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weltweite Kirche

  Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Papst Franziskus: Sind wir dem Programm Jesu treu?
2. Philippinen: Eucharistischer Weltkongress 2016
3. Erste Priesterweihen in den Emiraten: St. Josef in Abu Dhabi

4. Vietnam: erste katholische Universität eröffnet noch in diesem Jahr
5. Das größte Priesterseminar der Welt: Bigard Memorial Seminary Nigeria
6. Grafik: die größten Priesterseminare
7. Senegal: In der Osternacht 1804 Menschen getauft.
8. Päpstliches Jahrbuch: Die Kirche wächst weltweit täglich um 50.000 Mitglieder
9. Zürich: Anteil der Katholiken wächst erheblich
10. Rekligionen in der Europäischen Union: 54 Prozent sind katholisch
11. Größte Bischofssynode der Neuzeit zum Thema Neuevangelisierung
12. Christen und Muslime in Afrika südlich der Sahara
13. Afrikas katholische Bevölkerung inst seit 1980 um 2 Prozent gewachsen
14. Die Kirche in Japan übersteigt eine Million Mitglieder
15. Hong Kong: 2.300 an eiem Tag in die Kirche aufgenommen
16. Mutter-Teresa-Kathedrale in Pristina eingeweiht
17. Dodoma-Tansania: Für infizierte Aids-Waisen ein Zuhause
18. Ein Besuch bei Katholiken in Singapur
19.   1.745 Comboni-Missionare im Dienst der Kirche

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„Sind wir dem Programm Jesu treu?“ - Der Papst beim Angelus

„Die Armen stehen im Zentrum des Evangeliums“: Das hat Papst Franziskus an diesem Sonntag einmal mehr betont. Und er stellte bohrende Fragen an die Kirche: „Sind wir heute in unseren Pfarreien und Verbänden dem Programm Jesu treu? Ist die Evangelisierung der Armen für uns wirklich die Priorität?“
   Der Papst betete um die Mittagszeit den Angelus mit mehreren tausend Menschen auf dem Petersplatz. In einer kurzen Meditation wies er darauf hin, dass Jesus anders sei als die Gesetzeslehrer seiner Zeit: „Er hat keine Schule für das Studium des Gesetzes geöffnet, sondern lief herum, um überall zu predigen und zu evangelisieren, in den Synagogen, auf der Straße, in den Häusern. Jesus ist auch anders als Johannes der Täufer, der das unmittelbar bevorstehende Gericht Gottes proklamiert, während Jesus die Vergebung des Vaters ankündigt.“
   „Stellen wir uns doch einmal vor, wir gingen jetzt in die Synagoge von Nazareth“, bezog sich Franziskus dann auf das Tagesevangelium, das einen Auftritt Jesu in seiner Heimatstadt beschreibt. Er lud dazu ein, sich in die Zeitgenossen Jesu hineinzuversetzen und geistig bei Jesu Erscheinen in der Synagoge dabei zu sein. „Was hier vorgeht, ist ein wichtiges Geschehen, das die Mission Jesu definiert. Er steht auf, um aus der Heiligen Schrift zu lesen, öffnet die Rolle des Propheten Jesaja und wählt den Abschnitt, in dem es heißt: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe” Lk 4,18. Und dann, nach einem Moment des erwartungsvollen Schweigens, sagt er zur allgemeinen Überraschung: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt“ (V. 21).“
„Christ sein und Missionar sein, das ist dasselbe“: Den Armen die Frohe Botschaft bringen – darin also bestehe „die Mission Jesu“, schlussfolgerte der Papst. Und das sei auch die Mission der Kirche, ja jedes einzelnen Christen. „Christ sein und Missionar sein, das ist dasselbe! Das Evangelium verkünden mit Worten und, allem voran, mit dem Leben – das ist der wichtigste Daseinsgrund der christlichen Gemeinschaft und jedes einzelnen ihrer Mitglieder.“
Doch was bedeute es eigentlich, den Armen die Frohe Botschaft zu bringen? „Es bedeutet, sich ihnen zu nähern, ihnen zu dienen, sie von der Unterdrückung zu befreien, und das alles im Namen und im Geist Christi. Denn er ist das Evangelium Gottes, er ist die Barmherzigkeit Gottes, er ist die Befreiung Gottes, er ist es, der arm geworden ist, um uns durch seine Armut reich zu machen.“
   Zur Zeit Jesu hätten „die Ausgeschlossenen, die Häftlinge, die Unterdrückten“ wohl eher nicht „im Mittelpunkt der Glaubensgemeinschaft“ gestanden, bemerkte Franziskus. „Und wir fragen uns: Sind wir heute in unseren Pfarreien und Verbänden dem Programm Jesu treu? Ist die Evangelisierung der Armen für uns wirklich die Priorität? Aber Vorsicht: Es geht da nicht nur um soziale Hilfe, und noch weniger um politische Aktivität. Es geht darum, die Kraft des Evangeliums Gottes anzubieten: Sie ändert die Herzen, heilt die Wunden, verwandelt die menschlichen und sozialen Beziehungen in einer Logik der Liebe. Ja, die Armen stehen im Mittelpunkt des Evangeliums!“ rv160124sk

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Eucharistischer Weltkongress auf den Philippinen Foto: Kinder in Cebu feiern das Santo Nino 

   Ein Jahr nach dem Papstbesuch stellt Asiens einziges Land mit katholischer Bevölkerungsmehrheit ein weiteres Großereignis auf die Beine: An diesem Sonntag beginnt auf den Philippinen der 51. Internationale Eucharistische Kongress. Aber nicht in Manila, sondern in Cebu, Hauptstadt der gleichnamigen Insel; von hier ging einst die von den Spaniern getragene Evangelisierung der Philippinen aus, hier steht auch die älteste Kirche des Landes, die „Basilica del Santo Nino“. Thema des Eucharistischen Kongresses ist die Hoffnung.
   „Die Katholiken auf den Philippinen sind etwa hundert Millionen Menschen, also achtzig Prozent der Bevölkerung“, referiert Piero Marini, der Vatikan-Verantwortliche für die Organisation von Eucharistischen Weltkongressen; er ist der frühere Liturgie-Verantwortliche des heiligen Papstes Johannes Paul II. „Die Philippinen sind also für uns Katholiken sowas wie der Ausgangspunkt für eine Evangelisierung in Asien. Das ist der Kontinent, in dem Christus geboren wurde, und gleichzeitig der Kontinent, in dem Christus heute noch am wenigsten bekannt ist. Cebu liegt im Herzen der Philippinen. Wir wissen, dass es bei der Evangelisierung Asiens mehrere Phasen gegeben hat; die erste ging von assyrischen (sogenannten chaldäischen) Missionaren aus, die genau aus der Region kamen, aus der auch Abraham stammte. Ihre Evangelisierung war die erste. Man muss sich nur mal vorstellen: Um das Jahr 1000 hatte diese chaldäische Kirche – die sogar die Mongolei, Indonesien und Indien erreichte – mehr Gläubige als die Kirche von Rom und die Kirche Konstantinopels zusammengenommen!“
   Allerdings – diese erste Evangelisierung konnte sich nicht halten. Zum einen wegen der assyrischen Kirchensprache, zum anderen, weil es überhaupt an einer Inkulturation des Glaubens im asiatischen Kontext fehlte. Erst die Franziskaner brachten dann wieder, im 13. Jahrhundert, das Christentum nach Asien, gefolgt von den Jesuiten und ab dem 19. Jahrhundert von vielen weiteren Ordensgemeinschaften.
   „Die Philippinen wurden, wie wir wissen, von den Spaniern evangelisiert, die 1521 in Cebu anlangten – und darum wird dieser Eucharistische Kongress in Cebu gefeiert. Die Philippinen sind mittlerweile für ganz Asien das Beispiel einer Kirche, die sich inkulturiert hat. Seit dreißig Jahren inspirieren sich alle Bischofskonferenzen Asiens daran. Wenn natürlich der Glaube und die Liturgie nicht einheimisch werden, dann gehen sie vorüber, ohne Spuren zu hinterlassen.“
   Letztes Jahr hatten sieben Millionen Menschen an der Messe von Papst Franziskus in Manila teilgenommen; am kommenden Sonntag wird etwa eine Million Menschen zur Abschlussmesse des Eucharistischen Kongresses in Cebu erwartet. Aus 57 Ländern sind etwa 10.000 Delegierte in Cebu. Vor der Eröffnung des Kongresses hat die Kirche Arme und Kranke zu einem großen Bankett der Solidarität eingeladen. Am kommenden Samstag werden 500 Straßenkinder feierlich ihre erste heilige Kommunion empfangen. Vertreter des Papstes in Cebu ist Kardinal Charles Maung Bo aus Myanmar. Einen Schatten auf das Ereignis wirft die Tatsache, dass die Behörden obdachlose Familien von einem Grundstück vertrieben haben, auf dem sich nun der Pavillon des Eucharistischen Kongresses erhebt.
   „Eucharistische Kongresse haben die Geschichte der Kirche seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts begleitet“, erzählt Monsignore Marini. „Der erste fand 1881 in Lille in Frankreich statt. Damals ging es vor allem darum, die Präsenz der Katholiken in Ländern sichtbar zu machen, deren Regierungen gegen die Kirche eingestellt waren. Darum gerieten die eucharistischen Prozessionen beinahe zu einem Besitzergreifen der Stadt. Unter Pius XI. erhielten die Kongresse dann einen stark missionarischen Charakter; sie verließen Europa und kamen nach Amerika. 1960 dann bedeutete der Eucharistische Kongress in München eine Wende: Von nun an lag der Akzent vor allem auf der Wichtigkeit der Eucharistiefeier.“
   Eucharistische Weltkongresse finden alle vier Jahre statt, zuletzt 2012 in Dublin. „Wer jetzt nach Cebu reist, wird dort auf eine sehr arme Bevölkerung treffen; das ist keine der großen Metropolen der Ersten Welt. Aber die Filipinos sind Menschen mit einem starken Glauben, einer großen Liebe zum Leben und zur Freude. In der ganzen Welt geben philippinische Gastarbeiter Zeugnis von Arbeitseifer und Treue. Das ist also auch eine Gelegenheit, um sich bei den Filipinos in allen Teilen der Welt für ihr Zeugnis des Glaubens und der Einheit mit der katholischen Kirche zu bedanken.“
Rv160124sk

