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Weltjugendtag I

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1. Fotobericht vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro 2013
2. Retrospektive des Weltjugendtags in Madrid 2011

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Fotobericht vom Weltjugendtag 2013 in Rio de Janeiro  y-Rio01-logo1x

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Der Papst landet zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro

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Papst Franziskus lächelt, küsst und winkt. Beim improvisierten Bad in der Menge genießt der Papst in Rio
die Nähe zu den Gläubigen bei seiner ersten Reise ins Ausland

  Begleitet von Chaos und Sicherheitsbedenken ist Papst Franziskus bei seiner Ankunft am Zuckerhut gefeiert worden. Vier Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Weltkirche wurde er in Brasilien von einer begeisterten Menge begrüßt und geradezu bedrängt. Den Sicherheitskräften gelang es zeitweise nicht, die Papst- Fans auf Distanz zu halten, was Franziskus zu gefallen schien.

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   Zum Auftakt seines einwöchigen Besuches zum Weltjugendtag in Rio fuhr der 76-Jährige nach der Landung am Flughafen demonstrativ in einem Kleinwagen ins Zentrum. Doch das Auto blieb im Verkehr stecken. Mehrfach wurde es von Hunderten Menschen umringt und blockiert. Schuld am ungeplanten Bad in der Menge war wohl ein Fehler des Fahrers.
   "Es gab einen Moment, in dem das Auto eine falsche Route genommen hat und stecken blieb", sagte Papst- Sprecher Federico Lombardi. "Das war ein etwas schwieriger Augenblick. Aber es war der Moment, in dem der Papst den Enthusiasmus der Leute sehen konnte", fügte Lombardi hinzu. Durch das heruntergekurbelte Autofenster warfen Gläubige Briefe und Geschenke auf die Rückbank. Der Papst habe die Begeisterung genossen, gelächelt und keine Angst gehabt.
   Wenige Stunden vor der Ankunft hatte die Polizei einen selbst gebauten Sprengsatz im Wallfahrtsort Aparecida (Bundesstaat São Paulo) entdeckt. Die Bombe war bei einer Sicherheitsübung nahe der Kirche ausfindig gemacht worden, in der Franziskus zu einer Messe erwartet wird. Der Sprengsatz befand sich in einer Toilette auf einem nahen Parkplatz, Experten machten ihn unschädlich. Zu keiner Zeit habe Gefahr für die erwarteten Pilger bestan- den, teilte die Polizei mit.
   Franziskus hatte sein Programm anders als zunächst geplant um die Fahrt durchs Zentrum der Sechs-Millionen- Stadt ergänzt. Nach chaotischen Minuten stieg Franziskus an der Kathedrale in einen offenen Geländewagen um. Dabei wurde er von Zehntausenden Menschen umjubelt. Mehrere reichten dem Pontifex ihre Kinder, damit er diese segnet. Der Papst lächelte, küsste Kinder und winkte den Menschen zu.
   Menschen säumten den Straßenrand, kletterten auf Bäume, Bushaltestellen und Kioske, um ihn zu sehen. "Gott wollte, dass die erste Auslandsreise meines Pontifikats mich zurück in mein geliebtes Lateinamerika bringt", sagte das aus Argentinien stammende Kirchenoberhaupt. In Brasilien leben mehr als 120 Millionen Katholiken.

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   Nach der Fahrt durchs Zentrum flog Franziskus per Hubschrauber zum Palácio Guanabara, dem Sitz des Gouver- neurs von Rio de Janeiro, wo er auch mit Staatschefin Dilma Rousseff zusammentraf. "Ich habe weder Gold noch Silber, aber ich bringe das Wertvollste, das mir gegeben wurde: Jesus Christus!", sagte der Papst auf Portu- giesisch.
   Bereits auf dem Flug nach Brasilien sprach Franziskus die wirtschaftliche Situation der Jugend an. Diese litten unter der weltweiten Wirtschaftskrise, sagte der 76-Jährige. "Wir laufen Gefahr, eine Generation zu bekommen, die arbeitslos ist", sagte er. "Aus der Arbeit entspringt die Würde eines Menschen." In einer Ansprache nach der Landung sprach er indirekt die jüngsten Demonstrationen in Brasilien an und rief zum Dialog auf. Wenige Wochen vor dem Papst-Besuch war es zu Massenprotesten gegen steigende Preise und Korruption gekommen, die inzwi- schen aber abgeebbt sind.

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   Die Weltjugendtag-Besucher wird er erstmals am Donnerstag zum "Papst-Willkommen" an der Copacabana treffen. "Ich bin gekommen, um junge Menschen aus allen Teilen der Welt zu treffen, die von den offenen Armen Christi des Erlösers angezogen werden", sagte der Papst mit Blick auf Rios Wahrzeichen, die Christus-Erlöser- Statue, die auch das Logo des 28. Weltjugendtages ist.
   Der Weltjugendtag begann Dienstag, nach unserer Zeit am späten Abend. Für Papst Franziskus gibt es erst mal einen Ruhetag. Zwei Millionen junge Männer und Frauen werden erwartet. Das Treffen steht unter dem Bibelwort "Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker der Erde" Matthäus 28,19. Aus Deutschland sind etwa 2000 Teilneh- mer in Rio. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wünschte ihnen reiche geistliche Erfahrungen: "Das ist ein schöner Brückenschlag über den Atlantik, Weltjugendtage sind eine unver- zichtbare Begegnung der Weltkirche." Gerne denke er an das Treffen 2005 in Köln zurück.
   "In Rio kommen alle zusammen, um Kirche hautnah zu erleben, die Pilger und Bischöfe, gemeinsam mit Papst Franziskus", sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofs- konferenz.   HA130724dpaRTRepd

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Freudengesänge für den Papst
   Bei seiner ersten Auslandsreise ist Papst Franziskus in Brasilien begeistert empfangen worden. Vor dem Welt- jugendtag betonte er die Bedeutung der Jugend. Ohrenbetäubender Jubel bei der Ankunft von Papst Franziskus in Rio de Janeiro. Gekreische und Freudengesänge während der ersten Schritte des ersten südamerikanischen Papstes auf südamerikanischem Boden seit der Papstwahl.
   "Das ist die Jugend des Papstes", skandierten die Jugendlichen, während Franziskus vom Flugzeug zu den Begleitwagen ging. Jugendliche, die sich auf den Papst freuen - und umgekehrt: Schon während des Fluges hatte das Kirchenoberhaupt eifrig getwittert. Sein Herz sei voller Freude, weil er bald bei den Jugendlichen sei, konnte man lesen.
Stürmischer Empfang in Rio
  
Und die bereiteten Franziskus einen stürmischen Empfang. Während der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt wurde sein Fahrzeug - ein italienischer Kleinwagen - mehrfach von den begeisterten Menschenmassen gestoppt.
Die Personenschützer hatten sichtlich Mühe, die Papst-Fans vom Wagen abzudrängen. Immer wieder gelang es Einzelnen, Franziskus die Hand zu schütteln. Der Papst selbst blieb gelassen und winkte lächelnd in die Menschenmenge.

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"Ich bringe Jesus Christus".
  
In einer kurzen Rede bei einem Empfang zusammen mit der politischen Spitze Brasiliens im Gouverneurspalast dankte Papst Franziskus für die Gastfreundschaft und gab sich gewohnt bescheiden: "Um Zugang zum brasilia- nischen Volk zu haben, muss man wie ich gelernt haben, durch die Pforte seines großen Herzens einzutreten. Daher sei es mir erlaubt, jetzt sanft an diese Tür zu klopfen", so der Papst.
   Er bitte, diese Woche mit den Menschen verbringen zu dürfen. "Ich habe weder Gold noch Silber, aber ich bringe das Wertvollste, das mir gegeben wurde: Jesus Christus."

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Franziskus will stärkere Förderung junger Menschen
    
Immer wieder nahm Franziskus in der kurzen Rede Bezug auf die Jugendlichen. Es lohne sich, den Kindern bleibende Werte zu vermitteln, für die es sich zu leben lohne. Und: Franziskus verlangte verstärkte Anstren- gungen zur Förderung junger Menschen. Christus habe Vertrauen in die Jugendlichen, sagte er:n "Die Jugend ist das Fenster, durch das die Zukunft in die Welt eintritt."
   Die Herausforderungen seien groß, betonte der Papst weiter: "Unsere Generation wird zeigen müssen, dass sie diesen Herausforderungen gewachsen ist, dass sie in der Lage ist, die geistigen und materiellen Voraussetzungen zu gewährleisten, dass sich jeder entfalten kann. Dass jeder von Sicherheit und Bildung profitiert, damit er das wird, was er sich vornimmt."  Tagesschau130723net

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Ansprache Papst Franziskus bei der Begrüßungszeremonie in Rio de Janeiro,
Governeurssitz im Guanabara-Palast am 22. Juli 2013, 22.30 Uhr europäischer Zeit

Frau Präsidentin, geschätzte Vertreter des öffentlichen Lebens, Brüder und Schwestern, liebe Freunde,
   in seiner gütigen Vorsehung hat Gott gewollt, dass die erste internationale Reise meines Pontifikats mir die Möglichkeit bieten sollte, in das geliebte Lateinamerika zurückzukehren, konkret nach Brasilien. Diese Nation rühmt sich seiner festen Bande mit dem Apostolischen Stuhl und seiner tiefen Gesinnung des Glaubens und der Freund- schaft, die dieses Land auf einzigartige Weise mit dem Nachfolger Petri stets verbunden sein ließ. Ich danke für diese Güte Gottes.
   Um Zugang zum brasilianischen Volk zu haben, muss man, wie ich gelernt habe, durch die Pforte seines großen Herzens eintreten. Daher sei mir erlaubt, jetzt sanft an diese Tür zu klopfen. Ich bitte, eintreten und diese Woche mit Ihnen verbringen zu dürfen. Ich habe weder Gold noch Silber, aber ich bringe das Wertvollste, das mir gege- ben wurde: Jesus Christus! Ich komme in seinem Namen, um die Flamme der brüderlichen Liebe, die in jedem Her- zen brennt, zu nähren, und ich möchte, dass mein Gruß alle und jeden erreicht: „Der Friede Christi sei mit euch!“
   Mein ehrerbietiger Gruß gilt der Frau Präsidentin und den werten Mitglieder ihrer Regierung. Ich danke ihr für den großherzigen Empfang und für die Worte, mit denen sie der Freude der Brasilianer über meine Anwesenheit in ihrem Land Ausdruck verliehen hat. Ich grüße auch den Herrn Gouverneur dieses Staates, der uns freundlicher- weise im Regierungspalast empfängt, und den Bürgermeister von Rio de Janeiro. Ebenso grüße ich die Mitglieder des bei der brasilianischen Regierung akkreditierten Diplomatischen Corps, die weiteren öffentlichen Vertreter und alle, die sich darum bemüht haben, meinen Besuch zu realisieren. . . .

