MM-DKWN-x
kbwn

         o n l i n e :       
www.

kbwn.de

Rosenkranz

Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Freudenreiche Geheimnisse: Betrachtung
2. Benedikt XVI. in Fatima: Segnung der Kerzen und Rosenkranzgebet
3. Rosenkranzgebet und Lichterprozession in Fatima
4. Papst betet Rosenkranz in Pompeji
5. Bartolo Longo - Gründer des Heiligtums in Pompeji
6. Auto-Rosenkranz von Papst Benedikt XVI.
7. Gebet zu Unserer Lieben Frau von Fatima
8. Akt der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens
9. Benedikt XVI.: Die Schönheit des Rosenkranzes entdecken
10. Der Rosenkranz ist heute so aktuell wie immer
11. Bücher zum Rosenkranz
12. Johannes Paul I.: Predigt zum 400. Jahrestag des Rosenkranzfestes in Venedig
13. Joseph Haydn nahm oft den Rosenkranz zur Hand
14. Erzbischof Ludwig Averkamp, Hamburg: Der Rosenkranz hilft Gläubigen zur tiefen Meditation
15. Johannes Paul II. ergänzt den Rosenkranz: der lichtreiche Rosenkranz
16. Die lichtreichen Geheimnisse
17. Fatiama-Rosenkranz in Hiroshima
18. Gorg Preca - geistlicher Vater des lichtreichen Rosenkranzgebetes
19. Joanna Boogle: Die Kirche feiert den Oktober als Monat des Rosenkranzes
20. Fr. Patrick Peyton - Irlands Rosenkranzpriester
21. Kardinal John Henry Newman liebte das Rosenkranzgebet

f-165-Rosenkranz-ZzZ

Freudenreiche Geheimnisse

1.Die Verkündigung des Erzengels Gabriel an die Jungfrau Maria
  
 Gott wünschte sich, auf die Welt in Armut zu kommen, durch die Entscheidung eines armen Mädchens. Trotz mancher Zweifel - hat sie Gott gesagt: ja, mir geschehe, wie du es gesagt hast. Diese Antwort, ein Einverständnis mit Gottes Plänen, ruft solch eine große Freude hervor, dass ihr Herz seinem Schöpfer das schönste Lied der Menschheit singt: Magnificat, meine Seele preist den Herrn!
 "Das Magnificat, der Lobgesang Marias, die arm war vor Gott, ist auch der Lobgesang derer, die die Seligpreisungen leben."  Maria, hilf uns Jesus mit einem armseligen Herzen willkommen zu heißen.
2. Der Besuch Marias bei Elisabeth
  Wenn man etwas besitzt, besteht immer die Gefahr, dass man seinen Reichtum nur für sich behalten will. In unserem Zeitalter, wo es so schwierig ist, etwas umsonst zu bekommen, ist es genau so schwierig, eine solche Gabe jemandem zu schenken. Maria hatte keine Zweifel. Sie machte sich auf den Weg ins Gebirge zu ihrer Verwandten Elisabeth um ihr zu helfen, die sie auf Geburt ihres Kindes wartete. Sie zeigte Solidarität mit einem anderen Menschen in Not. Sie brachte alles, was sie besaß, das heißt sich selbst, ihren guten Willen, ihre Herzlichkeit. Aber vor allem brachte sie ihren größten Schatz - Jesus. Heute überträgt uns Papst Franziskus die Aufgabe, "ins Zentrum der menschlichen Kultur wieder die Solidarität zu setzen".
  Maria, hilf uns Solidarität mit allen Menschen in Not zu zeigen.
3. Die Geburt Jesu im Stall von Betlehem
  Die Jugendzeit ist eine Zeit der intensiven Suche nach Sinn im Leben. Er ist oft schwer zu finden in unserer Welt voll von Lärm und Hektik, denn das, was wir suchen, ist oft wirklich simpel und unauffällig. So wie der neugeborene Gott, König des Weltalls, der in einer Grotte irgendwo in einer winzigen Israelischen Stadt liegt. Es ist leicht, Ihn zu übersehen. Aber "als der Sohn Gottes Mensch wurde, hat er einen Weg der Armut, der Entäußerung gewählt" und er tat das genau darum, dass wir Ihn wählen würden, wie Maria - in totaler Entblößung. Da Er ein armer Mensch geworden ist, haben wir das Recht so wie Er zu sein - Kinder Gottes.
  Maria, hilf uns, inmitten des Lärms und Hektik der Welt das zu wählen, was wirklich authentisch und echt ist.
4. Jesus wird von Maria und Joseph im Tempel dargebracht
 Wenn wir auf der Straße Men-schen in Not sehen, oft schauen wir in die andere Richtung. Wir machen, als ob wir es nicht hören, wenn sie um Hilfe bitten, wir akzeptieren es nicht, wenn sie sich neben uns in öffentlichen Orten setzen. Vielleicht fühlen wir uns wertvoller, viel- leicht beruhigen wir unser Gewis-sen indem wir sagen, dass das nicht unser Problem ist... Wenn wir in der Heiligen Schrift die Szene finden, wo Jesus im Tempel dargebracht wird, sehen wir eine arme Familie, die nicht im Stande ist, ein Lamm aufzuopfern; sie opfern nur ein Paar Lachtauben. Wie wurden sie damals von ihren Mitmenschen betrachtet? Gott erinnert uns durch Jahrzehnte an die ärmsten Menschen. Heute, auch durch Papst Franziskus, will er uns mitteilen: "Nehmen wir den Mund nicht voll mit schönen Worten über die Armen! Gehen wir auf sie zu, sehen wir ihnen in die Augen, hören wir ihnen zu!". Wenn wir das tun, vielleicht werden wir - so wie Simeon und Anna - Christus unter den Armen sehen, der sie begleitet genau so, wie die Heilige Familie.
   Maria, hilf uns ein solches Herz zu entwickeln, das für Jesus anwesend in den Armen offen bleibt.
5. Jesus wird im Tempel wiedergefunden
  Es ist immer frustrierend, wenn wir etwas verlieren. Wie oft beteten wir um Fürsprache vom heiligen Antonius als wir verlorene Schlüssel oder Uhr gesucht haben! Und wenn wir den verlorene Gegenstand finden, kommt Erleichterung und Freude. Und was passiert, wenn wir uns selbst, unsere Ideale oder unseren Glauben verlieren? Wenn wir feststellen, dass uns was fehlt, fühlen wir Angst. Solche Angst wurde auch Maria und Joseph zuteil als sie feststellten, dass Jesus nicht unter den Pilgern war, die aus Jerusalem zurück wanderten. Setzten sie sich hin und rangen ihre Hände? Liefen sie vor sich hin um ihren Sohn zu Hause zu suchen? Nein. Sie kehrten zurück zu dem Ort, wo sie Ihn zuletzt gesehen haben, zur Tempel. Wenn wir Jesus auf unseren Wegen verlieren, fürchten wir uns nicht, dort zurückzukehren, wo Er immer auf uns in Seinem Fleisch und Seinem Wort wartet - zur Kirche, und fürchten wir nicht Ihn zu bitten, dass Er uns von den Vergötterungen befreit, die uns zu Sklaven machen" an denen wir Teil haben, wenn Gott nicht am ersten Platz in unserem Leben gestellt ist.
  Maria, hilf uns ausdauernd zurückzukehren und Jesus in der Kirche zu suchen.

am-109-Zz-Rosenkranz

Eine Million Kinder beten den Rosenkranz  -  Rosenkranzgebet mit Kindern -

   In aller Welt werden am Sonntag, dem 18. Oktober, eine Million Kinder den Rosenkranz beten. Zu der Aktion ruft das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ auf. Um 9.00 Uhr (Ortszeit) sollen sich Kinder jeden Alters versammeln, um gemeinsam für Einheit und Frieden zu beten. Die Kinder-Rosenkranz-Aktion ist 2005 in Venezuela entstanden. Die Initiatoren vertrauen auf einen Ausspruch des heiligen Pater Pio: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern“. Hieraus entstanden das Ziel und der Name der Initiative „Kirche in Not“ unterstützt die Aktion in Deutschland mit Plakaten und Faltblättern, die unentgeltlich im Münchner Büro des Hilfswerks bestellt werden  können. Rv150925vs

be-Fatima-1x be-Fatima-3x

Papst Benedikt XVI. in Fatima: Segnung der Kerzen und Rosenkranzgebet

   Liebe Pilger! Mit den brennenden Kerzen in euren Händen bildet ihr alle zusammen gleichsam ein Lichtermeer rund um diese einfache Kapelle. Diese wurde liebevoll zu Ehren der Mutter Gottes und unserer Mutter erbaut, deren Rückkehr von der Erde in den Himmel den Hirtenkindern wie ein Lichtstreifen erschien. Aber weder Maria noch wir selbst verfügen über ein eigenes Licht: Wir empfangen es von Jesus. Seine Gegenwart in uns verwirklicht neu das Geheimnis und den Ruf des brennenden Dornbuschs, der einst auf dem Berg Sinai Mose angezogen hat und der unentwegt all jene zum Staunen bringt, die ein besonderes Licht in uns bemerken, das brennt, ohne uns zu verbrennen vgl. Ex 3,2-5. Auf uns allein gestellt sind wir nicht mehr als ein kläglicher Dornbusch, aber auf diesen ist die Herrlichkeit Gottes herabgekommen. Daher gebührt Gott alle Ehre, uns hingegen bleibt, demütig zu bekennen, dass wir nichts sind, und uns in Anbetung vor dem göttlichen Plan zu verneigen, der seine Erfüllung finden wird, wenn „Gott alles in allem“ 1 Kor 15,28 ist. Die Jungfrau voller Gnade steht in unvergleichlicher Weise im Dienst dieses Planes: „Siehe ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ Lk 1,38.
   Liebe Pilger, ahmen wir Maria nach, indem wir in unserem Leben ihr „Mir geschehe“ neu erklingen lassen! Dem Mose hat Gott einst befohlen: „Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden“ Ex 3,5. Und er tat es; danach legte er seine Schuhe wieder an und ging, um sein Volk aus der Sklaverei Ägyptens zu befreien und in das verheißene Land zu führen. Dabei geht es nicht bloß um den Besitz eines Grundstücks oder um ein Staatsgebiet, auf das ein jedes Volk Anrecht hat; beim Ringen um die Befreiung Israels und beim Auszug aus Ägypten wird in der Tat in erster Linie das Recht auf die Freiheit zur Anbetung betont, auf die Freiheit, einen eigenen Gottesdienst zu feiern. Im Laufe der Geschichte des auserwählten Volkes nimmt die Verheißung des Landes dann immer mehr diese Bedeutung an: Das Land wird ihnen gegeben, damit es einen Ort des Gehorsams gibt, damit ein für Gott offener Raum geschaffen wird.
   In unserer Zeit, in der der Glaube an vielen Orten der Erde wie eine Flamme zu verlöschen droht, die nicht mehr genährt wird, ist es wichtiger als alles andere, dass Gott in dieser Welt gegenwärtig wird und dass den Menschen der Zugang zu Gott eröffnet wird; nicht zu irgendeinem Gott, sondern zum Gott, der am Sinai gesprochen hat, zu dem Gott, dessen Angesicht wir in der Liebe erkennen, die im gekreuzigten und auferstanden Christus bis zum Äußersten gegangen ist vgl. Joh 13,1.
   Liebe Brüder und Schwestern, betet Jesus Christus in euren Herzen an vgl. 1 Petr 3,15! Habt keine Angst, von Gott zu sprechen und ohne Scheu die Zeichen des Glaubens zu zeigen, so dass vor den Augen eurer Zeitgenossen das Licht Christi erstrahlt, wie die Kirche in der Osternacht singt, in der die Menschheit zur Familie Gottes wird.
   Brüder und Schwestern, an diesem Ort sehen wir voll Staunen, wie sich drei Kinder von der inneren Kraft ergreifen ließen, die sie bei den Erscheinungen des Engels und der himmlischen Mutter durchdrungen hat. Lassen wir uns hier, wo wir so oft dazu aufgefordert wurden, den Rosenkranz zu beten, von den Geheimnissen Christi anziehen, den Rosenkranzgeheimnissen Marias. Das Rosenkranzgebet erlaubt uns, unseren Blick und unser Herz auf Jesus zu richten, so wie Maria es tat, die das unübertreffliche Vorbild der Betrachtung des Sohnes ist. Wenn wir beim Beten der „Gegrüßet seist du, Maria“ die freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse meditieren, betrachten wir das gesamte Geheimnis Christi, von der Menschwerdung bis zum Kreuz und der Herrlichkeit der Auferstehung; wir betrachten die innige Teilhabe Marias an diesem Geheimnis und an unserem Leben in Christus heute, das auch von Zeiten der Freude und des Schmerzes durchwoben ist, von Schatten und Licht, von Sorge und Hoffnung. Die Gnade dringt in unser Herz und weckt das Verlangen, unser Leben nachhaltig gemäß dem Evangelium zu verändern, damit wir mit dem heiligen Paulus sagen können: „Für mich ist Christus das Leben“ Phil 1,21 und in einer Lebens- und Schicksalsgemeinschaft mit Christus stehen.
   Ich spüre, wie mich die Gläubigen hier und auf der ganzen Welt in Verbundenheit und Zuneigung begleiten. Ich trage in meinem Herzen die Sorgen und die Hoffnungen unserer Zeit, das Leid der verwundeten Menschheit sowie die Probleme der Welt und komme nun, um sie der Muttergottes von Fatima zu Füßen zu legen: Heilige Jungfrau, Mutter Gottes und unsere liebste Mutter, tritt für uns ein bei deinem Sohn, damit alle Familien und Völker – sowohl jene, die Christen sind, wie auch jene, die ihren Erlöser noch nicht kennen – in Frieden und Eintracht leben, bis sie in einem Volk Gottes vereint werden zur Ehre der allerheiligsten und unteilbaren Dreifaltigkeit. Amen.  RV100513

be-Fatima-7xx

Rosenkranzgebet und Lichterprozession

   Nacht über Fatima – es ist 21.30 Uhr Ortszeit, als Benedikt nach dem Abendessen wieder auf der Esplanade eintrifft: zur Lichterprozession. Der Papst betet, einen Pilgerrosenkranz in Händen, auf Latein die glorreichen Geheim- nisse vor, die Menschen antworten ihm – eine gute Idee der Organisatoren – in ihren jeweiligen Landessprachen. Etwa 100.000 Gläubige sind hier, die meisten mit Kerzen in Händen. Ein malerisches Bild – „gleichsam ein Lichtermeer rund um diese einfache Kapelle“, sagt der Papst. Und mit großem Ernst sagt er Sätze, wie sie auch in seinem Brandbrief an Bischöfe vom letzten Jahr standen, unmittelbar nach der Krise um die Piusbrüder:
   „In unserer Zeit droht der Glaube an vielen Orten der Erde wie eine Flamme zu verlöschen, die nicht mehr genährt wird. Da ist es wichtiger als alles andere, dass Gott in dieser Welt gegenwärtig wird und dass den Menschen der Zugang zu Gott eröffnet wird; nicht zu irgendeinem Gott, sondern zum Gott, der am Sinai gesprochen hat, zu dem Gott, dessen Angesicht wir in der Liebe erkennen, die im gekreuzigten und auferstanden Christus bis zum Äußersten gegangen ist vgl. Joh 13,1. Liebe Brüder und Schwestern, ... habt keine Angst, von Gott zu sprechen und ohne Scheu die Zeichen des Glaubens zu zeigen!“ rv100513sk