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Erste Priesterweihen in den Emiraten - Foto: Josefskirche in Abu Dhabi

   Aus den vielen Familien christlicher Arbeitsmigranten in den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es jetzt auch Berufungen zum Priesteramt. Der zuständige Bischof Paul Hinder hat die beiden ersten katholischen Neupriester aus dem superreichen Staat am Persischen Golf geweiht: P. Darrick Paul de Souza und P. Arun Raj Michael. Das berichtet die Wiener Stiftung „Pro Oriente“. Die beiden Neupriester sind Kinder von Einwandererfamilien aus Indien. Beide gehören dem Kapuzinerorden an, der in den Fürstentümern am Persischen Golf viele seelsorgliche Aufgaben wahrnimmt.
  
Am Weihegottesdienst nahmen mehr als 4.000 Gläubige teil, die - so Bischof Hinder – „begeistert über dieses außerordentliche Ereignis“ waren. Die beiden Neupriester wurden in Indien geboren, aber sie kamen schon als Kleinkinder mit ihren Eltern in die Emirate. Mehr als siebzig Prozent der Bevölkerung der Emirate seien aus dem Ausland gebürtig, die Menschen kämen „auf der Suche nach einer besseren Zukunft für die Familie und die Kinder“ an den Persischen Golf, berichtet Bischof Hinder. Die katholische Kirche sei für die christlichen Arbeitsmigranten aus dem südlichen Asien eine „geistliche Heimat“.
  
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „AsiaNews“ berichtet Bischof Hinder, wie die beiden jungen Inder ihn gebeten hätten, ihnen zu helfen, ihrer Berufung zu folgen. Auf Grund der strengen Gesetzgebung der Emirate habe er ihnen aber nicht garantieren können, dass sie weiter im Vikariat ihren Weg verfolgen könnten. Daher seien sie nach Indien zurückgekehrt und dort bei den Kapuzinern eingetreten, um ihre geistliche Ausbildung weiterführen zu können. In der Folge machte es Bischof Hinder im Gespräch mit den Behörden möglich, dass die Priesterweihe der beiden jungen Inder in ihrer Adoptivheimat in Abu Dhabi stattfinden konnte: „Die beiden jungen Kapuziner waren überglücklich, dass sie in der Stadt geweiht wurden, in der sie Kindheit und Jugend verbracht hatten und wo ihre geistliche Berufung gewachsen war.“
   An diesem Sonntag feiern die beiden Kapuzinerpatres in den indischen Heimatstädten ihrer Eltern ihre Primizmessen. Aber er hoffe sehr, dass die beiden in die Emirate zurückkehren können, betont Bischof Hinder. Generell könne er sagen, dass es in den Emiraten darauf ankomme, dass die Christen ihren Glauben am Arbeitsplatz, bei den Nachbarn, im Alltagsleben bezeugen. Entscheidend sei es, ehrlich zu sein und den christlichen Glauben durch die Haltung im alltäglichen Leben zu bezeugen.
  
Die Behörden der Fürstentümer am Persischen Golf zeigen in den letzten Jahren zunehmendes Interesse an den Zeugnissen der beiden Perioden starker christlicher Präsenz in diesem Raum. Das ist zum einen die Zeit der Spätantike bis hoch ins 9./10. Jahrhundert, als es am Südufer des Persischen Golfs viele Eparchien und Klöster der syrisch-orthodoxen Kirche und der assyrischen Kirche (Apostolische Kirche des Ostens) gab, und zum anderen die Periode des 16./17. Jahrhunderts, als am Golf zahlreiche portugiesische Niederlassungen mit Klöstern und Kirchen bestanden.  Rv160124sk

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Vietnam: Grünes Licht für erste katholische Universität Foto: Bischof Paul Bui Van Doc

   Noch in diesem  Jahr kann Vietnams erste katholische Universität eröffnen. Das hat der Vorsitzende der vietnamesischen Bischofskonferenz gegenüber Ucanews bestätigt. Im August hatten die vietnamesischen Bischöfe von Seiten der postkommunistischen Regierung grünes Licht für das Vorhaben bekommen, auch die Ratifizierung durch den Heiligen Stuhl liegt bereits vor, so der Erzbischof Paul Bui Van Doc von Ho-Chi-Minh-Stadt, wo die Universität entstehen wird. Erzbischof Bui hat das Vorhaben eines theologischen Instituts auf Universitätsebene seit langer Zeit betrieben und sprach nun von einem „historischen Schritt, der für das Wachstum der Kirche in Vietnam nötig ist“.
   Die vietnamesische Bevölkerung ist mehrheitlich buddhistisch; die Religionsfreiheit ist in dem Land allerdings stark eingeschränkt. Zwischen Vietnam und dem Heiligen Stuhl bestehen keine vollen diplomatischen Beziehungen. Dennoch hat sich das Verhältnis zwischen dem Vatikan und Hanoi in den vergangenen fünf bis zehn Jahren merklich verbessert. - L'Osservatore Roman151224gs  

    “Ihr werdet meine Zeugen sein!”  unter dem Wahlspruch lehrt das Bigard Memorial Seminary - das größte Priesterseminar der Welt. Nigeria ist bereit, Priester nach Europa zu entsenden. Die Tagespost sprach mit dem Leiter des Instituts für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden in Enugu (Nigeria) Prof.Obiora Ike

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Foto links: Very Rev. Dr. Ukoro T. Ikwe; Fotos rechts: Prof. Obiora Ike

DT: Sie haben einmal auf einem Kongress gesagt, Nigeria ist ein Priesteramtskandidaten produzierendes Land. Woher kommt diese Dynamik?
    Prof. Obiora Ike: Die kommt vom Heiligen Geist, denke ich. Der Heilige Geist ermöglicht es, den Ruf Gottes zu hören und anzunehmen. Das nigerianische Volk ist dem Geist Gott gegenüber sehr offen. Mit zehntausend Priester- amtskandidaten ist Nigeria heute weltweit das Land mit den meisten Priesteramtskandidaten. In Zukunft wird Nigeria daher Missionare in die ganze Welt schicken. Jedes Jahr melden sich allein in meiner Heimatdiözese mehr als hundert junge Männer, die Priester werden wollen. Wir nehmen zehn bis zwölf. Und Nigeria hat 51 Diözesen.
Warum lehnen Sie so viele Bewerber ab?
   Es gibt mehrere Gründe. Natürlich prüfen die Priester, die für Berufungen zuständig sind, sehr genau, ob die Bewerber die richtige Intention besitzen. Aber auch für diejenigen, die alle Kriterien erfüllen, gibt es nicht genügend Platz. Das Bigard Memorial Seminary, das größte Priesterseminar der Welt, sagt, jede Diözese soll nur zwanzig, höchstens fünfundzwanzig Kandidaten schicken.
In Deutschland wird bisweilen unterstellt, geistliche Berufe verzeichneten in Afrika auch deshalb einen so hohen Zulauf, weil in ihnen eine Art Ticket in den Westen erblickt würde. Was antworten Sie so jemandem?
   Die, die bei uns Priester werden wollen, sind Menschen, die sich viel Mühe geben, den Ruf Gottes anzunehmen... Jemand, der in Afrika Priester werden will, ist kulturell betrachtet ein Nichts. Er heiratet nicht. Er hat keine Kinder. Er hat kein Eigentum. Er kann seinen Leuten nicht helfen. Die afrikanische Kultur ist eine Familienkultur. Dass jemand Priester für alle werden will, ist für viele Afrikaner völlig unverständlich.