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   . . . Ein Wort herzlicher Verbundenheit will ich an meine Brüder im Bischofsamt richten, auf denen die Aufgabe lastet, die Herde Gottes in diesem riesigen Land zu leiten, und an ihre geliebten Teilkirchen. Mit meinem Besuch möchte ich die dem Bischof von Rom eigene pastorale Sendung fortführen, die Brüder im Glauben an Christus zu stärken, sie zu ermutigen, die Gründe der Hoffnung zu bezeugen, die von ihm her kommt, und sie dazu anzuregen, allen die unerschöpflichen Reichtümer seiner Liebe anzubieten.
   Der Hauptgrund meiner Anwesenheit in Brasilien geht bekanntlich über die Grenzen dieses Landes hinaus. Ich bin ja für den Weltjugendtag gekommen. Ich bin gekommen, um junge Menschen aus allen Teilen der Welt zu treffen, die von den offenen Armen Christi des Erlösers angezogen werden. Sie wollen in seiner Umarmung, ganz nahe an seinem Herzen, eine Zuflucht finden und wieder seinen deutlichen und mächtigen Ruf hören: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern“ vgl. Mt 28,19. . . .

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  . . . Diese jungen Menschen kommen aus den verschiedenen Kontinenten, sprechen verschiedene Sprachen, gehören unterschiedlichen Kulturen an und finden doch in Christus die Antworten auf ihr höchstes und gemeinsames Streben und können ihren Hunger nach einer klaren Wahrheit und einer echten Liebe stillen, die sie über alle Verschiedenheit hinaus verbinden.
   Christus bietet ihnen Raum und weiß, dass es keine stärkere Kraft geben kann als die, welche aus dem Herzen der jungen Menschen strömt, wenn sie von der Erfahrung der Freundschaft mit ihm ergriffen werden. Christus hat Vertrauen in die jungen Menschen und vertraut ihnen die Zukunft seiner eigenen Sendung an: „Geht, macht zu Jüngern“; geht über die Grenzen des menschlich Möglichen hinaus und bringt eine Welt von Brüdern hervor. Aber auch die jungen Menschen setzten ihr Vertrauen auf Christus: Sie haben keine Angst, mit ihm das eine Leben zu wagen, das sie besitzen, denn sie wissen, dass sie nicht enttäuscht werden.
   Zu Beginn meines Besuches in Brasilien bin ich mir wohl bewusst, dass ich, wenn ich mich an die jungen Menschen wende, auch zu ihren Familien spreche, zu ihren kirchlichen und nationalen Gemeinschaften, aus denen sie kommen, zu den gesellschaftlichen Gruppen, deren Glieder sie sind, zu den Männern und Frauen, von denen in großem Maße die Zukunft dieser Generationen abhängt. . . .

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   . . . Bei Ihnen ist es geläufig, Eltern sagen zu hören: „Die Kinder sind unser Augapfel“. Wie schön ist diese Aus- drucksweise brasilianischer Weisheit, die das Bild des Augapfels auf die Kinder überträgt; dieser ist das Fenster, durch welches das Licht in uns eindringt und uns das Wunder des Sehens schenkt! Was würde aus uns werden, wenn wir uns nicht um unsere Augen kümmerten? Wie könnten wir vorankommen? Mein Wunsch ist, dass sich jeder von uns in dieser Woche von dieser herausfordernden Frage berühren lässt.
   Die Jugend ist das Fenster, durch das die Zukunft in die Welt eintritt, und legt uns folglich große Herausforderungen auf. Unsere Generation wird zeigen, dass sie der Hoffnung, die in jedem jungen Menschen besteht, gewachsen ist, wenn sie ihm Raum zu bieten versteht; wenn sie in der Lage ist, die materiellen und geistigen Voraussetzungen für seine volle Entfaltung zu schützen; ihm eine sichere Grundlage zu geben, auf der er sein Leben aufbauen kann; ihm die Sicherheit und die Bildung zu gewährleisten, damit er wird, was er sein kann; ihm bleibende Werte zu vermitteln, für die es sich zu leben lohnt; ihm einen transzendenten Horizont für seinen Durst nach wahrem Glück und für seine Schaffenskraft im Guten zu sichern; ihm das Erbe einer Welt zu übergeben, die dem Maß des menschlichen Lebens entspricht; in ihm die besten Fähigkeiten zu wecken, damit er selbst seine eigene Zukunft gestalten und mitverantwortlich für das Los aller sein kann. . . .

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   . . . Zum Schluss bitte ich alle um die freundliche Aufmerksamkeit und, wenn möglich, das nötige Einfühlungs- vermögen, um so einen Dialog unter Freunden aufzunehmen. In diesem Augenblick weiten sich die Arme des Papstes, um die ganze brasilianische Nation in ihrem vielschichtigen menschlichen, kulturellen und religiösen Reichtum zu umarmen. Von Amazonien bis zur Pampa, von den Trockenregionen bis zum Pantanal, von den kleinen Dörfern bis zu den Metropolen fühle sich keiner von der Zuneigung des Papstes ausgeschlossen. Ich habe die Absicht, Sie alle übermorgen, so Gott will, im Gebet vor Unsere Liebe Frau von Aparecida zu tragen und sie um ihren mütterlichen Schutz für Ihre Häuser und Familie anzurufen. Schon jetzt segne ich Sie alle. Vielen Dank für den herzlichen Empfang!  RV130722ord

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Vorbereitung auf den Besuch in Aparecida: „Dieser Papst hört zu“
  
Stippvisite auf eigenen Wunsch: Papst Franziskus besucht am Mittwoch den Marienwallfahrtsort Aparecida Foto. Dort hatte er 2007 als Kardinal an der Konferenz des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM teilgenommen. Damals formulierten Bischöfe aus ganz Lateinamerika und der Karibik eine pastorale Strategie für ihre Kirchen – unter maßgeblicher Mitwirkung des heutigen Papstes. Auch Bernd Klaschka war 2007 in Aparecida dabei; der Prälat leitet Adveniat, das größte Lateinamerika-Hilfswerk Europas. Im Gespräch mit unserer Korrespondentin in Rio, Anne Preckel, erinnert sich Klaschka an die Tage von Aparecida vor sechs Jahren.
  „Während der Versammlung von Aparecida war eines der wichtigen Kennzeichen die morgendliche Eucharistie- feier mit den Menschen dort. Wir haben also als Vollversammlung nicht getrennt von den Menschen Eucharistie gefeiert, sondern mit ihnen in der Basilika, und das war ein wichtiges Element spiritueller Art für die Gestaltung der fünften Vollversammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrates. . . .

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   Ich habe den Papst als jemanden erlebt, der gut zugehört hat, auf die Beiträge der Arbeitsgruppen eingegangen ist, sie auch eingebracht hat und sich ihnen gegenüber treu verhalten hat. Als Erzbischof von Buenos Aires und als Präsident der Redaktionsgruppe hat er mit anderen zusammen das Schema, die Gliederung des Schlussdokumentes, erarbeitet. Die Methode war: Sehen, urteilen, handeln. Das war ein genuiner Beitrag lateinamerikanischer Pastoral für das Handeln der Kirche, um sich immer wieder zu fragen: Was will Gott mir in dieser Wirklichkeit eigentlich sagen?
   Ich konnte damals einige Gespräche mit Kardinal Bergoglio führen, etwa in den Kaffeepausen oder morgens früh beim Begrüßen. Wenn ich ihn fragte, wie die Arbeit denn so laufe, strahlte er immer eine große Zufriedenheit aus. Er legte Wert auf Partizipation aller Teilnehmenden bei dieser Vollversammlung – nicht nur der Bischöfe, sondern eben auch der Gäste. Ich war zum Beispiel als Geschäftsführer von Adveniat dort zu Gast. Er war immer bemüht, alle zu hören und den Beiträgen gegenüber treu zu sein. Das ist, glaube ich, auch heute ein Punkt, der bei ihm deutlich wird: Er geht auf die Menschen zu, möchte sie hören und möchte ihnen und Gott gegenüber treu sein.“

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„Forderungen der Demonstranten sind evangeliumsgemäß“
   Welche Probleme und Herausforderungen Lateinamerikas wird der Papst Ihrer Einschätzung nach ansprechen? Was brennt ihm auf der Seele?
   „Ich glaube, aufgrund auch seiner Erfahrung als Erzbischof von Buenos Aires und als jemand, der die Wirklichkeit in Lateinamerika gut kennt, brennt ihm die Tatsache auf der Seele, dass es hier so viele junge Menschen gibt, die relativ wenig Perspektiven haben für die Zukunft. Wir nennen das in Europa das Problem der Arbeitslosigkeit; es ist in Lateinamerika ständiger Begleiter der jungen Menschen. Sowohl derer, die eine Schul- oder Universitäts- ausbildung haben, als auch der anderen. Sie alle müssen sehr intensiv darum kämpfen, dass sie eine feste Stelle bekommen. Ich glaube, das ist ihm ein ganz wichtiges Anliegen, Perspektiven für das Leben junger Menschen zu eröffnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er dies mahnend der Regierung und der Wirtschaft, auch den Gewerk- schaften, sagen wird: Dass sie dafür eine große Verantwortung tragen.“ . . .

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  . . . Die brasilianische Präsidentin Dilma Roussef hat ja die Proteste der Jugend hier in Brasilien kurz vor Ankunft des Papstes dann doch ganz positiv gewertet – sind das schöne Worte, oder wird sich jetzt wirklich eine Perspektive ergeben für die jungen Brasilianer?
   „Papst Franziskus hat sich laut Zeitungsberichten intensiv über die Lage junger Menschen hier in Brasilien infor- mieren lassen, besonders durch den emeritierten Erzbischof von Sao Paolo, Kardinal Hummes. Und im Anschluss daran hat er ja geäußert, dass die Forderung der Demonstranten hier in Brasilien evangeliumsgemäß seien. Ich halte das für eine ungeheure Äußerung, zu sagen, politische Forderungen entsprächen dem Evangelium! Ich frage mich, welcher Papst das in der Geschichte des letzten und des jetzigen Jahrhunderts getan hat. . . .

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   . . . Allerdings haben wir als Kirche da eine Grenze: Wir können nur mahnen, können unsere Stimme prophetisch erheben und den Mächtigen ins Gewissen reden aus einer ganz bestimmten Perspektive, nämlich der Perspektive dieser jungen Menschen heraus. Ich glaube, das wird auf Dauer Wirkung zeigen. Auch bei seinem Besuch in Lampedusa habe ich schon eine Wirkung festgestellt: Er hat damit nochmals die politische Diskussion über die Behandlung von Flüchtlingen in Europa in Gang gebracht. Wir meinten ja, wir könnten damit ganz gut umgehen, und die europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik war ja auch so ausgerichtet, dass die Probleme in Afrika gelöst werden sollten und in Europa eben nicht. Durch diese Geste hat er eine neue Debatte darüber ausgelöst, und das halte ich schon für einen ganz wichtigen Schritt.“
   Prälat Klaschka wird am Mittwoch mit Papst Franziskus in Aparecida konzelebrieren – so wie schon vor sechs Jahren, unter anderen Umständen. RV130722sk

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Aparecida: Der größte Wallfahrtsort der Welt  
Eine kleine, nicht einmal vierzig Zentimeter hohe Madonnenfigur machte aus einem verschlafenen Nest irgendwo auf halber Strecke zwischen Rio de Janeiro und São Paulo einen der größten Wallfahrtsorte der Welt. Jedes Jahr pilgern sieben Millionen Menschen zu Nossa Senhora Aparecida, um der brasilianischen Nationalheiligen die Ehre zu erweisen. Und nicht immer sind die Gottheiten, denen sie dabei huldigen, die der christlichen Kirche. . . .

