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Wunder & Zeichen

Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Das eucharistische Wunder von Buenos Aires
2. “Tre Fontane” - Unsere Liebe Frau von der Offenbarung
3. Victor - von Krebs geheilt - in Köln
4. Benedikt XVI. besucht das Haus der Mutter des Herrn in Ephesus
5. Das “Volo Santo” - die Vera Ikone in Monoppello
6. Paul Badde: Das Muschelseidentuch: Auf der Suche nach dem wahren Antlitz Jesu
7. Wunderheilung einer Muslima in Kartum (Sudan) auf die Fürbitte des heiligen Danile Comboni
8. Das Eucharistie-Wunder von Amsterdam
9. Andreas Englisch: Gottes Spuren. Die Wunder der katholischen Kirche
10. Die israelische Tageszeitung Jediot Achronot berichtet:
Der vom Papst Johannes Paul II. im Jahre 2000 gepflanzte Feigenbaum trägt als einziger im Hain Früchte

   In der Wunderfrage schlummere die Gottesfrage hat Benedikt XVI. mehrmals festgestellt. Nach einer Zeit der „Entmythologisierung”, die den Tod des Wunderbaren angesagt hatte, bemerken viele irritiert: Auch in der skeptischen Welt des Westens hat die Sehnsucht nach dem Wunderbaren überlebt. Gerade aber die katholische Kirche hütet in ihrem Schoß das Wunder als den Abdruck der Unfassbarkeit des allwissenden Gottes in der Endlichkeit. Das Christentum entsteht aus dem Ur-Wunder der fleischgewordenen Liebe Gottes und dem Wunder des leeren Grabes. Wunder wegzurationalisieren hieße, Gott selbst in den engen Bahnen einer einseitig definierten menschlichen Rationalität gefangen zu nehmen, nach dem Motto: „Sein kann, was sein darf.”
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Eucharistisches Wunder von Buenos Aires –
Erzbischof Bergoglio und die wissenschaftlichen Analysen

   Papst Franziskus ließ als Erzbischof von Buenos Aires eine wissenschaftliche Untersuchung über ein mutmaßliches eucharistisches Wunder durchführen, das als Eucharistisches Wunder von Buenos Aires bekannt wurde und sich zwischen 1992 und 1996 zugetragen haben soll. Er selbst suchte jedes Jahr mehrfach die Marienkirche auf, in der die sichtbaren Zeichen des Wunders aufbewahrt werden, um dort eucharistische Anbetung zu halten.
   Das Ereignis ist nur wenig bekannt, weil der Pfarrer und seine Gläubigen, wohl nicht ohne Rücksprache mit dem zuständigen Erzbischof, kein mediales Aufsehen wollten. Seit der Wahl Kardinal Bergoglios zum Nachfolger des Apostels Petrus spricht sich die Nachricht dennoch langsam herum. Im deutschen Sprachraum gehört das katholische Internetforum Viaveritas zu den Ersten, die bereits 2009 darüber berichteten.

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Die Fakten
   Das Ereignis begann 1992 im selben Jahr und Monat, in dem Jorge Mario Bergoglio von Papst Johannes Paul II. aus der argentinischen Provinz zurückgerufen und zum Weihbischof von Buenos Aires ernannt wird. Alles geschah in der Pfarrkirche Santa Maria im Viertel Almagro y Caballito in der Altstadt von Buenos Aires. Am 1. Mai 1992, einem Freitag, wurden zwei konsekrierte Hostien auf dem Korporale des Tabernakels gefunden. Auf Anweisung des Pfarrers, Pater Alejandro Pezet, wurden sie in einen Wasserbehälter gelegt und im Tabernakel verschlossen, wie es in solchen Fällen üblich ist. Nach mehreren Tagen hatten sich die Hostien aber nicht aufgelöst. Eine Woche später, am Freitag den 8. Mai 1992 waren die beiden Hostien wie mit Blut durchtränkt. Am Sonntag, den 10. Mai 1992 wurden während der Abendmesse auch auf der Patene Bluttropfen entdeckt, auf der die konsekrierte Hostie während der Eucharistiefeier gelegt wird. Das Blut wurde von einem Arzt und mehreren Hämatologen untersucht. Alle stellten zweifelsfrei fest, dass es sich um menschliches Blut handelte.
   Am 15. August 1996, dem Hochfest Maria Himmelfahrt, als während der Heiligen Messe die Kommunionspendung beendet war, näherte sich eine Frau Pfarrer Pezet und sagte ihm, sie hätte auf der Rückseite der Kirche eine offensichtlich profanierte Hostie gefunden. Der Priester eilte hinaus, um sie aufzulesen und legte auch diese in ein Wasserglas, damit sie sich auflöst. Statt sich aufzulösen, verwandelte sich die Hostie jedoch in ein blutiges Fleischstück. Von dieser Metamorphose wurde umgehend der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Antonio Kardinal Quarracino (1990-1998) und dessen Weihbischof Jorge Mario Bergoglio informiert. Dieser beauftragte den Pfarrer, von einem Fotografen alles ablichten zu lassen. Die Aufnahmen wurden am 6. September 1996 gemacht und nach Rom geschickt. Fotos oben und unten

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Wissenschaftliche Untersuchungen

   Als auch nach mehreren Jahren keine Zeichen eines Zerfallsprozesses erkennbar waren, erlaubte der inzwischen zum Erzbischof von Buenos Aires gewordene heutige Papst eine gründliche Untersuchung. Eine Gewebeprobe des Fleischstückes, in das sich 1996 die aufgefundene Hostie im Tabernakel verwandelt hatte, wurde gerichtsmedizinisch untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass es sich mit Sicherheit um den Teil eines Menschenherzens handelt. Wie das pathologische Institut weiter feststellte, musste es sich um das Herz eines noch lebenden Mannes handeln. Es handelt sich um lebende Zellen. Der beauftragten Gerichtsmedizin war die Herkunft der Gewebeprobe nicht mitgeteilt worden, um das Ergebnis in keine Richtung zu beeinflussen
   Im selben Jahr wurde der bekannte, unter anderem in Deutschland ausgebildete Neuropsychophysiologe Ricardo Castañon Gomez aus Bolivien mit der Durchführung einiger weiterer Untersuchungen beauftragt. Diesmal an beiden mutmaßlichen eucharistischen Wundern, jenem von 1992 und jenem von 1996. Am 6. Oktober 1999 entnahm Castañon in Anwesenheit von Vertretern des Erzbischofs und eines Notars je eine Blutprobe und schickte sie an das gerichtsmedizinische Institut Forence Analitycal von San Francisco in den USA. Die Entnahme war vom Erzbischof mit Rom abgesprochen worden. Direkter Ansprechpartner war der Kirchenrechtler und heutige Kurienbischof Gianfranco Girotti, der Privatsekretär von Joseph Kardinal Ratzinger, dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation. Am 28. Januar 2000 wurde das Ergebnis bekanntgegeben. Das Institut stellte fest, dass es sich um menschliches Blut handelte und bestätigte damit die bisherigen Untersuchungen. Der DNA-Code sei eindeutig menschlich. Die Proben wurden ebenso an Professor John Walker von der University of Sydney in Australien geschickt. Der unabhängig von den anderen Untersuchungen feststellte, dass die Muskelzellen und weißen Blutkörperchen von einem Menschen stammen und vollkommen intakt sind. Aus den Untersuchungen ging zudem hervor, dass das Gewebe entzündet war, was bedeutet, dass die Person, zu dem es gehört, ein Trauma erlitten hatte. 2003 teilte Walker Castañon mit, dass die Proben mit einem entzündeten männlichen, nach allen Merkmalen noch lebenden Herzen übereinstimmen.
   Um die Sache weiter zu vertiefen, wurden daraufhin die Proben dem bekannten Spezialisten für Herzerkrankungen Frederic Zugibe von der Columbia University von New York, einem der renommiertesten Gerichtsmediziner der USA übermittelt. Am 26. März 2005 legte er das Ergebnis seiner Untersuchungen vor. Das analysierte Material stellte er als Fragment des Herzmuskels fest, das aus der linken Herzkammer nahe der Aortenklappe stamme. Die linke Herzkammer pumpt das Blut in alle Körperteile. Der untersuchte Herzmuskel, so Zugibe, befindet sich in einem entzündeten Zustand und enthält eine große Zahl weißer Blutkörperchen. Das weise daraufhin, dass das Herz lebte, als ihm die Probe entnommen wurde, da weiße Blutkörperchen außerhalb eines lebenden Organismus absterben. Mehr noch: die weißen Blutkörperchen sind in das Gewebe eingedrungen, was anzeigt, dass das Herz eine große Stresssituation erlitten hat. Auch Zugibe und sein Wissenschaftsteam waren nicht über die Hintergründe und die Herkunft der Proben aus konsekrierten Hostien informiert.
   Zeugen der Untersuchungen waren der Rechtsanwalt Ron Tesoriero und mit Mike Willesee einer der bekanntesten Journalisten Australiens, der sich dann zum katholischen Glauben bekehrte. Als Zugibe später erfuhr, dass die eine Probe einen Monat, die andere sogar drei Jahre in destilliertem Wasser aufbewahrt wurden, war er völlig verblüfft. Noch mehr verblüfft war er, als er von der Herkunft der Proben aus Hostien erfuhr. Das von ihm als Teil eines „lebenden“ männlichen Herzens festgestellte Fragment, stammte aus einem konsekrierten Brotstück. Zugibe war fassungslos: Wie konnte das Fragment eines Stückes Brot ein Teil eines menschlichen Herzens werden? Wie war es möglich, dass diese von ihm untersuchte Probe, die 1996 für alle, die nicht an Wunder glauben, von einem toten Mann entnommen worden sein musste,  Jahre nach der Entnahme noch immer „lebte“, das heißt, dass die Gewebezellen aktiv waren und sich bewegten? Innerhalb von 15 Minuten zerfallen die weißen Blutkörperchen in einem toten Organismus. Wie war es dann möglich, sie 2005 noch immer zu beobachten? Die Antwort von Zugibe: „Wie und warum die geweihte Hostie mutieren und zu Fleisch und Blut eines lebenden menschlichen Wesens werden kann, bleibt für die Wissenschaft ein unerklärliches Geheimnis, ein Geheimnis, das außerhalb ihrer Kompetenz liegt.“

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Vergleich mit Lanciano und dem Grabtuch von Turin

  Die Ergebnisse der Analyse des New Yorker Instituts wurden schließlich mit jenen eines anderen eucharistischen Wunders, jenem von Lanciano verglichen, dem ältesten bekannten seiner Art. In Lanciano werden sowohl die Reste einer Bluthostie als auch eines menschlichen Herzens aufbewahrt , in das sich eine konsekrierte Hostie verwandelte. Das Hostienwunder von Lanciano liegt bereits 1.300 Jahre zurück und dennoch sind noch immer Hostie und Teil des Herzmuskels zu sehen und in der dortigen Minoritenkirche ausgestellt. Das Wunder ereignete sich in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts, als die Gegend von Lanciano in Süditalien langobardisch war. Aus Byzanz waren wegen des Bildersturms unter Kaiser Leo III. (717-741) zahlreiche Mönche in den Westen geflohen. Einer von ihnen, ein griechischer Basilianermönch zweifelte während er das heilige Messopfer zelebrierte, an der Realpräsenz Christi. Er bezweifelte, dass Brot und Wein in der Wandlung tatsächlich zum Fleisch und Blut von Jesus Christus werden und bleiben. Während der Wandlung verwandelten sich in seinen Händen und unter seinen Augen Brot und Wein tatsächlich in Fleisch und Blut. Wie auch neueste wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten, handelt es sich bei den seit bald 1.300 Jahren verehrten Reliquien um menschliches Blut und menschliches Herzgewebe. Es konnten keine Konservierungsmittel festgestellt werden, die den so langen Erhalt erklären könnten.
   Auch beim Vergleich der Untersuchungen von Lanciano und Buenos Aires wurde den Wissenschaftlern weder etwas über die Herkunft der beiden Proben aus Italien und Argentinien mitgeteilt. Der Vergleich ergab, dass die untersuchten Proben in beiden Fällen von derselben Person stammen. Die Blutgruppe ist jeweils AB+, die weltweit bei rund fünf Prozent aller Menschen vorkommt. Die DNA stimmt in beiden Fällen überein. Zudem gebe es Merkmale, dass der Mann aus dem Nahen Osten stamme. Weitere Vergleiche zeigten dieselbe Übereinstimmung mit dem Turiner Grabtuch und dem Schweißtuch von Oviedo.
   Vom Vatikan wurde das Eucharistische Wunder von Buenos Aires(noch) nicht anerkannt. Die Kirche lässt sich damit in der Regel ausreichend Zeit und überstürzt nichts. Dennoch scheint sich Argentinien in eine lange Reihe eucharistischer Wunder einzureihen, die im Laufe der Zeit die Kirchengeschichte auf eine ganz eigene Art und Weise durchziehen, indem sie gegen die Zweifel von Priestern, Ordensleuten und Laien die Transsubstantiation ganz real und plastisch in Erinnerung rufen. Katholisches-net130705