B-221xx FatimaMGx

   Benedikt XVI. hat den italienischen Marienwallfahrtsort Pompeji besucht. In der Nähe der Ruinen des antiken Pompeji betete er am Abend einen Rosenkranz in der Basilika, die zu den meistbesuchten Pilgerzielen in Italien zählt.
   „Der Rosenkranz ist eine Schule der Betrachtung und des Schweigens. Auf den ersten Blick könnte er wie ein Aneinanderreihen von Worten wirken, also schwer zu vereinbaren mit dem Schweigen, das für Meditation und Betrachtung doch eigentlich empfohlen wird. Aber in Wirklichkeit stört die ständige Wiederholunng des Ave Maria nicht das innere Schweigen, sondern nährt es vielmehr. Das ist vergleichbar mit dem, was die Psalmen im Stundengebet ausmachen: Das Schweigen blüht durch diese Worte und Sätze hindurch – nicht als Leere, sondern als Präsenz eines letzten Sinnes, der die Worte übersteigt und mit ihnen zusammen zu Herzen geht.”
   Papst-Meditation über das Schweigen – den italienischen Zeitungen fiel  ein anderes Schweigen des Papstes auf: Zur Camorra nämlich, dem örtlichen Ableger der Mafia, hatte Benedikt in Pompeji nichts gesagt. Zu dem Thema hat er „absichtlich geschwiegen”, erklärt Pater Ciro Benedettini vom Vatikanischen Pressesaal. Benedikt XVI. habe vielmehr die Energien, mit denen man die Camorra bekämpfen könne, positiv schildern wollen. Der Vatikan verweist darauf, dass der Papst im Oktober letzten Jahres, bei einem Besuch in Neapel, deutliche Worte zum Thema Mafia gefunden habe. rv081020sk

B-349xxx

Rosenkranzgebet im Heiligtum von Pompeji - Schule der Betrachtung und der Stille
Ansprache von Papst Benedikt XVI.
  Um Apostel des Rosenkranzes zu sein, muss man die Schönheit und die Tiefe dieses einfachen und jedem Menschen zugänglichen Gebets persönlich erfahren. Vor allem muss man sich von der Jungfrau Maria an der Hand führen lassen, um das Antlitz Christi zu betrachten: ein freudenreiches, lichtreiches, schmerzhaftes und glorreiches Antlitz. Wer wie Maria und gemeinsam mit ihr die Geheimnisse Jesu bewahrt und sie unermüdlich betrachtet, der macht sich seine Empfindungen immer mehr zu eigen und wird ihm ähnlich. Ich möchte in diesem Zusammenhang einen schönen Gedanken des seligen Bartolo Longo siehe Bericht unten! zitieren. Er schreibt :»Wie zwei Freunde, die sich öfters besuchen, sich in ihren Gewohnheiten anzugleichen pflegen, so können auch wir, die wir in familiärer Vertrautheit mit Jesus und der Jungfrau in der Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse sprechen und gemeinsam ein und dasselbe Leben in der Kommunion vollziehen, ihnen gleich werden, soweit dies unsere Begrenztheit erlaubt: Von diesen höchsten Beispielen können wir das demütige, arme, verborgene, geduldige und vollkommene Leben erlernen«.
   Der Rosenkranz ist Schule der Betrachtung und der Stille. Auf den ersten Blick mag er wie ein Gebet erscheinen, bei dem Worte aneinandergereiht werden und das daher schwer vereinbar ist mit der Stille, die zu Recht für die Meditation und die Betrachtung empfohlen wird. In Wirklichkeit stört das gleichmäßige Wiederholen des »Ave Maria« die innere Stille nicht, sondern erfordert sie vielmehr und nährt sie. Ähnlich wie bei den Psalmen im Stundengebet kommt die Stille durch die Worte und Sätze hindurch zum Vorschein - nicht als eine Leere, sondern als eine Anwesenheit des letzten Sinnes aller Dinge, der die Worte übersteigt und gemeinsam mit ihnen zum Herzen spricht. So müssen wir beim wiederholten Beten des »Ave Maria« darauf achtgeben, dass unsere Stimmen die Stimme Gottes nicht »überlagern«, denn er spricht immer durch die Stille, wie »ein sanftes, leises Säuseln« 1 Kön 19,12. Wie wichtig ist es also, sowohl im persönlichen als auch im gemeinschaftlichen Gebet diese Stille zu pflegen, die erfüllt ist von Gott! Auch wenn er so wie heute von einer großen Gemeinde gebetet wird, wie ihr es jeden Tag in diesem Heiligtum tut, muss der Rosenkranz als kontemplatives Gebet wahrgenommen werden, und das kann nicht geschehen, wenn eine Atmosphäre innerer Stille fehlt.
   Ich möchte noch einen weiteren Gedanken hinzufügen, der das Wort Gottes im Rosenkranz betrifft. Wenn die christiche Betrachtung nicht vom Wort Gottes absehen kann, dann muss auch der Rosenkranz, um ein kontemplatives Gebet zu sein, stets aus der Stille des Herzens als Antwort auf das Wort Gottes hervorkommen, nach dem Vorbild des Betens Marias. Bei genauerem Hinsehen ist der Rosenkranz ganz mit Elementen aus der Heiligen Schrift durchwirkt. Zunächst wird das Geheimnis formuliert, was möglichst, so wie heute, mit Worten geschehen sollte, die der Bibel entnommen sind. Dann folgt das »Vaterunser«: Es verleiht dem Gebet seine »vertikale« Ausrichtung und macht so das Herz dessen, der den Rosenkranz betet offen für die rechte Haltung der Kindschaft, gemäß der Einladung des Herrn: »Wenn ihr betet, so sprecht: Vater...« Lk 11,2. Der erste Teil des »Ave Maria« - auch er stammt aus dem Evangelium - lässt uns jedesmal wieder die Worte, die Gott durch den Engel an die Jung- frau Maria richtete, zusammen mit den Segensworten ihrer Kusine Elisabeth vernehmen. Der zweite Teil des »Ave Maria« ist die Antwort der Kinder, die sich bittend an die Mutter wenden und damit nichts anderes tun als ihre Zustimmung zum Heilsplan zum Ausdruck zu bringen, den Gott offenbart hat. So bleiben die Gedanken derer, die beten, stets in der Heiligen Schrift und in den Geheimnissen verankert, die in ihr aufgezeigt werden.
   Abschließend möchte ich die apostolische Dimension des Rosenkranzes in Erinnerung rufen, eine Dimension, die der selige Bartolo Longo sehr intensiv gelebt hat. Dadurch wurde er dazu inspiriert, in diesem Landstrich viele Werke der Nächstenliebe und der menschlichen und gesellschaftlichen Förderung ins Leben zu rufen. Darüber hinaus wollte er, dass dieses Heiligtum der ganzen Welt offensteht, als Zentrum der Verbreitung des Rosenkranzgebets und als Ort der Fürbitte für den Frieden unter den Völkern. Liebe Freunde, diese beiden Aufgaben, das Apostolat der Nächstenliebe und das Gebet für den Frieden, möchte ich bestätigen und sie erneut eurem geist- lichen und pastoralen Einsatz anvertrauen. Nach dem Vorbild und mit dem Beistand eures verehrten Gründers sollt ihr niemals müde werden, mit Leidenschaft in diesem Teil des Weinbergs des Herrn zu arbeiten, dem die Mut- tergottes ihre besondere Liebe erwiesen hat. OR081020

Rosenkranzmadonna Pompeji  amPompejiMvRosenkr-x amPompejiBartoloLongo-x Bartolo Longo

 Der Gründer des berühmten Heiligtums von Pompeji, Bartolo Longo, wurde am 10. Februar 1841 in Latiano in Süditalien geboren. Um sich von den damals herrschenden politischen Unruhen, die sich beträchtlich auf die Universität von Neapel auswirkten, fernzuhalten, ging er nach Abschluss seines Literatur- und Philosophiestudiums nach Lecce, um dort das Jurastudium im Privatunterricht zu beginnen. Nach der Vereinigung des Königreiches Neapel mit Italien galt allgemein das Schulgesetz von »Casati«, wonach privat erworbene Studientitel nicht anerkannt wurden. Dem jungen Studenten blieb somit keine andere Wahl, als an die Universität von Neapel zu gehen.  Der anti- klerikale Geist, der damals an der Hochschule zu spüren war, übertrug sich auch auf den jungen Longo, der, geplagt von vielen Zweifeln über den wahren Wert des Glaubens, eine schwere Zeit durchlebte.
  Am 12. Dezember 1864 poromovierte er in Rechtswissenschaft und kehrte vorerst zu seiner Familie zurück. Vorrangig widmete er sich nun den verschiedenen Werken der Nächstenliebe. Nachdem er zweimal eine Eheschließung ablehnte, hatte er eine Begegnung mit einer Frau, die sein weiteres Leben bestimmte. Es war Gräfin Marianna De Fusco, eine begüterte Adelige mit Grundstücksbesitz in Pompeji, mit der ihn sein ganzes Leben lang eine enge Freundschaft verband. Als ihr Güterverwalter besuchte er oft das Tal von Pompeji und begann bald mit der einfachen Katechese für die Bauern. Vor einem Ölgemälde mit der Darstellung der Gottesmutter vom Rosenkranz, das er von einer frommen Ordensfrau zum Geschenk erhielt, betete er den Rosenkranz. Der Andrang der Gläubigen, die dieses Bild verehrten, war so stark, dass bald der Bau einer großen Kirche erforderlich wurde, um genügend Raum zu schaffen für die Betenden. Auf Rat des Bischofs von Nola, zu dessen Diözese das Gebiet gehörte, konnte am 9. Mai 1876 der Grundstein für die Wallfahrtskirche von Pompeji gelegt werden. Weltweit ist heute dieses Heiligtum bekannt und unzählige Wunder haben sich auf Fürsprache der Gottesmutter von Pompeji ereignet. OR081109

   Außer diesem großartigen Werk schuf Longo ein Waisenhaus für Mädchen, dessen Leitung er der von ihm gegründeten Schwesternkongregation der Töchter des heiligen Rosenkranzes von Pompeji anvertraute, und ein Institut für die Kinder von Strafgefangenen. Im Jahre 1893 übergab er Papst Leo XIII. das Sanktuarium mit all den dazugehörenden Werken. Im Alter von 85 Jahren starb Bartolo Longo am 5. Oktober 1926. Sein Grab befindet sich in der Basilika von Pompeji.
* Papst Johannes Paul II. sprach den »Apostel des Rosenkranzes« am 26. Oktober 1980 selig.