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   . . . Die schwarze Madonna mit ihrer Diamantenkrone und dem bodenlangen blauen Umhang, auf dem links und rechts die Nationalflagge prangt, ist in Brasilien allgegenwärtig. Ihre Statue fehlt in kaum einem Wohnzimmer, ihr Bild schmückt Kalender, Autofenster, Schulhefte und Bürowände. „Nossa Senhora“, „unsere Herrin“, sagen die Brasilianerinnen, wenn wir in Deutschland „mein Gott“ sagen würden. Maria ist es, die sie verehren – und zwar nicht, weil sie die Mutter eines berühmten Sohnes ist, sondern weil sie hilft, weil man sie um Rat fragen kann, weil sie Schutz bietet. . . .

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  . . . „Das brasilianische Volk liebt Maria“, erklärt Patricia Tosta, Journalistin bei Radio Aparecida, einem ganz der Madonna gewidmeten Sender. „Dieser Kult ist Teil unserer Volksreligiosität. Wir verehren Maria, die Mutter, die Beschützerin, die Frau, die unter so vielen Schwierigkeiten zu leiden hatte. Auch unser Volk leidet unter vielem, und deshalb sieht es in Maria die Gefährtin, von der es Hilfe erbittet.“ . . .

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   . . .So wie zum Beispiel Dona Esmeralda. Auf ihrem kleinen Hausaltar im Hinterzimmer hat sie der Muttergottes mit dem blauen Umhang natürlich einen Ehrenplatz gegeben. Aber da tummeln sich noch mehr Figuren: der heilige Georg in Ritterrüstung und hoch zu Ross, ein alter Schwarzer mit grauem Haar, der heilige Sebastian, dem das Blut aus den Wunden läuft. Das Jesuskind als Plastikpuppe. Außerdem: ein Glas Wasser, eine Schale mit Bonbons, eine winzige Tasse mit starkem Kaffee. Dona Esmeralda ist eine gute Katholikin. Und sie opfert den Heiligen, sie kocht für sie und achtet dabei auf ihre Vorlieben. Denn schließlich sind es auch die Gottheiten und Geister ihrer Vorfah- ren, die irgendwann einmal als Sklavinnen und Sklaven aus Afrika verschleppt wurden. . . .

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   Umbanda oder Candomblé nennt man diese eigentümliche Mischung aus Katholizismus und Naturreligion. Weil ihre traditionellen Religionen in Brasilien verboten waren, setzten die Schwarzen ihre verschiedenen Gottheiten mit katholischen Heiligen gleich – den kämpferischen heiligen Georg mit dem Kriegsgott Ogum, den von den Toten auferweckten Lazarus mit Omolu, dem Gott der ansteckenden Krankheiten. Und viele Göttinnen werden von Maria in ihren verschiedenen Erscheinungen repräsentiert: Oxum, die Fruchtbarkeitsgöttin, ist die Maria der unbefleckten Empfängnis, Nana, die alte weise Göttin, ist Maria als Muttergottes.

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   Einmal im Leben, sagt Dona Esmeralda, solle jeder einmal zum Tempel der schwarzen Madonna nach Aparecida pilgern. Sie selbst war sogar schon zweimal dort. Normalerweise fährt sie aber lieber an den Strand von Praia Grande, wo eine große Statue der schwarzhaarigen Meeresgöttin Iemanjá steht, die ja auch irgendwie Maria ist. „Diese Sachen sind historisch gewachsen“ sagt Bischof Dom Jose Carlos weise auf die Frage, was er denn von dieser merkwürdigen Religionsvermischung hält. „Wir sollten nicht immer so logisch sein. Manchmal kann man die Dinge eben nicht säuberlich auseinander halten.“ Eine pragmatische Haltung, die viele seiner Kollegen teilen. Etwas anderes ließe sich in Brasilien vermutlich auch gar nicht durchsetzen. . . .

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   . . . Das Nationalheiligtum der Madonna, die Kathedrale von Nossa Senhora Aparecida, liegt etwa auf halber Strecke zwischen São Paulo und Rio de Janeiro, direkt an der Autobahn. Der riesige Bau bietet Platz für 45.000 Menschen und soll, so versichern die Brasilianer, die zweitgrößte Kathedrale nach dem Petersdom in Rom sein. Freilich ist sie längst nicht so prächtig: ein schlichter Backsteinbau mit einfachen Holzbänken und Metallgeländern, die die Besucherströme leiten. Hier gibt es keine vergoldeten Altäre und Michelangelo-Skulpturen, keinen Prunk und keine Pracht, nur rund um die kleine Madonna selbst glitzern ein paar Quadratmeter goldfarbener Stoff. Um die Tristesse etwas zu mildern, hat ein naiver Künstler die Steinwände mit antiken Torbögen und blauem Nachthimmel bemalt. Die brasilianische Madonna ist eine Heilige für einfache Leute, und die fühlen sich hier zu Hause. Unbekümmert hüpfen Kinder durchs Kirchenschiff, Liebespaare halten Händchen, Fotoapparate klicken. Niemand kontrolliert, ob Knie und Schultern auch züchtig bedeckt sind. . . .

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   . . . Es waren ja auch die kleinen Leute, die Maria so groß gemacht haben. Im Jahr 1717 sollten drei Fischer des Ortes für die Bewirtung eines durchreisenden Gouverneurs sorgen. Doch statt Fischen fanden sie in ihren Netzen nur eine kleine, zerbrochene Terrakotta-Figur der Muttergottes, zuerst den Körper, etwas später dann den dazu- gehörigen Kopf. Sie fügten beides zusammen – und plötzlich zogen sie volle Netze aus dem Fluss. Aus Dank bauten sie der so unverhofft Aufgetauchten, aparecida auf portugiesisch, eine kleine Kapelle. Bald zeigte sich, dass die kleine Madonna immer weiter Wunder wirkte. Sie heilte Kranke, sorgte für gute Ernten, und 1850 befreite sie den Afrikaner Zacarias aus der Sklaverei. Seither gilt die verwitterte dunkle Terrakotta-Figur erst recht als „schwarze“ Madonna, als Schutzheilige der afroamerikanischen Bevölkerung. . . .

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   . . . Im Lauf der Jahrhunderte wurde aus der Kapelle eine richtige Kirche, dann eine größere Kirche, und schließlich eine Kathedrale. An den Namen des ursprünglichen Dorfes erinnert sich niemand mehr, die Stadt, zu der es längst geworden ist, heißt heute ebenfalls Aparecida. Erst relativ spät haben auch die Obrigkeiten sich das Phänomen zu eigen gemacht: Ende des 19. Jahrhunderts stiftete die portugiesische Prinzessin Isabel der Madon- na eine diamantene Krone und einen blauen Umhang, und nachdem Brasilien unabhängig war, bekam Nossa Senhora sogar einen eigenen Nationalfeiertag. Heute hängt mitten in der Kathedrale die Nationalflagge. Auch der Papst hat Nossa Senhora Aparecida inzwischen offiziell als Schutzheilige Brasiliens anerkannt.
   In einer Seitenkapelle der Kathedrale von Aparecida beginnt ein Priester eine Messe zu halten, als fünf Frauen eintreten. Sie tragen weite, weiße Kleider und Kopfbedeckungen, um den Hals bunte Ketten: Candomblé- Priesterinnen, oder zumindest Initiierte auf Wallfahrt. Ernst setzen sich die Frauen in die erste Reihe, zwei junge Männer rücken respektvoll zur Seite. Der Priester blickt auf, nickt den Frauen kurz zu, und fährt dann in seiner Predigt fort. Die Atmosphäre ist entspannt. Mit religiösem Dogmatismus kommt man in diesem Land nicht weit. . . .

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   . . . Das bekam vor einigen Jahren auch der Pastor einer evangelisch-pfingstlerischen Kirche zu spüren. Bei einem Live-Auftritt im Fernsehen wetterte er gegen den Marienkult und schleuderte demonstrativ eine Statue von Nossa Senhora Aparecida zu Boden – das sei doch nur ein simples Stück Holz, geiferte er. Ein landesweiter Sturm der Entrüstung belehrte ihn eines Besseren: Es gab Sonderberichte im Fernsehen, besorgte Stellungnahmen von Politikern, riesige Demonstrationen in fast allen Städten und sogar gewalttätige Angriffe gegen evangelische Kirchen. Der Pastor musste sich schließlich öffentlich entschuldigen. Und Nossa Senhora, „unsere Herrin“, ist so populär wie eh und je. DerPilgerKiZSpeyer130724

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Unsere Liebe Frau von Aparecida 
   Die Stadt Aparecida do Norte befindet sich in der Provinz von Sao Paolo in Brasilien. Sie beherbergt das berühmteste Marienheiligtum Brasiliens, die Basilika der Unbefleckten Jungfrau, Unsere Liebe Frau von Aparecida, der heiligen Schutzpatronin Brasiliens.
Warum trägt Unsere Liebe Frau der Unbefleckten Empfängnis den Namen „Aparecida" (die Erschienene)?
  
Alles beginnt im XVIII. Jahrhundert, als einige Fischer, die wie gewöhnlich ihre Netze, in den sich in der Nähe von Sao Paolo befindlichen Fluss namens Paraiba auswerfen, an einem Tag des Jahres 1717, eine Statue ohne Kopf aus dem Wasser ziehen ... Nachdem sie ihre Netze weitere Male ausgeworfen haben, kommt auch der Kopf zum Vorschein.  Es ist eine schwarze Madonna ... Die Legende erzählt, dass die zarte Statue der Heiligen Jungfrau plötzlich so sehr an Gewicht zunahm, dass man sie nicht mehr vom Platz bewegen konnte.
   Seither wird Unsere Liebe Frau von Aparecida, Unbefleckte Empfängnis, in der brasilianisch-christlichen Tradition, als Schutzpatronin schwangerer Frauen und Neugeborener und als Schutzfrau der Meere und Flüsse, verehrt. Viele Gnaden wurden erhalten, als im Laufe der Jahre, die Verehrung der Unbefleckten Jungfrau „Aparecida" immer mehr zunahm. 1737 liess der Vikar von Guaratingueta eine Kapelle für die Gläubigen errichten.
Eine gigantische Basilika für die Heilige Schutzfrau von Brasilien
   1834 begann man mit dem Bau einer größeren Kirche, die zur „alten Kirche" wurde, als man 1955 die Kon- struktion der „neuen Basilika" in Angriff nahm. Anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis wurde1884, durch ein Dekret des Vatikans, Unsere Liebe Frau von Aparecida in  Anwesenheit des Apostolischen Nuntius, vom Erzbischof von Sao Paolo gekrönt. Eine neue nationale Ehre wird Unserer Lieben Frau von Aparecida am 1.Juli 1930 zuteil, als sie, in Gegenwart aller öffentlichen und geistlichen Autoritäten des Landes, feierlich zur Heiligen Schutzpatronin Brasiliens ausgerufen wird. An diesem Tag verkündete S.E. Kardinal Leme, Erzbischof von Rio de Janeiro, die Weihe Brasiliens an die Heilige Jungfrau von Aparecida.
   Doch bleibt Aparecida bis in die fünfziger Jahre ein bescheidener kleiner Ort, der von Redemptoristenpatres be- treut wird. Aus der Region München, in Deutschland kommend, haben sie sich 1893 angesiedelt und die Aufgabe der Betreuung, des Heiligtums Unserer Lieben Frau von Aparecida übernommen. So entstand die erste Redempto- ristenpfarre Lateinamerikas. Mitte des XX. Jahrhunderts, im Jahr 1955, wird die neue gigantische Basilika errichtet. Zweitgrößte katholische Kirche der Welt, zweitmeistbesuchtes Marienheiligtum der Welt!
   In der Tat gigantisch ist das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Aparecida mit seinem 100 m hohen Turm, seiner 70 m hohen Kuppel, seinem kreuzförmigen, 173 m langen und 168 m breiten Kirchenschiff, einer Grundfläche von 18.000 Quadratmetern und 45.000 Sitzplätzen! Auf Grund dieser Proportionen ist die Basilika, nach dem Peters- dom in Rom, die zweitgrößte der Welt. Sie wurde 1980 durch Papst Johannes Paul II. eingeweiht.
   Das Fest zu Ehren Unserer Lieben Frau von Aparecida, der Heiligen Schutzpatronin Brasiliens, findet jährlich am 12. Oktober statt.  MariedeNazareth130724net 