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Tre Fontane – Unsere Liebe Frau von der Offenbarung
Bruno Carnacchiola hört von der Gottesmutter: „Nenn mich Mutter, denn ich bin Mutter“

   Es war am 12. April 1947. Der Bahnarbeiter und Kommunist Bruno Cornacchiola Foto unten lebte in Rom. Er be- schloss mit seinen drei Kindern Isola, Carlo und Gianfranco Foto unten einen Ausflug zu machen. Da er den Zug nach Ostia verpasste, nahm er den Zug zum nahen Tre Fontane, den Ort, wo der heilige Paulus hingerichtet wor- den ist. Bruno hatte nicht die Absicht, mit seinen Kindern zu spielen; er musste seine Rede für den kommenden Montag vorbereiten. So überließ er die Kinder sich selbst und nahm sich die Zeit, seinen Angriff auf die Lehre der Kirche von der „Unbefleckten Empfängnis“ auszuarbeiten. Am Morgen hatte er schon, als er an einer Statue der Mutter Gottes vorbei kam, auf den Sockel geschrieben: „Du bist weder Jungfrau, noch Mutter.“

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  Bruno war Gewalt nicht fremd. Er hatte im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft, gewohnheitsmäßig schlug er auch seine Frau und verbot ihr die heilige Messe zu besuchen, war ungläubig und weder ein guter Ehemann noch Vater.
 Zu dieser Zeit plante Bruno Papst Pius XII. zu ermorden. Er hatte schon einen Dolch gekauft und darauf die Worte eingraviert: „Tod dem Papst“. Jetzt zählte er die Tage bis zum 8. Dezember 1947, an dem er den Mord geplante hatte, dem Geburtsfest der Gottesmutter.  So vertieft in seine Arbeit, war er nicht unbedingt glücklich, als seine Kinder laut riefen, er möge ihnen helfen, ihren Ball wiederzufinden. Er folgte den Stimmen der Kinder und war wie betäubt, als er alle drei auf ihren Knien im Winkel einer kleinen Grotte am Hang fand. Der jüngste – Gianfranco – konnte nur sagen: „Wunderschön, wunderschöne Dame!“ Und dann, umgeben vom unvergesslichen Duft der Blumen, erschien die Dame dem Vater. Sie trug ein blendend-weißes Gewand, umgürtet von einer rosafarbenen Schärpe, einen grünen Mantel und in ihrer Hand eine grün-gebundene Bibel. Friedlich offenbarte sich die junge Frau: „Ich komme von der göttlichen Dreifaltigkeit: Tochter des ewigen Vaters, Braut des Heiligen Geistes und Mutter des göttlichen Sohnes. Ich bin die Jungfrau der Offenbarung.“ Sie sprach dann weiter zu Bruno über viele Dinge, und auch über ihre Aufnahme in den Himmel: „Mein Leib konnte nicht verwesen und ist nicht verwest.“
   Dann wies Maria den beinahe-Mörder an, zu Gott zurückzukehren und den Papst zu treffen, und gab ihm genaue Anweisungen. Von der Höhle, die ortsbekannt als ‚Bordell‘ bezeichnet wurde, und in der Maria erschienen war, versprach sie: „An diesem Ort der Sünde werde ich wunderbare Zeichen für die Bekehrung der Ungläubigen wir- ken.“
   Bruno folgte der Weisung Marias auf’s Wort, wurde ein guter Katholik und übergab Pius XII. eben den Dolch, mit dem er ihn hätte töten wollen.
   Bruno wurde am 09. Mai 1913 geboren und ist jetzt stark gehbehindert. Mit seiner flüsternden Stimme erzählt er immer wieder die Geschichte von Unserer Lieben Frau von der Göttlichen Offenbarung und von ihren drei Erschei- nungen in der Grotte. Maria verglich Bruno mit dem heiligen Paulus, der auch die Kirche verfolgte, dann aber nach seiner Bekehrung zum Apostel wurde, der durch die Welt reiste, um das Evangelium zu verkünden. Ähnlich hat Bruno nach seiner Bekehrung sein Leben mit der Weitergabe der Wahrheiten des Glaubens verbracht, die er vor- her so schlecht verstanden hatte. Er gründete im April 1948 die katechetische Gemeinschaft „SACRI“ in Tre Fon- tane. 
   Heute steht in der Grotte eine lebensgroße Statue einer eher italienisch-aussehenden Maria in einem elfenbein- farbigem Gewand mit blauem Schleier, der bis auf ihre Füße reicht, und einer rosa Schärpe. Sie ist gast ganz umgeben von einem Feld mit Blumen. Beeindruckend ist die Stille und der Friede dieses kleinen Wallfahrtsortes. Man kann dort erleben, wie die Menschen ruhig beten und nach herzzerreißendem Schluchzen herrscht schließlich wieder dieselbe Ruhe. Dieser Ort ist einer jener Plätze, die man aufsucht, wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird und man sich danach sehnt, in die Arme genommen zu werden. Es ist schwierig zu beschreiben, aber der Gang in die Kapelle ist ein Gang in die offenen Arme. Warum? Weil die Menschen dort plötzlich alles, was sie in ihren Herzen verschlossen hatten, loslassen können.
   Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich diesen Wallfahrtsort besuchte. Die heilige Messe hatte gerade be- gonnen. Es entspricht der Liturgie, dass nun Leben, Tod und Auferstehung Jesu in den Vordergrund treten und Maria im Hintergrund bleibt. Rechts vom Altar stand das große Kreuz. Als Jesus am Kreuz starb, gerade in diesem Moment, brauchte er die Nähe seiner Mutter – und sie war bei ihm. Sie konnte ihn nicht in ihren Armen halten, konnte ihn nicht liebkosen, und konnte ihm nicht die Tränen abwischen, wie sie es getan hatte, als er noch ein kleiner Junge war; aber sie stand neben ihm, als er litt. Es war der Augenblick seiner absoluten Trostlosigkeit, als Jesus schrie: „Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen?“ Alles, was sie sagen und tun konnte war: „Ich bin bei dir.“ Genau das ist es, was Maria an diesem heiligen Ort schlicht und ergreifend sagt: “Ich bin helfend bei dir.“ Anders lässt sich das Erlebnis an dieser Gnadenstätte nicht beschreiben.
   Wenn Menschen leiden, brauchen sie eine Mutter. Wenn Schmerzen uns bedrücken, wenn wir voller Angst nicht wissen, wohin wir uns wenden sollen, dann ist Maria da, uns zu umarmen und sofort fühlen wir uns besser. Haben Mütter nicht immer Taschentücher dabei, um ihren Kindern die Nase zu putzen und die Tränen zu trocknen? Maria ist unsere Mutter. Darum sagt sie uns: „Ich bin helfend bei dir.” Maria sprach Bruno an: “Nenne mich Mutter, den ich bin Mutter.” Ihre vollkommene Rolle in der Geschichte unserer Erlösung ist die Rolle der Mutter: Mutter Gottes, Mutter der Kirche . . . und meine Mutter! CT100223SrJanetFearns

  Victor vom Krebs geheilt    WJT-11xx

Foto: Vor der Kölner Kirche St. Pantaleon: Benedikt XVI. segnet den kranken Victor, 6.

  Die Bilder gingen um die Welt: Beim Weltjugendtag in Köln segnete Papst Benedikt XVI. den krebskranken sechs- jährigen Victor. Jetzt ist der Junge wieder gesund. Es war ein Herzenswunsch des aus Düsseldorf stammenden Kindes gewesen: einmal den Papst treffen. Als der deutsche Pontifex am 19. August 2005 vor der Kölner Kirche Sankt Pantaleon überraschend ein Bad in der Menge nahm, erblickte er den kleinen Victor, dem nach der Chemo- therapie bereits die Haare ausgefallen waren. Der Heilige Vater berührte den Kopf des Jungen mit seinen Händen und segnete ihn. „Der stärkste Segen der Welt”, sagte Victor nach der Begegnung mit dem Heiligen Vater tapfer. Wie viel Kraft ihm dies wirklich gab, ist nicht abzuschätzen. „Wir konnten es selber kaum glauben. Auch die Ärzte waren baff und haben sich riesig gefreut, als sie die neuen Untersuchungsergebnisse sahen”, sagte Mutter Michaela dem Kölner „Express”. „Victor ist jetzt krebsfrei.” Natürlich sei da kein Wunder passiert. Die Mutter: „Die Arbeit der Ärzte, die Zellspende, die Victor im Sommer bekam, all das war gut. Aber die Kraft, der Glaube an ein gutes Ende, dies kam sicher aus diesem Moment heraus.” Inzwischen lebt Victor schon wieder wie ein normales Kind. Er besucht die Vorschule, war schon mit seiner Mutter zum Reiten und Schlittenfahren. Auch die Haare wachsen wieder. Dank der medizinischen Fortschritte können nach Angaben der Deutschen Krebshilfe heute rund 75 Prozent aller krebskranken Kinder geheilt werden. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 1.800 Kinder unter 15 Jahren an Krebs. HA051130

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Fotos: Papst Benedikt XVI. besuchte eines der faszinierendsten Heiligtümer der Türkei:
Das Haus Mariens in Ephesus