> Das vollständige Interview von Stefan Rehder mit Prof.Obiora Ike:
www.die-tagespost.de

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Nigeria hat  10.000 Theologiestudenten für das Priestertum.
Weltweit steigt die Zahl der Priesteramtskandidaten in der Kirche. Hier bringen wir eine Übersicht
der Seminaristen in den großen katholischen Ländern der Erde
im Vergleich der Jahre 1978 / 2001

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  Unter Papst Johannes Paul II. erlebte die Kirche ein starkes Anwachsen der Seminaristen in den Priesterseminaren in Lateinamerika und Asien - und noch erstaunlicher ist die Zunahme in Afrika, wo sich die Zahl der Priesterstudenten während dieses Vergleichszeitraums verdreifacht hat. Dagegen steht ein leichter Rückgang der Priesterberufungen in Italien und eine erhebliche Verminderung der Seminaristen in den USA. Dieser Rückgang ist typisch für die reichen Nationen: Westeuropa, Nordamerika und Australien. Papst Johannes Paul II. erklärte diese Tendenz mit einem schleichenden Glaubensverlust in Europa, “wo man lebe, als ob Gott nicht existiere”.
CT050605FrF.Marsden

Brasilien
   Die Zahl der Priesterweihen und der Neueintritte in die Priesterseminare hat in Brasilien eine Rekordhöhe erreicht. Im Vorjahr seien im Land 220 Kandidaten zu Priestern geweiht worden - viermal so viele wie im Durchschnitt der neunziger Jahre. Zahlreiche Seminare hätten Wartelisten, weil sie räumlich ans Limit gekommen seien, so die Brasilianische Bischofskonferenz. Als Ursache für den Eintrittsboom nennen die Verantwortlichen eine seit dem Jahr 2000 stärker spürbare Religiosität der Jugend. Rv090405kap

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Senegal
   Mehr als 1.800 Menschen haben sich Ostern in der Hauptstadt Dakar taufen lassen. Das Fest habe „eine besondere Note“ für die römischen Katholiken, „es ist schließlich das erste unter Papst Franziskus“, betonte der kamerunische Priester Ferdinand Assoumou in der Zeitung „Cameroon Tribune“. Die Erzdiözese Dakars teilte mit, dass in der Osternacht 1.804 Menschen getauft wurden. Fast 90 Prozent davon seien Erwachsene gewesen, mehr als die Hälfte sei aus ländlichen Gebieten zur Taufe gekommen. Der Erzbischof von Dakar, Théodore Adrien Sarr, hob in seiner Predigt zur Osternacht die Bedeutung der Frau hervor: „Frauen sind von Natur aus diejenigen, die das Leben empfangen und geben. Sie zeugen und pflegen mit der mütterlichen Zärtlichkeit, die sie auszeichnet.“ RVapic130402ibc

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Vatikan: Fast 18 Prozent der Weltbevölkerung sind Katholiken
2016: 1 Milliarde 300 Millionen katholische Christen weltweit!

Die katholische Kirche wächst täglich um 50.000 Mitglieder weltweit - das sind 18 Millionen im Jahr

Ordensfrauen bilden in der katholischen Kirche die Mehrheit
2014 waren es rund 683.000 im Vergleich zu rund 55.000 Ordensmännern 

   17,8 Prozent der Weltbevölkerung sind Katholiken. Das teilte der Vatikan mit, anlässlich der Vorstellung des neuen „Annuario Pontificio“ – dem Adress- und Namensverzeichnis der römischen Kurie, der Diözesen und kirchlichen Einrichtungen der Weltkirche. Jeweils mit der Publizierung des Annuario wird auch die Statistik der katholischen Kirche vorgestellt. Das Referenzjahr ist diesmal das Jahr 2014. Als Vergleichsbasis wurde das Jahr 2005 herangezogen, womit die Entwicklung in zehn Jahren deutlich wird. Vor zwei Jahren gab es demnach 1,272 Milliarden Katholiken weltweit. Das bedeutet einen Anstieg von rund 14 Prozent in einem Jahrzehnt. Die Weltbevölkerung wuchs im selben Zeitraum um rund 11 Prozent.
  
Europa ist abermals der Kontinent mit den größten Schwierigkeiten bei der Entwicklung der Katholikenzahlen. Zwar leben heute fast ein Viertel aller Katholiken in Europa, doch der Anstieg betrug nur zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Negativ ist die Entwicklung in Ozeanien (also vor allem Australien): dort steigt die Zahl der Katholiken (plus ca. 16 Prozent) langsamer als das Bevölkerungswachstum (plus 18 Prozent). Umgekehrt wächst in Asien die Zahl der Katholiken (plus 20 Prozent) schneller als die Bevölkerung (plus 10 Prozent).
   Dies zeige, so die Vatikannote, welche verschiedenen Dynamiken in der Weltkirche derzeit herrschten. Zwar lebten heute rund 60 Prozent der Weltbevölkerung in Asien, doch nur 11 Prozent der Katholiken sind Asiaten. Den größten Zuwachs an katholischen Kirchenmitgliedern gebe es in Afrika. 2014 wurden dort 215 Millionen Getaufte gezählt, die Zahl wuchs fast doppelt so schnell wie in Asien.
   Im Jahrzehnt vor 2014 ist die Zahl der Bischöfe um rund acht Prozent gestiegen: gab es 2005 weltweit 4.841 Bischöfe, so waren es der jüngsten Statistik zufolge 5.237. Jeder Bischof hatte 2005 im Schnitt 230.000 Gläubige, zehn Jahre später ist diese Zahl auf rund 243.000 Gläubige pro Bischof gestiegen.
      Zwischen 2005 und 2014 ist die Zahl der Priester weltweit um 9.300 gestiegen. Vor zwei Jahren gab es 415.792 Geistliche in der Weltkirche. In Europa und Ozeanien allerdings ist der Priestermangel auch statistisch feststellbar. In Ozeanien sank die Zahl der Priester im Laufe der zehn Jahre um fast zwei Prozent, in Europa ist der Priesterbestand im selben Zeitraum um über acht Prozent gesunken.
   Auch die Zahl der Ordensmänner ist weltweit leicht gesunken. 2014 gab es 54.559 Ordensmänner. Bei den Ordensfrauen hingegen ist die Zahl in Amerika, Ozeanien und Europa um fast 20 Prozent gesunken, während Afrika und Asien weiterhin stark wachsen: Insgesamt 682.729 Ordensfrauen gibt es in der katholischen Kirche.
Rv160305mg

Trotz Kirchenaustritten wächst in Zürich die katholische Kirche
   Die Zahl der Katholiken habe seit 1964 um 14 Prozent zugenommen, wohingegen die reformierte Kirche in den letzen 25 Jahren Mitglieder verlor. Das teilte das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut in St. Gallen mit. Seit Jahren nehme die Zahl der Katholiken auch in anderen Kantonen weiter zu. Grund für das Wachstum der katholischen Kirche sei zum einen die Zuwanderung aus traditionell katholischen Ländern wie Portugal. Auf der anderen Seite hätten katholische Familien tendenziell mehr Kinder als protestantische Familien. Die reformierte Kirche rechne damit, dass es in 20 Jahren mehr Katholiken als Reformierte in Zürich geben werde. RV120409kipa

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54 Prozent ( = 273 Millionen Europäer) sind katholisch.  – Statistik der Religionen in der Europäischen Union