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Zwei Millionen Jugendliche begrüßen Papst Franziskus auf der Copa Cabana

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nach der open-air-Messe blieb noch Zeit zur Erholung im Atlantik

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Ausgabe der Verpflegungs-Kits in Rio am Strand

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Eine Tagesration für die Nachtwache am Strand der Copa Cabana “Kit Vigilia”

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Papst Franziskus in der Favele Virginha

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Franzisus umarmt einen Drogenabhängigen

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Die fliegende Pressekonferenz: Was sagte der Papst wörtlich?
   Ein Papst in Rede: Auf dem Rückflug aus Rio Richtung Rom stand Papst Franziskus den rund 70 mitfliegenden Journalisten über eineinhalb Stunden Rede und Antwort. Medien haben bereits ausführlich darüber berichtet. Vor allem die Zitate zu den Themen „Homosexualität“ oder „Frauenordination“ wurden ausgiebig gebracht und kom- mentiert. Doch der Papst sprach nicht nur darüber. Hier einige Fragen der Journalisten und Antworten des Papstes:
    Zu Beginn des Treffens mit den Journalisten sagte der Papst:
„Guten Abend und vielen Dank! Ich bin zufrieden. Es war eine schöne Reise, sie hat mir im spirituellen Sinne sehr gut getan. Ich bin zwar müde, aber im Herzen sehr fröhlich und es geht mir gut, sehr gut: Das hat mir geistlich sehr gut getan. Leute zu treffen, tut gut, weil der Herr in jedem von uns arbeitet. Er arbeitet im Herzen der Menschen und das Reichtum des Herrn ist so großartig, dass wir immer von den anderen Mitmenschen viel zurückbekommen.“
   Juan de Lara ist Korrespondent der spanischen Nachrichtenagentur efe. Es war seine letzte Papstreise als Journalist, wie Vatikansprecher Federico Lombardi im Flieger sagte. Deshalb durfte de Lara die erste Frage stellen. Es ging um die vatikanische Finanzen.
   „Heiliger Vater, in diesen vier Monaten ihres Pontifikates haben wir gesehen, dass Sie verschiedene Kommis- sionen für die Kurienreform einberufen haben. Ich möchte Sie fragen: Welche Reform haben Sie im Sinn? Haben Sie vielleicht vor, die sogenannte Vatikanbank IOR aufzulösen?“
   Dazu antwortete der Papst:
   „Eigentlich wollte ich mich um die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Vatikans im nächsten Jahr kümmern, doch die Aktualitäten, die der Öffentlichkeit bekannt sind, haben meine Agenda durcheinander gebracht und haben mich dazu bewogen, jene Kommission einzuberufen, die sich mit dem IOR auseinandersetzen wird. Es geht um Reformvorschläge aber auch um Verbesserungsmöglichkeiten usw.“
    Er habe viele Ratschläge bekommen, so der Papst: Einige rieten ihm, die Bank zu behalten, andere wollten sie in einen Hilfsfonds umwandeln oder ganz schließen, so Franziskus auf dem Rückflug von Brasilien.
   „Ich weiß nicht, wie das enden wird mit dem IOR. Derzeit habe ich noch keine klare Option. Ich verlasse mich auf den Rat von Mitarbeitern des Geldinstituts und auf die eingesetzte Reformkommission. Kennzeichen der Vatikan- bank müssen in jedem Fall Transparenz und Gewissenhaftigkeit sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Vatikan- bank (der Deutsche Ernst von Freyberg; Anmerk d. Red.), bleibt weiterhin im Amt. Das ist schön, weil wir Lösungen suchen: das ist menschlich. Wir müssen immer versuchen, das Beste daraus zu machen.“
   Papst Franziskus setzte im Juni eine Kommission ein, die Vorschläge für eine „bessere Harmonisierung“ der Aktivitäten der Vatikanbank mit dem kirchlichen Auftrag erarbeiten soll.
   Und locker vom Hocker sprach der Papst auch über „heiße Eisen“ wie Frauenordination. Die Frage stammte von der brasilianischen Journalistin Ana Fereira:
   „Uns Journalisten gefällt es sehr, Fragen zu stellen: Ich will von Ihnen gerne wissen, weshalb Sie gestern zu den brasilianischen Bischöfen über die Beteiligung der Frauen in der Kirche gesprochen haben. Ich möchte genauer wissen, wie Sie diese Beteiligung von uns Frauen in der Kirche verstehen. Was halten Sie eigentlich von der Frauenordination? Welche Stellung sollten wir in der Kirche haben?“
   Dazu antwortete der Papst:
   Ich möchte ein bisschen das erläutern, was ich über die Beteiligung der Frauen in der Kirche gesagt habe: man kann die Frau nicht auf die Rolle der Messdienerin oder der Caritas-Präsidentin oder Katechetin beschränken… Nein! Es braucht mehr, aber vertieft mehr, auch auf mystischer Ebene mehr. Das ist das, was ich über die Theologie der Frau gesagt habe. Zur Frauenordination hat sich die Kirche bereits geäußert und sagt: „Nein“. Das hat Johannes Paul II. gesagt und zwar mit einer abschließenden Erklärung. Dieses Thema ist beendet, also jene Tür ist zu. Doch dazu möchte ich dir etwas sagen: das habe ich bereits gesagt und ich wiederhole es nochmals: Die Muttergottes, Maria, war viel wichtiger als die Apostel oder als die Bischöfe und Diakonen oder Priester. Die Frau ist in der Kirche viel wichtiger als Bischöfe und Priester. Die Frage ist aber, wie können wir das besser hervorhe- ben. Ich glaube, da fehlt es an einer expliziten theologischen Antwort. Danke.“
   Nach weiteren Fragen kam nochmals das Thema „Frauen in der Kirche“ zur Sprache. Die Frage stellte Jean-Marie Guénois von der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ folgende Frage:
   „Sie haben gesagt, dass die Kirche ohne Frauen unfruchtbar wird. Welchen konkreten Maßnahmen möchten Sie stellen? Werden Sie beispielsweise das Frauendiakonat einführen oder die Leitung eines römischen Dikasteriums einer Frau anvertrauen?“
   Der Papst: „Die Kirche ohne Frauen ist wie das Apostolische Kollegium ohne Maria. Die Rolle der Frau in der Kirche beschränkt sich nicht nur auf die Mutterschaft, also Mutter einer Familie zu sein. Das ist viel mehr: es ist doch gerade die Ikone der Jungfrau, der Muttergottes, die der Kirche hilft, zu wachsen! Schaut, die Muttergottes ist doch viel wichtiger als die Apostel! Sie ist viel bedeutender! Die Kirche ist weiblich: die Kirche ist die Braut und sie ist die Mutter. Doch die Frau in der Kirche muss nicht nur… ich weiß nicht, wie man das auf Italienisch sagt… die Rolle der Frau in der Kirche darf sich nicht nur auf die Mutterrolle beschränken oder als Haushälterin, also etwas Eingeschränktes… Nein! Das ist etwas anderes! Denken wir an die Päpste… Paul VI. hat etwas ganz Schönes über Frauen geschrieben, doch ich denke wir müssen noch weiter gehen in der Erklärung, was diese Rolle und Charis- ma sein soll. Man kann die Kirche ohne Frauen nicht verstehen, also aktive Frauen in der Kirche, mit ihrem Profil, das sie voranbringt. Ich denke beispielsweise an etwas, was gar nichts mit der Kirche zu tun hat, aber es ist ein Beispiel aus der Geschichte: Das war in Lateinamerika, in Paraguay. Für mich ist die Frau aus Paraguay die glor- reichste Frau Lateinamerikas. Kommst du aus Paraguay? Nach dem Krieg gab es ein demographisches Verhältnis von acht Frauen auf jeweils einen Mann. Diese Frauen haben eine sehr schwere Entscheidung getroffen: Sie haben beschlossen Kinder zu bekommen, um ihr Vaterland, ihre Kultur, ihr Glaube und Sprache zu retten. In der Kirche müssen wir in dieser Perspektive denken: risikoreiche Entscheidungen treffen. Das muss genauer erläutert werden. Ich denke, wir haben noch keine tiefe Theologie der Frau in der Kirche gemacht. Heute kann sie ja nur Messdiener oder die Lesungen lesen oder sie ist Präsidentin der Caritas. Na ja, es gibt mehr! Wir brauchen eine tiefgründige Theologie der Frau. Das ist, was ich denke.“
   Zu Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe fragte die brasilianische Journalistin von REDE TV Patricia Zorzan:
   „Die Gesellschaft hat sich verändert, die Jugendlichen haben sich verändert und in Brasilien gibt es viele Jugend- liche. Sie haben nicht über die Abtreibung, über die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Personen gesprochen. In Brasilien wurde ein Gesetz beschlossen, mit dem das Recht auf Abtreibung erweitert und die gleichgeschlechtliche Ehe zugelassen wurde. Warum haben Sie nicht darüber gesprochen?“
   Papst Franziskus: „Die Kirche hat sich dazu bereits sehr klar geäußert. Es war nicht notwendig darauf zurück- zukommen, so wie ich auch nicht über Betrug, Lüge oder andere Dinge gesprochen habe, zu denen die Kirche eine klare Lehre hat!“
   Patricia Zorzan: „Aber es ist ein Argument, das die Jugendlichen interessiert…“
   Papst Franziskus: „Ja, doch es bestand keine Notwendigkeit darüber zu sprechen, sondern über positive Dinge, die den Weg für die Jugendlichen öffnen. Nicht wahr? Zudem wissen die Jugendlichen genau, was die Position der Kirche ist!“
   Patricia Zorzan: „Was ist die Position Ihrer Heiligkeit? Können Sie uns dazu etwas sagen?“
   Papst Franziskus: „Die der Kirche. Ich bin ein Sohn der Kirche!“
   Der italienische Vatikanist Andrea Tornielli fragte den Papst, was er denn in seiner schwarzen Aktentasche drin habe:
   „Heiliger Vater, ich habe vielleicht ein sehr indiskrete Frage: auf der ganzen Welt wurde das Foto gezeigt, als Sie nach Rio flogen. Man sieht Sie auf der Treppe zum Flugzeug und Sie tragen da eine schwarze Tasche. Weltweit wurde diese Neuheit kommentiert, also, dass der Papst mit dem Handgepäck ein Flugzeug betritt. Da gab es dann auch viele Spekulationen, was denn drin sein könnte. Deshalb möchte ich Sie fragen: erstens: weshalb haben Sie die schwarze Tasche getragen und nicht ein Begleiter, zweitens, könnten Sie uns sagen, was drin war?“
   Und dazu antwortete der Papst:
   „Es gab keinen Schlüssel für die Atombombe! Nun, ich habe die Tasche getragen, weil ich das immer getan habe. Wenn ich reise, habe ich immer eine Tasche bei mir. Und was war drin? Nun, der Rasierer, ein Brevier, eine Agenda und ein Buch. Ich hatte eins über die Heilige Teresina, die ich sehr bewundere. Ich habe immer Handgepäck bei meinen Reisen mitgeführt. Das ist doch normal. Wir müssen doch normal sein… ich weiß nicht… das ist für mich ein bisschen komisch, was du mir sagst. Ein Bild wird weltweit kommentiert, weil ich eine Tasche trage. Wir müssen uns gewöhnen, normal zu sein, ich meine das alltägliche des Lebens. Ich weiß nicht, Andrea, ob ich dir antworten konnte…“
   Die portugiesische Korrespondentin Aura Miguel von Radio Renascença fragte den Papst:
   „Heiliger Vater, ich wollte Sie gerne fragen, weshalb Sie so oft darum bitten, dass man für Sie betet. Das ist doch nicht normal, ich meine üblich, einen Papst zu hören, der so oft darum bittet, dass man für ihn bete.“
   Da sagte Franziskus:
   „Das habe ich immer getan. Als ich Priester wurde, hatte ich darum gebeten, für mich zu beten. Vielleicht war es anfangs nicht so oft wie jetzt. Sicherlich als Bischof habe ich das sehr oft getan. Ich fühle, dass der Herr nicht unbedingt bei der Arbeit des Bischofsamtes mithilft, um das Volk Gottes voranzubringen, einer allein kann nicht… Nun, ich fühle mich wirklich als einer, der viele Limiten hat, der viele Probleme hat aber auch ein Sünder ist – aber das wisst ihr ja selber! – und deshalb muss ich darum bitten. Nun, das kommt von innen! Auch der Muttergottes bitte ich jeweils, dass sie beim Herrn für mich betet. Das ist eine Gewöhnungssache, aber sie kommt vom Herzen und auch aus der Notwendigkeit, die mein Amt mit sich bringt. Ich fühle, dass ich darum bitten muss… ich weiß nicht, aber es ist so…“  RV130731mg