   Papst Benedikt XVI. hat während seiner Türkeireise das Haus besucht, in dem einst die Gottesmutter Maria zu- sammen mit dem Apostel Johannes gelebt haben soll. Seine Verehrung geht auf die Visionen der deutschen Mysti- kerin Anna Katharina Emmerich zurück, die es so präzise beschrieb, dass es französische Lazaristenpatres wiederfanden. Heute ist es für Christen und Moslems gleichermaßen ein Wallfahrtsort - eine Stätte der Begegnung und des Dialogs, wie sie die Türkei so dringend braucht.
  1881 reiste ein französischer Priester, Abbe Goyet aus Paris, in die Türkei, um das einstige Wohnhaus der heiligen Jungfrau und des Apostels Johannes zu suchen. Das hatte die stigmatisierte Ordensschwester Anna Katharina Emmerich (1774-1824) aus Coesfeld im Münsterland in ihren Visionen gesehen und in allen Details beschrieben. Jetzt wollte er ihre Angaben auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Der Priester ging kein Risiko ein. Zunächst stellte er sich bei dem römisch-katholischen Erzbischof von Smyrna (Izmir) vor und bat ihn um einen ortskundigen Führer. Dann brach er in dessen Begleitung auf. Bald darauf konnte er dem Erzbischof vermelden: “Ich habe das Haus gefunden. Es existiert.” Doch niemand schien sich für seine Entdeckung zu interessieren und so verzichtete er darauf, einen Bericht zu verfassen.
  Zehn Jahre später lasen katholische Ordensschwestern in Izmir das Buch “Das Leben der heiligen Jungfrau Maria”, das der deutsche Romantiker Clemens Brentano auf der Grundlage der Visionen der stigmatisierten Nonne veröffentlicht hatte. Als sie zu dem Kapitel kamen, das den Aufenthalt und Tod Mariens in Ephesus beschreibt, wurden sie neugierig. Bald erzählten sie dem Lazaristen Pater Jung, davon: “Ephesus ist doch gar nicht weit. Es wäre gewiss der Mühe wert, dort einmal hinzugehen.” So machte sich Pater Jung am 27. Juli 1891 zusammen mit einem Ordensbruder und zwei Begleitern auf den Weg.
  Wir wissen wenig über das Leben Mariens nach dem Pfingstereignis des Jahres 30 oder 33. Einzig das Johannes- Evangelium enthält einen Hinweis. Als Jesus seine Mutter und seinen Lieblingsjünger unter dem Kreuz sah, führte er sie zusammen und “sagte zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.” Joh 19,26-27 Wie die übrigen Jünger, so blieb auch Johannes zwölf Jahre lang im Lande der Juden und verkündete ihnen das Evangelium. Erst als im Jahre 41 der neue König Herodes Agrippa seinen Bruder Jakobus gefangen nehmen und hinrichten ließ, verließ er, wie die meis- ten anderen Jünger, das Land. Die Tradition weiß, dass er nach Ephesus an der Ägäisküste Kleinasiens (das heutige Efes in der Westtürkei) ging, wo es eine große jüdische Gemeinde gab.
  Ephesus war damals eine Weltstadt, die bedeutendste Metropole an der Westküste Kleinasiens. Hier befand sich das berühmte Heiligtum der Muttergöttin Artemis, das nicht nur Pilgerströme anzog, sondern so prachtvoll war, dass es zu den sieben Weltwundern gezählt wurde. Kein Wunder also, dass hier die Jünger Jesu das Evangelium verkündeten.
    Das erste Sendschreiben in der Offenbarung des Johannes Offb 2,1-7 ist an die junge Gemeinde von Ephesus gerichtet, was die Verbundenheit des Lieblingsjüngers Jesu mit dieser Stadt bestätigt. Er verließ sie erst, als der römische Kaiser Domitian ihn nach 81 n. Chr. auf die Insel Patmos verbannte, von wo er 96 n.Chr. zurückkehrte. Irgendwann um 100 n. Chr. verstarb er in Ephesus; über seinem Grab wurde im 6. Jahrhundert von Kaiser Justi- nian eine mächtige Basilika errichtet, deren Ruinen uns heute noch beeindrucken.
   Es ist also durchaus möglich, dass Maria um das Jahr 41/42 mit Johannes nach Ephesus ging. Immerhin fand dort im Jahre 431 das dritte ökumenische Konzil statt, das den Marientitel “Mutter Gottes” zum Dogma erklärte. Das Konzil tagte in einer Kirche, die damals schon Maria geweiht war. Sie zeugte von der großen Verehrung der Gottesmutter in Ephesus auch vor dem Konzil, das die Marienverehrung im ganzen römischen Reich verbreitete.
   Von einem “Marienhaus” oder gar einem Grab Mariens in oder bei Ephesus wusste aber kein frühchristlicher Autor. Gregor von Tours, ein fränkischer Kleriker und Geschichtsschreiber des 6. Jahrhunderts, schreibt jedoch: „Auf einem Berggipfel in der Nähe von Ephesus sind vier Mauern ohne Dach erhalten. Johannes hat innerhalb dieser Mauern gewohnt.”
   Keine einzige frühe Quelle dagegen weiß etwas von ihrem Tod in Ephesus. Einzig in einem Brief, den die Konzils- väter von Ephesus 431 an die Geistlichkeit in Konstantinopel geschrieben hatten, erwähnten sie, dass es Ephesus war, “wo Johannes der Theologe und die Gottesmutter, die heilige Jungfrau, sich von der Versammlung der heili- gen Väter trennten”.
   Anna Katharina Emmerich dagegen behauptete, Maria sei schon im Jahre 44/47 oder „von Christi Himmelfahrt vierzehn Jahre und zwei Monate” in Ephesus verstorben. Detailliert beschrieb sie die Lage des Hauses, in dem sie neun Jahre lang mit Johannes gelebt haben soll:
   “Maria Wohnplatz war, wenn man von Jerusalem kommt etwa dreieinhalb Stunden von Ephesus auf einem Berg zur Linken. Dieser Berg fällt schief ab gen Ephesus, welches man, von Südost kommend an einem Berg wie dicht vor sich liegen sieht, das sich aber ganz herumzieht, wenn man weiter geht. Von Ephesus, vor welchem große Alleen sind, unter denen gelbe Früchte am Boden liegen, führen schmale Pfade auf einen Berg, der wild bewach- sen ist, und gegen die Höhe des Berges zu ist eine hügelige, auch bewachsene Ebene von etwa einer halben Stunde im Umfange, auf welcher diese Ansiedlung geschah. ... Eine kleine Strecke Wegs hinter diesem Hause stieg die Höhe des Berges felsig zu dessen Gipfel heran, von welchem man über die Hügel und Bäume hinaus auf Ephesus und das Meer mit seinen vielen Inseln sieht. Der Ort liegt näher am Meer als Ephesus ... die Gegend ist einsam und unbesucht... Zwischen diesem Wohnort der heiligen Jungfrau und Ephesus läuft ein ganz wunderbar geschlängeltes Flüsschen.”
  Mit dieser Beschreibung in der Hand machten sich Pater Jung und seine Gefährten also im Juli 1891 auf die Suche. Zwei Tage lang streiften sie vergeblich durch die Hügellandschaft südlich von Ephesus.  Schließlich, am 29. Juli gegen 11.00 Uhr, brannten ihre trockenen Zungen. Müde und durstig erreichten sie ein Tabakfeld, auf dem ein paar Frauen arbeiteten. “Habt Ihr etwas Wasser für uns?”, fragten die erschöpften Männer. “Leider haben wir keines mehr”, war die Antwort, „aber geht zu dem Kloster da drüben, dort werdet Ihr Wasser finden.” Mit dem Finger deuteten sie in Richtung eines alten, verfallenen Hauses. Tatsächlich fanden sie dort einen Brunnen, dann schauten sie sich die Ruine genauer an:
   “Das Haus Maria war von Steinen, viereckig und an dem hinteren Ende rund oder eckig, die Fenster waren hoch oben angebracht, das Dach war platt”, heißt es bei Anna Katharina Emmerich. Die Beschreibung passte auf die Ruine, die vor ihnen lag, am Hange des Bülbül-Daghs, des Nachtigallenberges. Als sie auf seinen Gipfel stiegen, sahen sie das Meer. Zwei Tage lang inspizierten die vier Männer die Gegend, dann waren sie sich sicher: Sie hatten das Haus gefunden, das die Mystikerin so präzise beschrieben hatte, ohne je in Ephesus gewesen zu sein. Es war das Haus, in dem den Visionen zufolge die selige Jungfrau Maria gelebt hatte!
   Wieder zurück in Izmir, berichteten sie Poulin von ihren Beobachtungen. Der Pater Superior wollte ihnen nicht glauben. Dann machte er sich selbst auf den Weg und überzeugte sich davon, dass seine Lage tatsächlich in allen Details der Emmerich'schen Darstellung entsprach. Acht stattliche Platanen umgaben die Ruine, spendeten kühlenden Schatten. Seit Gregor von Tour scheint sich ihr Zustand kaum verändert zu haben. Sie hatte kein Dach, die vier Wände waren in einem schlechten Zustand. Als Abbe Poulin nach Izmir zurückgekehrt war, ergriff er sofort die Initiative. Eine Ordensschwester, Marie de Mandat Grancey, hatte gerade ein kleines Vermögen geerbt und war bereit, es zur Gänze in die Wiederherstellung des Marienhauses zu investieren. So kaufte  man das Anwesen, kanalisierte die Quelle, legte bessere Zugangspfade an, errichtete eine Marienstatue und einen Altar und schützte das Haus durch eine Glaskonstruktion. Im Verlauf der Arbeiten, am 24. August 1898, kam es zu einer weiteren, erstaunlichen Bestätigung der Emmerichschen Visionen. Als die Arbeiter den Boden des Hauptraumes freilegten, stießen sie auf verkohlte Steine im Zentrum des Gebäudes, eben dort, wo laut der Stigmatisierten einst die Feuerstelle des Marienhauses lag:“(Das Haus) war in zwei Teile geteilt durch den in der Mitte angelegten Feuerherd.” Fortan war es als “Meryemana” (wörtlich: “Mutter Maria”), als “Marienhaus” bekannt. Dann kam der erste Weltkrieg,  die ganze Gegend wurde militärisches Sperrgebiet. Als die Lazaristen 1920 nach Meryemana zurückkehrten, fanden sie den Glasschutz zerstört, den Altar zertrümmert, die Platanen gefällt. Die Bronzestatue Mariens war verschwunden; die türkischen Finanzbehörden hatten das Gelände konfisziert. Dreißig Jahre dauerte der Kampf um die Stätte. Erst 1951 wurden die Besitzverhältnisse vom türkischen Staat anerkannt. Seitdem ge- hört Meryemana einer privaten Vereinigung. Es kostete den Verein einige Mühe, dann hatte er auch die türkischen Behörden überzeugt, dass das Haus Mariens ein potenzielles Ziel für den Fremdenverkehr ist.
   Schon ab 1896 fanden von Izmir aus Wallfahrten nach Meryemana statt. 1950, als Rom das Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel verkündete,  wurde diese Tradition erneuert. Seitdem pilgerten zwei Päpste, Paul VI. am 26. Juli 1967 und Johannes Paul II. am 30. November 1979, in das Marienhaus und feierten dort die heilige Messe. Dadurch allein erhielten die Visionen der Anna Katharina Emmerich ihre erste amtskirchliche Be- stätigung - lange vor ihrer Seligsprechung im letzten Jahr des Pontifikats von Johannes Paul II. am 3. Oktober 2004. Heute besuchen jedes Jahr einige hunderttausend Pilger und Touristen das Heiligtum bei Ephesus.
   Französische Schwestern betreuen das kleine Heiligtum des Hauses Mariens, zu dem auch Musliminnen aus der Umgebung kommen, um Maria um Hilfe in verschiedenen Nöten zu bitten. Es ist ein Ort des Friedens, ein heiliger Ort von schmuckloser Einfachheit. An langen Leinen, die zwischen den Bäumen gespannt sind, hängen Gebete. Muslime wie Christen trinken aus der heiligen Quelle neben der Kapelle. Der Koran spricht voll Ehrfurcht von Maria. Auch für den Muslim ist sie begnadet und ohne Sünde von Anfang an. “Sie glaubte an die Worte ihres Herrn und an seine Schriften und sie war eine von den Demütigen, die sich Gott ganz ergeben”, heißt es im Koran. Das Kon- zilsdekret des Zweiten Vatikanums über die nicht-christlichen Religionen betont ausdrücklich die Marienverehrung der Muslime. Hier führt die “Mutter Maria” die Gläubigen zusammen.
   Es bleibt beeindruckend, wie präzise eine westfälische Landarbeitertochter topographische Details aus einer Region des damaligen osmanischen Reiches beschrieb. So bleibt das Marienhaus bei Ephesus ein faszinierendes Heiligtum, ein Ort des Gebets für Christen und Moslems, eine Stätte der Begegnung und des Dialogs. Das ist der Grund dafür, dass Benedikt XVI., wie schon seine beiden Vorgänger, dem Meryemana besuchte. Fotos unten
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  Michael Hesemann, Schriftsteller und Historiker, schrieb zehn Bücher zu Themen der Kirchengeschichte. Im Herbst 2006 erschien sein sein Werk, „Stigmata - Sie trugen die Wundmale Christi”, in denen er sich ausführlich der seligen Anna Katharina Emmerich widmet. 19.90 € Weltbild.
  Sie gehören zu den geheimnisvollsten Phänomenen der christlichen Mystik. Die Wundmale Christi, faszinieren seit Jahrhunderten Gläubige wie Skeptiker. Obwohl jüngere Fälle gründlich von Psychiatern und Medizinern untersucht wurden, entziehen sie sich nach wie vor jedem konventionellen Erklärungsversuch. In einem spannenden wie faszinierenden Sachbuch erzählt Bestsellerautor Michael Hesemann auf erfrischend moderne Weise die Geschichte der bekanntesten Stigmatisierten: des heiligen Franz von Assisi, der heiligen Katharina von Siena, des italieni- schen Nationalheiligen Pater Pio ...  - Stigmata sprengen die Grenzen der Naturgesetze.
   Im Christiana-Verlag ist das Buch von Anna Katharina Emmerich: Leben der heiligen Jungfrau Maria erschienen: 485 Seiten, 29 Abbildungen, gebunden, 31 CHF,  ISBN 3-7171-0961-8
   Die Stigmatisierte Ordensschwester A. K. Emmerich sah in ihren Visionen das ganze Leben Jesu wie einen Film vor sich abrollen. Clemens Brentano hat ihre Visionen während fünf Jahren aufgezeichnet. Im ersten Band erfahren wir ergreifende Einzelheiten aus dem Leben der Muttergottes. Jesus stammt aus einer jüdischen Familie. Die verwandtschaftlichen Verflechtungen und Verzweigungen, zurück bis David und Abraham, zeigen uns die menschliche Herkunft Jesu in einem ganz neuen Licht. Jesus war wirklich Gottes Sohn, aber er ist auch der Sohn Mariens. Ein wunderbares, ergreifendes Buch.