Audio-Rosenkranz mit Papst Benedikt

  13. Mai 1979 verübte Ali Agca das Attentat auf Johannes Paul II., das tödlich hätte enden sollen. Der Papst selbst schrieb sein Überleben der Fürsprache der Mutter Gottes von Fatima zu, die am 13. Mai 1917 erstmals erschienen war. Zum fünften Mal kommt zu diesem Gedenktag die Madonnenstatue von Fatima nach Rom. In einer Prozession wurde sie zum Vatikan getragen.
   Wie sein Vorgänger ist auch Papst Benedikt XVI. ein großer Marienverehrer. Radio Vatikan veröffentlicht jetzt Tonträger mit allen vier Geheimnissen des Rosenkranzesgebetet von Benedikt XVI. selbst.
   Zahlreiche Anfragen von Hörern und verschiedenen katholischen Radiosendern hätten dazu veranlasst, erklärt Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ. Auch von Johannes Paul II. hatte es ähnliche Aufnahmen gegeben.
   „Der Papst hat in einer der Kapellen des Apostolischen Palastes den Rosenkranz auf Latein gebetet, wir haben aufgezeichnet und er hat uns bei der Verwirklichung des Werkes unterstützt. Auf Latein, denn wir haben Anfragen nicht nur aus Italien, sondern viele natürlich auch aus Deutschland und anderen Ländern. Latein können im Kontext des Rosenkranzgebets viele leicht verstehen – es ist die Sprache der Kirche.
  Benedikt XVI. ist ein großer Marienverehrer. Er betet jeden Tag mit seinen Sekretären beim Spazierengehen den Rosenkranz. Er lädt uns also geradezu dazu ein, dieses einfache und bescheidene Gebet zu sprechen, das alle beten können und uns hilft, die Geheimnisse des Lebens Christi zu betrachten - gemeinsam mit Maria, dem Menschen, der Christus am nächsten war.” rv080513bp

Grußworte des Papstes an die Pilger in Fátima. Die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens erneuern

   In diesen meinen Segen, den ich allen erteile, die mit mir das Gebet des Angelus beten - sei es, dass sie persönlich anwesend, sei es, dass sie über die Medien mit uns verbunden sind -, schließe ich alle Pilger ein, die sich im Heiligtum von Fátima in Portugal versammelt haben. Dort erklingen auch nach neunzig Jahren noch immer die Aufrufe der Jungfrau Maria, die ihren Kindern den Auftrag erteilt, ihre Taufgnade in allen Momenten des Daseins zu leben. Alles wird möglich und leichter, wenn man jene Selbsthingabe an Maria lebt, die Jesus wollte, als er am Kreuz sagte: »Frau, siehe dein Sohn!« Maria ist die Zuflucht und der Weg, der zu Gott führt. Konkretes Zeichen dieses Auftrags ist das tägliche Gebet des Rosenkranzes. Während ich den Legaten Kardinal Tarcisio Bertone, den Bischof von Leiria-Fatima und den gesamten portugiesischen Episkopat wie des weiteren die hier anwesenden Bischöfe und jeden Pilger in Fatima grüße, fordere ich alle auf, persönlich ihre Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens zu erneuern und diesen Akt der Verehrung mit einem Leben zu erfüllen, das dem göttlichen Willen stets mehr entspricht, sowie im Geist des kindlichen Dienstes und der frommen Nachahmung der Himmelskönigin. Vergesst nie den Papst!  Angelusgebet071014or

Benedikt   be-JPII-xxx  Johannes Paul II.

Gebet zu Unserer Lieben Frau von Fatima: [Heiliger Vater:]
   Maria, unsere Herrin und Mutter aller Männer und Frauen, hier bin ich, ein Sohn, der seine Mutter besucht in Begleitung einer Schar von Brüdern und Schwestern. Als Nachfolger Petri, dem die Sendung anvertraut wurde, in der Kirche Christi den Vorsitz in der Liebe zu führen und alle im Glauben und in der Hoffnung zu stärken, will ich zu deinem Unbefleckten Herzen die Freuden und Hoffnungen, die Schwierigkeiten und Leiden eines jeden dieser deiner Kinder bringen, die hier in der Cova da Iria zugegen sind oder uns aus der Ferne begleiten.
   O liebenswerte Mutter, du kennst jeden bei seinem Namen, kennst sein Gesicht und seine Geschichte, du hast alle lieb in mütterlicher Güte, die vom Herzen Gottes selbst kommt, der die Liebe ist. Alle vertraue ich dir an und weihe sie dir, heilige Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter.
[Sänger und Gemeinde][Heiliger Vater:]
   Der heilige Papst Johannes Paul II. ist dreimal hierher zu dir nach Fatima gekommen und hat der „unsichtbaren Hand“ gedankt, die ihn vor fast dreißig Jahren beim Attentat am 13. Mai auf dem Petersplatz vor dem Tod gerettet hat. Er hat dem Heiligtum von Fatima eine Kugel geschenkt, die ihn schwer verletzt hatte und die in deine Krone der Königin des Friedens eingesetzt wurde.
  Wie tröstlich ist es zu wissen, das du nicht nur eine Krone aus dem Gold und Silber unserer Freuden und Hoffnungen trägst, sondern auch aus den „Kugeln“ unserer Sorgen und Leiden.
   Geliebte Mutter, ich danke für die Gebete und Opfer, die die Hirtenkinder von Fatima für den Papst erbracht haben in der Gesinnung, die du bei den Erscheinungen in ihnen geweckt hast.
   Ich danke auch allen, die jeden Tag für den Nachfolger Petri und in seinen Anliegen beten, dass der Papst stark sei im Glauben, kühn in der Hoffnung und eifrig in der Liebe.
[Sänger und Gemeinde] [Heiliger Vater:]
  Dir, unser aller geliebten Mutter, überreiche ich hier in deinem Heiligtum von Fatima die Goldene Rose, die ich aus Rom mitgebracht habe, zum Zeichen der Dankbarkeit des Papstes für die Wunder, die der Allmächtige durch dich in den Herzen so vieler gewirkt hat, die zu deinem mütterlichen Haus pilgern.
   Ich bin gewiss, dass die Hirtenkinder von Fatima, die seligen Francisco und Jacinta und die Dienerin Gottes Lucia de Jesus, uns in dieser Stunde des Gebets und des Jubels begleiten.
[Sänger und Gemeinde] RV100513

be-Fatima-9xxx    Fatima

be-Fatima-4xxx Akt der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariä

   Maria, Unbefleckte Mutter, an diesem Ort der Gnade, an dem die Liebe deines Sohnes Jesus, des Ewigen Hohenpriesters, uns Söhne im Sohn und seine Priester zusammengerufen hat, weihen wir uns deinem mütterlichen Herzen, um treu den Willen des Vaters zu erfüllen.
   Wir sind uns bewusst, dass wir ohne Jesus nichts Gutes vollbringen können vgl. Joh 15,5 und dass wir nur durch ihn, mit ihm und in ihm für die Welt Werkzeug des Heils sein können.
   Braut des Heiligen Geistes, erwirke uns die unschätzbare Gabe der Umgestaltung in Christus.
   In derselben Kraft des Geistes, der dich überschattet und zur Mutter des Erlösers gemacht hat, hilf uns, dass Christus, dein Sohn, auch in uns geboren werde. Die Kirche möge so von heiligen Priestern erneuert werden, die von der Gnade dessen verwandelt wurden, der alles neu macht.
   Mutter der Barmherzigkeit, dein Sohn hat uns berufen, so zu werden wie er selbst: Licht der Welt und Salz der Erde vgl. Mk 5,13.14. Hilf uns mit deiner mächtigen Fürsprache, dass wir dieser erhabenen Berufung nie untreu werden, dass wir unserem Egoismus nicht nachgeben, noch den Schmeicheleien der Welt und den Verlockungen des Bösen. Bewahre uns mit deiner Reinheit, beschütze uns mit deiner Demut und umfange uns mit deiner mütterlichen Liebe, die sich in vielen Seelen widerspiegelt, die dir geweiht sind und uns zu echten Müttern im Geiste geworden sind.
   Mutter der Kirche, wir Priester wollen Hirten sein, die nicht sich selbst weiden, sondern sich Gott hingeben für die Brüder und Schwestern und darin ihre Erfüllung und ihr Glück finden.Nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Leben wollen wir demütig Tag für Tag unser „Hier bin ich“ sagen.
   Von dir geführt, wollen wir Apostel der Göttlichen Barmherzigkeit sein und voll Freude jeden Tag das heilige Opfer des Altares feiern und allen, die darum bitten, das Sakrament der Versöhnung spenden.
   Fürsprecherin und Mittlerin der Gnaden, du bist ganz hineingenommen in die einzige universale Mittlerschaft Christi, erflehe uns von Gott ein völlig neues Herz, das Gott mit all seiner Kraft liebt und der Menschheit dient wie du.
   Sprich zum Herrn noch einmal dein wirkungsvolles Wort: „Sie haben keinen Wein mehr“ Joh 2,3, damit der Vater und der Sohn über uns den Heiligen Geist wie in einer neuen Sendung ausgießen. Voller Staunen und Dank für deine ständige Gegenwart in unserer Mitte, will auch ich im Namen aller Priester ausrufen: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Lk 1,43.
   Maria, seit jeher unsere Mutter, werde nicht müde, uns zu „besuchen“, uns zu trösten, uns zu stützen. Komm uns zu Hilfe und errette uns aus allen Gefahren, die uns drohen.
   Mit diesem Akt des Anvertrauens und der Weihe wollen wir dich auf tiefere und vollständigere Weise für immer und ganz in unser Leben als Menschen und Priester hineinnehmen.
   Deine Gegenwart lasse die Wüste unserer Einsamkeit neu erblühen und die Sonne über unserer Dunkelheit leuchten und bringe nach dem Sturm die Ruhe zurück, damit jeder Mensch das Heil des Herrn sehe, das den Namen und das Gesicht Jesu trägt, der sich in unseren Herzen widerspiegelt, da sie stets eins mit dem deinen sind.  Amen. RV100513

B-256

Benedikt XVI.: Die Schönheit des Rosenkranzes entdecken

   Wenn wir das Rosenkranzfest feiern ist es so, als ob uns die Muttergottes jedes Jahr dazu einladen würde, die Schönheit dieses so schlichten und so tiefen Gebets neu zu entdecken.
   Unser geliebter Johannes Paul II. hat sich sehr für den Rosenkranz eingesetzt: in Gedanken sehen wir ihn kniend, mit dem Rosenkranz in der Hand, versunken in die Betrachtung Christi, so wie er selbst es in seinem Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariae (siehe unten!)angeregt hat. Der Rosenkranz ist ein kontemplatives und christozentrisches Gebet, das von der Meditation der Heiligen Schrift nicht getrennt werden kann. Er ist das Gebet des Christen, der, angeführt von der Jungfrau Maria, in der Nachfolge Jesu auf dem Pilgerweg des Glaubens voranschreitet. Ich möchte Euch, liebe Brüder und Schwestern dazu einladen, den Rosenkranz während in der Familie, in den Gemeinschaften und in den Gemeinden für die Gebetsabsichten des Papstes, für die Mission der Kirche und für den Frieden in der Welt zu beten. Benedikt XVI.Angelusgebet061001

   Papst Benedikt XVI. hat den Marienmonat mit einer Rosenkranzandacht in der Päpstlichen Basilika »Santa Maria Maggiore« eröffnet. Der Rosenkranz erlebe einen neuen Frühling, sagte Papst Benedikt XVI. mit Blick auf eine neuerlich wachsende Marienfrömmigkeit unter katholischen Jugendlichen. Das Gebet rufe beeutende Momente der Heilsgeschichte ins Bewusstsein und stelle mit der Betrachtung der traditionellen »Geheimnisse« Christus ins Zentrum des Lebens. Der Heilige Vater nannte das Rosenkranzgebet im Mai eine schöne Tradition, die er seit seiner Kindheit pflege.   30Tage1207

B-Wmz07 Rosenkranz-Dominik-x VPp.JPII

Benedikt XVI:

   Das traditionelle Bild der Gottesmutter vom Rosenkranz stellt Maria dar, wie sie in dem einen Arm das Jesuskind hält und mit dem anderen dem heiligen Dominikus den Rosenkranz reicht Bild oben Mitte. Diese bedeutsame Ikonographie zeigt, dass der Rosenkranz ein von der Jungfrau geschenktes Mittel ist, um auf Jesus zu schauen und ihn durch die Betrachtung seines Lebens zu lieben und ihm immer treuer nachzufolgen. Das ist der Auftrag, den die Gottesmutter auch bei verschiedenen Erscheinungen hinterlassen hat. Ich denke insbesondere an die Erscheinung von Fatima, die sich vor 90 Jahren ereignet hat. Sie stellte sich den drei Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco als die »Muttergottes vom Rosenkranz« vor und empfahl eindringlich, den Rosenkranz jeden Tag zu beten, um das Ende des Krieges zu erlangen. Auch wir wollen die mütterliche Bitte der Jungfrau aufnehmen und uns verpflichten, den Rosenkranz in gläubiger Gesinnung für den Frieden in den Familien, den Nationen und der ganzen Welt zu beten.