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Eine Retrospektive vom Weltjugendtag 2011 in Madrid. Fotobericht.

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   Das in Rot, Orange und Gelb gehaltene Logo des Weltjugendtages 2011 in Madrid zeigt eine Krone, über der sich ein rotes Kreuz befindet. Darunter steht „JMJ 2011 Madrid". Die Buchstaben stehen für „Jornada Mundial de la Juventud", die spanische Bezeichnung für Weltjugendtag. Der Gestalter des Logos, Jose Gil- Nogues, hatte den Angaben zufolge mit seinem Entwurf einen von der Erzdiözese Madrid ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Er erklärte, in der Krone sei ein „M” zu erkennen, das für Maria sowie für Madrid stehe. Das Symbol stehe außerdem für die Krone der Jungfrau von Almudena, die als Stadtpatronin Madrids verehrt wird. Das Kreuz machte das Motto des Weltjugendtags deutlich: „Verwurzelt und gegründet in Christus, fest im Glauben”.  DT090804kna

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Höhepunkte des Programms mit dem Papst

   Papst Benedikt XVI. erlebte ereignisreiche Tage in Madrid beim Weltjugendtag (WJT) vom 16.-21. August 2011. Der Papst landete mit einem Airbus das Alitalia am internationalen Flughafen von Barajas-Madrid. Hier bringen wir Fotos von seiner Ankunft und der Begrüßung durch König Juan Carlos .

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Foto links: Ministerpräsident José L. R. Zapatero begrüßt den Papst Foto rechts: König Juan Carlos I. mit Königin Sofia und Kardinal Ruoco Varela, Erzbischof von Madrid, am Flughafen Barajas-Madrid.

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Benedikt begeistert nicht nur die katholische Jugend.
Er kann auch die sozialistische Presse für sich einnehmen.

   Weder Hitze noch Sturm, nicht die brennende Sonne oder ein Sturzregen konnten dem größten Fest der katho- lischen Kirche etwas anhaben, das Spanien nach Angaben der Sicherheitskräfte je erlebte. Dabei musste Papst Benedikt XVI. bei der Nachtwache nach wenigen Worten seine Predigt unterbrechen. Eine Sturmböe hatte seine weiße Kopfbedeckung fortgeweht und ein Platzregen das Manuskript durchnässt, so dass er unter einem Schirm Zuflucht nehmen musste. Aber aufgeben wollte er nicht: „Ich bleibe hier." Nach bangen Minuten, nachdem ein Lichtmast umgefallen war, der ein paar Zelte zerstörte und zu kleineren Verletzungen wie Beinbrüchen führte, meldete sich der Moderator wieder: „Eines zunächst, der Papst ist sehr stolz auf euch." Und in den Jubel der Erleichterung rief der Papst: „Danke für eure Fröhlichkeit und eure Ausdauer. Ihr seid stärker als der Regen."
   Am Sonntagmorgen, schien wieder die Sonne in Cuatro Vientos, Madrids ältestem Flughafen, und die Pfützen waren verschwunden. Hunderttausende hatten die Nacht über auf dem Gelände ausgeharrt. Mehr als 1,5 Millionen Menschen feierten die Sonntagsmesse, die Benedikt als den Höhepunkt des Weltjugendtags bezeichnete. Sie war zugleich Abschied und Aussendung zurück in die 193 Länder, aus denen die Jugendlichen gekommen waren. Nach Tagen der Gemeinschaft forderte Benedikt sie auf, Jesus auch zu Hause zum Zentrum des Lebens zu machen; „das aber heißt in Gemeinschaft mit der Kirche. Wir können Jesus nicht alleine folgen." Jeder, der sein religiöses Leben individualistisch gehe, „riskiert, Jesus nicht wirklich zu treffen". Der Papst forderte die Jugend auf, „die Kirche zu lieben, die eurem Glauben zum Leben verhalf". Die Jugendlichen sollten daheim aktiv am Leben der Gemeinden teilnehmen und damit in „Freundschaft mit Jesus" leben.
   Still und aufmerksam lauschten die Pilger den Worten des Papstes. Noch einmal war am letzten Tag ihr Hunger nach Wegweisung und Erklärungen spürbar. Nach Meditation, Fürbitten und Gebet folgte ihr Jubel mit dem Be- kenntnis: Esta es la juventud del Papa- „Das ist die Jugend des Papstes". Stanislaw Kardinal Rylko, der polnische Präsident des Laienrats in der Kurie, nahm das zum Abschluss der Messe auf und sagte dem Papst: „Die jungen Leute sehen in Ihnen stets einen wirklichen Vater, der sie liebt, und einen Lehrer für ihren eigenen Glauben." Rylko dankte Benedikt für das „kostbare Geschenk des „Youcats" - dem offiziellen Jugendkatechismus der katholi- schen Kirche -, den die jungen Leute in ihren Pilgerrucksäcken bei ihrer Anmeldung in Madrid vorfanden, und zitier- te aus dem päpstlichen Vorwort: „Studiert diesen Katechismus! Das ist mein Herzenswunsch. Dieser Katechismus redet euch nicht nach dem Mund. Er macht es euch nicht leicht. Er fordert nämlich ein neues Leben. Ihr müsst euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem seines Computers. Ihr müsst ihn ver- stehen wie ein guter Musiker sein Stück." Die Pilger spendeten daraufhin Beifall.
  Auf Initiative von vier deutschen Katholiken und unter „Stabführung" des Erzbischofs von Wien, Christoph Schön- born, war mit Jugendlichen aus gläubigen Familien im vergangenen Jahr der Katechismus der katholischen Kirche jugendfreundlicher umgestaltet und im März 1911 vorgestellt worden. Auf präzise Fragen (Wozu sind wir auf der Erde? Was geschieht in der Taufe?) folgen konkrete Antworten, erklärt durch Zitate aus Bibel, Philosophie und Li- teratur. Dies Nachschlagewerk wurde nach Aussagen von Bernhard Meuser, einem der vier deutschen Katholiken, für den Weltjugendtag in 700.000 Exemplaren und mehreren Sprachen gedruckt. Auch wenn offenbar die Deut- sche Bischofskonferenz den „Youcat" noch nicht einvernehmlich angenommen hat und die spanischen Bischöfe ihn den Jugendlichen sogar zunächst vorenthalten wollten, der Papst und in seiner römischen Kurie vor allem Kardinal Rylko sowie der Präsident des Rats zur Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, wollen den „Youcat" welt- weit verbreiten.
   „Die Jugendlichen von heute sind professionell. Die wollen kein Geschwafel und frömmelndes Gesäusel, sondern konkrete Antworten", begründet Meuser in Madrid die Zustimmung für den „Youcat". Dafür ist dieser Papst zu ha- ben. Sein Programm der Neuevangelisierung will diesen Hunger stillen, und der Weltjugendtag kam ihm gerade recht. Er bot dem 84 Jahre alten Mann die Chance, „mit der Jugend einen Bund zu schließen, um die Alten und Regierenden auf dieser Welt dazu zu bringen, endlich nicht weiter Schulden und Schmutz zu produzieren", lautet ein Internetbeitrag zum Jugendtag, „sondern die Schöpfung für die nächsten Generationen zu retten". Der Papst trat aber auch speziell für Spaniens Kirche als Lehrer auf; denn viele der dortigen Bischöfe haben sich offenbar noch immer nicht eindeutig von ihrer früheren Nähe zum Diktator Franco distanziert und nicht zu einem ent- schiedenen Kampf gegen den Eta-Terrorismus gefunden.
   In Vorbereitung seiner Spanien-Reise hatte sich Benedikt mit dem Schutzheiligen des spanischen Klerus, Johannes von Avila, befasst. Daraufhin kündigte er jetzt zur Überraschung der örtlichen Bischöfe und seiner Kurie an, er wolle demnächst den aus einer jüdischen Familie stammenden Theologen und Prediger aus dem 16. Jahr- hundert mit dem Titel Kirchenlehrer ehren. Mit diesem Titel werden jene ausgezeichnet, die mit ihren Schriften in besonderem Maß der Kirche gedient haben. Derzeit gibt es 33 Kirchenlehrer, darunter drei Frauen. Zuletzt wurde 1997 die heilige Therese von Lisieux durch Papst Johannes Paul II. geehrt. Er hoffe, dass das Wort und die Spiritualität Johannes von Avilas „alle Priester" erleuchten werde, sagte der Papst.
   Vor allem die sozialistische Presse hatte den Papst mit Kritik empfangen. Sie entließ ihn mit Achtung und würdigte Benedikt XVI. als „Verkaufsschlager". Auf dem Flughafen am Sonntagabend konnte Benedikt erleichtert gestehen: „Der Papst hat sich in Spanien zu Hause gefühlt. Ich verlasse Spanien froh und gegenüber jedermann dankbar." Aber zugleich drängte er „Bischöfe, Priester und besonders religiöse und christliche Erzieher, für diese jungen Menschen zu sorgen, die mit Begeisterung auf Gottes Wort hören wollen. Es gibt keinen Grund, den Mut zu verlieren trotz der verschiedenen Probleme in verschiedenen Ländern." Abschließend sagte Papst Benedikt, er werde „vor allem für verheiratete Paare beten, die verschiedene Schwierigkeiten haben". FAZ110822JörgBremer

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Foto: “Danke für Dein Kommen!” - Weltjugendtag 2011

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Foto links:  Rund 16.500 deutsche Jugendliche reisten nach Madrid zum XXIII. Weltjugendtag Mitte August 2011.
Am Schlussgottesdienst nahmen 1,5 Millionen junge Menschen teil. Foto rechts: Madrid - “Wir hören auf Dich!”