   Überraschende Nachrichten aus Manoppello, dem kleinen Abruzzenstädtchen in Mittelitalien: hier, an diesem abgeschiedenen Ort, soll in einem Kapuzinerkloster die “Veronica”, die vera icona, der Schleier mit dem‚ wahren Bildnis Jesu, das bis ins 17. Jahrhundert im Besitz von St. Peter in Rom war und seitdem als verschollen galt, verehrt werden.

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Benedikt XVI. kam nicht nach Manoppello, um die Echtheit des „Volto santo“ zu bezeugen

   Um das „Heilige Antlitz“ zu sehen hat Papst Benedikt XVI. am eine kurze Pilgerfahrt unternommen. Von seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo aus ging es mit dem Hubschrauber hinein in die Abruzzen zum Städtchen Manoppello. Als „privat” war sein Ausflug im Vatikan bezeichnet worden, eine Privatreise, die allerdings Aus- wirkungen auf die katholische Volksfrömmigkeit rund um die Welt haben könnte. Denn das Heilige Antlitz von Manopello ist ein eigenartiges, faszinierendes Bild. So könnte der Jesus ausgesehen haben. Darauf verweist der päpstliche Besuch.
   Etwa zehn Minuten betet Benedikt XVI. am Hochaltar in der Kirche der Kapuziner-Mönche, etwas außerhalb von Manoppello am Berg gelegen. In einem schmuckreichen goldenen Reliquiar ist das Bildnis ausgestellt, ein Schleier- tuch, 17 mal 24 Zentimeter messend, also in der natürlichen Größe eines menschlichen Gesichts, durchsichtig wie ein Diapositiv, von beiden Seiten zu betrachten. Es ist das Gesicht eines jungen Mannes mit weit geöffneten Augen, in den Farben von heller Haut und blutigen Stellen, mit langen schwarzen Haaren und einigen Bartpartien. Die Gesichtszüge nicht glatt und ebenmäßig, sondern leicht verdreht. Das Porträt eines Menschen, der gelitten, Schmerzen empfunden hat. Dieses Bild ist nicht gemalt. Denn das Muschelseidentuch ist aus Perlmuttfäden ge- webt, einem Stoff, der sich nicht bemalen lässt. Da war jemand anderer am Werk.
   Die Bibel berichtet im Evangelium nach Johannes, im 20. Kapitel, vom Besuch der Jünger Jesu am Grab des am Kreuz gestorbenen Jesus: „Da kam Simon Petrus und ging hinein in das Grab und sieht die Binden gelegt und das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht zu den Binden gelegt, sondern beiseits, zusam- mengewickelt, an einen besonderen Ort gelegt.” War dies die Geburtsstunde der christlichen Darstellungskunst, im Unterschied zu den Religionen der Juden und des Propheten Mohammed, die einschärften, sich von Gott kein Bild zu machen? Wenn aber Christus selbst ein Abbild von sich hinterlassen hat?
   So groß war schon früh das Bedürfnis der Christen nach Verehrung durch Anschaulichkeit, dass sich außerhalb der kanonisierten Überlieferung die Legende herausbildete, Jesus habe bei seinem Kreuzweg einer der „Frauen von Jerusalem”, die ihm aus Mitleid ein Schweißtuch gereicht habe, darauf den Abdruck seines Antlitzes hinter- lassen, einer „Veronica”, deren Name leicht aus dem lateinisch-griechischen „vera-icona" (wahres Bild) abzuleiten ist. In dem „Volto Santo” von Manoppello scheinen beide durch die Jahrhunderte stets verfolgbare Traditionen zusammenzulaufen, sich untrennbar zu verbinden.
   Das „Schweißtuch der Veronika” (nach dem Lukas-Evangelium) wäre dann das Gesichtstuch Jesu im Grab? In diese Richtung gingen die wissenschaftlich geprüften Erkenntnisse der deutschen Ordensschwester Blandina Paschalis Schlömer, die eine „Deckungsgleichheit” des Schleiertuchs von Manoppello mit der „Sacra Sindone”, dem großen Leichentuch im norditalienischen Turin, feststellte. Maße und Gesichtszüge hier wie dort stimmen überein. Hier wie dort kann alle Wissenschaft nicht letzte Klarheit schaffen, weder über die Datierung der Stoffe noch über die Entstehung des Abbildes.
  Die Geschichte in Manoppello beginnt im Jahr 1506. Das 500. Jubiläum bot den Grund für den päpstlichen Besuch. In jenem Jahr - Julius II. ging in Rom an den Neubau von Sankt Peter - sei, so heißt es, das Schleiertuch in den abgelegenen Abruzzenort gekommen. Oder vielleicht erst 100 Jahre später, wie der gelehrte Kunsthistoriker Heinrich Pfeiffer, Mitglied des Jesuitenordens und Professor an der päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom, nach genauen Forschungen herausgefunden hat, als bei einer weiteren Bauphase der Petersbasilika die im ganzen christlichen Europa verehrte Reliquie der „Veronica”, das Schweißtuch, verloren ging. Pater Pfeiffer förderte Er- staunliches für den möglichen Weg des Schleiertuchs über die bald eineinhalb Jahrtausende vor 1506 zutage. Muss man das alles glauben? Glaubt es Benedikt? Für Benedikt ist die lange Geschichte des Christentums, wie er in seiner Ansprache ausführte, von den Erzählungen der Bibel angefangen, eine „Suche nach dem Antlitz Christi, um Gott zu finden und die Straße unseres Lebens, gegen Egoismus und Gleichgültigkeit”. Über die „Echtheit”, über die Authentizität stellte der Papst keine Spekulationen an. Wichtig für ihn ist, dass das Christentum - wegen der Menschwerdung Gottes nach dem Glaubensbekenntnis - eine Schau-Religion mit göttlichen Bildern ist und bleibt. So hat es die die Kirche immer gehalten. Gegen zu wenig und gegen zu viel Bild-Frömmigkeit  zog schon das Konzil von Trient in seiner Sitzung vom 3. Dezember 1563 klare Grenzen, gegen weit verbreiteten Aberglauben, für eine Reform in der katholischen Kirche (in der Vorzeit von Manoppello): „Ferner soll man den Bildern Christi ... die schuldige Ehre und Verehrung erweisen, nicht weil man glaubte, in ihnen sei irgendeine Gottheit oder Kraft, wie es einst von Heiden getan wurde: sondern weil die Ehre, die ihnen erwiesen wird, sich auf die Urbilder bezieht, die jene darstellen.” Missbräuche und Irrtümer sollen vermieden, auch „jeder schändliche Gelderwerb soll aus- geschaltet” werden. Dann aber, so heißt es feierlich, „wird aus allen heiligen Bildern ein großer Nutzen gezogen”.
   So wollte Benedikt in seiner Predigt an die Priester, Ordensleute und Theologiestudenten die Suche nach dem Antlitz Gottes verstanden wissen. „Dies ist ein Ort, an dem wir über das Geheimnis der göttlichen Liebe meditieren können, während wir die Ikone des göttlichen Antlitz' Christi betrachten”, sagte der Papst. „Sucht das Antlitz Christi und lernt es kennen”, sagt er dann zum Abschied vor der Kirche den zehntausend Pilger, die den Tag in Manoppello vebrachten. Mehr als seine vorsichtigen Worte drückte das minutenlange Verharren vor dem „Heiligen Antlitz” aus, dass die Zeit der Bild-Distanz, der Furcht vor sichtbarer,  volkstümlicher Frömmigkeit in der katholi- schen Kirche vorbei ist. Vom Besuch Benedikt XVI. in Manoppello hatten sich viele ein Bekenntnis zur Echtheit des „Heiligen Gesichts” Christi versprochen. Doch Benedikt ließ sich darauf nicht ein.  Heinz-JoachimFischerFAZ060902

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  Seit zwei Jahren wird über ein wieder entdecktes Wunder diskutiert. Der Gegenstand ist ein kleiner Textilschleier, 17 Zentimeter breit und 24 Zentimeter lang. Er wird in einem kleinen Dorf in den Abruzzen aufbewahrt. Auf ihm ist das „Volto Santo” eingeprägt, wie es dort heißt, das Heilige Antlitz Christi. Es soll sich dabei um jenen Schleier handeln, der das Angesicht des gestorbenen Jesus im Grab bedeckte - über oder unter jenem langen Leintuch, in das sein gefolterter Körper gehüllt worden war, und das in Turin als „Santa Sindone” bekannt ist: das Turiner Grabtuch.
   Seit 1986 beschäftigt sich der Sindonologe, Kunsthistoriker und Theologe Heinrich Pfeiffer SJ zusätzlich zu diesem Grabtuch jedoch auch noch intensiv mit dem Schleierbild von Manoppello. Für ihn besteht kein Zweifel, dass es sich dabei um ein „zweites Grabtuch” handelt, oder anders, um das so genannte „Schweißtuch der Veronika”, das vom Jahr 708 bis um das Jahr 1600 im Vatikan aufbewahrt wurde. Um 1608 sollen sich seine Spuren verloren haben, bevor es im Jahr 1648 dann wieder im Kapuzinerkonvent in Manoppello auftauchte. Für Pfeiffer ist dieses Bild des „Volto Santo” ein nicht von Menschenhand geschaffener Gegenstand. Es ist Werk Gottes.
   Auch der jüngste Filmbeitrag Ingo Langners „Manoppello - Das wahre Gesicht Christi?” (im 3SAT), weitere Aus- strahlungen sind vorgesehen) folgte dieser Spur - entlang den Schritten der Recherchen Baddes. Der Regisseur und Autor ging zunächst vom Wunder des Bildes aus; vom geheimnisumwitterten Material, aus dem der Schleier gewoben ist. Bis hin zu gewissen optischen Eigenschaften des Bildes schien es zunächst in den Bereich des Unerklärlichen zu fallen. Denn das Geheimnis fängt ja schon bei dem Material des Gewebes an. Aus dem feinsten, legendenumwobenen Stoff der Antike, Byssus genannt, soll das Tuch sein: Perlmuttfäden, mit denen sich die größte Mittelmeermuschel (die „Pinna Nobilis”) am Meeresboden verankert - schwer zu gewinnen, und noch schwerer zu verarbeiten, wohl das kostbarste Rohmaterial. Päpste und Könige schmückten im Mittelalter ihre Gewänder mit Stickereien aus dieser glänzenden goldfarbenen Muschelseide, die nicht zu bemalen sei. Auf un- bemalbaren Gewebe habe sich hier also nach der Überzeugung Pfeiffers und Baddes das Antlitz Christi abgebildet.

