird ver- lieren.“ Es komme dabei darauf an, ob der zukünftige Finanzminister zur Finanzierung der Rente die Beiträge der Erwerbstätigen oder die steuerfinanzierten Bundeszuschüsse erhöhen werde. Auf jeden Fall geht Raffelhüschen davon aus, dass es zu Beitragserhöhungen kommen wird. Dabei sei die Rentenversicherung bislang gut gestellt gewesen - trotz Wirtschafts- und Finanzkrise. „Sie geht gut angefüttert in die Krise", sagte Raffelhüschen dem Abendblatt. „Dieses Polster ist durch die neue Rentengarantie ganz schnell wieder weg." Wie der Experte in einer Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft darlegt, wäre es trotz der Beitragseinbußen infolge der Wirtschaftskrise möglich gewesen, den Beitragssatz 2010 auf 19,6 und 2011 auf 19,2 Prozent zu senken. Stattdessen müsse er laut Studie 2011 aufgrund der Rentengarantie auf mehr als 20 Prozent angehoben werden. Langfristig hätte allerdings auch bei einem Verzicht auf die Rentengarantie der Beitrag bis 2020 auf mehr als 21 Prozent angehoben werden müssen.
Die Gewinner
   Die Gewinner der Rentengarantie seien die heutigen Rentner: „Wenn es den Erwerbstätigen gut geht, dann partizipieren die Rentner eins zu eins. Wenn es den Erwerbstätigen schlecht geht, darf das nicht an die Rentner weitergegeben werden", sagte Raffelhüschen. Das sei eine Abkehr vom Gleichbehandlungsgrundsatz. Würde es infolge der Wirtschaftskrise zu Lohnkürzungen kommen, müssten die Renten angepasst werden. „Auch die Rent- ner müssten also Negativrunden machen", so Raffelhüschen. Die Rentengarantie verhindere dies jedoch. Von Kürzungen verschont bleiben die Rentner dennoch nicht. Die Rentengarantie sieht allerdings vor, dass sie die jetzt ausbleibende Anpassung durch Nullrunden oder reduzierte Erhöhungen später bezahlen müssen - vorausgesetzt, die wirtschaftliche Lage bessert sich. HA090714BrittaHesener 

„Rechenfehler" meist Folge falscher Daten - So prüfen Sie Ihren Rentenbescheid

   Ob es nun - wie behauptet - „massenhaft viele" Rentenbescheide sind, die vom Bundesversicherungsamt bei einer Prüfaktion beanstandet wurden, oder nur „viele". Fakt ist: Es sieht so aus, als würden die deutschen Rentenversicherungsträger es mit der Genauigkeit bei der Feststellung der Renten nicht so genau nehmen.
   Das heißt: Die Computerprogramme sind schon in Ordnung. Aber bei der Beratung an Ort und Stelle be- ziehungsweise am Telefon hapert es bisweilen. Außerdem: Fehlerhaft übertragene Daten kann auch der beste Computer nur selten erkennen. Schlichtes menschliches Versagen kann so zu einer deutlich geringeren Rente führen. Hier einige Fragen und Antworten zum Thema.
Wie häufig sind Fehler in den Rentenbescheiden, die an die Versicherten herausgehen?
   Das wird statistisch nicht erfasst. In den vom Bundesversicherungsamt geprüften 8.000 Fällen ging es haupt- sächlich darum, dass Versicherte eine - gegebenenfalls vorzeitige - Altersrente beantragt hatten, sie aber nicht darauf aufmerksam gemacht worden waren, dass statt der von ihnen beantragten eine andere der vier Varianten vorzeitig gezahlter Renten günstiger für sie gewesen wäre. So konnten zum Beispiel Frauen, die spätestens im November 1944 geboren wurden, die vorzeitige Frauen-Altersrente noch beanspruchen, ohne den Höchst-Ab- schlagssatz von 18 Prozent hinnehmen zu müssen:
Wie kann ich meinen Rentenbescheid darauf prüfen, ob die Rente korrekt berechnet wurde?
  Vergleichen Sie Ihre Rentenunterlagen Monat für Monat, Jahr für Jahr mit der Auflistung der Versicherungszeiten in Ihrem Rentenbescheid. Sind die Daten richtig übertragen worden? Stimmen die eingetragenen Arbeitsver- dienste beziehungsweise die freiwillig gezahlten Beiträge überein? Sind Lücken im „Versicherungsverlauf", für die es keine Erklärung gibt? Wurden Zeiten der Kindererziehung oder der Arbeitslosigkeit notiert?
An wen kann ich mich wenden, wenn ich Unstimmigkeiten oder gar Fehler festgestellt oder etwas nicht ver- standen habe?
   Zunächst unmittelbar an Ihren Rentenversicherungsträger. Und das möglichst nicht telefonisch, sondern per Post (Einschreiben, Rückschein). Stellt Sie die Antwort nicht zufrieden, so haben Sie mehrere Möglichkeiten, sich persönlich an anderer Stelle beraten zu lassen:
- bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle in größeren Städten,
- beim örtlichen Versicherungsamt (eingerichtet bei der Kommune),
- bei einem zugelassenen Rentenberater (siehe Gelbe Seiten unter „R" oder www.rentenberater.de - der allerdings Gebühren berechnet.
   Auch die Sozialverbände (zum Beispiel SVD, VdK) unterstützen ihre Mitglieder. Für welche Zeit kann gege-be- nenfalls rückwirkend eine Nachzahlung verlangt werden? Solche Nachzahlungen werden längstens für vier Jahre rückwirkend und für das laufende Kalenderjahr gezahlt. Wichtig ist der Zeitpunkt des Eingangs des Antrags bei der Rentenversicherung. Bis Ende 2012 könnten also gegebenenfalls noch Nachzahlungen aus 2008 gefordert werden.
Wie gehe ich vor, wenn es Fehler gegeben hat?
   Schreiben Sie Ihrer Rentenversicherung und bitten Sie um Stellungnahme. Gibt es keinen Konsens, so können Sie Widerspruch einlegen, das geht noch ohne Rechtsbeistand und ist nicht mit Kosten verbunden. Auch eine mögliche anschließende Klage vor dem Sozialgericht wäre nicht mit Gerichtskosten verbunden (dafür käme die Rentenversicherung auf). Anwaltskosten können aber entstehen, wenn eine Klage zu Ihren Ungunsten ausgehen sollte. HAZ090914WolfganBüser

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Nicht einmal jeder Zehnte erreicht die Rente mit 65
Weniger Geld im Alter: Netto-Alterseinkommen der Männer sinkt

  Nur eine Minderheit der deutschen Arbeitnehmer steht bis zum 65. Geburtstag voll im Erwerbsleben. Von den 63- bis 65-Jährigen seien im September 2008 lediglich 7,4 Prozent in Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion. Bei den 58- bis 63-Jährigen waren es nach einer Tabelle des Bundesarbeitsministeriums 26,6 Prozent, bei den 55- bis 58-Jährigen 39,4 Prozent.
   Gerade einmal 17,8 Prozent der Neurentner im Jahr 2008 waren nach den veröffentlichten Daten der Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) unmittelbar davor in einem ganz normalen Job sozialversicherungspflichtig be- schäftigt gewesen. Rund 15 Prozent wechselten aus der Altersteilzeit in die Rente. Gut zwei Drittel waren zuvor arbeitslos, selbstständig oder hatten irgendwann zuvor in ihrem Berufsleben Rentenansprüche erarbeitet.
   Im Schnitt verabschieden sich die Männer derzeit mit 63 Jahren in den Ruhestand. Jeder zweite Rentner nimmt durch ein frühzeitiges Ausscheiden Abschläge in Kauf. Einbußen drohen auch in Zukunft. Nach einer Prognose der Rentenversicherung wird die zusätzliche private und betriebliche Altersvorsorge die Einschnitte in der gesetzlichen Rente nicht ausgleichen können. Wenn die Männer der Geburtsjahrgänge 1957 bis 1961 in Ruhestand gehen, wird ihr Netto-Alterseinkommen mit durchschnittlich 1.596 Euro um sechs Prozent unter dem der heutigen Neurentner liegen.
  CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte nach einer Parteivorstandssitzung: „Die Rentengarantie war notwen- dig und richtig." Es habe die Gefahr bestanden, dass Millionen von Rentnern in Deutschland verunsichert werden. Auch ohne die Garantie sei aber keine Kürzung der Renten zu erwarten. HAZ090714AlexanderDahlGabiStief

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Nullrunden sind die Kehrseite: Die Bundesregierung will die gut 20 Millionen Rentner schützen und -
wenn nötig - Kürzungen auf bessere Zeiten verschieben. Das liefe allen Reformbemühungen zuwider.