  Ist Europa noch ein christlicher Kontinent, oder lassen Säkularismus und/oder Islam das christliche Abendland untergehen? Die Statistik spricht für ersteres. Etwas mehr als die Hälfte der EU-Bevölkerung gehört der katholischen Kirche an; die protestantischen Kirchen sind in ihren verschiedenen Ausprägungen ebenso vertreten wie die orthodoxen Kirchen. Muslime und Juden leben ihren Glauben in der EU ebenso wie zahlreiche andere religiöse Gemeinschaften.
   Die katholische Kirche ist mit 273 Millionen Katholiken (Stand 2011) oder rund 54 Prozent der EU-Bevölkerung die größte Religionsgemeinschaft in der Europäischen Union. Fast alle lutherischen, reformierten und methodistischen Kirchen haben sich zur Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa zusammengeschlossen, die fast 50 Millionen Mitglieder vertritt. Hinzu kommt noch die anglikanische Staatskirche von England mit rund 26 Millionen Getauften.
Orthodoxe und Muslime
   Die orthodoxe ist nach der katholischen und der evangelischen die drittgrößte christliche Konfession. In der EU gibt es acht selbstständige (autokephale) Kirchen: in Rumänien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Finnland, Polen, Estland sowie die der böhmischen Länder und der Slowakei. In Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Zypern sind sie die Mehrheitskirche. Aber auch Angehörige anderer orthodoxer Kirchen und altorientalischer Christen leben in der EU.
   In der EU leben konservativen Schätzungen zufolge mindestens 13 Millionen Muslime. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland spricht gar von 22 Millionen. Die meisten Islamgläubigen gibt es in Frankreich; ihre Zahl wird auf sechs Millionen veranschlagt. In Deutschland soll es vier bis sechs Millionen Muslime leben. Das Islam-Archiv in Soest geht von 4,4 Millionen aus. Offiziellen Angaben zufolge gibt es in Großbritannien 2,7 Millionen Muslime, also knapp fünf Prozent der Bevölkerung. Auch in den Niederlanden findet sich eine größere muslimische Gemeinde. Nach letzten offiziellen Angaben von 2008 zählte sie 825.000 Mitglieder; die Zahl dürfte mittlerweile deutlich höher liegen.
   Die meisten Juden leben in Frankreich: Die Juden stellen eine kleine religiöse Minderheit in der EU dar. Auch in diesem Fall gibt es keine genauen Zahlen. Die größte Diasporagemeinde lebt in Frankreich: rund eine halbe Million, die meisten davon in und um Paris. In Großbritannien leben rund 300.000 Juden. In Deutschland vertritt der Zentralrat der Juden 101.300 Juden; einigen Schätzungen zufolge soll es ungefähr eine gleich große Zahl geben, die ihm nicht angehören.
   Hindus und Sikhs in Großbritannien: Aufgrund seiner kolonialen Vergangenheit beheimatet Großbritannien EU-weit die größten Gemeinschaften der Hindus (817.000) und der Sikhs (423.000). Auch der Buddhismus ist vertreten; die Zahlen schwanken zwischen einer und vier Millionen. Zuwachs verzeichnen die sogenannten Konfessionslosen, also Menschen, die nicht einer religiösen Gemeinschaft angehören. Konkrete Zahlen zu diesem Phänomen für die EU gibt es nicht. Genannt werden 15 bis 17 Prozent, doch Genaueres ist nicht zu eruieren. Grundsätzlich sagt natürlich auch die Zugehörigkeit zu einer Religion nicht aus, ob und wie intensiv sie praktiziert wird.
   Die meisten Zahlen beruhen auf Schätzungen, mit Ausnahme der katholischen Kirche. Die EU führt eigene Statistiken, die zu einer Vielzahl von Themen abgerufen werden können - mit einer Ausnahme: der Religionszugehörigkeit. Oft genug wissen Religionsgemeinschaften selbst nicht genau, wie viele Mitglieder sie vertreten, vor allem dann, wenn diese Gemeinschaften nicht zentral organisiert sind. Rv140520gs

be-278-x Benedikt XVI.: „Gott ist auch da, wo wir ihn nicht vermuten“ 

   Am 28. Oktober 2012  endeten die Beratungen der größten Ordentlichen Bischofssynode der Neuzeit im Vatikan zum Thema Neuevangelisierung. Zum Abschluss der Arbeiten wandte sich Papst Benedikt XVI. am noch einmal persönlich in einer kurzen Rede an die rund 260 Synodalen und die Synodenbeobachter aus aller Welt, die an der Synode teilgenommen hatten. Er dankte ihnen und machte Mut:
   „Wir haben gesehen, wie die Kirche auch heute wächst und lebt, zum Beispiel in Kombodscha oder Norwegen und an vielen anderen Orten. Auch wo man es vielleicht nicht erwartet hätte, ist Gott präsent. Und auch wenn die Kirche Gegenwinde verspürt, so spüre ich doch vor allem den Geist Gottes, der uns hilft und die richtige Wege zeigt. Und so sind wir, wie mir scheint, mit neuer Begeisterung unterwegs.“
RV122027sta

Christen und Muslime in Afrika südlich der Sahara

   Die Zahl der Christen und der Muslime hat im vergangenen Jahrhundert in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara stark zugenommen. Dies ist das Resultat einer in Washington präsentierten Untersuchung des „Pew Research Center“, meldete der römische Pressedienst fides. Untersuchung stieg die Zahl der muslimischen Gläubigen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara von einer Million im Jahr 1900 auf 234 Millionen im Jahr 2010. Die Zahl der Christen stieg von sieben Millionen im Jahr 1900 auf 470 Millionen. Dies bedeutet, dass ein Fünftel aller Christen weltweit und ein Siebtel der Muslime in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara leben, schreibt fides. Die Autoren der Untersuchung stellten jedoch fest, dass der traditionelle afrikanische Glaube im Leben vieler Christen und Muslime weiterhin eine Rolle spielen. Christen und Muslime hätten im Allgemeinen ein positives Bild voneinander, allerdings wüssten sie relativ wenig über den jeweiligen Glauben der anderen. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass der religiöse Extremismus, auch innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft, vielen Afrikanern Sorge bereitet. fidesRv100418kipa

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Afrikas katholische Bevölkerung ist seit 1980 um 238 Prozent gewachsen
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Die Gläubigen begrüßen Papst Benedikt XVI bei seinem Besuch im Jahre 2009 in Kamerun

Neue Daten zeigen ein hohess Bevölkerungswachstum südlich der Sahara, aber einen Rückgang in Europa
   Die katholische Kirche wächst am meisen in Afrika und Asien. Die neue Ausgabe von „Global Catholicism: Trends & Forecasts“ berichtet, dass die katholische Kirche seit 1980 um 57 Prozent gewachsen ist. In den Regionen unterscheiden sich aber diese Zahlen erheblich von einander. In Europa beträgt das Wachstum 6 Prozent gegenüber 238 Prozent in Afrika. Der Unterschied dieser beiden Regionen ist begründet durch die unterschiedliche Zahl der Geburten.
    In den letzten 50 Jahren blieb das Verhältnis der Katholiken gegenüber der Weltbevölkerung konstant bei 17,5 Prozent. Die meisten Demografen erwarten bis zum Jahre 2100 ein Ansteigen der Weltbevölkerung auf zehn Milliarden von zur Zeit 7,3 Milliarden Menschen. Der Grund dieser Entwicklung liegt nicht länger in der Kinderzahl, sondern die längere Lebenserwartung der Bevölkerung schreibt der CARA-Report der Georgstown University der Jesuiten in den USA. Wenn dieser Trend anhält wird die katholische Kirche von 2015 bis 2050 um 372 Millionen zunehmen. Das entspricht einer Zunahme von 29 Prozent und würde bedeuten, dass dann 1 Milliarde 640 Millionen katholische Christen auf der Erde leben werden.
   CARA richtet seine Aufmerksamkeit auf fünf spezifische Regionen: Europa, beide Amerikas, Asien, Afrika und Ozeanien. Die drei wichtigsten Anzeichen seien nach dieser Studie über die Vitalität der katholischen Kirche seien zweifellos die Zahl der Katholiken, der Pfarrgemeinden und der Priester.
   Seit 1980 sind fast 15.300 neue Pfarreien errichtet. Das entspricht einer Zunahme von 7 Prozent. Da aber die Weltbevölkerung während der letzten 25 Jahre um 57 Prozent gestiegen ist, ist der Bau von Kirchen nicht entsprechend gewachsen, so dass 1980 etwa 3.700 Mitglieder zu einer Gemeinde gehörten, heute sind es 5.500.
   In Asien und Afrika, wo die Kirche am schnellsten gewachsen ist, hat sich die Zahl der Pfarreien seit 1980 verdoppelt. In beiden Amerkas sind die Zahl der Gemeinden um 25 Prozent gestiegen, in Ozeanien um 5 Prozent. In Europa verminderte sich die Anzahl der Pfarreien um 12 Prozent. Die Kirche hat in diesen Jahren 20.000 Priester weniger, eine Minderung um 17 Prozent. Während die Zahl der Priester in Afrika und Asien sich verdoppelt hat, beide Amerikas einen Zuwachs von 2 Prozent melden, fiel die Zahl der europäischen Priester um 78.090 oder 32 Prozent. 23 Prozent der katholischen Christen wohnen in Europa. Aber 55 Prozent aller katholischer Gemeinden und 42 Prozent der Priester sind in Europa.
   Die durchschnittliche Besucher der Sonntagsmesse ist in diesem Zeitraum in Amerika von 52 auf 29 Prozent gefallen.
   Die katholische Bevölkerung in Afrika ist seit 1980 um 200 Millionen (plus 238 Prozent) gestiegen, die Zahl der Priester um 131 Prozent, die Pfarreien um 112 Prozent. CARA sieht für Afrika für das Jahr 2040 voraus, dass sich dann 24 Prozent zur katholischen Kirche bekennen, das wären etwa 460 Millionen katholische Afrikaner.
   Asiens Zahlen sind weniger präzise infolge der nicht sicheren Nachrichten aus China. CARA sieht für Asien eine Steigerung von 6 auf dann 143 Millionen katholischer Christen voraus. Der Anteil der Katholiken in Asien wuchs langsam von 2,4 Prozent (1980) auf 3,2 Prozent im Jahre 2012. CH150603MarkPattison