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  Als Kronzeugin für die Art des Gewebes wird die einzige lebende Byssus-Weberin Chiara Vigo aus Sardinien zi- tiert. Sie sieht sich in einer antiken Nachkommenschaft, die bis in die Zeit der Phönizier zurückreicht und Berenike, die Geliebte des Kaisers Titus und Tochter des Königs Herodes, als eine Art Stammesmutter kennt. Von Generation zu Generation sei unter ihnen das Wissen um die Gewinnung der Muschelseide weitergereicht worden. Vigo begründet so die Art des Stoffes. Ein exakter wissenschaftlicher Beweis steht aus. Dazu müsste der Leone ein winziger Faden entnommen werden, was wohl nur der Papst verlangen könne.
Changierende Bilder auf Seide - das gibt es öfter
  Je nach Lichtverhältnissen verschwindet und manifestiert sich das Bild - ein zunächst verblüffendes Phänomen. Es ist jedoch ein Phänomen, das Langners Film auch mit einem bedruckten feinen Seidentuch wiederholen lässt - freilich nicht das eigentümliche Phänomen des Changierens der Farben und des Ausdrucks des „Volto Santo” in wechselndem Licht.
  Pfeiffer erkennt im „Volto Santo” das Urbild aller Bilder, die Vorlage der gesamten Christusikonographie. Aber das ist nicht alles: Das Bild spreche, es sei ein Schleier, der statt zu verhüllen enthülle. Für ihn ist sogar klar: Keine Theologie, keine Vernunftwissenschaft kann es mit diesem Wunder aufnehmen. Mehr noch: Dieses wunderbare Bild verbiete fast jede Anfrage, die eine vernünftige Begründbarkeit verlangt. Doch diese Meinung verletzt natür- lich die theologischen und philosophischen Bemühungen von zwei Jahrtausenden.
   Was ist also das „Volto Santo” von Manoppello beim gegenwärtigen Stand der Dinge? Eine verehrungswürdige Ikone mit ungewisser Herkunft, die seit mindestens 400 Jahren nie zur Untersuchung aus dem Glas ihres Rahmens herausgenommen wurde  - und die in verblüffender Weise mit allen Urikonen Christi kompatibel ist. Ob das Bild „schön” ist, muss dem Urteil des Betrachters überlassen werden.  Das Bild zieht an, unabhängig davon, wie es gesehen wird.   ArminSchwibachDT060727

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MANOPELLO - Die Wallfahrtskirche zum Volto Santo

  Der deutschen Jesuitenpater und Kunsthistoriker Prof. Dr. Heinrich Pfeiffer SJ. hat die Tuchreliquie von Manoppello unter den verschiedensten Gesichtspunkten untersucht. Auf Grund seiner jahrelangen Forschungen hält er die Tuchreliquie von Manoppello für das Original des heiligen Schleiers, der einst zusammen mit dem Grabtuch (das heute in Turin aufbewahrt wird) den Leib des gekreuzigten Jesu eingehüllt hatte. Diese von der Wissenschaft bis- lang unbeachtete Tuchreliquie, wird in der Kirche des Kapuzinerklosters im Abruzzenstädtchen Manoppello auf- bewahrt. Prof. Dr. Heinrich Pfeiffer ist überzeugt, dass dieser Schleier (17 x 24cm) das wahre Antlitz Christi zeigt.

  Volto Santo     Vera-Icona-3xx     Vera Icona

 Bislang hat sich die Wissenschaft nur dem Grabtuch in Turin, der so genannten Sindone (4,36 x 1,10m), intensiv gewidmet, in das nach Aussagen der Evangelisten Mathäus 27,59, Markus 15,46; Lukas 23,52 der Leib Jesu ge- wickelt wurde. Das Grabtuch von Turin gilt vielen als Original und soll den Abdruck des Jesu zeigen. Es ist die am besten untersuchteste Reliquie der Christenheit, sogar ein eigener Wissenschaftszweig, die Sindonologie, be- schäftigt sich damit. Diese nahm jedoch erstaunlicherweise von dem Schleiertuch in Manoppello kaum Notiz.
   Im Kapuzinerkloster von Manoppello wird die Tuchreliquie auf dem Altar aufbewahrt. Sie befindet sich zwischen zwei Glasplatten. Es ist ein zartes, transparentes weißes Gewebe, auf dem man erst bei genauem Hinsehen, nicht gegen helles Licht (dann verschwindet das Bild), sondern gegen einen abgeschatteten Hintergrund betrachtet, ein perfektes plastisches Gesicht entdeckt, dessen Farbe zwischen braun und grau changiert. Die Lippen sind leicht rötlich gezeichnet. Der Eindruck ist so plastisch, das man glaubt, ein menschliches Gesicht zu sehen. Wie die Untersuchungen von Prof. Donato Vittore der Universität Bari jedoch beweisen (Digitalaufnahmen und ultravio- lettes Licht), ist keine Farbe aufgetragen. Besonders markant sind kleine rostbraune Flecken von einer Flüssigkeit (Blut?), die sich entlang der Stoff-Fasern ausgebreitet hat. In der Mitte sind kleine Punkte zu erkennen. Sind es die Stellen,  an  denen die Dornenkrone die Haut verletzt hat?
   Schon beim ersten Blick war es für Pater Pfeiffer klar, dass es sich hier um eine einzigartige Reliquie handeln muss,  und zwar um die Vera Icona, das Schleiertuch mit dem ‚wahren Antlitz’ von Jesus Christus. Sofort begann er mit seinen intensiven Forschungen und der Suche nach Belegen dafür in Archiven.
   Vom 12. Jahrhundert bis ins Jahr 1608 war die Vera Icona in der Peterskirche in Rom das Pilgerziel Zehn- tausender. (Dante, XXXI. Gesang des Paradieses). Dann wurde sie der Verehrung entzogen. Warum? Ein Teil der alten Peterskirche wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts abgerissen, dann 1608 ein weiterer Teil mit der Kapelle, die eigens für die Tuchreliquie errichtet worden war. Danach bricht diese Tradition ab. Worauf stützt sich nun die These von Pater Pfeiffer, dass es sich bei dem Schleiertuch  von  Manoppello  um jene Reliquie aus St. Peter han- delt? Es ist bekannt, dass es sich seit etwa 1622 im Kapuzinerkloster in den Abbruzzen befindet. Des weiteren gibt es zwei Aufzeichnungen in der „Relazione historica” des Historikers Donato da Bomba, einem Kapuzinermönch des Klosters an den Genaralminister des Ordens. Eine wird im Archiv der Kapuziner in Aquila aufbewahrt und die andere im Archiv des Klosters. Demnach soll eine Soldatenfrau Anfang des 17. Jahrhunderts für 400 Scudi, damals eine sehr hohe Summe,  das Tuch einem Adeligen namens De Fabritiis verkauft haben, der es dann dem Kapu- zinerkloster von Manoppello notariell beglaubigt geschenkt hat. Warum hat das Kloster über den Besitz des Schleiers geschwiegen? Wohl aus Angst; denn die Kapuzinermönche mussten seinerzeit den Neuerwerb geheim halten,  hatte doch Papst Urban VIII. den Befehl erlassen, alle Kopien der Tuchreliquie von St. Peter zu vernichten, die damals fleißige Kopisten in großer Zahl angefertigt hatten. Damit wollte er die Unsitte beenden, die es Pilgern ermöglichte, in Erinnerung an ihre Wallfahrt, Kopien der Vera Icona als Souvenir zu kaufen. Unklar bleibt aber, warum in all den Jahrhunderten nichts über den Verlust dieser einzigartigen Reliquie bekannt wurde.
 Weitere Nachforschungen von Pater Pfeiffer betreffen die Geschichte des Schleiertuches vor dem 12. Jahrhundert, denn erst seit dieser Zeit gibt es historisch belegte Daten. Seit dem 12. Jahrhundert wurde die Vera Icona in einer Kapelle von St. Peter in Rom aufbewahrt, die Papst Johannes VII. im Jahre 705 aufwendig und mit kostbaren Mosaiken geschmückt errichten ließ. Es war genau in jenem Jahr als sich in Konstantinopel die Spur von einem besonderen Tuch mit der Darstellung Christi verliert, das als Acheiropoietos, was ‚göttliche Kunst‘ heißt, bezeichnet wird. Aus Siegesgedichten und Überlieferungen weiß man, dass es damals in der byzantinischen Hauptstadt ein Schleiertuch mit der Darstellung Christi gab, das den Truppen als Reichspanier diente. Wenn es auch viele historische Belege für die Existenz eines Grabtuches gibt, so gibt es doch in Zusammenhang mit dem Grabtuch von Turin noch ungelöste Fragen. „Was den Körperabdruck betrifft, so stehen wir bei der Vera Icona aus Manoppello wie auch beim Grabtuch von Turin vor einem Rätsel”, betont Pater Pfeiffer. In seinem Buch ‚Das Echte Christusbild‘’ (Verlag Knecht 1991) legt er ausführlich dar, dass es sich bei dem Abdruck des Turiner Leichentuchs nur um den eines lebendigen Körpers handeln kann. Der Körper muss Energie ausgestrahlt haben, ein toter Körper kann das gewöhnlich nicht. Somit ist seiner Meinung nach das Turiner Grabtuch zugleich auch ein Beweis für die leibliche Auferstehung von Jesus Christus. Da das Turiner Grabtuch und das Schleiertuch von Manoppello deckungsgleich sind, müssen beide auf dem Körper Christi gelegen haben und zeigen somit ein und dasselbe‚ ‘wahre Antlitz’.

  Sucht mein Angesicht! Autor Paul Badde hat ein Buch über das Muschelseidentuch von Manoppello vorgelegt