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   Die Renten sollen niemals sinken - nicht einmal dann, wenn die Arbeitnehmer Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Deshalb hat die Bundesregierung eine Schutzklausel für die gut 20 Millionen Rentner beschlossen. Die entscheidende Variable ist die Entwicklung der Löhne, die in Zeiten der Wirtschaftskrise schwer vorherzusagen ist - das zeigt auch der jüngst heftige Streit zwischen der Bundesregierung und den führenden Wirtschaftsfor- schungsinstituten. Während die Institute 2009 bei den Löhnen wegen der starken Ausweitung der Kurzarbeit ein Minus von 2,3 Prozent befürchteten, erwartete die Regierung ein kleines Plus. Nach der Rechnung der Forscher müssten die Renten nach altem Recht wie die Löhne sinken, nach Einschätzung der Regierung könnten sie da- gegen steigen. Trotz ihrer optimistischen Einschätzung hatte sich die Regierung im Wahljahr zur Rentengarantie entschlossen, „um das Vertrauen der Rentner zu schützen".
   Das Gegengewicht zur neuen Schutzklausel bildet ein „Nachholfaktor": In konjunkturell besseren Zeiten sollen unterlassene Rentenkürzungen behutsam nachgeholt werden. Auch dann werden die Rentner jedoch geschont: Die Rentenanpassungen, die sich immer zur Jahresmitte aus der gesetzlichen Rentenformel ergeben, sollen später allenfalls halbiert werden. Ergäbe sich also rechnerisch ein Rentenplus von 2 Prozent, bekämen die Rentner nur 1 Prozent mehr. Fällt das Wirtschafts- und Einkommenswachstum in den kommenden Jahren bescheiden aus, ver- schiebt sich das Nachholen der Kürzungen weiter in die Zukunft. Die Rentenkasse gibt den Rentnern Kredit.
   In der Formel zur Rentenberechnung gibt es seit einigen Jahren Faktoren, die den Rentenanstieg dämpfen. Auf diese Weise soll die gesetzliche Altersvorsorge in einer alternden Gesellschaft langfristig finanzierbar bleiben. So mindert der sogenannte Riester-Faktor den Anstieg in dem Maß, in dem die Arbeitnehmer zusätzlich in eine private Altersvorsorge einzahlen. Zum anderen dämpft der „Nachhaltigkeitsfaktor" als demographischer Faktor die Ren- tenentwicklung, sobald die Zahl der Rentner im Vergleich zu der der Beitragszahler steigt. In diesem Zusammen- hang existiert schon heute eine Schutzklausel: Solange die Löhne steigen, dürfen nicht allein die Dämpfungs- faktoren zu einer Minusrunde führen. Die neue Schutzklausel wirkt diametral entgegengesetzt zu den Dämpfungs- faktoren; Bemühungen um eine „demographiefeste" Rente steht sie entgegen.
   Sollten künftige Regierungen nicht neue Schonungen ersinnen, wird jedoch die Entwicklung der Altersbezüge wegen des Nachholfaktors künftig (von 2011 an) um so stärker von der Lohnentwicklung abgekoppelt - dann nicht zugunsten der Rentner wie heute, sondern zu ihren Lasten. Ihnen drohen auf viele Jahre Nullrunden. Das ist die Kehrseite.
   Der Sozialverband VdK nannte die Schutzklausel einen „Schritt in die richtige Richtung". VdK-Präsidentin Mascher forderte, „Rentenkürzungsfaktoren" wie der Riester- oder der Nachhaltigkeitsfaktor müssten abgeschafft werden, um weitere Renten-Nullrunden zu verhindern.
   Die Arbeitgeber lehnten hingegen die Rentengarantie ab. „Der Beschluss ist eine Fehlentscheidung. Mit wieder- holten Eingriffen in die Rentenformel untergräbt die Regierung das Vertrauen in Rentengarantie; denn nachgeholt werden müssten nicht nur womöglich unterlassene Rentenkürzungen 2010. Ausgeglichen werden muss vielmehr von 2011 an zudem die überplanmäßige Rentenerhöhung in den Jahren 2008 und 2009, in denen die Regierung den Riester-Faktor ausgesetzt hat, um die Rentner stärker  am  Wirtschaftsaufschwung teilhaben zu lassen. 2008 und 2009 hätten die Anpassungen von 1,1 und 2,4 Prozent (im Osten sogar 3,38 Prozent) eigentlich um 0,6 Pro- zentpunkte niedriger ausfallen müssen.
   Die Manipulation an der Rentenformel kostet die Rentenkasse Milliarden - selbst wenn die Kürzungen später langsam nachgeholt werden. Denn dadurch steigen die Aufwendungen der Rentenversicherer für die Altersbezüge und die Krankenversicherung der Rentner. Die Rentenstabilität müsste durch einen Rückgriff auf das Finanzpolster der Rentenversicherung (derzeit knapp eine Monatsausgabe von etwa 16 Milliarden Euro) finanziert werden. In der Folge müsste der Beitragssatz entweder kurzfristig steigen - oder weniger stark sinken als geplant.
   Nach den bisherigen Kalkulationen der Bundesregierung soll der Rentenbeitragssatz - unter Berücksichtigung des vorübergehenden Verzichts auf den Riester-Faktor - erst im Jahr 2014 auf 19,7 Prozent und 2015 auf 19,3 Prozent zurückgehen. Ursprünglich sollte er schon 2011 von 19,9 auf 19,3 Prozent und ein Jahr später auf 19,1 Prozent sinken. Infolge der Wirtschaftskrise und auch infolge der Sonderregelungen zugunsten der Rentner sind die Aussichten auf sinkende Beiträge inzwischen drastisch gesunken. Diese Tendenz würde sich durch einen mög- licherweise Aufschub von Rentenkürzungen verstärken. Das ist schlecht für die beitragszahlenden Arbeitnehmer und Arbeitgeber und damit schlecht für den Arbeitsmarkt. Und es bleibt auch nicht ohne Folgen für den Bun- deshaushalt. Denn Beitragssenkungen führen auch zu einer Verringerung des Bundeszuschusses, was den Etat entlastet. Nach einer Faustformel fällt der Zuschuss, den der Finanzminister an die Rentenkasse zu überweisen hat, um 250 Millionen Euro höher aus, wenn der Beitragssatz um 0,1 Prozentpunkte steigt. Ebenso wird er belastet, wenn der Beitrag nicht wie geplant sinkt.
   Erklärtes politisches Ziel ist es, den Beitragssatz bis 2020 unter 20 Prozent und bis 2030 unter 22 Prozent des Bruttoeinkommens zu halten. Hinzu kommen für die Arbeitnehmer ohnehin die Ausgaben von bis zu 4 Prozent des Einkommens für die private Altersvorsorge. Dem Ziel der Beitragsstabilität dient auch die schrittweise Herauf- setzung der Rentenaltersgrenze von 65 auf 67 Jahre.  FAZ090507Kerstin Schwenn

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Geplatzter Traum von der dicken Fondsrente. Aktiendebakel: Versicherte bangen um ihr Geld. 
Fondsrenten zur Aufbesserung der kargen gesetzlichen Rente? Das kann ins Auge gehen.

   Elf Jahre lang hat Frau B. ihre fondsgebundene Rentenversicherung bespart. Gut 6.750 Euro legte sie an, frei- willig, um später im Alter mal eine schöne Zusatzrente herauszubekommen. Pustekuchen. Ihr Vertrag sei momen- tan nur noch 4.549 Euro wert, teilte der Versicherer der entsetzten Dame unlängst mit. Die Kurseinbrüche an der Börse, teure Gebühren und hohe Provisionen haben den Traum vom Finanzpolster platzen lassen wie eine Seifen- blase.
   Wie Frau B. ergeht es zurzeit Tausenden Versicherten, die in fondsgebundene Rentenversicherungen investiert haben. „Viele Leute sind schockiert und in Panik", weiß Michael Wortberg, Versicherungsexperte der Verbraucher- zentrale Rheinland-Pfalz. Bei dieser Altersvorsorge hängt die spätere Rente stark davon ab, wie gut der Aktien- fonds gelaufen ist. Doch viele Kunden wussten bei Abschluss gar nicht, dass sie mit ihrem Modell an der Börse spekulieren. Und viel Geld verlieren können.
   In den neuen Pflichtmeldungen der Versicherer zur Wertentwicklung sehen es die meisten jetzt erstmals schwarz auf weiß: Ihr Vertrag steckt tief im Minus, so manche Altersvorsorge ist momentan nur noch die Hälfte wert oder noch weniger. Ob Verluste von bis zu 80 Prozent bis zum Rentenbeginn wiedergutgemacht und wenigstens noch ein paar Euro Rente drin sind, steht für viele Sparer in den Sternen. „Wir stellen häufig fest, dass man nicht verstanden hat, auf welches Produkt man wirklich gesetzt hat", berichtet Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen.
   Viele Anleger denken, dass sie mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung eine ähnlich sichere Alters- vorsorge wie die herkömmliche klassische Rentenversicherung an Land gezogen haben, nur mit besonderen Ge- winnchancen an der Börse. So wird das Produkt auch gern verkauft.
   Aber weit gefehlt, denn bei der Fondsvariante geht es nicht um sichere Zinsanlagen, sondern um ein Investment in Aktienfonds, in Anleihen oder Immobilien. Den Sparanteil des Beitrags legt ein Fondsmanager an, nicht die Versicherung. Das volle Risiko trägt auch nicht der Anbieter, sondern der Kunde. Bei guter Wertentwicklung darf er sich über Renditen freuen, bei schlechter - wie jetzt - müssen herbe Verluste verkraftet werden.
   Im Gegensatz zur klassischen Rentenversicherung weiß der Versicherte deshalb auch bis zum Ruhestand nicht, ob und wenn ja, mit wie viel Rente er eigentlich rechnen kann. „Für jemanden, der sehr sicherheitsorientiert ist, eignet sich das Produkt nicht", warnt Dorothea Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Nur Sparer, die eine Fondsrente mit Garantie gewählt haben, können sich in vielen Fällen wenigstens darauf verlas- sen, dass ihre Einzahlungen erhalten bleiben.
   Was Frau B. und die vielen anderen zusätzlich in die Bredouille gebracht hat, sind die immensen Kosten der Fondsrente, die zum Teil doppelt so hoch sind wie herkömmliche Rentenpolicen. „Schuld an der Misere ist nicht nur die Börse, sondern auch die hohen Abschlussprovisionen und Verwaltungsgebühren", sagt Gottschalk. Das zehre massiv. „Von 100 Euro im Monat kommen vielleicht nur 83 Euro im Fonds an, der Rest geht vorher schon drauf."
   Wer aus seiner fondsgebundenen Altersvorsorge rauswill, sollte sich unbedingt beraten lassen, betont Ver- braucherschützer Wortberg. Eine übereilte Kündigung aus Panik sei nicht ratsam. „Dann kann alles Eingezahlte hin sein", warnt der Fachmann. Oft sei es besser, den Vertrag erst einmal beitragsfrei zu stellen und erst nach einer Kurserholung zu kündigen. Voraussetzung: Der Vertrag hat die vorgeschriebene beitragsfreie Mindestsumme bereits erreicht. Kleiner Trost: Wer sich dazu entschließt, weiter zu sparen und Verlorenes aufzuholen, bekomme in diesen Zeiten wenigstens mehr Fondsanteile fürs gleiche Geld, so Wortberg. Vor allem bei jüngeren Policen könne es allerdings sinnvoll sein, schnellstmöglich die Reißleine zu ziehen und sich für ein verlustreiches Ende mit Schrecken zu entscheiden, betonen die Verbraucherschützer. NOZ090504AP    

Was man zur Rente wissen sollte: Langes Arbeitsleben bewahrt vor Rentenkürzung.
Die wichtigsten Regelungen von der Rente mit 67 bis zum Minijob.