Der Rosenkranz ist heute so aktuell wie immer

   Auf dem Weltjugendtag in Köln, wo eine Million junge Menschen in der Vigil gemeinsam vor dem Altarssakrament beteten, gehörte wie selbstverständlich auch der Rosenkranz dazu. Anschließend feierten sie dann die heilige Messe mit dem Papst. Jeder Teilnehmer des Weltjugendtages erhielt einen hellblauen Rucksack für die insgesamt vier Tage, die ausgefüllt waren mit Gebeten, heiligen Messen, Gesprächen, Prozessionen, Pilgerwege zu Wallfahrtsstätten und Kirchen und vieles mehr. Der Rucksack enthielt allerlei nützliche Dinge wie ein Kopftuch, eine Wasserflasche, Gesang- und Gebetbuch, Landkarten, Stadtpläne, Karten für Mahlzeiten und einen kleinen Rosen- kranzes aus Holz.
  In den Jahren nach 1968 schien dieses fromme Gebet bei vielen veraltet und war schlicht „mega-out”. Papst Johannes Paul II. brachte den Wandel. Bei großen Anlässen auf dem Petersplatz zu Rom, aber auch auf vielen Pilgerreisen führte er die Menschen zum  Rosenkranz. Mehr noch: der Papst führte fünf neue Geheimnisse des „lichtvollen” Rosenkranzes ein. In den Augen der jungen Leute wurde der Rosenkranz so zu einem neuen, frischen Event. 
   Auf den Weltjugendtagen in Paris, Rom, Toronto und in Köln hat das Rosenkranzgebet bei Millionen katholischen Jugendlichen an Ansehen gewonnen.  Jedes „Gesätz” des Rosenkranzes besteht aus dem Vaterunser, zehn Ave- Maria und dem „Ehre sei dem Vater” und wird in allen Landessprachen gebetet. Auffällig ist, dass sich bei den großen internationalen Treffen in Lourdes, Fatima und Rom viele Pilger in der lateinischen Sprache verbinden: vom Pater noster bis zum Gloria Patri. Videos, DVDs und CDs mit dem Rosenkranzgebet des Papstes wurden Bestseller.
 Der Rosenkranz entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu seiner heutigen Form. 1475 wurde in der Kölner Dominikanerkirche die Rosenkranzbruderschaft gegründet. Als 1571 die Türkengefahr bedrohlich wuchs, rief Papst Pius V. die Christenheit auf, durch inständiges Beten des Rosenkranzes die Hilfe Marias zu erflehen. Zur Erinnerung an den Seesieg bei Lepanto über die Türken am 7. Oktober 1575 gestattete Papst Pius V. das Rosenkranzfest für die ganze Kirche, Papst Klemens XI. schrieb es 1716 vor. 150 Jahre später wurde das Rosenkranzgebet unter Papst Leo XIII. (1871-1903) außerordentlich volkstümlich. Papst Leo wollte das Gebet in der Familie fördern und sah im Rosenkranz einen guten Weg zum gemeinsamen Gebet im hektischen Industriezeitalter. In den Jahrhunderten zuvor war das Familiengebet in eher ländlichen Tradtitionsformen weitergegeben. Nun bekam es einen neuen Impuls.
   Des Rosenkranzgebet entstand im Mittelalter, um vielen Teilnehmern der klösterlichen Stundengebete, denen die lateinischen Psalmen der Mönche unverständlich blieben, die aktive Teilnahme durch die meditative Wiederholung der Ave-Maria zu ermöglichen.
   Die meditative Wiederholung der zentralen Ereignisse aus dem Leben Jesu hat eine sehr lange Tradition, die sich zum Rosenkranzgebet weiter entwickelte. Heute wird der Rosenkranz sehr mit den Marien-Wallfahrtsorten in Lourdes und Fatima verbunden. Papst Johannes Paul II. war davon überzeugt, dass er das Attentat auf ihn nur mit Hilfe der Jungfrau von Fatima überlebt hatte. Deswegen kam er als frommer Pilger nach Fatima, um der Mutter des Herrn an ihrem Erscheinungsort Dank zu sagen. Die Kugel, die ihn beinahe tötete, ist jetzt in die Krone der Marienstatue von Fatima eingefügt. Siehe Foto unten: Oben unter der Spitze der Krone ist die Geschosskugel eingearbeitet, die Papst Johannes Paul II. fast getötet hätte.

Fatima,-Krone-xx      Krone der Marienstatue von Fatima

   Der Rosenkranz hat sich als ein anpassungsfähiges Gebet erwiesen. Er tut gute Dienste auf langen Autoreisen mit der Familie, eignet sich aber auch für ein stilles Gebet in Bahnreisen oder in der U-Bahn. Wenn kein Rosenkranz zur Hand ist,  kann man ihn auch an den Fingern beten, oft zusammen mit der Bibel oder einem Meditationsbuch. Geradezu ideal ist das Rosenkranzgebet für große Wallfahrtsgruppen – im Bus zu einer Wallfahrtsstätte, in wundervollen alten Kirchen oder auch zu Fuß auf Feldwegen. Man kann Lieder und andere Gebete einfügen oder es auch ohne Erweiterungen sprechen, auch leise oder geflüstert, im Kreis von Freunden in der Kirche, zu Hause am runden Tisch oder auch zum Abschluss einer Versammlung. Wenn Menschen krank, müde, einsam oder ängstlich sind, greifen sie zum Rosenkranz. Johannes Paul II. reichte vielen Besuchern, auch bei Staatsempfängen, den Rosenkranz. Man kann ihn einem jungen Menschen zur Firmung schenken oder zur Ersten Heiligen Kommunion, einem Erwachsenen zur Taufe.
    Wenn ein Künstler einen katholischen Christen darstellen will, malt er einen Rosenkranz dazu. Katholiken haben oft einen Rosenkranz  in der Tasche, auf dem Nachttisch im Schlafzimmer oder sonstwo griffbereit. Miniaturrosenkränze, schöne Rosenkränze, riesige Rosenkränze, mehrfarbige Kinder-Rosenkränze – kurz: Rosenkränze von jeder Art in schönen leuchtenden Farben oder ziemlich hässliche in Plastik - sind ein Kennzeichen eines jeden Andenkenladens an jedem Wallfahrtsort und an jeder Pilgerstätte in der ganzen Welt. Vor allem im Oktober beten Millionen von Katholiken dem Rosenkranz und finden in diesem alten und viel geliebten Gebet eine einfache und zeitgemäße Möglichkeit, nahe bei Gott zu sein. JoannaBogleCT051002

Bu-BeMariaVollDGnade-Zz      Bücher zum Rosenkranz     bu-PBennoMikockiRosenkranz-Z

Bücher zum Rosenkranz:
Benedikt XVI.: Maria voll der Gnade
, Meditationen zum Rosenkranz
   Eine Auslegung des Rosenkranzes mit Texten des Papstes. In 20 »Geheimnissen« werden Grundwahrheiten des Glaubens meditiert, die immer in einer Aussage über Jesus enden. Zu jeder dieser Aussagen ist ein Text Benedikts XVI. ausgewählt, der den jeweiligen Gedanken ausleuchtet und vertieft. Ein inspirierendes Buch, in dem Glaubensreflexion und Gebet einander durchdringen und ergänzen.12,95 € 112 S. 12 x20 cm 20 farbige Abbildungen mit Lesebändchen gebunden, Herder.
Benno Mikocki / Josef Bauer: Der Rosenkranz. Rhythmus des Himmels;
St.Ulrich Verlag GmbH: Augsburg 2005 176 S., ISBN: 978-3-936484-56-4, 11,90 Euro

JPII.RosenkranzJPII.Rosenkranz2xx

Das neue Buch zum Rosenkranz: nach Papst Johannes Paul II. (mit den lichtreichen Geheimnissen)
ISBN 3-88567-088-7 Verlag Johann Wilhelm Naumann, Würzburg. 4 Euro

Bu-PaulBaddeHeiligesLand-Zz  amCDRosenkr-

Paul Badde: Heiliges Land
   In seinem bisher persönlichsten Buch unternimmt der Bestsellerautor Paul Badde zu Beginn des 3. Jahrtausends eine Pilgerreise zum Anfang unserer Zeit. Ein Ort zieht ihn magisch an: Jerusalem, der heilige, der himmlische, der explosivste Ort der Erde. Er stößt auf Schatzkammern, die schon lange keiner mehr betreten hat, und führt die Leserinnen und Leser zurück in eine vergessene Welt. Paul Badde schreibt kein Geschichtsbuch, ihm geht es um die Geschichte hinter der Geschichte. Es ist ein Weg voller Wunder, auf dem er das letzte Tabu der Moderne entdeckt: den betenden Menschen. Ein spannender Report zwischen Basar und Synagoge, zwischen Religionskrieg und semitischer Lebenskunst.
   Paul Badde, langjähriger Rom-Korrespondent der „Welt”, der vorher lange Jahre aus Jerusalem berichtete, ist in seinem neuen Buch „Heiliges Land. Auf dem Königsweg aller Pilgerreisen” in die spirituellen Tiefen dieses Landes vorgedrungen. Seine atemberaubenden und erhellenden Reportagen aus der Zeit der Zweiten Intifada geben Einblick in die Zerrissenheit dieses Landes.
  Man erfährt viel über die eigentlichen Ursachen des Streits, doch nie bloß abstrakt. Immer wieder tauchen die Gesichter von Menschen auf, die dort leben, leiden und aus irgendwelchen tieferen Gründen heraus die Hoffnung nicht aufgeben. Badde versteht es wie kein anderer durch seinen packenden Reportagestil den Leser in die Ereignisse hineinzuziehen, so dass man beim Ertönen einer Polizeisirene fürchtet, es sei wieder Bombenalarm am Jaffa-Tor.
   Sinnlich ist dieses Buch, Bilder leiten die Kapitel ein und die Beschreibungen sind so lebhaft, dass man am Ende meint, vor Ort gewesen zu sein. So ist das Buch zugleich ein Reiseführer, der es in sich hat. Es ist aber auch ein Reiseführer in die Seele dieses Landes. Um das zu erreichen, bedient sich Badde eines bemerkenswerten Mittels. Er gliedert den Hauptteil des Buches mit den Texten des Rosenkranzes.
Zahlreiche Fotos. Guetersloher Verlagshaus – 269 Seiten, 19,95 Euro; ISBN: 3579064703

  Auf 2 CDs betet P. Benno Mikocki (Leiter des Rosenkranz-Sühnekreuzzugs RSK) mit einer Gebetsgruppe den freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranz.
  Mit kurzen musikalischen Einlagen. Ideal fürs Rosenkranzbeten bei der Autofahrt, als Gebetsbegleitung für alte und kranke Menschen oder neben der Hausarbeit.
2 CDs, Laufzeit ca. 120 min., mit Begleitheft  9,90 €   Best.-Nr. 00285
Fe-Medienverlag, Hauptstr. 22, 88353 Kisslegg-Immenried, Tel.: 07563-92 006 www.fe-medien.de

JPI.1    Lou-JP_I_01_jpg

Johannes Paul I.: Mein Rosenkranz. Am 7. Oktober 1973 hielt Albino Luciani, als Patriarch von Venedig
zum 400. Jahrestag des Rosenkranzfestes in der Kirche der Jesuiten in Venedig diese Predigt: 

  Wenn ich bei einer Versammlung von Katholiken die anwesenden Damen und Herren auffordern würde, zu zeigen, was sie in ihren Jacken- oder Handtaschen haben, kämen sicher Unmengen von Kämmen, Lippenstiften, Portemonnaies, Feuerzeugen und andere mehr oder weniger nützliche Dinge ans Tageslicht.