  Wie schön, dass es noch Geheimnisse gibt. Dinge, die man einfach nicht erklären kann. Wunderbares, das der Er- klärungswut selbst des abgeklärtesten Skeptikers standzuhalten vermag.
   Etwas Geheimnisvolles eben.
   Wenn man die Autobahn von Rom nach Pescara mitten in den Abruzzen verlässt und sich über viele Serpentinen Richtung Manoppello in die Höhe schraubt, stößt man hin und wieder auf ein Hinweisschild, auf dem „Volto santo” (Heiliges Antlitz) steht. Auf einem hauchdünnen Tuch, so hat man uns gesagt, soll ein Porträt des Messias, ja das Urbild Jesu Christi zu sehen sein.
Ein Abbild und nicht die geringste Spur von Farbe
   Wer Glück hat, und das Fünftausend-Seelen-Dorf an einem ruhigen Tag erreicht, steht vielleicht ganz allein vor dem breiten Treppenaufgang zur Pilgerkirche von Manoppello und kann sich dem „Heiligen Antlitz” in aller Ruhe nähern. Und wer noch mehr Glück hat, gelangt nicht nur ungestört durch das dunkle Kirchenschiff bis zum Altar, hinter dem zwei Treppen hinauf zu der Vitrine mit dem geheimnisvollen Tuch führen, sondern begegnet auch der „Wächterin” des Gesichts: Schwester Blandina, einer deutschen Ordensschwester, die oben in den Abruzzen zur Einsiedlerin geworden ist, um das Tuchbild zu verehren und zu schützen.
   Glück hat man, wenn man auf sie trifft, weil Schwester Blandina mit einem kuriosen Lichtspiel zeigen kann, welche Bewandtnis es mit dem Tuch auf sich hat. Kleine Lampen sind in der Vitrine angebracht und beleuchten das Bild von oben und der Seite. Je nachdem, welche Strahler aus und welche eingeschaltet sind,  verändert sich der Gesichtsausdruck des Mannes, der auf dem zarten Stoff zu sehen ist. Man kann aus nächster Nähe auf das Tuch schauen, von links, geradeaus oder von rechts, stets behält einen das Gesicht fest im Blick. Dann geht Schwester Blandina durch das Kirchenschiff und öffnet das große Eingangsportal. Helles Licht fällt auf das Tuch - und das Gesicht verschwindet. Nur noch das feine Geflecht der Stofff-Fäden ist zu sehen, aber nicht die geringste Spur von Farbe. Der Mann ist weg.
   Das 17 mal 24 Zentimeter große und zwischen zwei Glasplatten gespannte Tuch ist ein Rätsel. Vor fünfhundert Jahren soll es nach Manoppello gekommen sein, zu der Zeit etwa, als in Rom der „neue” Petersdom errichtet wurde. Das Abbild hat etwas Gemaltes - leicht gewelltes Haar umrahmt das Gesicht, Nase und Wange zeigen Schwellungen, schütteres Barthaar über den Mundwinkeln, weit geöffnete Augen und ein kleines Haarbüschel fällt in die Stirn -, bis im Wechselspiel des Lichts die Veränderung des Gesichtsausdrucks beginnt und das Bild im Gegenlicht dann ganz verschwindet. Paul Badde, Buchautor und Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt” in Rom, hat dem „Volto santo” eine Monate währende Arbeit gewidmet. „Das Muschelseidentuch” lautet der Titel des Buchs, das dabei herausgekommen ist. Denn dass das Tuch von Manoppello aus Byssus ist, einem hauchfeinen Gewebe, das aus den Fäden der „Edlen Steckmuschel” gewonnen wird und in der Antike der kostbarste Stoff überhaupt war, ist eine der Entdeckungen, von denen Badde berichtet (und die er einem Muschelessen mit Schwester Blandina verdankt).
Wie kam das Gesicht auf das Muschelseidentuch?       
   Wie das geschundene Gesicht des Mannes vor sehr langer Zeit auf das Muschelseidentuch gekommen ist, kann auch Badde nicht erklären  - obwohl er am Ende eine Andeutung wagt. Schön, dass es noch Geheimnisse gibt, die auch solche bleiben.
Reise in die Welt der Reliquien und Ikonen
   Badde nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Welt der Reliquien und Ikonen, in deren Verlauf deutlich wird, welche Bedeutung diese heiligen Gegenstände für die Christenheit früher hatten. Wer weiß heute noch, dass die kostbarste Reliquie Roms die „Sancta Veronica Ierosolymitana”, der sogenannte Schleier der Veronika war, von dem seit dem sechsten Jahrhundert berichtet wird und der ab dem achten Jahrhundert sicher bezeugt ist. Auch dieser Schleier zeigte ein Bild, das „vera eikon”, das „wahre Bild” Christi. Seit dem Mittelalter verbindet sich die Veronika-Legende mit dem Schleier, der bis zum Bau des Petersdoms Millionen Pilger nach Rom zog. „Veronika” - „vera eikon”: Die Ähnlichkeit der Namen legt nahe, wie die Legende von einer Frau dieses Namens, auf deren dem leidenden Herr hingereichtes Tuch Jesus sein Antlitz hinterlassen haben soll, entstanden sein könnte.
„Objekt in Auflösung”: Plötzlich brach die Verehrung ab
   Tatsache ist jedoch, dass dieser Schleier offenbar verschwunden ist. In der Zeit, als die Päpste den heutigen Petersdom bauen ließen, brach die Verehrung der Veronika ab. Der deutsche Doktor Martin Luther erkannte „nichts denn ein schwartz Bretlin, viereckt”, als er das „wahre Bild” in Rom sehen wollte. Auch das, was heute im mächtigen Veronika-Pfeiler des Petersdoms aufbewahrt wird, ist laut Badde, der sich die „Sancta Veronica Ierosolymitana” im Veronika-Pfeiler des Petersdom anschauen durfte, nur noch ein „Objekt in Auflösung”, ein „fleckiger dunkler grau-schmutziger Stoff ohne jede Kontur”, vor allem aber „ohne jede Zeichnung oder Farbe”. Die Veronika des Vatikans, so das Resümee des Autors, „ist das pure Nichts”.
   Wo aber ist der Schleier heute, der früher Heerscharen von Wallfahrern nach Rom gelockt hat? Seit vier-, fünfhundert Jahren ist im Petersdom nur noch ein dunkler Fetzen Stoff zu sehen. Und seit vierhundert Jahren wird in Manoppello das „heilige Antlitz” verehrt. Badde  zitiert   aus  einem Brief, den er am 6. August 2004 an Johannes Paul II. geschrieben hat und in dem es um das verschollene Antlitz Christi, „dem kein Bildnis auf der Erde gleicht”, heißt: „Es befindet sich in der Obhut der Kapuziner von Manoppello in den Abruzzen, in der Diözese Ghieti, wo es von der Bevölkerung seit vierhundert Jahren als ,Volto Santo' verehrt wird. Durch die Jahrhunderte haben viele Quellen davor von demselben Bild als ,Veronika' (oder vultus sancti) gesprochen - und vieles spricht dafür, dass die kostbare Reliquie eines Tages auf mysteriöse Weise aus dem Vatikan verschwunden ist, wo sie lange in der Veronika-Kapelle der alten Konstantinischen Petersbasilika aufbewahrt wurde. Sie passt perfekt in den alten Rahmen der Veronika, der heute noch in der Schatzkammer von St. Peter verwahrt wird.”
 Der alte Papst ließ wohlwollend antworten. Genau jener Papst, der bereits begonnen hatte, sich auf den Blick des gütigen Gottes vorzubereiten. „Sucht mein Angesicht”, heißt es im Psalm 27. Der kranke Johannes Paul II. hatte daraus sein eigenes Gebet geformt: „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. Verbirg nicht Dein Gesicht vor mir!” Seit Urzeiten wird in der Christenheit von einem Christusbild berichtet, das „nicht von Menschenhand gemacht” sei. Im Jahr 574 soll es aus dem Ort Kamuliana in Kappadozien im Osten des Byzantinischen Reichs nach Konstantinopel überführt worden sein. Nachzulesen bei Paul Badde. Vielleicht hat Jesus Christus für die Menschen sein Angesicht bewahrt. Vielleicht ist es auch heute nicht verborgen. Ob Jerusalem - Kappadozien - Konstantinopel - Rom - Man- oppello sein Weg gewesen sein mag?
Der Glaube braucht keinen naturwissenschaftlichen Beweis
  Ob das „heilige Antlitz” aus den Abruzzen aus dem Grabe Jesu stammt mag jeder Leser für sich selbst ent- scheiden. Wenn er es überhaupt kann. In diesen Fragen ist der Club der Grabtuch-Forscher, der so genannten „Sindonologen” (von „sindone”, italienisch für Leichentuch), heillos zerstritten. Und der Glaube braucht keinen naturwissenschaftlichen Beweis. Sicher ist aber, dass das Tuch von Manoppello etwas Außergewöhnliches ist, ein Bild ohne Farbe und doch so lebendig, dass der Blick dieses Mannes den Betrachter mitten ins Herz trifft. Muschelseide ist wie Perlmutt. Öl oder Tempera perlen daran ab. Ein Geheimnis, das Badde nicht klar und eindeutig gelüftet, aber einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht hat. Das ist sein Verdienst. 
   Paul Badde: Das Muschelseidentuch. Auf der Suche nach dem wahren Antlitz Jesu. 304 S., gebunden, mit Farbabbildungen, Ullstein Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-550-07853-6, 22 Euro.
Foto unten rechts:
Ein hauchdünner Schleier ohne die geringste Spur von Farbe: In Manoppello wird das Antlitz Jesu verehrt. Foto unten links: Fällt Licht durch das Muschelseidentuch,  ist von dem Gesicht nichts mehr zu sehen.
Aus der Nähe erkennt der Betrachter, dass das Tuch nie bemalt worden ist. Fotos: BaddeGuidoHorstDT051022

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Einen Bericht über das Grabtuch von Turin finden Sie auf unserer Seite: Reliquien

tn_DanielComboni_psd       Wunder in Kartum (Sudan)

   Eine Muslima aus dem Sudan wurde 1997 geheilt. Das einstimmige Urteil der Ärztekommission am 11. April 2002: “Plötzliche, vollkommene und dauerhafte Heilung, ohne Folgen irgendeiner Art, vom wissenschaftlichen Standpunkt aus unerklärlich”. Die Krankenschwester Maria Bianca Benatelli sagte der Geheilten: “Siehst du, Gott liebt dich, Comboni hat dir geholfen...!”
Foto: Heiliger Pater Daniel Comboni 1873 in Kartum, der Gründer der Comboni-Missionare

Daniel Comboni, Missionar. Ordensgründer und Heiliger    
  Die Akten des Heiligsprechungsprozesses sprechen eine deutliche Sprache. Eine Muslima, hat der Heilig- sprechung von Daniel Comboni, dem Afrika-Apostel, den Weg geebnet. Der Theologenrat der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse hat keinen Zweifel: das Wunder, das dieser Frau widerfahren ist, ist der Für- sprache des Daniel Comboni zu verdanken: am 5. Oktober 2003 wurde Pater Daniel Comboni von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Die geheilte Frau heißt Lubna Abdel Aziz. Sie ist 38 Jahre alt, hat fünf Kinder und lebt in Kartum. Seit 1986 ist sie verheiratet mit Khedir El Mubarak, General der Regierungsarmee des Sudan, einer der afrikanischen Staaten, in denen die Scharia gilt, das islamische Gesetz. Kartum, die Hauptstadt des Sudan, war Mittelpunkt des Wirkens eines der größten Missionare, den die Kirche in jüngerer Zeit hervorgebracht hat: Daniel Comboni, der erste Bischof von Kartum. Der erste, der in diesem entlegenen Winkel der Erde feste Missions- stützpunkte eingerichtet und so der Evangelisierung des Kontinents den Weg geebnet hat. Und auch der erste, der mit einem für die damalige Zeit ungewöhnlichen Wagemut Ordensschwestern nach Zentralafrika kommen ließ. Comboni wurde nicht müde, den verabscheuungswürdigen Sklavenhandel bei den Mächtigen Europas mit unmiss- verständlicher Schärfe anzuklagen, kämpfte für die Befreiung der Sklaven. Er knüpfte Freundschaftsbande zu den türkischen Machthabern, den großen Paschas und den Muftis dieser Region an. Seine sterblichen Überreste ruhen unter dem Gebäude, das heute der Sitz der derzeitigen Regierung Kartums ist: Hier befand sich einstmals die alte katholische Mission, die Comboni gegründet hatte. Sein Bild, mit dem arabischen Turban auf dem Haupt, ist heute in den Schulen der Comboni-Missionare zu finden, wie auch im Kartumer St. Mary’s Hospital, das von den Comboni- Schwestern geleitet wird.
Chronik eines Wunders
  Am 11. November 1997 wurde Lubna Abdel Aziz in das Saint Mary's Hospital eingeliefert. Sie war hochschwanger, und ihr fünftes Kind musste mit Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden. Das Kind war wohlauf, aber der Zustand der Mutter verschlechterte sich zusehends: am Abend schien ihr Leben nicht mehr zu retten. „Schwere Blutung durch Plazenta-Überschuss” heißt es im medizinischen Befund. Mit zwei Notoperationen wird versucht, den schweren Blutverlust unter Kontrolle zu bekommen. Aber sofort nach dem zweiten Eingriff müssen die Ärzte fest- stellen, dass das Blut nicht gerinnt und auch die vielen Transfusionen nichts nützen, sich der Zustand der Patientin einfach nicht bessern will. In den ärztlichen Akten heißt es, es sei zu „einem weitverzweigten intravaskulären Blutgerinnsel und einer Fibrinolyse gekommen, einem irreversiblen Schock, der einen Herzkollaps und ein Lungen- ödem zur Folge hatte.”  Im Klartext: es ist nichts mehr zu machen. Das Urteil der behandelnden Ärzte ließ keinen Raum für Hoffnung: ihr blieb nur noch wenig Zeit. Die medizinische Dokumentation lag dem Ärzterat vor, aber auch die Befragungen und Aussagen der Schwestern, die die Patientin gepflegt haben.
Aussagen der Schwestern