Japan: Katholische Kirche hat 1 Million Mitglieder

   Nach einer Information der japanischen Bischofskonferenz hat die Zahl der katholischen Christen in Japan jetzt zum ersten Mal eine Million überschritten. Außer 450.000 katholischen Japanern leben hier 565.000 katholische Ausländer. Diese Zahl wird durch illegal eingereiste Ausländer noch höher liegen.

2.300 Taufen in Hong Kong

Nach einer breit angelegten Werbung konnten jetzt 2.300 Chinesen in die katholische Kirche der Diözese Hong Kong aufgenommen werden.

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Grundstein für die neue “Mutter-Teresa-Kathedrale” in Pristina gelegt

    Zehn Jahre nach dem Tod von Mutter Teresa wird in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, eine Kathedrale errichtet. Der Grundstein war vom langjährigen Präsidenten des Kosovo, Ibrahim Rugova, nur wenige Monate vor seinem Tod gelegt worden. Sein Nachfolger Fatmir Sejdiu erklärte jetzt bei der feierlichen Zeremonie: “Die Kathedrale wird ein Monument sein, das die Werte des Kosovos repräsentiert: seine Identität und das kosovarische Gefühl für andere Religionen.”
   Die Kathedrale ist der verstorbenen Friedensnobelpreisträgerin Mutter Theresa gewidmet. „Für uns ist Mutter Teresa eine Schwester, ein Familienmitglied”, sagte Bischof Dode Gjergji. „Da Mutter und Vater von Mutter Teresa aus dem Kosovo stammen, ist es der Wunsch aller Menschen, Muslime wie Christen, dass wir diese Kathedrale bauen.” Die Missionarin war im Jahr 2003 heilig gesprochen worden.
   Die im Kosovo lebenden Albaner sind größtenteils muslimisch. Rugova selbst, der im Januar 2006 verstarb, war zwar muslimischer Herkunft, unterhielt aber stets ein enges Verhältnis zum Vatikan und zu Papst Johannes Paul II. Vor dem seinem Tod wurden Gerüchte laut, dass Rugova schon vor langer Zeit der katholischen Kirche beigetreten sei. Deshalb wurde der Staatsmann auch ohne jegliche Art von religiösen Ritualen beigesetzt. Der katholischen Kirche zufolge sind nur 65.000 Kosovo-Albaner Katholiken, was 3,5 % der Bevölkerung entspricht. Neunzig Prozent der Bevölkerung Pristinas zählen ethnisch zu den albanischen Moslems.   CT070916

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In Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, wurde die Mutter-Teresa-Kirche jetzt feierlich eingeweiht
   Die selige Ordensgründerin Mutter Teresa, die als „Engel der Armen von Kalkutta“ bekannt wurde, wurde im Au- gust vor hundert Jahren als Kind von Eltern aus dem Kosovo in Skopje geboren. Die Einweihung der Kirche in Pris- tina wurde im Auftrag des Vatikans von Erzbischof Zeg Gashi aus Bar in Montenegro geleitet. An ihr nahmen auch ein serbisch-orthodoxer Metropolit und der Präsident der islamischen Gemeinschaft des Kosovo teil. Der Grund- stein des Gotteshauses war 2003 vom damaligen Bischof von Pristina, Mark Sopi, gelegt worden. Der Kosovo, der seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt hat, ist das geistliche Zentrum der serbisch-orthodoxen Kirche. OR100905

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Dodoma/Tansania: Für infizierte Aidswaisen ein Zuhause

   Eine der drückendsten Lasten Tansanias, die stete Ausbreitung des HI-Virus unter den gut 38 Millionen Einwohnern, hat dazu geführt, dass 1,8 Millionen Landeskinder Aidswaisen sind. Wie man die Last leichter machen kann, ist in Dodoma im blühenden und grünenden “Dorf der Hoffnung” zu sehen. Hier führt die 60 Jahre alte Schwester Rosaria von der “Gemeinschaft vom kostbaren Blut Christi” ein segensreiches Regiment, unterstützt von fünf Mitschwestern und 30 Angestellten. Im Speiseraum reicht die Italienerin den Gästen kaltes Wasser. Auf der italienischen Gläservitrine wehren afrikanische Jäger aus Ebenholz angreifende Löwen ab, an der Seite hängt ein gesticktes Bild von Papst Benedikt XVI.  Seit 2001, als Schwester Rosaria zusammen mit Bruder Vincent von “Missionaren vom kostbaren Blut” das Dorf gründete und erst einmal einen Brunnen bohren ließ, sind auf 3.000 Quadratmetern vor allem sechs große konzentrisch angelegte Doppelhäuser westlichen Standards entstanden. Dort leben insgesamt 130 Kinder in Großfamilien mit Pateneltern. Sie sind alle Aidswaisen, sie sind alle mit dem Virus infiziert, sie kommen aus ganz Tansania, viele schon als Säuglinge. Sechzig von ihnen werden gerade mit antiretroviralen Mitteln behandelt. “Action Medeor” aus Deutschland unterstützt das Dorf mit Medikamenten im Wert von 50.000 Euro. Zum Dorf der Hoffnung gehört auch ein Labor, in dem die Viruslast im Blut der Kinder festgestellt und die Behandlung bestimmt wird. Über den Verlauf der HIV-Infektion bei Kindern weiß die Wissenschaft noch wenig. Niemand vermag zu sagen, wie lange die Kinder bei steter Behandlung und Pflege überleben können. Auf dem Foto unten hat Schwester Rosaria gerade wieder ein Mädchen auf dem Arm.  Sie deutet auf die Kleine und auf die vielen anderen, die nach dem Kindergarten auf dem Spielplatz inmitten des Dorfes toben. Ohne das “Dorf der Hoffnung” gäbe es sie alle nicht mehr.