   Rente mit 67? Was ist, wenn ich schon vorher nicht mehr arbeiten kann? Wie viel darf ich hinzuverdienen? Gibt es die Frauen-Altersrente noch? Haben Minijobber Rentenansprüche? Was bringen Kindererziehungszeiten? Fragen, die gesetzlich Rentenversicherte bewegen. Hier Antworten:
Rente mit 67
   Zunächst die Entwarnung: Die „Regelaltersrente" ohne Abschläge beginnt derzeit noch mit dem 65. Geburtstag. Einen Schritt zum Alter „67" hat erstmals der Geburtsjahrgang 1947 zu tun. Der aber ist noch recht klein. Denn zunächst wird das „Renteneintrittsalter" nur um einen Monat pro Geburtsjahrgang angehoben.
   Das heißt: Sind Sie zum Beispiel im Januar 1947 geboren, dann können Sie nicht bereits ab Februar 2012, sondern erst ab März 2012 Altersrente ohne Abzug beziehen. Bei Rentenbeginn bereits ab Februar 2012 würde die Rente um 0,3 Prozent gekürzt. Entsprechendes gilt für diejenigen, die im Laufe des Jahres 1947 geboren wur- den.
   Im Januar 1948 Geborene können erst ab April 2013 abschlagfrei die Altersrente beziehen. Bei Rentenbeginn im Februar 2013, dem Monat nach dem 65. Geburtstag, müssten 0,6 Prozent Abschlag in Kauf genommen werden.
   Und so geht es weiter. Erst die 1964 und später Geborenen können nur vom 67. Geburtstag an ohne Abzug in Rente gehen. Vorheriger Rentenbezug, der auch dann bis zu fünf Jahre möglich ist, kostet bis zu 18 Prozent Ren- tenabschlag - je nach Art der Rente.
   Doch auch vor „67" kann die Altersrente noch in voller Höhe zustehen. Das gilt zum Beispiel für „besonders langjährig Versicherte". Sie können auch ab 2012 noch mit 65 Jahren ungeschoren den Ruhestand genießen, wenn sie 45 Jahre Pflichtversicherungszeit (ohne Arbeitslosigkeit) nachweisen können.
   Und was ist mit der „Frauen-Altersrente"? Frauen, die vor 1952 geboren sind, können unverändert vor dem 65. Geburtstag - frühestens mit 60 - Altersrentnerin werden. Dies allerdings mit einem Rentenabschlag von bis zu 18 Prozent. Beispiel: Sie sind 1950 geboren. 60 Jahre alt werden Sie 2010. Ihre Altersrente würde um 18 Prozent gekürzt. 14,4 Prozent sind es, wenn die Rente 2011 begonnen hat. würde. 10,8 Prozent bei Rentenbeginn im Jahr 2012. Und so weiter. Für die Geburtsjahrgänge ab 1952 gibt es diese Altersrentenart nicht mehr.
Erwerbsminderungsrente
  Wer in jungen Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheidet, bekommt keine Rente mehr, ist oft zu hören. Das ist falsch. Rentenversicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit durch Krankheit, Behinderung oder Unfall eingebüßt haben, bekommen Erwerbsminderungsrente:
- Voll erwerbsgemindert sind Personen, die weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können.
- Teilweise erwerbsgemindert (mit halbem Rentenanspruch) ist, wer zwar noch drei, aber weniger als sechs Stun- den am Tag arbeiten kann.
   Erwerbsminderungsrenten werden so berechnet, als wäre bis zum 60. Geburtstag weiter gearbeitet worden. Die „Zurechnungszeit" sorgt dafür. Vor 1961 geborene Frauen und Männer können auch heute noch Anspruch auf die „alte" Berufsunfähigkeitsrente haben.
Rente und Hinzuverdienst
   Ab 65 können Rentner unbegrenzt hinzuverdienen: An der Rente ändert sich nichts. Sozialversicherung und Steuern können allerdings fällig werden. Vorher ist für Altersrentner wie für Bezieher einer Rente wegen Erwerbs- minderung die normale Hinzuverdienstgrenze auf 400 Euro pro Monat festgelegt. Zweimal im Jahr dürfen es 800 Euro sein. Höherer Nebenverdienst führt dazu, dass nur noch eine „Teilrente" gezahlt wird. In welchem Umfang Zusatzeinkommen möglich ist und welche Rentenkürzung das zur Folge hat, das ergibt sich - individuell für jeden Rentner - aus dem Rentenbescheid und richtet sich nach dem Verdienst der letzten drei Jahre vor dem Renten- beginn. Bezieher einer Berufsunfähigkeitsrente haben größere Hinzuverdienstmöglichkeiten, was mit ihrer vor- herigen Berufstätigkeit zusammenhängt. Die Rententräger beraten individuell.
Rente für Minijobber?
   Minijobber (mit Verdiensten bis zu 400 Euro im Monat) erwerben nur minimale Rentenansprüche aus dieser Tätigkeit. Sie haben aber das Recht, durch eigene Beitragszahlung die Anwartschaften kräftig aufzustocken und außerdem Anspruch auf Rehabilitationsleistungen zu erwerben, etwa Kuren. Dazu ist es erforderlich, dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass 4,9 Prozent des Bruttoverdienstes vom Lohn des Minijobbers abgezogen und an die Rentenkasse überwiesen werden sollen. Bei 400 Euro im Monat sind das 19,80 Euro. Bei 300 Euro wären es 14,70 Euro im Monat.
Kindererziehungszeiten
   Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, wird entweder der Mutter oder dem Vater ein Jahr als „Kinder- erziehungszeit" gutgeschrieben. Für seit 1992 geborene Kinder sind es drei Jahre. Die Gutschrift entspricht dem Durchschnittsbeitrag aller Rentenversicherten. Dies ergibt - nach jetzigem Stand - eine Rente von 26,56 (im Osten: 23,34) Euro für vor 1992 geborene Kinder. 79,68 (70,02) Euro sind es für nach 1991 geborene Mädchen und Jungen. HAZ090105WolfgangBüser
Lesen Sie auch: Rentenrechner mit Vorsicht zu gneießen > Alterssicherung

Immer mehr Rentner arbeiten nebenher  -  Dafür weniger Ältere ganz ohne Rente

   Immer mehr Rentner in Deutschland arbeiten nebenher. Von 1991 bis 2007 ist die Erwerbsbeteiligung der 65- bis 69-Jährigen angestiegen. Das geht aus dem aktuellen Altersübergangs-Monitor des Instituts Arbeit und Qualifi- kation der Universität Duisburg-Essen hervor.
  Während 1991 nur 4,9 Prozent der 65- bis 69-Jährigen arbeiteten, waren es 2007 bereits 7,1 Prozent. Vor fast 20 Jahren erhielt die Mehrheit der älteren Erwerbstätigen (3,1 Prozent) keine Rente. Inzwischen stellt diese Gruppe unter den 65- bis 69-Jährigen eine klare Minderheit dar (1,5 Prozent).
   Ältere ohne Rentenbezug arbeiteten überwiegend in Vollzeit mit 35 Stunden pro Woche und mehr. Bei den 65- Jährigen galt das für 68,6 Prozent, bei den 66-Jährigen sogar für 71,6 Prozent. Ältere mit Rentenbezug redu- zierten dagegen häufig die Arbeitszeit. 47,7 Prozent dieser 65-Jährigen arbeiten weniger als 15 Stunden pro Woche, weitere 21,1 Prozent 15 bis 35 Stunden. Lediglich 31,3 Prozent gingen im Alter einer Vollzeiterwerbs- tätigkeit nach. Basis der Untersuchung ist der Mikrozensus der Jahre 1991 bis 2007, eine jährlich wiederholte repräsentative Befragung der Bevölkerung. NOZ100626tmn

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Grafik:*Rente nach 45 Versicherungsjahren mit durchschnittlichem Verdienst;
nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung Kassen gut gefüllt

   In den vergangenen fünf Jahren haben die Rentner nach Bereclmung von Experten 8,5 Prozent an Kaufkraft verloren. Dies meldete die „Bild"-Zeitung unter Berufung auf Experten der Universität Freiburg. Hintergrund sind geringe Rentenerhöhungen, höhere Sozialbeiträge und hohe Inflation. Das Rentenniveau - das Verhältnis von Löhnen und Renten - sank demnach von 52,3 Prozent 2006 auf 50,3 Prozent im Jahr 2009.
   Der Sozialverband VdK verlangte die Rücknahme aller Rentenkürzungen aus den jüngsten Reformen. Verbands- präsidentin Ulrike Mascher sagte „Bild", vielen Rentnern bleibe „keine Luft mehr für weitere Einsparungen". Gegen drohende Altersarmut künftiger Rentner erwägen inzwischen sowohl Union als auch SPD Gegenkonzepte. „Wir wollen die beitragsbezogene gesetzliche Rente nicht infrage stellen, aber wir müssen Geringverdienern im Alter einen Mindestlebensstandard bieten", sagte SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner der „Rheinischen Post".HA090206

senAlexanderGunkel-x     Der Präsident der Rentenversicherung, Herbert Rische,

bekräftigte derweil seinen Standpunkt zur Altersarmut. „Altersarmut stellt heute in Deutschland objektiv kein drän- gendes gesellschaftliches Problem dar.” Der Anteil der Bezieher von Fürsorgeleistungen unter den älteren Men- schen sei derzeit erheblich niedriger als im Bevölkerungsdurchschnitt. „Nicht etwa ältere Menschen, sondern Lang- zeitarbeitslose, Familien mit mehreren Kindern und insbesondere auch Alleinerziehende sind heute diejenigen Bevölkerungsgruppen, die in besonders starkem Maße von Armut betroffen sind”, sagte Rische. Dennoch seien Invalidität und Arbeitslosigkeit große Risiken für Armut im Alter. HA080626ryb

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Wie viele arme Rentner gibt es wirklich? Jürgen Rüttgers Vorschlag entzweit Experten und Politiker

  Durch Minijobs und längere Zeiten von Arbeitslosigkeit sinkt die gesetzliche Rente. Aber viele sorgen längst privat vor.
   Martin Harms (45) ist Handwerker, arbeitet für 7,50 Euro Stundenlohn und geht nach 47 Arbeitsjahren 2030 in Rente. Die Rentenversicherung, in die er immer eingezahlt hat, überweist ihm dann 530 Euro im Monat - zu wenig, um zu leben und weniger als die 615 Euro durchschnittliche Grundsicherung (347 Euro plus Unterkunftkosten). Die Grundsicherung erhält auch, wer gar nicht gearbeitet hat.
  Martin Harms ist erfunden, aber der Prototyp des Armuts-Rentiiers, den NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) vor Augen hat, wenn er sein Konzept zur Erhöhung der Altersbezüge von Mini-Rentnern durchboxen will. Geht es nach Rüttgers, soll Harms Rente künftig 770 Euro monatlich betragen. Doch wie viele Menschen wie Harms gibt es heute und künftig? Wer konnte zusätzlich privat vorsorgen? AlsRiester- Rentner, per Lebensversicherung oder Betriebsrente?
Rentenniveau
   Weil es immer mehr Rentner geben wird, sie immer länger ihre verdiente gesetzliche Rente beziehen und immer weniger Menschen in die Rentenkasse einzahlen, schrumpft dieser Topf. Das Nettorentenniveau (vom Brutto des letzten Verdienstes) betrug 1977 etwa 60 Prozent, heute 50, in zehn Jahren gut 46 Prozent - Tendenz weiter sinkend.
Grundsicherung
  Gut 680.000 Menschen erhalten zurzeit die Grundsicherung. Über die Hälfte der Bezieher hat aber nie in die Ren- tenkasse eingezahlt. Deshalb sagte Rentenversicherungs-Präsident Herbert Rische: „Nicht die zu niedrige Rente ist mehrheitlich der Auslöser des Grundsicherungsbedarfes, sondern die fehlende Absicherung in der Rentenversi- cherung.”
Armutsrisiko
   11,6 Prozent der über 65-jährigen Deutschen gelten als armutsgefährdet, in der Gesamtbevölkerung sind es nach Berechnungen des Sachverständigenrates aber sogar 18,3 Prozent. Obwohl das nur eine Momentaufnahme einer relativ wohlhabenden Seniorengeneration ist: Auch das Statistische Bundesamt weist nach,  dass in den ver- gangenen zehn Jahren die Armutsquote bei den 51- bis 70-Jährigen gesunken ist. Jüngere Generationen müssen Armut im Alter statistisch gesehen eher fürchten. Aber sie sorgen inzwischen auch besser vor.
Private Altersvorsorge
   Nach einer umfassenden Studie von Rentenversicherung und Arbeitsministerium werden westdeutsche End- vierziger auch mit Betriebsrente und privater Absicherung rund sechs Prozent weniger haben als vergleichbare Pensionäre heute. Dennoch lässt sich an der enormen Zahl von zehn Millionen Riester-Verträgen ablesen, dass der Wille zur privaten Vorsorge zunimmt. Nahezu explodiert ist die betriebliche Altersvorsorge. Zwischen 2001 und 2006 wuchs der Anteil der Beschäftigten mit einer Anwartschaft auf eine Betriebsrente auf über 71 Prozent.
   Risiko Arbeitslosigkeit „Gebrochene Erwerbsbiografie” heißt im Expertendeutsch die Aussicht auf eine schmale Rente. Wer seinen Job verliert, erreicht zunächst etwa 80 Prozent der früheren Rentenbeiträge, rutscht dann jedoch als Bezieher von Arbeitslosengeld II in der Rentenversicherung ab. Für ein Jahr ALG II erwirbt man magere 2,19 Euro Rentenanspruch im Monat. Oft muss man auch das Ersparte anknabbern, um den Lebensunterhalt zu sichern.
Minijobber
   Auch geringfügig Beschäftigte, Teilzeitkräfte und Solo-Selbstständige haben nur kleine oder gar keine Ansprüche gegenüber der Rentenversicherung. Und die Zahl der Geringverdiener steigt. Jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte er- hielt 2006 weniger als 9,61 Euro in West - beziehungsweise 6,81 Euro in Ostdeutschland. Im Jahr 2001 war es laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nur jeder Sechste. Nehmen diese „Patchwork-Biografien” zu, wird es künftig mehr Senioren mit geringen Rentenzahlungen aus öffentlichen Töpfen geben.
Fazit
   So leicht lässt sich eine Generation von Mini-Rentnern à la Rüttgers nicht herbeireden. Bei einer Rede in Essen sagte Rentenversicherungs-Chef Rische: „Ich plädiere deshalb ausdrücklich dafür, einer ursachenadäquaten Stra- tegie zur Vermeidung von Altersarmut Priorität einzuräumen vor resignativen Ansätzen, die eine bloße nach- trägliche Umverteilung zugunsten von Personen mit niedrigem Alterseinkommen vorsehen.” HA080507ChriRybarczyk