KK-LudwigWindhorst-Zz    KK-LudwigWindthorst-Z

    Ludwig Windthorst, Fotos: Ludwig Windthorst Portrait und auf seinem Sterbebett mit Rosenkranz ein deutscher Staatsmann, wurde einmal von Freunden, die keine praktizierenden Katholiken waren, aufgefordert, ihnen seinen Rosenkranz zu zeigen. Natürlich ein Scherz: sie hatten ihn vorher aus seiner linken Hosentasche gezogen! Windthorst, der den Rosenkranz in der linken Tasche nicht finden konnte, griff in die rechte - und die Situation war gerettet: er hatte nämlich immer einen Ersatz-Rosenkranz bei sich! Der große Musiker Christoph Gluck pflegte sich bei Empfängen am Wiener Hof einige Minuten lang zurückzuziehen, um in Ruhe den Rosenkranz beten zu können. Die heilige Bernadette bestätigte, dass die Muttergottes, als sie ihr erschien, den Rosenkranz um den Arm hängen hatte und sie aufforderte, den Rosenkranz zu beten, falls sie einen solchen habe. Dieselbe Aufforderung ging auch die die drei Hirtenkinder in Fatima.
   Warum ist der eine oder andere gegen den Rosenkranz? Und sagt, dass es sich dabei um ein Gebet handelt, das kindisch, abergläubisch, eines erwachsenen Christen nicht würdig ist? Ein Gebet, das in Automatismus verfällt, nicht mehr ist als ein hastig heruntergeleiertes, monotones und langweiliges Wiederholen des Ave Maria. Oder, dass es Schnee von gestern ist, es heute besseres gibt: Das Lesen der Bibel beispielsweise, das vom Rosenkranz so verschieden ist wie Tag und Nacht.
Hier möchte ich als Seelenhirte gerne ein paar Worte anfügen
    Dies ist mein erster Eindruck: die Krise des Rosenkranzes steht erst an zweiter Stelle. Davor kommt heute die Krise des Gebets im allgemeinen. Die Menschen haben heute vor allem materielle Interessen; wer denkt da schon an die Seele. Und der ganze Krawall hat dann unsere Existenz überschwemmt. Macbeth könnte wiederholen: ich habe den Schlaf getötet, ich habe das Schweigen getötet! Für unser Innenleben oder das vertraute Zwiegespräch mit Gott, findet man nur schwer Zeit. Das ist ein Schaden. Wie schon Donoso Cortés sagte: “In der Welt geht es drunter und drüber, weil es heute mehr Krieg als Gebet gibt.” Die Gemeinschaftsliturgie ist groß im Kommen, und das ist sicher etwas Gutes; aber das allein genügt nicht, auch das persönliche Zwiegespräch mit Gott ist wichtig.
    Mein zweiter Eindruck: Wenn man vom Gebet eines “erwachsenen Christen” spricht, übertreibt man manchmal. Ich persönlich fühle mich, wenn ich allein zu Gott oder Muttergottes spreche, lieber als Kind denn als Erwachsener. Mitra und Ring verschwinden dann: Ich schicke den Erwachsenen auf Urlaub, und auch den Bischof, mit seiner ernsten, gesetzten und bedachten Haltung, um mich ganz spontaner Zärtlichkeit hinzugeben, wie ein Kind zu seiner Mutter und zu seinem Vater. Wenigstens eine halbe Stunde vor Gott das zu sein, was ich wirklich bin - mit all meiner Erbärmlichkeit und mit meiner besten Seite: spüren, wie in meinem Innersten das Kind in mir wieder erwacht, das lachen, plaudern, den Herrn lieben will, und das manchmal den Wunsch verspürt, zu weinen, damit ihm Barmherzigkeit zuteil wird -, hilft mir zu beten. Der Rosenkranz, einfaches und schlichtes Gebet, hilft mir wiederum, Kind zu sein. Und dessen schäme ich mich ganz und gar nicht.
    Mein dritter Eindruck: Ich darf und will von niemandem schlecht denken, aber ich muss doch zugeben, dass ich des öfteren versucht war, über den ein oder anderen zu urteilen, der sich erwachsen fühlte, nur weil er auf dem Richterstuhl saß und die anderen kritisieren konnte. Ich verspürte dann den Wunsch, ihm zu sagen: “Von wegen Reife! Wenn Du beim Gebet doch nichts anderes bist als ein unbeholfener Teenager, ein Enttäuschter und ein Rebell, der noch nicht die Aggressivität dieses unbeholfenen Alters überwunden hat!” Gott vergebe mir dieses verwegene Urteil!
Und nun komme ich zu den anderen Einwänden
   Der Rosenkranz - ein wiederholendes Gebet? Pater Charles de Foucauld sagte: “Die Liebe drückt sich mit wenigen Worten aus, stets denselben, die immer wiederholt werden. ”Eine Frau, die im Zug reiste, hatte ihr Kind zum Schlafen ins Gepäcknetz gelegt. Als der Kleine aufwachte, sah er von oben seine über ihn wachende Mutter unter sich sitzen. “Mama!” rief er. Und sie: “Liebling” von unten. Anderer Worte bedurfte es nicht.
   Und die Bibel? Nicht alle sind vorbereitet und haben Zeit, sie zu lesen. Und denen, die sie lesen, wird es dann, in gewissen Momenten auf Reisen, auf der Straße, in besonderen Momenten der Bedürftigkeit, nützlich sein, mit der Muttergottes zu sprechen, wenn man glaubt, dass sie uns Mutter und Schwester ist. Wenn das Lesen der Bibel nur als akademisches Studium geschätzt wird, sind die meditierten Geheimnisse das Herz der Bibel, werden zu deren geistlichem Saft und Blut.
   Langweiliges Gebet? Kommt darauf an. Vielmehr kann es ein Gebet voller Freude und Frohsinn sein. Wenn man sich darauf versteht, wird der Rosenkranz zu einem Blick auf Maria; einem Blick, der immer intensiver wird, je weiter man fortschreitet. Es kann auch zu einem Refrain werden, der aus dem Herzen sprudelt und der, wiederholt, die Seele wie ein Lied hinschmelzen lässt.
   Der Rosenkranz - ein armes Gebet? Und was soll dann das “reiche Gebet” sein? Der Rosenkranz ist eine Reihe von “Vaterunser”, das von Jesus gelehrte Gebet, eine Reihe von “Ave Maria”, der Gruß Gottes an die Jungfrau durch den Engel, und einige “Ehre sei dem Vater”, Lob der Heiligsten Dreifaltigkeit. Oder soll ich vielleicht noch mit anderen theologischen Überlegungen fortfahren? Doch die wären wenig geeignet für die Armen, die Alten, die Demütigen, Einfachen. Der Rosenkranz drückt den Glauben aus ohne falsche Probleme, ohne Gekünsteltes, ohne Wortspiele, hilft bei der Hingabe an Gott, dem großzügigen Akzeptieren des Schmerzes. Gott bedient sich auch der Theologen, aber beim Austeilen seiner Gnaden bedient er sich mehr noch der kleinen Dinge der Einfachen und derer, die sich seinem Willen unterwerfen.
   Und dann wäre da noch eine andere Überlegung: die Familie sollte eigentlich die erste Schule der Frömmigkeit und religiösen Spiritualität für die Kinder sein. Das pädagogisch-religiöse Wirken der Eltern - wie Papst Paul VI. meinte - ist delikat, autorisiert, unersetzlich. Delikat wegen des uns umgebenden permissiven, auf weltliche Dinge bezogenen Klimas. Autorisiert, weil es Teil der den Eltern von Gott übertragenen Sendung ist. Unersetzlich, weil man in den frühen Kindheitsjahren die Gewohnheit der religiösen Frömmigkeit und die Neigung dazu entwickelt. Der abends von den Eltern gemeinsam mit den Kindern gebetete Rosenkranz - wenn auch in gekürzter und angepasster Form - ist eine Heimliturgie. Der Schriftsteller Louis Veuillot gestand, dass am Anfang seiner Rückkehr zum Glauben der Anblick einer römischen Familie gestanden hatte, die gemeinsam den Rosenkranz betete.
   Mit dieser Überzeugung im Herzen war es mir ein großer Trost, von der Initiative der Feiern in diesen Tagen zu hören. Ich bin zu dieser Liturgie gekommen wie zu einem fröhlichen Fest. Im Rosenkranzgebet wird die Muttergottes unter dem Namen “Königin des Friedens” angerufen. Lasst uns - angesichts der Kriege in der Welt - mit Nachdruck beten:
Regina pacis, ora pro nobis - Königin des Friedens, bitte für uns!”
aus: Albino Luciani - Johannes Paul I., Gesamte Werke, Bd VI, S.199-202 30Giorni0211/12

In neuerer Zeit
haben die Päpste Johannes Paul I. und Johannes Paul II. dieses Anliegen ebenso zum Ausdruck gebracht. In den fünfziger Jahren empfahl der große Theologe Romano Guardini dieses Gebet mit den Worten: „Der Rosenkranz ist etwas sehr Einfaches; so müsste man von ihm auch in der Weise der Einfachheit sprechen.” Und er ist überzeugt: „Je länger man lebt, desto deutlicher sieht man, dass die einfachen Dinge die wahrhaft großen sind.” So waren es insbesondere die einfachen Menschen, die diese Gebetsform pflegten, wie beispielsweise Bernadette Soubirous, die Seherin von Lourdes. In seinem Roman „Das Lied der Bernadette” bezeichnet der jüdische Schriftsteller Franz Werfel den Rosenkranz als das Gebet der arbeitenden Hände, die selbst beim Beten nicht still stehen.
DT080731GAOblinger

GL-JosephHaydn-xx GL-JosephHaydn-x-

   Die beiden Aufenthalte von Joseph Haydn Foto in London  (1791/92 und  1794/95) waren ein großer Erfolg. Das Programm des Konzertzyklus (sogenannte »Freitags-Konzerte«) bestand aus einer Mischung von Sinfonien, Arien und Streichquartetten,und das Publikum stürmte diese Veranstaltungen. In dieser Zeit schuf er auch einige der bekanntesten Werke: die Sinfonie mit dem Paukenschlag (der darin vorkommende plötzliche laute Akkord wird bisweilen als Beispiel für den scherzhaften Charakter des Komponisten angesehen), die Londoner Sinfonie und das Reiterquartett. Nach seiner Rückkehr nach Wien kaufte er sich in der westlichen Vorstadt ein Haus mit Garten, das er ab 1797 bezog. Dort komponierte er sechs Messen, die beiden Oratorien Die Schöpfung und Die Jahreszeiten und die letzten neun Streichquartette, darunter das Kaiserquartett. In den letzten Jahren war er kränklich und zeigte sich immer seltener in der Öffentlichkeit. Als frommer Katholik nahm er oft den Rosenkranz zur Hand, wenn er beim Komponieren nicht weiterkam. Am Ende seiner Kompositionen schrieb er meist die Wendung »Laus Deo« (Gelobt sei Gott). OR090605DrChristineGraflnger

HHaepLudwigAverkamp-x HHDom-Apsis-x

Foto links: Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp, Hamburg. Foto rechts: Apsis Mariendom Hamburg
Rosenkranz: Ein Klassiker für geduldige Menschen

Es braucht etwas Übung: Doch dann verhilft der Rosenkranz Gläubigen zur tiefen Meditation.
   Ein katholischer Klassiker erlebt eine unerwartete Renaissance. Ob in Jugendgruppen, beim Pilgern oder in Gebetskreisen: Das meditative gemeinschaftliche Rosenkranzgebet ist wieder „in”. Mit seinen zahlreichen Wiederholungen und der strengen Form verlangt der Rosenkranz den Betenden einiges ab. „Übung braucht es, und Regeln gibt es”, sagt der Hamburger Alt-Erzbischof Ludwig  Averkamp. „Wer den Rosenkranz beten will, der muss Geduld haben. Das Gebet drängt zur Tiefe, nicht zum Erledigen.”  Wenn das  Gebet den Gleichklang mit dem Atem, mit dem Herzschlag erreicht, dann kann mit dem Rosenkranz tiefe Versenkung und Meditation gelingen. Dabei gehe es nicht darum, viele Worte zu machen, „sondern bessere Gebete zu  finden”, sagt der Erzbischof.
   Ob es jeder erlernen kann? „Ein Mensch muss Sehnsucht haben nach der Welt des Glaubens, er muss suchen”, sagt der Geistliche. „Dann ist es sicherlich auch für glaubensferne Menschen möglich.” Die Perlenkette hilft dabei, die Konzentration und die Abfolge der einzelnen Gebete einzuhalten. Bereits im 9. Jahrhundert wurde eine Gebetsschnur urkundlich erwähnt. Das Alte Passional, eine mittelhoch-deutsche Legendensammlung, vergleicht das „Ave Maria” mit einer himmlischen Rose - möglicherweise der Ursprung des Namens „Rosenkranz”.
   Eröffnet wird das Gebet des Rosenkranzes an der kurzen Kette mit dem Kruzifix. Das Kreuz steht für das Glaubensbekenntnis, darauf folgen Perlen für ein „Vaterunser”, drei „Ave Maria” und „Ehre sei dem Vater”. Nun ist man am Perlenkreis angelangt. Zehn kleine Kugeln für die „Ave Maria” und jeweils eine große Perle für das „Vater- unser” und „Ehre sei dem Vater” bilden ein „Gesätz” (der Begriff leitet sich von „Satz” ab), fünf Gesätze formen einen Rosenkranz. Das Rosenkranzgebet umfasst fünfzig „Ave Maria”.„Den Rosenkranz kann man nur allein beten, wenn man ihn in Gemeinschaft gelernt hat”, sagt Erzbischof Ludwig.
   Die Gebete werden varüert durch Einschübe der jeweils unterschiedlichen Rosenkranzgebete, der Geheimnisse - Glaubenssätze aus dem Neuen Testament, die das Leben Jesu und seiner Mutter Maria betreffen. Die katholische Kirche kennt den freudenreichen, den schmerzhaften, den glorreichen, den lichtreichen und den trostreichen Rosenkranz. Es sei kein reines Mariengebet, sagt Averkamp und zitiert Papst Johannes Paul II.: „Rosenkranz beten ist nichts anderes als mit Maria das Antlitz Christi betrachten.”
   Die zahlreichen Wiederholungen lassen den Rosenkranz als ein rein verweilendes Gebet erscheinen. Doch der Erzbischof sieht das anders: „Es ist verweilend, weil es im Gedanken beim Vater bleibt, aber es ist auch fortschreitend, weil es von Geheimnis zu Geheimnis geht. Der Rosenkranz hält eine Mittelstellung.”
   Besonders gern betet der 81-Jährige das letzte Gesätz des lichtreichen Rosenkranzes: „Jesus, der alles vollenden wird.” Denn das passe zu seiner letzten Lebensphase. „Ich kann alles unvollendet gelassen, alles schräg gemacht haben, und ich kann doch mein letztes Jahr zum Herrn bringen. Wir müssen unser Leben nicht geordnet abgeben.” In vielen Jahrzehnten ist der Rosenkranz sein unverzichtbarer Begleiter geworden - auch im Alltag. „Der Rosenkranz ist für mich ein religiöses Gerät, das ich auch in Zwischenzeiten nutze, um die Zeit nicht einfach hingehen zu lassen.” Dabei ist der Erzbischof gelegentlich so ins Gebet vertieft, dass er Bekannte auf der Straße zu grüßen versäumt. „Aber die rote Ampel, die bemerke ich doch rechtzeitig!”  HAMishaLeuschen090816

Der “lichtreiche” Rosenkranz. Papst Johannes Paul II. ergänzte den Rosenkranz

tn_JP301_psd02       Papst Johannes Paul II.

Nach 900 Jahren änderte Papst Johannes Paul II. das am meisten verbreitete Gebet der Katholiken -
den Rosenkranz. Dazu verfasste er das apostolische Schreiben:
“Rosarium Virginis Mariae” (Rosenkranz der Jungfrau Maria).