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  In Dodoma beten alle Kinder zusammen, bis sie acht Jahre alt sind, dann können sie sich für die Taufe entscheiden, wenn ihre Verwandten schriftlich zustimmen. Dem Dorf ist eine Grundschule angeschlossen, die auch nichtinfizierte Kinder besuchen, Schwester Rosarias nächstes Vorhaben ist eine Hauptschule. Die Heranwachsenden sollen auf die Zeit nach dem Leben im Dorf so vorbereitet werden, dass sie ihren Weg allein weitergehen können. Wie weit sie sich auch vom Dorf der Hoffnung entfernen mögen, es wird die Stätte ihrer Kindheit, ihre Heimat bleiben.
   Da ist sich auch der tansanische Pater Chesco Peter Msaga sicher der mit den Kindern sonntags regelmäßig die heilige Messe feiert. Vor zehn Jahren hat er in Rom das Studium  der Kommunikationswissenschaften, der Theologie und der Philologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana abgeschlossen und wurde dort zum Priester geweiht. Dann kam er nach Dodoma, der Hauptstadt Tansanias mit etwa 200.000 Einwohnern, 1340 Meter hoch gelegen, von deutschen Kolonialherren 1907 in dürrer Gegend gegründet, seit vier Jahren kaum Regen, heiß, verstaubt, bettelarm und ohne auch nur eine einzige Sehenswürdigkeit.
   Über staubige Baustellen führt Pater Chesco die Gäste in ein dreistöckiges Haus, das noch nicht ganz fertig ist. Hier ist es angenehm kühl. In den Innenhöfen wässern Arbeiter einen Rasen, wie er saftiger nicht sein und schöner nicht harmonieren könnte  mit den Erd- und Ockertönen der Wände, mit dem glänzenden Braun der italienischen Türen, die von den Galerien in die Zimmer führen. Auch dort italienische Möbel, nagelneue Luxusmatratzen, blütenweiße Moskitonetze über dem Bett und Bäder, die auch bei einem verwöhnten Europäer keinen Wunsch offenlassen.
  Wie kommt ein solches “Conference Center” nach Dodoma? Pater Chesco erzählt, die Ordensoberen in Rom hätten vor ein paar Jahren den Brüdern in Dodoma geraten, mit den Geldern, die ihnen gegeben werden etwas zu bauen, das den Unterhalt der sozialen Einrichtungen sichert. Und da viermal im Jahr die tansanischen Parlamentarier zu Sitzungen aus der Millionenstadt Daressalam in die offizielle Hauptstadt Dodoma kommen, von Juni bis August etwa zu den Haushaltsberatungen,  und da Dodoma nur ein einziges größeres Hotel vorweisen kann, war den Missionsbrüdern bald klar, womit hier Geld zu verdienen sei. Schon im nächsten Jahr sollen die Parlamentarier in den 72 Doppelzimmern des “St. Gaspar Conference Center” logieren, mit Internet-Anschluss im Zimmer. Das neue Hotel werde 50 Angestellten in zwei Tagesschichten Lohn und Brot bringen.
  Dann eilt der Pater erst einmal davon, denn als Direktor des katholischen Radiosenders Mwangaza (“Licht”), die Sendemasten stehen gleich nebenan - hat er noch anderes zu tun. Vierzehn Journalisten machen dort von sechs bis 23 Uhr Programm für 800.000 Hörer. Sie senden Musik, Gebete, “good news”, Features über den christlichen Glauben, Erziehung, Ausbildung und soziale Fragen - alles in Kisuaheli.
    Pater Chesco gehört zu den etwa 50 “Missionaren vom kostbaren Blut” in Tansania. Dreißig Prozent der Tansanier sind Katholiken, organisiert in fünf Erzbistümern, etwa 40 Prozent sind Muslime. Im Sommer stellte die tansanische Bischofskonferenz fest, es gebe sowohl islamische als auch christliche Fundamentalisten, die noch immer von Dschihad und Kreuzzug sprächen. Die Gemäßigten beider Seiten müssten zum Wohl des Landes besser zusammenarbeiten. AxelWerlmelskirchenFAZ061219

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Ein Besuch bei Katholiken in Singapur   Foto: Kathedrale zum Guten Hirten, Singapur

   Pater Max Cappabianca OP von Radio Vatikan hatte Gelegenheit, in den Fernen Osten nach Singapur zu reisen und dort die – noch recht junge Kirche – zu besuchen. 12 Stunden war er mit dem Flugzeug von München nach Singapur unterwegs. Hören und lesen Sie hier, was er dort gleich nach seiner Ankunft erlebt hat ...
   Im Dominikanerkloster im Norden der Stadt gleich eine erste Überraschung. Die Mitbrüder waren im Aufbruch begriffen zur Kathedrale Singapurs: Gleich würde das Requiem für den emeritierten Erzbischof Gregory Yong beginnen. Ob ich denn mitkommen wolle. Ich würde auf einen Schlag die gesamte Erzdiözese kennen ... Natürlich bin ich trotz Jetlag und schwül-tropischem Klima mitgegangen. Die Kathedrale zum Guten Hirten liegt mitten im Geschäftsviertel der Finanz- und Handelsmetropole gelegen. Des tropisch-schwülen Klimas wegen gibt es keine normalen Kirchenfenster, sondern Lamellen und überall riesige Ventilatoren, die für etwas Kühlung sorgen.
Britische Vergangenheit
   Die Liturgie ist sehr gepflegt – berühmt ist der Chor der Kathedrale. Zwar wurde schon im 16. Jahrhundert hier ein Bischofssitz gegründet – aber erst unter dem Gregory Yong wurde es zum Erzbistum und Metropolitansitz. Wie Dreiviertel der Bevölkerung war der erste Erzbischof der Stadt chinesischer Herkunft. Sein Nachfolger Nicholas Chia sagt, sein Vorgänger habe die Kirche weitergebracht und aufgebaut. Zwar sei er vor sieben Jahren in Ruhestand gegangen, aber immer noch seien die Menschen ihm dankbar für sein geistliches Wirken. Auch in der Liturgie zeigt sich die koloniale Vergangenheit Singapurs. Die junge Stadt ist erst vor zweihundert Jahren unter den Engländern großgeworden, noch heute spürt man das überall: Unter anderem daran, dass auch die Chinesen hier neben Mandarin meist ein sehr gepflegtes britisches Englisch pflegen. Auf den Straßen hört man aber auch Tamil und Malaisisch.
Eine andere Art des Kirche-Seins
   Mit dabei bei dem Beerdigungsgottesdienst: Vier Mitglieder der Fokolargemeinschaft, unter ihnen auch zwei Deutsche: Christa Overbeck und Monika Grotz. Beiden Frauen sind Mitte dreißig Jahre alt und unterrichten an der deutsch-europäischen Schule in Singapur: Die einzige Chance, um eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Christa Overbeck fühlt sich wohl hier und erlebt eine ganz andere Art von Kirche-Sein.
   „Man spürt hier noch sehr stark das Ursprüngliche des Christentums. Wenn Sie hier sonntags in die Kirche gehen, sehen sie volle Kirchen. Es gibt viele Taufen: Jedes Jahr Hunderte! Wir merken in Malaysia und Indonesien sehr starke Resonanz und dieser Wunsch, das Christentum echt leben zu wollen.”
    Achtzig Prozent der gut 170.000 Katholiken besuchen Sonntags die heilige Messe. Allerdings sind nur 3,9% der gut vier Millionen Einwohner überhaupt Christen. Die meisten sind Buddhisten, Hindus oder Moslems. Das Miteinander der Religionen ist hier Alltag:
   „Unter meinen Kolleginnen ist eine Hindu, mehrere sind Moslems; wir arbeiten zusammen und das geht gut. Auch von der Fokolarbewegung haben wir viele Leute, die vom Buddhismus zum Christentum gefunden haben und die unsere Erfahrung weitergeben.”
Die Ideale junger Dominikaner aus Myanmar
 
  Noch viel mehr als in Europa ist das Zusammenleben verschiedener Menschen und Kulturen Alltag – auch innerhalb der Kirche. Die Dominikaner haben seit dem Jahr 2000 eine Niederlassung hier – sie dient als Stützpunkt für die apostolische Arbeit der Brüder in der Stadt, aber auch als Ausbildungsstätte für Ordensinteressenten – aus ganz Fernost. Derzeit sind vier Ordenskandidaten hier, sie lernen Englisch und die Ordensspiritualität der Dominikaner kennen. Einer von ihnen ist Bert, der schon manchmal Heimweh hat nach Zuhause. Seine Eltern sind Bauern in einem kleinen Dorf im Innern des Landes. Am Dominkanerorden schätzt er das Gemeinschaftsleben und die Diskussionskultur. Er selber will einmal ein guter Prediger werden. Angesprochen auf die schwierige Lage unter dem Militärregime in Myanmar legt er eine fast buddhistische Haltung an den Tag: Man müsse vor allem Gottes Willen suchen – und seinen Plan für das Land kenne man wahrscheinlich einfach noch nicht. „Ich möchte dazu ermutigen, den Geboten Gottes gemäß zu leben”, sagt er. „Gott und einander zu lieben und den Armen zu helfen, den Bedürftigen.”
    Die Kirche von Singapur ist sehr lebendig, sozial praktisch engagiert und doch vor allem eine spirituelle Gemeinschaft. Die Kirche ist weltweit und sie ist immer wieder neu eine junge Kirche.
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  1.745 Comboni-Missionareim Dienst der Kirche: “1000 Leben für die Mission!”
Ein Interview mit Pater Teresino Serra, dem Generaloberen der Combonianer.
Foto unten: nach der Sonntagsmesse in Lira, Nord-Uganda    30Giorni0710StefFalascaDavMalacaria