   Schwester Maria Bianca Benatelli, Oberschwester der Entbindungsstation des Krankenhauses, berichtet: „Um zwei Uhr nachmittags wurde die Frau erneut in den Operationssaal gebracht, wo man die Ursache der Blutung beseitigen wollte. Aber um fünf Uhr verschlechterte sich ihr Zustand zusehends. Das Blut floss wie Wasser, wollte einfach nicht gerinnen. In der Not wurde ihr Blut übertragen, das nicht frisch war, auch nicht HIV-kontrolliert.Der Ehemann, konnte zwei Ampullen Fibrinogen auftreiben, ein Medikament für die Blutgerinnung, aber es war alles umsonst. Die Ärzte versammelten sich schließlich am Bett der Patientin und das einmütige Urteil lautete: „Hoff- nungslos!”.
   „Wann haben Sie begonnen, für die Heilung der Patientin zu beten?” wird die Schwester bei ihrer Aussage im Rahmen des Prozesses für die Heiligsprechung gefragt. „Die Frau flehte immer wieder um Hilfe. Ich empfand gro- ßes Mitleid mit dieser Mutter, die im Sterben lag und fünf kleine Kinder zurücklassen musste,” erzählt sie. „Wenn sie eine Christin gewesen wäre, hätte ich einen Priester für die Sakramente gerufen, hätte gemeinsam mit ihr gebetet, ihr gesagt, sich dem Herzen Jesu anzuempfehlen, die Hilfe irgendeines Heiligen zu erflehen ..., aber sie war eine Muslima. Und da kam mir Daniel Comboni in den Sinn. Er war der einzige, den ich ihr gegenüber nennen konnte. Hier im Sudan kennt ihn jeder, auch die Muslime. An ihn appellierte ich also, legte ihm diese Mutter in die Arme: „Außer dir kann niemand etwas tun ..., es gibt nichts mehr zu tun, wir können nichts mehr tun ... Aber du, du kannst es ... hilf ihr! Sie ist eine Frau aus dem Sudan, deinem Land, eine Muslima. Du hast den Afrikanern so viel Gutes getan ... hast sie so sehr geliebt! ... Haben sie in deinem Herzen etwa nicht einen ganz besonderen Platz? Rette sie, lass sie nicht sterben!” Ich drehte mich zu der neben mir stehenden Schwester Orlanda um und sagte zu ihr: „Lass uns gemeinsam zu Comboni beten, damit er dieser Frau hier das Leben rettet”. Ich beeilte mich, ein Bild Combonis zu holen, und auf dem Rückweg ins Krankenzimmer bat ich Comboni auch, mir einzugeben, was ich der Frau sagen sollte. Als ich wieder vor ihr stand, beugte ich mich zu ihr hinunter und sagte: „Lubna, die Ärzte sagen, dass dein Zustand sehr kritisch ist ... Lubna, du kennst doch Comboni? ... Wenn du nichts dagegen hast, wollen wir dich ihm anvertrauen.”  Sie fragte:  „Ist das nicht der,  der die ganzen Schulen hier in Kartum gebaut hat?”. „Ja”, antwortete ich ihr. „Aber er ist auch ein Freund Gottes, und da er Ihm nahe ist, vermag er mehr als wir alle zusammen. Willst du, dass ich dir sein Foto da lasse?”. Sie stimmte zu, und auch ihre muslimische Mutter, die am Fußende des Bettes saß, gab nickend ihr Einverständnis. So legte ich das Bild Combonis auf ihr Kopfkissen. Mit dem Gesicht zu ihr, damit er sie ansehen konnte. Und als ich das tat, betrachtete ich das Bild und sagte im Stillen zu ihm: Blamier uns jetzt bloß nicht....”
Fürbittgebet zu Daniel Comboni
  Schwester Silvana Orlanda La Marra, eine der anderen Krankenschwestern, sagte beim Prozess aus: „Die Patien- tin verlor das Bewusstsein. Der Herzschlag war kaum noch zu vernehmen. Dann kam ihr Mann ins Zimmer; er hatte eines der Kinder an der Hand. Die Ärzte hatten ihm erklärt, dass die Lage seiner Frau aussichtslos war. Da nahm er das Kind auf den Arm, kam zu mir und sagte: „Schwester, beten auch Sie zu Ihrem Gott für die Mutter dieses Kindes.” Taktvoll antwortete sie ihm: „Wenn Sie nichts dagegen haben, wollen wir das gerne durch Comboni tun.” Er wusste, wer Comboni war, sie musste nichts hinzufügen. „Nein, ich habe nichts dagegen. Er war hier ein großer Mann”, lautete die Antwort. Und so begannen alle Missionarinnen, für die Heilung der Frau mittels der Fürsprache von Daniel Comboni zu beten. Auch der katholische Arzt, der Frau Lubna operiert hatte, und drei koptische Ge- burtshelfer gingen mit den Schwestern in die Krankenhauskapelle, um zu beten.
Geheilt
   Trotz des erwarteten exitus starb die Frau nicht, sondern überlebte die Nacht. Die Ärzte wunderten sich am Mor- gen nicht wenig darüber, sie lebend vorzufinden: Sie starb auch nicht, als man sie - und das in ihrem hoffnungs- losen Zustand - ein drittes Mal operierte. Ganz im Gegenteil. Zum Erstaunen der Ärzte erlangte die Frau das Bewusstsein wieder und erholte sich innerhalb kürzester Zeit. Ja, nur wenige Tage später konnte sie als geheilt entlassen werden. Auch zwei muslimische Ärzte haben die Frau später untersucht, ihr Gutachten liegt den Pro- zessakten bei. „Alle wunderten sich darüber, dass diese dem Tod geweihte Frau wieder zum Leben zurück- gefunden hatte,” berichtet Schwester Bianca Garascia. „Es gab niemanden, der nicht der Meinung war, dass es sich hier  um einen Fall handelte, für den es keine Erklärung gab,  ein Wunder.” „Als ich sah, dass sich Lubna voll- kommen erholt hatte”, fährt Schwester Maria Bianca Benatelli fort, „sagte ich zu ihr ‚Siehst du, Gott liebt dich, Comboni hat dir geholfen. Wir haben viel für dich gebetet; immerhin bist du Mutter von fünf Kindern, und wer könnte sich besser um sie kümmern als du selbst’.”
Zeichen der Vorsehung
   „Plötzliche, vollkommene und dauerhafte Heilung, ohne Folgen irgendeiner Art, vom wissenschaftlichen Stand- punkt aus unerklärlich”, lautete das einhellige Urteil der Ärztekommission am 11. April 2002. Und am 6. September desselben Jahres wurde die Wunderheilung durch Fürsprache des seligen Daniel Comboni ebenso einhellig vom Rat der Theologen anerkannt. Ein solch außergewöhnlicher Fall eines Wunders an einer Muslima war der Kon- gregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse bisher nicht bekannt geworden. Im Vatikan sieht man in diesem Wunder ein Zeichen der Vorsehung  „gerade jetzt, wo sich die Beziehungen zwischen islamischen Ländern und denen des Westens immer schwieriger gestalten.”
   „Wir wissen, dass Lubna und ihr Mann nach ihrer Heilung nach Mekka gepilgert sind, und dass sie immer noch gute Beziehungen zu den Schwestern unterhalten, denen gegenüber sie sich sehr erkenntlich gezeigt haben.” Schwester Assunta Sciota, die seit 44 Jahren im Saint Mary's Hospital arbeitet und Lubnas Drama miterlebt hat, kann das nur bestätigen: „Wir sind immer noch befreundet. Lubna und ihr Mann haben sich uns gegenüber über- aus dankbar gezeigt. Sie sind praktizierende Muslime, das stimmt.  Man kann aber auch sagen, dass die Bezie- hungen zwischen Christen und Muslimen in Kartum allgemein sehr gut sind, auch wir Schwestern genießen bei den Muslimen großen Respekt. Und dieser Respekt beruht auf Gegenseitigkeit. Unser Krankenhaus gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. In den 44 Jahren, die ich hier arbeite, habe ich nie Probleme mit Moslems gehabt. Und wie oft haben sie mir gesagt, dass sie sich in unserem Krankenhaus „wie zu Hause fühlen” 30Giorni040321