   Seit  meiner Kindheit hat dieses Gebet, der Rosenkranz einen wichtigen Platz in meinem geistlichen Leben eingenommen. Das Rosenkranzgebet hat mich in Augenblicken  der Freude und der Prüfung begleitet. Viele Sorgen habe ich in dieses Gebet  hineingelegt und dadurch Stärkung und Trost erfahren...
   Um der Neubelebung des Rosenkranzes größere Aktualität beizumessen, sind hier einige geschichtliche Umstände anzufügen. Als erster sei die Notwendigkeit genannt, Gott um das Geschenk des Friedens zu bitten. Meine Vorgänger und ich selbst haben wiederholt den Rosenkranz als das Gebet um Frieden empfohlen. Am Beginn des neuen Jahrtausends, welches mit den Schauder erregenden Bildern des Attentats vom 11. September 2001 begonnen hat und jeden Tag in vielen Teilen der Welt neue Szenen von Blut und Gewalt aufweist, bedeutet die Wiederentdeckung des Rosenkranzes, sich in die Betrachtung des Geheimnisses dessen zu vertiefen, der unser Friede ist... Um den Gehalt des Gebetes deutlicher zu machen, halte ich es für angebracht, eine angemessene Ergänzung vorzunehmen, die auch die Geheimnisse des öffentlichen Lebens zwischen Taufe und dem Leidensweg Christi einbezieht, wobei ich den Einzelnen und den Gemeinschaften überlasse, davon Gebrauch zu machen.
    Das gebräuchliche Hilfsmittel für das Rosenkranzgebet ist die Perlenschnur. In einer oberflächlichen Sichtweise ist sie nur ein Gegenstand zum Zählen der aufeinander folgenden Ave Maria. Jedoch hat sie auch eine symbolische Bedeutung: Sie kann dazu beitragen, der Betrachtung eine tiefere Innigkeit zu verleihen. Als Hilfsmittel zum Zählen der fortlaufenden Gebetselemente erinnert uns der Rosenkranz an den beharrlichen Weg der christlichen Kontemplation und Vervollkommnung.
   Der selige Bartolo Longo sah in ihm auch eine Kette, die uns an Gott bindet. Eine süße Kette, die uns immer die Beziehung zu einem Gott offenlegt, der unser Vater ist. Es ist schön, diese symbolische Bedeutung der Perlenschnur des Rosenkranzes auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen auszuweiten und darin das Band der Gemeinschaft und der Geschwisterlichkeit zu erkennen, das alle in Christus vereint.
Vatikanstadt,            Johannes Paul II.                                                                                     HA021016

  Papst Johannes Paul II. hat die traditionellen drei Geheimnisse - die freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen - mit einem neuen Gesätz bereichert: dem Geheimnis des Lichtes, das das öffentliche Leben Jesu betrifft. Die Kirche hat im Verlauf der Geschichte oftmals Zuflucht zum Rosenkranzgebet genommen. Die Erfahrung von Gewalt, Konflikten und Kriegen lässt uns inniger den Frieden,  den die Welt nicht geben kann, von dem erbitten, der “unser Friede ist”.
  Es gibt bisher drei Arten von Rosenkranz-Geheimnissen. Zunächst die freudenreichen Geheimnisse, die der Kindheit und Jugend Christi gedenken. Ein Geheimnis dieser Gruppe ist, wie die Eltern Jesus im Tempel wiederfinden. Die zweite Gruppe sind die schmerzensreichen Geheimnisse, die des Leidens und Sterbens Christi gedenken. Die dritte Gruppe sind die glorreichen Geheimnisse, in denen es um die Auferstehung geht. Papst Johannes Paul II. fügte ein viertes Geheimnis hinzu, das lichtreiche Geheimnis, das sich auf das Wirken des erwachsenen Jesus bezieht.  HA021016

Hier im Wortlaut: Die lichtreichen Geheimnisse. Zitat aus dem Apostolischen Schreiben
von Papst Johannes Paul II. “Rosarium Virginis Mariae” Rosenkranz der Jungfrau Maria.

Kapitel 21: 
   Wenn wir von der Kindheit und dem Leben in Nazareth zum öffentlichen Wirken Jesu übergehen, führt uns die Betrachtung zu jenen Geheimnissen, die in besonderer Weise “Geheimnisse des Lichtes” genannt werden können. Tatsächlich ist das ganze Geheimnis Christi Licht. Er ist das Licht der Welt Joh. 8,12.
   Diese Dimension kommt allerdings in den Jahren seines öffentlichen Auftretens besonders zum Ausdruck, als er das Evangelium vom Reich verkündet. Im Bemühen, der christlichen Gemeinde fünf bedeutungsvolle Momente dieser Lebensphase Jesu “lichtreiche” Geheimnisse aufzuzeigen, erachte ich, dass diese entsprechend ausgemacht werden können:
1. seine Taufe im Jordan
2. seine Selbstoffenbarung bei der Hochzeit zu Kana
3. seine Verkündigung des Reiches Gottes mit dem Ruf zur Umkehr
4. seine Verklärung und schließlich
5. die Einsetzung der Eucharistie, der sakramentale Ausdruck des Ostergeheimnisses.

   Jedes dieser Geheimnisse ist Offenbarung des Reiches, das in der Person Jesu Christi schon eingetroffen ist. Die Taufe im Jordan ist ganz besonders ein Geheimnis des Lichtes. Während Jesus Christus, der Unschuldige, der sich für uns zur “Sünde” macht vgl. 2 Kor 5,21, in die Wasser des Flusses hinabsteigt, öffnet sich der Himmel, und der Vater proklamiert ihn als seinen geliebten Sohn vgl. Mt 3,17. Der Geist lässt sich auf ihm nieder und überträgt ihm die erwartete Mission.  Der Beginn der Zeichen Christi in Kana vgl. Jo 2,1-12 ist Geheimnis des Lichtes, wo er das Wasser in Wein verwandelt und auf die Fürsprache Marias hin, der ersten aller Glaubenden, das Herz der Jünger für den Glauben öffnet. Geheimnis des Lichtes ist die Predigt, mit der Jesus das Kommen des Reiches Gottes ankündigt und zur Bekehrung aufruft vgl. Mk 1,15, indem er denen die Sünden nachlässt, die sich ihm mit demütigem Vertrauen nähern cf Mk 2,3-13; Lk 7,47-48. Dies ist der Beginn des Dienstes des Erbarmens, den er bis zum Ende der Welt auszuüben fortfährt, besonders durch das Sakrament der Versöhnung, das er seiner Kirche anvertraut hat cf Joh 20,22-23.
  Geheimnis des Lichtes schlechthin ist die Verklärung, die sich nach der Überlieferung auf dem Berg Tabor ereignet hat. Auf dem Antlitz Christi erstrahlt göttliche Glorie, während der Gottvater ihn vor den verzückten Aposteln beglaubigt, damit sie “auf ihn hören” vgl. Lk 9,35 und sich darauf einstellen, mit ihm auch die schmerzvollen Augenblicke seiner Person zu leben, um mit ihm zur Freude der Auferstehung und zu einem im Heiligen Geist verklärten Leben zu gelangen. Geheimnis des Lichtes ist schließlich die Einsetzung der Eucharistie, in der Christus sich mit seinem Leib und seinem Blut unter den Gestalten von Brot und Wein zur Speise gibt und so der Menschheit seine Liebe “bis zur Vollendung” erweist Joh 13,1, zu deren Heil er sich im Opfer darbringt.
  Die Präsenz Mariens bleibt in diesen Geheimnissen im Hintergrund mit Ausnahme der Hochzeit zu Kana. Die Evangelien deuten gelegentlich ihre Anwesenheit bei dieser oder jener Predigttätigkeit Jesu an vgl. Mk 3,31-35; Joh 2, 12, aber sie schweigen hinsichtlich einer eventuellen Teilnahme ihrerseits bei der Einsetzung der Eucharistie im Abendmahlssaal. Die ihr in Kana zugefallene Aufgabe begleitet jedoch in gewisser Weise den ganzen Weg Jesu. Die Offenbarung, die bei der Taufe im Jordan direkt vom Vater ausgeht und in den Worten des Täufers widerhallt, liegt zu Kana auf ihren Lippen und wird zu der großen mütterlichen Ermahnung, die Maria an die Kirche aller Zeiten richtet: “Was er euch sagt, das tut!” Joh 2,5. Hier finden wir die Mahnung, die die Worte und Zeichen Jesu während seines ganzen öffentlichen Wirkens vorbereitet und somit den marianischen Hintergrund aller “lichtreichen Geheimnisse” bildet. 
Vatikanstadt,                         Johannes Paul II.                                             L’OsservatoreRomano021017

   Die “lichtreichen Geheimnisse” des Rosenkranzes:
1. Jesus, der von Johannes getauft worden ist
2. Jesus, der sich bei der Hochzeit zu Kana offenbart hat
3. Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat
4. Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist
5. Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.

  Wir haben für Sie diese Mysterien mit Editionen der Vatikanischen Post bebildert.
Von oben nach unten:
1. Die Taufe Christi. Gemälde in der Sixtinischen Kapelle von Pietro Perugino,1448-1523;
2. Die Hochzeit zu Kana. Gemälde von Paolo Veronese, 1528-1588;
3. Die Bergpredigt. Gemälde in der Sixtinischen Kapelle von Cosimo Rosselli 1439 -1507;
4. Berg Tabor. Aus der Reihe “Heilige Stätten in Palästina”.
5. Pilgerreise des Papstes in das Heilige Land anlässlich des Heiligen Jahres. Feier der Eucharistie im Abendmahlssaal

va-Taufe-x Kana

F1365Bergpredigt

F1288aTabor

F1377Abendm     5

Fatima-Rosenkranz in Hiroshima

pol-Hiroshima-Z mis-HiroshimaEHuge-Lassalle-xx

 Der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima jährt sich 2015 zum 70. Mal - Ein  Anlass für Recherchen

   Mit großer Freude empfange ich die “Tagespost” im fernen Südafrika. Mit großem Interesse verfolgte ich im Laufe des vergangenen Jahres Ihre Artikelserie über den Ersten und Zweiten Weltkrieg, deren Ausbruch wir im letzten Jahr zum 100. beziehungsweise 75. Jahr gedachten. Ich ergreife heute die Gelegenheit, Sie auf den kommenden 6. August aufmerksam zu machen, an dem sich der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima zum 70. Mal jährt. Dazu darf ich Ihnen eine Information weitergeben, die vollkommen ignoriert wird. Nicht einmal in Japan ist diese Sache bekannt, obwohl man dort in jedem Jahr mit großem Ernst des Atombombenabwurfs auf Hiroshima gedenkt, wie mir eine sehr gute Bekannte in Japan und eine japanische Missionsschwester hier in Südafrika versichern.
  In den Jahren 1989/1990 lebte ich, bis zu seinem Tode, mit E. Hugo Lassalle SJ Foto oben in unserem Kloster Dietfurt a. d. Altmühl zusammen. E. Lassalle (* 1898) war Missionar in Japan, dort auch Provinzial und Erbauer der Friedenskirche in Hiroshima. E Lassalle war mir sehr vertraut. Bei den täglichen Mahlzeiten saßen wir stets zusammen und ich habe mit diesem Mann, der bis zu seinem Tode im Jahr 1990 in guter Gesundheit und bei wachem Verstand war, immer sehr interessante Gespräche geführt, wobei ich bemerken muss, dass dieser Mann nie zweimal die gleichen Geschichten erzählte, wie das bei älteren Leuten öfters vorkommt.
   Eines Tages kamen wir auf den Atombombenabwurf von Hiroshima zu sprechen, den er als Augenzeuge miterlebte. Er berichtete mir, dass er an jenem 6. August 1945 - im Haus der Jesuitenniederlassung von Hiroshima - in seinem Zimmer gerade das Brevier gebetet hat, als er ein ungewohntes Geräusch und eine starke Erschütterung wahrnahm. Zunächst dachte er, es sei eines der in Japan üblichen Erdbeben. Aber kurz danach wurde es plötzlich Nacht in seinem Zimmer. Er blickte aus dem Fenster, konnte aber nichts sehen. So tastete er sich im Dunklen zur Haustüre und als er diese öffnete, konnte er nicht glauben was er sah: Die ganze Stadt stand in Flammen.
  Wie mir Fater Lassalle berichtete, sei er dann den ganzen Vormittag durch die zerstörte Stadt gelaufen, habe überall Tote gesehen und konnte nicht verstehen, was da passiert sein könnte. Gegen Mittag habe ihn dann eine Polizeistreife eingefangen und aus der Stadt gebracht. Später habe er dann gehört, dass eine Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde, die über 140.000 Menschen sofort getötet und viele Zehntausende von Bewohnern in den Randbezirken von Hiroshima ein Leben lang durch schwere und schwerste Strahlenschäden belastete.
  Während um die Jesuitenniederlassung alles zerstört war, selbst die nebenan aus Stein erbaute Kirche der Jesuiten war dem Erdbeben gleich gemacht, blieb wie durch ein Wunder das steinerne Haus der Jesuiten stehen. Auch allen acht in diesem Haus lebenden Jesuiten sei nicht das Geringste geschehen.
   Jahrelang seien aus der ganzen Welt Mediziner zu ihnen gekommen, um die - vermutlich - einzigen Überlebenden des Atombombenabwurfs zu untersuchen und zu befragen. Nach Aussagen P. Lassalles hätten die Mediziner keine Erklärung für dieses Geschehen gefunden. Während um sie herum zigtausende von Menschen starben, überlebten die Jesuiten, deren Haus nur 800 Meter von der Abwurfstelle entfernt stand, ohne nennenswerte Verletzungen und ohne den geringsten Strahlenschaden. Pater Lassalle bestand bis zum Schluss darauf, dass dieses Wunder die Gottesmutter geschenkt habe, da die Jesuiten von Hiroshima täglich den Fatima-Rosenkranz beteten.
   Vielleicht wäre diese Information zum 70. Jahrestages des Atombombenabwurfs für Sie ein Anlass, diese Geschichte eines Augenzeugen zu recherchieren. Ich bin davon überzeugt, dass in den Medizinarchiven - auch in Deutschland - die ärztlichen Untersuchungsergebnisse immer noch schlummern, ohne dass die Tatsache des Überlebens von acht Jesuiten in unmittelbarer Nähe der Atombombenabwurfstelle von Hiroshima öffentlich diskutiert wird. Mir ist das unverständlich, denn weitaus weniger sensationelle Dinge werden ansonsten lang und breit in den Medien dargestellt. Unter Umständen wäre es auch ein Anlass, für den in Deutschland weithin ein- geschlafenen „Fatima-Rosenkranz" neue Beter zu gewinnen. Ich wünsche Ihnen für Ihre wertvolle journalistische Arbeit alles Gute und verbleibe: DT150303PaterFranzGruberOFM,Pretoria/Südafrika