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  “Wo soll ich mich hinstellen?” . . . Das war die Frage, die seine Mörder hörten. Von einem der sechs Comboni- Missionare in Rungo, Demokratische Republik Kongo. Es waren die 1960-er Jahre, die Zeit der Revolte der Simbas. Die Rebellen hatten das Dorf gestürmt und die Bewohner als Geiseln genommen. Sie drohten, alle umzubringen, wenn man ihnen nicht die Missionare ausliefere. Als sie das hörten, stellten sie sich. Es war schon Nacht, als man sie auf eine Brücke führte und in einer Reihe aufstellen ließ. Der letzte der Todeskandidaten war Pater Migotti. Vor ihm auf dem Boden lagen schon die Leichen seiner getöteten Mitbrüder, und er fragte seine Mörder einfach nur, wo er sich hinstellen sollte, um erschossen zu werden: eine Welt der Barmherzigkeit tat sich auf ...
   Von den sechs Missionaren hat nur einer überlebt, und auch der nur, weil man ihn für tot hielt. Pater Teresino Serra erzählt diese Geschichte oft, vielleicht, weil aus ihr die ganze Nächstenliebe strömt, von der so viele Combonianer beseelt sind. Eine Nächstenliebe, die diese Missionare in die ganze Welt geführt hat, mitten in die schwierigsten Situationen, zu den Armen und Unterdrückten. Pater Teresino, ein Sarde in den Sechzigern, ist seit vier Jahren Generaloberer, der 19. Nachfolger von Daniele Comboni. Wir bitten ihn, uns von der Mission und seinen Missionaren zu erzählen. Er antwortet mit der entwaffnenden Einfachheit seines schlichten und umsichtigen Glaubens, verbunden mit der klugen Verschlagenheit dessen, der das Wesentliche vom Zweitrangigen sehr wohl zu unterscheiden vermag.

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Pater Serro Foto rechts, nach Ihrer Wahl zum Generaloberen war es Ihr Wunsch, Ihre Missionare auf der ganzen Welt zu besuchen. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen?
   Meiner Meinung nach muss die Mission neu überdacht werden. Die Zeiten, in denen man auszog, um den Völkern unseren Gott zu bringen, den „Wilden” unsere Lebensweise aufzudrängen, sind vorbei ...  Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben ausgedrückt, aber früher war das einmal so. Heute dagegen scheint mir weniger das Ausziehen als das Bleiben wichtig zu sein. Es geht nicht mehr darum, dass wir den anderen unseren Gott bringen, sondern darum, Gott zu begegnen, der uns dort, im Missionsland, vorausgeht. ... Ich glaube, dass die heutige Mission im Wesentlichen ein Bleiben ist, ein Begleiten, ein mit den Armen gemeinsam zurückgelegter Weg. Ein Bleiben ohne jeglichen Anspruch, die Menschen, an die wir uns annähern, retten zu wollen: Daniele Comboni. der Gründer der Comboni-Missionare, sagte: „Es ist schon viel, wenn ich mich selbst errette ...”. Und so habe ich mich davon überzeugt, dass ich als erster gerufen bin, vor den Mitgliedern meines Instituts dieses Zeugnis abzulegen: meine Reisen sind nichts anderes als ein Bei-ihnen-Bleiben, ein Versuch, sie bei der Aufgabe zu begleiten, die ihnen der Herr aufgetragen hat.
   Sie sprechen von einem einfachen „Bleiben” - dabei ist der Arbeitseinsatz der Combonianer doch gemeinhin bekannt.
   Und genau darin sehe ich eine Gefahr: die Werke sind wichtig, das stimmt, aber wir dürfen die Mission nicht nur auf Werke beschränken.   Wir sind nicht nach Afrika gegangen, um Brunnen zu graben oder Krankenhäuser zu bauen. Gewiss, wir tun auch das, aber es ist nicht das Wesentliche. Wir würden so Gefahr laufen, Agenten der Nichtregierungsorganisationen zu werden.  Im Gegensatz zu früher steht für diese Art Werke viel Geld zur Verfügung, und das ist gefährlich; man riskiert, den Geist der Mission zu verunreinigen, das „Bleiben” in ein „Wirken” zu verwandeln. Wir riskieren, einfache Wohltäter zu werden. Ich betone, dass die Qualität der Mission von der Qualität des Missionars abhängt, und der Missionar hat nur dann Qualität, wenn in seinem Herzen Christus, das Evangelium, wohnt. Wenn das der Fall ist, werden auch die Werke vollbracht - wie man bei unserem Missionar sehen kann, der allein, nur mit Hilfe seiner Leute und einiger Freunde, in einer strukturschwachen Region in Brasilien ein Krankenhaus errichten konnte, die Rondonia. Mehr als das Werk an sich zählt und tröstet aber das Zeugnis, das dieser Missionar und seine Leute abgelegt haben: das Zeugnis der Liebe Christi uns gegenüber.
Sie haben gesagt, dass sich im Vergleich zu früher etwas geändert hat . . .
   Es hat sich viel geändert. Vor allem das Ambiente, das ein Missionar vorfindet. Er kommt zu Leuten, die die westliche Welt nur allzu gut kennen gelernt haben; einen Westen,   der der Dritten Welt bedrohlich erscheinen muss, der Bomben abwirft, der ausbeutet, unterdrückt, ihren Flüchtlingen die Grenzen verschließt. Einen Westen, der sich mehr denn je als Eroberer zeigt.  Die Folge ist, dass man uns zunächst einmal Feindseligkeit entgegen bringt. Und bei einer solchen - überdies mehr als verständlichen - Haltung ist jedes Wort vergeudet. Früher einmal hätten Worte vielleicht genügt, heute dagegen hängt die Glaubwürdigkeit des Missionars einzig und allein von seinem Zeugnis ab. Nur ein überzeugendes Zeugnis kann diese Mauer der Feindseligkeit durchbrechen. Und im Gegensatz zu früher findet der Missionar heute ein Ambiente vor,  in dem es bereits eine Kirche gibt,  eine Ortskirche, zu deren Entstehung wir selbst beigetragen haben. Gewiss, eine, die wie alle menschlichen Realitäten ihre Grenzen hat: manchmal scheint sie meiner Meinung nach die negativen Aspekte der westlichen Kirche nachzuahmen, bzw. den übertriebenen Triumphalismus, die Zurschaustellung von Macht - natürlich nur in gewissen, begrenzten Bereichen. Wir dagegen müssen mit dieser neuen kirchlichen Realität zufrieden sein. Der Ortskirche muss die Freiheit gelassen werden, ihre Aufgabe zu erfüllen, und wir müssen einen Schritt hinter ihr zurückstehen.
Wird es auch bei den Einsatzorten der Missionare Veränderungen geben?
   Wir sind gerade dabei, unsere Präsenz in verschiedenen Gebieten zu überdenken. Es gibt da einige Dinge, die änderungsbedürftig sind. Ein Beispiel: in Nairobi gibt es eine Zone mit einer Reihe von Ordensinstituten, von Orden geleiteten Schulen, usw. Die Zone hat einen Namen, der soviel bedeutet wie: „Die schönsten Häuser.” Und dort sind wir alle konzentriert, in dieser Art afrikanischem Vatikan. Gewiss, auch der Zuzug in die Städte hat seine Gründe - immerhin hat Nairobi aus ganz Kenia Millionen von Menschen angezogen, die meisten leben in Slums. Im Norden jedoch, an der Grenze zu Äthiopien, wo die Bevölkerung sehr arm ist, sind nur zwei Combonianer vertreten. Ich glaube, dass es an der Zeit ist, den Orten den Rücken zu kehren, wo andere Missionare sind und dorthin zu gehen, wo niemand ist. Ich glaube, dass unsere Präsenz dort wichtiger ist.