Änderung bei Nachzahlung an Rentner

   Alters- und Sozialrentner sollen nach einem „Focus”-Bericht bei fehlerhaften Rentenbescheiden künftig keine Nachzahlung über höchstens vier Jahre mehr erhalten. Das ergibt sich dem Nachrichtenmagazin zufolge aus einer bisher kaum bekannten Klausel des Sozialgesetzbuches,  die zum 1. Mai 2007 in Kraft getreten ist. Die Gesetzes- verschärfung treffe Rentner, deren Bescheide aufgrund höchstrichterlicher Urteile nach oben korrigiert werden, hieß es weiter.  NOZddp070911

Widerspruch zum Rentenbescheid  -  „Korrekturen bei weniger als einem Prozent”

   Mehr als 70.000 Rentenanträge hat die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover im  Jahr 2006 bearbeitet. Wer dann einen Rentenbescheid bekommt und mit der Entscheidung nicht einverstanden ist, kann bei Bedarf Widerspruch einlegen. Etwa 600 solcher Widersprüche, die sich vorwiegend auf die Rentenhöhe bezogen, wurden 2006 zugunsten der Betroffenen entschieden. „Bei weniger als einem Prozent der Rentenbescheide gab es Nachbesserungen”, teilte jetzt der Rentenversicherer mit. Damit reagierte er auf einen Bericht von „Bild”, wo- nach viele Rentenbescheide fehlerhaft seien.
   Insgesamt haben bei der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover den Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 2.600 Versicherte und Rentner Widerspruch eingelegt, etwa weil sie mit ihrer Rente nicht einverstanden waren. Viele Widersprüche konnten allerdings schnell zugunsten der Versicherten geklärt werden, weil sie selbst nachträglich fehlende Unterlagen - beispielsweise für Beschäftigungszeiten - einreichten.
   Oft legen auch Versicherte Widerspruch ein, weil ihr Antrag auf Erwerbsminderungsrente aus medizinischen Gründen abgelehnt wurde. Da das Verfahren für die Versicherten kostenlos ist, gehen sie mit ihrem Widerspruch kein Risiko ein.
   Lücken im Rentenversicherungskonto können später bares Geld kosten. Deshalb rät die Deutsche Rentenversi- cherung Braunschweig-Hannover allen Versicherten, frühzeitig Unterlagen zusammenzutragen und einzureichen, die für die Rente wichtig sind. Dazu zählen unter anderem Angaben über Ausbildungsjahre, Arbeitslosigkeit oder Kindererziehung.
 Ob Lücken im Versicherungskonto bestehen, erkennen Versicherte im sogenannten Versicherungsverlauf, der ihnen mit der ersten Renteninformation zugeschickt wird. Das Schreiben kann aber auch telefonisch unter 0800 - 100 04 80 10 oder im Internet unter www.drv-bsh.de bestellt werden.
  Wer mit einem Bescheid der Rentenversicherung nicht einverstanden ist, kann innerhalb eines Monats Wider- spruch einlegen. Selbst nach Ablauf der Widerspruchsfrist kann jederzeit eine Überprüfung beantragt werden.
HAZe071119

Bernd Osterloh   sen-Ztg-x  Rente mit 63? Das ist möglich – aber teuer

Auch das Gesetz zur Rente mit 67 erlaubt einen vorgezogenen Ruhestand -
doch wer die Abzüge verkraften will, muss finanziell zusätzlich vorsorgen 

   Wie bisher wird es auch künftig die Möglichkeit geben, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen - je früher, desto größer sind allerdings die Abschläge bei der Rente. Dies wiederum führt Kritiker wie den VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh zu der Feststellung: „Im Kern geht es also um nichts anderes als um eine Rentenkürzung.”
   Die heftige Kritik am „Altersgrenzenanpassungsgesetz” blieb nicht ganz ohne Wirkung: Wer mindestens 45 Jahre lang beitragspflichtig gearbeitet hat, kann weiterhin ohne Abzüge mit 65 Jahren in Rente gehen. Auch Zeiten der Kindererziehung werden hier angerechnet. Damit reagiert die Bundesregierung vor allem auf Vorhaltungen, dass in manchen Knochenjobs 45 Jahre schon mehr als genug seien.
   Folglich kann ein Arbeitnehmer, der beispielsweise mit 20 ins Berufsleben einsteigt und dann ohne Unter- brechung sein Leben lang arbeitet, weiterhin mit 65 in Rente gehen, ohne Abzüge befürchten zu müssen. Zeiten der Kindererziehung bis zum  10.  Geburtstag des Kindes werden dabei voll angerechnet. Alle anderen müssen sich jedoch entweder an eine längere Lebensarbeitszeit gewöhnen - oder geringere Renten in Kauf nehmen.
   Die Ausnahme von der Rente mit 67 trifft allerdings bei Experten noch auf große Vorbehalte. „Die Regelung verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung, sie wird in Karlsruhe keinen Bestand haben”, erklärte Bert Rürup, der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. So bekämen Arbeitnehmer, die nach 45 Beitragsjahren mit 65 in Rente gehen, die gleiche Rente wie diejenigen, die erst mit 67 dieses Pensum hinter sich gebracht haben - obwohl letztere statistisch die Rente zwei Jahre kürzer beziehen. Der renommierte Sozialexperte und Regierungs- berater hält die Ausnahmeregelung ohnehin nicht für nötig: Menschen, die gesundheitlich nicht mehr bis zur Regel- altersgrenze  arbeitsfähig seien, könnten schließlich die Rente wegen Erwerbsminderung in Anspruch nehmen. Betroffen von der allmählichen Verlängerung des Arbeitslebens sind alle Jahrgänge von 1947 an. Für alle, die 1964 oder später geboren sind, ist erst mit 67 Jahren Feierabend - allerdings nur dann, wenn sie ohne finanzielle Ab- striche in Rente gehen wollen. Wer will, darf sich auch im Jahr 2029 vom 63. Geburtstag an vorzeitig zur Ruhe set- zen. Weil aber jeder Monat vor der Regelaltersgrenze einen Abzug von 0,3 Prozent der gesetzlichen Altersbezüge mit sich bringt, müssen 63-jährige Altersrentner in der Endstufe ein Minus von 14,4 Prozent hinnehmen. Beim derzeitigen gesetzlichen Renteneintrittsalter von 65 beträgt der entsprechende Abzug nur die Hälfte, also 7,2 Prozent.

Konsolidierung der Renten
    Jahr                 Rentenbeitrag      Rentenniveau
2006                    19,5%                  52,2%
2010                    19,9%                  49,1%
2015                    19,4%                  47,1%
2020 (Zielwert)          20,0%                  46,0%    
2030 (Zielwert)          22,0%                  43,0%    
Prozentuales Verhältnis der Nettorente gegenüber dem Nettoarbeitsentgelt eines Durchschnittsverdieners nach Abzug der Sozialversicherungs-Beiträge, vor Abzug der Steuern.                                      
Quelle: BMAS

  Doch das ist noch nicht die ganze Wahrheit für Frühaussteiger, wie Wolf-Dieter Bürde von der Deutschen Renten- versicherung Braunschweig-Hannover erläutert. Wer vor Erreichen der Altersgrenze in Rente geht, habe schließlich weniger Beitragsjahre vorzuweisen. Weniger Beitrag bedeutet jedoch - unabhängig von den zusätzlichen Abzügen - weniger Rente. Umgekehrt bekommen 67-jährige Neurentner - unter sonst gleichen Umständen - mehr Rente als 65-jährige Ruheständler, weil sie länger eingezahlt haben.
 Die finanziellen Auswirkungen eines vorgezogenen Renteneintritts zeigen sich an folgenden Beispielen, die einen Arbeitnehmer mit dem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt von derzeit 29.488 Euro abbilden.
Geburtsjahr 1946: Geht der Arbeitnehmer regulär mit 65 in den Ruhestand, kann er mit einer monatlichen Brutto- rente von 1.097,46 Euro rechnen. Beantragt er schon mit 63 Jahren die Rente, erhält er 969,95 Euro monatlich.
Geburtsjahr 1958: Geht der Arbeitnehmer, wie in dem neuen Gesetz vorgesehen, regulär mit 66 in Rente, be- kommt er von der Rentenversicherung vor Steuern 1.123,59 Euro. Beim Ruhestand mit 63 sind es lediglich 932,32 Euro.
Geburtsjahr 1964: Dieser Jahrgang muss als erster bis 67 arbeiten, um die ungekürzte Rente zu bekommen. Sie beträgt im Beispielfall 1.149,72 Euro. Geht der Arbeitnehmer jedoch schon mit 63, kann er nur noch mit 894,69 Euro rechnen. Vor allem der Generation der heute 40- bis 45-Jährigen drohen also Einbußen - aber es sind Einbu- ßen, die sich berechnen und mit zusätzlicher Vorsorge ausgleichen lassen.
ScheuermannHAZ070227     
                         