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   Ob Ibiza, Granada, Pamplona oder Barcelona: Die Jugendlichen haben zunächst bei den „Tagen der Begegnung“ in den spanischen Bistümern Land und Glauben der Iberer kennen lernen. Am Montag (15. August) kamen dann alle in Madrid zusammen. Die Höhepunkte dort: der Kreuzweg (19. August), die nächtliche Vigilfeier (20. August) und die Messfeier am Sonntag (21. August) mit Papst Benedikt XVI. auf dem Gelände eines Militärflughafens etwas außerhalb von Madrid. Außerdem: ein buntes Programm aus Workshops, Konzerten, Katechesen mit Bischö- fen, Gebeten und Gottesdiensten.
   Der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode, Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonfe- renz, bezeichnet den von Papst Johannes Paul II. 1984 ins Leben gerufenen Weltjugendtag als „Erfolgsge- schichte“. „Der Weltjugendtag ist ein hoch geschätztes Fest des Glaubens, ein Fest der Jugend und ein Fest der Welt“, so Bischof Bode bei der Vorstellung des Programms in Köln. Er sei auch ein Pilgerweg der Kirche im Ganzen – auf der Suche nach der eigenen Mitte und den eigenen Wurzeln, erläuterte der Bischof das WJT-Motto: „Ver- wurzelt in Jesus Christus, und auf ihn gegründet, fest im Glauben“ Kol 2,7. Der Papst sei dabei ein besonders wichtiger Zeuge des Glaubens und ein Zeichen der Einheit und der Vielfalt der Menschen. „In ihm bekommt die Kirche für junge Menschen ein Gesicht, seine authentische Persönlichkeit spricht junge Leute sehr an“. Für junge Menschen sei der WJT eine „große, friedliche, fröhliche, internationale und emotionale Glaubensparty“, ergänzt Pfarrer Simon Rapp, Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend. Jugendliche aus der ganzen Welt würden Tausende Kilometer reisen, um „sich im Namen Jesu Christi zu versammeln“, um zu feiern, Jugendliche aus anderen Ländern kennen zu lernen, zu beten und sich im Glauben stärken lassen, so Rapp.
   22 deutsche Bischöfe aus 19 Diözesen werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Großereignis begleiten. Die meisten deutschen Pilgerinnen und Pilger sind zwischen 16 und 25 Jahre alt. Zum Vergleich: Nach Sydney pilgerten 2008 insgesamt 6.000 Deutsche, ebenso wie im Jahr 2002 nach Toronto. Vdbk110714sk

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„Niemand kann euch den Frieden nehmen“
Papst Benedikt XVI. reist in ein krisengeschütteltes Spanien und spricht der Jugend Mut zu
  
Zehn Minuten vor zwölf und damit zehn Minuten früher als erwartet landete Papst Benedikt XVI. auf dem Madri- der Flughafen Barajas und erwies damit der oft bemühten deutschen Pünktlichkeit alle Ehre. Bis zum Sonntag, exakt 79 Stunden, hat der Papst mit 1,5 Millionen Jugendlichen den 26. Weltjugendtag in der spanischen Haupt- stadt begangen. Zum Empfang des Kirchenoberhaupts wartete nicht nur das Königspaar, die gesamte spanische Regierung und mehrere tausend jubelnde Pilger, sondern auch eine halbe Hundertschaft von Kindern im Alter von acht bis 13 Jahren. Sie waren zu Ehren des Papstes in der Tracht der Schweizergarde erschienen. Der Papst fühlte sich trotz hoher Temperaturen sichtlich wohl und lächelte, als er in Begleitung des Königspaares zur Empfangs- halle schritt.
Katholiken sollen auch in Zeiten der Krise bei ihrem Glauben bleiben
   Die Willkommenszeremonie verlief ganz nach Protokoll, allerdings musste sich der Monarch Juan Carlos nach seiner Knieoperation vom Juni auf einen Stock stützten. Beide Würdenträger waren sich bei ihren Ansprachen einig, dass die junge Generation eine schwere Krise durchlebt. „Die Jugend von heute steht vor vielen Heraus- forderungen, und sie braucht Werte, um aus der gegenwärtigen Krise zu finden", so der Papst bei seiner Rede, die er erstaunlich akzentfrei auf Spanisch hielt. Er rief die Katholiken auf, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, Um- weltzerstörung und Gewalt bei ihrem Glauben zu bleiben. „Niemand kann euch den Frieden nehmen. Schämt euch nicht des Herrn." Seine Rede wurde immer wieder von Applaus unterbrochen. Bereits auf dem Flug nach Madrid hatte der Papst ein allein auf den Profit ausgerichtetes Denken in der Wirtschaft kritisiert. Das sei die Ursache für die derzeitige Krise. „Der Mensch muss im Mittelpunkt der Wirtschaft stehen", forderte Benedikt XVI., „und die Wirtschaft darf nicht nur auf Gewinnmaximierung aus sein, sondern muss auch das Wohl der Gemeinschaft berück- sichtigen."
  Sogar der sozialistische Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero war zum Empfang erschienen. Bei der letz- ten Papstvisite in Barcelona vor neun Monaten hatte er Termingründe vorgeschoben, um der Begrüßung des Kir- chenoberhaupts fernbleiben zu können. Immer wieder hatte die Amtskirche die Gesetze seiner Regierung, dar- unter die Einführung der Homo-Ehe, die Novellierung des Abtreibungsrechts oder die Blitzscheidung als „kirchen- feindlich" eingestuft. Jetzt schlugen beide Seiten versöhnliche Töne an. In der ersten Ansprache von Benedikt XVI. fehlte jeglicher Seitenhieb auf die Sozialisten. Die wiederum hatten das für diese Legislaturperiode geplante Ge- setz zur Sterbehilfe auf die lange Bank geschoben, um Rom nicht unnötig zu provozieren.
   Die Pilgertrupps in ihren gelb-roten Rucksäcken wollen einfach nur den Papst sehen. Dafür sind sie bereit, jede Strapaze auf sich zu nehmen. Picknick auf dem Gehsteig bei 35 Grad im Schatten, stundenlanges Anstehen für das offizielle Begrüßungspaket und wenig Zeit zum Ausruhen auf harten Turnhallenböden, das nehmen die jungen Leute gerne in Kauf.
    Auch die 16.000 deutschen Pilger, die in der Hauptstadt weilen, zeigten ihre Euphorie. „Willkommen, wir lieben dich" hieß es auf einem zehn Meter langen Transparent, das über die Brücke über der Madrider Prachtstraße Paseo de la Castellana gespannt war. Erfindungsreich waren einige der Jugendlichen, wenn es darum ging, Tradition und Fortschritt unter einen Hut zu bringen. „Einer brachte mir zur Beichte ein iPhone mit der gesamten Sündenliste", so ein amerikanischer Pfarrer, der im Madrider Retiropark die Beichte abnimmt, „Die Begeisterung ist ansteckend, es ist hier so gigantisch wie bei den Olympischen Spielen", so Covadonga Berjön, eine der Moderatorinnen auf dem Weltjugendtag. „Wie man auch immer zum Glauben steht, man muss sich einfach fragen, was so viele Menschen hier zusammenführt." Höhepunkt des Weltjugendtags war eine Messe unter freiem Himmel auf dem Madrider Flughafen Cuatro Vientos. HA110819UteMüller

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Fotos oben und unten: In Madrids Buen-Retiro-Park wurden 200 mobile Beichtstühle aufgestellt. Das Bekennen der Sünden schenkt Vergebung.

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Vollkommener Ablass für Weltjugendtagsbesucher
   Die Besucher des Weltjugendtags  konnten einen Ablass ihrer zeitlichen Sündenstrafen erhalten. Einem vom Vatikan veröffentlichten Dekret der Apostolischen Pönitentiarie zufolge erhält einen vollkommenen Ablass, wer mit einer entsprechenden Gesinnung an den geistlichen Veranstaltungen des Weltjugendtags und am Abschluss- gottesdienst teilnahm. Voraussetzungen sind der Empfang des Bußsakraments und der Kommunion sowie ein Gebet nach der Intention des Papstes. DT080710kna~

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Eröffnung des Weltjugendtages in Madrid. Begrüßungsrede des Papstes im Volltext
Eure Majestäten! Verehrter Herr Kardinalerzbischof von Madrid! Meine Herren Kardinäle!
Verehrte Brüder im Bischofs- und Priesteramt!
Sehr geehrte Repräsentanten des Staates, der Region und der Stadt Madrid!
Liebe Brüder und Schwestern von Madrid und ganz Spanien!
  Majestät, ich danke Ihnen, dass Sie gemeinsam mit der Königin hier zugegen sind und mich mit Ihren so ehr- erbietigen und freundlichen Worten willkommen geheißen haben. Diese Worte erinnern mich an die unvergess- lichen Zeichen der Sympathie, die mir auf meinen früheren Apostolischen Reisen nach Spanien entgegen-ebracht wurden, insbesondere auf meiner letzten Reise nach Santiago de Compostela und nach Barcelona. Sehr herzlich grüße ich alle Anwesenden hier in Barajas und alle, die diese Zeremonie über Radio und Fernsehen mit verfolgen. Besonderer Dank gilt ebenso allen, die mit großem Einsatz und Hingabe im kirchlichen und weltlichen Bereich ihren Beitrag und ihre Arbeit geleistet haben, damit dieser Weltjugendtag in Madrid gut verlaufen und reiche Frucht bringen kann.
   Von ganzem Herzen möchte ich auch für die Gastfreundschaft vieler Familien, Pfarreien, Studentenheime und anderer Einrichtungen danken, welche die Jugendlichen aus aller Welt aufgenommen haben – zunächst in den verschiedenen Regionen und Städten Spaniens und jetzt in der großen Weltstadt Madrid, deren Tore stets offen stehen.
   Ich komme hierher, um Tausende von Jugendlichen aus aller Welt zu treffen – Katholiken wie auch Menschen, die an Christus interessiert oder auf der Suche nach der Wahrheit sind, die ihrem Leben echten Sinn gibt. Ich komme als Nachfolger Petri, der einige Tage mit intensivem pastoralen Wirken verbringt, um alle im Glauben zu stärken und um zu verkünden, dass Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist; um einen Anstoß für die Aufgabe zu geben, das Reich Gottes in der Welt, unter uns aufzubauen; um die Jugendlichen zu ermuntern, Christus, dem Freund, persönlich zu begegnen und so, in Ihm verwurzelt, zu seinen treuen Jüngern und mutigen Zeugen zu werden. . . .