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Foto: Comboni-Schule Nyala Dafur
Die anfänglich nur in Afrika „stationierten” Combonianer sind inzwischen auch in Lateinamerika und Asien vertreten.
   In Lateinamerika wurde einer der unsrigen erschossen, Pater Ezechiele Ramin. Wir würden sein Martyrium gerne von der Kirche anerkennen lassen - auch wenn die Combonianer Lateinamerikas nicht so recht mitziehen wollen: für sie und für alle, die ihn kennen gelernt haben, ist Ramin ohnehin schon ein Heiliger. Und das reicht ihnen. Aber ich glaube, dass Pater Ezechiele ein Schatz für die ganze Kirche ist, und deshalb wollen wir seinen Heiligsprechungsprozess auch vorantreiben …
Sie waren oft in Lateinamerika...
  Ja, ein Kontinent voller Leben, Völker voller Leben, die Regeln als Hindernis betrachten. So muss sich der Missionar an sie anpassen, ohne irgend etwas aufzudrängen, muss mehr mit dem Zeugnis evangelisieren als durch das Aufdrängen von Regeln. Wenn man die Dokumente der Begegnung von Aparecida liest, als Papst Benedikt XVI. zu Besuch hierher kam, sieht man, dass die Verben „bleiben” und „begleiten” das ganze Dokument durchziehen - von der ersten bis zur letzten Seite. Gewiss, unser Wirken bei diesen Menschen war nicht frei von Fehlern und Sünden, aber niemand kann uns bezichtigen, die Menschen hier nicht begleitet zu haben,  wie uns der Herr aufgetragen hat. Nun hat man in Lateinamerika - wo wir die Zeit der Befreiungstheologie endlich hinter uns haben - den Akzent auf die theologische und liturgische Disziplin setzen wollen. Wahrscheinlich ist auch dieses neuerliche Gemahnen an die Disziplin notwendig, aber man muss sich davor hüten, eine Kirche zu schaffen, die den Leuten fern steht.
Konnten die Combonianer auch in Asien Fuß fassen?
   Nein, nicht wirklich. Dort fühlt man sich wie eine Ameise vor einem wahrhaft titanischen Unterfangen: ein ganzer Kontinent, Milliarden von Menschen, die das Evangelium noch nicht kennen. Aber gerade dort, mehr als anderswo, ist es offensichtlich, dass man bleiben muss ohne den Anspruch, etwas zu tun. Wir müssen die Zeit des Herrn abwarten.
Haben auch die Combonianer - wie viele andere Orden - eine Abnahme der Berufungen zu beklagen?
   Wir sind derzeit 1.745, verteilt auf 29 Nationen: Afrika, Lateinamerika und Asien. Natürlich sind nicht alle davon „im Einsatz” - bei dieser Zahl sind auch Alte und Kranke mitgerechnet. Die Zahl der Berufungen hat sich verringert, das stimmt: vor ein paar Jahren gab eine Studie zur Ordenssituation unserem Institut noch ca. 70 Jahre Lebenszeit. Natürlich könnte es auch schon morgen mit uns vorbei sein, wir könnten aber auch noch sehr viel länger bestehen - das hängt von den Plänen Gottes ab. Zahlen interessieren mich nicht: wenn ein Baum verdorrt, dann kann man zumindest Brennholz aus ihm machen und sich daran wärmen. Gott vergeudet nichts ... was mich interessiert, sind Vollblut-Missionare, die bereit sind, Gott und den Armen ihr Leben geben. Alles andere interessiert mich herzlich wenig.

 Comboni-Pater Joseph Mumbere Musanga zelebriert die Messe in einer Pfarrei in Kisangani, Kongo

Welches Resumé würden Sie aus Ihren Reisen ziehen?
   Ich muss sagen, dass unsere Missionare eigentlich besser sind, als ich erwartet habe. Traurig waren für mich die Besuche im Norden Ugandas, wo ich eine wirklich tragische Situation vorgefunden habe: eine Bevölkerung, die von dem langen Krieg zwischen Rebellen und Regierungstruppen sichtlich ausgelaugt ist; einem Krieg, der sofort zu Ende war, als man beschloss, dass er enden müsse (und das sagt eigentlich schon alles darüber, welche Art Krieg es war ...). Unsere Missionare hatten Jahre lang unter einem mehr als merkwürdigen Krieg zu leiden. Einem Krieg, der meist des Nachts aufflammte, mit Überraschungsangriffen. Sie sind genauso ausgelaugt wie die restliche Bevölkerung ... Und dann ist da noch der Sudan. Ein wahres Pulverfass: Nord und Süd haben ein Friedensabkommen unterzeichnet - und da haben sich schon die ersten Profitgeier eingestellt, die aus dem Wiederaufbau Kapital schlagen wollen. Das Klima ist alles andere als entspannt. Ich fürchte, dass der Konflikt früher oder später wieder aufflammen wird ... Was mir aber von all diesen Reisen geblieben ist, ist etwas anderes.

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Foto: Comboni-Pater Raffaele Cefalo bei den Turkana-Nomaden in Nakwamekwi, Kenia

Und was?
   Ich weiß nicht so recht, wie ich es sagen soll, aber ... als ich begonnen habe, hatte ich klare Vorstellungen. Jetzt dagegen ist alles verworren. Wenn man so viel Leid, so viel Schmerz sieht, fragt man sich unweigerlich: warum lässt Gott das alles zu? Warum siegt immer die Ungerechtigkeit? Kurzum: es herrscht ein „Gottesschweigen”, das erschreckt . . .
Höre ich da vielleicht eine gewisse Skepsis heraus?
  Nein, aber die Realität stellt uns nun einmal vor gewisse Fragen ... Und gibt uns manchmal auch Antworten. Oft unerwartete. Ich erhielt die Antwort durch eine wirklich bemerkenswerte Begebenheit. Als ich in Nairobi unter- richtete, hatte ich einen Studenten aus Uganda, einen gewissen Francis Bakanibona, dem ich davon abriet, sein Studium fortzusetzen. Er schien mir für unsere Art Leben ungeeignet. Nach der Rückkehr in seine Pfarrei wurde er dort aber schon bald ein wahrer Bezugspunkt für die Jugendlichen. Und sein Wirken in der Pfarrei war so manchem ein Dorn im Auge. Bald schon kamen die Regierungstruppen, umstellten die Kirche und warteten auf ihn: als er herauskam, ergriffen sie ihn: vor aller Augen wurde er gefoltert und umgebracht. Und ich hatte gemeint, er wäre fürs Seminar ungeeignet! ... Eine Woche später waren in der Pfarrei 30 Taufen angesagt. Der Pfarrer fragte das erste Elternpaar: „Welchen Namen wollt ihr eurem Kind geben?”. Sie antworteten: „Francis”. Dann war das zweite Paar an der Reihe, und auch ihre Antwort lautete: „Francis.” Beim dritten Paar war es nicht anders ... Alle wollten ihre Kinder Francis nennen. Diese Dinge zeigen uns, dass die Antwort Gottes anders ist, als wir uns das vorstellen. Und oft kommt sie von den Bevölkerungen, denen wir den Herrn gebracht haben. Wir haben ihn gebracht, aber sie zeigen ihn uns jetzt in einer überzeugenderen und rührenderen Weise.
Ähnliche Episoden wird es in der Geschichte Ihres Instituts sicher viele geben.
   Oh ja ... einer unserer Missionare in Norduganda hat mir folgende erzählt: einmal wurde die Mission, wo er allein lebt, von Kindersoldaten angegriffen. Sie drohten, ihn umzubringen.Er aber ließ sich nicht einschüchtern, sondern rief unerschrocken: „Ihr könnt mich gar nicht umbringen! Das Brauchtum eurer Leute besagt, dass euch und eure Eltern, wenn ihr einen alten Mann umbringt, auf ewig dessen Seele verfolgen wird!” Sie sahen ihn entsetzt an und bettelten: „Dann lass uns wenigstens etwas stehlen - was sollen wir sonst unseren Führern sagen? Sie werden schrecklich wütend sein!” Da ließ er sie herein und wartete draußen. Als sie herauskamen, zeigte er ihnen, wo er seine Whiskyflasche versteckt hat. „Damit werden eure Führer sicher zufrieden sein,” meinte er. „Was sollten sie auch mit vier Kerzenständern anfangen?” ... Dann haben wir noch Combonianer in Iceme, ebenfalls im Norden Ugandas, Distrikt Lyra. Sie wurden schon siebenmal angegriffen, und wollten trotzdem nie weggehen ... Und das sind nur einige der Zeugnisse, die unsere Missionare ablegen. Wie viel könnte man noch von den Alten, den Kran- ken erzählen ...
Zum Beispiel?
   Zum Jahrestag der ersten Mission der Combonianer war ich in einem Aufnahmezentrum. Hier leben Leute, die nach Jahre langem Missionsdienst ein wenig angeschlagen zurückkehren - um es beschönigend zu sagen. Einer leidet an einer progressiven Parese: er versteht alles, aber kann sich nicht bewegen. Trotzdem hat er immer ein Lächeln auf den Lippen. Auch das ist eine Form des Martyriums. Eine schleichende. Dann gibt es noch Mitbrüder, die sich nicht mehr an all das Gute erinnern, das sie getan haben. Aber was macht das schon? Der Herr wird sich dafür um so besser daran erinnern! ... 

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Friedensgebet Lokori, Kenia

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