Rentner müssen künftig Widerspruch einlegen

   Der Gesetzentwurf zur Rente mit 67 beschränkt die Möglichkeiten von Rentnern, bei rechtswidrigen Renten- bescheiden Nachzahlungen zu verlangen. Wer Zweifel an der Rechtmäßigkeit seines Rentenbescheides hat, sollte künftig nicht abwarten, bis ein Musterverfahren die Rechtslage geklärt hat. Er muss rechtzeitig Widerspruch einlegen, um zu verhindern, dass der Bescheid bestandskräftig wird. Nur dann kann man Nachzahlungen ver- langen, falls sich herausstellt, dass die Rechtsgrundlage des Bescheids verfassungswidrig war.
  Auf diese Klausel, die am 1. Mai 2007 in Kraft getreten ist, hat der Sozialverband Deutschland (SOVD) hin- gewiesen. Betroffen seien etwa Erwerbsminderungsrentner. Im Mai 2006 hat das Bundessozialgericht die Ab- schläge für Erwerbsminderungsrentner unter 60 Jahren für verfassungswidrig erklärt. Um ihre Rückzahlungs- ansprüche zu sichern, hätten Betroffene bis 1. Mai 2007 einen Überprüfungsantrag stellen müssen, so der SOVD. Auch Neurentner seien von der Rechtsänderung betroffen. So bereitet der SOVD derzeit eine Verfassungs- beschwerde gegen eine Vorschrift vor, nach der Neurentner den vollen Pflegeversicherungsbeitrag bezahlen müssen.
   Sollte das Bundesverfassungsgericht die Regelung für verfassungswidrig erklären, könnten nach neuem Recht nur jene Rentner eine Nachzahlung verlangen, die gegen ihren Rentenbescheid Widerspruch eingelegt haben. Alle anderen könnten nur für die Zukunft eine Anpassung fordern.
  Nach geltendem Recht ist ein solcher Widerspruch nicht erforderlich: Gemäß Paragraph 44 Sozialgesetzbuch X muss eine Behörde auch unanfechtbare Rentenbescheide zurücknehmen, wenn sie rechtswidrig sind. Wurde die Rente des Betroffenen zu niedrig angesetzt, kann er für bis zu vier Jahre Nachzahlungen verlangen. amaFAZ070227

Sofortrente gegen Einmalbeitrag

   Rentenalter erreicht, viel Geld gespart - doch wo am besten anlegen? Da bietet sich die Sofortrente an. Der Kunde zahlt eine größere Summe ein und erhält lebenslang eine monatliche Rente. Das ist meist attraktiver als Bankentnahmepläne, die ähnlich sicher sind. Während dort das Spargeld irgendwann aufgebraucht ist, läuft die Rente lebenslang. Außerdem ist sie steuerlich günstiger. Beim Tod wird die Rente eingestellt, aber der Kunde kann auch eine Garantiezeit vereinbaren. Dann wird sie an die Erben weitergezahlt. In unserem Beispiel hat ein Mann 60.000 Euro eingezahlt bei 20 Jahren Garantiezeit. Im Modell wird zuerst die garantierte Rente gezahlt, die sich über die Jahre durch die Überschussbeteiligung erhöht. Ausführliche Informationen, auch zu Renten für Frauen, finden Sie im Finanztest 12/08

Rente67xx

Jetzt entschieden: Rente mit 67 - Altersgrenze steigt in kleinen Schritten - Niveau sinkt

  „Dies ist nach einer Flut von Gesetzen der letzte Baustein, um das System zu justieren”, sagt Herbert Rische, der Chef der Deutschen Rentenversicherung Bund. Er meint damit die Anpassung der Sozialversicherung an die Be- völkerungsentwicklung. Denn weil die Menschen immer älter werden, haben sie auch immer länger Anspruch auf Rente. Aber auch um die Beitragszahler nicht zu überlasten, wird nun das Renteneintrittsalter, ab dem eine abschlagsfreie gesetzliche Rente ausgezahlt wird, von 65 auf 67 Jahre angehoben.
   „Doch fällt die Rente mit 67 nicht vom Himmel” (Rische). Sie kommt vielmehr in vielen kleinen Schritten. Das zeigt sich besonders am Beispiel der Regelaltersgrenze: Ihre Anhebung beginnt im Jahr 2012. Bis 2023 wird die Regel- arbeitszeit um jeweils einen Monat pro Jahr erhöht, danach geht es bis 2029 in Zwei-Monats-Schritten weiter. Das heißt: Der Geburtsjahrgang 1949 ist der erste Jahrgang, der bis zur vollen Rente einen Monat länger arbeiten muss - und der Jahrgang 1964 ist der erste Jahrgang, für den das neue Rentenalter 67 gilt. Probleme: Wichtigster Kritikpunkt ist, dass - je nach Definition - 40 bis 50 Prozent der Betriebe keine Beschäftigten mehr haben, die älter als 50 Jahre sind. Folglich laufe die höhere Altersgrenze auf eine Rentenkürzung hinaus, sagen Kritiker. Hier setzt das Förderprogramm 50plus der Regierung an. Zudem bauen Experten darauf, dass die Unternehmen angesichts kommender geburtenschwacher Jahrgänge wieder verstärkt auf ältere Beschäftigte angewiesen sein werden.
Ausnahmen:
Um Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen, darf auch künftig schon mit 65 ohne Abschläge in Rente gehen, wer mehr als 45 Jahre Beiträge bezahlt hat. Rentenfachleute sprechen hier allerdings eher von einer psychologischen Maßnahme zur Durchsetzung der Reform. Denn fest steht: Nur ein sehr kleiner Teil der Beschäf- tigten kommt auf 45 Versicherungsjahre. Bei den Männern sind es aktuell 28,2 Prozent, bei den Frauen 3,7 Prozent.
Erwerbsminderungsrenten: In ihnen sehen Fachleute ein wichtiges Auffangnetz für jene, die das Renteneintritts- alter auf Grund starker gesundheitlicher Belastungen nicht erreichen. Der maximale Abschlag für Erwerbsgemin- derte beträgt 10,8 Prozent. Wer 35 Beitragsjahre vorweist, kann auch künftig mit 63 Jahren abschlagfrei in Rente gehen. Dies gilt bis zum Jahr 2023, danach sind 40 Beitragsjahre erforderlich.
Abschläge:
Wer noch arbeitsfähig ist, aber schon mit 63 in Rente gehen möchte, kann dies tun. Allerdings muss er 35 Jahre lang Beiträge gezahlt haben und Abschläge hinnehmen: 0,3 Prozent für jeden Monat, den er vor der gesetzlichen Regelaltersgrenze in Ruhestand geht. Beiträge: Aktuell liegt der Beitragssatz zur Rentenversicherung bei 19,9 Prozent des Bruttoeinkommens. Ziel der Reform ist es, den Satz bis zum Jahr 2020 nicht über 20 Prozent steigen zu lassen, obwohl der Anteil der von den Beitragszahlern zu versorgenden Rentner an der Gesamtbevöl- kerung stetig steigt.
  Die betriebliche und die private Altersvorsorge werden immer wichtiger, da die Bezüge aus der gesetzlichen Versicherung auf eine Basissicherung abfallen, so der Wirtschaftsweise Bert Rürup: „Das Brutto-Rentenniveau sinkt bis 2030 auf 40 Prozent.” Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren es noch etwa 48 Prozent des Arbeitseinkommens. Für Rürup steht deshalb fest: „Weitere Leistungsrücknahmen sind nicht mehr möglich.”
UweWestdörpNOZ070309

Rente mit 67

Altersgrenze bei der Altersrente
   Von 2012 an steigt die gesetzliche Altersgrenze schrittweise bis 2029 von 65 auf 67 Jahre. So können Arbeit- nehmer, die 1947 geboren sind, 2012 erst einen Monat nach dem 65. Geburtstag ohne Abschläge in Rente gehen. Diese Grenze steigt bis 2023 für jeden neuen Rentnerjahrgang um je einen Monat. Von 2024 an geht die Verlängerung der Lebensarbeitszeit dann in Zwei-Monats-Schritten voran. 2029 - also für Arbeitnehmer des Geburtsjahrgangs 1964 - gilt erstmals die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.
Altersgrenze bei anderen Renten
   Grundsätzlich werden die Altersgrenzen auch hier um zwei Jahre erhöht. Zum Beispiel wird die Grenze für eine abschlagsfreie Altersrente für Schwerbehinderte von 63 auf 65 Jahre angehoben. Die Grenze für die „große Wit- wenrente” steigt von 45 auf 47 Jahre.
Rentenabschläge
   Wer vor dem Erreichen des Rentenalters in Ruhestand gehen will, muss Abschläge von 0,3 Prozent je Monat in Kauf nehmen. Der frühestmögliche Rentenbeginn steigt schrittweise bis 2029 auf 63 Jahre (dann mit einem Ren- tenabschlag von 14,4 Prozent). Auch bei den Sonderregelungen werden die Altersgrenzen um zwei Jahre herauf- gesetzt. So können Schwerbehinderte künftig erst mit 62 statt mit 60 unter Abschlägen in Rente gehen.
Rente für besonders langjährig Versicherte
   Als Ausnahme von der „Rente mit 67” können Arbeitnehmer, die mehr als 45 Beitragsjahre vorweisen können, auch in Zukunft ohne Abschläge mit 65 Jahren in Rente gehen. Als Beitragsjahre gelten auch Kindererziehungs- zeiten.
Rente für langjährig Versicherte
   Arbeitnehmer mit mindestens 35 Versicherungsjahren dürfen derzeit mit 63 Jahren aus dem Beruf ausscheiden. Sie müssen dann einen Rentenabschlag von 7,2 Prozent hinnehmen. Für die langjährig Versicherten ist weiter der Vorruhestand mit 63 möglich - allerdings mit 14,4 Prozent Abschlag.
Altersteilzeit
   Für Arbeitnehmer, die bis 1954 geboren wurden und im Vertrauen auf die bisherigen Altersgrenzen bis 31. De- zember 2006 einen Altersteilzeitvertrag vereinbart haben, soll sich bei den Altersgrenzen nichts ändern. Ein Rentenbeginn ist danach frühestens mit 62 und nicht erst mit 63 Jahren möglich, ein abschlagsfreier Rentenbezug mit 65.
Erwerbsminderung
Wer wegen seines Gesundheitszustands nur weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann, hat weiter Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente. Wer drei bis sechs Stunden arbeiten kann, erhält eine anteilige Renten- zahlung. Hier ändert sich nichts.
Modifizierte Schutzklausel
   Diese Klausel erlaubt von 2011 an unterlassene Rentenkürzungen nachzuholen. Die derzeit rechnerisch erforderlichen Kürzungen der Altersbezüge werden durch eine Schutzklausel zugunsten der Rentner seit 2005 verhindert. Der Ausgleichsbedarf soll schrittweise dadurch abgebaut werden, dass die Renten jedes Jahr nur halb so stark steigen, wie es rechnerisch richtig wäre. ennFAZ070310