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   . . . Warum und wozu ist diese große Zahl an Jugendlichen nach Madrid gekommen? Wenngleich die Jugend- lichen selbst die Antwort geben sollten, kann man sich gut vorstellen, dass sie das Wort Gottes hören wollen, wie ihnen im Motto dieses Weltjugendtags vorgeschlagen wurde, um so, in Christus verwurzelt und auf ihn gegründet, die Festigkeit ihres Glaubens zum Ausdruck zu bringen.
   Viele von ihnen haben die Stimme Gottes vernommen, vielleicht nur wie ein sanftes Säuseln, das sie dazu be- wegt hat, ihn eifriger zu suchen und mit anderen die Erfahrung der Kraft zu teilen, die Er in ihrem Leben hat. Diese Entdeckung des lebendigen Gottes belebt die Jugendlichen und öffnet ihre Augen für die Herausforderungen der Welt, in der sie leben, mit ihren Grenzen und Chancen. Sie sehen Oberflächlichkeit, Konsumismus und Hedonismus vorherrschen, sie nehmen eine große Banalität im Umgang mit der Sexualität, großen Mangel an Solidarität und viel Korruption wahr. Sie wissen, dass es ohne Gott schwierig ist, diesen Herausforderungen zu begegnen und wirklich glücklich zu sein, obgleich sie sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, ein authentisches Leben zu führen. Aber mit Ihm an ihrer Seite werden sie Licht auf dem Weg und Grund zur Hoffnung haben und sich nicht von ihren größten Idealen abhalten lassen, die ihren großherzigen Einsatz zum Aufbau einer Gesellschaft motivieren, in der die Würde des Menschen und echte Brüderlichkeit respektiert werden. Hier auf diesem Weltjugendtag haben sie eine besondere Gelegenheit, ihre Ideen zusammenzutragen, den Reichtum ihrer Kulturen und Erfahrungen gegenseitig auszutauschen, einander auf dem Glau- bens- und Lebensweg Mut zu machen, auf dem sich manche alleine oder in ihrem täglichen Umfeld unbeachtet fühlen. Aber nein, sie sind nicht allein. Viele ihrer Altersgenossen teilen dieselben Ziele. In vollem Vertrauen auf Christus wissen sie, dass wirklich eine Zukunft vor ihnen liegt, und fürchten nicht die verbindlichen Entschei- dungen, die das ganzen Leben ausfüllen. Deswegen ist es für mich eine große Freude, ihnen zu- zuhören, gemeinsam mit ihnen zu beten und die Eucharistie zu feiern. Der Weltjugendtag bringt uns eine Botschaft der Hoffnung – wie eine Brise reiner und jugendlich frischer Luft – mit einem Hauch der Erneuerung, der uns im Hinblick auf die Zukunft der Kirche und der Welt mit Zuversicht erfüllt. . . .

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   . . . Gewiss fehlt es nicht an Schwierigkeiten. An vielen Orten der Welt gibt es Spannungen und offene Auseinandersetzungen, bis hin zu Blutvergießen. Die Gerechtigkeit und der hohe Wert der menschlichen Person werden leicht egoistischen, materiellen und ideologischen Interessen untergeordnet. Nicht immer achtet man in gebührender Weise die Umwelt und die Natur, die Gott mit großer Liebe erschaffen hat. Außerdem schauen viele Jugendliche mit Sorge in die Zukunft angesichts der Schwierigkeit, eine würdige Arbeit zu finden, beziehungsweise weil sie ihre Arbeit verloren haben oder ihr Arbeitsplatz unsicher ist. Andere bedürfen des vorbeugenden Schutzes, um nicht in die Fänge der Droge zu geraten, oder wirkungs- voller Hilfe, wenn sie darin leider schon verstrickt sind. Nicht wenige erleiden wegen ihres Glaubens an Christus Diskriminierung, die in bestimmten Regionen und Ländern bis zu Verachtung und offener oder heimlicher Verfolgung geht. Man verfolgt sie, indem man sie von Ihm entfernen will: Im öffentlichen Leben werden ihnen die Zeichen seiner Gegenwart genommen und wird sogar sein heiliger Name verschwiegen. Dagegen möchte ich den jungen Menschen mit aller Kraft meines Herzens sagen: Nichts und niemand nehme euch den Frieden; schämt euch nicht des Herrn. Er hatte keine Vorbehalte, einer wie wir zu werden und an unseren Sorgen teilzunehmen, um sie zu Gott zu tragen, und so hat er uns erlöst.
   In diesem Zusammenhang ist es vordringlich, den jugendlichen Jüngern Jesu zu helfen, fest im Glauben zu bleiben und das wunderbare Abenteuer auf sich zu nehmen, den Glauben zu verkünden und mit dem eigenen Leben offen zu bezeugen. Es geht um ein mutiges Zeugnis, voll Liebe zum Mitmenschen, entschieden und klug zugleich, ohne die eigene christliche Identität zu verleugnen, in einem Klima des respektvollen Miteinanders gegenüber anderen legitimen Überzeugungen, wo gleichzeitig der gebührende Respekt vor den eigenen Überzeugungen eingefordert wird. . . .

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   . . . Majestät, nochmals danke ich Ihnen für den ehrerbietigen Gruß, mit dem Sie mich willkommen geheißen haben. Ebenso möchte ich allen Menschen in Spanien meine Wertschätzung und Verbundenheit zum Ausdruck bringen wie auch meine Bewunderung für ein Land, das so reich an Geschichte und Kultur ist, und für die Lebendigkeit seines Glaubens. Dieser hat zu allen Zeiten Frucht getragen in vielen Heiligen, in zahlreichen Männern und Frauen, die ihre Heimat verlassen und das Evangelium in jeden Winkel der Erde gebracht haben, sowie in aufrechten, solidarischen und gütigen Menschen im ganzen Land. Dies ist ein großer Schatz, und sicher lohnt es sich, ihn mit bejahender Einstellung zu pflegen für das Gemeinwohl heute und um eine erfreuliche Perspektive für die Zukunft der jungen Generationen bieten zu können. Obschon es gegenwärtig Anlass zu Sorge gibt, ist der Eifer der Spanier stärker, diese mit der für sie charakteristischen Dynamik zu überwinden, zu der auch die tiefen, im Laufe der Jahrhunderte sehr fruchtbaren christlichen Wurzeln beitragen.
  Sehr herzlich grüße ich hier schon jetzt alle lieben spanischen und Madrider Freunde wie auch jene, die aus vielen anderen Ländern gekommen sind. In diesen Tagen bin ich bei euch; zugleich denke ich auch an alle Jugendlichen weltweit, besonders an jene, die Prüfungen verschiedener Art durchmachen. Ich vertraue dieses Treffen der seligen Jungfrau Maria und der Fürsprache der heiligen Patrone dieses Weltjugendtages an und bitte den Herrn um seinen beständigen Schutz und Segen für die Söhne und Töchter Spaniens. Vielen Dank. Rv111808gs

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Papstpredigt im Schlussgottesdienstes Weltjugendtages 2011 in Madrid im Wortlaut
Liebe junge Freunde!
   Mit dieser Eucharistiefeier kommen wir zum Höhepunkt dieses Weltjugendtages. Wenn ich euch hier sehe, die ihr in großer Zahl aus allen Teilen der Welt gekommen seid, füllt sich mein Herz mit Freude und denkt zugleich an die besondere Liebe, mit der Jesus auf euch blickt. Ja, der Herr liebt euch, und er nennt euch seine Freunde vgl. Joh 15,15. Er kommt euch entgegen und will euch auf eurem Weg begleiten, um euch die Türen zu einem erfüllten Leben zu öffnen und euch an seiner innigen Beziehung zum Vater teilhaben zu lassen. Im Bewusstsein der Größe seiner Liebe wollen wir unsererseits diesem Ausdruck der Zuneigung großzügig mit dem Vorsatz entsprechen, die Freude, die wir empfangen haben, auch mit den anderen zu teilen. Es gibt heutzutage gewiss viele, die sich von der Gestalt Christi angezogen fühlen und ihn besser kennenlernen möchten. Sie spüren, dass er die Antwort auf vieles ist, was sie persönlich bewegt. Aber wer ist er wirklich? Wie kann einer, der vor so vielen Jahren auf der Erde gelebt hat, mit mir heute etwas zu tun haben?
   Im Evangelium, das wir gehört haben vgl. Mt 16,13-20, sehen wir zwei unterschiedliche Weisen dargestellt, Christus zu erkennen. Die erste Form würde in einem äußerlichen Kennenlernen bestehen, das von der gängigen Meinung geprägt ist. Auf die Frage Jesu: „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“, antworten die Jünger: „Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten“. Das heißt, man hält Christus für eine weitere religiöse Persönlichkeit neben den bereits bekannten. Danach wendet sich Jesus persönlich an die Jünger und fragt sie: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Petrus antwortet mit den Worten, die das erste Glaubensbekenntnis darstellen: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Der Glaube geht weit über die rein empirischen oder historischen Daten hinaus und ist imstande, das Geheimnis der Person Christi in ihrer Tiefe zu erfassen.
   Aber der Glaube ist nicht Frucht der menschlichen Anstrengung, nicht Ergebnis der Vernunft, sondern er ist ein Geschenk Gottes: „Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ Er hat seinen Ursprung in der Initiative Gottes, die uns sein Innerstes enthüllt und uns zur Teilhabe an seinem göttlichen Leben einlädt. Der Glaube liefert nicht nur irgendeine Information über die Identität Christi, sondern er setzt eine persönliche Beziehung zu ihm voraus, die Zustimmung der ganzen Person mit ihrem Verstand, ihrem Willen und ihren Gefühlen zur Selbstoffenbarung Gottes. So spornt die Frage Jesu: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ die Jünger eigentlich dazu an, hinsichtlich der Beziehung zu ihm eine persönliche Entschei- dung zu treffen. Glaube und Nachfolge Christi hängen eng zusammen. Da der Glaube voraussetzt, dass man dem Meister nachfolgt, muss er gefestigt werden und wachsen, tiefer und reifer werden in dem Maße, in dem die Beziehung zu Jesus, die Vertrautheit mit ihm intensiver und stärker wird. Auch Petrus und die anderen Apostel mussten diesen Weg gehen, bis ihnen die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn die Augen zu einem vollen Glauben öffnete.
   Liebe junge Freunde, auch heute wendet sich Christus an euch mit derselben Frage, die er an die Apostel gerichtet hat: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Antwortet ihm großzügig und mutig, wie es einem jugendlichen Herzen wie dem euren entspricht. Sagt zu ihm: Jesus, ich weiß, dass du der Sohn Gottes bist, der sein Leben für mich hingegeben hat. Ich will dir in Treue folgen und mich von deinem Wort leiten lassen. Du kennst mich und liebst mich. Ich vertraue dir und lege mein ganzes Leben in deine Hände. Ich möchte, dass du die Kraft bist, die mich trägt, die Freude, die mich nie verlässt.
   In seiner Antwort auf das Bekenntnis des Petrus spricht Jesus von der Kirche: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ Was bedeutet das? Jesus errichtet die Kirche auf dem Felsen des Glaubens des Petrus, der die Göttlichkeit Christi bekennt. Gewiss, die Kirche ist keine rein menschliche Einrichtung wie irgendeine andere, sondern sie ist eng mit Gott verbunden. Christus selbst bezieht sich auf sie als „seine“ Kirche. Man kann Christus nicht von der Kirche trennen, so wie man den Kopf nicht vom Leib trennen kann vgl. 1 Kor 12,12. Die Kirche lebt nicht von sich selbst, sondern vom Herrn. Er ist in ihrer Mitte gegenwärtig und gibt ihr Leben, Nahrung und Kraft.
   Liebe junge Freunde, erlaubt mir, euch als Nachfolger des Petrus dazu aufzufordern, diesen Glauben, der seit den Aposteln an uns weitergegeben worden ist, zu festigen und Christus, den Sohn Gottes, in das Zentrum eures Lebens zu stellen. Lasst mich aber euch auch daran erinnern, dass Jesus im Glauben nachfolgen heißt, in der Ge- meinschaft der Kirche mit ihm zu gehen. Man kann Jesus nicht allein folgen. Wer der Versuchung nachgibt, „auf seine eigene Weise“ Jesus zu folgen oder den Glauben entsprechend der in der Gesellschaft vorherrschenden individualistischen Auffassung zu leben, läuft Gefahr, Jesus Christus niemals zu begegnen oder letztlich einem Zerrbild von ihm zu folgen.
   Glauben haben heißt, dass du dich auf den Glauben deiner Brüder stützt, und dein Glaube ist Stütze für den Glauben der anderen. Ich bitte euch, liebe Freunde: Liebt die Kirche, die euch zum Glauben geboren hat, die euch geholfen hat, Christus besser kennenzulernen, die euch die Schönheit seiner Liebe entdecken ließ. Für das Wachsen eurer Freundschaft mit Christus kommt es entscheidend darauf an, dass ihr die grundlegende Bedeutung eurer freudigen Einbindung in die Pfarreien, Gemeinden und Bewegungen ebenso anerkennt wie die Teilnahme an der Eucharistie an jedem Sonntag, den häufigen Empfang des Sakraments der Versöhnung, die regelmäßige Anbetung und die regelmäßige Betrachtung des Wortes Gottes.
   Aus dieser Freundschaft mit Jesus wird auch der Impuls dazu hervorgehen, in den verschiedensten Bereichen Zeugnis vom Glauben zu geben, einschließlich dort, wo Ablehnung oder Gleichgültigkeit herrschen. Es ist nicht möglich, Christus zu begegnen und ihn nicht den anderen bekannt zu machen. Bewahrt also Christus nicht für euch selbst! Teilt eure Glaubensfreude den anderen mit! Die Welt braucht das Zeugnis eures Glaubens, sie hat Gott gewiss nötig. Ich meine, dass eure Anwesenheit hier – junge Menschen aus den fünf Kontinenten – ein wunderbarer Beweis für die Fruchtbarkeit des Auftrags Christi an die Kirche ist: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“Mk 16,15. Auch euch obliegt die außerordentliche Aufgabe, Jün- ger und Missionare Christi in anderen Gegenden und Ländern zu sein, wo es viele junge Menschen gibt, die nach Größerem streben und in ihrem Herzen die Möglichkeit von echteren Werten ausmachen, sich dabei aber nicht von den falschen Verlockungen einer Lebensweise ohne Gott verführen lassen.
   Liebe junge Freunde, ich bete für euch mit aller Zuneigung meines Herzens. Ich vertraue euch der Jungfrau Maria an, dass sie euch immer mit ihrer mütterlichen Fürsprache begleite und euch die Treue zum Wort Gottes lehre. Ich bitte euch auch, für den Papst zu beten, dass er als Nachfolger des Petrus seine Brüder im Glauben weiter stärken kann. Dass wir alle in der Kirche, Hirten und Gläubige, jeden Tag dem Herrn näher kommen, damit wir in der Heiligkeit des Lebens wachsen und so ein wirksames Zeugnis davon geben, dass Jesus Christus wirklich der Sohn Gottes ist, der Erlöser aller Menschen und die lebendige Quelle ihrer Hoffnung. Amen. Rv110821