Ordensgründer und Katechet Pater Georg Preca heiliggesprochen

S.GeorgePreca-xx      S.GeorgePreca

   Am 03. Juni 2007 hat Papst Benedikt XVI. im Petersdom den maltesischen Ordensgründer George Preca (1880- 1962) heiliggesprochen: „Giorgio Preca war ein Priester, der sich ganz der Missionierung hingab - mit der Predigt, mit Schriften, mit der Seelenführung und der Erteilung der Sakramente – und ganz besonders mit dem Beispiel seines eigenen Lebens.” Zur Feier im Vatikan war auch der Staatschef von Malta angereist. Der neue Heilige stammt aus Valletta. Am 12. Februar 1880 geboren, empfing er im Dezember 1906 die Priesterweihe. Ein Jahr später begann er mit einer Gruppe junger Männer, Jugendliche im Glauben zu unterweisen und einfachen Gläubigen Katechesen zu erteilen. Dies war der Beginn der „Gesellschaft der christlichen Lehre”. Heute besitzt die 1932 anerkannte Gemeinschaft 110 Niederlassungen in Malta, Kenia, Peru, Großbritannien und Albanien. Ihr gehören etwa 1.100 zölibatär lebende Männer und Frauen. Preca starb am 26. Juli 1962.
  Papst Johannes Paul II. sprach George Preca am 9. Mai 2001 während seiner Maltareise zusammen mit zwei weiteren Malteken selig. Der neue Heilige, der gut 140 in maltesischer Sprache verfasste Publikationen hinterließ, gilt als geistlicher Vater der lichtreichen Rosenkranzgeheimnisse, die Johannes Paul II. 2002 im Zusammenhang mit der Eröffnung des Rosenkranzjahres formulierte. Bereits 1957 hatte George Preca „Geheimnisse des Lichtes” ausgearbeitet. Mehr dazu: > Priester   DTreg070602RV070603

be-B-Gänswein-Rosenkr-xx   Das Rosenkranzgebet kann zur Mitte unseres Lebens werden

   Es gehört zum Besten, was der große Papst Johannes Paul II. der Kirche gegeben hat: die Stärkung des Rosenkranz-Gebetes im christlichen Volk.  Er erreichte dies auf verschiedene Wege. Seine Verehrung der Muttergottes war kennzeichnend für sein Leben und sein Pontifikat, aber bemerkenswert war die Einführung der fünf neuen „Geheimnisse“: Die lichtreichen Geheimnisse. Schnell ist diese Erweiterung des Rosenkranzgebetes von vielen Christen – besonders an Donnerstagen – bereitwillig angenommen. Es erinnert uns an diesem Tag an die Einsetzung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl, am Abend vor dem Karfreitag.
Die Lichtreichen Geheimnisse sind diese fünf:
1. Die Taufe im Jordan;
2. Die Hochzeit zu Kana
3. Die Verkündigung des Reich Gottes
4. Die Verklärung
5. Die Einsetzung der Eucharistie
   Der Papst hat diese lichtreichen Geheimnisse im Oktober 2002 verkündet – zu Beginn seines 25. Jahres seines Ponitifikates. Sein silbernes Jubiläum als Papst widmete Johannes Paul II. der Gottesmutter in seinem Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariae. In diesem Schreiben appellierte der Papst an die jungen Leute, an christliche Familien, an die Kranken und Alten: „Nehmt vertrauensvoll den Rosenkranz wieder in eure Hand!“ Viele Jugendliche haben sich das zu Herzen genommen. Der Rosenkranz hat bei Jugendtreffen, beim Weltjugendtag an Bedeutung gewonnen.
   Der Rosenkranz hat zentrale Bedeutung im katholischen Leben. Der Rosenkranz ist präsent in den großen und kleinen Wallfahrtsorten dieser Welt, bei Freiluftmessen und im Reisebus. Man kann ihn auch leise allein überall und zu jeder Zeit beten. Der Rosenkranz ist ein hilfreiches Gebet für Berufspendler, beim Warten auf Bahn und Bus, und auch im Wartezimmer des Zahnarztes. Man kann den Rosenkranz in kleinen Gruppen beten, bei der Werktagsmesse, in Gebetskreisen und natürlich auch zuhause.
   Der Rosenkranz ist ein starkes Gebet, wenn wir Angst haben, aber auch bei Krankheit oder bei einem schmerzlichen Verlust durch den Tod, bei Problemen in der Familie, bei Sorgen um Geld und Arbeitsplatz und auch bei Schwierigkeiten, die unlösbar scheinen.
   In seinen Memoiren spricht Papst Benedikt von seinen Eltern, die den Rosenkranz beteten. Auch von den Ferien des Papstes gibt es zahlreiche Fotos, wie er bei Spaziergängen den Rosenkranz in der Hand hält Foto oben: Benedikt mit seinem Sekreär in den italienischen Alpen. Das übliche Geschenk des Papstes für Besucher ist ein von ihm gesegneter Rosenkranz. Viele Kinder erhalten zur Ersten Heiligen Kommunion einen Rosenkranz geschenkt. Pilger bringen von Fatima, von Lourdes, von Rom oft einen Rosenkranz mit. Oft werden Priester gebeten, einen Rosenkranz zu weihen. Gern und freudig wird diesen Wünschen entsprochen. Unser Land hat das Gebet dringend nötig, viele Probleme scheinen sonst unlösbar.
   Pater Pio hat unzähligen Menschen, die seinen Predigten lauschten, empfohlen: „Betet! Hofft! Und macht euch keine Sorgen!“ Eines der besten Gebete ist der Rosenkranz. Der Monat Oktober ist der Rosenkranz-Monat. Es ist eine gute Zeit, mit neuer Begeisterung den Rosenkranz zu beten.  CT101003JoanneBogle

am-RosenkranzCT-xx buc-JoannaBogle-

Joanna Bogle, Catholic Times Foto: Die Kirche feiert den Oktober als Monat des Rosenkranzes

   Es ist noch nicht so lange her, da hielten viele den Rosenkranz für ein altmodisches Gebet, das heutzutage keiner mehr beten würde. Aber der große Papst Johannes Paul II. änderte das nachhaltig: er rückte den Rosenkranz wieder in das Blickfeld der Menschen. Er sprach über den Rosenkranz, betete ihn in aller Öffentlichkeit, machte eine CD darüber, die zum bestseller wurde. Oft sah man den Papst mit dem Rosenkranz in seiner Hand. Johannes Paul II. schrieb es der Fürbitte der Gottesmutter zu, dass er das Attentat dramatisch überlebte. Besonders in Erinnerung blieb, dass er zum freudenreichen, dem schmerzhaften und glorreichen Rosenkranz das Geheimnis des „Lichtreichen Rosenkranzes“ hinzufügte – Ereignisse aus dem Leben Jesu, die im Neuen Testament aufgeschrieben sind und von ewiger Bedeutung sind. Das sind diese: Die Taufe Christi im Jordan, die Hochzeit zu Kana, die Verkündigung des Reiches Gottes, die Verklärung Jesu und die Einsetzung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl.
   Viele Gemeinden laden besonders im Oktober zu Rosenkranzandachten ein, manchmal in Verbindung mit einer Werktagsmesse.  Besondere Gruppen treffen sich zum Rosenkranzgebet in den Familien oder auch in der Kirche. Ein beliebtes Gebet ist der Rosenkranz auch auf Fußwallfahrten. Gut lässt sich auch der Rosenkranz auf einer längeren Autofahrt beten. Er lässt sich still beten im Bus oder Zug. Manchmal sehen wir jemanden, der ruhig die Perlen des Rosenkranzes so durch seine Hand gleiten lässt. Die Ordensschwestern der Mutter Teresa haben es sich zur Gewohnheit gemacht, den Rosenkranz zu beten, wenn sie im Bus oder Zug  reisen: sie reisen immer zu zweit und man kann sehen, wie sie mit leiser Stimme den Rosenkranz meditieren, Perle um Perle, eine frohmachende und ermutigende Sezene in einer modernen Großstadt.
   Papst Benedikt XVI. hat als Kardinal Ratzinger und auch als Papst von seiner Liebe zum Rosenkranz gesprochen. In einem längeren Interview sprach der davon, dass seine Eltern dieses Gebet gern sprachen und wie er selbst in den Pausen seines oft schwierigen Arbeitstages zum Rosenkranz greift, aber auch des Abends, wenn er zur Ruhe kommt. Das Fernsehen zeigte Bilder von seinem Urlaub in den italienischen Alpen, wie er beim Spazierengehen den Rosenkranz mit engen Mitarbeitern betete; das gemeinsame Rosenkranzgebet gehört auch zu seinem Tagesablauf im Vatikan. Mit klaren, forschen Schritten sieht man Benedikt in den Vatikanischen Gärten mit dem Rosenkranz in der Hand: ein Bild seines fröhlichen Vertrauens in die Muttergottes, der die Nöte der Kirche ihrer liebenden Sorge an- vertraut. 
   Der Rosenkranz ist allgegenwärtig an Wallfahrtsorten wie Lourdes, wo ein kleines Mädchen vom Lande dieses Gebet vor 150 Jahren zusammen mit der Muttergottes in jener Grotte sprach, zu der seither Millionen von Pilgern gekommen sind, Heil und Heilung zu erfahren. In Fatima, Mariazell, Kevelaer, Loretto, an tausenden Wallfahrtsorten der Welt und auch auf dem Petersplatz in Rom erschallt das Rosenkranzgebet in  Latein, und allen Sprachen der Menschen.
   Als Papst Johannes Paul II. im Sterben lag, übertrug das Fernsehen Bilder von Gruppen junger Leute auf dem weiten Platz, die mit dem Papst in liebender Solidarität den Rosenkranz beteten und ihn in seinen letzten Stunden mit brennenden Lichtern in den Händen begleiteten, auf dem Weg in das Haus des Vaters.
   Einen Rosenkranz bei sich zu tragen ist geradezu das Erkennungszeichen eines katholischen Christen. Viele greifen zu ihm, wenn sie erschrecken oder nervlich angespannt sind -  im Wartezimmer des Zahnarztes, am Bett eines kranken Kindes, oder beim Warten auf die Ergebnisse einer Prüfung, oder auf einem einsamen Bahnhof. Unzählige haben den Rosenkranz am Grab gebetet, oder während sie auf- und abgingen in der Erwartung wichtiger Nachrichten, oder auch in der Teilhabe an ernsten Sorgen in der Familie; bei Kirchweihe und Prozessionen, bei Tagesfahrten der Gemeinde und Senioren, Treffen der katholischen Frauenorganisationen und auch in der unübersehbaren Menge bei Weltjugendtreffen wie zuletzt in Australien und 2011 in Madrid.
   Es ist ein großes Erbe, wenn wir zum Rosenkranz greifen, um mit diesem liebenswerten Gebet die Mutter des Herrn ehren, von der Jesus sagte, dass alle Geschlechter sie selig preisen werden. CT090927JoannaBogle

Father Patrick Peyton - Irlands Rosenkranzpriester      tn_FrPayton_psd

  Der irische Rosenkranzpriester, Father Peyton, soll heilig gesprochen werden. Der Vicepostulator des Heiligsprechungsprozesses, Father Thomas Feeley, besuchte jetzt seinen  Geburtsort. Dort berichtete Father Feeley von erstaunlichen Gnadenerweisen, die Father Peyton zugeschrieben werden.
   Er berichtete von einer Frau, die auf einem Auge blind war und auf dem anderen Auge nur eine geringe Rest- sehschärfe besaß. Diese Frau bezeugt, dass ihr Augenlicht wiederhergestellt wurde, während sie mit einer Audio- Kassette den Rosenkranz von Father Peyton mitbetete.
   Eine weitere Frau berichtete von einem komplizierten Armbruch. Die Ärzte sagten ihr, nur ein Wunder könne ihr helfen. Sie bat vertrauensvoll Father Peyton um Fürbitte - und der Arm wurde so weit wiederhergestellt, dass er genagelt werden konnte. Der Arzt fand diesen Heilungsprozess unerklärlich.
   Noch ein weiterer Fall wurde in die Prozessakten aufgenommen: eine afrikanische Frau wurde von Aids geheilt. Der  Bischof, der mit Father Peyton befreundet war, forderte sie auf, mit einigen anderen erkrankten Frauen eine Gebetsgruppe zu bilden und den Rosenkranzpriester um Fürbitte anzuflehen. Nach einer Novene fühlte sich die Afrikanerin viel besser - durch einen Bluttest konnte ihre Heilung von Aids festgestellt werden.
  Father Feely sagt: “Die Kirche nennt diese Ereignisse nicht Wunder, sondern Heilungen.” Bedingung sei, dass für dieses Geschehen keine medizinische Erklärung gegeben werden könne. Von weiteren unerklärlichen Heilungen von Krebs und der Legionärskrankheit konnte er berichten.
   Der Weg zur Heiligsprechung des Rosenkranzpriesters Father Patrick Peyton ist nun beschritten. Father Feely: “Die Kirche erklärt einen Menschen nicht um seinetwillen für heilig, sondern zum Heil der Gläubigen.” CT/FintanDeere

St-cdJHNewmann-2z am-gRosenkranz-z

Schlichte Frömmigkeit gepaart mit tiefem Glauben. Der Marienverehrer John Henry Newman Foto
liebte den Rosenkranz und sprach in vielen Bildern über die Mutter des Herrn 