Pflege: Rentner müssen selbst zahlen

  Die Rentner in Deutschland müssen ihren Beitrag zur Pflegeversicherung weiterhin voll aus eigener Tasche be- zahlen. Die Gesetzesänderung aus dem Jahr 2004 ist nicht verfassungswidrig, urteilte das Bundessozialgericht in Kassel Az.: B 12 RJ 2/05 R. Die Sozialverbände wollen nun eine Verfassungsbeschwerde prüfen. Bis Ende März 2004 zahlten die Renten-Versicherungsträger auf die von ihnen ausgezahlten Renten den halben Beitrag zur Pflegeversicherung. Seit April 2004 müssen die Rentner den Beitrag von 1,7 Prozent allein aufbringen. Sie werden dadurch im Durchschnitt um etwa acht bis zehn Euro im Monat zusätzlich belastet. Ziel der Gesetzesänderung war eine Entlastung der Rentenversicherung. Für Erwerbstätige zahlen die Arbeitgeber die Hälfte,  dafür wurde der Buß- und Bettag als Feiertag gestrichen. HA061130

pol-Papier-Z    Präsident Hans-Jürgen Papier

Droht Minusrendite? Papier warnt vor Verfassungsproblemen

   Rentenexperten schlagen Alarm: „Immer mehr junge Menschen werden aus der Rentenversicherung weniger herausbekommen, als sie eingezahlt haben”, sagte Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen der Tageszeitung „Die Welt”. Ähnlich äußerte sich der Direktor des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, Meinhard Miegel. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, warnte vor verfassungsrechtlichen Problemen bei einer solchen Minus-Rendite. Die Deutsche Rentenversicherung wies die Berichte zurück.
  Die Renditen verringerten sich nach den jüngsten Reformen zwar, blieben aber auch künftig positiv, betonte der Präsident der Dachorganisation aller Rentenkassen, Herbert Rische: „Es besteht deshalb kein Anlass, das System der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich in Frage zu stellen und die Menschen durch negative Aussagen zu verunsichern.” Er verwies auf Untersuchungen unabhängiger Institutionen, die bislang regelmäßig zu dem Er- gebnis gekommen seien, dass die Renditen auch langfristig positiv sein würden. So würden die Rendite- berechnungen der Rentenversicherung gestützt durch Analysen der Wirtschaftsweisen, des Sozialbeirats der Bundesregierung, der Rürup-Kommission und des Forschungsinstituts Ökonomie und demographischer Wandel.
   Bei Berichten über niedrige oder negative Renditen werde häufig nicht berücksichtigt, dass die Rentenversi- cherung auch Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten sowie Rehabilitationsleistungen umfasse, sagte Rische. Außerdem bezögen einige Berechnungen die Inflation mit ein, was bei Produkten von Banken und Lebens- versicherungen nicht üblich sei. Rentenexperte Miegel äußerte sich in der „Welt” und im Deutschlandfunk dagegen skeptisch:  Wer im Jahre 1950 geboren worden sei, der habe noch eine hypothetische Rendite vielleicht von einem Prozent. „Wer nach 1970 geboren worden ist, hat auch diese Rendite nicht mehr, und das kippt dann ins Negati- ve.” Die langfristigen Prognosen der Rentenversicherer von mindestens drei Prozent Rendite beruhten auf halt- losen Annahmen, die geeignet seien, die Bevölkerung weiter in die Irre zu führen. Verfassungsgerichtspräsident Papier warnte erneut: Rentenbeiträge kommen in eine verfassungsrechtliche Problemzone, wenn das eingezahlte Kapital regelhaft bei weitem das Übersteigt, was der Einzelne später an Leistungen erhält.” Die Verfassung verbiete jedoch eine offenkundige Unverhältnismäßigkeit zwi- schen eingezahlten Beiträgen und Versicherungs- leistungen. apHAZ060718

Rente gegen Einmalzahlung oft wenig rentabel. Vor dem Vertragsabschluss sollte man
in jedem Fall Alternativen durchrechnen - Verzinsliche Anlage hat Vorteile

   Wer heute eine größere Summe Geld im Alter ausgezahlt bekommt, legt das Geld meist in Fonds oder fest- verzinslich an, um im Alter eine Zusatzrente zu kassieren. Auch Versicherungen bieten für diese Fälle natürlich eine Lösung an: Die Rente gegen Einmalzahlung. Das Ersparte wird so angelegt, dass ein Leben lang eine sichere Rente fällig wird, die durch zusätzliche Überschüsse steigen kann. Auf Wunsch (und gegen Aufpreis) wird auch eine Rentengarantiezeit vereinbart. Dann wird die Rente für einen vereinbarten Zeitraum von zehn oder 15 Jahren auch dann gezahlt, wenn der Versicherte bereits verstorben ist. So können Fami- lien oder der Partner versorgt werden.
   Die Frage für die Versicherten ist natürlich: Lohnt sich das für mich? Dafür macht es Sinn, sich einmal ein Angebot genauer anzuschauen. Wer als heute 60-Jähriger 100.000 Euro bei einem Direktversicherer anlegt, erhält lebenslang eine garantierte Rente von 390 Euro, mit Überschussbeteiligung können das bis 506 Euro werden - sicher ist das aber nicht. Werden es am Ende wirklich nur die garantierten 390 Euro, bekommt der Sparer erst einmal über 21 Jahre nur sein eigenes Geld zurück - und hat keinen Cent Zinsen bekommen. Um eine Rendite von 2,5 Prozent zu erreichen, müsste die Rente insgesamt 30 Jahre und fast vier Monate gezahlt werden. Und selbst bei 506 Euro Rente erhalten die Sparer bei der Rentenversicherung mehr als 16 Jahre nur ihr eingezahltes Kapital zurück. 2,5 Prozent Rendite erreicht man dann erst bei einer Laufzeit von über 21 Jahren.
   Die Rendite ist also nicht das, was den Sparer in eine Rentenversicherung gegen Einmalzahlung ziehen dürfte. Denn die 100.000 Euro werfen als festverzinslich angelegtes Geld bei einem Zinssatz von 4 Prozent schon rund 330 Euro monatliche Zinsen ab - bei vollem Kapitalerhalt. Den kann die Rentenversicherung nicht bieten. Bei ihr gibt es nur eine Rentengarantiezeit über zehn Jahre, die allerdings noch einmal bis zu 0,25 Prozent Rendite kos- ten.
   Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch die Steuer. Die Rentenversicherung bietet hier Vorteile, da im Alter nur der Ertragsanteil besteuert wird, der bei einem Rentenbeginn mit 65 Jahren nur 18 Prozent beträgt - Sparzinsen werden hingegen in Zukunft mit 25 Prozent Abgeltungsteuer belegt, wenn nicht der individuelle Steuersatz geringer ist. Eine besondere Form der Rentenversicherung gegen Einmalzahlung bietet das Rürup-Modell an: Basisrente. Bei einer Einmaleinzahlung können derzeit 65 Prozent der Beiträge steuerlich abgesetzt werden - begrenzt auf 13.200 Euro für Alleinstehende und 26.400 Euro für Verheiratete. Damit sind Steuerersparnisse von fast 11.000 Euro möglich, die allerdings teuer bezahlt werden. Denn auch die Rentenversicherung an sich wird durch die Rürup- Variante nicht zum Renditeknaller. Das gilt um so mehr, als die Rürup-Renten bereits heute mit 56 Prozent besteuert werden - und dieser Satz steigt für jeden neuen Rentnerjahrgang an.
   Das große Plus der Rentenversicherung ist der Faktor Sicherheit. Denn während das Ersparte in vielen Fällen verbraucht sein dürfte, muss die Rentenversicherung bis zum Lebensende zahlen - egal, wie alt der Versicherte wird. Damit dürfte es vor allem eine gute Lösung für alle sein, die sich eine lebenslang sichere Rente zulegen möchten. In allen anderen Fällen heißt es: Nachrechnen und Alternativen prüfen. HAZddp080714OliverMest

Länger-arbeiten.gr1.xx

Rente mit 67 – die Einzelheiten:

   Mit dem Altersgrenzenanpassungsgesetz will die große Koalition die gesetzliche Rentenversicherung “zukunfts- fest” machen. Wegen der steigenden Lebenserwartung und der sinkenden Geburtenzahlen erscheint die Ver- schiebung des Rentenbeginns als eine notwendige Maßnahme, um in der Zeit bis 2030 einen übermäßigen Anstieg des Beitragssatzes oder eine übermäßige Senkung des Rentenniveaus zu vermeiden. Im einzelnen sieht der Gesetzentwurf vor:
Altersgrenze bei der Altersrente
  Von 2012 an steigt die gesetzliche Altersgrenze für den Rentenbeginn schrittweise bis 2029 von 65 auf 67 Jahre. So können Arbeitnehmer, die 1947 geboren sind, im Jahr 2012 erst einen Monat nach dem 65. Geburtstag ohne Rentenabschläge in Ruhestand gehen. Für den Jahrgang 1948 gilt die Altersgrenze von 65 Jahren und zwei Monaten. Diese Regelaltersgrenze steigt in den Jahren bis 2023 für jeden neuen Rentner Jahrgang um jeweils einen Monat. Von 2024 an geht die Verlängerung der Lebensarbeitszeit dann in Zwei-Monats-Schritten voran. 2029 - also für Arbeitnehmer des Geburtsjahrgangs 1964 - gilt dann erstmals die neue Regelaltersgrenze von 67 Jahren.
Altersgrenze bei anderen Rentenarten
 Grundsätzlich werden die Altersgrenzen auch in den übrigen Rentenarten gegenüber der bisherigen Regelung um zwei Jahre heraufgesetzt. Zum Beispiel wird die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente für Schwer- behinderte von 63 auf 65 Jahre angehoben. Bergleute sollen künftig erst mit 64 statt mit 62 eine abschlagsfreie Rente beziehen können. Die Altersgrenze für die „große Witwenrente” steigt von 45 auf 47 Jahre.
Rentenabschläge
   Wer vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters in Ruhestand gehen will, muss Abschläge von den Alters- bezügen in Höhe von 0,3 Prozent je Monat in Kauf nehmen. Der frühestmögliche Rentenbeginn steigt schrittweise bis 2029 auf 63 Jahre  (dann mit einem Rentenabschlag von 14,4 Prozent).Auch bei den Sonderregelungen werden die Altersgrenzen um zwei Jahre heraufgesetzt. So können Schwerbehinderte künftig erst mit 62 statt mit 60 unter Abschlägen in Rente gehen.
Von der grundsätzlichen Verschiebung des Rentenbeginns mit und ohne Abschläge hat die Koalition eine Reihe von Ausnahmen vereinbart.
Rente für besonders langjährig Versicherte
  Wie schon im Koalitionsvertrag festgelegt, gilt für diese Personengruppe eine Ausnahme von der “Rente mit 67”. Arbeitnehmer, die mehr als 45 Beitragsjahre vorweisen können, dürfen auch in Zukunft ohne finanzielle Einbußen mit 65 Jahren in Rente gehen können. Nach Auskunft der Rentenversicherer erfüllen derzeit 27 Prozent der Män- ner und 4 Prozent der Frauen dieses Kriterium. Weil von der Regelung somit fast ausschließlich Männer profitier- ten, sollen Beitragsjahre auch Kindererziehungszeiten bis zum 10. Lebensjahr des Kindes gerechnet werden. Son- derregelungen für bestimmte Berufsgruppen sind aber nicht vorgesehen.
Rente für langjährig Versicherte
   Arbeitnehmer, die mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen können, dürfen derzeit mit 63 Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Sie müssen dann einen Rentenabschlag von 7,2 Prozent hinnehmen. Entgegen den ur- sprünglichen Plänen will die Koalition die Altersgrenze für den vorzeitigen Ruhestand nicht anheben. Für die meisten Versicherten ist also weiter der Vorruhestand mit 63 möglich - allerdings wachsen die Einbußen bei den Altersbezügen bis 2029 bis auf 14,4 Prozent.
Altersteilzeit
   Für Arbeitnehmer, die bis einschließlich 1954 geboren wurden und im Vertrauen auf die bisherigen Altersgrenzen einen Altersteilzeitvertrag vereinbart haben, soll sich bei den Altersgrenzen nichts ändern. Ein Rentenbeginn ist danach weiterhin frühestens mit 62 und nicht erst mit 63 Jahren möglich. Ein abschlagsfreier Rentenbezug ist mit 65 möglich.
Erwerbsminderung
   Wer wegen seines Gesundheitszustands nur weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann, hat Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente. Wer drei bis sechs Stunden arbeiten kann, erhält eine anteilige Renten- zahlung. An dieser Regelung ändert sich nichts. Junge Erwerbsunfähige werden überdies bei der Rentenhöhe weiter so behandelt, als hätten sie bis zum 60. Lebensjahr eingezahlt. Grundsätzlich steigt die Altersgrenze für die abschlagfreie Rente von 63 auf 65 Jahre. Bis 2023 können aber 63 Jahre alte Versichete mit 35 Beitragsjahren weiter ohne Abschläge Einbußen ausscheiden. Von 2024 an gilt dies nur noch nach 40 Beitragsjahren.
Modifizierte Schutzklausel
   Diese im Gesetz verankerte Klausel, die vorübergehend Nachholfaktor hieß, soll von 2011 an erlauben, unter- lassene Rentenkürzungen in wirtschaftlich besseren Zeiten nachzuholen. Die derzeit rechnerisch erforderlichen Kurzungen der Altersbezüge, die sich wegen der geringen Lohnsteigerungen sowie der dämpfenden Faktoren in der Rentenformel ergeben, werden durch eine Schutzklausel zu Gunsten der Rentner seit 2005 verhindert. Eigentlich hätte die Rente in diesem Jahr um 0,6 Prozent gekürzt werden müssen. Bis 2011 wird dieser Aus- gleichsbedarf nach Auskunft der Rentenversicherer auf 3,1 Prozent angewachsen sein. Er soll schrittweise dadurch abgebaut, dass die Renten dann nur jedes Jahr nur halb so stark steigen, wie es rechnerisch richtig wäre.
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Der dritte Lebensabschnitt

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Renteneintrittsalter:
Laut Koalitionsvertrag wird die Regelaltersgrenze ab 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben

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Hinzuverdienstgrenzen für Rentner. Minijobs für Rentner bringen Abwechselung und Geld.
Vorsicht vor unseriösen Angeboten!

  Für viele Rentner kommt es  nicht in Frage, nur noch die  Füße hoch zu legen. Unter  dem Motto „Wer rastet, der rostet” suchen sie noch einmal die Herausforderungen  des Arbeitsmarktes und steigen mit einer Nebentätigkeit wieder ins Berufsleben ein.
   Egal ob als Pförtner, Reinigungskraft, Babysitter oder  Zeitungsausträger, Möglichkeiten gibt es viele. Entspre- chende Angebote lassen sich  in fast allen Tageszeitungen  finden. Und auch die Jobvermittlung der Agentur für Ar- beit ist ein geeigneter Ansprechpartner. Außerdem kann man selbst Anzeigen schalten, Flugblätter aufhängen oder direkt bei den Firmen nachfragen, bei denen man arbeiten möchte.
    Bei vielen Jobangeboten in Zeitungen oder im Internet ist allerdings Vorsicht geboten. „Nicht jede verlockende Anzeige ist seriös”, warnt Eva Gröver von der Verbraucherzentrale Berlin e.V. Oft gehe  es nur darum, aus der Leichtgläubigkeit der Leute Kapital zu schlagen. Deshalb sollte man sofort hellhörig und vorsichtig werden, sobald ein potenzieller Arbeitgeber im Vorfeld Geld will.
   Dabei seien diese ersten Zahlungen oft verschleiert und nicht offensichtlich, fügt Gröver hinzu. Zu den Tricks der „schwarzen Schafe” gehören zum Beispiel kostenpflichtige Telefonnummern, auf denen der Jobinteressent weitere Informationen zum Angebot erfahren könne. Das kann teuer werden, insbesondere, wenn die Kosten im Stunden- takt abgerechnet werden. „Eine Minute - meist sinnloses - Tonbandanhören kann dann schon mal rund 60 Euro kosten”, warnt Gröver. Auch von Angeboten, bei denen der Arbeitnehmer im Vorfeld ein teures Seminar absol- vieren oder kostenpflichtige „Kennenlern-Sets” bestellen soll, rät die Verbraucherschützerin ab.
   Rentner können sich auch selbstständig machen. Viele haben in ihrem Berufsleben genug Erfahrung und Know- how gesammelt, um ein eigenes kleines Unternehmen zu gründen. Oft steckt auch im eigenen Hobby das Poten- zial für ein paar Nebeneinnahmen - oder im Bekanntenkreis hat jemand eine kleine Geschäftsidee.
   Dabei sollte man sich nicht übernehmen, rät Lars Kissner von der KIZ Zentrale für Existenzgründung AG in Offenbach. Er empfehle jedem Firmengründer, einen Businessplan aufstellen, um einen Überblick über mög- liche Kosten, Einnahmen und die Entwicklung der neuen Firma zu bekommen. Dazu kann man sich auch professionellen Rat bei einem der vielen Büros für Existenzgründer holen, die auch entsprechende Kurse anbieten, fügt Kissner hinzu. Außerdem sollten die Investitionen so gering wie möglich gehalten werden, um kein zu großes Risiko ein- zugehen.
   Ab dem 65. Lebensjahr darf ein Rentner arbeiten und hinzuverdienen, so lange und so viel er will. Doch bei Renten vor Vollendung des 65. Lebensjahres sieht es ganz anders aus. Frührentner sollten sich deshalb auf jeden Fall mit ihrer Versicherungsanstalt absprechen. Auch bei Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten,  bei Voll-  und Teil- renten sowie bei Witwen-, Erziehungs- und Waisenrenten gelten verschiedene Hinzuverdienstgrenzen, die beachtet werden müssen, um die eigene Rente nicht zu mindern oder zu gefährden. NOZ050106ddp

Worauf arbeitende Rentner unbedingt achten sollten: Ab 400 Euro Verdienst wird Rente gekürzt

   Ob aus Lust am Job oder um die Rente aufzubessern - wer im Rentneralter weiter arbeiten gehen möchte, ist in Deutschland nicht allein: Mehr als 1,24 Millionen Menschen über 60 Jahren gehen einer Nebenbeschäftigung oder geringfügigen Beschäftigung nach - also etwa jeder 16. Rentner. Das zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.
   Allerdings sollten arbeitende Rentner aufpassen, dass ihnen ihr Fleiß nicht zum Nachteil gereicht: Laut Deutscher Rentenversicherung dürfen Rentner unter 65 Jahren nur 400 Euro hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Wer mehr verdient, riskiert, dass seine Rente gekürzt oder ganz gestrichen wird. Anja Huth, Sprecherin bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, rät, sich in diesen Fällen von seiner Rentenversicherung beraten zu lassen.
   Wenn man erst einmal die Regelaltersgrenze erreicht hat, gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr, und der Hinzuverdienst muss der Rentenversicherung nicht einmal gemeldet werden. Solange es sich nicht um einen 400- Euro-Job handelt, müssen aber Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden.
   Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien von der allgemeinen Wirtschaftslage abhängig, sagt Anja Huth, weni- ger von den formalen Qualifikationen des Rentners. „Oftmals haben gerade Menschen aus Berufen mit niedrigem Einkommen die Motivation, sich zu ihrer Rente etwas hinzuzuverdienen." NOZ100714ddp

Zuverdienst kann Geld kosten

   Rentner, die jünger als 65 Jahre sind, müssen bei einem Hinzuverdienst von über 350 Euro mit einer Rentenkürzung rechnen. Ab dem 65. Geburtstag kann unbegrenzt hinzuverdient werden. Die Renten- versicherung weist darauf hin, dass im Einzelfall die Rente und das Einkommen aus einem 400-Euro- Job niedriger sein können als die ungekürzte Rente plus Hinzuverdienst von 350 Euro. AP060825HA

Teurer Nebenjob - Rentner unter 65 müssen Verdienstgrenzen beachten

   Rentner können ihren Lebensunterhalt mit der Rente allein nicht finanzieren und arbeiten daher auch im Ruhe- stand. Wenn Rentner eine reguläre Altersrente beziehen, also derzeit mindestens 65 Jahre alt sind, hat der Ne- benverdienst keine Auswirkungen auf ihre Rente. Bei einer vorgezogenen Altersrente, Erwerbsminderungs- oder auch Hinterbliebenenrente jedoch mindert das erzielte Einkommen unter Umständen die Rentenhöhe.
   Wer nur einen Minijob hat, bekommt in jedem Fall seine volle Rente ausbezahlt. Liegt das Nebeneinkommen regelmäßig über 400 Euro, werden hingegen Abschläge fällig. Die im Detail komplizierten Regelungen erläutert die Deutsche Rentenversicherung (DRV) in der aktuellen Ausgabe ihrer Schriftenreihe „Summa Summarum", die auch im Internet als Download verfügbar ist www.drv-bund.de, Ausgabe 4/2010.
   So errechnen sich die Zuverdienstgrenzen bei vorgezogenen Altersrenten und Erwerbsminderungsrenten aus dem individuellen versicherungspflichtigen Einkommen, das der Rentner in den letzten drei Jahren vor Renten- beginn verdient hat. Je höher das Einkommen vor Renteneintritt war, desto mehr dürfen Rentner ohne Abschläge verdienen. Die exakten Hinzuverdienstgrenzen teilt die Rentenversicherung im Rentenbescheid und auf Anfrage mit.
   Bei einem früheren Einkommen von monatlich 2.667 Euro beispielsweise und einem Nebenverdienst über 400 Euro sinkt die vorgezogene Altersrente in den alten Bundesländern um ein Drittel. Ab exakt 996,45 Euro zahlt die Rentenkasse noch die Hälfte und ab 1.456,35 Euro nur noch ein Drittel der Rente aus. Über 1.916,25 Euro gibt es gar keine Rente mehr. In Ostdeutschland gelten niedrigere Grenzwerte.
  Bezieher einer vollen oder halben Erwerbsminderungsrente müssen ebenfalls Renteneinbußen bei Nebeneinkom- men hinnehmen, wobei die Grenzwerte durchweg höher liegen. So behält ein voll erwerbsgeminderter Rentner mit einem früheren Einkommen von 2.667 Euro immerhin noch die Hälfte seiner Rente, wenn er bis zu 1.763 Euro hinzuverdient. Allerdings dürfte die Rentenversicherung in diesem Fall prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente überhaupt noch vorliegen. Noch andere Regeln müssen Erwerbstätige mit einer Hinter- bliebenenrente beachten. Das (Netto-)Einkommen von Witwen, Witwern und Waisen bleibt nur bis zu pauscha- lierten Freibeträgen anrechnungsfrei. Der Teil des Einkommens, der über dem Freibetrag liegt, wird zu 40 Prozent auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.  NOZ100824ddp