 Das Eucharistie-Wunder von Amsterdam

  Der Name Amsterdam steht nicht unbedingt im Ruch der Heiligkeit. Und doch geschah hier im Rotlicht-Bereich zwischen käuflicher Liebe und cannabis joint im Coffee-Shop ein besonderes Ereignis: ein eucharistisches Wunder im versteckten Leben der holländischen katholischen Kirche.
   Wenn man von der Kalverstraat, dem angesagten Shopping-Center, in eine kleine Seitenallee einbiegt, stößt man auf einen großen ruhigen Hof mit grünen Wiesen und schattigen Bäumen. Das Gelände ist umgeben von hohen mittelalterlichen Häusern mit den typischen holländischen Giebeln.
   Seit dem Jahr 1346 war dies hier der Beginenhof, auf dem unverheiratete Frauen klösterlich zusammenlebten. Die Beginen legten keine Gelübde wie Nonnen ab, daher konnten sie jederzeit die Gemeinschaft verlassen um zu heiraten. Aber sie übernahmen das Gelübde der Keuschheit und versprachen dem örtlichen Pfarrer Gehorsam. Es gab Hunderte solcher Gemeinschaften in Deutschland und den Niederlanden.
   Die Beginen-Kapelle in Amsterdam war der Heiligen Jungfrau, dem heilige Johannes und der heiligen Ursula ge- weiht. 1578 übernahmen reformierte Calvinisten die katholische Stadt Amsterdam. Die Protestanten beschlag- nahmten alle Kirchen, Klöster und Konvente und verboten den katholischen Christen ihren Glauben in der Öffent- lichkeit zu zeigen. Besonders feindlich waren die Reformierten gegenüber dem ‘Götzenkult der Hostie’ und gegen- über dem römisch-katholischen Verständnis vom Heiligen Messopfer.
   Die protestantischen Reformer waren Schüler von Calvin, der die katholische Lehre von der Eucharistie ablehnte und sagte, dass er nicht an einen Gott glauben könne, der “durch Formeln herbeigerufen und durch Verdauung weggeschickt” würde.
   Protestantische Prediger zeigten oft Häuser des “papistischen Götzendienstes” an, in denen die heilige Messe heimlich gefeiert wurde. Glücklicherweise tolerierten die Behörden oft diese katholische Praxis, so lange sie im Ver- borgenen stattfand.
   Eine dieser Hauskirchen ist nun das Museum “Amstelkring”. Es besteht aus einem hohen Speicher eines Kauf- mannshauses, worin geschickt ein Kirchenschiff, Altar, Orgel und Emporen mit Nebenaltären eingebaut waren. Hier konnten bis zu einhundert Menschen Platz nehmen - so lange die Bohlen Stand hielten. Dieser Raum war bekannt als “Kirche unseres Herrn auf dem Dachboden”.
  Heute steht St. Nikolai, die “Alte Kirche”, mitten im Rotlichtviertel. Alle Altäre, Statuen und Bilder sind besudelt oder übertüncht. Wenn Sie weiße Steine, Holzarbeiten und “moderne Kunst” schätzen - dann sind Sie hier richtig. In einem Flyer wird dieser Raum angeboten als “Bühne für unterschiedliche sozio-kulturelle Aktionen”. Man könnte weinen bei dem Gedanken, dass diese öde, leere Halle einst das herrliche Zentrum katholischen Lebens in Amster- dam gewesen war.
   Die Beginen überlebten im Verborgenen. 1671 erlaubte ihnen der Stadtrat, eine unscheinbare neue Kapelle zu errichten. Heute erinnert diese Kapelle an ein höchst bemerkenswertes Ereignis: an das eucharistische Wunder von Amsterdam aus dem Jahre 1345.
   Kurz vor Palmsonntag brachte ein Priester die heilige Kommunion und die Krankensalbung  zu dem ernstlich er- krankten Ysbrant Dommer in die Kalverstraat. Kurz darauf erbrach der arme Mann seinen Mageninhalt und damit auch die Hostie in ein Gefäß.  Seine Pflegerin gab den Inhalt in ein offenes Feuer.
   Am nächsten Morgen wollte dieselbe Pflegerin das Feuer wieder anzünden. Sie war erstaunt, unter den noch glimmenden Kohlen die Hostie - hell und frisch - zu sehen. Verwirrt nahm sie die Hostie aus der Glut, ohne sich dabei zu verbrennen, wickelte sie in frisches Leinen und legte sie in ein Kästchen. Dann ließ sie den Priester rufen. Er legte die Hostie in eine Pyxis (eine Hostiendose), wusch das Linnen und brachte den Herrn in die “Alte Kirche” zurück.
   Noch Seltsameres geschah am nächsten Tag als die Pflegerin ihr hölzernes Kästchen öffnete, um einige Leinen- tücher hineinzulegen. Sie war sehr erstaunt, als sie dort die Hostie wiederum fand. Erneut rief sie den Priester. Zunächst prüfte er die Pyxis in der Kirche; die Dose war definitiv leer. Nun brachte er ein zweites Mal die Hostie in die Kirche zurück. Dasselbe Ereignis wiederholte sich sonderbarerweise am folgenden Tag.
   Der Priester rief den Ortsklerus zusammen und sie kamen zu der Überzeugung, dass es Gottes Wille sei, dieses Wunder bekannt zu machen. Die Hostie wurde ein drittes Mal in die Alte Kirche zurück getragen - in feierlicher Prozession. Der Rat der Stadt stellte Ermittlungen an, verlangte von Zeugen Eidesstattliche Erklärungen und aner- kannte die Begebenheit als Tatsache. Der Bischof von Utrecht stellte ebenfalls Nachforschungen an und bestätigte letztendlich das Wunder. In nur zwei Jahren wurde eine Kapelle “Zur Heiligen Stätte” (Ter Heylighen Stede) am Ort des Wunders gebaut. Große Pilgerscharen kamen, um die auf dem Altar ausgestellte wunderbare Hostie zu sehen. 1452 zerstörte ein Feuer große Teile von Amsterdam, auch die Heilige Stätte wurde schwer beschädigt. Doch das Gefäß mit der wunderbaren Hostie wurde unversehrt inmitten rauchender Ruinen gefunden.
  Viele wunderbare Gebetserhörungen mehrten die Zahl der Pilger an diesem Wallfahrtsort; darunter war auch der Erzherzog Maximilian von Österreich. Zur Erinnerung an das Wunder gab es eine jährliche eucharistische Prozes- sion von der Heiligen Stätte zur Alten Kirche und wieder zurück. Dieses geschah so, bis die Wallfahrtsstätte beschlagnahmt und geplündert wurde.
   In der Folgezeit trugen die Beginen Sorge für die Heilige Hostie bis auch ihre Kapelle im Jahre 1607 aufgehoben wurde. Später kam die Gewohnheit einer Schweigeprozession auf, die der mittelalterlichen Route folgte: ein stum- mes Zeugnis für den verbotenen Glauben. Im Jahre 1845, dem 500. Jahrestag des Wunders, veranstalteten die katholischen Christen von Amsterdam eine große Demonstration. Seither nehmen jedes Jahr am Sonntag Morgen nach dem 12. März zehntausend Gläubige an dieser Prozession teil - eine lebendige Verbindung zum vor- reformatorischen Glauben in den Niederlanden.
   Diese holländische Bezeugung der eucharistischen Macht und Treue führt uns in die Mitte der letzten Enzyklika von Papst Johannes Paul II.: “Ecclesia de Eucharistia - Die Kirche lebt von der Eucharistie” siehe: Liturgie. Der Papst erinnert an die “immerwährende Geltung” der Lehre des Konzils von Trient: Die Wandlung von Brot und Wein (Konsekration) bewirkt die Wandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes unseres Herrn Jesus Christus und die ganze Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Die Heilige Katholische Kirche bezeichnet diese Wandlung angemessen und korrekt als Transsubstantiation. EE 15.
   Jesus verspricht denen, die “mein Fleisch essen und mein Blut trinken” Jo 6,54 die Auferstehung am Jüngsten Tag. Das mystische Fleisch, das wir in der Heiligen Kommunion empfangen, ist der Leib Christi in seinem verklärten Zustand nach der Auferstehung. Mit der Eucharistie empfangen wir das ‘Geheimnis’ der Auferstehung. Von daher beschreibt der heilige Ignatius von Antiochien das eucharistische Brot als “Heilmittel der Unsterblichkeit, als Ge- genmittel zum Tod” EE18.
   Jedoch warnt uns der heilige Paulus: “Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken”. Chrysostomos sagt es so: “Auch ich erhebe meine Stimme, ich flehe euch an, bitte unter Tränen, dass niemand mit einem besudelten und verdorbenen Gewissen zum heiligen Tisch hinzutrete. Ein solches Tun kann niemals ‘Kommunion’ genannt werden - auch nicht, wenn wir den Leib des Herrn tausendmal berührten, vielmehr führt solches Tun zur Verdammung, zur Mehrung der Pein und Strafe.” Darum muss jeder im Bewusstsein schwerer Schuld vor der Heiligen Kommunion das Sakrament der Versöhnung (Reconciliatio/Wiedereingliederung) empfangen ... In der Kirche bleibt jetzt und für immer in Kraft ... dass, wenn man sich einer Todsünde bewusst ist, erst die Sünde gebeichtet werden muss, damit die Heilige Kommunion würdig empfangen werden kann”.
    Der Papst möchte zur eucharistischen Anbetung außerhalb der heiligen Messe ermutigen. Christen sollen sich unterscheiden durch die “Kunst des Gebetes”. In geistlicher Umkehr, in stiller Anbetung, in herzlicher Liebe vor dem im Allerheiligsten Sakrament gegenwärtigen Christus sind wir eingeladen, mit Jesus Zeit zu verbringen und - ähnlich seinem Lieblingsjünger, der mit seinem Haupt an seiner Brust ruhen durfte - dürfen auch wir die unendliche Liebe spüren, die in Seinem Herzen gegenwärtig ist. “Wie oft”, sagte Johannes Paul II., “habe ich dieses erfahren, liebe Schwestern und Brüder, und von seiner Stärke Trost und Hilfe bekommen.”
    Der heilige Alfons von Liguori schreibt: “Nach den Sakramenten ist die größte Verehrung die Anbetung Jesu im Allerheiligsten Sakrament; das ist die teuerste Verehrung Gottes und für uns die hilfreichste”. Regelmäßige Be- suche des Tabernakels sind mancherorts schwierig geworden, wenn die Kirche außerhalb der heiligen Messe verschlossen ist. Gleichwohl “sollten die Gläubigen im Tageslauf nicht darauf verzichten, Anbetungskapellen zu besuchen als “Ausdruck der Liebe und Zeugnis für die Gegenwart des Herrn” Paul VI., Mysterium Fidei. Heutige Priester, die im Trubel der modernen Welt so vielen Aufgaben nachgehen, sind in Gefahr, ihre Mitte zu verlieren. “Die pastorale Liebe” gibt dem priesterlichen Leben und Arbeiten die Richtung vor, und diese fließt wesentlich aus dem eucharistischen Opfer, dem Zentrum und der Wurzel des ganzen priesterlichen Lebens. Darum ist gerade in den Gemeinden, die keinen eigenen Priester mehr haben, das Gebet um Priesterberufe so wichtig, damit der Herr Arbeiter in seinen Weinberg sende,  denn die Ernte ist groß.  FrFrancisMarsden/CT0703
Im Jahre 2004 erstmals seit 1578 wieder Prozession in Amsterdam
  Erstmals seit 1578 hat in Amsterdam wieder eine katholische Prozession stattgefunden. An der von Bischof Jo- seph Maria Punt angeführten Sakramentsprozession nahmen gut tausend Gläubige teil, wie niederländische Medien berichteten. Prozessionen waren nach der Reformation in Amsterdam verboten worden. Das Verbot wurde in die niederländische Verfassung von 1848 übernommen. Erst 1983 erfolgte eine Verfassungsänderung und 1989 wurden öffentliche religiöse Kundgebungen ausdrücklich per Gesetz wieder gestattet. Die Prozession am Sonntag- nachmittag fand aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Liebfrauenkirche an der Keizersgracht statt. Punt nannte zum Abschluss Prozessionen eine zeitgemäße Form der Glaubensverkündigung. In einer von Bildern ge- prägten Gesellschaft müsse gezeigt werden, dass Gott existiere. DTkna040615
Niederlande: Auch im Jahre 2008 schweigendes Gedenken
   An einer traditionellen Sakramentsprozession im Zentrum von Amsterdam haben nach kirchlichen Angaben in der Nacht zum Sonntag dem 09. März 2008 etwa 8.000 Gläubige teilgenommen. Die Prozession wurde vom Haarlemer Bischof Joseph Maria Punt und vom Rotterdamer Bischof Adrian van Luyn angeführt. Die Katholiken erinnern mit dem traditionell schweigend ausgeführten Rundgang an ein Wunder, das sich 1345 in der heutigen niederlän- dischen Hauptstadt ereignet haben soll. Damals habe sich ein Kranker in seiner Wohnung an der Kalverstraat erbrochen und eine geweihte Hostie von sich gegeben. Als man versuchte, diese Hostie zu verbrennen, sei sie im Feuer unversehrt geblieben. Später wurde sie in eine Kirche gebracht. Das feierliche Gedenken an das „Wunder von Amsterdam” war zunächst verboten worden, als Amsterdam im 16. Jahrhundert protestantisch wurde. Im 19. Jahrhundert war die Tradition dann wieder aufgenommen worden. Die Prozession in diesem Jahr war die 127. ihrer Art. rf-kna080309hp

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   Greift Gott direkt in das irdische Geschehen ein? Was ist die Kongregation für Selig- und Heiligsprechung? Bestseller-Autor und Vatikan-Korrespondent Andreas Englisch Foto oben setzt sich mit dem Wunder in unserer Zeit auseinander. Neben bekannten wie Fatima oder Lourdes widmet er sich auch unbekannten Wundern - und dem Phänomen Exorzismus.
320 Seiten, einige S/w-Abbildungen, 14 x 22 cm, gebunden. 19,95 Euro; Random House GmbH,
ISBN-10: 357000855X, ISBN-13: 9783570008553

 

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Der Apostel Paulus in 1 Kor 1,22 sagt: Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit.
Foto links: Kirche auf dem Berg der Seligpreisungen, im Hintergrund der See Genezareth
Foto Mitte: Sonderbriefmarke des Vatikans in Erinnerung an die Pilgerreise Johannes Paul II. ins Heilige Land
Foto rechts: Olivenbaum im Heiligen Land.Israelnetz

   Die israelische Tageszeitung “Jediot Achronot” berichtet von einem Zeichen, dass Papst Johannes Paul II., 2005 verstorbener Papst, möglicherweise an einem Baum vollbracht hat: In einem Olivenhain im Norden Israels trägt ein von Papst Johannes Paul im Jahre 2000 gesegneter Baum als einziger Früchte. „Das ist ein unerklärliches Phäno- men”, zitiert die Tageszeitung „Jediot Achronot" einen Mitarbeiter des Jewish National Fund. Andere Bäume sind verkümmert.
  Als Karni jetzt den Hain besuchte, habe er festgestellt, dass zwölf Bäume überhaupt keine Früchte trügen und einige sogar verkümmert seien, schreibt das Blatt weiter. Allein der gesegnete Baum habe sich gut entwickelt und trage Oliven. “Die Bäume wachsen auf demselben Boden, sie haben dieselbe Menge Wasser und die dieselbe Pflege bekommen”, sagte Karni. Es sei unmöglich, einen Zusammenhang mit der Segnung herzustellen, sagte der Förster. “Aber es ist sicherlich ein Wunder.”
   Während seiner Pilgerreise im Jahr 2000 ins Heilige Land hatte Johannes Paul II. eine Messe auf dem Berg der Seligpreisungen am See Genezareth gehalten. Dabei hatte der Papst auch diesen Olivensetzling gesegnet.
NOZ080721 

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