Wer katholisch werden will versuche, den Rosenkranz zu beten, empfahl Kardinal Newman

  Kardinal John Henry Newman (1801-1890) - von dem schon Pius XII. gegenüber Jean Guitton bemerkte, er werde zweifellos eines Tages zu den Kirchenlehrern gezählt werden - wird nicht selten in einer Reihe mit großen geistlichen Theologen, wie Augustinus, Bonaventura oder Franz von Sales genannt. Newmans Verehrung für die Gottesmutter Maria ist allgemein bekannt, weswegen er mitunter auch als Doctor marianus des neunzehnten Jahrhunderts bezeichnet wird. Dies wird nicht nur in seinen Betrachtungen über die Lauretanische Litanei für den Monat Mai, deren Originalität und Tiefe bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben, sichtbar.
Zehnjähriger mit Faible für den Rosenkranz
  Schon als junger Anglikaner verehrte Newman die Mutter des Erlösers und es war der Rosenkranz, der sein ganzes Leben umschlossen hat. Er selbst darf während seiner Tage in Littlemore voll Erstaunen feststellen, dass dieses Symbol der katholischen Marienverehrung schon am Anfang seiner Biografie gestanden hatte. Bereits als kaum zehnjähriger Junge zeichnete er in sein Heft einen Rosenkranz. Newman selbst führt darüber in der Apologia pro vita sua aus: „Als ich in Littlemore war, musterte ich einmal meine alten Schulhefte durch und entdeckte unter ihnen mein erstes lateinisches Versebuch. Auf der ersten Seite stieß ich auf eine Zeichnung, bei deren Anblick mir vor Überraschung fast der Atem stockte. Das Heft liegt vor mir, und ich habe es soeben auch anderen gezeigt. Auf dem ersten Blatt steht in meiner Schülerhandschrift: John H. Newman, den 11. Februar 1811, Verse- Buch; dann kommen meine ersten Verse. Zwischen ,Verse' und ,Buch' habe ich ein großes, gerades Kreuz gezeichnet und daneben etwas, was man sehr wohl für eine Halskette halten könnte; doch kann ich es für nichts anderes als einen Rosenkranz mit einem kleinen Kreuz ansehen. Ich war damals noch nicht zehn Jahre alt. Wahrscheinlich hat mich ein Roman ... auf diesen Gedanken gebracht; auch ein religiöses Gemälde kann es gewesen sein. Das Merkwürdige aber ist, wie unter den tausend Dingen, die einem Knaben vor Augen kommen, gerade dies so fest in meinem Gedächtnis blieb, dass ich weder in den Kirchen, die ich besuchte, noch aus meinen Gebetbüchern dazu angeregt wurde. Man muss berücksichtigen, dass die anglikanischen Kirchen und Gebetbücher damals keinerlei Schmuck hatten, wie es wohl heute der Fall ist."
   Natürlich konnte Newman vor seiner Konversion die römisch-katholische Lehre von der Anrufung der Heiligen nicht gutheißen, aber er anerkannte die Jungfrau Maria als wirkmächtige Fürsprecherin und sah in ihr ein Vorbild des Glaubens. Er stimmte der Lehre des Glaubensbekenntnisses zu, in dem Maria Jungfrau und Mutter Gottes genannt wird: Die zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit wurde Mensch und hat eine menschliche Mutter. Die Lehre von der Jungfrauschaft Mariens ist nicht nur eine unmittelbare Folge des Geheimnisses der Inkarnation, sondern sie führt auch immer zu diesem zurück. Aus diesem Grund hat Newman auch keine Schwierigkeiten, sie als die unbefleckt Empfangene zu betrachten. Die Lehre der Menschwerdung führt ihn notwendig zur Lehre über Maria, die aber nicht ohne Einfluss auf den konkreten Lebensvollzug bleibt. Am 25. März 1831 hält er seine erste Predigt über „die der Jungfrau gebührende Verehrung" und genau ein Jahr darauf spricht er in einer Weise über „die Maria geschuldete Ehre", dass ihm vorgeworfen wird, er verteidige die katholische Lehre von der Unbefleckten Empfängnis Mariens.
   Aus Newmans katholischer Zeit gibt es mehrere Zeugnisse, die seine besondere Beziehung zur Jungfrau und Gottesmutter zum Ausdruck bringen. Eines der frühesten stellt ein Brief von Kardinal Nicolas Wiseman dar: „An Allerheiligen 1845 wurden Newman, Oakelev und die beiden anderen gefirmt.. Newman wählte sich den Namen Maria ...".
  Während ihres Aufenthaltes in Rom waren Newman und Ambrose St. John sehr gerührt, als sie entdeckten, dass ihre Fenster zur Kirche von Sant'Andrea delle Fratte hinausgingen, wo Unsere Liebe Frau 1842 Alphonse Ratisbonne erschienen war. Diesen Umstand erwähnte er mehrere Male in seinen Briefen. Bereits in Littlemore wurde ihm bewusst, dass sein Leben in Oxford unter dem Schutz der heiligen Jungfrau gestanden hatte. So nannte er Old Oscott „Maryvale" (Mariental); auch die wundertätige Medaille und eine Gebetsinitiative für ihn in Paris spielten eine Rolle auf seinem Weg in die katholische Kirche. Seine geschichtlichen Studien haben ihm schließlich gezeigt, wie sehr die Bindung an die Mutter Gottes im Laufe der Jahrhunderte den Glauben an den Sohn Gottes gefördert und gegen Häresien verteidigt hat. Er betont wiederholt, dass alle, die sich weigern, die Jungfrau und Gottesmutter Maria zu verehren, Gefahr laufen, Christus zu vergessen. Als Newman von einer möglichen Dogmatisierung der Lehre von der Unbefleckten Empfängnis liest, ist seine Freude unbeschreiblich groß.
Verteidiger der katholischen Glaubenslehre über Maria
   Im Jahre 1866 legt er in einer Erwiderung auf das von seinem früheren Weggefährten in der Oxfordbewegung, Edward Bouverie Pusey, veröffentlichte Eirenicon Friedensschrift eine glänzende Darstellung der katholischen Glaubenslehre über Maria und ihre Stellung in der katholischen Frömmigkeit vor. Der „Brief an Pusey", Newmans einzige ausdrücklich marianische Schrift, ist kein mariologischer Traktat, sondern die Antwort auf einen Angriff auf den römisch-katholischen Marienkult. Er wendet sich darin gegen die klassische Behauptung der protestantischen Theologie, dass in der katholischen Kirche die Marienverehrung der Abgötterei entspräche. Die Marienverehrung sei nicht aus einer unüberlegten Übertreibung heraus entstanden, sondern gründe in den Prinzipien des Glaubens, so die Überzeugung Newmans.
   Von den vielen marianischen Frömmigkeitsformen liebte Newman am meisten den Rosenkranz. Er schien ihm die einfachste, schönste und wirksamste aller privaten Andachten zu sein, von einer „besänftigenden Süße", die sonst nirgendwo zu finden ist. Sogar den Konversionsbewerbern - denen er sonst keine Frömmigkeitsübungen aufzuerlegen pflegte - empfahl er zur Vorbereitung auf das große Geschenk des Glaubens den Rosenkranz häufig mit Andacht betrachtend zu beten. Newman notierte sich auch lange Listen von Menschen, für die er beten wollte, und schloss diese in seine Gebete ein. Der tägliche Rosenkranz war für Newman eine Hilfe, die großen Glaubenswahrheiten auf einfache und vertraute Weise zu betrachten. Dogma und Lehre waren ihm persönliche und wirkliche Werte, die vor allem in der Person und in der Lehre Christi aufleuchteten. Den Schüler im Oscott College erklärte er, dass „die große Kraft des Rosenkranzes darin liegt, dass er das Glaubensbekenntnis zu einem Gebet macht; natürlich ist das Credo als solches schon Gebet und eine große Ehrbezeugung Gott gegenüber. Aber der Rosenkranz stellt uns die großen Wahrheiten des Lebens und Sterbens Christi vor Augen und bringt sie unserem Herzen näher. Wir betrachten so all die großen Geheimnisse seines Lebens: von seiner Geburt in der Krippe bis zu seinem Leiden und zu seinem Leben in Herrlichkeit." Darüber hinaus ermöglicht der Rosenkranz, diese Geheim- nisse gleichsam mit den Augen der Mutter Gottes zu betrachten; so werden sie ins Licht ihrer Mütterlichkeit gestellt und prägen sich tiefer den Herzen ein.
   Newman liebte das Rosenkranzgebet: „Es gibt nichts, was mir mehr Freude macht." Der Rosenkranz war für ihn nicht bloß mechanische Wiederholung, sondern ein Betrachten und Verkosten der Geheimnisse des Lebens Jesu an der Hand der Gottesmutter. Er hat uns - leider - nicht hinterlassen, wie er den Rosenkranz täglich gebetet hat. Der folgende Ratschlag für einen Konvertiten, den er lange begleitet hatte, gibt aber höchst wahrscheinlich seine eigene Art zu beten wider: „Versuche es folgendermaßen: Stelle dir bei jedem Geheimnis ein Bild vor Augen und richte deinen Geist auf dieses Bild (etwa auf die Verkündigung, das Leiden usw.). Während du das ,Vater unser' und die zehn ,Gegrüßet seist du Maria' betest, denke nicht an die einzelnen Worte, sprich sie nur deutlich aus. Mach das Gebet zu einer Betrachtung. Dies wird dir vielleicht helfen, die Müdigkeit zu überwinden." Es ist evident, dass die durch das „Pater noster" und das „Ave Maria" genährte Kontemplation den Betenden in die Gottesbeziehung hineinzieht.
   Pater Neville, der Newman während seiner letzten Lebensjahre behilflich war, zeichnet in seinen Erinnerungen das Bild des betenden Kardinals, der wegen des schwindenden Gefühls in seinen Fingern immer wieder einen neuen Rosenkranz mit noch größeren Perlen braucht.
Gesunde Skepsis gegenüber frommer Gefühligkeit
 Der Anblick dieses demütigen Freundes der Wahrheit, der immer wieder seinen Rosenkranz in die Hand nahm und dadurch Hilfe für sein Beten und die Vereinigung mit dem Herrn fand, erinnert uns daran, den verborgenen Wert der mancherorts vergessenen Schätze wieder zu heben und zu entdecken, bevor wir sie zugunsten zweifelhafter und bisweilen trügerischer Wege der Erfahrung Gottes aufgeben. Der große Lehrer der Kirche liebte das Schlichte. Der Liebhaber des Rosenkranzes zog wahre Worte und Empfindungen allen Übertreibungen einer scheinbar ergreifenden, aber gekünstelten und nicht wahrhaftigen Sprache vor. Gegenüber einer allzu gefühlsbetonten Frömmigkeit war er wie alle Kenner des geistlichen Lebens vorsichtig und wies jene zurück, die meinten, sie müssten beim Beten ihre Gefühle stimulieren und sich in einen besonderen sentimentalen Zustand versetzen, wovor auf- grund der bekannten Täuschungsgefahren im geistlichen Leben allgemein gewarnt wird.
   Schließlich bleibt noch darauf hinzuweisen, dass es Newman ein großes Anliegen war, seine Marienverehrung auch zu verkünden. Viele Predigten zur Ehre der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria können als Beleg angeführt werden. Sein Eifer für die Ehre Mariens ist grundgelegt in Newmans Grundsätzen für die Verehrung der Mutter Gottes. Wird Maria verehrt, so ist damit der rechte Glaube an Christus impliziert: „Beweist der Welt, dass ihr keiner falschen Lehre nacheifert, rechtfertigt die Herrlichkeit eurer von der Welt geschmähten Mutter Maria ins Antlitz der Welt hinein durch die Schlichtheit eures eigenen Wandels und durch die Heiligkeit eurer Worte und Taten. Erbittet euch von ihr das königliche Herz der Unschuld. Sie ist die leuchtende Gabe Gottes, die den Zauber der bösen Welt überstrahlt und die noch niemand, der sie in Aufrichtigkeit suchte, enttäuscht hat. Sie ist der personale Typus und das repräsentative Bild jenes geistlichen Lebens und jener gnadenvollen Erneuerung, ‚ohne sie wird niemand je Gott schauen' Hebr 12,14."
   Dieser Appell Newmans zu einer lebendigen Verehrung der Jungfrau und Gottesmutter Maria ist nur eines von vielen Beispielen, die sich in seinen Homilien und Schriften finden. Die Mannigfaltigkeit der Bilder, die Newman in seinem Sprechen und Denken über die Mutter Gottes verwendet, zeigt, wie sehr dieses Sprechen und Denken über Maria, das sich auszeichnet durch große Schlichtheit und Wahrhaftigkeit, zutiefst verankert ist im eigenen Leben und Betrachten. DT100911PaterPaulBernhardWodrazkaCO

                                               kbwn:Rosenkranz

[kbwn] [Blindenwerk] [Reisen Fahrten] [Hörbücher] [Heilung] [HiTech] [Kirche] [Vatikan] [Glaube & Leben] [weltweite Kirche] [Himmel & Erde] [Santiago de Compostela] [Lourdes] [Lourdes I] [Fatima] [Fatima-Erscheinungen] [Fatima-Geheimnis] [Fatima-prophetisch] [Guadalupe] [Zeitun, Kairo] [Rosenkranz] [Zeichen am Himmel] [Wunder & Zeichen] [Heilige - ?] [Kardinal von Galen] [Priester] [Ordensschwestern] [sterben in Würde] [Kultur des Todes] [Reliquien] [Engel] [Dialog der Religionen] [Recht] [Alterssicherung]