Rechtsstreit: Steuern auf Beiträge. Kläger wollen Anerkennung als Werbungskosten erreichen

  Das seit Jahresbeginn geltende Alterseinkünftegesetz hat die Besteuerung von Renten völlig neu geregelt. Im Rahmen der seither geltenden „nachgelagerten Besteuerung” werden die gesetzlichen Renten nach einer gewis- sen Übergangsfrist künftig voll steuerpflichtig. Dies müsste nach Ansicht von Steuerjuristen auf der anderen Seite auch dazu führen, dass die vom Steuerzahler in der aktiven Zeit geleisteten Beiträge zur Rentenversicherung als so genannte Werbungskosten Berücksichtigung finden.
   Im Einkommensteuergesetz steht dies jedoch anders. Dort nämlich ist geregelt, dass Rentenversicherungs- beiträge nur eingeschränkt als Sonderausgaben abziehbar sind. Genau diese Begrenzung hat nun einige streit- bare Geister auf den Plan gerufen. So sind beim Niedersächsischen Finanzgericht Az.: 11 K 211/05, beim Finanzgericht Münster 14 K 608/05 und beim Bundesfinanzhof X R 45/02 Verfahren anhängig gemacht worden.
  Die Kläger fordern die Berücksichtigung der entrichteten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung - über den Sonderausgabenabzug hinaus - als „vorweggenommene Werbungskosten” bei den sonstigen Einkünften.
   Zwischenzeitlich gibt es sogar schon eine Entscheidung zu dieser Frage. Der 7. Senat des Niedersächsischen Finanzgerichts hat mit Beschluss vom 23. Mai 2005 Az.: 7 S 4/03 einem Kläger zu dieser Streitfrage Prozess- kostenhilfe bewilligt. Zur Begründung führen die Richter an, die Klage sei bei überschlägiger Prüfung nicht mutwillig erhoben und biete Aussicht auf Erfolg. Dies gelte jedenfalls dann, wenn derzeit schon so gut wie feststehe, dass der künftige Rentenbezieher seine Rente voll versteuern müsse.
   Steuerexperten wie der Niedersächsische Finanzrichter Michael Balke raten daher zu einer Überprüfung, ob gegen entsprechende Einkommensteuerbescheide Einspruch eingelegt werden soll. Dabei sollte man, am besten mit Hilfe eines Steuerberaters, prüfen, ob sich die Arbeitnehmeranteile an den Beiträgen zur gesetzlichen Renten- versicherung im Rahmen der Sonderausgaben bereits voll ausgewirkt haben. Ist dies nicht der Fall, ist die Ein- legung des Einspruchs anzuraten.
   Mitgliedsverbände des Deutschen Steuerberaterverbandes haben einen Mustereinspruch zur Abzugsfähigkeit der Rentenversicherungsbeiträge als vorweggenommene Werbungskosten veröffentlicht. Das Musterschreiben zählt die anhängigen Verfahren auf, um den Antrag auf Ruhen des Verfahrens zu begründen.
   Der Mustereinspruch ist auf der Internet-Seite  des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalt ver- öffentlicht: www.steuerberater-verband.de    ZPeterBilsdorfer050627

Durchschnitts-Einkommen der Rentner 1.953 Euro

  Rentner und Pensionäre in Deutschland verfügen im Schnitt über, ein Netto-Haushaltseinkommen von 1.953 Euro im Monat. Das geht aus einer gemeinsamen Untersuchung der Postbank und des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Gravierende Unterschiede gebe es aber beim Blick auf Regionen, Schul- und Berufsausbildung. Ostdeutsche Ruheständler-Haushalte kommen demnach nur auf 1.647 € im Monat, 19 Prozent weniger als im Westen. Dort betrage das Netto-Durchschnittseinkommen 2.040 Euro. Bei den Berufsgruppen liegen pensionierte Beamte mit 2.578 Euro weit vorn.
  Neben dem West-Ost-Gefälle gibt es der Studie zufolge auch ein Süd-Nord-Gefälle. Ruheständler-Haushalte in Südwestdeutschland und im Rhein-Main-Gebiet haben monatlich im Schnitt 2.207 Euro netto  zur Verfügung, in Bayern 2.036 Euro. In Norddeutschland sind es 1.920 Euro, im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein- Westfalen 1.969 Euro. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 1.579 Euro.
  Große Unterschiede gibt es demnach auch bei der Herkunft der Einkommen von Ruheständler-Haushalten. In Westdeutschland verfügen 89 Prozent über eine gesetzliche Rente, in Ostdeutschland 92 Prozent. Zahlungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge erhalten im Westen 37 Prozent der Rentner-Haushalte, im Osten nur 9 Prozent. Rund 45 Prozent der westdeutschen Ruheständler haben ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung, in Ostdeutschland sind es nur 28 Prozent.
   Auch die Schulbildung spielt bei den Alterseinkünften eine gewichtige Rolle. Ruheständler mit Abitur oder Studium verfügten über ein Netto-Haushaltseinkommen von bundesweit 2.486 Euro. Dies sind 27 Prozent mehr als im Schnitt und sogar 36 Prozent mehr als bei Rentnern und Pensionären mit einfachem Schulabschluss.  dpaHA070222

gRentnerin-xx   Versorgungsausgleich?

Das dicke Ende mit der Rente. Scheidung: Die Ungerechtigkeit nach dem Versorgungsausgleich

   Bei der Scheidung geht es auch ums Geld im Alter. Doch so mancher hätte dem Versorgungsausgleich wohl nicht zugestimmt, wenn er geahnt hätte, was passieren kann.
   Fast jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Meist bedeutet die Trennung einen großen finanziellen Ein- schnitt, der sich bis in den Ruhestand hinein auswirken kann. Grund dafür ist der Versorgungsausgleich, der für Gerechtigkeit im Alter sorgen soll. Dazu werden die Versorgungsansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicher- ung, die während der Ehe erworben wurden, aufgeteilt. „Die Ansprüche werden so erhöht oder gemindert, dass beide Partner für die Ehezeit letztlich gleich hohe Ansprüche erhalten”, sagt Renate Thiemann von der Deutschen Rentenversicherung Bund.
Was beim Versorgungsausgleich berücksichtigt wird und was nicht
  Angenommen, der Mann hat während der Ehe 400 Euro an Rentenanwartschaften erworben, die Frau aufgrund von Kindererziehung nur 100 Euro, so werden 150 Euro vom Versicherungskonto des Mannes auf das der Frau übertragen. Der Unterschied zwischen beiden Ansprüchen beträgt 300 Euro (400-100). Die Hälfte davon sind 150 Euro als Ausgleichsanspruch für die Frau.
  Haben die Ehepartner nichts anderes vereinbart, leitet das Familiengericht einen Versorgungsausgleich ein. Da- bei werden nicht nur Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt, sondern auch Anwart- schaften aus Beamtentätigkeit, berufsständischen Versorgungswerken und Betriebsrenten. Private Rentenversi- cherungen und Kapitallebensversicherungen werden dagegen nicht berücksichtigt. Das komplizierte Berechnungs- verfahren und die meist noch lange Zeit zur Rente bringen es mit sich, dass die Auswirkungen des Versorgungs- ausgleiches meist unterschätzt werden.
  „Die Regelung geht von einer Hausfrauen-Ehe aus, in der einer zu Hause bleibt und der andere das Geld ver- dient”, sagt die Familienanwältin Angelika Protte. „Anders sieht es schon bei einem Ehepaar aus, bei dem sie als Angestellte gut verdient und er als Selbstständiger nicht in die Rentenversicherung, sondern in eine Lebens- versicherung einzahlt.” Die Frau müsste die Hälfte ihrer Rentenansprüche an den Mann abgeben, die Versicherung würde dagegen nicht in den Versorgungsausgleich fallen. Der Versorgungsausgleich ist zwar bei Scheidungen gängige Praxis, aber nicht zwangsläufig. Mit einem Ehevertrag oder einer Trennungsvereinbarung lässt er sich ausschließen. „Auch noch während der Scheidung kann der Versorgungsausgleich durch eine Parteivereinbarung einvernehmlich geregelt werden”, sagt Thiemann.
   Das kann die bessere Lösung sein. Zwar ist gegen die Aufteilung der Rentenansprüche nichts einzuwenden, doch ob das wirklich zum Nutzen des Partners ist, lässt sich nicht absehen. Das zeigt sich erst in der Rentenphase. Solange der Ex-Partner noch lebt, mag der Ausgleichspflichtige den monatlichen Abzug von der Rente noch ak- zeptieren. Doch verstirbt der Ex-Partner, endet nicht automatisch die Ausgleichspflicht. „Denn der Ausgleich der Rentenanwartschaften zwischen den Ehegatten ist auf Dauer angelegt und wirkt nach dem Tod des ausgleichs- berechtigten Partners weiter”, sagt Thiemann. Nur wenn der Partner den Versorgungsausgleich höchstens zwei Jahre bezogen hat, wird die Rente des Ausgleichspflichtigen wieder aufgestockt. In den meisten Fällen bleibt es aber bis zum Tod des zweiten Partners bei der Kürzung. Auch durch eine spätere Heirat des Ex-Partners bleibt der Versorgungsausgleich erhalten.
450 Euro Abzug, obwohl der Ex-Partner längst tot ist
  Meist sind die Männer die Ausgleichspflichtigen. Doch auch Marianne Grahl ärgert sich jeden Monat, dass ihr 450 Euro von der Pension abgezogen werden, der Ausgleichsbetrag für ihren Ex-Mann, der längst tot ist. Hätte sie das geahnt, hätte sie dem Versorgungsausgleich niemals zugestimmt.
   Doch das Bundesjustizministerium plant eine Reform des Versorgungsausgleiches. Danach soll die Ausgleichs- frist von 24 auf 36 Monate erhöht werden. Hat also der Partner nicht mehr als 36 Monate Versorgungsausgleich bezogen, kann der andere darauf hoffen, dass seine Rente nach dem Tod des Ex-Partners erhöht wird. Eine kleine Hoffnung, aber keine Lösung des Problems. HASteffenPreißler080112

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