 Kardinal Antonbio Maria Rouco Varela: “Ein Segen für die Welt”    y-1-cd.AntoniaMariaRoucoVar

Ein Hauch von Sommerzauber im winterlichen München: Weltjugendtags-Nachtreffen mit dem Madrider Kardinal Rouco Varela begegnete an seinem früheren Studienort München Vertretern geistlicher Bewegungen.  Am Vor- abend des Gaudete-Sonntags wurde im Karmelitersaal in der Münchner Innenstadt noch einmal ein spanisches Sommermärchen gegenwärtig: der Weltjugendtag 2011 in Madrid.

   Weltjugendtags-Vortreffen sind schon länger Tradition, aber ein Nachtreffen hatte es so noch nie gegeben. Kardinal Varela (75), der Erzbischof von Madrid, war eigens aus Spanien angereist, um zusammen mit all den Ju- gendlichen zurückzublicken, die sich auf Einladung des Erzbischöflichen Jugendamtes versammelt hatten. Organi- siert und gestaltet wurde das Treffen von Vertretern der geistlichen Gemeinschaft Cruzadas de Santa Maria, der Jugend 2000, der Comunione e Liberazione und des Neokatechumenalen Wegs. Vier Monate ist es nun her und dass vier Monate eine lange Zeit sind, merkte man sofort, denn auch wenn 99 Prozent der Anwesenden in Madrid dabei gewesen sind, war die Stimmung anfangs noch sehr „deutsch". Aber die Musikgruppe gab ihr Bestes, mit all den Klassikern der vergangenen Weltjugendtage, und bald schon spürte man wieder etwas von der sagenhaften Stimmung, die diesen Sommer so verzaubert hat.
   Eine zentrale Frage, die auch dem Heiligen Vater nur allzu oft gestellt wurde, lautet: „Warum macht ihr so was? Was soll das bringen, ein Weltjugendtag?". Konkret: was hat sie uns gebracht, die Zeit vom 16. bis zum 21. August 2011, als fast zwei Millionen Jugendliche aus der ganzen Welt unter dem Leitmotto „In Christus verwurzelt und auf ihn gegründet, fest im Glauben" in Madrid zusammenfanden? Sich dessen bewusst zu werden, war Ziel dieses Nachtreffens.
   Die Zeit vor dem Eintreffen des Ehrengastes füllten die Moderatorinnen mit einer Präsentation eindrucksvoller Bilder, womit man das Erlebte wieder hautnah vor Augen sah. Nach der Begrüßung von Daniel Lerch, dem Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes, wandte sich Kardinal Rouco humorvoll und in sehr flüssigem Deutsch an die Jugendlichen. Um es mit den Worten des Heiligen Vaters zu sagen, sei dieser Weltjugendtag in jeder Hinsicht eine,cascada de la luz' gewesen, ein „Wasserfall aus Licht".
  Viele hätten in diesen Tagen Sinn und Wahrheit ihres Lebens entdecken dürfen. Viele seien bekehrt worden, vor allem in dieser schrecklichen Nacht auf dem Cuatro-Vientos-Feld. Rouco sprach Klartext: „Das war der Teufel, der ganz gewaltig angegriffen hat, denn was sich da zusammengebraut hat, das war das einzige Gewitter im ganzen Sommer." Auch der Papst habe trotz seines Alters zusammen mit den Jugendlichen ausgeharrt. Das gemeinsam durchzustehen hatte auf alle großen Eindruck gemacht und dazu die Erkenntnis, dass wer glaubt, wirklich nie allein ist.
   Gott lässt uns nie im Stich, auch wenn es noch so brenzlig aussieht. Vielen hat dies die Kraft gegeben, Gott ihr Leben zu schenken. Der Kardinal hob hervor, dass 1.420.000 junge Christen auf dem Cuatro-Vientos-Feld regi- striert worden seien. Wenn von diesen eineinhalb Millionen auch nur 20.000 Priester würden, 20.000 Ordensleute und vielleicht 30.000 jetzt den Weg einer christlichen Ehe gingen, dann wäre das bereits ein großartiger Traum und ein Segen für diese Welt. Denn die Welt brauche glaubhafte Zeugen für die Wahrheit der Kirche, wie kostbar seien also die jungen Menschen, die sich für Christus entscheiden und mit ihrem Leben Zeugnis von der Freude geben, die sie in ihm erfahren dürfen. Menschen, die erkennen „wir brauchen die Kirche und die Kirche braucht uns". Für wie viele haben sich entscheidende Lebensfragen auf dem Weltjugendtag gelöst.
   Ganz Madrid sei wie verwandelt gewesen, berichtete Kardinal Rouco. Alle konnten sehen: Die Welt ist gar nicht so schlecht. Ja, diese Welt habe sehen können, dass eine andere Gesellschaft möglich ist, nämlich dann, wenn wir das richtige und wahre Licht in unser Herz dringen lassen. Und was feststeht ist, dass ein Weltjugendtag vielleicht auf den ersten Blick wie ein Riesenfestival aussieht, sich aber ganz grundlegend von all diesen „movidas" unter- scheidet, die Rouco als Gegenbeispiel nannte, all den Parties und Feiern nämlich, die untrennbar mit Alkohol und Drogen in Verbindung stehen. Wie anders war da die Riesenparty im Sommer, die untrennbar mit Licht und Wahr- heit in Verbindung stand und nur einen Grund hat: Christus. „Seid doch einmal ehrlich: wieviel schöner ist das doch", und damit trifft der Kardinal ins Schwarze, denn es ist unvergleichlich. Durchtanzte und durchfeierte Nächte hat es gegeben, aber doch so ganz anders. Die Aufgabe der Jugend, Christus vor den Augen der Welt zu bezeugen, sei in diesem Sommer auf großartige Weise erfüllt worden. Rouco unterstrich, dass es nun an den Welt- jugendtagsteilnehmern liege, ob eine Gesellschaft verwirklicht werde, wie sie sich in den Tagen in Madrid erahnen ließ. ,Ja, an uns liegt es, ob wir unsere Freiheit für das Leben, für die Liebe gebrauchen und an uns liegt es, lebendige Antwort auf die Frage ,Warum macht ihr das, warum seid ihr hier?' zu sein und zu zeigen, dass die Kirche alles Mögliche ist, aber nicht langweilig und verstaubt.
   Nach der Ansprache des Kardinals berichteten Vertreter von Jugend 2000, Comunione e Liberazione und des Neokatechumenalen Wegs von ihren Erlebnissen, Erfahrungen und Eindrücken mit einer Freude, die an das Wort des Paulus „Freut euch" - das Motto des Gaudete-Sonntags - denken ließ. Die Freude, die sie weitertragen, hat ihren Grund in Christus. Gott war der Anlass, dass Tausende von Jugendlichen weder Kosten noch Mühen ge- scheut haben, um dabei zu sein bei dem großen Fest des Glaubens, das in diesem Sommer die Welt bewegte. Es waren erfüllende und gesegnete Tage. Noch weiß keiner, was aus der Saat hervorgeht, die die Erlebnisse des Weltjugendtages in den Herzen gepflanzt haben, denn der Heilige Geist wirkt im Verborgenen.
   Wer noch am Sinn der Weltjugendtage zweifelt, dem sei gesagt: „See you in Rio! WJT 2013", denn das eigene Erleben ist das beste Argument und der beste Beweis für die ungeheure Segenskraft, die so viele junge Menschen jedes Mal aufs Neue erfahren dürfen. DT111215TheresaWagener

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